Beiträge vom September, 2008

Die neue “Spielmacher” ist da: Ausgabe Oktober 2008

Dienstag, 30. September 2008 23:04

Die neue Ausgabe des “Spielmacher” ist da. Wir Autoren haben uns wieder mit einigen Themen aus der aktuellen Welt des Fußballs beschäftigt, unter anderem…

  • Fußball unter dem Sternenbanner: Ein Porträt der Major League Soccer
  • Im Blickpunkt zweier Rivalen: Die Fußballszene in Leipzig
  • Bleibt alles anders: Eine Bestandsaufnahme zur Dritten Liga
  • Der Schein trügt: Die Primera Division zwischen Anspruch und Wirklichkeit
  • Rot isch unsere Liebi – Blau die ewigi Treui: Zum Besuch beim FC Basel

Ich wünsche im Namen aller Autoren viel Spaß beim Lesen. Die nächste Ausgabe erscheint am 01. Januar 2009 und wird ein ganz besonderes Themenheft sein. Hier gibt es erstmal das aktuelle Blogmagazin zum Download.

Ausgabe_Oktober_2008.pdf (3,8 MB)

Weitere Infos auch in der Navigationsleiste und bei den Blogkollegen

Herzlichst, Felix

Thema: Internes | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Nachrichtensender ohne Nachrichten

Dienstag, 30. September 2008 16:19

Montagabend, 19h50. Erste Meldungen schwappen über den Atlantik, wonach das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket der US-Regierung im Kongress wohl möglich keine Mehrheit bekommen wird. Noch ist aber unklar, ob die nötige Stimmenmehrheit erreicht werden kann. Zunächst sei nur von einer lebhaften Diskussion im Kongress gesprochen worden. Doch die Gerüchte reichten aus: Die ehe schon anfälligen Börsenkurse an der Wall Street brechen daraufhin völlig zusammen, erholen sich kurz. Als aber final bekannt wird, dass der Rettungsplan endgültig gescheitert ist, brechen alle Dämme beim Dow-Jones. Ein Verlust von über 700 Punkten.

Innerhalb von 20 Minuten erreicht die weltweite Finanzkrise eine neue Dimension. Als Newsjunkie gehen bei mir dann immer alle Sirenen los. Ich möchte dabei sein, möchte alles live verfolgen, erste Reaktionen verfolgen, Stimmungen, Eindrücke und Emotionen aufsaugen. Also wird BBC Five Live eingeschaltet und durch die Nachrichtensender gezappt. Und mal wieder muss ich sagen, dass ich von unseren beiden Nachrichtenkanälen n-tv und N24 sowas von maßlos enttäuscht bin. Als ich um 19h55 den TV einschalte, haben CNN, Sky News und BBC World ihr Programm schon unterbrochen und zeigen Live-Bilder aus dem Kongress. Überall laufen Breaking News-Laufbänder. Bei n-tv und N24 kommt Werbung. Der Kölner Sender berichtet dann in seiner 20Uhr-Nachrichtensendung, die gerade mal fünf Minuten geht, immerhin kurz darüber, N24 ignoriert alle Meldungen und geht nach drei Minuten Nachrichten vom Tage zur Doku “Angriff aus dem Hinterhalt” über. Da kann man sich eigentlich nur verarscht vorkommen.

Der kleine Sender “Eins Extra” übernimmt erste Meldungen aus den USA um kurz vor Acht ins Programm. Die Tagesschau berichtet in ihrer 20h00-Ausgabe als erste ausführlich über ein mögliches Scheitern, gegen 20h15 kommen bei tagesschau.de und Spiegel-Online die ersten Eilmeldungen an den Tag. Zu diesem Zeitpunkt haben Sky News und CNN bereits drei Schalten nach New York und Washington unternommen. Natürlich kann man von den Strukturen die Nachrichtensender nicht vollständig vergleichen, aber ist es von N24 und n-tv zu viel erwartet, alle Stunde 15 Minuten Nachrichten zu senden und bei solch dramatischen Ereignissen das laufende Programm zu unterbrechen? Gerade in solchen Momenten kann man seinen Sender, die Marke und sein Profil durch ausführliche Berichterstattung stärken. Aber das scheint echt zu viel verlangt. Die Tagesschau war mit ihrer Meldung das erste Nachrichtenmedium in Deutschland, das von dem (möglichen) Scheitern berichtet. Da kann man die ARD sicherlich für loben, vielmehr ist es aber ein Armutszeugnis für alle anderen Sender hier.

Welchen Stellenwert haben Nachrichten überhaupt noch bei manchen Sendern? Ist eine Doku wichtiger als eine weltweite Finanzkrise, die uns alle betrifft? Wo ist der Informationsauftrag, wo die Leistung, die zum Beispiel N24 oder n-tv erbringen? Ein Beispiel: Der Radiosender BBC Five Live unterbricht seine montägliche, sehr beliebte Sportsendung für mehrere Schalten nach Washington D.C. Der Moderator entschuldigt sich mehrfach bei den Sportfans, dass man nicht wie üblich sonst am Montag über die Fußballspiele vom Wochenende diskutieren kann, aber die Berichterstattung aus den USA genießt erstmal Vorrang. Das Wichtige vom Unwichtigen trennen, und die Zuschauer umfassend informieren. Das erwarte ich von Nachrichtenmedien. Ich glaube, dass das nicht zu viel verlangt ist. In Deutschland sind wir an dieser Stelle teilweise noch ein Entwicklungsland. Und die Proteste von RTL und ProSieben/Sat.1 gegen einen Nachrichtenkanal von ARD und ZDF sind in diesem Zusammenhang einfach nur dreist und frech.

22h30 am Montagabend. Ich schaue Sky News, die Abendnachrichten. Seit 10 Minuten gibt es Schalten an die Wall Street und zum Kapitol nach Washington. Plötzlich wird die Schalte unterbrochen, man schaltet sofort wieder nach London, wo der Vorsitzende der Konservativen, David Cameron, eine Stellungnahme zu den Ereignissen des Tages abgibt. Danach nimmt man dann die Schalte zu Wall Street wieder auf, unten rechts blendet man ein kleines Live-Bild ein. Henry Paulson, der US-Finanzminister, wird in Kürze ein Statement abgeben, Sky News ist natürlich schon vorher informiert und hält die Zuschauer auf dem Laufenden, wann damit zu rechnen ist.

Ich schalte nochmal zur Sicherheit zu N24. Es läuft wieder irgendeine Doku. Wieso habe ich eigentlich dorthin geschaltet? Die ARD hat gestern gezeigt, dass man auf Nachrichten auch kurzfristig reagieren kann. Ansonsten war es mal wieder ein Armutszeugnis. Eigentlich nichts Neues, aber ich wollte es trotzdem noch mal gesagt haben. Schöne Grüße an die Heuschrecken.

Thema: TV und Radio, Wirtschaft, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Alles wird teurer…doch wir haben immer weniger Geld

Montag, 29. September 2008 19:55

Bremen gehen die Gleise für die Straßenbahn aus, weil man mit Materialkosten aus dem Jahre 2000 rechnete und die Inflation aus den Planungen herausnahm. Alles wird teurer, doch scheinbar nehmen Baukonsortiums nicht wirklich Ernst. Nächstes Beispiel: Der Tiefseewasserhafen in Wilhelmshaven, das größte Verkehrsprojekt in Norddeutschland. Heute wurde bekannt, dass das Projekt bis zu 90 Millionen Euro teurer werden könnte. Wiederum sind gestiegene Materialkosten dafür verantwortlich. Und schon beginnen die Streitigkeiten zwischen Niedersachsen und Bremen, wer, wieviel und wann an den neu entstandenen Kosten zu beteiligen ist.

Wieso gibt es eigentlich keine Überlegungen bei großen Bauvorhaben solche inflationären Steigungen schon zu berücksichtigen? Man muss ja nicht gleich das dafür nötige Geld bereitstellen, aber es wäre günstiger für alle Beteiligten, wenn man eine Kostenspanne einführen würde. Denn mir kommt es immer so vor, als seien die Preissteigerungen für viele immer so überraschend wie Wahlniederlagen der CSU. Bremen hat übrigens kein zusätzliches Geld für den Tiefseewasserhafen. Niedersachsen, bitte übernehmen Sie.

Thema: Bremen | Kommentare (1) | Autor: medispolis

“I’ve never thought about leaving” – 12 Jahre Arsene Wenger beim FC Arsenal London

Sonntag, 28. September 2008 18:31

Heute ist ein ganz besonderer Tag in der Premier League. Arsene Wenger feiert heute seinen 12. Jahrestag beim FC Arsenal London. Am 28. September 1996 wurde der Franzose Trainer bei den Gunners. Seitdem steht er ohne Unterbrechung an der Seitenlinie. 673 Spiele hat er den FC Arsenal London bisher trainiert.

Seitdem konnte er drei nationale Meisterschaften und vier Pokalsiege feiern. Unvergessen sind die Erfolge der Saison 2003/2004, als man ungeschlagen den Meistertitel errungen hat. Dreimal wurde Arsene Wenger zum Trainer des Jahres gewählt. Gegenüber der Vereinswebsite hat der Trainer jetzt ausführlich zu den 12 Jahren beim FC Arsenal Stellung genommen [1; 2; 3]. Ganz interessant vor allem die Aussagen des Trainer bezüglich einer Reflexion dieser 12 Jahre:

“I’m not very happy to speak about my anniversary because what interests me in life is what is in front of me and not what is behind me. If you came to my house you would not find anything from the last 12 years, because I’m only interested in what’s happening in the future. There are no photos. I don’t even know where those trophies and mementos are. I am interested in history, but not my history. It’s something strange. I’m always oriented forward, forward, forward.”

Und um die Zukunft braucht Arsene Wenger ja nicht so bange sein. Nur sein Team konnte ihm gestern kein Geschenk machen, verlor im Emirates gegen Aufsteiger Hull City mit 1:2.

“The longer I stay, the more difficult it becomes to envisage leaving”, sagt Arsene Wenger. Hoffentlich bleibt er dem FC Arsenal und der Premier League noch lange erhalten.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Mediales am Sonntagnachmittag: Fußball-Kommentatoren, Nachtrag TV-Duell, NBA Europe Tour, DFL, Blogs

Sonntag, 28. September 2008 16:07

Ich weiß, dass das Thema Fußball-Kommentatoren eine sensible Angelegenheit ist. Die einen finden diesen gut, die anderen schalten aus, wenn jener kommentiert. So geht es mir im Prinzip auch. Dennoch breche ich hier mal eine Lanze und mache etwas, was ich eigentlich nie vorhatte, dass ich mich in diese Debatte einschalte. Aber seit gestern Abend musste es mal passieren. Nämlich ein ausführliches Lob für Marco Hagemann, der bei PREMIERE und Eurosport so alles kommentiert, was es an Fußball zu zeigen gibt. Vor vier Jahren habe ich Marco Hagemann das erste Mal bei PREMIERE gehört und seitdem hat er sich meiner Meinung nach zu einem der besten Kommentatoren in Deutschland entwickelt. Bestens informiert, mit viel Hintergrundwissen, gute analytische Einschätzungen und vor allem mit der nötigen Begeisterung an seiner Arbeit. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Marco Hagemann dank seiner Arbeit für zwei Sender mehrere Spiele pro Woche kommentiert, teilweise sogar zwei pro Tag. Und dafür stets so exzellent vorbereitet zu sein, verdient höchste Anerkennung. Daran können sich ganz viele Kommentatorenkollegen orientieren. Bestes Beispiel wieder gestern Abend: Ich hatte mir zu später Stunde noch die Aufzeichnung von Arsenal gegen Hull City angeschaut. Den Aufsteiger gab es zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen, Marco Hagemann gab über das gesamte Spiel viele, viele interessante Informationen und wirkte bestens vorbereitet. Da merkt man, dass sich jemand besonders für seine Arbeit einsetzt – und dann soll das auch entsprechend gewürdigt werden. Bitte mehr davon auch in der Zukunft !

Um das Thema Fußball-Kommentatoren abzuschließen, sei der Hinweis auf das Kommentatoren-Voting von Planet Of Sports gestattet.

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Eine paar kleine Nachträge noch zum TV-Duell zwischen Obama und McCain. Nach diversen Umfragen zu unrteilen, geht Barack Obama als klarer Sieger hervor. Über die Deutlichkeit bin ich schon ein bisschen verwundert. Ein paar gute Analysen zum TV-Duell gibt es unter anderem bei der New York Times, bei der BBC und bei Spreeblick.

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Das DSF hat sich die Rechte an einem Spiel der NBA Europe Live Tour geholt. Am Dienstag, 14. Oktober, zeigt man ab 19h55 die Partie zwischen den Washington Wizards und den New Orleans Hornets. Damit hat die NBA das Minimum bisher bezüglich der TV-Rechte erreicht. Das Preseason-Spiel in Deutschland wird hier immerhin auch im Fernsehen gezeigt. Mehr auch nicht. Was ist mit den weiteren Spielen? Was ist mit der neuen Saison? Die NBA hüllt den Mantel des Schweigens über sich und verärgert viele NBA-Fans in Deutschland. Die NBA ist sicherlich nicht ganz alleine daran schuld, PREMIERE trägt einen gehörigen Teil dazu bei. Wenn man ernsthaft Interesse an den Rechten hätte, wäre ein Vertrag sicherlich schon abgeschlossen. Aber so zappeln alle – und der Verbraucher schaut in die Röhre. Bei Digital Plus in Spanien gibt es noch keinerlei Übertragungshinweise überhaupt auf die NBA Europe Tour.

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Die Ausschreibung der Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009 schlägt immer noch hohe Wellen. Die DFL im Spagat zwischen mehr Exklusivität für PREMIERE und der Entscheidung des Kartellamtes. RealityCheck fasst in seinem Sportmedienblog die wichtigsten Überlegungen zusammen.

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Noch zwei kleine Anmerkungen zum Thema Blogs: Die Konservativen auf der Insel, die zurzeit im Umfragehoch schweben und die zurzeit in Birmingham ihren Parteitag abhalten, haben am Wochenende das Blue Blog gestartet, in welchem über die Parteiarbeit berichtet werden soll. Dazu heißt es beim Guardian:

“The Blue Blog, which will be updated about five times a day, aims to give a “behind the scenes” feel of life in Conservative politics to appeal beyond the party faithful.”

Hier geht es zum Blue Blog.

Und was die Europäische Union von Blogs denkt, berichtet die ZEIT.

Thema: Fußball, US Wahl 2008, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

“I think Senator Obama does not understand…”

Samstag, 27. September 2008 9:03

In der vergangenen Nacht also das erste TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten, Obama und McCain. In Oxford im US-Bundesstaat Mississippi gab es aber 90 Minuten Magerkost, keine Überraschungen, wenig Spektakuläres. Ehrlich gesagt: Ich hatte viel mehr erwartet.

Mit Ausnahme der ersten 30 Minuten, in denen sehr ausführlich und sachlich über die Finanzkrise gesprochen wurde, war es von beiden Kandidaten ein Herunterspulen ihrer bisherigen Aussagen des Wahlkampfs. Alles hatte sogar ich schon mal irgendwo wörtlich so gehört oder gelesen, von daher darf man sich schon fragen, on irgendein interessierter, unentschlossener US-Wähler, der tagtäglich und überall mit dem US-Wahlkampf in Kontakt kommt, irgendein Erkenntnisgewinn bekam und sich für einen Kandidaten entscheiden konnte. Denn darum sollte es beiden Anwärtern ja gehen. In einem TV-Duell wird man mit Sicherheit keine großen Wählerschichten verlieren, es sei denn man macht große Schnitzer. Aber gerade die Unentschlossenen können sich erstmals ein Bild machen, haben quasi den direkten Vergleich, können zu bestimmten Positionen die Einschätzungen der Kandidaten gegenüberstellen. Doch bekam sie gestern irgendeinen neuen Erkenntnisgewinn?

Nein, beide sprachen in ihren festen Strukturen. John McCain hat vor allem im Teil zur Außenpolitik Obama als den unerfahrenen, nicht geeinigten Kandidaten darstellen wollen. nd das gelang zumindest teilweise, von daher sah ich McCain zumindest inhaltlich im diesem Gebiet leicht vorne. Ungefähr 50 Mal begann McCain mit dem Satz “I think Senator Obama does not understand…” und setzte dann seine Liste fort. Obama sei nicht in Pakistan, im Iran, in Nordkorea und überall gewesen. Er habe sich nie ein Bild vor Ort gemacht. Von daher verbietet es sich, dass Obama über wichtige außenpolitische Sachverhalte entscheiden darf. Streng formuliert war das die Haltung von John McCain. Natürlich brachte der Senator aus Arizona auch seine Positionen zum Thema Außenpolitik deutlich hervor, ohne aber stets darauf hinzuweisen, wen er wo und überall schon alles getroffen habe. John McCain ist auf dem Bereich der Außenpolitik ein richtig toller Hengst und hat dies in jedem Satz weit und breit erklärt. Das ist legitim, hat mich aber persönlich stets genervt. Seine Via sollte doch den meisten Wählern bekannt sein. Barack Obama gab nur am Ende eine kleine persönliche Anekdote, als er an seinen Vater erinnert hat. Der Senator aus Illinois hat vor allem die acht Jahre Außenpolitik der Regierung Bush auseinandergenommen, den Irak-Krieg als falsch bezeichnet und McCain vorgeworfen, dafür gestimmt zu haben. Er habe also das bessere Urteilsvermögen in wichtigen außenpolitischen Entscheidungen. Brisant wurde es nur einmal, als es darum ging, wie man diplomatisch mit dem Iran oder auch Nordkorea umgehen sollte. Beide machten ihre bekannten Positionen hier deutlich und verstrickten sich dann in den üblich festgefahrenen Ansichten, sprich: Obama unerfahren in Außenpolitik, McCain nicht mit dem Urteilsvermögen, nicht daran interessiert Amerikas Stellung und Ansicht in der Weltpolitik zu verbessern.

Begonnen hatte die Debatte mit einer halbstündigen Diskussion über die aktuelle Finanzkrise. Beide betonten, dass Amerika in einer ernsten Krise sei und das dies Auswirkungen auf ihre Präsidentschaft habe. Eine neue Position wurde dann doch deutlich: McCain möchte eine umfassende Ausgabenbegrenzung, Obama weiter an seinen Investitionen festhalten und unnütze Ausagen, sprich Steuersenkungen für die Wohlhabenden und Unternehmen, zurücknehmen. Im Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik sah ich Obama leicht vorne.

Insgesamt kommt dann von der inhaltlichen Ebene ein Unentschieden heraus. Rhetorisch sah ich ebenfalls beide gleichauf. Obama wirkte in seinen Aussagen sehr viel präsenter und präziser, McCain angriffslustiger und aggressiver. Ich bin gespannt, ob diese Strategie von McCain aufgeht. Die nächsten Umfragen werden es zeigen. Unter der Berücksichtigung, dass das Thema Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, könnte ich mir vorstellen, dass McCain den Vorsprung nicht wesentlich vergrößern wird. Denn ich fand Obama in diesem Abschnitt des TV-Duells sehr viel überzeugender. Insgesamt hatte ich mir aber mehr erwartet, und zwar vor allem in der direkten Interaktion zwischen den Kandidaten, in der Auseinandersetzung über einzelne Positionen. Häufig war es ein Vortragen seiner eigenen Position mit dem Verweis darauf, dass der Gegenkandidat in diesem Punkt die falsche Ansicht habe und diese Versäumnisse aufweisen kann.

Mal schauen. Wenn das Thema Außenpolitik im Moment den Wahlkampf beherrschen würde, könnte John McCain sehr viel Rückenwind mitnehmen. So wird sich in den Umfragen vielleicht nur geringfügig etwas ändern. Zu wenig Überraschungen, zu viel Bekanntes. Und gerade im Bereich der Wirtschaft hat Obama durch einige sehr gute Aussagen punkten können. Richtig Bewegung könnte dann die Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten geben. Denn beide stehen nicht so sehr im Rampenlicht und müssen für ihre Kandidaten werben. Insbesondere im Bereich der Außenpolitik hat dann hier McCain das Nachsehen, verfügt seine Kandidatin Palin über nicht den größten Horizont. Aber zum Glück hat der Senator aus Arizona da schon mal die Positionen abgesteckt. Es könnte aber im falschen Themengebiet gewesen sein. Im Moment sind für die Amerikaner die eigenen Dollarscheine wichtiger als Afghanistan oder der Irak. Und was nützt es dann, wenn McCain alle diese Länder schon besucht hat, wie er immer wieder betont hat? I do not understand that.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 Preview 6. Spieltag – Platzhalter

Freitag, 26. September 2008 17:38

FC Everton – FC Liverpool

PREMIERE live ab 13h40; Kommentar: Markus Gaupp

Der 6. Spieltag startet mit dem 179. Merseyside Derby im Goodison Park, nur fast einen Steinwurf entfernt von der Anfield Road. Genau sind es 1900 Meter. In der Tabelle sind es vier Punkte, Liverpool liegt auf Platz drei mit elf Zählern. Das ganz große Problem der Reds ist bisher die Offensive. Nur fünf Tore erzielte man in den ersten fünf Spielen. Zum Vergleich: Manchester City hat schon 15 Treffer erzielt, der FC Chelsea 10. Jetzt kann man den Reds zugute halten, dass sie trotz ihrer mageren Offensivausbeute so gut in der Tabelle positioniert sind. Kann man auch, wenn man Spiele wie das 0:0 gegen Stoke oder auch das magere 2:1 im Carling Cup gegen Crewe übersehen will. Und gerade so ein Spiel wie am vergangenen Wochenende, wo man völlig unnötig zwei Punkte liegen ließ, können am Ende der Saison entscheidend sein. Die Reds müssen auf den verletzten Fabio Aurelio verzichten, ansonsten sind alle Mann an Bord. Robbie Keane wird wohl nur wieder auf der Bank sitzen. Everton schied unter der Woche im Carling Cup gegen Blackburn aus und hat in dieser Saison bis dato alle Heimspiele verloren und schon sechs Gegentore kassiert.

Stoke City – FC Chelsea

PREMIERE live ab 15h55; Kommentar: Marcel Meinert

Es ist ein ungleiches Duell. Auch wenn Stoke City bereits schon einmal zuhause gewonnen hat, dürfte alles andere als ein Auswärtssieg der Blues eine Sensation sein, zumal das Team von Luis Felipe Scolari im Carling Cup in Portsmouth gezeigt hat, wie sie auswärts auftreten können. Die Frage ist, wieviel Selbstvertrauen Stoke aus dem Remis in Liverpool gezogen hat. Vielleicht kann man die Niederlage im Rahmen halten. Michael Ballack wird von Beginn an spielen, so zumindest der derzeitige Stand.

Manchester United – Bolton Wanderers

Ähnliche Pflichtaufgabe wie der FC Chelsea hat auch Manchester United mit dem Heimspiel gegen die Wanderers, wobei man bei den Red Devils zumindest im Moment die Pflicht von der Kür nicht trennen darf. So unbeständig sind die Leistungen der Mannschaft, zu viel scheint im Moment von einzelnen Schlüsselspielern abzuhängen. Manchester United tritt immer noch nicht als kompakte Einheit auf. Die ersten 20 Minuten vergangenen Sonntag an der Stamford Bridge waren ein kleiner Lichtblick, danach fiel man wieder fast 70 Minuten in den alten Trott, zog sich zu weit zurück und gab das Spiel aus der Hand. Jetzt will man den ersten Heimsieg der Saison. Bei den Wanderers ist Stürmer Johan Elmander wieder im Kader, Christiano Ronaldo wird sein Debüt in der Startelf der Red Devils geben.

Newcastle United – Blackburn Rovers

Kein Tag vergeht im Moment, an dem die Magpies nicht in den Schlagzeilen stehen. Teils selbstverschuldet, teils aber auch, weil neben den ganzen Spekulationen auch noch viel Pech im Moment hinzukommt. Kommen wir erst zu den Vereinsstrukturen: Heute gab man bekannt, dass man Joe Kinnear als Übergangstrainer verpflichten konnte. Der ehemalige Luton-Manager soll bis Ende Oktober das Amt übernehmen und dient nur als Übergangslösung, bis der Verkauf der Magpies über die Bühne gegangen ist. Dioe Frage ist nur, wann diese Übernahme vollzogen wird. Laut einem Bericht der BBC gibt es vor allem Interesse aus Nigeria. Man stehe in Verhandlungen, Newcastle-Besitzer Mike Ashley will aber noch mehr Geld sehen. Zu allem Überfluss kommt dann noch die Verletzung von Obafemi Martins, der mit einer Knieverletzung sechs Wochen ausfällt. Und auch auf dem Platz läuft es überhaupt nicht. Man schied im Carling Cup gegen Tottenham aus. Jetzt geht es daheim gegen die auswärtsstarken Rovers. Blackburn muss auf Torwart Robinson verzichten, was bei denen schon die schlechteste Nachricht ist. Das sagt einiges über die Ausgangslage vor diesem Spiel.

FC Fulham – West Ham United

Fulham schied am Dienstag im Carling Cup gegen einen Zweitligisten aus. Das ist schon ärgerlich, fand aber auch auswärts statt. Daheim im Cravan Cottage hat man weiter eine lupenreine Weste. Und West Ham ist alles andere als ein Segen auswärts, von daher sehe ich Fulham hier schon als kleinen Favoriten für diese Partie. Die Hammers wurden unter der Woche von der Vergangenheit eingeholt. Die Causa Tevez wurde nochmal aufgerollt. In Kürze: Wir schreiben den Abstiegskampf der Saison 2006/2007. Sheffield United und West Ham kämpfen um den Klassenerhalt. Den Hammers gelingt während der Rückrunde ein Sensationstransfer. Carlos Tevez wechselte aus Argentinien nach London und sicherte den Hammers den Verbleib in der Premier League. Laut Sheffield United war Tevez aber nicht spielberichtigt, die FA bestrafte West Ham ebenfalls, weil man nicht den Transferregeln entsprechend gehandelt hat. Doch Sheffield wollte sich damit nicht zufrieden geben. United argumentiert, dass West Ham nur durch Tevez den Klassenerhalt erreicht hat. Sheffield wollte Wiedergutmachung und hat jetzt 30 Millionen als Entschädigung von West Ham gefordert. Über eine endgültige Entscheidung soll Anfang des Jahres entschieden werden. Soweit will es West Ham gar nicht kommen. Man möchte einer juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg gehen und befürchtet finanzielle Schäden. Doch eine Klage beim Internationalen Sportgerichtshof brachte keinen Erfolg. Man sei nicht befugt diesen Fall an sich zu reißen, so der CAS. Es kommt also wohl doch das große Bangen im Upton Park.

FC Middlesbrough – West Bromwich Albion

West Brom kommt mit dem Rückenwind des ersten Erfolges in das Riverside Stadium. Middlesbrough will sich mit einem Sieg weiter aus der unteren Tabellenhälfte verabschieden. Boro-Manager Gareth Southgate ist voll des Lobes für den Aufsteiger, gibt sich im Interview mit der BBC aber zuversichtlich, dass sein Team den nächsten Heimsieg fahren kann.

Aston Villa – FC Sunderland

Auch Villa scheiterte im Carling Cup. Damit ist für das Team von Martin O’Neill schon eine Chance genommen auch international in der kommenden Saison zu spielen. Villa ist noch unbesiegt zuhause, Sunderland ist auswärts noch ungeschlagen. Könnte also eine ganz interessante Partie geben. Die Stärke der Villens liegt vor allem an der Beständigkeit. Gegen Sunderland steht zum sechsten Mal in dieser Saison die gleiche Startelf auf dem Platz.

FC Arsenal – Hull City

PREMIERE live ab 18h25; Kommentar: Marco Hagemann

Ganz England schwärmt wieder von den Gunners. Im Carling Cup spielte man mit dem jüngsten Team ever, selbst eingefleischte Arsenal-Fans sahen Spieler, die sie noch gar nicht kannten. Am Ende stand ein 6:0 gegen Sheffield United. Jetzt spielen in der Premier League wieder die Senioren und müssen den Schallter umlegen. Es geht wieder nur um drei Punkte. Drei Punkte um die Tabellenführung zu verteidigen. Hull City ist immer noch mehr als nur im Soll, kann also ganz befreit aufspielen. Und da liegt dann auch die Krux. Versucht man völlig losgelöst im Emirates zu spielen, wird man von den Londonern überollt. Alternativ stellt man sich hinten rein und verliert 0:1 oder 0:2. Bin gespannt, wie Hull die Partie angehen wird. Die Gunners müssen weiterhin auf Sami Nasri verzichten. Mikael Silvestre könnte sein Debüt geben.

FC Portsmouth – Tottenham Hotspur

Krisengipfel an der Südküste. Und das gilt für beide. Für Tottenham bloß schon seit Beginn der Saison, für Portsmouth erst seit dieser Woche. 10 Gegentore in den letzten zwei Spielen für Pompey, dazu ein Defensivverhalten, für das man eigentlich Schmerzensgeld an alle Fans zahlen müsste. Das Team von Harry Redknapp hat einen richtigen Kick bekommen, nachdem man nach bescheidenem Saisonstart eigentlich wieder besser in die Spur fand. Davon ist Tottenham noch weit entfernt. Zuletzt gab es ein mageres 0:0 gegen Wigan, man ist weiter das Schlusslicht in der Premier League. Jetzt schaffte man den ersten Saisonsieg, gegen Newcastle United. Auch ein blindes Huhn findet man ein Korn. Potential für handfeste Krisen ist bei beiden da.

Wigan Athletic – Manchester City

Der Spieltag schließt mit den Neureichen von Manchester City bei Wigan. Und dass auch mit viel Geld im Gepäck die Bäume nicht in den Himmel wachsen, sah man beim Team von Mark Hughes am Mittwochabend, als man bei Brighton im Ligapokal im Elfmeterschießen verlor. Es bliebt dabei: Die Defensive von City ist im Moment weit entfernt von der Bestform. Da sind Geldscheine zuverlässiger an Wert. Wigan daheim noch ohne Heimsieg.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

taz manipuliert die bayerische Landtagswahl

Freitag, 26. September 2008 10:42

Nette Anzeige heute auf Seite 6 der Taz. Die taz manipuliert laut eigener Aussage die bayerische Landtagswahl. Für jedes Prozent, das die CSU bei der Landtagswahl 2008 unter 50% bleibt, gibt es einen Monat die taz gratis. Sollte die CSU bei 38% landen, gibt es die taz 12 Monate gratis, bei 35% Stimmenanteil 15 Monate gratis.

Na mal schauen, ob es da einen Zusammenhang gibt. Ich sehe schon Günter Beckstein am Wahlabend sagen, dass die taz schuld war.

Thema: Wahlen und Umfragen, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Vor dem TV-Duell zwischen Obama und McCain

Donnerstag, 25. September 2008 21:51

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Freitagabend stattfindende TV-Debatte zwischen McCain und Obama schon Tage vorher die Schlagzeilen beherrscht. Aber da hat man wohl die Absprache mit der Wall Street nicht getroffen. Amerika taumelt in der Finanzkrise – und den Bürgern (und auch John McCain) sind Konten, Aktienkurse und Zinsen wichtiger als Debatten über die Außenpolitik, Redezeiten und Wortduelle.

So sieht die Lage einen Tag vor dem ersten von drei TV-Duellen zwischen den Präsidentschaftskandiaten aus. Stattfinden wird das TV-Duell aber doch. Da konnte John McCain noch so viel Krisenpanik schieben und noch so verantwortungsvoll sich für das Land einsetzen, das Obama-Team hat der Verschiebung nicht zugestimmt. Man kann jetzt trefflich drüber spekulieren, ob Obama das aus rein wahlkampftaktischen Gründen gemacht hat um McCain die kalte Schulter zu zeigen, quasi nach dem Motto, dass er sich von den Republikanern nicht diktieren lasse. Demgegenüber steht die auch von Obama geäußerte Ansicht, dass ein möglicher Präsident mehrere Aufgaben zu erledigen hat und wenn es nötig sei Schwerpunkte zu verschieben sind.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Begonnen mit der Vermischung Finanzkrise-Wahlkampf hat sowieso John McCain. Sinkende Umfragewerte für den Veteranen aus Arizona, die Wähler machen die Republikaner für die Finanzkrise mehrheitlich verantwortlich – was liegt näher daran, alls Wahlkampftermine auszusitzen und das TV-Duell erstmal zu verschieben. Vielleicht hat sich bis dahin die Situation etwas entschärft. John McCain hat einen mutigen Schritt gemacht, den zweiten bereits nach der Nominierung von Sarah Palin. Aber ob dieser Schritt auch den gewünschten Erfolg bringt? Sarah Palin hatte durchaus einen positiven Effekt, aber der jetzige Plan wirkt für mich so ein bisschen die Flucht aus schwachen Umfragewerten und den Wahlkampfterminen. Im Moment bietet Barack Obama wenig Angriffsfläche – also machen die Republikaner einfach mal Pause.

Aber eben nur bis Freitag. Ich freue mich schon auf das TV-Duell. Ursprünglich sollte vor allem um Außenpolitik gesprochen werden. Jetzt dürfte DAS Thema aber klar sein. John McCain darf dann die Flucht nach vorne beginnen. Die BBC fasst die Rolle des TV-Duelles in Zeiten von Wahlkampf wunderbar zusammen. Ich werde das Duell in der Nacht von Freitag auf Samstag live mitbloggen.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Stimmungsvoller Pokal-Abend auf Platz 11

Donnerstag, 25. September 2008 18:28

Thema: Alltägliches, Fußball | Kommentare (1) | Autor: medispolis