Dienstag, 18. Dezember 2007 20:54
Am vergangenen Donnerstag hatte sich die Demokraten noch einmal in Iowa versammelt, um erneut Fragen via Youtube-User und aus dem Publikum zu beantworten. CNN übertrug live, zudem hat die New York Times wieder ein Transkript der Debatte veröffentlicht. In Iowa beginnen am Donnerstag, 03 . Januar 2008, die parteiinternen Vorwahlen für die US-Wahl 2008. Und gerade in Iowa war die Situation bezüglich der Umfragewerte noch etwas enger, wobei auch hier jetzt sich das Pendel eher zu Hillary Clinton ausschlägt. Dennoch durfte ich feststellen, dass die Debatte von letzter Woche eine erstaunlich unterhaltsame war, weil die Zuschauer wirklich gute Fragen stellten und sich die Themen nicht wie sonst nur auf den Irak-Krieg und die heimische Wirtschaft drehten. Es gab Themenblöcke unter anderem zu den Themen Arbeitslosigkeit, wachsende Schere ziwschen Arm und Reich, Klimapolitik und sogar zu einer möglichen Gefahr der USA durch den zunehmenden Einfluss Chinas in Bereichen der Wirtschaft und im Finanzwesen.
Was auffiel, dass sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama in vielen Bereichen sehr kompetent rüberkamen, sich aber weitesgehend nicht direkt angriffen. Jeder wollte seine Position noch einmal klarstellen bzw. von seinem Gegenkandidaten abgrenzen. Da die Themen diesmal aber weiter gefächert waren und es auch um ganz essentielle politische Sachverhalte ging, war das Konfliktpotential eher gering, was der Debatte aber sehr gut getan hat.
In knapp zwei Wochen beginnen also die Vorwahlen (“Primaries”) in Iowa am 03. Januar, New Hampshire ist am 08. Januar dran. Am 10. Januar stellen sich die Kandidaten der Republikaner noch einmal den Zuschauern in einer Debatte. So wie es bis jetzt aussieht in den nationalen Umfragen, kann man davon ausgehen, dass der nächste Präsident auf alle Fälle aus dem Lager der Demokraten kommt. Viele der republikanischen Bewerber wirken blass und unbekannt in der Bevölkerung. Der ehemalige Bürgermeister New Yorks, Rudolph Giuliani, führt die partieninterne Umfrage mit 22% an, bei den Demokraten konnte Hillary Clinton ihren Vorsprung noch einmal ein bisschen ausbauen und liegt jetzt bei 44%, fast 20 Prozentpunkte vor Obama. Das war vor der Debatte vom Donnerstag. Neue Umfragewerte sehen Obama wieder deutlicher an Hillary Clinton dran. Aber noch einmal zur Erinnerung: Die Vorwahlen sind ausschließlich parteintern. Republikaner und Demoakraten müssen ihren Bewerber auswählen. Dass man sich natürlich nicht für einen Kandidaten entscheidet, der bei der Bevölkerung überhaupt nicht ankommt, dürfte auch klar sein. Und zur Not hat Hillary Clinton immer noch ihren Ehemann als Unterstützer.
Auch die Medien, Zeitungen und großen TV-Stationen stellen sich langsam auf die Vorwahlen ein und berichten sehr ausführlich, fast so ausführlich, dass man gar nicht alle Facetten mitbekommt. Im Nachfolgenden habe ich meine Liste zusammengestellt mit Websites, Blogs und Nachrichtenseiten, die ich für die beginnenden US-Vorwahlen für informativ und übersichtlich halte. Erste Anlaufstation sollte zunächst einmal CNN sein. Desweiteren kann ich empfehlen (die Liste darf in den Kommentaren gerne ergänzt werden):
Zu guter letzt noch ein Lesetipp: Der Economist hat ein sehr lesenswertes Porträt über Barack Obama veröffentlicht.
Und natürlich wird auch hier regelmäßig auf die Vorwahlen geschaut.