Zweiter Spieltag am dritten Wochenende im August in der Premier League. Sonst gab es gleich zu Beginn immer eine englische Woche, diesmal hatten die Teams eine Woche Zeit den ersten Spieltag aufzuarbeiten. Kurze Randnotiz: PREMIERE setzt seinen Sparkurs konsequent um und weicht auch vom Sendeschema mit Fokus auf den Top Four nicht ab. Das heißt also, wir sehen so Knallerpartien wie Arsenal gegen Hull City oder Chelsea gegen Stoke, während uns Begegnungen wie Aston Villa gegen Manchester City oder Tottenham gegen Newcastle verwehrt bleiben. Verstehe das einer wer will. Arsenal gegen Hull City wird sicherlich kein Quotenknüller. Völlig undurchsichtig auch die Strategie der Spielauswahl. Manchmal zeigt man kein Liverpool-Spiel samstags um 16h00, manchmal doch. Dabei sollten doch gerade zu diesem Zeitpunkt die Quoten dank Konkurrenz durch die Bundesliga eher gering sein, oder? Stattdessen wird ein lukratives Monday Night Game zwischen Tottenham und Aston Villa, das völlig ohne Konkurrenz läuft, einfach ignoriert.
Die Lehren aus dem ersten Spieltag sind schnell erzählt: Chelsea marschiert vorne weg mit einer sehr ansehnlichen und spielerisch guten Leistung. Arsenal spielt weiterhin den Chancentod und münzt drückende Überlegenheit in einen Arbeitssieg gegen West Bromwich Albion. Manchester United strauchelt in Abwesenheit zahlreicher Stammspieler gegen Newcastle United. Überraschende Auftaktsiege gab es für Aufsteiger Hull City gegen Fulham und Middlesbrough gegen Tottenham. Das torreichste Spiel sah man nach einer schwachen ersten Halbzeit beim 4:2 von Aston Villa über Manchester City, Gabriel Agbonlahor war dreifach erfolgreich. Einen Einstand nach Maß gelang auch Blackburns neuem Manager Paul Ince mit dem 3:2 beim FC Everton. Und das trotz einer wieder durchwachsenden Leistung von Englands ehemaligem Nationaltorhüter Paul Robinson. Beim Ausgleich zum 1:1, einem von halblinks direkt verwandelten Freistoß von Mikael Arteta, sah Robinson alles andere als gut aus, hatte sich völlig verschätzt und hatte ein Stellungsspiel jenseits von Gut und Böse. Die vergangenen Monate waren nicht die Blütezeit von Paul Robinson. Insbesondere in der letzten Saison unterliefen ihm zahlreiche Fehler, unter anderem in so wichtigen Spielen wie beim 4:4 gegen Aston Villa, als Martin Jol kurz vor dem Rauswurf stand. Seine Fehler in der Nationalmannschaft lasse ich mal außen vor. Juande Ramos setzte Robinson auf die Bank, so langsam lief die Zeit ab an der White Hart Lane. Ende Juli dann der Transfer zu den Blackburn Rovers, wo er Brad Friedel als etatmäßige Nummer Eins vor sich sah. Doch Brad Friedel wechselte zu Aston Villa. Ganz plötzlich war der Weg wieder frei für Paul Robinson. Das Spiel am vergangenen Samstag war zumindest kein Glanzlicht, viel mehr Fehler sollte sich Robinson nicht mehr leisten.
Blackburn Rovers – Hull City
Nächste Herausforderung für Paul Robinson und die Rovers ist der Aufsteiger Hull City. Es spielen also zwei Siegerteams vom vergangenen Wochenende gegeneinander. Für Hull City sind Siege gegen Teams wie Fulham natürlich goldwert, ob man die Hürde Blackburn auch so souverän meistern kann, bezweifele ich mal. Der Trainer von Hull City, Phil Brown, gibt sich im BBC-Interview dennoch optimistisch und kämpferisch. Die Rovers gewannen bisher nur einmal die ersten beiden Auftaktspiele in einer Saison. Das war in der Saison 1997/1998. Damals folgten dann sechs Siege in Folge. Über die Zukunft von Roque Santa Cruz wird weiter spekuliert, Angebote von diversen Klubs sollen vorliegen. Noch läuft er aber für Blackburn auf.
FC Liverpool – FC Middlesbrough
Die Reds am vergangenen Wochenende mit einem glanzlosen 1:0 in Sunderland, während das Team von Gareth Southgate doch etwas überraschend die Spurs mit 2:1 bezwang. Beide haben drei Punkte, beide aber mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen aus dem Saisonauftakt. Liverpools Trainer Benitez war nach dem schmeichelhaften 0:0 in Lüttich in der CL-Quali schon ratlos angesichts der dürftigen spielrischen Leistung. Scheinbar hat er dies bis Samstag nicht lösen können. Und ob diese Woche so viel Zeit blieb? Denn an der Anfield Road herrscht schon wieder Trubel abseits des Rasens. Benitez fühlte sich von Seiten der Vereinsführung nicht hinreichend im Poker um Gareth Barry unterstützt. Der Spanier wollte den Mittelfeldspieler von Aston Villa gerne verpflichten, Liverpools Chief Exekutive Rick Parry lehnte dies als zu teuer ab. Jetzt soll es ein Friedensgespräch gegeben haben. “We will now move forward together.” Mal sehen wie lange.
Newcastle United – Bolton Wanderers
Die Magpies wollen nach dem Achtungserfolg im Old Trafford ihren 1000. Sieg nach dem Zweiten Weltkrieg einfahren. Ist ja auch ein nettes Jubiläum. Besonders positiv für das Team von Trainer Kevin Keegan war die gute Leistung der drei Neuzugänge Fabricio Colocini, Jonas Gutierrez und Danny Guthrie.
Stoke City – Aston Villa
Heimpremiere für die Potters – und mit Aston Villa hat man gleich einen ganz attraktiven Gegner gezogen. Dementsprechend groß ist die Vorfreude von Trainer Tony Pulis. Das Britannia Stadium wird mit 28.000 Zuschauern ausverkauft sein.
Tottenham Hotspur – FC Sunderland
Die Spurs und die Black Cats haben ja im Sommer reichlich Wechseltheater gespielt. Drei ehemalige Spurs spielen jetzt bei Roy Keane und kommen gleich am zweiten Spieltag wieder an die White Hart Lane. Natürlich ist der erste Spieltag noch kein Maßstab für zukünftige Saisonperspektiven, aber ein selbsternannter Kandidat für das internationale Geschäft muss beim FC Middlesbrough anders auftreten. Auch auf dem Transfermarkt gab es für die Nordost-Londonern einen Rückschlag. Arshavin wird bei Zenit St. Petersburg bleiben, hingegen konnte der FC Sunderland mit Djibril Cisse von Olympique Marseille einen prominenten Neuzugang verpflichten.
West Bromwich Albion – FC Everton
Zwei Besiegte des ersten Spieltages gegeneinander. West Bromwich hatte gegen Arsenal nie eine Chance auf den Sieg, wirkte zu ängstlich und hatte zu viel Respekt. Aber dass Everton gegen Blackburn verlieren würde, hatte ich nicht gedacht. Die Toffees waren eines der heimstärksten Teams der Liga über mehrere Saisons, sogar die Top Four zitterten vor Begegnungen im Goodison Park. Und dass dann ausgerechnet Paul Ince bei seinem Trainerdebüt dort gewinnt, war die Überrraschung des Spieltages. Dabei war das Team von Trainer David Moyes keineswegs schlecht, sondern eher unglücklich. Trotzdem ist die Partie gegen WBA für Everton unangenehm. Aufsteiger, volle Hütte. Da heißt es kühlen Kopf zu bewahren.
FC Fulham – FC Arsenal London
PREMIERE live ab 18h25; Kommentar: Marc Hindelang
Das erste Derby in der neuen Saison findet im Westen Londons im Craven Cottage statt. Fulham wie gesagt mit der Auftaktniederlage gegen Hull City und die Gunners spielten mal wieder das Lied vom Chancentod. Unglaublicher hoher spielerischer Aufwand, schön anzusehen, aber der Ertrag fällt einfach zu gering auf, viel zu gering. Klar steht am Ende ein knapper Sieg, aber man spielt ja auch nicht immer gegen West Bromwich Albion. Arsenal hat ein sehr leichtes Auftaktprogramm, nun ist Fulham dran. Auch dort kann man sich wohl einige ausgelassene Chancen leisten. Arsene Wenger konnte einen weiteren Neuzugang vermelden. Mikael Silvestre kommt für zwei Jahre von den Red Devils, Traore wurde dagegen an den FC Portsmouth ausgeliehen. Der FC Fulham hat eigentlich nur Spieler verloren. David Healy geht nach Sunderland, Moritz Volz wechselt in die Championship zu Ipswich, und Steven Davis wechselt zu den Glasgow Rangers. Wenn Fulham so weitermacht, wird man der Abstiegskandidat Nummer Eins.
Wigan Athletic – FC Chelsea London
PREMIERE live ab 14h25; Kommentar: Markus Gaupp
Es war ein brilianter Auftritt des FC Chelsea in der ersten Halbzeit gegen Portsmouth. Jetzt soll der erste Auswärtssieg folgen. Auf Didier Drogba müssen die Blues wohl noch bis Anfang Oktober verzichten, der Einsatz von Michael Ballack ist mehr als fraglich. Der Deutche steht erst seit Freitag wieder im Training. Dank der zahlreichen Alternativen muss man einen Einsatz nicht riskieren. Wie lange Andrei Shevchenko dagegen noch für den FC Chelsea spielt, wird sich in den nächsten Tagen klären. Aus dem Umfeld des Ukrainers hört man, dass ein Wechsel zum AC Mailand kurz bevorsteht.
Manchester City – West Ham United
Besonders die Heimstärke hat Manchester City in der vergangenen Spielzeit ein Platz im oberen Drittel der Tabelle ermöglicht, auch jetzt muss man um einen kleine Krise zu Saisonstart zu vermeiden ein Heimsieg gegen die Hammers einfahren. City hat sich die Dienste von Hamburgs Vincent Kompany gesichert. Über Vertragsdetails ist noch nichts bekannt geworden, man habe sich aber auf eine Ablösesumme geeinigt. Alan Curbishley galt unter Buchmachern übrigens als einer der fünf Trainer, der möglichst bald von seinem Klub entlassen werden würde. Passend dazu ein älterer Kommentar der BBC: Curbishley cool under pressure.
FC Portsmouth – Manchester United
Monday Night Game, PREMIERE live ab 20h55; Kommentar: Marco Hagemann
Der amtierende Meister zu Gast beim Pokalsieger, alles unter Flutlicht an der Südküste Englands. Ich kann mich an ein Monday Night Game mit Portsmouth nur selten erinnern, zuletzt gab es an Weihnachten ein spätes Abendspiel im Fratton Park. Bereits vor zwei Wochen gab es das Spiel im Community Shield, wo die Red Devils mit 3:1 nach Elfmeterschießen gewannen. Mal sehen, wer den eher verhaltenen Saisonstart positiv aufbessern kann. Ich werde das Spiel am Montagabend live mitbloggen.