Beiträge vom 16. September 2008

Champions League 2008/2009 1. Spieltag, Werder Bremen – Anorthosis Famagusta

Dienstag, 16. September 2008 17:19

Endlich ist es wieder soweit. Die Champions League startet in die neue Saison. 32 Teams kämpfen um den Fußballthron in Europa. Eine Vorschau auf die neue Saison gibt es bei Abenteuer Fussball. Das Champions-League ABC bei north-stand.  Heute startet der erste deutsche Vertreter in die Champions League. Werder Bremen empfängt Anorthosis Famagusta aus Zypern. Die Norddeutschen konnten in den vergangenen vier Spielzeiten das Auftaktspiel nicht gewinnen. Diesmal geht es aber auch nicht gegen Inter oder den FC Chelsea. Es wartet Famagusta. Alles zu diesem Spiel und ein Blick auf die englischen Mannschaften ab 20h00 im Live-Blogging.

Thema: Champions League, Live-Blog, Werder Bremen | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Dienstag 16. September 2008 – Licht am Ende des Tunnel

Dienstag, 16. September 2008 14:09

“Diejenigen, die voreilig von Licht am Ende des Tunnels gesprochen hätten, müssten nun feststellen, dass das in Wirklichkeit der entgegenkommende Zug war.”

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zur Finanzmarktkrise in den USA

Ich will das Thema Finanzmarktkrise und Bösenabsturz gar nicht aufgreifen, weil es in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit sich nicht in einem Blogbeitrag abhandeln lässt. Vielmehr frage ich mich die ganze Zeit, was die Lehren aus solchen Ereignissen sein können/müssen. Und dann kommen dann solche Fragen, ob der Staat Banken und Wirtschaftsunternehmen helfen muss, und wenn ja, ob er das bei allen machen muss. Macht sich die Politik nicht handlungsunfähig, wenn sie ein Kreditunternehmen finanziell unterstützt, dem anderen jegliche Hilfe (vorerst) verweigert?

So könnte die Liste dann anfangen und irgendwann steht am Ende die Frage, ob man aus Sicht des Staates solche Krisen verhindern, oder zumindest in ihrer Wirkung abfedern kann. Finanzkrisen verhindern kann wohl keiner, aber ihre Wirkung abschwächen kann man. Und das ist Aufgabe der Politik. Das funktioniert aber nur so, dass man in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs sich nicht auf den Früchten ausruht, sondern zu dieser Zeit weitere Reformen macht. Jetzt steht Finanzminister Steinbrück vor den möglichen Belastungen des Haushalts und das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts 2011 scheint wieder gefährdet. Klar kann man da der nationalen Politik keine direkte Schuld aussprechen, dennoch zeigen die jüngsten Ereignisse, dass sich Politik ändern muss. Globalisierte Wirtschaft mit neuen Absatzmärkten, sinkenden Transaktionskosten und weltweiter Kapitalmobilität schön und gut. Die andere Seite der Medaille sehen wir jetzt, und die Politik sieht sie jetzt auch: Vielleicht schon zu spät. Aber Steinbrück hat ja den Zug schon gesehen, vielleicht hat er ein bisschen Geld zur Seite gelegt.

Thema: Wirtschaft, Zitat des Tages | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Immerhin 90 Sekunden für die Basketball-Bundesliga im Free-TV

Dienstag, 16. September 2008 12:09

Am kommenden Sonntag startet die neue Saison der Basketball-Bundesliga (BBL), für die meisten Basketball-Fans aber immer noch mit einer unzureichenden Emfangsverbreitung. Nur im Pay-TV sind die Live-Spiele zu verfolgen. Der Sender sportdigital.tv zeigt 100 Partien live, im Free-TV soll es Zusammenfassungen geben. Und die Betonung liegt hier auf soll. ARD, ZDF und die dritten Programme haben zwar Rechte für Highlights, aber die Frage, ob dann auch irgendwas gesendet wird, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Zum Empfang: sportdigital.tv gibt es als reines Internet-Angebot, via Satellit über ArenaSat und Entavio und über Kabel bei Unity Media und Kabel BW und im IPTV bei Alice. Klingt auf den ersten Blick großartig, nur sind davon schon mal 14 Bundesländer mit ihren Kabelkunden ausgeschlossen. Seit Jahren verkündet Sportdigital.tv, dass man an der Verbreitung in den Kabelnetzen arbeiten will, hat dies vor ein paar Monaten nochmal unterstrichen, aber der große Coup ist bei weitem noch nicht gelungen. Und darunter leidet vor allem die Basketball-Bundesliga, denn anders als im Gegensatz zum Handball gibt es hier so gut wie keine Free-TV-Präsenz.

Nun hat die Basketball-Bundesliga in persona ihres Geschäftsführers Jan Pommer verkündet, dass die Basketball-Bundesliga auch bei ARD, ZDF und den regionalen dritten Programmen zu sehen sein wird – als Mini-Zusammenfassung im Morgen- oder Mittagsmagazin, vielleicht, wenn man ganz viel Glück hat, auch in der Sportschau. Denn ARD und ZDF haben zwar Rechte, aber sie werden nicht gezwungen, sie auch zu nutzen. Trotzdem kommt man bei der BBL zu dieser optimistischen Aussage:

“Wir sind sehr erfreut, dass wir erneut eine für beide Seiten erfolgversprechende Einigung erzielen konnten [...] Dies lässt sich unter anderem daran festmachen, dass wir unsere Reichweite bei den Öffentlich-Rechtlichen in der vergangenen Saison gesteigert haben.”

Woher weiß denn Jan Pommer schon jetzt, dass die Einigung ein Erfolg wird, wenn noch nicht mal feststeh, wie und ob überhaupt ARD und ZDF von der BBL berichten? Und das Märchen von der steigenden Reichweite gibt es auch schon länger. Weiß gar nicht, wieviele PREMIERE-Sport-Abonnentes es damals gab, die die BBL hätten gucken können? Aber das dürften bei weitem mehr sein, als die jetzt die BBL via Sportdigital.tv schauen. Mit der Verbreitung im zwei Bundesländern im Kabel hat man zumindest diesen Trend gestoppt, aber es ist das Eichhörnchen, das mühesam nach Reichweite sucht. Und wie man neue Fans und Abonnenten gewinnen will, indem man ARD und ZDF Rechte für 90-Sekunden-Sendungen gibt, bleibt mir ein Rätsel. Davon mal abgesehen, dass die Dritten Programme sogut wie gar nicht über die BBL berichten. Der Sportclub des NDR sonntagabends hatte, wenn ich mich richtig erinnere, letzte Saison dreimal über die BBL berichtet. Einmal war Jan Pommer zu Gast, zweimal wurde über die Artland Dragons gesprochen. Und dass dann als Erfolg zu titulieren, fällt mir schwer. Da wird das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft.

Da eröffnen nun am kommenden Sonntagnachmittag Alba Berlin und die Artland Dragons die neue Saison. Das ist ein absolutes Spitzenspiel, die zwei besten Teams der letzten Saison treten gegeneinander an. Das wäre doch für die BBL die optimale Möglichkeit diese Partie live als Appetithappen im Free-TV zu zeigen. Der NDR und der RBB würden sich dafür doch gerade zu anbieten. Aber es wird keine Übertragungen geben. Stattdessen pfeift man das Spiel um 17h00 an. Zu spät für eine ausführliche Betrachtung in der ZDF-Sportreportage oder in der ARD-Sportschau um 18h00. Dafür gibt es dann vielleicht 90 Sekunden im Morgenmagazin, wenn Deutschland noch schläft oder besseres zu tun hat. Im RBB läuft am Sonntagnachmittag eine alte Folge der beliebten ARD-Serie “In aller Freundschaft”. Titel: Noch nicht zu spät. Für die BBL ist es nicht mehr fünf vor zwölf. Man hat es wieder nicht geschafft, die BBL vernünftig im Free-TV zu integrieren.

Thema: Sport, TV und Radio, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

“I consider it my patriotic duty to find a destination as sunny and foreign as possible.”

Dienstag, 16. September 2008 10:23

…schreibt Boris Johnson, der Bürgermeister von London, vor knapp zwei Monaten in seinem Blog über seine Urlaubspläne die Ferien am Mittelmeer zu verbringen und nicht auf den Britschen Inseln. Und eine weitere Begründung liefert er gleich noch hinterher.

“As I prepare for my last-minute booking, I consider it my patriotic duty to find a destination as sunny and foreign as possible, so that I can push some cash towards hard-pressed UK travel agents, and so that we minimise, on compassionate grounds, the number of British citizens exposed to the sight of my swimming trunks.”

Das ist nur eine der zahlreichen Geschichten, die Boris Johnson Woche für Woche in sein Internet-Tagebuch schreibt. Und die Woche für Woche von einer Vielzahl von interessierten Lesern kommentiert und weiterempfohlen werden. Jetzt kann man überlegen, warum gerade ein Bürgermeister von London solch ein Medieninteresse anzieht. Wahrscheinlich ist es dreierlei: Boris Johnson war jahrelang Journalist für zahlreiche große englische Tageszeitungen, versteht also etwas vom Handwerk. Seine Artikel sind verständlich, einfallsreich und wunderbar geschrieben. Für viele Bürger ist es wohl auch die Nähe zu einem Politiker, das Überbrücken einer Distanz. Hey, wenn du schon über uns regierst, dann lass uns wenigstens teilhaben an deinen persönlichen Gedanken, an deiner Politik. Das ist aber kein Prozess in eine Richtung. Denn durch das Veröffentlichen von Beiträgen schafft Boris Johnson gleichzeitig von der politischen Seite ein Stück Nähe zu den Wählern und Bürgern. Demokratie ist zustimmungsabhängig und damit auch begründungspflichtig. Und durch das Bloggen geht Johnson dieser Begründungspflicht durchaus nach. Auf eine noch nicht sehr massenkompatible Art und Weise, er ist, so blöd das klingen mag, in Europa damit immer noch Vorreiter. Und auch dieser Fakt macht es wohl besonders.

Also die Erfahrung als Journalist plus die Nähe zwischen Politik und Volk sind zwei Kriterien, warum Boris Johnson so erfolgreich bloggt. Letztes Puzzleteil: Seine Person, sein Charakter. Zotteliges, blondes Haar, begeisteter Fahrradfahrer, hin und wieder ein kleiner Tollpatsch. Boris Johnson ist einer von ihnen. Dabei kommt dann noch hinzu, dass der Bürgermeister von London sich seine politische Popularität nicht in den Schoß fallen lässt, sondern dafür hart gearbeitet hat, viel mit den Menschen gesprochen, Sorgen der Londoner ernst genommen und daraus eine politische Porgrammatik entworfen hat. Bekanntestes Beispiel ist das Verbot von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die Radwege in London werden auch stetig ausgebaut.

Die große Weltöffentlichkeit sah Boris Johnson zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen im Peking, als er für die Stadt London die olympische Fahne entgegen nahm. Noch am gleichen Abend gab er eine wie immer lustige, aber durchaus sachliche Rede. Man beachte die beiden Personen im Hintergrund, die sich bei fortlaufender Rede irgendwann vor Lachen nicht mehr halten können.

Doch damit war der erste große Auftritt vor der Weltöffentlichkeit noch nicht erledigt. Chinesische Medien kritisierten Boris Johnson aufs Schärfste, weil der die Flagge nur mit einer Hand hielt, die andere in der Hosentasche versteckte und sein Jacket nicht zugeknöpft hat. Sowas sei arrogant und nicht respektvoll. Britische Medien griffen die Kritik sofort auf. Und was macht Boris Johnson. Er schreibt Tage später, dass er sich dieses Problems durchaus bewusst war, er das Jacket aber offen ließ als Ausruck “seiner offenen Politik, seiner Transparenz und der individuellen Freiheit”.

Immerhin hat er bei der Abschlussfeier nicht das Fahrrad genommen.

Thema: Politik International, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis