Was dann doch so geschah, wie es kommen musste…
Schönen Nachmittag aus dem schwülen Bremen,
die letzten Tage liefen nachrichtentechnisch mehr denn je an mir vorbei, es reichte hin und wieder nicht mal mehr für die Tagesthemen abends in der ARD. Und wer tut sich schon nachts N24 an? Also hatte ich einiges aufzuarbeiten. Und ich musste mal wieder feststellen: In der digitalen Medienwelt wird nicht mehr nach Wichtig und Unwichtig unterschieden, sondern nur noch nach Quote und Aufmacher. Mehr dazu vielleicht mal später.
- Der EU-Gipfel in Brüssel endete dann doch am frühen Samstagmorgen. Ich hatte eher auf Montag Nachmittag getippt. Nun gut, realistisch betrachtet ist das Maximale bei raus gekommen, meiner Meinung nach reicht es aber nicht aus. Merkel und der Rest der 24 Staats- und Regierungschefs ist vor den nationalen Egoismen der Briten und Polen eingeknickt. Ein wirklicher Durchbruch sieht anders aus. Aber wie formulierte ausgerechnet Guido Westerwelle so schön: “Ein Ergebnis ist besser als kein Ergebnis”. Tja, das Niveau und die Erwartungshaltung an Europa wird wohl zukünftig noch weiter nachlassen, leider.
- Tony Blair hat also auf dem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel also noch mal richtig die trübe englische Position genossen und am gestrigen Sonntag eine Abschiedsrede auf dem Labour Parteitag gehalten. Bis Mittwoch hat Blair noch den Parteivorsitz inne, dann übernimmt sein Nachfolger Gordon Brown die Amtsgeschäfte. Wer glaubt, dass es zukünftig eine andere Europapolitik der Engländer geben wird, darf da gerne drauf wetten. Zu viel einsetzen sollte man aber nicht.
- Oskar Lafontaine haut weiterhin mächtig auf die Pauke. Die Entwicklung des linken deutschen Parteienspektrums ist mir einen extra Eintrag wert, der im Laufe der Woche erscheinen wird.
- Die gestrige Sendung von Sabine Christiansen war mit Abstand die vernünftigste und informativste der vergangen zehn Jahre. Zu Gast war der Bundespräsident Horst Köhler, der auch wieder den Vorschlag auf die politische Agenda setze, das Staatsoberhaupt direkt vom Volk wählen zu lassen. Das wäre ein erster Schritt zu mehr politischer Integration zwischen Bürgern und Politikern.
- Sportlich bot das Wochenende eher wenig Höhepunkte. Der FC Sevilla wurde spanischer Pokalsieger, Bamberg gewann Spiel 3 vor eigener Kulisse mit 62:59 gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück. Spiel 4 gibt es am Dienstag. Hoffentlich kommen die Dragons noch mal zurück und setzen dieser spannenden Serie noch ein fünftes Spiel auf.
- Thierry Henry hat nach sieben Jahren bei Arsenal den Wechsel zum FC Barcelona vollzogen. In einem Interview mit der BBC stellte Henry klar, dass es ganz allein seine persönliche Entscheidung gewesen sei und er von niemandem zu diesem Schritt gezwungen wurde. Arsenal London braucht nun für die neue Saison einen neuen Stürmer. Im Gespräch und Wunschkandidat von Arsene Wenger ist Nicholas Anelka von den Bolton Wanderers, der aber noch einen Vertrag bis 2010 in Bolton hat. Der Deal würde also nicht ganz billig für die Londoner werden.
- Heute startet das legendärste Tennistunier der Welt, die All England Championships in Wimbledon. Lt. Liveticker wird jetzt (Stand 16:45 wieder gespielt), nachdem man erst um vier beginnen konnte, da es mal wieder geregnet hatte. Also steht ein wohl interessanter Tennisabend bevor.
So, jetzt wird der Arbeitsplatz verlassen. Es geht durch die schwüle Luft nach Hause zum Tennis. In diesem Sinne einen schönen und trockenen Montagabend noch
Felix


Montag, 25. Juni 2007 17:40
Hi Felix! Schön, dass Du wieder da bist!
Zu dem Thema Christiansen, hab ich heute mittag Tränen gelacht, als ich folgende Kritik von Spiegel Online gelesen habe: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,490457,00.html
Ich hab die Sendung allerdings nicht gesehen, weiß also nicht, wie stark der Autor übertreibt ;-)
Viele Grüße,
Dale
Mittwoch, 27. Juni 2007 11:19
Wie gesagt, ich habe die Sendung eher selten gesehen, weil meist bei Sat1 die US-Serien liefen oder Sport bei PREMIERE, habe aber den großen Tenor der Sednung immer mitbekommen. Diesmal mit Horst Köhler war es ganz anders, wie auch schon mit anderen Einzelgästen, zum Beispiel Tony Blair. Der SPIEGEL-Artikel ist im Kern nicht wirklich falsch, aber doch etwas zu überspitzt formuliert.