Die Not vom FC Portsmouth beschert den Spurs einen neuen Trainer

Update 13h25: Ich höre gerade die Vorberichterstattung bei BBC Five Live. BBC-Korrespondenten konnten mit dem Präsidenten der Spurs, Daniel Levy, sprechen. Angeblich gibt es Gerüchte, wonach der Klub kurz vor dem Verkauf steht. Es soll wohl noch eine weitere Erklärung von Levy geben. Wann, ist derzeit unklar.

Update 11h55: Spurs-Präsident Daniel Levy hat sich mit einem offenen Brief an die Spurs-Fans gewandt.

Es ist die Nachricht des Morgens in der Premier League. Bevor sechs wichtigen Spielen an diesem Sonntag und einer englischen Woche haben die Spurs heute Nacht Trainer Juande Ramos, Sportdirektor Damien Comolli und die Asisstenztrainer Gus Poyet und Marcos Alvarez entlassen. Nachfolger an der White Hart Lane ist Harry Redknapp, bis gestern noch Trainer beim FC Portsmouth.

Redknapp ist in diesen Minuten per Telefon auf BBC Five Live zugeschaltet und nimmt Stellung zu den Ereignissen. Das Gespräch konzentriert sich sehr schnell auf die finanzielle Lage der Südküstler. Portsmouth ist mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, Stadion und Trainingsgelände müssen erneuert werden, alles kostet Geld, das Pompey nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung hat. In der Sommer-Tranferperiode konnten Spieler nicht verkauft werden, es fehlte Geld für die nötigen Investitionen. Und wenn man schon keinen Spieler verkaufen kann, dann macht man es eben mit dem Trainer.

Und genau an dieser Stelle sind die Tottenham Hotspur dem FC Portsmouth entgegengekommen. Redknapp wechselt zur White Hart Lane, Pompey bekommt zudem fünf Millionen Pfund zusätzlich. Für die Südküstler ist dies bei weitem kein schlechter Deal. Redknapp wird noch heute Vormittag nach London fahren und mit der Mannschaft vor dem Heimspiel gegen die Bolton Wanderers sprechen. Die finanzielle Schräglage des FC Portsmouth ist die eine Nachricht an diesem Morgen, nicht in den Hintergrund soll dabei das Ende der Ära Juande Ramos rücken. Der Spanier konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen und nach dem verpatztem Saisonstart hat man an der White Hart Lane die Reißleine gezogen. Und nach meiner Ansicht nach sogar früher als eigentlich notwendig. Ich hätte zumindest die englische Woche noch abgewartet. Aber bereits am Freitagmorgen haben die Spurs Kontakt nach Portsmouth aufgenommen, also kurz nach der Niederlage im UEFA-Cup in Udine.

Der Mirror bringt “Big Sam” Allardyce als Nachfolger für den FC Portsmouth ins Gespräch. Redknapp konnte diese Überlegungen auf BBC Five Live nicht bestätigen, hält ihn aber für einen guten Trainer. Sportlich war die Situation beim FC Portsmouth ja nicht die schlechteste. UEFA-Cup Gruppenphase, Platz sieben in der Tabelle, letzte Saison der Sieg im FA-Cup. Redknapp hinterlässt eine intakte Mannschaft, von daher würde Allardyce gut an die Südküste passen. Bei den Bolton Wanderers hat er gezeigt, wie er ein gutes Team noch weiter positiv entwickeln kann.

Harry Redknapp führt jetzt nach London, hat wenig geschlafen, ist ein bisschen nervös vor dem Spiel heute Nachmittag. Auf die Nachfrage von Gary Richardson, dass es für die Spurs ja eigentlich nur eine Richtung geben kann in der Tabelle, nämlich nach oben, konterte Redknapp, dass es zwei Wege gibt. Er ist sich seiner großen Aufgabe bei den Tottenham Hotspur bewusst.

Autor: medispolis
Datum: Sonntag, 26. Oktober 2008 11:26
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Ein Kommentar

  1. 1

    Ich kann das alles nicht ganz nachvollziehen, vor allem warum man das unmittelbar vor dem Spiel gemacht hat. Normalerweise sollte das so ein Team noch zusätzlich verunsichern (auch wenn Tottenham jetzt gewonnen hat). Dass jetzt auf Redknapp zurückgegriffen wird, ist vielleicht gar keine so schlechte Idee. Könnte mir gut vorstellen, dass er endlich mal aus den Spurs das rausholt, was ihr Kader verspricht.
    Es werden auf jeden Fall interessante Wochen an der Lane, bald geht es ja auch gegen Liverpool.

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