Beiträge vom 11. Januar 2008

Wenn es einfach zu lange dauert…

Freitag, 11. Januar 2008 13:38

ad1: 10 Monate verhandelt – und bisher ist nichts dabei rausgekommen. Ein Armutszeugnis für die GDL und die Deutsche Bahn. Im einzigen Punkt, wo man ganz groß war, waren die gegenseitigen Beschuldigungen, seitenlange Anzeigen in Tageszeitungen und im Androhungen von Konsequenzen. Und wir Bürger sind bis jetzt immer die Dummen gewesen. Was haben die letzten 10 Monate gebracht? Rein gar nichts. Seit ein paar Wochen sitzt man nun am Verhandlungstisch, schottet sich von der Öffentlichkeit ab, hat geheime Gespräche mit Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, doch eine Einigung gibt es jetzt anscheinend doch wieder nicht. Komisch, dass vor zwei Tagen alle noch so zuversichtlich waren. Oder ist es der GDL übel aufgestoßen, dass die Deutsche Bahn AG Verfassungsklage gegen den Streik eingereicht hat? Dieser Punkt zeigt nur eines: Wie unsensibel sich die Bahn in den ganzen 10 Monaten verhalten hat. Sie war nie Herr der Lage, sie war schwach. Die GDL entscheidet am Sonntag über neue Streiks. Ich gebe schon mal ein Tipp ab, wie es ausgeht. Am Sonntag beschließt man weitere Verhandlungen und verpulvert weiter Geld, weil nichts Gescheites dabei rauskommt. Kompromiss ist ein Fremdwort für die Beteiligten.

ad2:Dass Deutschland meiner Meinung nach nicht über einen qualitativ vernünftigen Nachrichtensender verfügt, habe ich hier schon mehrmals berichtet. Deshalb setze ich ja auch große Hoffnungen in die Bemühungen der ARD einen ihrer digitalen Kanäle als 24-Stunden-Nachrichtensender einzurichten. doch meine Hoffnungen haben auch wieder einen Dämpfer bekommen. Die Zeitschrift Digitalfernsehen will erfahren haben, dass jetzt sowohl ARD als auch ZDF eigene Nachrichtenkanäle planen. Das ist ein Fakt, den man eigentlich immer vermeiden wollte, dass beide ÖR ihre eigenen Kanäle umstrukturieren. So gibt es doch wieder nur die Verschwendung von Ressourcen und eine neue zusätzlich herbeigebrachte Konkurrenz zur Lasten der Qualität. Und mal was ganz anderes: Es wird geplant, geplant, geplant. Vielleicht handelt man auch mal. Denn mittlerweile lebe ich mit Sky News hervorragend. Also liebe ÖR,  lasst euch nicht mehr zu viel Zeit.

ad3:Und was ganz Privates: Ich bin großer Fan von NavyCis, habe alle DVD-Boxen der bisherigen drei Staffeln. Aber wann kommt Staffel Vier? Das müsste doch mal so langsam sein. Wenn irgendein Leser etwas Genaueres weiß, bitte her damit. Das dauet mir einfach zu lange.

Und auch mit der Premier League Preview wird es heute nichts mehr, das ich das zeitlich nicht schaffe. Also ersten morgen Früh. Nicholas Anelka wechselt lt. FC Chelsea von den Wanderers zu den Blues. Später mehr.

Zuletzt noch ein Lesetipp: Alexander Krei/Quotenmeter über die Medienkritik von Günter Oettinger.

Thema: TV und Radio, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Freitag 11. Januar 2008 – Überraschte Mutter

Freitag, 11. Januar 2008 13:08

“Nee, das habe ich noch nicht gewusst. Ach du Scheiße.”
Die Mutter von Jürgen Klinsmann zur Entscheidung ihres Sohnes, Trainer beim FC Bayern München zu werden.

(via Sat+Kabel)

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Der American Dream als Motivator für den FC Bayern

Freitag, 11. Januar 2008 10:44

Tja, Wunder gibt es immer wieder. Jürgen Klinsmann wird ab 01. Juli 2008 neuer Trainer des FC Bayern München. Das gab der Verein auf seiner Hompage mit. Ich finde den Schritt mehr als überraschend, aber vielleicht mal gar nicht so schlecht.

Drei Fragen stellen sich mir:

  • Wer bezahlt die Flugrechnungen?
  • Wie oft sehen wir in den nächsten Tagen Klinsmanns Tritt in die Werbetonne unter Giovanni Trappatoni?
  • Wer wird Klinsmanns Assisstent? Lothar Matthäus?
  • Wieviele Sommermärchen bekommt der FC Bayern?
  • Was macht die BILD jetzt, dass sie diese Info heute Morgen nicht exklusiv in ihrer Zeitung hatte?

Um 16.00 Uhr gibt es eine Pressekonferenz des FC Bayern.

Von dieser Stelle alles Gute für Jürgen Klinsmann. Have Fun!

Thema: Fußball | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Vom Lauf der Ereignissse oder wie Roland Koch sein Wahlkampfthema verliert

Freitag, 11. Januar 2008 10:28

Ende Dezember und Anfang Januar häufen sich Überfälle von Ausländern in Münchener U-Bahnen. Über die Feiertage wird das zwar mit Schrecken zur Kenntnis genommen, einen großen Aufschrei gibt es aber nicht. Als dann zum Jahreswechsel gleich drei Ehepaare von Ausländern in Münchener U-Bahnen verprügelt werden, setzt sich dann so langsam eine Bewegung in Gange. Und sie wird begonnen in Wiesbaden, vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der in knapp einem Monat wiedergewählt werden möchte, aber darunter leidet, dass ihm rein gar nichts Gescheites im Wahlkampf einfällt. Die SPD-Spitzenkandidaten Andrea Ypsilanti sammelt Unterschriften für den Mindestlohn und bezeiht klare Stellung zu sozialpolitischen Themen. Bei sowas scheint Roland Koch überfordert zu sein und denkt sich mit breitem Grinsen, dass ich doch auch mal für Schlagzeilen sorgen muss, damit mich die Bevölkerung in Erinnerung behält – und eins, zwei, drei entwirft Roland Koch das populistische Wahlkampftheme Jugendkriminalität, wobei der Schwerpunkt dabei auf ausländischen Jugendlichen liegt. Es könne nicht sein, so Koch, dass kriminelle ausländische Jugendliche sich so in unserer Gesellschaft verhalten. Solche Kriminellen müssten mit der härtesten Strafe belegt werden, in Erziehungscamps geschickt werden oder am besten gleich des Landes verwiesen werden. Scheißegal wie populistisch das Thema ist, denkt sich Roland Koch, er ist mal wieder in den Schlagzeilen und findet Beachtung nicht nur zwischen Gießen und Rüdesheim.

Und die CDU/CSU stimmt munter mit in den Chor ein, unterstützt Roland Koch und seine Politik. Eine Woche entbrannt eine heiße Diskussion, auf der einen Seite die CDU/CSU und Koch, der in mehreren Interviews seine Position vehement verteidigt, auf der anderen Seite alle anderen, vor allem die SPD, viele Migrationsverbände und sogar der Zentralrat der Juden äußert sich, vergleiccht Kochs Politikstil mit Methoden aus dem NPD-Wahlkampf.

Es droht eine heiße, eklige Diskussion zu werden, die mal wieder ein schlechtes Bild auf die Politik wirft und auch sonst für wenig Begeisterung sorgt. Doch plötzlich kam alles ganz anders: Vor zwei Tagen, also am Mittwoch, veröffentlichte der HR im Auftrag von Infratest dimap eine neue Umfrage zur Wahl in Hessen. Demnach könnten CDU und FDP wieder mit einer Mehrheit rechnen, die Linke kommt nicht in den Landtag. Sollten die Linken aber die 5% Hürde knacken, sähe das Bild anders aus. Das ist im Groben gesehen die Erkenntnis der Umfrage. Doch es muss geanuer hingeschaut werden. Die CDU verliert zwei Prozentpunkte auf 40%, die SPD gewinnt 3% hinzu auf 35%. Innerhalb kürzester Zeit hat die SPD also fünf Prozentpunkte aufgeholt. Und viel dramatischer sieht es aus, wenn man die Kandidaten direkt wählen könnte. Sowohl Roland Koch als auch Andrea Ypsilanti kommen auf 44%, Koch verliert 4%, Ypsilanti verbessert sich um 12 Prozentpunkte. Das sieht ja gar nicht gut aus für Roland Koch, die kleinen Alarmglocken schrillen in der hessischen Landesregierung. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Koch sich mit dem Wahlkampfthema Jugendkriminalität überhaupt nicht profilieren konnte, es hat ihm und seiner Partei sogar geschadet.

Am Mittwochabend ist Roland Koch dann in der Sendung “hart aber fair” in der ARD. Plötzlich werden ihm Zahlen vorgelegt, wonach Hessen bei der Verurteilung von Straftätern Nachzügler ist. Roland Koch gibt dies erstmals zu und es kommen weitere Versäumnisse an den Tag. Hessen liegt bei der Veruteilung von jugendlichen Straftätern auf dem letzten Platz. Durchschnittlich dauert dies 3 Monate, in Hessen einen Monat mehr. Und aus allen Ecken und Enden prasselt die Kritik auf Koch ein. Die Richter in Hessen werfen Koch Plünderung der Justiz vor. Eine neue Umfrage des “Stern” stellt fest, dass 64% der Bevökerung Koch reine Wahlkampftaktik vorwerfen.

Ich möchte koch nicht vollständigen Populismus vorwerfen, vielleicht hatte er ja auch brauchbare Absichten. Aber so kam es bei vielen in der Bevölkerung nicht an. Überspitzt formuliert ist es ein klassiches politisches Eigentor. Große Sprüche, aber vor der eigenen Haustür nicht gefegt.

Thema: Wahlen und Umfragen | Kommentare (0) | Autor: medispolis