Beiträge vom November, 2008

Premier League 2008/2009 Preview 14. Spieltag – Not Brave Enough

Freitag, 21. November 2008 20:18

Nach der Länderspielpause geht es weiter im englischen Ligaalltag mit dem 14. Spieltag. Und ganz mediengerecht liefert uns Arsenal-Kapitän William Gallas die Story vor dem Fußball-Wochenende. Und ganz ehrlich: Ohne den Franzosen wäre es ein ganz normaler Einstieg in den Spieltag geworden, aber so wohl nicht. Gallas hat im Laufe des Donnerstagnachmittags der Nachrichtenagentur Associated Press ein Interview gegeben, indem er in aller Öffentlichkeit die Mannschaft und seine Teamkamaraden ins offene Messer laufen lässt. Zum einen spricht er seinen Mitspielern die Fähigkeit ab um die englische Meisterschaft ab, zum anderen berichtet er ganz öffentlich von internen Streitigkeiten innerhalb der Gunners. Wörtlich sagte der Franzose:

“We are not brave enough in battle. I think we need to be soldiers. To be champions, you have to play big matches every weekend and fight.” [...]

“There was a problem at half-time of the 4-4 draw with Tottenham. The only thing that I could say at half-time was ‘guys, we resolve these problems after the match, not at halftime. [...]

“When as captain some players come up to you and talk to you about a player… complaining about him… and then during the match you speak to this player and the player in question insults us, there comes a time where we can no longer comprehend how this can happen.”

Scheinbar scheint es während der Halbzeitpause beim Spiel gegen die Spurs zu einem Vorfall in der Kabine gekommen sein. Das wirft natürlich auch ein ganz besonderes Licht auf das 4:4 nach 4:2-Führung. Haben da vielleicht absichtlich Spieler noch auf ein Remis hingearbeitet? Die Frage, die sich jetzt stellt. Wie lange kann Gallas Kapitän bleiben bzw. hat er innerhalb des Vereins noch eine Zukunft? Darüber ist bis jetzt noch nichts bekannt. Arsene Wenger hat sich noch nicht geäußert. Der Guardian berichtet, dass Gallas die Kapitänsbinde abgeben muss und aus dem Kader für das Spiel gegen Manchester City geflogen ist. Die nächsten Tage im Emirates Stadium könnten interessant werden.

Manchester City – FC Arsenal London

Jetzt geht es erstmal für die Gunners zum Tabellenzwölften, Manchester City. Tabellenplatz 12 und Manchester City. Das sollte eigentlich keine längerfristige Symbiose werden, aber so wirklich können sich die Citizens nicht in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. City hat von der FA die offizielle Erlaubnis bekommen aufgrund der Verletzung von Joe Hart nach einem Ersatztorhüter zu suchen, trotz Wechselsperre. Bis man dann im Winter vielleicht für 75 Millionen Euro Buffon nach Eastlands lotst. Die neuen Besitzer von City scheinen sowieso ein bisschen die Realität verloren zu haben. Keine vernünftige Defensive, zu unkonstante Leistungen, aber 75 Millionen für einen neuen Torhüter. Das sichert garantiert den UEFA-Cup Platz. Die Gunners haben derweil ganz andere Sorgen und wollen nicht noch mehr den Anschluss an die Tabellenspitze verlieren. Für Tore sollen von Beginn an Adebayor und van Persie sorgen.

FC Chelsea London – Newcastle United

PREMIERE live ab 15h55; Kommentar: Andreas Renner

Schon spielt Michael Ballack wieder – und unser Pay-TV der Herzen zeigt Chelsea ohne Vorbedingungen. Dabei dürfte die Partie gegen die Magpies eine klare Sache werden. Newcastle hat noch nie an der Stamford Bridge gewonnen und aus den letzten fünf Auswärtsspielen ein Remis und vier Niederlagen auf dem Konto. Und warum sollte es diesmal anders sein? Außer Ricardo Carvalho und Ashley Cole kann Trainer Scolari auf das bewährte Personal zurückgreifen. Joe Cole und Michael Ballack sind wieder mit dabei, hinter dem Einsatz von Frank Lampard steht noch ein kleines Fragezeichen.

FC Liverpool – FC Fulham

Etwa ähnliche Vorzeichen hat man an der Anfield Road vor dem Auftritt der Reds gegen die Cottagers. Fulham definiert sich diese Saison vor allem über die Heimstärke, Liverpool schafft es mittlerweile Spiele souveräner über die Bühne zu bringen als vor der Saison und muss nicht erst in den Schlussminuten um die drei Punkte kämpfen. Auch hier dürften die Gastgeber als klarer Favorit in die Partie gehen. Außer Alvaro Arbeloa, der gesperrt fehlt, hat Trainer Benitez die beste Elf zur Verfügung. Den Sturm bilden Fernando Torres und Robbie Keane.

Stoke City – West Bromwich Albion

Wenn sich Stoke etwas vom Tabellenkeller absetzen möchte, dann bieten sich ja immer Partien gegen direkte Konkurrenten an, und vor allem gegen einen Mitaufsteiger. West Brom wirkt in vielen Spielen immer ein bisschen hilflos, wenn schnell und direkt gespielt wird. Jetzt kommt mit Stoke City nun bei weitem nicht der Fußball vom Silbertablett, sondern eher lange, hohe Hausmannskost. Vielleicht kann sich West Brom ja da etwas besser drauf einstellen. Ich vermeide ja den Ausdruck meistens, aber hier könnte man schon von einem 6-Punkte-Spiel sprechen.

FC Portsmouth – Hull City

Ziehen wir einmal kurz Bilanz nach 13 Spieltagen aus Sicht von Hull City: Man steht auf Platz 6 mit 21 Punkten, acht Zählern über dem Strich. Wer hätte das gedacht. Und so kann man auch relativ locker die Reise an die Südküste antreten. Viel mehr ist der FC Portsmouth unter Druck, der nur durch einen Sieg Anschluss nach oben wahren kann.

FC Middlesbrough – Bolton Wanderers

Von der Tabellensituation ein durchaus interessantes Spiel. Entscheidet selbst, für wen ist wichtiger ist. Middlesbrough kann mit einem Sieg sich Luft schaffen und ein ganz bisschen oben andocken, Bolton braucht die Punkte eher dringender. Middlesbrough ist seit fünf Spielen ungeschlagen.

Aston Villa – Manchester United

PREMIERE live ab 18h25; Kommentar: Sven Schröter

Wenn man das Prädikat denn aussprechen möchte, dann ist es das Spitzenspiel des 14. Spieltages. Schafft Aston Villa innerhalb einer Woche zwei Mannschaften aus den Top Four eine Niederlage beizufügen? Der Sieg in London sollte Martin O’Neill’s Mannen Selbstvertrauen gegeben haben. Manchester United ist mit Platz 3 und 24 Punkten so ganz langsam wieder back on track. Um das zu bestätigen braucht es aber einen Sieg im Villa Park. United muss auf Berbatov und Wes Brown verzichten, bei Villa fehlt erwähnenswert eigentlich nur Carlos Cuellar. ManU hat die letzten sechs Spiele im Villa Park gewonnen, davon fünf ohne Gegentor.

Tottenham Hotspur – Blackburn Rovers

Die Magie von Harry Magic ist ein bisschen verflogen nach der Niederlage der Spurs beim FC Fulham. Man steht immer noch auf den Abstiegsplätzen. Eigentlich wird erst jetzt richtig klar, wie dramatisch die sportliche Situation zu Saisonbeginn war. Auch fünf ungeschlagene Spiele in Folge konnten die Talfahrt zwar beenden, aber wirklich signifikanten Fortschritt hat es zumindest von der Tabellenposition noch nicht gegeben, wenngleich was den Zusammenhalt der Mannschaft angeht und die spielerische Elemente auf dem Platz es durchaus mehr als nur positive Anzeichen gab und gibt. Blackburn mit Trainer Paul Ince braucht unbedingt drei Punkte um den Abstiegsplatz zu verlassen. Bei den Rovers hat man sich die Saison sicherlich auch anders vorgestellt. Ince ist vor allem vor den örtlichen Medien in den letzten Tagen massiv unter Beschuss gekommen, bekommt aber die Unterstützung seiner Spiele. Die Rovers sind vor allem vom Verletzungspech betroffen. Am Sonntag kommen aber mit Benny McCarthy, Roque Santa Cruz, Ryan Nelsen und Martin Olsson vier Leistungsträger zurück. Die Zeit der Ausreden dürfte also auch für Paul Ince bald vorbei sein.

FC Sunderland – West Ham United

3.000 – das ist die magische Zahl des Wochenendes. Sollte West Ham gewinnen, würde man auf diese Punktzahl kommen. Zusammengerechnet die Punkte aus den Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg. Man beachte aber den Konjunktiv, denn die Hammers sind seit sieben Spielen ohne Sieg, nur 2 von möglichen 21 Punkten wurden geholt. West Ham holte auswärts diese Saison erst zwei Punkte. Alles Zahlen, die nicht für die Hammers sprechen. Seit 10 Spielen steht der Italiener Gianfranco Zola an der Seitenlinie. Auch hier hatte man sich viel mehr erhofft. Interessant vor allem auch ein Fakt: Wenn West Ham das erste Tor in einem Spiel kassierte, dann gab es stets eine Niederlage. Vielleicht sollte man Sunderland am Sonntagmittag die Führung überlassen. Bei Sunderland hatte man hingegen den Wunsch mal eine Woche in Ruhe arbeiten zu können. Für Aufregung hatte letzte Woche Trainer Roy Keane gesorgt. Der war nämlich nicht in den Mannschaftsbus für die Auswärtspartie gegen Blackburn gestiegen. Ein irischer Radiosender scheint das beobachtet zu haben und meldete, dass Roy Keane beim FC Sunderland zurücktreten wird. Die Story entwickelte sich rasant am vergangenen Wochenende und belastete natürlich die Mannschaft. Sie gewann trotzdem mit 2:1 in Blackburn. Roy Keane gab süffisant ins Mikrofon: “Sowas passiert im Fußball und im Leben, dass Leute zwei und zwei addieren und als Ergebnis 10 haben.”

Wigan Athletic – FC Everton

Es ist schön zu sehen, dass auch mal zwei nicht so renomierte Mannschaften die Gelegenheit bekommen, ein Moday Night Game auszutragen und somit die durchaus lukrative Gelegenheit bekommt im Live-Spiel auf Setanta sein Können zu zeigen. Everton ist ja furchtbar in die Saison gestartet, hat sich aber die letzten Wochen ganz gut durch die Liga gemausert und steht jetzt auf Platz 7. Knackpunkt könnte das 1:1 im Heimspiel gegen den FC Everton gewesen zu sein, als man eine wirklich gute zweite Hälfte zeigte. Und auswärts hat man ja durchgehen ansprechende Leistungen gezeigt. Wigan bräuchte dringend mal ein Erfolgserlebnis. Der Kader ist auch gut genug dafür, wenn denn alle Leistungsträger fit sind. Für die Partie am Montagabend sind Emile Heskey, Amr Zaki, Mario Melchiot und Jason Koumas fraglich. Alles wichtige Spieler, die Wigan nicht ersetzen kann.

Ich werde die Partie Aston Villa gegen Manchester United am Samstagabend live mitbloggen.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Chaos statt Krise

Donnerstag, 20. November 2008 21:41

Ich finde, dass das Wort “Krise” in letzter Zeit in den Medien doch ziemlich überstrapaziert wird. Von daher schlage ich mal “Chaos” vor. Und das passt ja auch wunderbar in den nächsten Tagen.

  • Wetter am Wochenende
  • Fahrplan der BSAG im Berufsverkehr
  • Werders Abwehr am Sonntag in Hamburg
  • Ausweichwege für die Schiffahrt um Somalia zu umfahren
  • Wahlkampf in Hessen
  • Herbert Grönemeyer veröffentlicht sein erstes “Best Of”-Album
  • Deutschlands Schienenwege. Jetzt müssen wir schon Frankreich um Hilfe bitten
  • Michael Glos in seinem Wirtschaftsministerium
  • Die Methoden der DFB-Presseabteilung

Und wer stets den Überblick behält, vermeidet auch die Krise. Und Werder hat am Sonntag das Glück noch dazu.

Thema: Alltägliches | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Den Hannover Scorpions fehlen die Zuschauer, der DEL leider noch viel mehr

Mittwoch, 19. November 2008 22:38

Ehre, wem Ehre gebührt. Die Hannover Scorpions stehen seit einer Woche an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Und seitdem dies so ist, rückt Eishockey wieder auch ein bisschen mehr in den Fokus der Hannoverschen Berichterstattung. Und ganz plötzlich kommen die spezifischen Probleme des Eishockeys in Hannover in den Vordergrund. Und schnell wird klar: Die Probleme in der niedersächsischen Landeshauptstadt sind nur ein kleines Puzzleteil der Schwierigkeiten, die sich die DEL fast selbst gemacht hat. Ein Umdenken muss endlich stattfinden.

Nun schauen die Scorpions seit zwei Spieltagen als Spitzenreiter auf die Tabelle der DEL und manche Experten sehen sich bestätigt in ihren Prognosen, dass die Scorpions eine gute Rolle diese Saison spielen können. Dabei ist man gar nicht so gut in die Saison gestartet, hatte auch zwischendurch eine Serie von fünf Niederlagen. Aber was die Scorpions seit dieser Saison auszeichnet – und erst seit dieser, denn man war auch schon in vergangenen Spielzeiten teilweise oben mit dabei – ist die Konstanz in den Leistungen. Mit Ausnahme der Schwächephase Ende Oktober spielt man sowohl auswärts als auch daheim in der Tui-Arena auf gutem Niveau und kann mit den besten Teams der Liga mithalten. Spielerisch ist man Berlin, Köln und vielleicht auch Mannheim noch unterlegen, Hannover definiert sich ganz nach der Philosophie von Trainer Hans Zach über den Kampf, die Leidenschaft und den unbedingten Siegeswillen. Dass man damit spielerische Defizite ausgleichen kann, zeigen die Auswärtssiege bei den Eisbären und Adler. Ein ganz wichtiger Schlüssel ist auch Stürmer Tore Vikingstad, der im Sommer von den DEG Metro Stars an die Leine wechselte, danach aber zwei Monate lang verletzt war. Jetzt hat immer hin schon 13 Einsätze für die Scorpions absolviert und drei Tore und 11 Vorbereitungen geleistet. Und genau so ein torgefährlicher Stürmer hat in Hannover gefehlt, jemand der Tore erzielen und vorbereiten kann. Somit wird Sascha Goc wieder vermehrt auf die Abwehrarbeit konzentrieren und die Sturmreihe um Dolak und Schneider bekommt servierfertig die Gelegenheit zum Torabschluss.

Nun spielen die Scorpions teilweise brilliantes Eishockey diese Saison – aber es kommen kaum Zuschauer in die Tui-Arena, die über 10.000 Plätze fasst. Man kann froh sein, wenn regelmäßig 5.000 Gäste kommen. Das ist bei weitem nicht zufriedenstellend und entspricht auch nicht den Leistungen, die die Scorpions zurzeit zeigen. Drei Gründe sehe ich, warum es immer noch nicht klappt.

1. Die Scorpions hatten bis vor kurzem nicht die Aufmerksamkeit in den Medien, die sie eigentlich schon lange verdient hätten. Zwei Berichte pro Woche in der größten Tageszeitung Hannovers, der HAZ, sind einfach zu wenig um dauerhaft Interesse zu wecken. Ganz langsam scheint man auch beim Madsack-Verlag erkannt zu haben, dass tägliche Berichterstattung die Scorpions ins rechte Licht rückt. Aber dieser Schritt, sollte er denn jetzt dauerhaft umgesetzt werden, kommt leider viel zu spät.

2. Die Konkurrenz im Eishockey in Hannover. Ja, die gibt es. Die Hannover Indians spielen im Stadion am Pferdeturm in der Oberliga Nord, füllen den Hexenkessel aber regelmäßig bis unters Dach, auch wenn die Qualität des Eishockeys meist zu wünschen übrig lässt. Aber sie spielen durchaus erfolgreich, und die Stimmung ist einzigartig gut. Ich gebe zu, dass ich wenn ich die Wahl habe manchmal auch die Indians vorziehe, einfach aufgrund der Atmosphäre. Fragt man viele Eishockey-Fans in Hannover, warum sie denn zu den Indians gehen, kommt stets die selbe Antwort: Bessere Stimmung und Atmosphäre. Alles, was die Scorpions in der Tui-Arena trotz der guten Leistungen noch nicht erzielen können.

3. Das Team heißt zwar Hannover Scorpions, aber für viele ist das Team gar nicht verbunden mit Hannover, entstand doch der Verein in der beschaulichen Wedemark bei Mellendorf nördlich von Hannover. 1996 stieg man in die DEL auf, erst fünf Jahre später zog man aber nach Hannover. Das kleine Eisstadion in der Wedemark fasste damals nur knapp 3.000 Zuschauer. Genau diesen Schnitt konnte man als festen Kern für sich behalten, hinzu kommen dann je nach Spiel und sportlicher Situation ein paar Tausende dazu. Würden die Scorpions schon seit Jahren in Hannover spielen und auch eine gewisse Tradition wie die Indians aufweisen, würde eine Fangenerierung sicherlich leichter fallen.

Eigentlich dachte man in der Geschäftsführung der Scorpions, dass man hinsichtlich der Zuschauerzahlen auf einem ganz guten Wege sei, doch der Zuschauerrekord aus der Saison 2006/2007 mit über 6.000 im Schnitt konnte schon eine Saison später nicht gehalten werden und sank um fast 1.500. Jetzt liegt er momentan bei knapp 4.300, ist also nochmal gesunken, obwohl die Scorpions derzeit das beste Viel zu niedrig. Das sieht auch so der Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth, der am Wochenende in der HAZ ein bemerkenswertes Interview gegeben hat, das in der Sportszene Hannovers heiß diskutiert wird. Und das vor allem, weil er einen Rundumschlag macht und auch die Hannover Indians und deren Fans bekamen ihr Fett weg.

“Wir könnten uns vor den Pferdeturm stellen und Freikarten an 4602 Leute verteilen, davon würden sieben kommen. Die Leute, die uns besuchen, sind jünger. Die Kinder sind heute doch schlau. Denen kann man nicht erklären, warum sie zu den Indians gehen sollen. Auf den Stehplätzen können sie nichts sehen, und wenn sie etwas sehen können, interessiert es sie nicht. Die Kinder wollen Namen wie Alexander Jung
oder Sascha Goc.” [...]

“Um es klar zu sagen: Die Indians sind wirtschaftlich solide und haben sich etwas aufgebaut. Aber wir werden jede Woche vergleichbar gemacht,obwohl wir gar keine Möglichkeit haben, uns zu vergleichen. Die Indians spielen mit einer Profi-Mannschaft gegen Feierabend- Eishockeyspieler in einer Liga, in die sie nicht gehören und die sie natürlich beherrschen. Wir können keine dreckigen Toiletten bieten, keine verbrannten Bratwürste und auch keine Wunderkerzen. Wir können Spitzensport bieten, die Nationalmannschaft hierher holen – und am am Ende des Tages feststellen, dass das hier gar keiner will. Die Leute wollen die größte Kneipe der Stadt.”

Mit dieser scharfen Kritik und dem Frontalangriff hat sich Stichnoth sicherlich keine Freunde gemacht. Es dürfte auch klar sein, dass jeder Fan der Indians nach diesen Worten bis auf weiteres nicht mehr zu den Scorpions geht. Das ganze scheint wohl eher kontraproduktiv gewesen zu sein. So gewinnt man sicherlich dauerhaft keine neuen Zuschauer für die Scorpions.

Aber die Probleme, die es in Hannover gibt, sind nur eine kleine Projektion auf die Schwierigkeiten der DEL. Die aktuellen Zuschauerzahlen der DEL weisen für die gesamte Liga einen Schnitt von 5.572 Zuschauern auf, Hannover liegt also unter diesem Schnitt. Aber der Duchschnitt wird durch Berlin (14.100), Mannheim (11.600) und Köln (10.800) extrem in die Höhe getrieben. Es gibt die Eishockey-Hochburgen in der Bundesrepublik, danach kommt lange nichts. Insgesamt ist bei allen Vereinen ein Zuschauerrückgang zu beobachten. Und das ist ein Problem, dass die DEL immer noch nicht in Angriff genommen hat, geschweige denn Lösungen präsentiert hat. Und das alles vor dem Hintergrund, dass sich die finanziellen Probleme bei den Sinupret Ice Tigers in Nürnberg weiter verschärft haben. Der Verein kann die Spielergehälter nur noch mit Verzögerung zahlen, zusätzlich soll man auch noch Schulden beim Hallenbetreiber haben. Die Zuschauerzahlen in Nürnberg liegen übrigens im Schnitt um 1.500 geringer als vor zwei Jahren. Und dabei darf nicht vergessen werden, dass Nürnberg in der vergangenen Spielzeit die reguläre Saison als Tabellenerster abgeschlossen hat. Man schied zwar gleich im Playoff-Viertelfinale aus, aber sportlich gesehen gab es eigentlich keinen Grund für einen Zuschauerrückgang.

Die DEL hat sich in den vergangenen Jahren so ein bisschen selbst ins Fleisch geschnitten und nicht die nötigen Reformen eingeleitet um mehr Zuschauer in die Hallen zu bekommen und den großen, finanziell starken Vereinen entgegen zu kommen.

DEL-Modus: Vor der Saison wurde die DEL  von 15 auf 16 Klubs aufgestockt, gleichzeitig entwickelte man einen Spielplan, der in der Vorrunde nur noch 52 statt bisher 56 Spiele reduziert, so dass es gegen einige Klubs nur zwei statt vier Vorrundenspiele gibt. Und keiner steigt durch diesen Spielplan durch, nicht mal mehr die Trainer. Innerhalb von zwei Jahren hat man die DEL von 14 auf 16 Teams erhöht, gebracht hat es nichts.

Aufstieg und Abstieg: Immerhin wurde seit dieser Saison wieder Auf- und Abstieg eingeführt und somit sportliche Konkurrenz wieder ermöglicht. Jahrelang tat man dies aber nicht und stellt quasi einen Freifahrtschein für schlechte sportliche Leistungen.

TV-Vertrag: Die DEL hat überhaupt keine Free-TV Präsenz mehr, zeigt Highlights der Spiele im Liga-TV auf del.org und pro Saison gibt es bis zu 65 Spielen bei PREMIERE. Das kann keine optimale Lösung darstellen. Wenn man schon keine Free-TV Präsenz anstrebt, dann sollte man es doch PREMIERE ermöglichen mehr Spiele zu zeigen. Denn es gibt die Klausel, dass die DEL im TV-Vertrag mit PREMIERE auf eine Begrenzung der Spiele hingearbeitet hat, damit trotzdem Zuschauer in die Stadien kommen. Ebenso sollte es möglich sein, PREMIERE als langfristigen und treuen TV-Partner bei den Produktionskosten zu unterstützen, finanziell wie logistisch. Und ganz ehrlich. Wenn es hochkommt, sehe ich die Scorpions bei PREMIERE in der Vorrunde vielleicht fünf Mal in einem Spiel. Sollte man mehr Spiele ermöglichen seitens der DEL und diese halbwegs gerecht auf die Vereine verteilen, sieht man jedes Team vielleicht dreimal mehr, wenn überhaupt. Das wird garantiert kein Massenansturm auf das Pay-TV auslösen, aber es würde eine bessern Umfang der Übertragung sichern und insgesamt für eine bessere Darstellung des Produkts Eishockey im TV sorgen.

Natürlich hat es die Deutsche Eishockey Liga schwer auf dem deutschen Sportmarkt. Der Großteil der Sportfans interessiert sich für Fußball, Formel 1, ein bisschen noch für Handball – und dann kommt lange Zeit nichts. Und die Hardcore-Fans haben mit NASN und der NHL sowieso das Paradies auf Erden und hinterlassen damit der DEL wenig Chance sie als Fangruppe zu aktivieren, auch im Pay-TV Segment. Die DEL muss mit diesen Rahmenbedinungen leben, aber sie hat bisher noch keinen durchdachten und längerfristigen Versuch unternommen offensiv mit diesem Schicksal umzugehen. Potential ist ja da, nur man muss es auch nutzen und dann vor allem erhalten. Hinzu kommen natürlich auch die eher spärlichen Erfolge der Nationalmannschaft, daran kann die DEL leider nicht allzuviel ändern.

Bezeichnenderweise wird derzeit überregional so viel über die DEL berichtet wie nie zuvor, aber weniger über den Sport, sondern eher über den unheilbar kranken Kölner Torwart Robert Müller. Der SPIEGEL hatte letzte Woche eine größere Story im Heft, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung widmete dem sympathischen Sportsmann die erste Seite im Sportteil. Und wer einmal sehen möchte, wie großartig Sport, wie großartig Fans, und wie großartig auch die DEL sein kann, dem sei morgen das Derby zwischen den Kölner Haien und den DEG Metro Stars empfohlen (PREMIERE übertragt ab 19h15). Mehr Gänsehaut geht nicht.

Robert Müller hat diese Aufmerksamkeit absolut verdient. Was ich aber sagen wollte, ist, dass überregional über die DEL scheinbar erst bei solchen Extremfällen berichtet wird. Ansonsten ist da wenig zu finden. Leider. Was kann man also aus Sicht der Hannover Scorpions und der DEL machen um zukünftig wieder mehr Fans in die Arenen zu locken und sich fanfreundlicher zu präsentieren? Hannover muss wohl weiterhin gut spielen. Und der Geschäftsführung würde es gut zu Gesicht stehen, solche Interviews à la Stichnoth zu unterlassen, weil die nämlich gar nichts bringen. Die DEL muss schleunigst den Modus wieder ändern. Ich will mich gar nicht auf eine bestimmte Zahl an Mannschaften festlegen, wie Han Zach es mit 12 Teams fordert. Der Spielplan muss nur klar verständlich sein für Fans, Zuschauer und Verantwortliche, es muss eine Konkurrenz um Aufstieg und Abstieg geben. Desweiteren ist es an der Zeit mehr Live-Spiele ins Fernsehen zu bringen. Die DEL und PREMIERE haben hier meiner Meinung nach durchaus Handlungsspielraum. Desweiteren würde ein wöchentliches Magazin, das durchaus von der DEL produziert werden kann, der Liga gut tun. Man könnte es über PREMIERE ausstrahlen oder auch via del.org. Aber man hat häufig den Eindruck, dass man von der Saison ein paar Spiele sieht, aber es rundherum wenig Informationen für den interessierten Eishockey-Fan gibt.

Das wären kleine, aber realistische und machbare Schritte. Aber man hat das blöde Gefühl, dass wohl eher die Hannover Scorpions mehr Zuschauer bekommen als dass die DEL sich wirklich zu einer grundlegenden, fanfreundlichen und für die Zuschauer attraktiven Reform durchringen kann.

Thema: Sport, TV und Radio | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Die große Bremer Aufholjagd

Mittwoch, 19. November 2008 11:40

Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Pisa-Studie am gestrigen Dienstag sind heute das beherrschende innenpolitische Thema in Bremen. Und scheinbar ist der Aufstand der Opposition im Keim erstickt worden, weil die Landesregierung aus SPD und Grünen politisch durchaus geschickt vermeldet hat, dass Bremen zwar weiterhin das Schlusslicht im deutschen Bildungssystem ist, es aber durchaus Verbesserungen gegenüber älteren Untersuchungen gibt. Das scheint zumindest verhindert zu haben, dass CDU, FDP und Linkspartei aus allen Kanonen feuern.

Führen wir uns nochmal die Ergebnisse der Pisa-Studie 2006 für Bremen vor Augen. Darin ist festzustellen: Bremen liegt im Bereich der Naturwissenschaften zwei ganze Schuljahre hinter Sachsen zurück und liegt als einziges Bundesland unter dem OECD-Durschnitt. Leichte Verbesserungen gab es auch bei der Lesekompetenz und im Bereich Mathematik. Ebenso konnte der Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Bildungserfolg etwas entschärft werden, liegt aber auch in Bremen noch deutlich über den wünschenswerten Vorgaben. Bremen liegt bei der naturwissenschaftlichen Kompetenz knapp vor Portugal und Italien, bei der Lesekompetenz ist die Slowakei sogar besser. 20% der 15-jährigen gehen in Bremen auf eine Hauptschule. Sachsen hatte diese Schulform komplett abgeschafft. Dass Hauptschule aber nicht gleich Bildungsmisserfolg heißt, zeigt Bayern. In Bayern sind 30,5% der 15-jährigen auf Hauptschulen. Bremen möchte jetzt die Hauptschule abschaffen. Klar ist die Hauptschule kein Zukunftsmodell par exellance, aber intensive Betreuung und kleine Klassen können sicherlich auch auf Hauptschulen zu Lernerfolgen führen.

Die innenpolitsche Debatte in Bremen begann also auf der Basis leicht verbesserter, aber immer noch sehr schlechter Ergebnisse. Die FDP hält sich mit Schmährufen gegen die Landesregierung zurück, fordert vielmehr einen Ausbau der Sprachförderung und der Ganztagsschulen. Auch die CDU gibt sich überraschend zurückhaltend mit Kritik an Rot/Grün und mahnt einen grundlegenden Wechsel in der Bremer Bildungspolitik an.

Und was sagt die Bildungssenatorin Renate Jürgens Pieper zu den Ergebnissen für Bremen. Sie äußert sich gegenüber SPIEGEL Online:

“Wir haben kleine Erfolge und wurden gelobt, weil wir den Anschluss in Lesen und in Mathematik gefunden haben. Das wird die Schulen weiter motivieren. Aber dieses Lob befriedigt uns natürlich nicht. Immerhin: Wir sind nicht abgehängt worden, unsere Aufholjagd hat sich gelohnt.”

Kann jemand hier eine Aufholjagd erkennen? Und wenn ja, auf wen soll wir denn aufgeholt haben? Wer war Bremens Orientierungspunkt? Ich finde es immer schade – und mache das auch zu einem Hauptvorwurf an diverse Politiker – wenn nicht ehrlich argumentiert wird und Ergebnisse besser dargestellt werden als sie schlicht sind. Die Ergebnisse Bremens verdienen bei weitem nicht das Prädikat “Aufholjagd”. Das ist schlicht nicht der Realität entsprechend. Und wenn alle Bildungspolitiker- und Experten so wild nach dieser Pisa-Studie sind, dann muss man sich auch an den Zahlen messen: Und die sind für Bremen ganz leicht verbessert – das will ich hier nicht wegschreiben – aber sie sind schlicht und einfach nicht zufriedenstellend und gut genug. Und da von einer Aufholjagd zu sprechen, ist blanker Hohn. Was macht denn Bremen, wenn die positiven Ansätze sich verfestigen und zu einer Besserung beitragen und wir in ein paar Jahren die rote Laterne abgeben? Was ist denn das dann? Das neunte Weltwunder oder sportlich gesprochen ein erneutes “Wunder an der Weser”. Wenn man bei so einem mäßigen Erfolg die rhetorische Latte schon so hoch hängt, dürften einem ganz schnell die Superlative ausgehen. Manchmal können unsere Politiker gerne auch mal kleine Brötchen backen. Denn eine Situation ehrlich und realistisch einzuschätzen verdient zumindest bei mir mehr Anerkennung als Fakten sich künstlich schön zu reden. Und die Aufholjagd macht sich bei Renate Jürgens Pieper auch an messbaren Erfolgen deutlich:

“Wir haben die Unterrichtszeiten verlängert und die Lernzeiten ausgeweitet, sowohl in den Ganztagsschulen als auch mit Lerncamps im Sommer und zu Ostern. Wir haben die Wiederholer-Quoten gesenkt, weil Sitzenbleiben demotiviert. Und wir haben verstärkt Schulschwänzer von den Straßen geholt.”

Und gerade mit diesem Statement sollte klar sein, dass Bremen erstmal noch ganz am Anfang steht. Keine Spur von Aufholjagd. Wenn man realistisch ist.

Thema: Bremen, Politik National | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Dienstag, 18. November 2008 – Ehrgeiziger Barack Obama

Dienstag, 18. November 2008 22:10

“Once I take office, you can be sure that the United States will once again engage vigorously in these negotiations, and help lead the world toward a new era of global co-operation on climate change”

Barack Obama, zukünftiger US-Präsident, in einer Videobotschaft auf der internationalen Klimakonferenz in Los Angeles.

(via BBC News)

Thema: Politik International, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Das ZDF kennt sich im Pott nicht aus

Montag, 17. November 2008 22:15

Großartiger Moment gerade im heute-Journal beim ZDF. Im zweiten Nachrichtenblock folgt die vorletzte Meldung über den neuen Trainer in Duisburg. Man sieht auf der Grafik ein Bild von Peter Neururer und dem MSV-Logo. Und was liest man da als Bildunterschrift: “Neuer Trainer auf Schalke

Weiß gar nicht, für wen das jetzt mehr schmerzt. Für das ZDF, Schalke oder Duisburg. Aber vielleicht wollte das ZDF ja auch nur ein bisschen Bundesligaluft zu Peter Neururer wehen. Aber ganz ehrlich: Sowas, liebes ZDF, darf nicht passieren.

Vielen Dank an Marcel für den Fotoausschnitt

Thema: Fußball, TV und Radio | Kommentare (6) | Autor: medispolis

Die Top Two und das kleine Torwartproblem der Tottenham Hotspur

Montag, 17. November 2008 21:03

Wer hättte das gedacht, dass der FC Liverpool in der Premier League Saison 2008/2009 nach 13 Spieltagen den besten Saisonstart in der Vereinsgeschichte feiern kann. Nach dem durchaus verdienten 2:0 bei den Bolton Wanderers liegt man punktgleich mit dem Tabellenführer auf Platz zwei. Es ist zu erkennen, dass Raphael Benitez das Team noch einmal weiterentwickeln konnte. Letzte Saison wären solche Spiele wie in Bolton noch verloren gegangen. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass Fernando Torres wieder nicht von Beginn an dabei war. Insbesondere Dirk Kuyt, zu Saisonbeginn schon von vielen verspottet und mit dem Hamburger SV in Verbindung gebracht, machte erneut ein überzeugendes Spiel. Liverpool bleibt damit dem FC Chelsea London auf den Fersen. Die Blues gewannen locker leicht mit 3:0 bei West Bromwich Albion. Was den Reds Dirk Kuyt, ist den Londonern Nicolas Anelka, der eigentlich schon als Fehleinkauf tituliert wurde und nur solange spielen sollte, bis Didier Drogba wieder fit sein würde. Doch genau in dieser Zeit entwickelte sich der Franzose zur Form seines Lebens. Momentan muss sich eher Drogba nach Anelka umschauen.

Chelsea und Liverpool sind die einzigen Konstanten in der oberen Tabellenhälfte, liegen schon acht Punkte vor dem Tabellendritten Manchester United. Das Team von Sir Alex gewann 5:0 gegen Stoke. Das ist auch schön und gut, trotzdem ist die Form einfach noch zu unkonstant. Und da darf man sich gerne mit dem FC Arsenal London einreihen. Die Gunners schlagen vergangene Woche die Red Devils und verlieren daraufhin das Heimspiel gegen Aston Villa. Wenn beide in diesem Rhythmus weitermachen, kann der Meisterschaftszug ganz schnell abgefahren sein, zumindest für Arsenal. Die müssen sich sowieso umschauen, dass die Villens ihnen den vierten Platz nicht streitig machen.

Hull City, Eveton und Middlesbrough halten weiter Anschluss in der oberen Tabellenhälfte – und das, obwohl alle nur remis am Wochenende spielten. Everton und Middlesbrough nahmen sich gegenseitig die Punkte weg, Hull City spielte remis gegen Manchester City. Und das darf man durchaus als Erfolg werten. Den Sprung in die obere Tabellenhälfte schaffte auch der FC Fulham durch ein 2:1 gegen die Tottenham Hotspur. Im Cravan Cottage kann man sich auf die Heimstärke verlassen, aus den letzten drei Heimspielen gab es drei Siege. Besser geht es nicht. Gleichzeitig beendete man ein bisschen die Zauber-Show von Spurs-Coach Harry Redknapp. Nach fünf Pflichtspielsiegen in Folge setzte es mal wieder eine Niederlage, und wenn man ehrlich ist, eine völlig unnötige. Wieder einmal eingeleitet von Heurelho Gomes, der mit einem fürchterlichen Fehler Fulham auf die Siegerstraße brachte und danach in seinem Tor einen Gesichtsausdruck über die letzten 60 Minuten zeigte, als würde er wissen, dass er nicht lebend nach Hause komme. Es war nicht der erste Fehler von Gomes in dieser Saison, diesmal hat es dem Team geschadet. Der Brasilianer genießt weiterhin die Untestützung von Redknapp, aber langsam scheint sich anzubahnen, dass die Spurs mit Torhütern nicht immer die beste Erfahrung haben. Erinnert sei an Paul Robinson.

Die Premier League ist gerade im unteren Tabellenbild extrem spannend. Zwischen Sunderland auf Platz 11 und West Bromwich Albion auf Platz 20 liegen gerade einmal vier Punkte. Und wenn man eine Tendenz ausmachen will, kann man eigentlich nur etwas Positives über den FC Sunderland schreiben, alle anderen Teams da unten konnten am Wochenende nicht dreifach punkten. Vier Unentschieden gab es in den Duellen der Mannschaften. West Ham United dreht sich unter Gianfranco Zola weiter um die eigene Achse. Manchester City muss einmal mehr eingestehen, dass Geld im Hintergrund nicht automatisch Erfolg bringt. Wenn das so weiter geht, dann dürften auch die Tage von Mark Hughes gezählt sein. Gleiches gilt für Newcastle, Blackburn und Wigan. Das kann bei einigen Teams um die Feiertage im Dezember noch richtig ungemütlich werden.

Apropos Newcastle United: Da sitzt immer noch Joe “fuck up, the referee is a Micky Mouse” Kienaar und hat den Magpies praktisch keinen Fortschritt gebracht. Nachrichten über eine mögliche Übernahme sind völlig aus den Schlagzeilen geflogen, Kevin Keegan scheint genüsslich Urlaub zu machen. Newcastle ist für mich ein ganz heißer Abstiegskandidat, sollte man nicht endlich klare Strukturen schaffen. Denn United ist eines der wenigen Teams, das nicht weiß, wie man im Abstiegskampf zu agieren hat. Da sehe ich Stoke, Wigan und West Brom im Vorteil, denn deren Erwartungen waren nicht sehr viel höher. Vor allem im Tabellenkeller bleibt es spannend.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Monday Morning im November

Montag, 17. November 2008 15:38

Sonnenaufgang über dem Hollerland am Montag, 17.11.08

Ich kann mit keinem Monat im Jahr so wenig anfangen wie mit dem November. Fast täglich ist es trübe oder neblig, Wolken hängen tief, Nieselregen begleitet einen durch den Tag. So war es bisher fast immer, nur heute nicht, als sich erstmals seit Wochen wieder die Sonne in Bremen länger zeigte.

Dabei begann der Morgen fürchterlich: Um 06h00 aufgewacht von einem schlechten Traum, konnte nicht mehr einschlafen, nach draußen geschaut, Sterne gesehen, keine Wolken am Himmel, Temperatur gerade mal knapp über dem Gefrierpunkt. Eher aufgestanden, dafür etwas länger gefrühstückt um dann um kurz nach halb Acht Richtung Büro zu fahren. Aufgrund des schönen Wetters mit dem Fahrrad, zum ersten Mal in diesem Jahr mit Mütze, Schal und Handschuhe.

Durch das Hollerland also Richtung Stadt. Und da habe ich dann zum ersten Mal gemerkt in diesem November, wie schön dieser Monat doch eigentlich sein kann. Bodennebel über den Wiesen und ein wunderschöner Sonnenaufgang. Wusste gar nicht, dass sich der November so schön ins Zeug legen kann.

Und bevor es morgen wieder windig, grau und regnerisch wird, schaue ich noch ein bisschen öfter auf das Bild. Wer weiß, wann der November wieder so einen schönen Start in den Tag bieten wird.

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Die Luft wird wieder dünner an der Weser

Sonntag, 16. November 2008 18:50

Das einzige Sonntagsspiel am 13. Spieltag der Bundesliga 2008/2009 sah die Partie zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln. Tabellentechnisch für beide kein unwichtiges Spiel. Bremen musste nach dem schwachen Saisonstart unbedingt nachlegen, für Köln waren es Bonuspunkte zur Verbesserung des guten Saisonstarts.

Zum ersten Mal seit Jahren hatte Thomas Schaaf eine komplette Mannschaft eine Woche lang im Training bei sich, davon versprach man sich eine signifikante Leistungssteigerung. Dass das dann nicht 100% geschah, lassen wir jetzt mal außen vor. Medientechnisch war es wieder eine ruhige Woche in Bremen. Klaus Allofs gab ein Interview im Weser-Kurier, in welchem er darauf aufmerksam machte, dass es Werder sich nicht leisten könne, länger als ein Jahr nicht in der Champions League zu spielen. Ansonsten war die angebliche Affäre von Diego und Sarah Conner schon das Topthema. Nirgendwo sonst kann man als Bundesligatrainer so ruhig arbeiten wie an der Weser.

Im aktuellen Stadionheft sprach der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung, Jürgen L. Born, von einer Luft, die “dünner in Bremen geworden ist, aber es ist noch lange keine dicke Luft.” Am Sonntag sollte die Luft also weniger dick werden, das waren die Hoffnungen, die die Werder-Fans im ausverkauften Weserstadion hatten. In der PREMIERE-Vorberichterstattung äußerte Klaus Allofs, dass es eine schwierige Situation für Werder sei, aber bei weitem noch keine Krise. Das klingt so schon seit Wochen. Allofs hält es weiter für möglich, dass man die Quali zur Champions League erreichte. Und sagen wir es mal so: Er hat Neuverpflichtungen im Winter nicht ausgeschlossen. Und auch von einem Marcel Reif, der vom “blinden Verständnis” zwischen Trainer und Manager sprach, und meinte, dass Werder nicht “schmutzig gewinnen” kann, brachte sich Allofs nicht aus dem Konzept.

Hinein also in die Partie: Werder gewann die letzten vier Spiele gegen Köln und begann mit Prödl auf rechts, links spielte Pasanen für Boenisch, Hunt ersetzte den rotgesperrten Özil. Bei den Kölnern bekam Kevin McKenna mal wieder eine Chance von Beginn an. Fünf Minuten dauerte es, da stolperte Mertesacker das erste Mal, Naldo fabrizierte im Stafraum eine Kerze in den Bremer Abendhimmel. Es war nicht das letzte Mal, dass die Fans im Stadion die Nervosität der Bremer Mannschaft zu spüren bekamen. Gleich fünf Minuten später stockte wieder der Atmen, als Werders Abseitsfalle gerade haarscharf zuschnappte. Ein Spiel auf der Rasierklinge, in den ersten 10 Minuten in einem Heimspiel gegen Köln. Werder hatte und zeigte Nerven. Der Rest der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Werder kam zweimal gefährlich vor das Kölner Tor und traf zweimal das Tor. Zunächst in der 15. Minute, als Diego nach einem Foul von Baumann an Wome sicher verwandelte. Und dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Ecke Frings, Kopfball Naldo. 2:0. Alles in Butter an der Weser, könnte man meinen. Ganz so war es aber doch nicht. Zwischen den 30 Minuten der beiden Tore lag eine Viertelstunde, in der nicht wirklich viel passierte, ab der 30. Minute übernahm Köln die Verantwortung, Werder schwamm in der eigenen Defensivunsicherheit und die Rheinländer waren das eine oder andere Mal dran am Ausgleich. Wäre man zielstrebiger gewesen und hätte man sich mehr zugetraut, wäre ein Ausgleich möglich gewesen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Tusic für den wieder mal enttäuschenden Prödl, Pasanen ging auf die rechte Abwehrseite, was die Leistung des Finnen aber nicht besser machte. Im Prinzip setzte die zweite Hälfte da an, wo die ersten 45 Minuten aufgehört haben. Köln übernahm wieder das Geschehen und kam in der 48. Minute zum Anschlusstreffer durch Novakovic, als Pasanen und Mertesacker sich anstellten wie Schuljungen und der Kölner noch Zeit hatte sich den Ball zurechtzulegen und Tim Wiese auszugucken. Der Anschluss war verdient, und um Werder musste man sich wieder ernsthaft Sorgen machen, zumal Köln danach weiter offensiv nach vorne spielte und die Bremer meterweit vom Gegenspieler entfernt standen. Aber Werder hatte an diesem Tag glücklicherweise die Tore zur rechten Zeit auf seiner Seite. Einen Abpraller nahm Almeida in der 55. Minute per Drop Kick auf und feuerte ihn ins Kölner Tor. Man musste sich wunden, dass das Tornetz danach noch vollständig intakt war. Danach wirkte Werder wieder souveräner, es ist ein psychologisches Spiel, eine kleine Achterbahnfahrt für Spieler, Trainer und Fans. Verunsicherter kann eine Mannschaft kaum sein. Erst wenn sie wieder sieht, dass sie durch ihre eigenen Stärken offensiv Tore erzielen kann, beruhigt sich das Mannschaftsgefüge, aber nur bis in der Defensive wieder die ersten Fehler beginnen. Ganz plötzlich kippt dann das Bremer System wie ein kleines Kartenhaus zusammen. Nach dem 3:1 passierte das nicht. Werder hatte das Spiel im Griff, kontrollierte den Gegner mit sicheren Pässen und viel Ballbesitz, Köln konnte offensiv kaum noch Akzente setzen.

Noch waren aber 25 Minuten Zeit und die Kölner sollten gesehen haben, dass Führungen mit zwei Toren Vorsprung bei Werder keine Sicherheit auf den Sieg bedeuten.Aber das Spiel plätscherte dann dem Ende entgegen ohne wirklich nenneswerte Ereignisse hervorzuproduzieren. Vranjes kam für Hunt um defensiv etwas mehr Stabilität zu bringen, Almeida bekam Standing Ovations, als er 10 Minuten vor Schluss durch Rosenberg ersetzt wurde. Der Portugiese war bester Mann auf dem Platz. Das macht es für Thomas Schaaf nicht gerade einfacher bei der Aufstellung. Momentan scheint Almeida die Nase vorn zu haben vor Rosenberg. Der Schwede wollte auch gleich wieder darauf aufmerksam machen, dass ihm der Stammplatz gebühre, als er eine Flanke von Tosic per Kopf auf das Tor brachte, Mondragon reagierte aber hervorragend. Am Ende blieb es beim 3:1.

Heimsieg also gegen Köln. Am zufriedensten kam man auch über die drei Punkte sein, die Werder in der Tabelle wieder nach oben bringen, fünf Punkte hinter den CL-Quali Platz. Oder um es in den Worten von Jürgen L. Born auszudrücken: Die Luft wird wieder etwas dünner. Aber die kann an der Weser auch ganz schnell wieder dick werden. Dafür sind Werders Leistungen weiterhin zu unkonstant, agiert vor allem die Defensive – heute man Per Mertesacker – mit viel zu großer Nervosität. Und wäre heute nicht Köln der Gegner gewesen, wäre das vielleicht auch konsequenter bestraft worden. So, sind es drei Punkte. Mehr aber auch nicht. Die geht es jetzt in genau einer Woche beim Hamburger SV zu bestätigen. Und erst dann sieht man wohl, wie gefestigt oder nicht die Mannschaft im Rahmen des bisherigen Saisonverlaufs und der Formschwäche mancher Spieler agieren kann. Vor allem defensiv fehlt eine gehörige Portion bis zur Bestform, im Angriff hat man immerhin die Chancen konsequent genutzt. Auch das soll ja ein Qualitätsbeweis sein. Dazu kommt dann auch die verbesserte Einstellung, es war mehr Kampf und Leidenschaft als zuletzt zu sehen. Alles kleine Hoffnungsschimmer in einem immer noch recht fragilen Gebilde. Nächste Station zur Verbesserung: Hamburg, das Tor zur Welt. Vielleicht wird es ja für Werder das Tor zu einem Schlussspurt in der Hinrunde.

Thema: Fußball, Werder Bremen | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 Preview 13. Spieltag – Sag Niemals Nie

Freitag, 14. November 2008 17:20

Ich könnte jetzt praktisch einen ganzen Aufsatz schreiben, warum ich momentan nur wenig Zeit für mein Blog habe, ich lasse es aber bleiben, weil es ja nichts nützt. Eigentlich dachte ich unter der Woche, dass ich arbeitstechnisch mit dem Gröbsten für dieses Jahr am Ende dieser Woche durch sein werde, doch da war ich schlicht zu optimistisch. Von daher habe ich jetzt noch ein arbeitsreiches Wochenende vor mir – und dann geht es hier ab Montag wieder im gewohnten Tempo und Takt weiter.

Von daher gibt es am Montagabend dann ausnahmsweise mal ein Review zur Premier League. Wer sich dennoch über den bevorstehenden Spieltag informieren möchte, dem sei Folgendes empfohlen:

Have a nice weekend

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis