Premier League 2008/2009 Preview 15. Spieltag – Kings of London and Manchester

Der Spielplan der Premier League ist ja fast schon eine eigene Thematik für sich. Es gibt nicht abwechselnd mal ein Auswärts- und dann ein Heimspiel, es gibt keine uns bekannte Hin- und Rückrunde, und häufig hat man das Gefühl, dass kein Computer den Spielplan erstellt, sondern die Regisseure einer spannenden und auf Dramatik bis zum Ende schielenden Premier League. Ganz besonders hat sich Manchester Utd Trainer Sir Alex Ferguson aufgeregt. Jedes Mal, wenn Manchester United in der Champions League spielen musste, darf man danach in der Liga auswärts antreten. Und zwar unter anderem bei folgenden Gegnern: FC Arsenal und Manchester City. Das kann alles Zufall sein, oder eben auch nicht. Ein bisschen undurchsichtig ist immer wieder auch, dass es die Premier League schafft, die Derbys oder die direkten Duelle der Top Four auf einen Spieltag zu legen. Wenn da mal Sky Sports die Finger nicht im Spiel hat. Und das Rückspiel in den Derbys findet am 36. Spieltag statt, also kurz vor Saisonschluss. Und bis dahin soll sich die Spannung im Meisterschaftsrennen noch aufrecht erhalten, hofft der Computer, der den Spielplan ausspuckt.

Jetzt also der 15. Spieltag, der fünf interessante Samstagsspiele sieht. Sonntag dann der Derby-Tag und die Duelle der Teilnehmer im UEFA-Cup. Es gibt am 01. Dezember, quasi als erstes Türchen für den Adventskalender, mal wieder ein Monday Night Game. Liverpool gegen West Ham mit Wolff Fuss. Da darf man dann mal wieder ein Lob aussprechen. Dieses Lob erstickt dann auch wieder gleich, denn an diesem Wochenende gibt es bei PREMIERE zum letzten Mal die Ausstrahlung des Premier League Magazins, das ab Dezember ersatzlos wegfällt.

FC Middlesbrough – Newcastle United

Wenn das Team von Gareth Souhgate die erste Hälfte ohne Tor abschließt, dürfte man in Newcastle noch nicht auftamen. Denn im Durschnitt erzielt Middlesbrough erst in der 64. Minute das erste Tor im Riverside Stadium. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass man in den letzten 20 Spielen vier Tore kurz vor der Halbzeit erzielte, der Durchschnitt also etwas gesenkt wird, sollten die Magpies gewarnt sein. Middlesbrough mit neun Punkten aus den letzten sechs Spielen. Das ist bestens Premier League Durchschnitt. Der letzte Heimsieg liegt auch schon einen Monat zurück, damals 2:0 gegen Manchester City. Bei Newcastle bleibt Joe Kienaar Trainer bis zum Saisonende. Die Journalisten freut es.

Aston Villa – FC Fulham

Aston Villa hatte unter der Woche spielfrei im UEFA-Cup, darf also deswegen schon wieder am Samstag unter Beweis stellen, dass man zu den viertbesten Teams in der Premier League gehört. Gegen Manchester United am vergangenen Wochenende gelang das ganz gut, jetzt muss man aber die harte Nuss Fulham knacken. Die Cottagers konnten immerhin ein 0:0 beim FC Liverpool abtrotzen, haben aber sonst auswärts nicht die furchteinflößendste Bilanz, von daher würde ich die Villens hier als Favorit sehen.

Stoke City – Hull City

Das Duell der beiden Aufsteiger im Brittania Stadium. Es sind zwei Aufsteiger, die sich ganz gut in der Premier League eingefunden haben, Hull City etwas besser und schneller als Stoke. Aber beide konnten ihre Erfolge feiern. Stoke besiegte zum Beispiel Aston Villa und holte ein Remis in Liverpool. Hull gewann im Emirates und spielte leidenschaftlich im Old Trafford. Jetzt steht das Team von Phil Brown auf Platz 6, nur drei Punkte hinter Manchester United. Befürchtungen, dass das Team nach den Niederlagen gegen Chelsea und ManUtd einbrechen würde, haben sich nicht bestätigt. Man spielt zwar nicht mehr auf dem hohen Niveau von Saisonbeginn, holt aber regelmäßig seine Punkte, wenn auch etwas glücklich, wie zuletzt in Portsmouth. Spiel dürfte ganz interessant werden, weil eben auch zwei verschiedene Spielphilosophien aufeinander prallen. Stoke mit seinem kampfbetonten Spiel, das wenig spielerische Elemente enthält, und viel mit langen Bällen operiert, trifft auf die spielstarken Tigers, die einfach auch mal eine Abwehr schwindelig spielen können. Und dann gibt es da noch ein kleines Duell: Die Freistöße von Geovanni gegen die Einwürfe von Rory Delap. Was bringt mehr Erfolg? Kein Team hat mehr Heimspiele gewonnen als Stoke diese Saison. Nächste Bewährung für Hull City.

FC Sunderland – Bolton Wanderers

Vier Niederlagen in Folge, das angebliche Gerücht um einen Rücktritt. Es sind keine einfachen Tage für Roy Keane bei den Black Cats derzeit. Und jetzt kommt mit Bolton ein Team, das Sunderland in der Tabelle schon geschluckt hat und auf dem aufsteigenden Ast ist.

Wigan Athletic – West Bromwich Albion

Das Team von Steve Bruce konnte am Montagabend einen ganz wichtigen Sieg gegen den FC Everton feiern und damit endlich wieder mal ihrer meist guten Leistungen entsprechend sich mit einem Sieg belohnen. Der Dreier vom Montag wird umso wertvoller, wenn am Samstagnachmittag jetzt noch West Bromwich Albion besiegt. Der Aufsteiger hat die schlechteste Defensive der Liga (25 Gegentore) und die harmloseste Offensive (nur 10 Tore). Wenn Wigan in der Liga bleiben möchte, müssen solche Spiele gewonnen werden, vor allem weil das untere Tabellendrittel der Premier League extrem eng und ausgeglichen ist. Hat aber auch den Vorteil für WBA, die mit einem Auswärtssieg dem rettenden Ufer wieder näher kommen.

Manchester City – Manchester United

PREMIERE live, Sonntag ab 14h25; Kommentar: Markus Gaupp

Derby im City of Manchester Stadium, zum ersten Mal, seit der Übernahme von City Ende August. Damals gab es ja auch das Theater um Dimitar Berbatov, der wohl auch von City ein Angebot bekommen hat, letzlich aber zu Utd wechselte. Seitdem ist das Verhältnis von Mark Hughes und Sir Alex nicht mehr das beste. Für City könnte das Spiel zur richtigen Zeit kommen. Zwei Siege in der Liga zuletzt, relativ locker und lässig Auf Schalke gewonnen. ManU finde ich in letzter Zeit einfach nicht so überzeugend. Die 0:0 gegen Villa und Villarreal waren ok, aber eben auch weit von der Bestform entfernt, die man von den Red Devils kennt. City hat die letzten beiden Derbys gewonnen. Jetzt muss man zeigen, dass man auch unter Druck gute Leistungen zeigen kann.

Tottenham Hotspur – FC Everton

Vor der Saison hätte man gedacht, dass das ein Spiel um einen der ersten vier Plätze werden könnte. Jetzt sind beide Teams doch weiter von ihren Erwartungen entfernt, wenngleich Everton bis vergangenen Montag auf dem aufsteigenden Ast war. Aber dann kam die völlig unnötige Niederlage gegen Wigan. Die Spurs haben unter Harry Redknapp noch kein Heimspiel verloren, Everton hat lange Zeit von seiner Auswärtsstärke gelebt. Die Spurs kommen mit dem Rückenwind des Weiterkommens im UEFA-Cup, in Nijmegen gab es ein knappes 1:0. Für Tottenham sind solche Siege, egal, wie sie zustandekommen, immer noch wertvoller als vielleicht für andere Teams. Und wenn man gegen Everton 1:0 gewinnen würde, hätte auch niemand an der White Hart Lane etwas dagegen.

FC Portsmouth – Blackburn Rovers

Donnerstagabend AC Mailand, Sonntagnachmittag Blackburn Rovers. Mal sehen, wie Tony Adams Pompey diesen Spagat vermitteln kann, irgendwo zwischen Kür und Pflichtprogramm, zwischen Außenseiter und klarem Favoriten. Doch wie ein Außenseiter haben die Südküstler gar nicht gespielt gegen Milan, ging 2:0 in Führung, am Ende reichte es aber nur ein 2:2. Chancen auf ein Weiterkommen im UEFA-Cup tendieren gegen Null. Jetzt muss man gegen Blakburn punkten um den Anschluss an das obere Tabellendrittel nicht zu verlieren. Bei Blackburn spitzt sich die Situation um Paul Ince weiter zu. Zur Buchesteht nur ein Sieg aus den letzten 12 Spielen.

FC Chelsea London – FC Arsenal London

PREMIERE live, Sonntag ab 16h45; Kommentar: Wolff Fuss

Kann man schon von einem kleinen Krisengipfel an der Stamford Bridge sprechen? Chelsea mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen, zuletzt ein mageres 0:0 gegen Newcastle und ein 1:1 in der Champions League in Bordeaux. Trainer Scolari machte danach ein ganz interessantes Statement, sagte den Journalisten, dass er, sollte es zu einer Qualifikation für das Achtelfinale nicht reichen, wieder nach Brasilien gehen müsste, er also seiner Traineramt zur Verfügung stellen lässt. Da darf man dann schon mal fragen, wie groß das Selbstvertrauen derzeit bei den Blues ist, wenn man nicht felsenfest von einem Sieg gegen Cluj ausgeht. Und mit dem Selbstvertrauen ist es bei den Gunners auch nicht zum Besten bestellt. Die Spiele sind derzeit weit entfernt von der Augenweide, sind viel Kampf und Krampf. Alles Attribute, die zum Kurzpassspiel der Wenger-Boys nicht unbedingt passen. Was für Arsenal sicherlich spricht ist die sicherlich gute Bilanz gegen die Top Four in dieser Saison. Gegen Liverpool und ManUtd gab es Siege, allerdings vor eigenem Publikum. Wie stark kann man aufwärts beim FC Chelsea auftreten? Die Blues haben diese Saison noch keinen Heimsieg gegen die Top Four, Remis gegen Sir Alex, Niederlage gegen Liverpool. Bei Chelsea fehlt der gesperte Didier Drogba, Joe Cole ist nach seiner Knöchellverletzung aus dem Spiel gegen Bordeaux mehr als nur fraglich. Bei den Gunners fehlt der etablierte Sturm mit Adebayor. Mal schauen, ob Wenger Vela und Ramsey ihnen auch in der Premier League eine Chance gibt. Für Aufsehen dieser Tage sorgt wie immer William Gallas, der scheinbar die Öffentlichkeit aufsucht wie normale Menschen das Badezimmer. Hat er vor einer Woche noch seine Mitspieler kritisert, teilt er jetzt gegen seinen ehemaligen Verein aus. Gallas kann es nicht lassen. Alleine wegen der Begrüßung der Chelsea-Fans ist das Spiel schon sehenswert. Und dass Gallas angreifbar ist und auch unter Konzentrationsmägel leidet, hat das Spiel gegen Kiew gezeigt. Wenn man angreift, muss man damit leben.

FC Liverpool – West Ham United

PREMIERE live, Montag ab 20h55; Kommentar: Wolff Fuss

Monday Night Game an der Anfield Road, gibt fast nichts Besseres. Auch wenn der Gegner nur West Ham United heißt. Das Team vin Gianfranco Zola konnte zuletzt den ersten Sieg seit acht Spielen feiern, hat aber jetzt mit Liverpool und Chelsea in drei Wochen zwei schwierige Spiele in drei Wochen. Und in der Tabelle steht man eben nicht gut genug, hat nicht den Punktevorrat um solche Spiele auch mal zu verlieren, was ja keine Schande ist. Aber lesten kann es sich West Ham eigentlich nicht. Bei den Reds fällt Stürmer Fernando Torres für 2-3 Wochen mit einer erneuten Oberschenkelverletzung aus. Damit bietet sich wieder die Chance für Robbie Keane, der zuletzt nur auf der Bank saß. Steven Gerrard hat dem Daily Express ein schönes Interview gegeben. Gerrard hat Samstag vor genau 10 Jahren sein Debüt für den FC Liverpool gegeben. Und jetzt hat er die große, große Sehnsucht englischer Meister mit dem FC Liverpool zu werden. Mehr bei der BBC und dem Daily Express.

Ich werde den Derby-Sonntag und das Monday Night Game live mitbloggen. In der Hoffnung, dass es richtig schöne Spiele werden.

Autor: medispolis
Datum: Freitag, 28. November 2008 12:13
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