Es gibt ja manchmal Tage, das gelingt einem fast alles – heute war so einer. Und im Nachhinein muss ich mich ärgern, dass ich nicht ins Weserstadion gegangen bin, obwohl ich die Möglichkeit hatte. Aber auch am Fernseher war es ein besonderer Nachmittag.
Dabei war – wie ja schon hier berichtet – auch die Personallage etwas entspannter. Clemens Fritz saß nach 6 Wochen Pause erstmals wieder auf der Bank. Peter Niemeyer gab sein Bundesligadebüt von Beginn an, ansonsten war das die altbekannte Aufstellung mit Diego hinter den Spitzen Almeida und Sanogo. Für Werder ging es vor allem darum, den trotz des 1:1 in Wolfsburg positiven Trend der letzten Woche fortzusetzen und sich auf die CL am Mittwoch vorzubereiten. Bielelfeld wollte Wiedergutmachung für das 0:2 am Mittwoch gegen Hannover.
Los ging es bei bedecktem Himmel, aber trockenem Wetter. Das war heute Morgen hier in Bremen noch ganz anders. Bremen begann lethargisch, Bielefeld fiel nicht viel ein. Einzig und allen Wichniarek brachte etwas Gefahr für das Tor von Tim Wiese. Bremen wurde langsam besser. 17 Minute: Tosic schießt eine Alibiflanke von links, die Bielfelder Abwehr brachte den Ball direkt auf den Fuß von Peter Niemeyer, der volley unhaltbar für Hein trifft. Ein Tor wie aus dem Nichts, aber ganz nach meinem Geschmack. Kurz danach hatte gleich Almeida die Chance auf das 2:0, verzog aber. Das wäre dann auch etwas viel gewesen. Von Bielefeld war nichts mehr zu sehen. Mertesacker trifft nur die Latte, ein Kopfball von Sanogo wird auf der Linie geklärt. Dannach kann Werder auf 2:0 erhöhen. Almeida trifft nach butterweicher Flanke von Sanogo. Das Sturmduo harmoniert wie lange nicht mehr. Clemens Fritz kommt zu seinem Debüt, weil Niemeyer verletzt raus muss. Kurz nach dem 2:0 schlägt Bielefeld zurück. Wichniarek kommt aus Abseitsposition zum 2:1. Es war Bielefelds letzte Aktion in dieser Partie vor dem Tor von Werder. Und Bremen dreht vor der Pause noch mal richtig auf. 3:1 und 4:1 durch Boubaca Sanogo. Der Ivorer, der sich in den ersten Tagen doch deutlicher Kritik ausetzen musste nach seinem Wechsel aus Hamburg, ist jetzt endgültig in Bremen angekommen. Allofs hat mal wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Zur Halbzeit war die Partie bereits entschieden.
Die 2. Hälfte ist schnell erzählt. Ich konnte partout nicht auf Konferenz schalten. Das war einfach nur fesselnder Fußball von Werder, auch wenn Bielefeld es den Bremern mehr als leicht machte. Aber das ist ja egal. Rosenberg kam in der Pause für Sanogo. Kräfte schonen für die Champions League und einem torhungrigen Spieler die Chance auf leichte Tore zu geben. Die Taktik von Schaaf ging auf. 5:1 durch Geburtstagskind Mertesacker, 6:1 durch den eingewechselten Rosenberg und 7:1 durch den wieder überragenden Diego per wunderschönem Freistoß. Hugo Almeida setzte mit dem 8:1, das wunderschön herausgespielt wurde, den Endpunkt unter eine denkwürdige Partie. Standing Ovations im Weserstadion.
Ich will das Ergebnis aufgrund der Bielefelder Schwäche nicht überbewerten, aber gerade in Zeiten der langen Verletztenliste sind solche Spiele balsam für die Seele, weil sie doch zeigen, dass Werder alles versucht, so gut wie möglich in der Tabelle dranzubleiben. Das ist heute sehr sehr gut gelungen. Wenn man jetzt noch die Euphorie mit in die CL nehmen kann, wäre das selbstverständlich klasse. Mittwoch geht es daheim gegen Olympiakos Piräus. Ich hätte nichts dagegen, wenn man an die Leistung anknüpft. Es muss natürlich kein 8:1 sein, aber wenn die Stimmung und die Spielweise von Werder so stimmen sollte wie heute, werde ich den Abend hoffentlich in bleibender Erinnerung behalten.
Felix