Vier Fakten, die man wissen sollte, wenn man mit dem Nahverkehr durch NRW reist
1. Die Züge sind dreckig
Und das vor allem von außen. Ich bin in den vier Tagen im Rheinland soviel Zug gefahren wie noch nie in meinem Leben und ich kann schwören, dass mindestens jeder dritte Zug irgendeine riesengroßes Grafitti an den Scheiben kleben hatte. Die Regionalexpresszüge waren etwas sauberer, ganz schlimm ist es bei der Kölner S-Bahn. Keine Ahnung, wo die Wagen nachts abgestellt werden, aber bezüglich der Sauberkeit ist es auf alle Fälle nicht der richtige Ort. Innerhalb der Wagen war das noch akzeptabel, wenngleich aufgrund des dichten Taktes kaum Zeit zum Reinigen der Züge bleibt. Es ist also keine Seltenheit, wenn morgens um 09h30 Uhr bereits alle Mülleimer vollgestopft sind – und das vorerst auch bleiben. Immerhin scheint das Problem durchaus bekannt. Siehe diese besondere Aktion.
2. Die Züge sind voll
Ich kenne den Berufsverkehr nur aus Bremen, Hamburg und Hannover, aber als ich letzte Woche gegen 18h00 mit dem RE von Düsseldorf nach Köln zurückwollte, dachte ich, ich würde meinen Augen nicht trauen. Da waren die Bahnsteige am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo die RE nach Hamm und Köln abfahren, so mit Menschenmengen überfüllt, dass einfach kein Platz mehr war. Als ich jemanden neben mir fragte, ob das immer so voll sei, meinte die Dame, dass dies eher noch als leer gelte. Und auch tagsüber gibt es kaum leere Züge, obwohl die Züge in einem teils extrem dichten Takt unterwegs sind. Mir kam es vor, als wäre ganz NRW mit dem Zug unterwegs.
3. Die Züge sind pünktlich
Und obwohl so viele Menschen unterwegs sind und neben dem ganzen Nahverkehr noch die S-Bahnen und der Fernverkehr ihren Weg auf den Schienen brauchen, sind die Züge fast ausnahmslos pünktlich unterwegs. Hier und da mal eine oder zwei Minuten Verspätung, aber das ist ja völlig im Rahmen. Gerade bei einem so dichten Netz ist das schon mehr als erstaunlich. Und den Güterverkehr rollt auch noch zwischendurch. Gott sei dank sind fast alle Hauptstrecken in NRW viergleisig. Aber das ist schon bemerkenswert, wie ein Rad ins andere greift.
4. Die Züge haben Namen
Fast alle Verbindungen haben entweder Namen oder den Linien im Regionalverkehr sind Nummern zugeordnet. Das kannte ich bisher so überhaupt nicht. Da gibt es den Rhein-Express, den NRW-Express, die Rhein-Sieg Bahn oder zum Beispiel die RB26. Als ich mich auf dem Kölner Hbf erkundigt habe, wie ich am schnellsten Richtung Düsseldorf komme, sagte mir die Dame am Schalter nur, nehmen sie den NRW-Express. Klingt doch auch viel kürzer, als wenn man sagt, man soll in den RE von Aachen nach Hamm einsteigen. Die Bahn ist so einfach.
BTW: Die Ansagerin im Düsseldorfer Hbf hat eine sehr nette Stimme. Sieht bestimmt auch gut aus. Solche Gedanken macht man sich dann, wenn man eingequetscht auf dem Bahnsteig steht und nur noch die Bahnhofsansage versteht. Zug fahren in NRW macht richtig Spaß.

