Democratic National Convention 2008: Rede von Barack Obama im INVESCO Field
[05h20] Es war vor allem eine tolle Kulisse für eine solche Veranstaltung. Oder wie Hubertus Heil es via twitter bezeichnet hat: “Musik und Tanz. Mehr los als bei Pink Floyd Konzerten.” So denn. Einen angenehmen Start in den Freitag. Bis dahin.
[05h17] Es war eine gute Rede. Nicht zu vergleichen mit der Berlin-Rede, weil eben ein ganz anderer Themenschwerpunkt und andere Adressaten. Diesmal kam es auch auf Details an, auf politischen Programme. Es mussten mehr als nur Grundsätze angeboten werden. Das ist gelungen. Jetzt muss man schauen, ob das auch die unentschlossenen Wähler für ihn und seine Politik begeistert hat. Bei den Leuten, die Sky News interviewt, Begeisterung über alle Gesichter. Aber das dürfte klar sein. Aber wenn jetzt an den Fernsehbildschirmen Menschen vielleicht nochmal über ihre Entscheidung eventuell McCain zu wählen nachdenken, wenn Unentschlossene mehr zu Obama tendieren, dann hat er sein Ziel erreicht. Mal schauen, was die Umfragen der nächsten Tage ergeben.
[05h14] Wenn man so will, war die Rede also ein Kompendium aus drei Teilen. Das Scheitern der republikanischen Partei dokumentieren, seine Politik vorstellen, eingerahmt von den Basics, die die USA wieder redefinieren müssen. Von den Gedanken und den Idealen, die Amerika nach vorne gebracht haben und die immer wieder gerne unter dem Stichwort “American Promise” zusammengefasst werden.
[05h12] Und Sky News wieder ganz groß, schnappt sich vorbeilaufende Leute. “Hi, we are from Sky News, from London, England.”
[05h10] Und all diese politischen Grundsätze waren eingerahmt in sehr persönliche Gedanken, in einer Reflexion seines eigenen Lebens, seiner bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse in Amerika. Immer wieder erinnerte er an den American Promise, an Wertvorstellungen, an Ideale, die es wieder herzustellen gelte. Er erinnerte an das Schicksal, an die Probleme und Schwierigkeiten ganz normaler amerikanischer Bürger und verband diese mit seinen konkreten politischen Vorstellungen. Obama wollte klar machen, dass er wisse, was die Leute im Land bewegt. McCain doesn’t get it, seine Botschaft.
[05h07] Und dann kam quasi als Gegenüberstellung, als Kontrast sein Wahlprogramm. Steuererleichterungen, neue Jobs schaffen, eine allgemeine Krankenversicherung, Investitionen in neue Energien, verantwortungsvolles Ende des Irak-Krieges und einer Stärkung der militärischen Präsenz in Afghanistan.
[05h03] “Own your failure.” Gestehe dein Scheitern ein. Barack Obama hat es in dieser Rede geschafft die Politik der Republikaner und von John McCain zu kritisieren – und zwar auf sehr geschickte Weise. Hat die Verdienste von John McCain anerkannt und gelobt um dann loszuscheißen gegen die Politik des Kontrahenten. Ob Außenpolitik, Steuerpolitik, Umwelt, Wirtschaft, Gesundheit und Gesellschaft – überall hat er Kritikpunkte gefunden.
[04h58] Die Sonne ist mittlerweile untergegangen, Flutlicht ist an. Die Obama-Familie kommt aufs Podium. Feuerwerk geht los. Joe Biden und seine Frau schließen sich an. Blitzlichtgewitter von den Fotografen und den Zuschauern. Beeindruckende Atmosphäre.
[04h55] America, we cannot turn back. We cannot walk alone. Let us keep the American Promise. Und das waren dann 50 Minuten Barack Obama. Die Masse jubelt.
[04h53] Militär macht uns nicht stark, Geld macht uns nicht reicht, Bildung macht uns nicht schlau. Es ist der American Promise, der Amerika stark, reich und schlau macht. Unsere alle Träume können einer sein.
[04h51] “This election has never been about me, it is about you.” Großartiger Satz. Wechsel kommt nicht aus Washington, sondern nach Washington.
[04h49] Nächstes Thema Gesellschaftspolitik: Keine Diskriminierung für gleichgeschlechtliche Paare, die Anzahl ungewollter Schwangerschaften verringern, das Waffenrecht verschärfen.
[04h46] Patriotism has no party. Er liebe dieses Land. Und da sind sie wieder diese Sätze, diese Aufzählung. Soldiers have not served a Blue America or a Red America, they have served the United States of America. I have news for you, John McCain. We all put our conutry first.
[04h44] Er erinnert an die große Tradition von demokratischer Außenpolitik. Niemand solle ihm sagen, dass Demokraten Amerika nicht beschützen können. Er will den Krieg im Irak beenden – und zwar verantwortungsvoll - und das Engagement in Afghanistan verstärken. Er will das morale Standing und Ansehen Amerikas in der Welt wieder herstellen.
[04h40] Nächstes Thema Außenpolitik. Den American Promise nicht nur in den USA wieder herstellen, sondern auch in der gesamten Welt. Obama ist bereit für eine Auseinandersetzung mit John McCain über Außenpolitik. Er erinenert an das Versagen von McCain für den Irak-Krieg gestimmt zu haben. John McCains Außenpolitik macht Amerika nicht sicher. Mc Cain verfolge Ideen der Vergangenheit. Man verhindere nicht den Terrorismus, indem man den Irak angreift.
[04h37] Jeder soll sich eine Ausbildung am College leisten können, Krankenversicherung für alle. Soziale Sicherheit soll auch für zukünftige Generationen ermöglicht werden. Gleiche Arbeit soll gleichen Lohn hervorbringen. All dies kostet Geld. Das wisse Obama. Aber Schulden müssen ebenfalls abgebaut werden.
[04h34] Nächstes Thema Energiepolitik: Vom Öl unabhängig machen, in umweltverträgliche Kohlekraftwerke investieren, Wind- und Solarenergie sollen ausgebaut werden, diese Technologien sollen neue Jobs schaffen. Föderung der Technik für umweltverträgliche Autos. Und Zuschüsse für Familien, die sich solche Autos kaufen. Gute Umweltpolitik brauche Anreize, dass sie auch genutzt wird.
[04h32] Einige Gedanken zum American Promise verbunden mit klaren politischen Botschaften: Ausbau von Schulen, Bildung auch für Ärmere. Die Regierung in Washington dürfe nicht gegen die Menschen, sondern für die Menschen arbeiten. Jetzt wird es ganz konkret: Steuererleichterungen für Reiche zurücknehmen, Steuererleichterungen für Firmen, die in den Mittelstand, Steuererleichterungen um 95% für Familien. In 10 Jahren ist Amerika unabhängig von Öl aus dem Nahen Osten – sein Wahlversprechen, wenn er Präsident wird.
[04h30] Wie immer bringt Obama Fallbeispiele aus seiner Familie und seiner nähreren Umgebung, aus seinem Leben. Die Beispiele sollen zeigen, welche Probleme Amerika zu lösen hat. Diese Stories, die er gerade erzählt hat, das sind meine Helden, das sind die Menschen, um die ich mich kümmern will, deren Leben ich besser machen will.
[04h27] Und nach all den ganzen Versagen der Republikaner die Botschaft: Um all das alles zu ändern, will er Präsident werden. Change for the USA. Und jetzt wird es konkret in den politschen Themen: Steuererleichterungen für die Mittelklasse, Schaffen neuer Jobs, Bildung für alle bezahlbar machen. Die wirtschaft wieder stärker machen.
[04h25] John McCain habe keine Ahnung über das Leben der Amerikaner. Steuererleichterungen für die Reichen und die großen Firmen, aber nicht für die Leute, die es wirklich benötigen. John McCain doesn’t care, John McCain doesn’t get ist.
[04h23] John McCain ist alles andere als independent in wichtigen politischen Fragen, sei es Energiepolitik, sei es in Bereichen der Wirtschaft, der Umwelt- oder Gesundheitspolitik. Die Angriffe auf die Republikaner häufen sich. Bis jetzt noch nichts Konkretes zu eigenen politischen Vorschlägen.
[04h21] Enough! Amerika brauche einen Wechsel um den American Promise zu bewahren. John McCain ist die Fortsetzung von George W. Bush. “Eight is enough.” Es dürfe keine dritte Amtszeit der Bush-Administration geben. Trotzdem lobende Worte für einen großen Patrioten, John McCain, der aber 90% seiner Entscheidungen mit George W. Bush gemeinsam hat. Das ist eine “10 percent chance of change.”
[04h19] Barack Obama will, dass auch die nächsten Generationen – so wie er damals – den American Dream verfolgen können. Ein defining moment in history of the United States. Das Land erfahre Probleme und Schwirigkeiten. Es ist ein Ergebnis der falschen Politik von George W. Bush. Gleich der erste Angriff an die gegenwärtige Regierung. “America, we are a better country than this.”
[04h16] Dank an seine Gegenkandidaten mit Betonung auf den ganz besonderen Verdiensten von Hillary Clinton. Dank an alle Redner auf der Democratic National Convention. Besonderen Dank an Joe Biden. Dank an seine Frau und Töchter, die er liebt und auf die er sehr stolz ist.
[04h14] Erster Satz gleich der wichtigste Satz: “I accept your nomination for the presidency of the United States.”
[04h12] “City of binding lights” von U2 erklingt. Barack Obama kommt auf die Bühne. Die ersten Menschen haben Tränen in den Augen. Minutenlanger Applaus.
[04h08] Da sollten sich alle Wahlstrategen mal etwas abschauen, wie man einen Kandidaten ins richtige Licht rückt, wie man eine Person präsentiert.
[04h02] Die Menge stimmt sich mit “Yes we can”-Rufen auf Barack Obama ein. Es gibt einen Einspielfilm über Barack Obama, in welchem sein Leben nacherzählt wird. Bilder aus seiner Kindheit, Erinnerung an seine Eltern, seine Laufbahn in der Politik. Tenor: Barack Obama ist einer von uns, jemand, der intensiver als andere den American Dream verfolgt hat [und von ihm auch profitiert hat].
[04h00] Man kann Sky News für vieles kritisieren, die bouvelardeske Aufmachung gehört dazu. Aber eines kann dieser Sender: Aus Live-Events das Maximale rausholen. Man schnappt sich einfach so einen African-American, der kurzzeitig durchs Bild huscht. “Wait a second, we are from Britain, Sky News. 45 years after the speech of Martin Luther King Jr. Do you have your dream now?” Der Interviewte überlegt kurz: “Almost.”
[03h57] Die ARD beginnt ihre Übertragung. Als Einspielmusik für den Vorspann gibt es Musik aus Fluch der Karibik. Ohne Worte.
[03h55] Barack Obama soll bereits seit einer Dreiviertelstunde im INVESCO Field sein und hat den Nachmittag mit einem Basketballspiel verbracht.
[03h52] Live-Bloggings auch beim Guardian und der BBC.
[03h44] Es ist ein historischer Moment. Barack Obama ist der erste schwarze Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten. Rein formell ist diese Rede die Annahme der Nominierung, die die National Convention gestern ausgesprochen hat. Aber es ist mehr: Neben dem Auftakt zur heißen Phase des US-Wahlkampfs ist es vor allem auch eine programmatische Rede. Barack Obama muss jetzt den schmalen Grat finden zwischen starken, kräftigen Worten, zwischen emotionalen Bildern und der Antwort auf ganz konkrete Sorgen, die die Menschen der USA haben. Es ist in erster Linie also eine programmatische Rede – und diesmal mit dem Schwerpunkt der Innen-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik. Und darüberhinaus muss Barack Obama den 80.000 im INVESCO Field und den Millionen am TV klar machen, warum er der bessere US-Präsident ist und nicht sein Kontrahent John McCain.
[03h37] Sky News interviewt ein paar Leute, die im Umfeld der Bühne stehen, unter anderem auch einen 60-jährigen Weißen aus North Carolina, der gerade seinen Ruhestand angetreten hat. Hat einen Hut ähnlich wie Uncle Sam auf, und einen Vollbart. Gibt aber ehrlich und sehr persönliche Auskünfte über seine politischen Ansichten.
[03h34] Breaking News von CNN: John McCain wird noch nicht heute Nacht seinen Kandidaten für das Amt des Vize-Präsidenten vorschlagen. Gründe werden nicht genannt. Kann mir aber vorstellen, dass es rein taktische Gründe sind, würde diese Meldung doch in dem ganzen Obama-Hype völlig untergehen.
[03h31] Die Demokraten haben in Denver nichts dem Zufall überlassen. Während Obamas Rede gibt es eine Kameraeinstellung, die Obama auf einer Linie mit den Zuschauern im Hintergrund zeigt. Es wird also nicht von oben herab geschaut. Damit entgeht man zumindet teilweise der Kritik der Republikaner, die diese ganze Veranstaltung für reine Show halten und Obama einmal erneut den Status eines Prominenten geben, aber nicht den eines Politikers, die die dringenen Probleme Amerikas anpacke. Mal schauen, ob CNN die tolle Skycam dann auch weniger einsetzt.
[03h27] Ein Transkript der Rede von Barack Obama ist bereits im Internet veröffentlicht.
[03h23] Völlig unerwartet kommt Obamas Kandidat für den Vize-Präsidenten, Joe Biden, auf die Bühne in Denver. Es war kurzzeitig etwas ruhiger geworden, jetzt brandet wieder Applaus auf.
[03h14] Nächste Rednerin ist Susan Eisenhower, die Enkelin vom ehemaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower. Sie hält eine kleine Grundsatzrede zur Außenpolitik. Eisenhower selbst ist Experten in Sachen Außenpolitik, Schwerpunkt Russland.
[03h10] Sky News, CNN und die BBC berichten fast die ganze live aus Denver und unterbrechen nur selten für einen kurzen Nachrichtenblock und Werbung. CNN hat den Situation Room mit Wolf Blitzer ins INVESCO Field verlagert. Zwei Moderatoren und viele Gäste sitzen auf Barhockern irgendwo etwas abseits von der Bühne umlagert von Schweinwerfern und Kameras. Sky News steht mit Jeromy Thompson mitten in der Menge. Die ARD und ZDF übertragen die Rede jetzt übrigens auch live und im Zweikanalton. Mittwoch Morgen stand davon noch nichts in den TV-Guides. Scheint sich bei den ÖR wohl erst spät herumgesprochen haben, dass da heute etwas Wichtiges in den USA passiert, was man live übertragen muss.
[03h07] Weiter geht es mit musikalischer Unterhaltung. Bisher schon aufgetreten sind die Black Eyed Peas, Sheryl Crowe und Stevie Wonder. Jetzt singt Michael McDonald “America the Beautiful.”
[03h05] Es ist eine beeindruckende Atmosphäre im INVESCO Field. In den oberen Rängen sind zwar noch einige Plätze frei, aber ansonsten ist das Stadion voll. Unten auf dem Spielfeld ist eine große Bühne aufgebaut, tausende stehen im Umfeld dieser Bühne und schwenken Fahnen und Plakate. Riesige Videoleinwände sind aufgebaut. Die Strahlen der untergehenden Sonne streifen die Plätze ganz oben im Stadion.
[03h02] Al Gore lobe Obamas Charaktereigenschaften, seine poliitschen Visionen, die Amerikas moderne politische Kultur bereichern. “Obama inspires hope”, für so viele politikenttäuschte Menschen in den USA. “Geht hinaus und verbreitet die Botschaft von Barack Obama quer über das Land.” Al Gore wird mit tosendem Applaus gefeiert. Ein Gospel-Chor singt “Let the Sun shine in”. Scheint beste Einstimmung gewesen zu sein.
[03h00] Hauptthema in der Rede des Nobelpreisträgers ist natürlich Klima- und Energiepolitik. “We are facing a planetary emergency.” Eine massive Reduzierung von CO2 ist notwendig. Amerika müsse in neue Energien investieren. Amerika habe alles dieses massive Problem zu lösen. Bis auf einen Präsidenten, der diese Politik in Washington auch umsetzt. “It is time for a change.”
[02h53] Moin aus Bremen. Um 04h00 geht es los mit der Rede von Barack Obama. Im Moment hält Al Gore seine Grundansatzsprache.






