Das Momentum für Barack Obama und die Szene der Nacht

Ich konnte die letzte Nacht überhaupt nicht gut schlafen und habe dann nebenbei CNN laufen gehabt mit dem Situation Room. Zwischendurch bin ich zwar mal wieder eingeschlafen, aber pünktlich zu den ersten Ergebnissen aus Wisconsin gegen 03h00 morgens wieder aufgewacht.

Die Szene der Nacht folgte dann kurz darauf. Man war bei CNN live bei der Rede von Hillary Clinton, die sich vornehmlich kaum zu den Ergebnissen geäußert hat, sondern ihre Anhänger für Texas und Ohio einschwörte. Die Rede lief schon einige Minuten, war aber noch längst nicht am Ende, als plötzlich bei CNN die Alarmglocken schrillten. Mitten in der Rede von Clinton brach man die Live-Übertragung ab, weil gleichzeitig Barack Obama in Houston vor die Mikrofone trat. Einfach so. Hillary Clinton zählt nicht mehr. Wenn es eines Beweises brauchte, dass das Momentum klar in Richtung Barack Obama ausgeschlagen hat, dann war es diese Szene, denn auch immer mehr die Berichterstattung der Medien konzentriert sich vornehmlich in positiver Weise auf den schwarzen Senator aus Illinois.

Und Obama ist weiter auf einem Höhenflug. Er gewann die beiden Vorwahlen in Wisconsin und auf Hawaii mehr als deutlich. Gerade in Wisconsin konnte man von so einem deutlichen Sieg nicht ausgehen, aber Obama hat es wieder geschafft Hillary Clinton ihre traditionellen Wählergruppen abzunehmen. Auf Hawaii kommt Obama auf einen Stimmenanteil von 74%, während Clinton angeschlagen bei 26% liegt. In Wisconsin steht es nach den Auszählungen 58 zu 41% pro Obama. Obama führt jetzt auch in den Delegiertenstimmen etwas deutlicher. CNN schätzt seinen Vorsprung auf knapp 60 Delegierte ein, 1.294 zu 1.234 für Obama.

Bei den Republikanern hat John McCain weiter alles im Griff. Ihm fehlen nur noch wenige Delegiertenstimmen, bereits in zwei Wochen kann er die notwendigen 1.191 erreichen. Hat Hillary Clinton noch eine Chance? Ja, aber nur wenn sie Texas und Ohio gewinnt. Dass das mehr als schwer werden wird, dürfte klar sein.

So, jetzt sind erstmal zwei Wochen Pause. Alles konzentriert sich dann auf Texas und Ohio. Hier kann sich entscheiden, wer der Kandidat der Demokraten wird. Sollte Clinton beide Staaten nicht deutlich für sich entscheiden, dürfte es das dann so langsam gewesen sein. Die Wahlnacht aus Texas und Ohio am 04. März werde ich live mitbloggen.

Autor: medispolis
Datum: Mittwoch, 20. Februar 2008 11:14
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Keine Kommentare

  1. 1

    Für die Nacht (neben Respekt vorab) anbei schon mal der Vorschlag für ein drinking game beim CNN-gucken: “the best political team”. Verschärfte Variante: nur wenn der Satz von Wolf Blitzer kommt. Mit Alkoholika wird das aber vermutlich in beiden Fällen ein sehr ungesundes, wenn nicht tödliches Spiel.

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  2. 2

    Dann müsste ich, nach meinen Erfahrungen mit Blitzer, schon nach zwei Stunden vom Krankenwagen abgeholt werden. Als Abonnent des CNN Daily Politics Podcast bin ich aber schon vieles gewohnt. Was mich immer wieder nervt, ist, dass er das ganze dann auch noch so himmelhoch jauchzend betont. Ein langes “i” im Team und ein langes “o” im Podcast.

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  3. 3

    Mich nervt das auch un-fass-bar (und doppelt und dreifach, weil ich keine echte Alternative zu CNN habe, wie hier schon mal erwähnt). Ein Kritiker von Slate hat in einer Nacht 50 Erwähnungen des Slogans gezählt, ebenfalls zu seinem nicht geringen Missvergnügen:

    such words can do direct injury to viewers (…) slogans like this one remind viewers — as if they needed reminding — that the network thinks they’re idiots, susceptible to the basest form of persuasion going.

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