Die Favoriten führen – eigentlich alles klar für die Vorwahlen?
Unter der Woche fand mal wieder so eine grandiose Befragung der Kandidaten via Internet statt. Diesmal durften Youtube-User die Bewerber der Republikaner befragen. Ich finde solche direktdemokratischen Elemente wunderbar, weil ich glaube, dass es vor allem so geht, dass Politiker mit der Realität in Verbindung gebracht werden. Die New York Times hat die komplette Debatte samt Transkript im Internet veröffentlicht. Knapp zwei Stunden intensve Diskussionen haben stattgefunden, die ich mir gestern Abend komplett angeschaut wurden. Viele neue Programmpunkte sind im Prinzip nicht angesprochen worden, dennoch lohnt es sich, weil die Bewerber mit ganz persönlichen Meinungen und Schicksalen konfrontiert werden und darauf im Rahmen ihrer Programmatik antworten müssen und dabei versuchen müssen sich gleichzeitig von den Mitbewerbern abzugrenzen. Es ist ein Spagat. Nach zwei Stunden intensiver Diskussion über den Irak-Krieg, Gewalt und Verbrechen in den Großstädten, illegale Einwanderung und den Schutz der Bevölkerung vor Terrorangriffen fällt eines auf: Nicht wesentlich unterscheiden sich die Wahlprogramme der Bewerber, würde mich nicht wundern, wenn die Person am Ende der ausschlaggebende Faktor ist. Die New York Times fasst in ihrem Politik-Blog die Debatte noch einmal sehr ausführlich zusammen.
Die Tagesschau hat dankenswerterweise die aktuellen Umfrageergebnisse auf Basis von Daten aus den USA einmal zusammengefasst. Wichtig ist hioerbei zu beachten, dass es sich bei den Ergebnissen um die Präferenz der Parteibasis geht. Und die ist bei den Vorwahlen ja zunächst einmal entscheidend. Ich musste während der Debatte mich erstmal mit den Kandidaten auseinandersetzen.
Was auffällt: Rudolph Giuliani liegt bei den Republikanern klar vorne. Doch das Paradoxe daran: Er ist auch der umstrittenste Kandidat, profitiert vor allem aber aufgrund seiner ungeheuren Popularität als ehemaliger Bürgermeister von New York während der Terroranschläge vom 11. September 2001. Aber für mich wirkten die anderen Kandidaten viel zu blass. Man meint zu glauben, dass es auf Giuliani hinausläuft – mangels schlagfertiger und prominenter Alternativen. Gegen Hillary dürfte keiner eine Chance haben.
Der Vorteil, wenn man nur wenige Kandidaten ins Rennen schickt, zeit sich gerade bei den Demokraten. Doch weiß jeder was mit den Namen anzufangen und die Kandidaten können sich klar programmtisch profilieren und abgrenzen. Für mich überraschend ist der klare Vorsprung von Hillary Clinton, der fast 20 Prozentpunkte gegenüber Barack Obama beträgt. Edwards dürfte vernachlässigt werden. Wenn man sich die Situation bei den Demokraten anschaut, dürfte eigentlich klar sein, dass ea auf Hillary rausläuft. Mal schauen, ob das im Laufe der Vorwahlen sich noch verändert.
Insgesamt dürfte also klar sein, dass in beiden Lagern die Verhältnisse zunächst mal klar sind. Aber vor allem die Republikaner haben noch ein Problem: Entweder eine eher unbekannter Kandidat oder ein umstrittener Kandidat. Zumindest die demokratischen Anhänger dürften die Probleme der Gegner vorerst egal sein.
Felix


Freitag, 30. November 2007 15:28
Der Korrektor sagt zum zweiten Satz: mit einem “die Bewerber der Republikaner” macht es deutlich mehr Sinn. Und was mir beim nebenbeisehen der Debatte auffiel: dass es offenbar Länder gibt, bei denen Väter auf die Frage nach den im Hause vorhandenen Schusswaffen mit offensichtlichstem Stolz sagen können, dass sie zuletzt das Gewehr ihres zehn (oder elf) Jahre alten Sohnes in der Hand hatten.
Freitag, 30. November 2007 15:34
Hast Recht, ist korrigert.
Freitag, 30. November 2007 17:45
Dann muss ich auch meine Aussage korrigieren: der Typ sagte, dass er mit zehn das Gewehr seines Vaters in den Händen hielt und bekam dabei glasige Augen. Er hat aber nicht gesagt, dass er eine Knarre auch seinem Sohn in dem Alter in die Hand gedrückt hat. Und ein anderer hat berichtet, dass die Gewehre in seinem Haus seinem Sohn gehörten (“der kauft alles teure für mich ein”). Schon merkwürdig, diese Amis – obwohl es bei uns ja auch Jäger geben soll…
*und, leicht OT: Glückwunsch zum Spiel gegen Real*