Beiträge vom Juni, 2007

Von großen Kompromissen und kleinen Erfolgen im Käfig Heiligendamm – Rückblick auf den G8-Gipfel

Montag, 11. Juni 2007 20:52

Knapp ein Jahr nach der Fußballweltmeisterschaft stand Deutschland wieder im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die Staats- und Regierungschefs der wirtschaftsstärksten Industrieländer und Russland trafen sich im beschaulichen Heiligendamm an der Ostsee um die Probleme und Schiwierigkeiten der Welt zu debattieren und zu lösen. Jedenfalls war das der Anspruch, der aber recht schnelle über Bord geschmissen wurde. Gehen wir mal ein wenig chronologisch vor:

Die Ausgangslage:

Für alle Beteiligten war es offensichtlich und stand schon länger fest, dass der G8-Gipfel drei ganz große Themenbereiche zu diskutieren hatte. Es ging primär um die Klimapolitik, die Entwicklungshilfe für Afrika und um eine Verbesserung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Wie das bei solchen Veranstaltungen so üblich ist, werden grundlegende Aspekte schon vorher von den Vertrauten und engsten Mitarbeiten der Regierungschefs intern ausgearbeitet und abgestimmt. Der G8-Gipfel muss also eigentlich nur noch abnicken. Aber dazu kam es nicht, weil man sich in wichtigen Fragen vorher nicht einigen konnte. In Bereichen der Entwicklungshilfe bestand Konsens über eine Aufstockung der finanziellen Hilfen und auch im Wirtschaftsbereich gab es Zustimmung zu einer Verbesserung des Handels durch Einbeziehung weiterer Handelspartner und Abbau von Zollschranken. Besonders beim Klima war die Atmosphäre vergiftet. US-Präsident Bush scherte eine Woche vor dem Gipfel aus und versuchte eine eigene Klima-Initiative jenseits der UN zu starten. Besonders die USA waren gegen jegliche Verbindlichkeiten was den Abbau von CO2 und der Begrenzung des Temperaturanstiegs anging.

Die Akteure:

Es war eine bunte Truppe, die sich außenpolitisch mal wieder sonnen wollte und die innenpolitischen Probleme verdrängen konnten.  Tony Blair war auf Abschiedstour, Sarkozy auf Premierenfahrt, George Bush auf einem schmalen Grat zwischen Staatsmann und egoistischem Trittbrettfahrer, Wladimir Putin hatte die Raketen schon in Stellung gebracht und Angela Merkel musste einen auf gute Laune machen und gleichzeitig auch noch verhandeln. Entscheiden Sie selbst, ob die Gruppe eher homogen oder heterogen ist.

Die Atmosphäre: 

In einer schöneren Umgebung kann man keinen Gipfel abhalten. Aber die wunderbare Landschaft hat nicht alle Wunden heilen können. Putin und Bush haben sich zwar nicht gegenseitig in die Arme genommen, aber der Ton war auch nicht so rau wie befürchtet. Bush litt ja auch gerade gegen Ende unter Magenprobleme. Ich habe lange spekuliert, was er nicht vertragen haben könnte. War es das Bier oder doch das Gefühl, dass er mit seiner Haltung die Erde gegen die Wand fährt? Wie dem auch sei, insgesamt war die Atmosphäre doch angenehmer und weniger streitintensiv als ich befürchtet hatte.

Die Ergebnisse:

Man kann geteilter Meinung sein, ob der Gipfel jetzt ein Erfolg war oder nicht. Ich persönlich halte es für einen guten Schritt, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade im Bereich des Klimaschutzes hätte ich mir mehr konkrete Ergebnisse gewünscht. Aber das wollte wohl keiner ernsthaft in Betracht ziehen. Im Einzelnen die wichtigsten Einigungspunkte:

  • Afrika: Die G8-Staaten wollen 60 Milliarden Dollar für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika bereitstellen. Bis 2010 soll die Entwicklungshilfe jährlich auf 50 Millarden Dollar verdoppelt werden. BTW: Das sind genau die Summen, die in jedem Etat schon vorher verzeichnet waren. Von einer deutlichen Erhöhung kann also bei weitem keine Rede sein.
  • Globalisierung: Die G8 wollen soziale Standards weiterentwickeln. Verwiesen wird dabei auf die Internationale Arbeitsorganisation und die Notwendigkeit einer “menschenwürdigen” Arbeit. Die Unternehmen werden an ihre soziale Verantwortung erinnert.
  • Klima: Halbierung der Emissionen bis 2050 wird “ernsthaft in Betracht gezogen” (Unwort des Jahres). Alles soll unter dem Dach der UN verhandelt und kontrolliert werden.
  • Hedgefonds: Die Fonds haben aus G8-Sicht erheblich zur Effizienz des Weltfinanzsystems beigetragen. Angesichts des starken Wachstums der Hedgefonds-Industrie und der zunehmenden Komplexität der Instrumente, mit denen sie handelt, bekräftigen die G8, “dass wir wachsam sein müssen”. Die Vorgaben für Fondsmanager sollen verbessert werden, insbesondere in den Bereichen Risikomanagement, Bewertungen und Offenlegung für Investoren. Auf einen von Deutschland angestrebten Verhaltenskodex für die Fonds einigten sich die G8 erwartungsgemäß nicht.
  • Heiligendamm-Prozess: Die G8 wollen mit den aufstrebenden Schwellenländern Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika eine “neue Partnerschaft” zur Lösung globaler Probleme begründen. Vorgeschlagen wird ein “neuer, strukturierter, themenbezogener Dialog”. Innerhalb von zwei Jahren sollen greifbare Ergebnisse erzielt werden. Plattform für den Dialog soll die OECD sein.

Das Leben jenseits des Sicherheitszaunes:

Ich denke, dazu ist alles gesagt. Friedlich protestieren ja, gewaltsam nein. Wer nun angefangen hat, wer zuerst provoziert hat, ist mir egal und kann ich nicht beurteilen. Klar muss aber sein: Der Staat hat die Pflicht seine Mitmenschen vor Gewalt zu schützen. Über die Käfige wird sicher noch zu Reden sein.

Die internationale Presseschau

Frankfurter Rundschau: “Das also war der Gipfel: Bush akzeptiert, dass die Welt mehr als bisher gegen die globale Klimaveränderung tun muss. Der US-Präsident entspannt das Verhältnis zu Wladimir Putin. Ein Milliardenprogramm gegen Armut und Aids in Afrika. Mittendrin Angela Merkel, die als souveräne Gastgeberin eine gute Figur auf der internationalen Bühne macht. Natürlich ist das zu wenig. Was ein großer Schritt für Bush sein mag, ist ein kleiner Schritt für die Welt.”

Tageszeitung: “Leider muss die Gratulation weniger den Regierungschefs und ihrem Abschlussdokument als vielmehr ihren PR-Beratern gelten. Denen ist es gelungen, den Gipfel trotz fehlender Substanz als Erfolg zu verkaufen.

Märkische Oderzeitung: “Da haben die Industriestaaten, die 14 Prozent der Weltbevölkerung stellen, zwei Drittel des globalen Vermögens auch auf Kosten der Umwelt angehäuft und stellen gerade einmal in Aussicht, eine Halbierung der Treibhausgase bis 2050 ernsthaft in Betracht zu ziehen? Und zugleich fordern sie von den aufstrebenden Nationen, ihrerseits den Raubbau an den Ressourcen einzustellen. Das ist die Arroganz der Macht.”

Westfalen-Blatt: “Ja, dieser Gipfel war den immensen Aufwand wert. Für Deutschland, für Afrika, für die Argumente der Kritiker, vielleicht sogar für die Blockierer und Leichtfußindianer, die gegen einen Zaun angerannt sind, dessen Notwendigkeit inzwischen außer Frage steht.”

The Times: “Die Verpflichtung, 60 Milliarden Dollar für den Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria bereitzustellen, ist besser als das unverbindliche Befürworten von AIDS-Medikamenten für alle, wie es in Gleneagles der Fall war. Noch besser ist, dass die Afrika-Erklärung dieses Jahres viel stärker als früher auf den Privatsektor konzentriert ist. Das ist endlich mal eine sinnvolle Strategie.”

Na also, schließen wir dieses Kapitel erstmal wieder. In 12 Monaten kann man ja dann wieder Bilanz ziehen. Ich hätte Helgoland trotzdem geeigneter gefunden.

Felix

Thema: Politik International, Politik National | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Bayern, Olympique, Werder – Wo spielt Klose im August 07?

Montag, 11. Juni 2007 16:23

Schönen Nachmittag,

wirklich Neues in Sachen “Miroslav Klose” gibt es eigentlich nicht. Zurzeit befinden sich die Verantwortlichen im Urlaub, aber dies ist kein Hinderungsgrund für den Manager Klaus Allofs noch einmal auf die Pauke zu hauen. Im Interview mit dem Kicker stellt Allofs klar.

“In unseren Planungen spielt Klose weiter eine zentrale Rolle. Der Kader steht, sowohl was Qualität als auch Quantität anbelangt. Ein Kader mit Klose.”

Für mich wird es damit immer klarer, dass Klose wohl auch im August 2007 bei Werder spielen wird. Ich kann die Haltung von Klaus Allofs nicht nachvollziehen. Wieso verkauft man nicht Klose und investiert das erhaltende Geld in einen neuen Stürmer, der sich längerfristig an den Verein binden will? Frings konnte man umstimmen und verlängerte seinen Vertrag bis 2011, Klose will unbedingt weg und dann soll er auch gehen. Wie heißt es so schön: “Reisende soll man nicht aufhalten”. Ein Wechsel zu den Bayern in diesem Sommer wird indes immer umwahrscheinlicher. Seit knapp zwei Wochen gibt es keine Kontakte mehr zwischen Weser und Isar, zudem wurde das Angebot seitens Werder einen Tauschwechsel mit Lukas “Poldi” Podolski zu vollziehen von Ulli Hoeneß abgelehnt. Die Fronten sind also verhärtet.

Wenn es nicht einen Knackpunkt gäbe, würde ich einen Wechsel von Klose nach Lyon als die wahrscheinlichste Variante ansehen. Lyon bietet 15 Millionen Euro plus im Tausch den französischen Nationalspieler Alou Diarra an. Dies ist ein deutlich besseres Angebot als das der Bayern. Zudem würde Diarra gut ins Mittelfeld passen, weil Baumann nicht mehr lange spielen wird und es so mit Frings, Borowski und Diego mehrere Alternativen gibt. Problem nur: Klose will wohl nicht nach Frankreich. Und Rausschmeißen kann man ihn ja auch nicht, da er noch einen gültigen Vertrag hat. Es befindet sich also alles irgendwie im luftleeren Raum, in welchem nur Spekulationen und Vermutungen ihren (berechtigten) Raum finden.

Kommen wir mal wieder zu Fakten: Werder ist genau so wie der HSV am brasilianischen Offensivmittelfeldspieler Carlos Alberto interessiert. Zitat Allofs: “”Wenn wir ihn wollen, dann kommt er zu uns.” Mit Diego hätte er zumindest schon mal eine Integrationshilfe. Also mal kurz zusammengefasst: Klose bleibt wohl in Bremen.

Felix

Thema: Bremen, Fußball | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Montag, 11.06.07

Montag, 11. Juni 2007 13:01

Könnte ein interessanter politischer Sommer werden. Die SPD in der tiefsten aller tiefsten Krisen und die CDU sonnt sich im Umfragehoch. Unionfraktionschef Volker Kauder zu der Kritik von SPD-Chef Kurt Beck, die Union würde einen “neoliberalen Kurs” fahren:

“Aus solchen Sätzen spricht der Frust, aber wir haben noch genügend gemeinsame Aufgaben. Die Koalition wird halten”

Ich wäre da etwas pessimistischer.

Felix

Thema: Politik National, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

A7, F1, FR, G8, NBA, NDR und PD – Medien, Sport und Politik vom Wochenende

Sonntag, 10. Juni 2007 22:36

Einen wunderschönen guten Abend am Sonntag,

eigentlich wollte ich hier am Wochenende etwas genauer auf den G8-Gipfel eingehen, aber das wird hier morgen (je nach Zeit) nachgeholt. Das Wochenende wollte ich eigentlich relativ entspannt und stressfrei verbringen, aber es reihte sich dann doch soviel aneinander, dass man die vielen Ereignisse nur bruchstückhaft und ohne wirkliche Anteilnahme erleben konnte.

Freitag Nachmittag auf dem Bremer Hauptbahnhof: Zug nach Hannover soll erreicht werden, um Freundin zu besuchen und am Samstag auf eine Geburtstagsfeier zu gehen. Züge fallen wegen Streckensperrungen aus, weil sich zum wiederholten Male ein Mensch vor den Zug geworfen hat. Zum Glück konnte ich eine gute Bekannte erreichen, die mich im Auto mitnahm. Die A7 wird auch immer mehr zur Hölle. Ganz rechte Spur LKW-Kolonne, mittlere Spur LKW-Kolonne, die überholt…bleibt für die Autofahrer die ganz linke, die sich Raser, Drängler und Sonntagsfahrer dann teilen dürfen. Man lobe den Zug, wenn er denn mal fährt.

Übers Wochenende war wieder mal wunderschönes Wetter. Einfach herrlich. Wie zur WM vor einem Jahr. Besuch bei der Freundin war mal wieder richtig schön, Geburtstagsfeier auch (trotz zu wenig Bier). Der Sonntag, der dann größtenteils wieder in Bremen verbracht wurde, durfte sich dann ganz dem Sport widmen.

  • Der Meisterschaftskampf in der PD bleibt spannend. Real und Barca sind weiterhin punktlgleich. Madrid kam bei Real Saragossa zu einem 2:2, Barca spielte remis gegen den Lokalrivalen Espanyol. Aufsehen erregte Lionel Messi, der im Stile Maradonnas per Hand ein Tor erzielte. Es bleibt zu hoffen, dass die spanische Presse ihn dafür mal ein bisschen auseinander nimmt. Nächsten Samstag gibt es dann die Entscheidung in der Konferenz auf Arena
  • Seit langem mal wieder ein spannendes und ereignisreiches Rennen in der Formel 1. Der Große Preis von Kanada erfüllte alle Erwartungen.4 Mal Safety-Car, Disqualifikationen, Zeitstrafen, ein schwerer Unfall, der glücklicherweise relativ glimpflich ablief und jede Menge Spannung. Am Ende feierte Lewis Hamilton seinen ersten Formel 1 Sieg vor Heidfeld und Wurz. Kommenden Sonntag geht es in Indianapolis weiter. BTW: Montreal wird mein nächstes Reiseziel außerhalb Europas. Die Bilder finde ich immer wieder klasse.
  • Heute Nacht Spiel 2 der NBA Finals. Ich hoffe, der Wecker klingelt rechtzeitig. Analyse dann hier an dieser Stelle.

Die deutschen Medien haben ganz unterschiedlich den G8-Gipfel beleuchtet. Mich interessierte vor allem einmal die Meinung der Frankfurter Rundschau. Da fiel mir dann wieder ein, dass es die Zeitung ja jetzt im so genannten Tabloid-Format. Finde ich einfach praktisch, weil man dann morgens in Bus und Bahn keine Mitmenschen vergrault. Auf dem ersten Blick war das inhaltlich auch weitgehend unverändert zu alten Ausgabe, wengleich die Abteilung “Leitartikel und Meinungen” doch stark gekürzt wurde.

BTW: Dem NDR gehören sämtliche Finger langgezogen, dass man es nicht schafft, ausführlich über die WM von vor einem Jahr zu berichten. Einen Beitrag am Samstag und einen am Sonntag – das kann Miro von “Der Kommentator” besser. In seinem Blog gibt es eine Kolumnenreihe über den letzten Sommer, die ich wärmstens empfehlen kann. http://www.der-kommentator.de/

Das soll es erstmal gewesen sein. Einen schönen Wochenstart. Genießt das schöne Wetter noch

Gute Nacht, Felix

Thema: Fußball, Sport, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Die BBC und Youtube

Donnerstag, 7. Juni 2007 22:16

Die BBC hat unlängt eine Kooperation mit Youtube abgeschlossen. Unter anderem wurde ich so fündig, was das Interview mit Graham Poll angeht. Hier ein Ausschnitt

Thema: Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

“Wie ziehen eine Reduzierung der Treibhausgase ernsthaft in Betracht”

Donnerstag, 7. Juni 2007 18:53

Die Retter des Weltklimas

Eine ausführliche Rückschau auf den G8-Gipfel gibt es hier am Wochenende. Bis dahin eine schöne Restwoche.

Thema: Politik National | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Preview NBA Final San Antonio Spurs – Cleveland Cavaliers

Donnerstag, 7. Juni 2007 18:09

Schönen Nachmitag aus dem schwülen Bremen,

heute Nacht deutscher Zeit beginnen die NBA Finals. Praktisch für den US-Sport Fan, weil der NHL-Meister mit Anaheim seit heute auch feststeht. Der Fokus liegt also ganz auf der NBA.

Es ist ein Finale, mit dem keiner so richtig gerechnet hat. Trotzdem sind die beiden Mannschaften ganz logisch in das Final eingezogen. Die beiden besten Mannschaften des Westens, Nowitzkis Mavericks und die Phoenix Suns schieden vorzeitig aus bzw. wurden von San Antonio geschlagen. In der Eastern Conference steht das zweitbeste Team der Regular Season im NBA-Finale nach dem Sieg über den Primus im Osten, die Detroit Pistons, im Conference Final. So viel dazu.

Was kann man von der Serie erwarten? Ganz so einfach ist das nicht. Vom Papier und der Erfahrung sind die Texaner ganz klarer Favorit. Duncan und Parker haben deutlich mehr Erfahrung als ein LeBron James. Aber vielleicht liegt ja da auch die Chance für die Cleveland Cavaliers. Niemand traut ihnen wirklich den Sieg zu und für mich sind sie auch ganz klarer Außenseiter. Die Cavaliers haben diese Saison eine positive Bilanz gegen die Spurs und gewannen sogar auswärts in Texas, wobei man sagen muss, dass San Antonio gerade jetzt seinen besten Basketball spielt. Es wird interessant zu sehen sein, ob sich die Veteranen-Gruppe aus Texas durchsetzt oder doch der Jung-Sporn aus Ohio. Bühne frei…

Finale(best of seven)

Donnerstag, 6.Juni
San Antonio – Cleveland
Samstag, 9.Juni
San Antonio – Cleveland
Dienstag, 12.Juni
Cleveland – San Antonio
Donnerstag, 14.Juni
Cleveland – San Antonio

PREMIERE übertragt alle Spiele live jeweils ab 3.00 Uhr. Kommentator in San Antonio ist Michael Körner.

Felix

Thema: US-Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Geh doch nach München, du armer Miro

Donnerstag, 7. Juni 2007 13:00

…geh doch nach München, bleib nicht hier…..

Hallo zusammen,

Mittagspause……………….und wer beschäftigt uns, natürlich der Miroslav Klose, der gestern – Zitat Reinhold Beckmann – “wieder aus seinem Leistungstief herauskam”. Na ja, dass es ein Eigentor war, hat Beckmann nicht gesehen..;). Interessant wurde es aus Kloses Sicht erst wieder nach Spielende im Interview mit der ARD. Man kann die Quintessenz des Interviews auf dieses eine Zitat beschränken.

“Fakt ist, dass ich mich entschieden habe, 2008 für Bayern München zu spielen. Wenn es doch noch klappt, dass ich dieses Jahr bei Bayern spiele, freue ich mich natürlich auch.”

Der tiefe Fall des Miro Klose. Wieso erst jetzt so eine Aussage? Erst ab 2008? Nein er will unbedingt ab 2007, hat mit Werder abgeschlossen und macht somit Druck auf Klaus Allofs, der ihn ziehen lassen soll. Dass Klose jetzt nun schon zu Bayern gehen will, nehme ich ihm sehr übel (“Es war für mich immer ein Traum bei Bayern zu spielen” paahhhh). Er hat hier noch einen gültigen Vertrag bis 2008 und sollte vielleicht auch mal zurückblicken, was er hier erleben durfte und wie er hier über Jahre unterstützt und  gefeiert wurde. Aber nun gut, geh doch nach München. Gut hätte ich es gefunden, wenn er seinen Vertag hier erfüllt hätte und dann – wie er es ja immer gesagt hat – ins Ausland wechselt. Jetzt verlängert er wohl nicht seinen Vertrag und geht zum FC Bayern. Kann man tiefer fallen? Dass Allofs ihn jetzt ziehen lassen muss, ist hinsichtlich der finanziellen Aspekte völlig klar. Viel kann Klose in Bremen ehe nicht mehr reißen, wenn er gedanklich schon mit einem Bein an der Isar ist.

Heißt für Werder, dass dringend ein weiterer Stürmer verpflichtet werden muss. Von den Überlegungen eines Tausches mit Podolski oder gar Schlaudraff halte ich gar nichts. Einen geeigneten Kandidaten habe ich jetzt auch nicht auf dem Schirm, aber da lässt sich schon was finden. Hoffentlich. Geld ist ja dann da.

Apropos Wechsel: Bremen ist an Alou Diarra von Olympique Lyon interessiert. Die Ablöse soll zwischen 5 und 7 Millionen Euro liegen. Problem ist nur, dass Diarra nach dem Trainerwechsel an der Rhone jetzt weiter bei OL spielen will. Es gab Probleme mit Gerard Houllier, der aber als Trainer zurückgetreten ist.

Fakt ist: Klose geht und hat dabei meine volle Zustimmung. Es wäre schön, wenn Werder adäquaten Ersatz finden könnte. Und damit meine ich nicht Podolski und Schlaudraff (Die Kurven und Straßen sind eng in Bremen…;)

Thema: Bremen, Fußball | Kommentare (0) | Autor: medispolis

The referee speaks – oder wie soll England mit seinen Schiedsrichtern umgehen?

Mittwoch, 6. Juni 2007 22:18

(Aktuell: England führt zurzeit mit 3:0 in Talinn. Also keine Trainerentlassung heute. Spiel ist nichts besonders gut, England weitegehend kreativlos, aber das Feuer scheint vorerst gelöscht zu sein)

Bleiben wir aber auf der Insel: Ich möchte kurz zurückblicken auf das Interview und die Befragung von Graham Poll bei Matthew Bannister im Morgenprogramm von BBC Five Live. Ein beeindruckendes Interview, weil Graham Poll unglaublich offen redete un und zu allen Vorwürfen Stellung nahm. Er kam sehr sympathisch herüber.

Der erste Teil des Interviews handelte allgemein über die Schiedsrichterkarriere von Poll. Einige Aussetzer hatte er ja gehabt. Den Fehler bei der WM bezeichnete er als “das größte Missgeschick, das mir je passiert ist.” Poll tut dieser Fehler leid und er weiß selbst nicht, warum er dreimal gelb zeigte. Das Spiel soll sehr anspruchsvoll für den Schiedsrichter gewesen sein. Zu einem weiteren “Skandal” redete er ebenfalls ausführlich. Die PREMIERE-Fans der Premier League erinnern sich vielleicht an das Spiel des FC Chelsea bei den Spurs an der White Hart Lane diese Saison, in welchem Poll John Terry vom Platz stellte und es nach dem Spiel hieß, Poll hätte zu mehreren Spielern gesagt “Chelsea müsste mal wieder richtig lernen, wie man mit Schiris umgeht”. Laut Poll sollen diese Aussagen nie gefallen sein. Der Platzverweis war nach seiner Meinung nach richtig.

Der zweite – und vor allem deutlich emotionalere Teil – war die Diskussion über die Vorwürfe von Poll gegenüber der FA, die Schiedsrichter in England genießen nicht den nötigen Schutz und Rückhalt der Offiziellen der Football Association. Arsene Wenger und Jose Mourinho haben mehrfach Schiedsrichter verbal angegriffen. Die Referees waren den Vorwürfen ausgesetzt, wirkliche Strafen gab es nicht. Die Diskussion spitzte sich sehr schnell zu der Frage: Wie soll und muss Fußball-England mit seinen Schiedsrichtern umgehen? Es wabern Vorschläge, wie Einführung des Videobeweises zur Unterstützung oder ein Interview direkt nach den Spielen, in welchem sich der Schiri zu allen Situationen äußern muss. Poll lehnt alle diese Überlegungen ab. Sein Ziel: Schiedsrichter müssen wieder unterstützt und respektiert werden. Beschimpfungen und Gestiken gegenüber Schiedsrichtern müssen wieder auf “vernünftiges” Niveau heruntergebracht werden. Die Engländer sprechen dann gerne von integrity, die wieder hergestellt werden müsse. Die Diskussion in England ist gerade erst am Anfang, aber sie kommt langsam und immer mehr ins Rollen. Ein Verdienst von Graham Poll zur Ende seiner Karriere. Er wird nur noch in unterklassigen Ligen pfeifen. Einen Tipp hatte Poll dann doch noch für einen Anrufer, der gerade seinen Schiedsrichterprüfung bestanden hat: Fitness is the key, Always be prepared to listen to players, give clarification, not justification.

Bye Bye, Felix

Thema: Fußball, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Fazit G8-Gipfel Tag 1: Staatschefs hinter Gittern

Mittwoch, 6. Juni 2007 21:33

Guten Abend aus Bremen,

kurz vor halb Acht in Heiligendamm. Strahlend blauer Himmel, die Sonne bereitet sich so langsam auf das Untergehen vor und schimmert mit ihren Strahlen über die ruhige Ostsee. Ein bisschen Wind weht durch die Parkanlagen des Gut Hohen Luckow. Ein roter Teppich liegt ausgerollt vom Parkplatz bis zum Gutshaus. Am Eingang warten Angela Merkel auf die Staatsgäste. Erst schlendert Tony Blair mit Frau über den Teppich, Minuten später Sarkozy, dann Putin….und und und. Muss man einen Empfang so zelebrieren? Außer den Fernsehzuschauern schaut ja auch keiner zu, lediglich die Journalisten dürfen Fotos machen, von jedem Paar, das über den roten Teppich schlendert. Ich verkneife mir jetzt jegliche Vergleiche zu Sendungen auf Pro Sieben.

Kommen wir zum Inhaltlichen: Eigentlich nichts Neues. George Bush tanzt wie eine Marionette in der Klimapolitik. Verlängerung und Fortsetzung Kyoto-Protokoll ja, verbindliche Ziele nein. Dieser Umstand wäre eine Niederlage für die hochgesteckten Ziele von Merkel. Die Bundeskanzlerin konnte den US-Präsidenten bei einem vertraulichen Gespräch nicht in die von ihr gewünschte Richtung lenken. Merkel traf sich außerdem mit Putin und sprach auch hier über die Klimapolitik, vor allem aber um das geplante Raketenschild der Amerikaner, das bei den Russen – vorsichtig formuliert – keine Sympathie auslöst. Ansonsten geht es morgen ans Eingemachte. Erfolgsaussichten minimal. Die Fronten scheinen doch zu verhärtet zu sein. Interessant wird zu sehen sein, inwieweit Putin und Bush einen Konsens erreichen bei den Differenzen in der Rüstungspolitik. “Wir werden offen und direkt sprechen und erwarten ihre Argumente”, sagte Putins außenpolitischer Berater Sergej Prichodko heute. Die Raketenabwehr sei ein “schwieriges und sehr wichtiges Thema”.

Auch die Demonstranten sorgten mal wieder für Aufsehen. Man schaffte es bis zum Zaun an die Grenze von Heiligendamm, also weiter als eigentlich gewünscht. Zu Ausschreitungen kam es auch wieder, Bahngleise wurden blockiert und auch die Zufahrt nach Heiligendamm wurde besetzt. Einfach mal so. Vernünftige Argumente hörte man nicht. Laut SPIEGEL Online soll ein Polizist am frühen Abend schwer verprügelt worden sein. Ich lasse das erstmal so stehen, weil es noch keine Bestätigung dafür gibt. Die Strategie der Polizei ging also heute nicht ganz auf.

BTW: Mir wurde so eben zugetragen, dass die Staatschefs auch bei der Rückfahrt alle wieder nacheinander über den roten Teppich zurück zu den Autos schlurfen. Reihenfolge nach dem Ausstoß von Kohlendioxid des jeweiligen Landes.

Anyway, bis jetzt scheint es keinen Durchbruch zu geben. Aber Hauptsache es hat ihnen geschmeckt, meine Damen und Herren

Felix

Thema: Politik National | Kommentare (0) | Autor: medispolis