Premier League 2012/2013 Preview #38 – St. Totteringham’s day?

Hallo zusammen. Ein letztes Mail die Spieltagsvorschau in dieser Saison. Leider schon so früh, weil ich mich gleich in den Urlaub verabschiede. Meinen persönlichen Rückblick auf die Premier League Saison reiche ich dann irgendwann nächste Woche nach. Urlaub heißt auch: Ich habe am Sonntag keinen TV in Reichweite, geschweige denn Internet. Ich werde also per SMS über das Ergebnis von Arsenal informiert (und ich traue mich jetzt schon nicht, daran zu denken, diese SMS lesen zu müssen).

Anyway, es sind ja fast alle Entscheidungen gefallen. Nur noch die Plätze 3-5 sind auszuspielen. Wer kommt in die direkte CL-Qualifikation, wer in die Quali, wer in die Europa League? SKY zeigt am Sonntag ab 16:55 Uhr Newcastle United gegen den FC Arsenal (Sky Sport 1 und HD2). Insgesamt stehen noch drei Partien im Fokus.

FC Chelsea – FC Everton
Es ist das letzte Spiel für David Moyes als Trainer vom FC Everton. Sportlich geht es für die Toffees um gar nichts mehr. Aber auch der Sieg gegen West Ham im letzten Heimspiel hat gezeigt, dass die Spieler sehr bemüht sind, ihrem langjährigen Trainer einen versönlichen Saisonabschluss zu bieten. Der FC Chelsea, frischgebackener Sieger der Europa League, ist definitiv für die Champions League qualifiziert, hat aber nur zwei Punkte Vorsprung vor dem FC Arsenal. Die direkte Qualifikation kann also noch verspielt werden, eventuell besteht sogar die Möglichkeit, dass Chelsea und Arsenal Playoffs um den dritten Platz spielen müssen. Das ist aber eine sehr unwahrscheinliche Konstellation. Rafael Benitez hat gestern nach dem Sieg in der Europa League schon angekündigt, dass seine Mannschaft nicht viel feiern werde, da man unbedingt den dritten Platz halten möchte. Unklar noch, ob John Terry und Eden Hazard rechtzeitig bis Sonntag fit werden. Gut möglich ist auch, dass Demba Ba wieder für Fernando Torres im Sturm spielt und hofft, mehr Ballkontakte als der Schiedsrichter zu erzielen. Chelsea wie Everton haben nur eines der letzten zehn Ligaspiele verloren. Die Toffees konnten in 18 Auswärtsspielen aber nur vier Mal gewinnen. Chelsea gehört zu den heimstärksten Teams der Liga, hat in 18 Heimspielen nur zwei Niederlagen kassiert.

Newcastle United – FC Arsenal
Die Gunners sind das Team mit noch allen Möglichkeiten und Risiken. Zwischen Platz 3, der direkten Qualifikation für die Champions League, und dem fünften Platz, der Teilnahme an der Europa League, ist noch alles möglich. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Tottenham, muss auch Arsenal gewinnen, um den vierten Platz zu halten. Ein Remis reicht den Spurs aufgrund der besseren Tordifferenz der Gunners nicht. Arsène Wenger war insgesamt sehr zufrieden mit der Leistung gegen Wigan, hat aber eingestehen müssen, dass sein Team insbesondere zu Beginn der zweiten Halbzeit sehr nervös agierte. Ähnliches will er für die Reise nach Newcastle nicht ausschließen: “There will be nerves again, but we have dealt with nerves for a long, long time now. It is natural of course, because it shows that the players care but this team is on an exceptional run and has an exceptional spirit.” Die einfache Formel: Sich der guten Form der letzten Wochen bewusst sein, dann klappt es auch mit den Nerven. Arsenal hat 23 von möglichen 27 Punkten aus den letzten neun Spielen geholt. Auswärts wurde nur vier Mal verloren, aber blöderweise hat Newcastle die meisten seiner Punkte vor heimischem Publikum geholt. Sportlich geht es für die Magpies um nichts mehr. Größeres Thema im Umfeld des Vereins ist da schon, ob Alan Pardew nächste Saison noch auf der Trainerbank im St. James’ Park sitzt. Und eigentlich hat Pardew ja schon angekündigt, dass ihm das Ergebnis am letzten Spieltag egal ist. Bei Arsenal kehrt Giroud nach Sperre zurück. Ansonsten gibt es für Wenger wenig Grund, sein Team zu ändern, wobei noch ein größeres Fragezeichen hinter dem Einsatz von Mikel Arteta steht, der durch Jack Wilshere ersetzt werden könnte.

Tottenham Hotspur – AFC Sunderland
Tottenham ist in der schlechtesten Position von allen drei Teams im Kampf um die Champions League. Nur ein Sieg hilft für die Spurs um überhaupt im Rennen zu bleiben und einen weiteren St. Totteringham’s day zu verhindern. Vom Papier hat Tottenham vielleicht das einfachste Spiel. Für Sunderland geht es um nicht mehr, die Black Cats sind auswärts so erfolgreich wie Heizen im Sommer, nur vier Siege in 18 Spielen. Zwar hat Paolo di Canio dem Team neues Leben eingehaucht, aber nach den beiden Siegen gegen Newcastle und Everton war die Luft aber auch sehr schnell wieder raus. Bei Tottenham wechselte sich seit Ende März stets ein Remis und Sieg ab. Da die letzte Partie bei Stoke zwar mit Mühe gewonnen wurde, müsste jetzt eigentlich wieder ein Unentschieden dran sein, was natürlich nur für einen Donnerstagabend auf Channel 5 reichen würde. Tottenham hat diese Saison nur drei Heimspiele verloren, gegen Fulham, Wigan und Chelsea. Wer da jetzt eine Anfälligkeit gegen kleinere Teams vor eigenem Publikum hinein interpretieren würde, darf das gerne machen.

Aber neben den wichtigen Spielen um die Europapokalplätze gibt es natürlich auch weitere emotionale Momente an diesem 38. Spieltag. Sir Alex Ferguson zum letzten Mal auf der Trainerbank bei Manchester United (bei West Bromwich Albion), das erste Heimspiel von Manchester City nach dem bekannt gewordenen Rauswurf von Roberto Mancini (gegen Norwich), und der emotionale wie bittere Empfang vor eigenem Publikum für Wigan Athletic. FA-Cup Sieger und den Klassenerhalt nicht geschafft (gegen Aston Villa).

Wünsche euch allen einen spannenden letzten Spieltag. Bis nächste Woche.

Premier League 2012/2013 #37 – Do or Die für Arsenal und Wigan

Am Dienstag steht ein von der tabellarischen Ausgangslage ganz spannendes Spiel auf dem Premier League Spielplan. Der FC Arsenal empfängt im Emirates Stadium Wigan Athletic. Sky überträgt ab 20:40 Uhr live und in HD, am Mikro Marco Hagemann. Hoffnung auf die Champions League gegen Hoffnung auf den Klassenerhalt. Nur bei einem Sieg kann das jeweilige Team seinen Traum am Leben halten.

Blicken wir zunächst auf die Gunners, die – und das ist das Positive am Saisonendspurt- in den letzten Wochen nicht besonders gut spielen, aber immerhin die Punkte und Siege einfahren. Wir sind sehr gut in Form und wollen unseren Lauf fortsetzen, sagte Arsène Wenger am Montag auf der Pressekonferenz. Einerseits bestätigen die Zahlen Wenger. Arsenal ist derzeit das formstärkste Team der Liga. 20 Punkte holten die Gunners aus den letzten acht Spielen. Nur gegen Manchester United und Everton spielte Arsenal remis, die übrigen Spiele wurden gewonnen. Allerdings nie wirklich überzeugend. Nur in zwei Spielen dieser Serie erzielten die Gunners mehr als zwei Tore. Die Offensive ist derzeit eher eine mittelmäßig zufriedenstellende Angelegenheit. Die Sperre von Olivier Giroud konnten Lukas Podolski, Gervinho und auch Theo Walcott nicht wirklich nutzen, um sich ins Rampenlicht zu spielen. Damit zu dem erfreulichen Aspekt: Momentan ist die sonst so stark kritisierte Defensive das Prunkstück vpn Arsenal. Nur vier Gegentore gab es in den letzten acht Spielen, nur City hat ligaweit weniger Gegentore kassiert. Großen Anteil daran hat vor allem das Innenverteidigerduo Koscielny und Mertesacker. Bleibt zu hoffen, dass die sehr gute Defensive ihren Weg bis zum letzten Spieltag findet. Es ist also nicht alles Gold was glänzt derzeit bei dem Verein aus dem Norden Londons – und durch den kritischen Blick eines Arsenal-Fan ist es gar nicht so verkeher zu sagen, dass die Ergebnisse besser sind als die Leistung der Mannschaft. Aber besser als anders herum, gerade im Saisonendspurt.

Zum ersten Mal in dieser Saison steht Arsène Wenger fast sein kompletter Kader zur Verfügung. Kieran Gibbs kehrt nach kurzer Verletzung ebenso wieder ins Team zurück wie Lukasz Fabianski. Lediglich Olivier Giroud fehlt sein letztes Spiel gesperrt und ist erst am Sonntag in Newcastle wieder mit von der Partie. Wenger hat also auf einigen Positionen die Qual der Wahl. Szczesny oder Fabianski im Tor? Nacho Monreal oder Kieran Gibbs auf der Linksverteidigerposition? Ansonsten dürfte Wenger der Elf der letzten zwei Spieltage vertrauen, also Podolski vorne im Sturm, Rosicky im Zentrum, Cazorla über links und Walcott über die rechte Seite. Arsenal verlor nur dre Heimspiele in dieser Saison (Chelsea, Swansea, Manchester City) und hat die zweitbeste Offensive der Liga im Emirates Stadium. Mit einem Sieg gegen die Latics würde Arsenal wieder auf den vierten Platz vor die Tottenham Hotspur rücken, einen Punkt vor den Spurs. Sollte es nicht zu einem Sieg reichen, liegt das Erreichen der Champions League Qualifikation in Arsenals Händen.

Das wird also eine große Hürde für Wigan Athletic, ein Verein, der emotional gerade diverse Achterbahnen fährt. Eigentlich fast schon abgestiegen, gewann Wigan vor zehn Tagen mit 3:2 bei West Bromwich Albion, verlor drei Tage später aber trotz zweimaliger Führung mit 2:3 gegen Swansea City. Samstag gelang dann der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, der Sieg im FA-Cup gegen Manchester City, mit einem einzigen Schuss aufs Tor. Ein Ereignis, das Wigan den Schub für die letzten zwei Spiele geben könnte. Blöderweise wurde das neue Selbstvertrauen durch die Ergebnisse der Konkurrenz im Tabellenkeller am Sonntag ein wenig getrübt. Norwich und Newcastle gewannen, Sunderland spielte remis. Vier Punkte Rückstand beträgt der Rückstand von Wigan auf das rettende Ufer bei noch zwei Spielen. Es würde nur ein Sieg für Wigan helfen. Nur ein Sieg. Ein neue Fahrt auf der emotionalen Achterbahn. Jean Beausejour verpasste am Samstag das FA-Cup Finale, könnte für das Spiel aber wieder im Kader stehen. Maynor Figueroa, Ivan Ramis und Ronnie Stam fehlen den Latics verletzt. McManaman, Koné und Maloney bilden das Sturmtrio in einem 4-3-3. Viele Verletzte über die gesamte Saison hinweg. Nicht nur deswegen muss Wigan Tribut zollen und kämpft gegen den Abstieg. Wer das 2:3 gegen Swansea gesehen hat, weiß, wie anfällig Wigan defensiv ist, wenn sie das Spiel machen müssen und auf den Sieg gehen. Das könnte Arsenal am Dienstag sehr gelegen kommen. Wigan hat auswärts mit 18 Punkten sogar einen Zähler mehr als im DW Stadium geholt, haben aber mit 67 Toren die schlechteste Defensive der Liga, und auswärts nur fünf von 18 Spielen gewonnen.

Und mit einem Sieg bei Arsenal ist es für Wigan ja noch nicht getan, am Sonntag empfängt man dann Aston Villa. Trainer Roberto Martinez hat die beiden Begegnungen als wichtigste Spiele der Saison tituliert. Und das sins sie wohl auch. Aber wie schafft das noch junge Team den Spagat zwischen dem Erfolg im FA-Cup, den Emotionen in Wembley und dem Abstiegskampf? Arsenal gewann neun der letzten zehn Pflichtspiele gegen Wigan, ausgerechnet vor einem Jahr gab es eine Niederlage. Im April 2012 gewannen die Latics mit 2:1 bei Arsenal. Referee der Partie ist Mike Dean, ausgerechnet Dean, der in dieser Saison beide Pokalaus von Arsenal leitete.

Es ist ein unglaublich wichtiges Spiel für beide Vereine, vor allem ja auch aus finanzieller Sicht. Arsenal hat zwar finanzielle Rücklagen, sollte es mit dem Einzug in die Champions League nicht klappen. Neue gute Spieler wird man mit der Europa League im Angebot aber nicht verpflichten. Ein Remis würde keinem weiterhelfen. Beide Teams müssen auf den Sieg spielen. Spannender kann eine Ausgangslage nicht sein, hoffen wir, dass das Spiel genauso attraktiv und dramatisch ist. Und ich wünsche mir nichts mehr als drei Punkte für die Gunners, versteht sich von selbst.

Breaking: Sky verlängert Premier League Rechte bis 2015/2016

[Beitrag wird im Laufe des Tages aktualisiert]

Ich hatte es ja schon hier in den Kommentaren und bei Twitter versucht über die Hintertür anzukündigen, dass Sky und die Premier League sich auf einen neuen TV-Vertrag geeinigt haben. Das scheint sich nun zu verdichten. Sponsors meldet, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Von Sky und der Premier League gibt es noch keine offzielle Bestätigung.

Mittlerweile hat auch Sky den Rechteerwerb in einer Pressemitteilung bestätigt.

- Exklusive Rechte für Deutschland, auf allen Plattformen
- In der Regel drei Spiele pro Spieltag, die Vielzahl in HD
- Rechte für mehrere Jahre (kann aber eigentlich nur bis 2015/2016 sein)
- Wöchentliches Highlight-Magazin

Sportchef Weber spricht in der PM von “essentiellem Bestandteil im Sportprogramm”. Das sah diese Saison anders aus. Ich habe nichts gegen drei Spiele pro Spieltag, aber etwas mehr Cross-Promotion und Aufmerksamkeit für Audience Flow wäre nicht schlecht für die Premier League auf Sky. Und bitte wieder eine vernünftige Spieltagszusammenfassung!

Also keine großen Veränderungen. Aber jetzt herrscht immerhin Sicherheit, dass die Premier League weiterhin in Deutschland läuft. Und mich freut das natürlich besonders.

Premier League 2012/2013 Preview #37 – Farewell for Sir Alex

Hallo zusammen. Grüße aus Mainz, wo ich seit Mittwoch auf der Jahrestagung der DGPuK bin. Von daher blieb keine Zeit, eine ausführliche Vorschau auf den vorletzten Spieltag der Premier League zu schreiben. Das hat dankenswerterweise Kai vom Reportercheck übernommen. Ich hoffe, ich kann dann Montag einige Aspekte und Geschichten noch nachliefern, auch mit Blick auf die beiden Spiele am Dienstag. Schönes Wochenende

Aston Villa – FC Chelsea
(Samstag, 13.45 Uhr, Sky überträgt live, Kommentar: Sven Schröter)

Die Samstagspartie kann man unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: die 0-8 Niederlage im Hinspiel für Villa und die Tatsache, dass es innerhalb von sieben Tagen das dritte Spiel von Chelsea ist. Bisherige Wochenbilanz: ein Sieg gegen Manchester United und ein Remis am Mittwoch gegen die Tottenham Hotspur. Bei den Spurs verspielte man eine zweimalige Führung und am Ende stand ein 2-2 im London-Derby. Gerade zum Schluss hin zeigten sich Verschleißerscheinungen, aufgrund der englischen Woche beim Team von Rafael Benitez. Am jetzigen Samstag geht es auswärts gegen Aston Villa. Das Hinspiel endete 8-0 für die Blues. Selbst, wenn das Rückspiel gegen die Londoner für die Villans in die Hose gehen sollte, wäre der Abstieg eher unwarscheinlich. Ma steht zurzeit mit 40 Punkten auf Rang 13 und hat fünf Punkte Vorsprung auf Wigan (Platz 18), bei noch sechs zu vergebenen Punkten. Da dürfte nichts mehr anbrennen. Auf jenes angesprochenes Wigan trifft Aston Villa auch am 38. Spieltag. Wenn alles gut für das Team von Paul Lambert läuft, ist die letzte Begegnung der Saison ein relativ bedeutungsloses für sie.

Stoke City – Tottenham Hotspur
(Sonntag, 14.30 Uhr, Sky überträgt live, Kommentar: Marcel Meinert)

Der Londoner Champions League-Kampf hat längst begonnen. Chelsea (Platz 4, 67 Punkte), Arsenal (Platz 5, 67 Punkte) und Tottenham (Platz 5, 66 Punkte) streiten sich um die begehrten Plätze für die Königsklasse. Die schlechteste Ausgangsposition haben die Spurs. Zudem stehen noch zwei schwierige Aufgaben bei Stoke City und gegen Sunderland bevor. Nach einem „moralischen Sieg“ beim Remis gegen Chelsea sollte Tottenham gewappnet sein, den Kampf gegen die Potters anzunehmen. Stoke City, selbst mit 41 Zählern auf dem 11. Platz, ist schon so gut, wie gesichert, jedoch werden die Gastgeber den Spurs auch keine Geschenke in Form von Punkten machen.

FC Everton – West Ham United
(Sonntag, 16.00 Uhr)

Das Spiel im Goodison Park ist von geringer Bedeutung. West Ham hat den Klassenerhalt bereits gesichert und steht auf dem 10. Platz. Auch für die Toffees scheint die Europa League bereits sicher – mit fünf Punkten Vorsprung steht der FC Everton vor dem FC Liverpool. Jedoch gibt es mittlerweile ein, vielleicht beeinflussendes, Störfeuer: am Donnerstag wurde bekannt, dass David Moyes, der Coach von den Toffees, zur neuen Saison Trainer von Meister Manchester United wird, nachdem Sir Alex Ferguson seinen Rücktritt bekannte gegeben hatte.

FC Fulham – FC Liverpool
Eine Partie ohne besondere Vorzeichen steht in London bevor. Der Gastgeber Fulham steht auf dem 12. Rang und so birgt sich für das Team von Martin Jolnur noch ein minimales Abstiegsrisiko. Trotzdem muss eine bessere Leistung geboten werden, als am letzten Spieltag, wo man eine peinliche 2-4 Niederlage gegen Absteiger Reading einstecken musste. Es war die schlechteste Saisonleistung der Londoner. Eine ebenso minimale, fast unrealistische Chance hat der FC Liverpool noch auf das internationale Geschäft. Nach dem Merseyside-Derby-Remis (0-0) am letzten Sonntag gegen Everton, glaubt fast niemand mehr an das Wunder. Kleine Randnotiz: Jamie Carragher (FC Liverpool) wird nach der Saison seine Karriere beenden.

Norwich City – West Bromwich Albion
Akute Abstiegsgefahr für die Gastgeber! Die Canaries haben gerade mal drei Punkte Abstand zu den Relegationsplätzen, Nach der Last Minute-Niederlage am letzten Wochenende gegen Aston Villa ist diesmal ein Sieg Pflicht, wenn man in der Tabelle nicht abrutschen will, falls Newcastle und Wigan gewinnen sollten. Im Gegensatz zur Unklarheit bei Norwich, ist bei West Brom schon seit längerer Zeit alles klar. Die Throstles werden am Ende entweder auf Platz 8, 9 oder 10 stehen.

Queens Park Rangers – Newcastle United
Mit Händen und Füßen ringt derzeit Newcastle um den Klassenerhalt. Die Magpies von Trainer Alan Pardew erkämften sich in der letzten Woche ein 0-0 gegen West Ham United und wollen dieses Unentschieden am Sonntag gegen QPR mit einem Sieg, der dringend gebraucht wird, veredeln. Man steht gerade einmal drei Punkte vor dem ersten Absteigsplatz. Für QPR steht der Absteig schon seit geraumer Zeit fest.

AFC Sunderland – FC Southampton
Eine Nachricht zuerst: Paolo di Canio gab in dieser Woche bekannt, nach der Saison den AFC Sunderland zu verlassen. Er mache dies aufgrund seiner faschistischen und politischen Einstellung. Sein Aufenthalt im Norden Londons war nur von kurzer Dauer. Am Sonntag wird er aber noch auf der Bank sitzen, wenn sein Team gegen Southampton spielt. Ein Spiel, wozu es nicht so viel zu erzählen gibt. Sunderland ist abstiegsgefährdet, Southampton weitestgehend gerettet. Das Team von die Canio steht aktuell auf dem 15. Platz und die Heiligen belegen mit 39 Zählern den 14. Rang.

Manchester United – Swansea City
(Sonntag, 17.00 Uhr, Sky überträgt live, Kommentar: Roland Evers)

Ein Schock zum Mittwoch – Sir Alex Fewrguson gab bekannt, dass er nach der Saison als United-Trainer zurücktreten wird. Der Mann der ManU seit November 1986 coacht, geht – eine Legende tritt ab. Aber es wird auch noch Fußball gespielt, es ist aber eine eher unwichtige Partie. Manchester United ist bereits Meister und Swansea steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Auch, wenn „nur“ eine Mannschaft aus dem Mittelfeld gegen den Meister spielt, dient Swansea nicht als Punktelieferant, denn zurzeit sind die Schwäne in guter Verfassung. Am letzten Spieltag holte man ein torloses Remis gegen Manchester City und unter der Woche gewann man 3-2 im DW Stadium zu Wigan. Trotzdem wird ein Spiel, das im Schatten Sir Alex Fergusons stehen wird.

Dienstag dann noch Arsenal gegen Wigan und Reading gegen Manchester City.

Premier League 2012/2013 #36 – Wigan starts The Great Escape

Sieben Spiele wurden heute am Samstag absolviert. Und der 36. Spieltag der Premier League Saison 2012/2013 hat schon einmal richtig Fahrt aufgenommen. Morgen geht es mit dem Liverpool Derby und Manchester United gegen Chelsea weiter. Eine Rückschau und ein Vorausblick auf die nächsten Tage.

Der Kampf um den Europapokal
Die Tottenham Hotspur und der FC Arsenal haben vorlegt. Beide Teams gewannen ihre Pflichtaufgaben ohne viel Glanz und Gloria. Die Spurs besiegten durch ein spätes Tor von Gareth Bale den FC Southampton mit 1:0. Die Gunners gewannen durch das bisher schnellste Tor der Saison – Theo Walcott traf nach 22 Sekunden – mit 1:0 bei den Queens Park Rangers. An der White Hart Lane gab es ein über weite Strecken ausgeglichene Partie mit durchaus guten Chancen für die Saints. Am Ende gab die indidivuelle Klasse den Ausschlag für Tottenham. Arsenal dominierte die erste Hälfte an der Loftus Road, verpasste es aber höher in Führung zu gehen. Gegen Ende der Partie erhöhte QPR nochmal den Druck, scheiterte aber am überragenden Szczesny, der Arsenal die drei Punkte festhielt. Die Gunners haben Chelsea in der Tabelle vorübergehend überholt und sind jetzt Dritter. Tottenham liegt mit zwei Punkten weniger als Arsenal auf dem fünften Platz. Es bleibt sehr eng und spannend.
Der FC Chelsea ist also morgen gefordert, um seine gute Ausgangsposition zu festigen. Es geht allerdings zum neuen englischen Meister ins Old Trafford (Sky ab 16:45 Uhr, Sport HD2). Manchester United hat mit dem 1:1 bei Arsenal gezeigt, dass sie die Zügel jetzt nicht komplett schleifen lassen, aber doch schon deutlich auf die Leistungsbremse gestiegen sind und nicht mehr mit der allerhöchsten Konzentration spielen. Die Gunners konnten das nicht ausnutzen, vielleicht schafft es ja der Europa League Finalist mit dem frisch gekürten Trainer des Monats April, nicht schlecht für eine Interimslösung. Danny Welbeck fehlt den Red Devils mit einer Knieverletzung, dafür hat sich Paul Scholes von seiner wieder erholt und könnte im Kader stehen, für die Startelf reicht es aber wohl noch nicht. Chelsea mit keinerlei Personalsorgen, sehr wahrscheinlich dass Demba Ba, der in der Europa League nicht spielberechtigt war, den Vorzug vor Fernando Torres bekommt. In den letzten sechs Spielen beider Teams gab es 29 Tore. Chelsea war United diese Saison aus beiden nationalen Pokalwettbewerben. Da sollte also genug Potential für eine kleine Revance vorhanden sein.
Zuvor gibt es, ebenfalls live von Sky übertragen, das 220. Merseyside Derby zwischen dem FC Liverpool und dem FC Everton. Zumindest für die Toffees bestünde bei einem Sieg an der Anfield Road noch die theoretische Chance auf den fünften Tabellenplatz. Mehr aber auch nicht. Und um nichts geht es für die Reds, die vielleicht gut daran tun, ihrem Publikum eine anständige Leistung zu zeigen, so wie zuletzt in den Heimspielen gegen Chelsea oder Tottenham. Das war ja diese Saison nicht immer so. Liverpool natürlich weiterhin ohne Suarez, dafür mit Sturridge im Sturm. Es wird ein besonderes Spiel für Jamie Carragher werden, sein 30. und finales Merseyside-Derby. Über 505 Spiele hat die Liverpool-Legende für die Reds absolviert, 1996 kam Carragher ins Profi-Team, bereits seit 1990 hatte er in den Amateurmannschaften gespielt. Über 23 Jahre bei nur einem Verein, kein Wechsel. Was für eine großartige Karriere. Jamie Carragher hatte am Mittwoch dem Liverpool Echo ein feines, sehr reflektiertes und emotionales Interview, gegeben (via @LauraReinkens):

I look at what the top managers like Alex Ferguson and Jose Mourinho have sacrificed to get where they are. Am I prepared to put that graft in? Right now I’m not sure. I’ve spent all my life thinking about football, hardly going out, not taking my wife out, and I’m wondering whether I want that to carry on. There’s always been this assumption I’d go into management and an expectation that I’d be good at it, but I could lose my first four games and be out of a job. What happens then? I don’t want to turn into a bitter old man before my time.”

Der Abstiegskampf: The Great Escape
Wigan Athletic hat auf seiner Mission des Klassenerhalts den ersten großen Schritt gemacht. Die Latics gewannen bei West Bromwich Albion mit 3:2 und holten insgesamt zwei Rückstände auf. Callum McManaman schoss in der 80. Minute den Siegtreffer für das Team von Roberto Martinez, das nur noch zwei Punkte vom rettenden Ufer entfernt ist und noch ein Nachholspiel auszutragen hat. Die Chance lebt noch und würde sogar noch größer werden, wenn Sunderland am Montag gegen Stoke verliert. Richtig dick drin im Abstiegskampf sind weiterhin Newcastle United (0:0 bei West Ham) und Norwich City (0:1 gegen Aston Villa). Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass die Villens sich eigentlich keine Sorgen mehr machen müssen bzw. einen sehr großen Schritt für den Klassenerhalt gemacht haben.

Wie geht es weiter? Täglich Premier League Fußball
Der 36. Spieltag schließt also am Montag mit der Partie vom AFC Sunderland gegen Stoke City. Die Potters haben sich durch die beiden Siege gegen QPR und Norwich den Klassenerhalt gesichert. Und die Black Cats können mit einem Sieg einen großen Schritt zu selbigem machen, gerade weil ja Wigan gewonnen hat. Ich möchte nicht wissen, welche Jubelposen Paolo di Canio an der Seitenlinie noch einfallen werden. Viel Spielraum nach oben gibt es da eigentlich nicht mehr.
Bereits am Dienstag geht es mit zwei Nachholspielen weiter. Bei der Begegnung zwischen Manchester City und West Bromwich Albion geht es eigentlich nur um die goldene Ananas, oder positiver formuliert: um Prestige, Einstellung und drei Punkte. Außerdem trifft Wigan Athletic auf Ligapokalsieger Swansea City. Es ist das nächste Do-or-die-Spiel für Wigan. Es muss gewonnen werden. Mit einem Sieg wären die Latics dann punktgleich mit Norwich und Newcastle und könnten dank des besseren Torverhältnisses die beiden Teams sogar in der Tabelle überholen. Swansea kam am Samstag immerhin zu einem 0:0 gegen Man City und kann seit Wochen eigentlich befreit aufspielen.
Richtig spannend wird es wieder am Mittwoch, wenn der FC Chelsea die Tottenham Hotspur empfängt (Sky live ab 20:40 Uhr, Sport HD 1). Aus Sicht von Arsenal wäre ein Remis wohl am besten oder ein Sieg für den FC Chelsea. So könnte sichergestellt werden, dass die Spurs in der Tabelle hinter den Gunners bleiben. So oder so eine spannende Ansetzung, die ich leider nicht sehen kann, weil ich auf Dienstreise bin.

Mehr dann hoffentlich wieder nächstes Wochenende. Da ich aber erst spät Freitagabend von einer Dienstreise wieder komme, kann es sein, dass die Vorschau kürzer ausfällt oder es eher eine Nachbetrachtung gibt.

Premier League 2012/2013 Abstiegskampf: Gelingt Wigan Athletic The Great Escape?

6:1 schlug Aston Villa am Montagabend den AFC Sunderland, unter anderem dank eines Hattrick von Christian Benteke. Mit diesem Sieg machte Aston Villa einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. In trockenen Tüchern ist aber noch nichts für Villa. Alles hängt ein wenig an Wigan Athletic, die noch ein Spiel mehr als die Konkurrenz auszutragen haben. Gelingt den Latics The Great Escape oder müssen Sunderland, Newcastle und eben Aston Villa noch einmal richtig zittern. Zwei Absteiger stehen ja schon fest: Die Queens Park Rangers und der FC Reading müssen nächste Saison wieder in der Championship spielen. Mit Cardiff City steht ein Aufsteiger in die Premier League bereits fest. Am Samstagmittag entscheidet sich im Fernduell zwischen Hull City (78 Punkte, gegen Cardiff City) und Watford (77 Punkte, gegen Leeds United), wer der direkte zweite Aufsteiger in die Premier League wird. Aber erstmal Abstiegskampf in der Premier League. Ein Überblick:

Aktuelle Tabelle:
15. AFC Sunderland (35 Spiele, 37 Punkte, -12 Tore)
16. Aston Villa (35 Spiele, 37 Punkte, -22 Tore)
17. Newcastle United (35 Spiele, 37 Punkte, -23 Tore)
18. Wigan Athletic (34 Spiele, 32 Punkte, -23 Tore)

Sollte Wigan wirklich alle vier Spiele gewinnen, kämen die Latics auf 44 Punkte. Das scheint aber extrem unwahrscheinlich. Alle Teams vor Wigan rechnen derzeit damit, dass vier Punkte aus den letzten drei Spielen reichen könnten. Das wären dann 41 Zähler, die Wigan nur bei drei Siegen mit gutem Torverhältnis aufholen könnte. Alles orientiert sich also an Wigan, die am letzten Spieltag noch Aston Villa empfangen, also dann in Reichweite von drei Punkten liegen müssen. Das heißt, dass Wigan zwei Zähler auf die Villens aufholen muss bis zum letzten Spieltag. Der Blick auf das Restprogramm der Abstiegskonkurrenten:

AFC Sunderland:
06.05. 21:00, Stoke City (H)
12.05. 16:00, Southampton (H)
19.05. 17:00, Tottenham Hotspur (A)

Sunderland kann in den beiden Heimspielen gegen Stole und Southampton alles klar machen, sodass sie dann für das schwierige Auswärtsspiel gegen Tottenham nichts mehr befürchten müssen. Angesichts der miserablen Auswärtsbilanz von Sunderland (nur vier Siege in 18 Spielen) können sich die Black Cats des Spielplans glücklich schätzen.

Aston Villa:
04.05. 16:00, Norwich City (A)
11.05. 13:45, FC Chelsea (H) (live auf Sky)
19.05. 17:00, Wigan Athletic (A)

Es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn Villa bei Norwich punktet und den Schwung aus dem 6:1 gegen Sunderland mitnimmt. Es folgt das nicht einfache Heimspiel gegen Chelsea und dann eben möglicherweise das entscheidene Spiel im Abstiegskampf bei Wigan. Aus der Sicht von Villa möchte man zu diesem Zeitpunkt bereits den Klassenerhalt perfekt gemacht haben.

Newcastle United:
04.05. 16:00, West Ham United (A)
12.05. 16:00, Queens Park Rangers (A)
19.05. 17:00, FC Arsenal (H)

Die Magpies sind auch ein ganz heißer Kandidat für eine Zitterpartie bis zum Saisonschluss. Vier Niederlagen in den letzten sechs Spielen sprechen für sich, hinzu kam die Demütigung gegen den FC Liverpool am letzten Wochenende. Man trifft mit West Ham und QPR auswärts auf zwei Teams, für die es um nichts mehr geht und die frei aufspielen können. Und zumindest die Hammers kommen damit sehr passabel zurecht. Am letzten Spieltag warten die Gunners, die dann sicherlich noch im Kampf um die Champions League Plätze mitmischen wollen.

Wigan Athletic:
04.05. 16:00, West Bromwich Albion (A)
07.05. 20:45, Swansea City (H)
11.05. 18:15, Manchester City (FA-Cup Finale)
14.05. 20:45, FC Arsenal (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, Aston Villa (H)

Aber wie gesagt: Alles hängt von Wigan Athletic ab. Im Vergleich zur Konkurrenz haben die Latics noch zwei Pflichtspiele mehr, weil sie im FA-Cup Finale stehen und nächsten Dienstag gegen Swansea ein Nachholspiel haben. Die Rechnung ist ganz einfach: Wigan muss Samstag bei West Bromwich und Dienstag gegen Swansea gewinnen, um noch eine reale Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Mit Punkten im Emirates muss man nicht unbedingt rechnen, wenngleich Wigan das letzte Spiel bei Arsenal 2:1 gewinnen konnte. Und für den Schlussspurt am letzten Spieltag wäre wichtig: Drei Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze darf der Rückstand maximal betragen, am besten auf Aston Villa. Die Tordifferenz ist sehr ähnlich. Mit einem hohem Heimsieg wäre also dann alles geschafft.

Es wäre schon The Great Escape von Wigan. Fünf Spiele in 15 Tagen, ein eher dünner Kader, mit Figueroa ein weiterer Spieler wohl mit dem Saisonaus aufgrund einer Wadenverletzung. Aber wer, wenn nicht Wigan.

Premier League 2012/2013, Kampf um die Champions League: Nicht in Arsenals Händen

Tottenham nur 2:2 bei Wigan Athletic, Arsenal mit einer schwächeren Leistung und dem 1:1 gegen Manchester United. Der FC Chelsea war nach dem 2:0 gegen Swansea City der große Gewinner des 35. Spieltages. Der Kampf um die Champions League Plätze spitzt sich zu, bleibt spannend. Eine Erkenntnis gibt es aber schon: Arsenal hat es nicht mehr selbst in der Hand unter die ersten Vier der Tabelle zu kommen. Die Gunners müssen auf Ausrutscher von Tottenham und Chelsea hoffen oder einen glücklichen Ausgang des direkten Duells der beiden Teams.

Aktuelle Tabelle:
3. FC Chelsea (65 Punkte, 34 Spiele, +33 Tore)
4. FC Arsenal (64 Punkte, 35 Spiele, +30 Tore)
5. Tottenham Hotspur (62 Punkte, 34 Spiele, +17 Tore)
6. FC Everton (59 Punkte, 35 Spiele, +14 Tore)

Selbst wenn Arsenal seine restlichen drei Spiele alle gewinnt und damit auf 73 Punkte kommt, könnte am Ende nur die Europa League rausspringen. Sollte Tottenham seine letzten vier Spiele gewinnen, wären sie bei 74 Punkten, einen Zähler mehr als Arsenal. Das würde aufgrund des direkten Duells Spurs gegen Chelsea bedeuten, dass die Blues nur noch drei von vier Siegen holen könnten, also maximal 74 Punkte. Arsenal wäre dann mit 73 Zählern raus aus der Champions League. Hat im Prinzip zwei Konsequenzen: Arsenal muss sowieso alle drei Spiele gewinnen – oder wie es Wenger formuliert hat: No room for error. Und die Gunners müssen darauf hoffen, dass Chelsea im Nachholspiel Tottenham schlägt. So gestaltet sich die Ausgangslage beim Blick auf das Restprogramm:

FC Chelsea
05.05. 17:00, Manchester United (A) (live auf Sky)
08.05. 20:45, Tottenham Hotspur (H) (live auf Sky)
11.05. 13:45, Aston Villa (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, FC Everton (H)

FC Arsenal
04.05. 18:30, Queens Park Rangers (A) (live auf Sky)
14.05. 20:45, Wigan Athletic (H) (live auf Sky)
19.05. 17:00, Newcastle United (A)

Tottenham Hotspur
04.05. 16:00, FC Southampton (H)
08.05. 20:45, FC Chelsea (A) (live auf Sky)
12.05. 14:30, Stoke City (A) (live auf Sky)
19.05. 17:00, AFC Sunderland (H)

FC Everton
05.05. 14:30, FC Liverpool (A) (live auf Sky)
12.05. 16:00, West Ham United (H)
19.05. 17:00, FC Chelsea (A)

Es bleibt dabei: Arsenal hat das leichteste Restprogramm aller Teams, während Chelsea noch zwei dicke Brocken vor sich hat und Tottenham wie Everton je einen schwierigen Gegner. Arsène Wenger hat gesagt, dass sein Team bei drei Siegen ziemlich sicher in der Champions League spielen werde. Das mag sein. Es kann aber leider auch anders kommen.

Auf alle Fälle viel Spannung und Drama bis zum Schluss. Und die Premier League war wieder so großartig clever, die wichtigen Spiele auf die TV-Plätze zu legen, sodass auch wir hier in Deutschland fast alle wichtigen Spiele im Saisonendspurt sehen können.

Werder Bremen im Abstiegskampf: Auf der Suche nach Orientierung

Vielleicht muss in jedem Curriculum Vitae eines Fußballfans auch einmal der Eintrag “Hat den Abstiegskampf mitgemacht und bis zum Saisonende gelitten” verzeichnet sein. Als Fan von Werder Bremen kann ich diese Notiz seit spätestens gestern Nachmittag eintragen. Die Niederlage in Leverkusen, gleichzeitig die Siege von Hoffenheim und Augsburg. Zum Glück hat Fortuna Düsseldorf nicht auch noch gepunktet. Was aus Sicht von Werder stets unmöglich schien, ist nun doch eingetreten: Existenzangst. Und das trifft natürlich auch die Fans. Bisher habe auch ich stets die Meinung vertreten, dass es eine fürchterliche Saison sei, aber zum Glück es drei noch schlechtere Mannschaften geben wird. Diese Behauptung ist noch Makulatur, kann aber ganz schnell ins Gegenteil eintreten. Im Sommer soll, so meine Meinung, die Situation von Werder ausführlich analysiert und diskutiert werden: Wo kommen wir her, wo wollen wir hin, was ist mit dem Kader realistisch möglich und wer soll die Spieler trainieren? Ich hatte gehofft, dass diese essentiellem Fragen irgendwie in Vorbereitung auf eine weitere Saison in der Bundesliga geklärt werden könnten, sicher ist das nun nicht mehr.

Abstiegskampf wirkte bisher immer wie ein bedrohliches Szenario, das noch weit entfernt war. Wird schon so schlimm nicht kommen. Das war sehr lange die Haltung der sportlichen Führung, die im Februar immer noch von der Europa League sprach, wenngleich die Möglichkeiten des Werder-Kaders 2012/2013 schon damals eher begrenzt schienen. Und das war bei allem Frust und Ärger über die vielen Niederlagen auch lange Zeit die Reaktion der vielen Werder-Fans. Und seit gestern Nachmittag ist zumindest mir klar: Verdammt, wir sind mitten drin im Abstiegskampf. Samstag gegen Hoffenheim ist das vielleicht wichtigste Spiel in der Werder-Historie seit dem Europa League Finale 2009. Eigentlich dürfte der freie Fall in den Tabellenkeller gar nicht so überraschend für alle Beteiligten kommen: zusammen mit Hoffenheim die schlechteste Defensive der Liga (60 Gegentreffer nach 31 Spielen), 15. in der Heimtabelle, jene Stärke von Werder in den vergangenen Jahren, nur zehn Punkte in 14 Rückrundenspielen geholt, kein Sieg in den letzten zehn Pflichtspielen. Bei diesen Zahlen kann man wirklich Existenzangst bekommen.

Werder ist die komplette Orientierungslosigkeit in der Saison 2012/2013. Das fängt zuallererst beim Trainer Thomas Schaaf an. Irgendwann im Laufe der Rückrunde gab es ein Umdenken bei Schaaf: Angesichts der vielen Gegentore sollte mehr Wert auf die Defensive gelegt werden. Eine späte, aber richtige Einsicht. Nur wurden dadurch kaum offensive Impulse mehr gesetzt. Nur sieben Tore in den letzten neun Spielen wurden erzielt. Da Werder bei aller Sympathie für mehr Defensive aber weiter regelmäßig ein bis zwei Gegentore pro Spiel kassiert, werden die meisten Spiele eben verloren. Die Balance zwischen Defensive und Offensive war schon immer die Schwachstelle bei Werder – und Thomas Schaaf hat diese über Jahre hinweg nicht lösen können. Der Fokus auf die Defensive war eine überfällige, ja fast nettgemeinte Lösung. Gebracht hat sie nichts. Leider.

Dafür ist die Qualität des Kaders auch einfach nicht gut genug. Mir fällt bedauerlicherweise kein Spieler im Werder-Trikot ein, der konstant gute Leistungen über die Saison erbracht hat. Aber genau solche drei bis vier Spieler wären notwendig, um das junge Team zu führen, um Struktur in den Verein auf wie neben den Platz zu bekommen. Weder Hunt (der das ursprünglich mal machen sollte), noch Arnautovic (zu viel mit sich selbst und der Welt beschäftigt), Fritz (leider auch häufiger verletzt) oder Bargfrede (ebenfalls leider viel zu lange verletzt) konnte diese Funktion erfüllen. Und dann muss man im Kader schon lange nach Spielern suchen, die dieser nicht ganz einfachen Aufgabe gerecht werden können. Im Prinzip sprechen die Ergebnisse eine Sprache für sich: die Mannschaft ist schlicht nicht gut genug für die obere Tabellenhälfte – oder anders formuliert: Wenn es alle Spieler schaffen würden, ihr eigentliches Leistungspotential mehr als nur einmal in sechs Wochen abzurufen, wäre ein Platz unter den ersten Zehn sehr gut möglich, gerade weil die anderen Teams auch nun keine Bäume ausreißen. Dass die Mannschaft nicht gut genug für die eigenen Ziele und Ansprüche ist, gehört in den Verantwortungsbereich der sportlichen Leitung, des Trainers, aber auch des Managers. Klaus Allofs scheint nicht unbegründet das sinkende Schiff vorzeitig verlassen zu haben. Aber es waren Allofs uns Schaaf, die sechs Millionen für Elia zahlten, ein Spieler, der nun nicht wirklich durch konstant gute Leistungen über einen längeren Zeitraum in Hamburg und Turin aufgefallen ist. Und wenn ich einen solch begrenzten finanziellen Spielraum wie Werder habe, kann ich nicht mehr sechs Millionen Euro für einen Spieler ausgeben, der vielleicht das Potential hat. Wenn ich keine Einnahmen aus dem Europapokal habe, muss ein Umdenken auf dem Transfermarkt stattfinden: Dann kann ich mir eben keine teuren und vielleicht guten Spieler leisten, sondern muss auf den derzeitigen Kader und die eigenen Jugend zurückgreifen. Was ich kritisiere, ist, dass die sportliche Leitung noch Europa League als Ziel ausgibt. Das erhöht erstens den Druck auf die vielen jungen Spieler, noch schürt es völlig überzogene Erwartungen bei den Fans. Werder und vor allem Schaaf sprechen ständig von Umbruch, von Zeit, die die Mannschaft benötigt. Dann tretet in der Außendarstellung als Verein doch so auf, dass wir Fans bereit sind, diese Zeit auch zu geben.

Womit wir bei den Werder-Anhängern wären, wobei ich aus Münster ja nur die Außensicht auf die Stimmung an der Weser habe. Ich war schon positiv überrascht, dass die Fans die Mannschaft und Thomas Schaaf in Leverkusen so gefeiert haben – eine Woche vorher waren es noch von vielen Pfiffe und “Wir haben die Schnauze voll”. Klar ist der Abstiegskampf auch für die Fans eine neue Herausforderung, an der es sich zu orientieren gilt. Was erwartet man noch von der Mannschaft? Was darf man verlangen von einer verunsicherten Truppe? Ich war gestern eher wieder enttäuscht von der Leistung in Leverkusen. Klar ist Bayer04 ein anderer Maßstab als zum Beispiel Wolfsburg oder Schalke, aber trotzdem fand ich den Auftritt eher mutlos. Defensiv war das völlig okay, das war in den letzten Wochen sowieso das kleinere Problem. Doch offensiv geht gar nichts mehr zusammen. Das macht mir derzeit die meisten Sorgen. Nils Petersen hat Ladehemmung und spielt ohne großes Selbstvertrauen (vielleicht auch bedingt durch die unklare Zukunft nach der Saison), und von Hunt sind nur die Elfmeter gefährlich, de Bruyne wirkt mit seinen Gedanken auch irgendwo zwischen Stamford Bridge, Leverkusen und Dortmund. Und Arnautovic zeigt auf der linken Spur der Autobahn mehr Dynamik als im Strafraum. Es war wunderbar zusehen, dass die Fans zusammenrücken mit der Mannschaft in diesen nicht einfachen Zeiten. Vielleicht gibt das Mannschaft und Trainer ja einen kleinen, dringend benötigten Schub. Die Fans sind sehr eindrucksvoll in Vorleistung getreten, jetzt ist die Mannschaft gegen Hoffenheim gefragt.

Wie findet eine Mannschaft Orientierung im Abstiegskampf, vor allem, wenn der Verein das eigentlich nicht gewohnt ist? Vielleicht durch ein Erfolgserlebnis, vielleicht auch durch harte Arbeit. Die soll es ja stets geben. Hoffentlich wird dann endlich die Lösung gefunden, warum das nicht zu Erfolg auf dem Rasen führt. Samstag wird wichtig. Ganz wichtig. Dass es im Verein und auf der Trainerposition nach dieser Saison Veränderungen geben muss, halte ich für dringend notwendig. Aber keine Kurzschlussaktionen, sondern durchdacht, gut überlegt, mit einem tragfähigen Konzept für die nächsten Jahre.

Mit Thomas Schaaf hat Werder unglaublich viele schöne Erfolge gefeiert. Ich mag Schaaf, seine Art und seine Hingabe für Werder sehr. Es war vielleicht neben der Person Johan Micoud der Grund, warum ich Werder-Fan wurde. Meisterschaft, tolle Champions League Abende, Pokalsiege, Europa League Finale, hinreißende, unvergessene Spiele in der Bundesliga. Was wäre es für ein schöner Abschluss, wenn Schaaf es jetzt noch schaffen würde, Werder aus seiner größten Krise der jüngeren Vereinsgeschichte herauszuführen. Samstag wird wichtig. Nur schon einmal zur Orientierung.

Lebenslang grün-weiß.

Premier League 2012/2013 Preview #35 – Mit dem Titel ins Emirates zurückkehren

Spieltag 35 steht an diesem Wochenende vor der Tür. Und natürlich stehen wieder der Klassenerhalt und der Kampf um die Champions League im Mittelpunkt. Daran wird sich bis Saisonende wohl auch nichts ändern. Manchester United ist seit Montag englischer Meister, mit einem überragenden Robin van Persie beim 3:0 gegen Aston Villa. RVP kommt jetzt zum ersten Mal zu seinem ehemaligen Verein Arsenal zurück – mit einem Titel. Besser hätte dieses Drehbuch nicht geschrieben werden können.

Aber zunächst gibt es sechs Spiele am Samstag. Es wird mit Manchester City gegen West Ham United gestartet (Sky live ab 13:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp). Ein Spiel, das es beim Blick auf die Tabelle eigentlich nicht braucht. Man City dürfte sich ziemlich sicher für die Champions League qualifizieren, West Ham steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Da passt die Aussage von Big Sam: “Wir können die Saison nun genießen.” Die Hammers haben nur eines der letzten sechs Spiele verloren, einmal weniger als Manchester City im entsprechenden Zeitraum.

Richtig spannend könnte es dann Samstagnachmittag im DW Stadium werden, wenn Wigan Athletic die Tottenham Hotspur zu Gast hat. Das ist Abstiegskampf gegen den großen Wunsch, nächste Saison Champions League zu spielen. Für beide Teams steht also ganz viel auf dem Spiel. Die Latics liegen drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt, haben aber auch ein Spiel weniger als Aston Villa und empfangen den Klub aus Birmingham am letzten Spieltag im eigenen Stadion. Den Spurs fehlen momentan zwei Zähler auf den dritten Rang, ein Nachholspiel aber noch im Petto, allerdings gegen Chelsea. Gut für Arsenal, die derzeit Drittplatzierter sind: Chelsea und Tottenham können beide nicht die maximale Punktzahl aus den letzten Begegnungen holen. “Tottenham ist ein Team, das an einem Tag fähig ist, um die Meisterschaft mitzuspielen und darauf müssen wir uns einstellen”, so Wigan-Trainer Roberto Martinez. Andre Villas-Boas macht darauf aufmerksam, dass Wigan mit der Mentalität des Abstiegskampfes spielen wird und er seine Spieler ermutigt habe, dass sie genauso auftreten müssten, in dem Bewusstsein, dass es um alles gehe. Bei Tottenham kehrt Aaron Lennon nach überstandener Knieverletzung wieder ins Team zurück. Gareth Bale und Jermain Defoe haben nach ihren Comebacks keinerlei Rückfall verzeichnet. Antolin Alcaraz fehlt Wigan mit Oberschenkelproblemen, sodass in der Verteidigung einige Änderungen vorgenommen werden müssen. Jean Beausejour kehrt außerdem in den Kader zurück. Wigan verlor seine letzten beiden Spiele, während Tottenham zwei der letzten drei Ligaspiele gewann und nur eines der letzten sieben Spiele im DW Stadium verlor.

Auf eine Niederlage von Wigan hoffen vor allem Stoke City und Norwich City, die parallel im Britannia Stadium aufeinander treffen. Beide hätten dann weiterhin sechs bzw. sieben Punkte Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz. Heißt im Umkehrschluss: Der Sieger dieser Partie sollte den Klassenerhalt endgültig finalisiert haben, für den Verlierer könnte es nach Ergebnis in Wigan noch einmal richtig eng werden. Stoke hat mit den Aufgaben in Sunderland und gegen die Spurs zwei weitere dicke Bretter vor dem Kopf in den nächsten Wochen, Norwich könnte nächstes Wochenende im Heimspiel gegen Aston Villa den Klassenerhalt feiern.

Aus der Abteilung “Die Saison so richtig genießen jetzt” gibt es Samstagnachmittag zwei weitere Spiele: FC Everton gegen FC Fulham. Und außerdem hat es der FC Southampton mit West Bromwich Albion zu tun.

Ähnliches wie für Stoke und Norwich gilt auch für Newcastle United. Die Magpies empfangem im Samstagabendspiel den FC Liverpool (Sky live ab 18:25 Uhr, HD Extra, Kommentar: Marcel Meinert). Die Reds zeigten beim 2:2 gegen Chelsea eine sehr ordentliche Leistung, trotz der Tatsache, dass es für Liverpool um gar nichts mehr geht. Offensichtlich hat Suarez ein wenig zu viel Einsatz gezeigt und wird diese Saison nicht mehr spielen. Aber das tut ihm wahrscheinlich mehr weh als seinem Verein. Laut englischen Medienberichten überlegt Pool, Suarez zu verkaufen, wobei da die Optionen wohl derzeit eher spärlich sind. Newcastle hat ganz andere Sorgen, nämlich die vor dem Abstieg. 37 Punkte derzeit heißt sechs Punkte Vorsprung vor Wigan, drei der letzten fünf Partien gingen verloren und insgesamt waren die Leistungen nicht so, als würde das Team wissen, wie bedrohlich die Lage werden könnte, natürlich nur bei Niederlage gegen das Team von der Merseyside. Cheick Tiote kehrt nach seinen Oberschenkelbeschwerden vom letzten Wochenende wieder ins Team zurück. Daniel Sturridge wird bei Liverpool stürmen. Wenn er mit dem Elan wie nach seiner Einwechselung gegen Chelsea auftritt, hat die derzeit wenig stabile Defensive von Newcastle einen arbeitsreichen Abend.

Der Sonntag beginnt um 14:30 Uhr mit dem Kellerduell zwischen dem FC Reading und den Queens Park Rangers. Beide Teams liegen zehn Punkte vom ersten Nichtabstiegsplatz entfernt. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann der Abstieg der beiden Klubs feststeht. Für den Sieger dieser Partie besteht zwar noch die theoretische Möglichkeit des Klassenerhalts, der Verlierer verabschiedet sich definitiv. Und bei einem Remis geht für beide Klubs das Premier League Licht aus. Das wäre dann im Stile von Harry Redknapp. Beide Teams wechselten ihre Trainer – bei beiden gab es keinen positiven Effekt der Verbesserung, vor allem spielerisch. Diamanten formen geht nicht mit jedem Spieler, am wenigsten mit denen, für die so viel Geld ausgegeben wird, als seien sie Diamanten. Klassenerhalt lässt sich nicht mit Geld erkaufen.

Ansonsten am Sonntag wieder der Fokus auf den Kampf um die Champions League, zunächst um 16:00 Uhr bei der Partie zwischen dem FC Chelsea und Swansea City. Die Blues kommen mit dem Selbstvertrauen des Sieges in Basel in die Begegnung und haben immerhin vier der letzten sechs Ligaspiele gewonnen. Bei den Walisern merkt man hingegen, dass die Luft nach einer bisher tollen Saison für einen Aufsteiger langsam raus ist. Nur eine der letzten sechs Partien gewannen die Swans, am 2. März 1:0 gegen Newcastle. Für die Blues wäre es also ein weiterer Pflichtsieg. Oriol Romeu ist der einzige auf der Verletztenliste bei Chelsea. Demba Ba, in der Europa League nicht spielberechtigt, könnte im Sturm wieder Fernando Torres ersetzen. Gary Cahill kehrt nach Knieverletzung wieder zurück. Swansea, die in den letzten vier Spielen gegen Chelsea ungeschlagen sind, hat keinerlei Personalprobleme.

Das Topspiel steigt dann am Sonntag zwischen dem FC Arsenal und Manchester United (Sky live ab 16:45 Uhr, Sport HD 2, Kommentar: Marco Hagemann). Momentan wird mehr über die Ritualitäten vor dem Spiel als über die eigentlichen 90 Minuten gesprochen. Es ist guter Brauch in der Premier League, das dem englischen Meister bei seinem ersten Spiel nach Gewinn der Meisterschaft in einer kleinen Zeremonie applaudiert wird. Die Spieler des Gegners stellen sich dafür auf und klatschen dem Meisterteam Beifall, der sogenannte guard of honour. So wird es auch am Sonntag im Emirates gemacht und so hätte es gerne auch Arsène Wenger – trotz der Tatsache, dass dann Robin van Persie applaudiert wird. Wenger mahnte die Fans der Gunners, den Red Devils Respekt zu zollen. Der erste kleine Höhepunkt also schon vor dem Spiel, aus neutraler Sicht gibt es hoffentlich viel weitere während des Spiels. Bei Arsenal fehlt im Vergleich zum Sieg bei Fulham nur der gesperrte Olivier Giroud. Es könnte also die große Chance für Lukas Podolski werden, wenngleich sich Wenger, so seine Aussage auf der Pressekonferenz heute Vormittag, noch nicht für die Aufstellung entschieden hat. Möglich wäre auch, dass Walcott zentral im Sturm spielt und Oxlade-Chamberlain oder Aaron Ramsey auf der rechten Seite. Aber eigentlich hätte Podolski einen Startelfeinsatz wieder mal verdient. Javier Hernandez, Tom Cleverley, Danny Welbeck und Nani winkt laut Sir Alex ein Startelfeinsatz, weil einige Stammkräfte geschont werden. Manchester United hat nur eines der letzten elf Pflichtspiele gegen die Gunners verloren, am 35. Spieltag der Saison 2010/2011, Torschütze damals Aaron Ramsey.

Zum Abschluss des 35. Spieltages heißt es dann noch einmal Abstiegskampf. Im Monday Night Game trifft Aston Villa auf den AFC Sunderland. Mit einem Sieg könnten die Black Cats den Klassenerhalt so gut wie perfekt machen. Es wäre dann der dritte Sieg in Folge nach den Erfolgen bei Newcastle und gegen Everton. Paolo di Canio hat seinem Team genau den richtigen Spirit für den Abstiegskampf verschrieben. Aston Villa, drei Punkte vor Wigan auf dem 17. Platz, muss auf alle Fälle gewinnen, um nicht ein Endspiel am letzten Spieltag im DW Stadium zu riskieren. Villa gewann nur eines der letzten vier Spiele. Trainer Paul Lambert rief vor dem Spiel am Montag vor allem die Fans auf, das Team zu unterstützen. Die Leistungen der letzten Wochen seien nicht so schlecht gewesen wie das ein oder andere Ergebnis. Sein Team sei wirklich gewillt, die nötigen Punkte zu holen. Das habe man gesehen. Gabriel Agbonlahor spielte 90 Minuten gegen Manchester United ohne Probleme und wird mit Benteke und Weinmann wieder das Sturmtrio bilden.

Ganz viel Spannung also am 35. Spieltag. Fürs Erste: Schönes Wochenende!

Medien-Sport-Politik Historie (I): Viererpack von Arshavin an der Anfield Road

Heute vor vier Jahren habe ich abends die Partie FC Liverpool gegen den FC Arsenal gebloggt. Es war vielleicht eines der besten und dramatischsten Spiele, die ich bis heute gesehen habe. Wolff Fuss am Mikrofon, acht Tore, ein Viererpack von Arshavin. Es war die allerbeste Unterhaltung. Und vielleicht wird der Name Arshavin in der aktuellen Saison für Arsenal noch einmal wichtig.

Nach sieben Minuten Nachspielzeit endet diese denkwürdige Partie. Was für ein Fußballspiel. Mutmaßlich hat es auch die Meisterschaft entschieden. aber so wie Arsenal heute gespielt hat, können sie auch Man Utd ein Bein stellen. Fakt ist aber erstmal, dass Man Utd morgen bei Sieg gegen Portsmouth drei Punkte vor Liverpool liegt, mit einem Spiel weniger, das am 13. Mai gegen Wigan ausgetragen wird.
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Es war einfach ein tolles Fußballspiel. Arsenal war über 90 Minuten die schlechtere Mannschaft, insbesondere in der ersten Hälfte. Dann hat man aber die Fehler der Reds so gnadenlos bestraft, dass man überlegen muss, dass nicht schon als Verstoß gegen die Genfer Menschenrechtskonvention zu werten. Liverpool ist toll zurückgekommen, aber am Ende hat es nur zu einem Punkt gereicht. Für den neutralen Zuschauer war es eines der besten Fußballspiele der letzten 10 Jahre. Vom Gefühl fällt mir jetzt nur das UEFA-Cup Finale zwischen Liverpool und Alaves ein – sowie eben Champions League letzte woche. Aber das fand ich hier heute noch eine Spur dramatischer. Großartiges Spiel.
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Das ist pervers. Das ist pervers. Unfassbar. Liverpool verliert gerade die Meisterschaft. Liverpool fliegt die eigene Ecke um die Ohren. Walcott und Arshavin kontern die Reds aus. Der Russe mit seinem vierten Tor in diesem Spiel.

Die Tore im Schnelldurchlauf

Kommentar von Wolff Fuss (Teil I)

Kommentar von Wolff Fuss (Teil II)

Eine sehr sehr schöne Erinnerung