Journalisten würfeln die TV-Rechte für die Bundesliga aus

Und noch sind die Würfel nicht gefallen. Aber die Deutsche Fußball Liga (DFL) lädt für morgen gegen 13h00 zur Pressekonferenz nach Hamburg. Die PK wird auch als Livestream im Internet übertragen. Dann dürfte ein langer Poker um die Bundesliga-Rechte beendet sein. Was bei Kirch und Sirius begann, was seine Fortsetzung in der Auseinandersetzung mit dem Bundeskartellamt fand, könnte morgen ganz unspektakulär zu Ende gehen. Und was machen dann all die Journalisten mit dem vielleicht ganz nüchternen Ergebnis? Noch steht nicht endgültig fest, wer die Rechte bekommt. Es deutet für die Live-Spiele vieles auf PREMIERE hin, bei den Zusammenfassungen im Free-TV hat die ARD weiterhin die besten Chancen.

Doch da unterscheiden sich die Meldungen der Mediendienste und Zeitungen. Überhaupt fand ich es mal wieder großartig den Journalisten bei der Arbeit zuzuschauen. Ganz nach der Devise “Wir müssen etwas berichten, egal was, wie, und worüber” gab es seit Montag täglich Berichte mit neuen Spekulationn über die Vergabe der TV-Rechte. Das Hamburger Abendblatt wollte erfahren haben, dass ESPN das beste Angebot für die Pay-TV Schiene gefahren ist. Gleichzeitig meldet das Handelsblatt in einer Exklusivgeschichte, dass ESPN gar nicht geboten hatte und PREMIERE ohne Konkurrenz sei. Und so ging das dann bis heute Abend. Ich sehe schon die Schlagzeile morgen früh im Hamburger Abendblatt:

PREMIERE sticht ESPN um Bundesliga-Rechte aus

Die DFL will sich zu den ganzen Spekulationen nicht äußern. Die Zeitungen melden, sie hätten ihghre Informationen aus gut unterrichteten Quellen. Das kann dann doch eigentlich nur die DFL oder zumindeszt das nähere Umkreis sein. Was bringt bitte so ein Herausstreuen von Informationen an die Medien? Eigentlich gar nichts, und so wie es aussieht, hat sich dadurch ja auch gar nichts verändert. Oder glaubt man bei der DFL, dass eine Story im Hamburger Abendblatt PREMIERE die Schweißperlen auf die Stirn treibt? Kann man nicht direkt in Unterföhring aurufen und sagen, dass es eventuell noch Nachbesserungen gibt? Medien sind fundamentaler Bestandteil unserer Demokratie und sie erfüllen auch ernorm wichtige Aufgaben, das bestreite ich ja gar nicht. Aber muss man nun wirklich jedes Ereignis so instrumentaliseren lassen wie jetzt die Vergabe um die TV-Rechte? Was ist so schwer daran, einfach mal keine Infos rauszurücken, intern nachzubessern und dann vor die Presse zu gehen? Ich habe lieber Spannung vor der Pressekonferenz als tagelang Diskussionen in den Zeitungen, bei denen am Ende nur viel Spekulatives vermeldet wird.

Und heute Abend geht die kleine Würfelrunde weiter. Mittlerweile herrscht in der deutschen Presselandschaft wohl Einigkeit, dass PREMIERE den Zuschlag für die Live-Rechte bekommt. Unklar ist noch die Situation um die Zusammenfassungen im Free-TV. Die Frankfurter Allgemeine berichtet, dass das DSF weiterhin den Zuschlag für die Sonntagsspiele behält, die Süddeutsche sieht eine zweite Sportschau für die ARD am Sonntagabend. Ich warte immer noch auf die Meldung des Hamburger Abendblattes, dass das ZDF für den Sonntag mitbietet. Als Ergänzung zum Rosamunde Pilcher Filmabend. Die FAZ berichtet übrigens auch von einem höheren Angebot von ESPN, das Abendblatt hatte vielleicht auch durchaus gute Insiderinfos. Was mich einfach nur stört, dass ständig eine Nachricht nach der anderen raushaut ohne wirklichen neuen Nachrichtenwert.

Wahrscheinlich wird man über die eigentliche Vergabe weniger berichten als über die Zeit davor. Schade, dass die Würfel nicht schon eher gefallen sind.

Autor: medispolis
Datum: Donnerstag, 27. November 2008 22:45
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