Premier League 21. Spieltag, FC Liverpool – Wigan Athletic

[23h08] “Rafa out” schallt es durch 6-0-6 und in den Mails bei der BBC. Interessant auch, wie sich dieser Thread entwickelt.

[23h00] Bolton schlägt Derby 1:0, klettert auf Platz 15 an Birmingham vorbei. Derby darf sich langsam verabschieden. Jetzt 6-0-6. Könnte spannend werden. Benitez und Allardayce sorgen für Zündstoff.

[22h57] Endstand Liverpool-Wigan 1:1. Wenn es noch mehr Ironie brauchte für dieses Spiel, dann war es das völlig unnötige 1:1 für die Reds. Benitez hat sich für die völlig falsche Taktik entschieden und das 80 (!!) Minuten nicht ändern wollen. Für Wigan vielleicht ein ganz wichtiger Punkt.

Wigan tauscht mit Sunderland die Plätze, ist jetzt 17. Man City zieht nach dem 2:0 in Newcastle auf Platz Vier vorbei. Bolton führt 1:0 gegen Derby durch Giannakopoulos (91.), noch wenige Augenblicke zu spielen.

[22h55] Was war das für eine Geste von Benitez? So ein bisschen wie “Hey, ich mach dich fertig.” Meine Herren war der angefressen.

[22h51] Benitez auf seiner Trainerbank mit einem Wutausbruch, pfeffert irgendeinen Gegenstand zu Boden. Anfield buht die Mannschaft aus. Oha, das ist Krisenstimmung. Meisterschaft in weiter Ferne.

Endstand Blackburn-Sunderland 1:0. Rovers mit leichtem Anschluss an die int. Plätze.

[22h50] Zwei Minuten noch. Eben kam ein großes Pfeifkonzert vom Publikum. Liverpool kriegt nichts mehr auf die Reihe.

[22h47] Oha, Kuyt für Pennant. Jetzt 4-3-3. Kam ein Anruf aus den USA?

[22h45] Doppelchance für Liverpool, doch zweimal scheitert Gerrard am glänzenden Kirkland. Wechsel Liverpool: Crouch für Mascherano, jetzt endlich 4-4-2. Auch Wigan wechselte. Sibierski für Heskey.

Endstand Newcastle-Man City 0:2. Krise für Sam Allardayce

[22h41] Tor!! Liverpool-Wigan Athletic 1:1 durch Titus Bramble (79.). Die Reds kriegen den Ball nicht aus dem eigenen 16er, schießen Bramble ab, der aus 16 Metern den Ball ins Tor knallt. Null Chance für Reina. Zweite Chance, erstes Tor. Gibt es ja gar nicht. Man City jetzt Vierter vor Liverpool (danke dogfood für den Hinweis)

Für die Statistik. Vor dem Tor der Wechsel bei Wigan. Koumas für Taylor.

[22h39] Sinnbild des Spiels. Gerrard holt sich mit einer fairen Grätsche in der eigenen Hälfte den Ball, Anfield erwacht und gibt Szenenapplaus.

[22h35] Kewell mit seiner besten Aktion zum Schluss. 25 Meter-Distanzschuss knapp übers Tor. Für Kewell kommt Benayoun. Es bleibt beim 4-5-1.

[22h28] Gerrard scheitert an Kirkland nach schöner Kombi über drei, vier Stationen. Ansonsten unverändert: 70% Ballbesitz für die Reds, aber kaum nennenswerte Torgefahr. Und Wigan ist nach vorne nicht mehr existent. Ein 2:0 – und der Ofen ist aus. Sunderland mittlerweile nur noch zu zehnt nach Platzverweis für Dwight Yorke.

[22h25] Newcastle-Man City 0:2 durch Fernandes Gelson (76.), erst wenige Sekunden im Spiel. City festigt Platz Fünf.

[22h22] Hammer-Freistoß von Gerrard aus 25 Metern, Kirkland kann den Ball nicht festhalten, doch Bramble klärt kurz vor der Linie. Insgesamt hat sich das Spiel klar in die Hälfte von Wigan entwickelt, Liverpool mit gefühlten 70% Ballbesitz, einige kleine Chancen, aber eine richtig gute Tormöglichkeit ist nicht mit dabei. Wäre es mal nicht Zeit für einen zweiten Stürmer?

[22h16] So macht man es richtig. Blackburn geht 1:0 gegen Sunderland in Führung durch einen verwandelten Elfmeter von Benni McCarthy (56.)

[22h10] Liverpool-Wigan 1:0 durch Torres (49.) Finnan (!!) schaltet sich in den Angriff ein, Doppelpass mit Gerrard auf rechts, Finnen dringt in der 16er ein, legt quer auf Torres, der nur noch einschieben braucht. Schön herausgespielt.

Und Sunderland vergibt in Bolton einen Strafstoß in persona Dean Whitehead

[22h09] Wenn ich es richtig sehe, Torres weiter einzige Spitze vorne, Kewell mehr über rechts mit Gerrard zusammen, Pennant eher nach links. Mascheranuo weiter zentral.

[22h06] Kurze Info: Liverpool weiter in Rot, ohne Wechsel. Also wohl weiter 4-5-1. Fasse es nicht.

[22h02] Die Buderus-Werbung ist sowas von schlecht. Und die Frage erst…

[21h57] In Newcastle ist man bereits in der zweiten Hälfte. Michael Owen gibt sein Comeback, neu im Spiel für Martins.

[21h50] Halbzeit Liverpool-Wigan 0:0. Keine Pfiffe, aber sehr ruhig an der Anfield Road. Wie gesagt, Taktik ändern und dann ist der Sieg möglich. Aber so wird man Wigan nicht knacken. Klar machen die wenig, aber für einen Punkt reicht es. Und das ist für Wigan genug, für die Reds viel zu wenig. Mal gespannt, ob Benitez wechseln wird.

HZ Blackburn-Sunderland und Bolton-Derby jeweils 0:0

[21h44] Pennant gefällt mir bei den Reds noch am besten, macht zumindest viel Druck über rechts und hatte einige schöne Flankenläufe, wenn Gerrard ihm nicht im Weg steht. Der Kapitän der Reds so in einer Rolle “Mädchen für alles” und steht dabei permanent einem Mitspieler auf dem Fuß oder im Weg. Das ist bei weitem keine hängende Spitze.

[21h39] Der Torwart von Wigan, Chris Kirkland, übrigens mit einer tadellosen Leistung, fängt die Flanken mit einer Ruhe ab, strahlt Sicherheit aus. Nicht schlecht. Ein englischer Torwart, 26 Jahre alt. Vielleicht ein Mann mit Perspektive. Player Profile der BBC.

Halbzeit Newcastle-Man City 0:1. City momentan wieder Fünfter in der Tabelle.

[21h35] Und wenn Liverpool dann mal den Abwehrriegel knackt, dann spielen sie die Angriffe mit einer Ungenaugikeit zu Ende, die Fragen nach der Länge des Sylvesterfeierlichkeiten aufwerfen. Meine Herren, und Torres tut mir richtig Leid. Der kriegt kaum gescheite Zuspiele.

[21h27] Weiter unverändertes Bild an der Anfield Road. Liverpool fällt gegen defensive Latics wenig ein. Es fehlt ein zweiter Stürmer, im Mittelfeld ist kaum Platz.

Newcastle-Manchester City 0:1 durch Elano (38.). Spielverlauf auf den Kopf gestellt. City nutzt die erste Torchance.

[21h20] Und hinten bekommt Liverpool den Ball nicht weg, mehrere Kopfballduelle gehen verloren, Michael Brown kriegt den Ball 20 Meter zentral vor dem Tor und nimmt das Leder volley. Zentimeter vorbei am Tor von Reina.

[21h15] Ich lach mich gleich kaputt. Acht Liverpooler spielen da irgendwo im Mittelfeld sich den Ball zu und kreieren null Raumgewinn. Und Wigan macht das genau richtig. Tief stehen und auf Konter warten. Auch auf den anderen Plätzen noch wenig los, Newcastle hat das Tempo wieder zurückgedreht.

[21h11] Von wegen Gerrard als hängende Spitze. Der turnt irgendwo auf der linken Seite rum. Und Torres hängt völlig in der Luft, weil Wigan tief drinsteht und es bis jetzt versteht, die Pässe aus dem Mittelfeld sicher und genau abzufangen.

[21h01] Marco Hagemann scheint ziemlich getroffen zu sein von den Ereignissen heute. Kann man verstehen. Los geht es an der Road und auch auf allen anderen Plätzen.

[20h59] Ulf Moldenhauer, Redakteur in der PREMIERE Sport-Redaktion, ist heute lt. Angaben von Marco Hagemann plötzlich verstorben. Die gesamte PREMIERE Sport-Redaktion trägt Trauer. Moldenhauer war Sportjournalist, vor allem in Bayern tätig. Er wurde 37 Jahre alt. Auch von dieser Stelle mein Beileid für die Angehörigen.

[20h55] Newcastle in den ersten Minuten mit Power-Play, City nur in der Defensive. Newcastle drückt, deutlich mehr Ballbesitz, deutlich mehr Spielanteile.

[20h50] Die Aufstellungen an der Anfield Road

Liverpool: Reina – Finnan, Arbeloa, Carragher, Aurelio – Pennant, Xabi Alonso, Mascherano, Kewell – Gerrard – Torres

Wigan: Kirkland – Melchiot, Scharner, Bramble, Kilbane – Valencia, Landzaat, Brown, Taylor – Heskey, Bent

[20h44] Liverpool-Wigan Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Liverpool, ein selbst ernannter Titelkandidat, spielt gegen den 18. der Tabelle mit einem Stürmer und fünf Mittelfeldspieler an der Anfield Road. Braucht es noch eines Beweises, warum die Reds nicht englischer Meister werden. Wer als Trainer so aufstellt, hat es dann auch nicht verdient. Also Torres im Sturm, Gerrard als Passgeber, Pennant über rechts, Kewell über links. Bei Wigan Athletic gibt es die lang ersehnte Rückkehr von Emile Heskey. Liverpool braucht einen Sieg um überhaupt noch den Begriff Meisterschaft in den Mund nehmen zu dürfen, Wigan braucht jeden Punkt gegen den Abstieg. Die Bilanz für Steve Bruce seit Amtsantritt: Zwei Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen. Liest sich nicht so schlecht.

[20h35] Liverpool gegen Wigan beginnt erst um 21h00. Bereits um 20h45 wird die Partie in Newcastle angepfiffen. Außerdem heute Abend noch Blackburn-Sunderland. Die Rovers könnten mit einem Sieg an die UEFA-Cup Plätze rücken, Sunderland braucht jeden Punkt im Abstiegskampf. Zudem Bolton-Derby. Bekommt Paul Jewell seinen ersten Sieg mit den Rams? Aktuelles aus der Liga. Anelka kurz vor Wechsel zu Chelsea und die Spurs kämpfen um Berbatov.

[20h29] Newcastle United – Manchester City Nur ein Punkt für Sam Allardayce aus den letzten drei Spielen. Der Trainer steht unter Druck. Zumindest zuhause konnte man zuletzt gut punkten, letzte Niederlage liegt schon etwas zurück, im November gegen Liverpool. Michael Owen wird nicht von Beginn an spielen für die Magpies, Viduka und Alan Smith im Sturm. Man City will mit einem Sieg wieder auf Platz fünf steigen. Man spielt unverändert gegenüber dem 0:0 gegen Liverpool.

[20h23] Guten Abend. Langsam geht der Spielemarathon in der Premier League zu Ende. Ein Abend mit vier Spielen steht noch auf dem Programm. Im Live-Spiel empfängt Liverpool Wigan Athletic. Die Reds heute mit 5er-Mittelfeld und Torres als einzige Spitze. Könnte langweilig werden. Sam Allardayce kämpft mit Newcastle im heimischen St. James Park gegen Manchester City für seinen Trainerjob.

Sogar für Babysitter ist gesorgt – Am Donnerstag beginnen die US-Vorwahlen in Iowa

Nun ist es endlich soweit. Der lange Wahlkampf für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika hat morgen mit dem Beginn der Vorwahlen im Bundesstaat Iowa seinen ersten Höhepunkt. Blicken wir also einen Tag vorher noch einmal auf aktuelle Infos, Umfragen und Hintergründe. Zudem ein kurzer Ausblick, wie wir hier in Deutschland die Vorwahlen über die Medien verfolgen können.

Ich werde häufig gefragt, wie die Vorwahlen in den USA ablaufen. Ganz ehrlich wusste ich dies bis vergangenen Sommer auch nicht so richtig. Über Weihnachten habe ich mit Bekannten in den USA telefoniert. Da kamen wir wieder auf das Thema zu sprechen. Eigentlich ist es ganz einfach. Zunächst muss erstmal gesagt werden, dass diese Vorwahlen rein parteiintern stattfinden, die Bevölkerung also zunächst überhaupt keinen Einfluss hat, sprich sie dürfen nicht wählen. Der Begriff “Vorwahl” ist dementsprechend auch ein bisschen irreführend, weil es sich eigentlich mehr um eine “Auswahl” handellt, die von den Parteimitgliedern vorgenommen werden. Die Bevölkerung der jeweiligen Bundesstaaten hat lediglich sekundär Einfluss, indem sie natürlich ihre politische Meinung äußert, sich an politischen Debatten beteiligt und so ein Feedback an die Kandidaten gibt. Denn je mehr und je stärker ein Bewerber für das Präsidentenamt den Rückhalt in der Bevölkerung hat, desto eher wird ihm auch seine Parteimitglieder in den Bundesstaaten das Vertrauen geben. Es wäre ja kontraproduktiv, wenn die Parteimitglieder der Demokraten oder der Republikaner einen in den Umfragen schlechter dastehenden Kandidaten mehrheitlich unterstützen. Nun wird bei der Auswahl der Kandidaten zwischen zwei parteiinternen Verfahren unterschieden, den Caucus und den Primaries. Beim Caucus - so ein bisschen wie ein Gegenteil zu den Primaries – stimmen Parteitage oder Versammlungen über den Kandidaten ab, dabei kommen die Vertreter zum Beispiel in verschiedenen Städten zusammen und beraten, welchen Kandidaten sie unterstützen wollen. Wie das dann genau abläuft, ist von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Ein Beispiel ist die Vorgehensweise, dass auf dem Boden drei Felder für drei verschiedene Kandidaten markiert werden und sich die Parteienvertreter dann nach ihren Beratungen auf die Felder stellen. Meist wird das ganze Prozedere nach 30 Minuten noch einmal wiederholt. Hierbei werden dann meist Kandidaten für den Nominierungsparteitag im Sommer festgelegt, die dann ihre Stimme einem Präsidentschaftskandidaten geben. Anhand der Bestimmung der Kandidaten für den endgültigen Nominierungsparteitag kann der Bewerber fürs Präsidentschaftsamt bereits erkennen, wie hoch die Zustimmung für seine Politik ist. Bei den Primaries ist dann der wesentliche Unterschied darin, dass die Delegierten für die Nominierungsparteitage faktisch gewählt werden von den Parteimitgliedern. Es gibt also keine “informelle” Einigung wie bei den Caucus. Wichtig ist aber vor allem, dass hier keiner Obama oder Hillary Clinton wählt in den nächsten Monaten, sondern genau genommen lediglich Delegierte als “Repräsentant” für die Präsidentschaftsbewerber und dies ausschließlich parteiintern geschieht. Ein Hintergrund des komplizierten Verfahrens ist vor allem eine größere Transparenz und Ortsnähe der Politik zu schaffen.

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Letzte Umfragen sehen sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern die Favoriten vorne in einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Viele Wahlberechtigte sind aber noch unentschlossen. Es wird also auf alle Fälle ein spannender Donnerstag in den USA. In Iowa finden übrigens Caucuses statt. Aufgrund der engen Umfrageergebnisse bemühen sich die Kandidaten bis zuletzt um jegliche Unterstützung. Hillary Clinton hat sich in einer Rede via Youtube nochmal an ihre Partei gewandt. Die nächste Runde im Wahlmarathon findet dann am 08. Januar in New Hampshire statt. Dann stehen Primaries auf der Tagesordnung.

Gestern Abend gab es in “World News Europe” auf CNN eine sehr interessante Reportage über die Anstrengungen, die die einzelnen Präsidentschaftskandidaten und ihre Anhänger unternehmen, um eine möglichst große Untersützungsbasis zu bekommen. Iowa als sehr ländlich geprägter Bundesstaat erfordert besondere logistische Leistungen. Teilweise werden sogar Babysitter zu einzelnen Familien aufs Land geschickt, damit auf die Kinder aufgepasst wird, währenddessen die Eltern als Parteianhänger ihren Kandidaten unterstützen können. Wäre ja auch mal ein mögliches Modell für Deutschland. Wie wäre es Frau von der Leyen, oder? Zudem wird selbstverstänlich auch der Schnee geschippt, damit man sicher aus der Garageneinfahrt kommt.

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Wie können wir politisch interessierten Menschen in Deutschland das Geschehen verfolgen? Einmal natürlich über die zahlreichen Websites der US-Nachrichtensender und auch von Sky, der BBC und des Guardian. Eine Liste hatte ich bereits zusammengestellt. Dann schadet sicherlich nicht ein Blick auf die Seite der New York Times und von USA Today. Fernsehtechnisch führt an CNN kein Weg vorbei. Von 2h00 bis 6h00 in der Nacht zu Freitag deutscher Zeit gibt es eine Sondersendung zu den Ereignissen in den USA. BBC World und Sky News werden im Programm ausführlich über die Vorwahlen in den USA berichten. Deutsche Nachrichtensender berichten lieber über den Traum des Fliegens.

Die “Sport Bild” und ihr Verhältnis zu Wolff Fuss – aber das Abschreiben aus dem Internet klappt

Ein ganz besonderer Neujahrsgruß kommt heute aus dem Axel-Springer-Verlag, von der Sport Bild. Nicht dass ich mich wundern würde, aber es ärgert micht mal wieder maßlos, wie dort journalistisch gearbeitet wird. Ich war heute Morgen in der Bremer Innenstadt, unter anderem auch auf dem Hbf, weil ich noch für einen Arbeitskollegen Fachzeitschriften gekauft habe. Dank langer Schlange an der Kasse im Zeitschriftenladen kurz mal in den TV-Teil der Sport Bild geguckt. Und siehe da, ich hätte es besser sein lassen sollen: Wolff Fuss wird mal wieder zutiefst kritisiert, diesmal aber nicht nur er alleine, sondern auch die, die seine Arbeit bewundern.

Bei der Bewertung der TV-Sendungen wird in der heutigen Ausgabe der Sport Bild auf das Spiel Arsenal-Tottenham vom 22.12. zurückgeblickt. Warum nun gerade dieses Spiel bewertet wurde, kann man sich denken: Es hat Wolff Fuss kommentiert, ein kleines Feindbild der Sport-Bild. In dem kurzen Artikel heißt es. Ich zitiere wörtlich:

“Im Internet versammeln sich immer häufiger die Fans von Wolff Fuss. Sie singen im Chor lauthals Lobeshymnen (“Fuss war heute wieder grandios”) und dulden keinen Widerspruch. Das grenzt schon an Heldenverehrung. Wir wagen trotz dieser Übermacht einen zaghaften Einwand: Der Fuss schien eingeschlafen in der ersten Halbzeit und zu Beginn des zweiten Durchgangs des Londoner Derbys. Dann weckte Keane mit einem Lattenschuss sein lautstarkes Temperament. Etwas wenig, oder?”

Ziemlich schlechter Artikel, oder? Gehen wir mal das Ganze nach und nach durch.

1. Ja, Wolff Fuss und seine Arbeit wird von vielen, mich mit eingeschlossen, sehr bewundert und häufig gelobt. Eine Heldenverehrung, wie von der Sport Bild tituliert, ist es aber bei weitem nicht. Ich kenne nur wenige Leute, die Wolff Fuss nicht von seinem Kommentatorenstil mögen. Zum einen ist dies die Sport-Bild, wäre ja auch mal interessant zu erfahren, warum dies so ist. Entspricht er nicht ihrem Stil? Seriösität gepaart mit Emotionen? Ist es das? Ich höre Wolff Fuss seit 2003 zu und er hat mir schon viele tolle Fußballabend beschert durch seinen Kommentar. Erinnert seien an Newcastle-Tottenham letzte Saison in der PL oder ManU-Roma sowie Liverpool-Chelsea in der CL. Da ist ein Wolff Fuss um Lichtjahre vom durchschnittlichen deutschen Kommentator entfernt. Das macht mir und vielen anderen Spaß zuzuhören. Und sowas lassen wir uns auch nicht von der Sport-Bild vermiesen. Dass die Internetforen voll von Lobeshymnen sind, kann ja auch mal die Sport-Bild hinterfragen.

2. So, das mal vorweg. Darum geht es mir primär auch gar nicht, sondern mehr um den Inhalt des Artikels der Sport Bild und die Vorgehensweise dabei. Hauptfrage für mich: Schauen die Sport Bild-Redakteure die Sendungen überhaupt selbst oder wird da sich von irgendwo her ohne Quellenangabe was zusammengekleistert ohne es, so wie es sich gehört, nachzuweisen? Es wird wohl nur nach Sympathie entschieden. Objektive Kriterien gibt es leider nicht. Oder wonach wird bewertet? Und von wem ist bei “wir” im Artikel die Rede? Die gesamte Sport-Bild, ein Redakteur? Hat der- oder diejenige Angst seinen Namen zu nennen? Das sollte bei einem Kommentar dazugehören!!

3. Soviel zur Formalia. Dass Fuss-Fans keinen Widerspruch dulden, ist ja mal eine nette These. Wo steht denn das? Gibt es Beweise für diese Behauptung? Ich selbst gebe zu, dass Fuss während des Spiels auch schlechte Phasen hatte. Insgesamt war es eine gute Kommentatorenleistung, aber bei weitem nicht das Optimum, aber immer noch besser als vieles in der deutschen Kommentatorenwelt. Und wenn die Sport-Bild auch mal genauer durch die Foren liest, gibt es hin und wieder mal auch kritische Stimmen zu der Arbeit von Wolff Fuss. Doch bei weitem respektieren wir Fuss-Fans auch Widerspruch und setzen uns damit auseinander. Er muss dann aber auch vernünftig belegt werden. Und nicht, wie bei der Sport-Bild ganz billig aus Internetforen abgeschrieben werden.

4. Vielleicht hat die Sport-Bild ja mal wieder ein kleines Feindbild entdeckt, dann eben mal Wolff Fuss. Bei jeder Gelegenheit wird Fuss von der Sport-Bild kritisiert, und meist, nicht immer, aber in 90% der Fällen völlig zu unrecht. Diesml gebe ich in Teilen Recht. Die erste Hälfte war nicht ganz so gut wie sonst, aber es war auch kurz vor Weihnachten und sein sechster Einsatz in den letzten acht Tagen. Was mich viel mehr aufregt, ist, dass die Sport Bild einfach so aus dem Internet ihre Formulierungen übernimmt und sich dabei nicht mal mehr schämt eine Quelle anzugeben. Und wie gesagt: Man pickt sich das raus, was gerade so in den Kontext des Schlechtmachens seitens der Axel-Springer-Presse passt. Schauen wir doch mal durch die Foren, was dort so am 22.12 geschrieben wurde.

Im Thread zum Internationalen Fußball bei Premiere im Digitalfernsehen-Forum schreibt am 22.12. User Drogba 09:

“Wolff Christoph Fuss war heute grandios.”

Das sind also die ganzen Lobeshymnen. Es gibt noch ein paar mehr davon am 22.12. Die Sport Bild übernimmt das Zitat einfach so vom User. Etwas weiter später im Thread schreibt User Jens Nowotny von der-kommentator folgenden Satz (Sorry Miro, aber ich zitiere dich jetzt mal wie alle anderen ohne vorher zu fragen.):

“Ihr könnt mich ruhig hängen, aber meiner Meinung nach war die Leistung von Wolff Fuss vor allem in Hälfte 1 und zu Beginn der 2. Hälfte wesentlich unter seinen Möglichkeiten. Erst als Keane an die Latte schoss und das Spiel interessant und spannend wurde, blühte Wolff Fuss auf.”

Liebe Sport Bild, es fällt auch nur durch leichtes Umverändern auf, dass man einfach das Zitat des Users leicht verändert hat. Richtig guter journalistischer Stil ist das nicht. Hat man bei der Sport-Bild denn keine eigene Meinung? Muss man Internet-User so wischiwaschi zitieren, damit man Stimmung machen kann? Es zeigt nur eines: Das ganz schwache Niveau der Sport Bild. Und wenn man sich seine Meinungen schon aus dem Digitalfernsehen-Forum zurechtbastelt, dann doch bitte mit Quellenangabe und Blumenstrauß an der User, der Platz fürs Heft gefüllt hat. Da sich die Sport Bild bei diesem Thread bedient hat, soll nur kurz darauf hingewiesen werden, dass auch die kritischen Stimmen gegen Wolff Fuss dort mit Respekt zur Kenntnis genommen wurden.

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was die Sport Bild gegen Wolff Fuss hat. Dass sie ihn ständig kritisieren ohne irgendwelche Beweise in früherer Zeit, hat mich schon geärgert. Jetzt gibt es in der heutigen Ausgabe zum ersten Mal so ein bisschen was wie Objektivität in den Ausführungen. Doch Pustekuchen: Einfach leicht verändert aus den Internetforen abgeschrieben.

Als Wolff Fuss am 03. November das spannende Spiel Arsenal gegen ManU kommentierte, gab es vier Tage später in der Sport-Bild wiederum scharfe Kritik. Und diesmal gab es fast keinen, der irgendwas zu bemängel hatte an Wolff Fuss. Bei Miro von “der-kommentator” kann man die Story noch mal nachlesen. Und bitte lest euch auch die Kommentare durch. Ist es Zufall, dass sich Miro damals über die Sport Bild beschwert hat und jetzt gerade sein etwas negativer Post aus dem DF-Forum genommen wird?

Wie dem auch sei, einerseits nervt das ständige Kritisieren von Wolff Fuss ohne jegliche Fakten und von rein subjektiver Sicht ungemein. Wenn er Spieler falsch ausspricht oder falsche Infos gibt, kann ich das ja alles noch verstehen. Und dann kommt als i-Tüpfelchen jetzt auch noch das Abschreiben von Meinungen aus Internetforen für den eigenen Kommentar! Ganz schlechter Stil von der Sport- Bild. Bis auf Weiteres werden hier keine Quellenangaben vom Axel-Springer-Verlag mehr verwendet. Im Nachhinein weiß ich spätestens jetzt, warum die Kündigung des Abos vor drei Jahren richtig war.

Viel Spaß beim Zählen der Narben!

Felix

 

TV-Tipp: Merkels Macht – Auf den Spuren einer Kanzlerin

Wer langsam die Schnauze voll hat von Fußball aus der Premier League (wird wirklich mal Zeit für eine Pause), dem kann ich heute Abend eine äußerst interessante Dokumentation bei der ARD empfehlen. Endlich gibt es mal wieder eine Reportage, die den Namen bei den ÖR auch verdient hat.

Das Jahr 2007 begann glänzend für Bundeskanzlerin Merkel: Als EU-Ratspräsidentin und G8-Präsidentin fühlte sie sich auf den roten Teppichen der Gipfeltreffen sichtbar wohl. Und Verhandlungserfolge wie in Heiligendamm und Brüssel ließen ihr Ansehen schnell wachsen: Angela Merkel – Superstar? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Autoren Stephan Lamby und Michael Rutz, die Angela Merkel ein Jahr lang mit der Kamera begleitet haben. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, unter anderem US-Präsident Bush, Tony Blair oder Gregor Gysi, kommen zu Wort um Merkels Politik bewerten und einordnen zu können.

Man muss nicht mit Angela Merkels Politik und ihrem Regierungsstil übereinstimmen. Wer sich aber allgemein für Politik interessiert, bekommt einen guten Einblick in die Regierungstätigkeit.

Merkels Macht – Auf den Spuren einer Kanzlerin gibt es heute Abend um 21.45 Uhr in der ARD.

P.S: Und wer von Dokumentationen nicht genug kriegt und auch noch Lust auf Fußball hat, für den gibt es um 18.00 Uhr in der ARD den Doku-Film über die Weltmeisterschaft der Fußball-Frauen in China 2007.