Winterurlaub

Ich verabschiede mich in den (wohlverdienten) Winterurlaub. Wir lesen uns wieder am 10. Januar, also rechtzeitig zum nächsten Spieltag in der Premier League. Aber bitte nicht denken, dass ich danach meinen Urlaub ausrichte. Soweit geht die Begeisterung für den englischen Fußball nun auch nicht.

Bis dahin allen Lesern eine schöne Zeit und einen entspannten Jahreswechsel, der ein hoffentlich tolles Jahr 2009 einläutet.

Und nicht vergessen hier Anfang Januar mal vorbeizuschauen, wenn die neue Ausgabe des “Spielmacher” erscheinen wird.

Premier League 2008/2009 Preview 20. Spieltag – The Unanimous Choice

In aller Kürze der Blick auf den 20. Spieltag der Premier League, der am Sonntag, Montag und Dienstag stattfinden wird. Danach ist wegen des FA-Cup bis zum 10. Januar Pause.

So verlief der Boxing Day

Das Spätspiel zwischen Aston Villa und dem FC Arsenal hat dann doch für die eher deutlichen Spiele von Chelsea und Liverpool entschädigt. Beide gewannen ihre Spiele souverän und stehen weiter an der Tabellenspitze. Wenn man einen Namen positiv hervortun will, dann ist es Robbie Keane, der in zwei Spielen dreimal traf. Manchester United hält Anschluss durch ein 1:0 bei Stoke. Ich gehe mal davon aus, dass das noch Strapazen der Japan-Reise waren, die Man Utd die Kraft und Power nahmen. Wichtige Siege im Tabellenkeller gab es für Man City mit dem 5:1 gegen Hull und West Ham beim 4:1 in Portsmouth. Beide müssen diese drei Punkten aber erstmal bestätigen, bevor ich da einen Trend ausrufen will. Everton und Wigan sind im oberen Mittelfeld weiter auf der Erfolgsspur. Keine Tore gab es bei Tottenham gegen Fulham. Die Cottagers bleiben aber wieder einmal ohne Gegentor. Respekt!

Die Nachricht des gestrigen Tages kam vom FC Sunderland, wo sich die Vereinsführung entschieden hat mit dem bisherigen Interimstrainer Ricky Sbragia zu verlängern. Aufgrund der guten Leistungen bekam Sbragia einen 18-Monats-Vertrag. Man könnte jetzt trefflich darüber diskutieren, ob der Schritt mangels guter Alternativen entstand. Aber da er die Strukturen im Verein bestens kennt, dürfte es eine durchaus gute Wahl sein. Mehr dazu bei der BBC und dem Guardian.

Newcastle United – FC Liverpool

PREMIERE live, Sonntag ab 12h55; Kommentar: Marco Hagemann

Es ist vor allem dir Rückkehr von Michael Owen an seine alte Wirkungsstätte. Mehr dazu bei spox. Immerhin kann Michael Owen ja überhaupt spielen. Acht Verletzte muss Newcastle-Trainer Kienaar beklagen, darunter Viduka, Jose Enrique oder auch Habib Beye, die sich alle im Auswärtsspiel bei Wigan verletzt haben. Bei Liverpool könnte Mascherano wieder die Position im defensiven Mittelfeld einnehmen, Fernando Torres kehrt auf die Bank zurück. Newcastle ist angeschlagen. Du hast keine Chance, also nutze sie.

FC Fulham – FC Chelsea

PREMIERE live, Sonntag ab 14h55; Kommentar: Andreas Renner

Es wäre sicherlich hilfreich für Chelsea-Trainer Scolari noch einmal den Sieg von Fulham gegen Arsenal am 2. Spieltag seiner Mannschaft zu zeigen. Denn eine Reise in das Cravan Cottage ist alles andere als eine Aufgabe, die man so im Vorbeigehen mitnimmt. Fulham steht defensiv sicher und ist extrem heimstark. Es wird spannend zu sehen sein, wie sie die auswärtsstarken Blues beschäftigen können. Es gibt derweil Überlegungen einen neuen Stürmer an die Stamford Bridge zu lotsen.

FC Arsenal – FC Portsmouth

Es war ein typisches Arsenal-Spiel in dieser Saison. Man spielt nicht besonders gut, liegt aber eigentlich komfortabel in Führung und gibt dann drei Punkte fahrlässig her. So wird man kein Meister. Trainer Wenger regt sich nach dem Spiel mehr auf, dass der Assisstenztrainer von Villa, John Robertson, den Schiedsrichter in der Halbzeit besuchte. Wenger wittert eine kleine Verschwörung. Wenn man mal wieder Sehnsucht nach Gänsehaut hat, sollte man morgen ins Emirates reisen. Tony Adams kehrt als jetziger Trainer des FC Portsmouth zurück an seine alte Wirkungsstätte als Spieler. Portsmouth hat erst einmal unter Tony Adams auswärts gewonnen und auch sonst läuft es nicht besonders gut. Da kommt warmer Applaus sicherlich genau richtig. Erinnerung an gute Zeiten. 19 Jahre spielte Adams bei den Gunners und absolvierte über 500 Spiele.

Desweiteren die Partien West Ham United – Stoke City, West Brom – Tottenham, Everton – Sunderland und Bolton – Wigan.

Blackburn Rovers – Manchester City

Wieviel Wert ist das 5:1 von Manchester City über Hull. Kann man sich damit das nötige Selbstvertrauen holen gegen zuletzt wieder erstarkte Rovers, die immerhin vier Punkte aus den letzten zwei Spielen geholt haben.

Der Spieltag endet am Montag mit Manchester United gegen den FC Middlesbrough und am Dienstag mit Hull City gegen Aston Villa. Anstoß jeweils 21:00 Uhr deutscher Zeit. PREMIERE überträgt beide Spiele live.

Premier League 2008/2009 Preview 19. Spieltag – If You want to get ahead, get a head set!

medien-sport-politik.de präsentiert: Zu Gast bei Santa Claus am Scafell Pike

Heiligabend, kurz nach vier Uhr nachmittags im Norden Englands. Es wird bereits langsam dunkel, Schneegriesel und eisiger Wind wehen den Mannen ins Gesicht. 20 Premier League Trainer stapfen entsprechend ihrer derzeitigen Tabellenposition mit mühsamen Schritten durch das Borrowdale, ein Tal in der Nähe der englischen Grafschaft Cumbria. Ihr Ziel ist eine kleine Berghütte auf dem Scafell Pike, dem höchsten Berg Englands, der knapp 1000 Meter hoch ist. Dort haust Santa Claus und erwartet die 20 Trainer, die mit größter Mühe und akribischer Sorgfalt ihren Wunschzettel geschrieben haben. Die Trainer verlassen das Borrowdale und beginnen bei der Seathwaite Farm mit dem Aufstieg über die Corridor Route hinauf zur Berghütte. Arsene Wenger, an fünfter Position, versucht immer wieder mit Zornesröte, zu Sammy Lee aufzuschließen und ihn für das Foul an Fabregas nochmal zur Rede zu stellen. Auf halber Strecke kommt ihnen plötzlich Jose Mourinho entgegen. Sir Alex, an vierter Stelle, kann sich einen blöden Spruch nicht verkneifen: “Jose, du hier. Was hast du dir denn gewünscht?” Mourinho wie immer leicht arrogant und gehässig: “Ich? Nichts, ich brauche mir nichts wünschen, ich erreiche alles so. Wollte Santa Claus nur kurz sagen, dass euer Christiano Ronaldo völlig unmissverständlich immer so viele Geschenke bekommt.” Der Rest der Truppe schüttelt den Kopf. Schon bei Dunkelheit erreichen sie die kleine Hütte. Santa Claus bittet die Trainer entsprechend der Ansetzung am Boxing Day zu sich in die Hütte. Es beginnen Sir Alex und Tony Pulis von Stoke City. Derweil hat sich Roman Abramovitsch bereit erklärt für die wartenden Trainer ein kostenloses Abendessen anzubieten. Insbesondere Felipe Scolari zeigte sich sehr erstaunt.

Stoke City – Manchester United

Sir Alex [leicht fluchend]: Meine Güte, erst so eine Weihnachtsfeier, wo einem die Jungsporne versuchen unter den Tisch zu trinken, wo ich als alter Hase natürlich gegenhalten muss. Dann ein Reise nach Japan mit Jetlag allerorten und dann noch der Aufstieg hierhin. Nach 22 Jahren bei Manchester United bleibt einem aber auch nichts erspart.

Santa: Kein Grund nörgelig zu werden. Wir können das ja auch schnell abhandeln. Also, sieben Punkte zurück hinter Liverpool bei zwei Spielen weniger. Eigentlich alles im grünen Bereich. Und wenn ich das hier richtig sehe fehlt ihnen außer des gesperrten Evra niemand.

Sir Alex: Ja, ist richtig. Ab jetzt beginnt die Aufholjagd. Sorry, Tony.

Pulis: Ach, damit können wir leben. Wir waren zuletzt dreimal ungeschlagen und haben das Britannia am Freitag richtig voll. Sir Alex muss sich auf was gefasst machen. Und unser Torwart Sorensen steht auch wieder im Tor nach seiner Verletzung.

FC Portsmouth – West Ham United

Adams: Also trotz der all der Schwierigkeiten und der eher negativen Bilanz seit meinem Amtsantritt, darf ich sagen, dass Portsmouth noch nie am Boxing Day verloren hat. Und West Ham hat seit sieben Jahren Weihnachten nicht mehr gewonnen und warten seit über 50 Jahren auf einen Sieg an der Südküste Englands. Das sind Zahlen..

Santa: …die Ihnen aber auch erstmal nichts nützen, weil nur aufgrund der Zahlen schießt Peter Crouch keine Tore.

Zola: Und wir stehen ja auch noch auf dem Platz. Und wir wissen, wie man auswärts zu Punkten kommt, siehe Chelsea und Liverpool.

Santa: Aber, Gianfranco. Eigentlich müssten Sie solche Spiele gewinnen, sonst stehen sie bald auf einem Abstiegsplatz.

Zola: Besser ein Punkt als gar keiner. In unserer momentanen Situation, finanziell wie sportlich, bin ich erstmal für alles Zählbare dankbar. Und dann schauen wir mal.

Tottenham Hotspur – FC Fulham

Redknapp: Hallo Santa, erstmal vielen Dank für alles hier, das leckere Essen, der traumhafte Aufstieg zur Hütte. Wunderbar, wunderbar. Genau das richtige für mich.

Santa: Oh ja, vielen Dank. Harry, du hast noch ein Revance mit Fulham offen, oder?

Redknapp: Ja, genau, damals im November beim 1:2 war das meine erste Niederlage als neuer Coach bei den Spurs. Wir haben ganz unglücklich verloren, auch durch einen Fehler unseres Torwartes. Aber seitdem ist Gomes in Top-Form und hat sich wirklich gut gemacht. Ich vertraue ihm.

Santa: Roy, eure Stärke ist die Abwehr und ihr habt seit letzten Samstag einen neuen kleinen Rekord, die längste Serie ungeschlagener Spiele in der Premier League für den FC Fulham. Grandiose Leistung!

Hodgson: Ja, intensive Arbeit zahlt sich halt aus. Wir haben eine der besten Defensiven der Liga und auch im Sturm verbessern wir uns stetig. Und jetzt wollen wir zum ersten Mal seit 2003 wieder ein Londoner Derby auswärts gewinnen.

Redknapp: Ich sehe, wie gut in Fulham gearbeitet wird. Aber wir haben auch was dagegen zu setzen. Darran Bent wird fit sein, bei Ledley King müssen wir wie immer kurzfristig entscheiden. Das blöde Knie halt. Also, wird sicherlich spannend. Danke nochmal für die Reise hierhin, hat mir sehr gut gefallen.

FC Chelsea – West Bromwich Albion

PREMIERE live, Freitag ab 13h55; Kommentar: Markus Gaupp

Santa: Für die nächste Partie in London bitte Herr Scolari und Herr Mowabray zu mir in die Hütte. Die Ausgangslage dürfte klar sein. Chelsea kann unmittelbar vorlegen und wieder die Tabellenführung übernehmen, für West Brom sind solche Spiele erstmal nur Zugabe. Wenn was zählbares dabei rausspringt, dürftet ihr zufrieden sein.

Mowbray: Genau so ist es, aber auch wir haben natürlich gesehen, dass sich Chelsea zuletzt vor allem zuhause immer schwer getan hat. Wir wollen alles versuchen einen oder vielleicht sogar drei Punkte mitzunehmen.

Scolari: Kommt gar nicht in Frage. Wir müssen endlich mal wieder zuhause überzeugend gewinnen. Sonst gehen die Leute bald zu Fulham, denn dort gibt es momentan mehr zu sehen. Und wenn wir mal wieder einen ordentlichen Schiedsrichter haben, hilft das vielleicht auch. Die letzten Leistungen der ehemals Unparteiischen waren alle contra-Chelsea. Und die rote Karte für John war ein Witz. Und drei Spiele Sperre, das ich nicht lache.

Santa: Und was können dir Medien dafür?

Scolari: Nichts, ich bin nur nicht hingegangen um mich zu schützen. Anywax, vielleicht kann Carvalho Terry ersetzen, ansonsten sind alle fit.

FC Liverpool – Bolton Wanderers

PREMIERE live, Freitag ab 15h55; Kommentar: Marcel Meinert

[Für die nächste Paarung steht Gary Magson, der Manager der Wanderers, schon in der Hütte. Ein Minüchen später tritt Sammy Lee ein, gleich dahinter sein Assistent mit kleinem Karo-Blatt vor dem Mund und Handy im Ohr.]

Santa: Hier in der Hütte herrscht Handy-Verbot. Ich bitte es auszuschalten. Herr Benitez hätte schon selbst hier hin kommen müssen. So ist einzig und allein Herr Lee Asprechpartner für mich.

Lee: Ja, äh, genau. Fangen wir mal an. Hier ist eine Liste von 20 Wünschen. Nicht alle sind gleich wichtig. Aber hier, der erste, persönlich unterzeichnet von unserem Kapitän, Steven Gerrard: Die englische Meisterschaft.

Santa: Das nehme ich zur Kenntnis. Aber ihr müsst dafür noch einiges tun, vor allem zuhause mal wieder gewinnen. Remis gegen Stoke, Fulham und West Ham bringen euch nicht weiter. Und Bolton ist gerade auswärts brandgefährlich.

Magson: So ist es. Wir wollen so auftreten wie bei unserem 4:1 in Sunderland. Ansonsten bin ich einfach nur froh, wie die letzten Wochen gelaufen sind. Ich dachte schon, man schmeißt mich raus, und jetzt sind wie Neunter in der Tabelle. Fußball ist neben der Liebe einfach das Großartigste, was es gibt auf der Welt.

Lee: Mensch, Gary, da werde ich ja richtig sentimental. Wir hoffen, dass Fernando Tores wieder mit dabei ist. Und ach ja, lieber Gary, emotionaler und schöner kann Fußball an Weihnachten nur bei uns an der Anfield Road sein. Wir freuen uns auf euch.

FC Sunderland – Blackburn Rovers

Santa: Ich darf das nächste Pärchen reinbitten. Auf meiner Liste steht Paul Ince und Roy Keane, bitte meine Herren.

Allardyce: Mensch Santa, hat sich was mit Ince. In Blackburn kaue ich jetzt Kaugummi an der Seitenlinie und Roy Keane ist bei Sunderland gegangen. Bekommst du hier denn gar nichts mit.

Santa: Ja, richtig, ich hatte nur die falschen Zettel hier liegen. Bei soviel Post kommt man schon mal durcheinander. Hier, schaut mal da. Post von Fabio Capello, der war gestern da. Und der ganze Haufen hier ist aus der zweiten Liga, und, auf was ich ganz besonders stolz bin, Adidas und David Beckham haben mir ein kleines Präsent geschickt. Zwei Eintrittskarten für ein Spiel des AC Mailand.

Sbragia: Wir haben übrigens immer noch keinen neuen Trainer. Deswegen gibt es in Sunderland auch nur zwei Wünsche. Klassenerhalt und einen neuen Trainer. Bis dahin will ich aber versuchen das so gut wie möglich aus meiner Sicht zu machen. Wir können wieder in Bestbesetzung spielen, einzig und allein El Hadji Diouf ist fraglich. Ich freue mich auf das Spiel und hoffe der Sieg bei Hull gibt uns Selbstvertrauen für Freitag.

Santa: Big Sam, 3:0 gegen Stoke nach nur einer Trainigseinheit. Wie geht denn das?

Allardyce: Durch viele Gespräche, neben dem Platz und auf dem Platz. Kommunikation ist alles im Leben. If you want to get ahead, get a head set.

Manchester City – Hull City

Santa: Schön, dass auch sie beide den Weg hierhin gefunden haben.

Brown: Also, ich bin schon etwas sauer, weil ich meinem ganzen Team einfach mal drei Tage freigegeben habe und ich auch mal entspannen wollte. Und wunschlos glücklich bin ich als Trainer von Hull City momentan auch. Außer vielleicht die zuletzt schmerzhafte 1:4-Demütigung gegen Sunderland schmerzt noch. Aber schlechte Tage hat jeder einmal. Also, ich bin raus. Fröhliche Weihnachten.

Santa: Auch gut, dan können wir uns ja ganz Manchester City zuwenden! Herr Hughes, Sie sehen alles andere als besorgt aus?

Hughes: Bin ich ja auch nicht, hab doch ne Jobgarantie bis Ende Januar bekommen. So kann ich das Team dann wunderbar verstärken und wir greifen voll an. Und ach ja, den Wunschzettel bekommen Sie per Post aus Abu Dhabi. Ich durfte drei Wünsche äußern, den Rest machen die Scheichs. So läuft das jetzt bei uns.

Santa: Also nicht zufrieden?

Hughes: Nein, natürlich nicht. Wir wurden doch alle überrumpelt. Sportlich stimmen die Leistungen nicht, aber ich hatte ja auch kaum die Chance mein Team zusammenzustellen. Das wird hoffentlich besser im Januar. Und Robinho spielt am Freitag ja auch schon wieder mit.

Santa: Machen Sie sich mehr Sorgen, wenn Sie gegen Hull und vielleicht auch Blackburn verlieren?

Hughes: Nö, hab doch meine Jobgarantie.

Wigan Athletic – Newcastle United

Santa: Next one, please. Huch, Herr Bruce, wo haben Sie denn Joe Kienaar gelassen?

[Im Hintergrund hört man draußen einen fluchenden Newcastle-Manager: "It is fuckin' cold out here. And the dinner is fuckin' terrible."]

Santa: Aber Joe hat doch gar keinen Grund dazu ärgerlich zu sein. Aus den letzten sechs Spielen gab es für Newcastle doch vier Remis und zwei Siege. Ganz ähnlich gut sieht es bei Wigan aus. Drei Siege aus den letzten vier Spielen. Respekt, Herr Bruce.

Bruce: Oh, danke. Ja, endlich hat sich die harte Arbeit gelohnt und wir haben nicht mehr so viele Verletzte wie zu Beginn der Saison. Im Moment läuft es richtig gut. Da wollen wir weitermachen, in Bestbestzung am Boxing Day.

Santa: Das könnte wirklich ein tolles Spiel werden, zwei Mannschaften in zuletzt guter Form. Ich freue mich.

Kienaar [noch während er die Tür öffnet]: Santa, ich schau doch noch mal rein. Hier mein Wunschzettel, das ist alles, was ich haben will. Bitte mach es möglich, bitte.

Als die beiden Trainer die kleine Berghütte schon verlassen haben, öffnet Santa den Brief und sieht ein weißes Din A4 Blatt mit vier großen Buchstaben. O-W-E-N.

FC Middlesbrough – FC Everton

Santa: So, die nächsten bitte. Ah, Herr Moyes und Herr Southgate. Das Spiel um die Tendenzen. Middlesbrough mit einem zuletzt eher schlechten Lauf und einer 0:3-Klatsche beim Fulham, Everton mit einem verdienten Punkt gegen Chelsea. In der Tabelle trennen sie schon sechs Punkte und Boro ist ja nur zwei Punkte über dem Strich.

Southgate: Ja, Santa, du sprichst die Problematik an. Die Ergebnisse stimmten zuletzt nicht mehr. Da dachte ich, gut das können wir vielleicht ändern. Aber in Fulham stimmten Leistung und Ergebnis nicht. Wir brauchen mal wieder ein Erfolg. Dafür sind alle Mannen gut vom Weihnachtsessen zurückgekehrt. Nur auf Didier Digard müssen wir verzichten.

Santa: Apropos Christmas. Sie haben sich da ja eher negativ zu geäußert…

Southgate: Na ja, nicht so ganz. Ich habe nur gesagt, dass für meine Spieler Weihnachten nicht irgendwelche Speisen oder Getränke zu genießen bedeutet, sondern das bereits unter dem Weihnachtsbaum die volle Konzentration dem Spiel gegen Everton gelten muss.

Santa: Herr Moyes, das muss Ihnen doch schmeicheln?

Moyes: Keineswegs, bei uns war es genauso. Wir wollen unsere guten Leistungen, gerade auch auswärts, weiter bestätigen. Leider müssen wir immer noch auf Anichebe und Saha verzichten, sodass Tim Cahil wieder einzige Spitze spielt.

Aston Villa – FC Arsenal

PREMIERE live, Freitag ab 18h10; Kommentar: Sven Schröter

Santa: Ah, die Herren Wenger und O’Neill. Seien Sie willkommen. Nun, wenn ich die Tabelle sehe, ist es das Spitzenspiel am Boxing Day. Dritter gegen Fünfter. Villa kann mit einem Sieg auf sechs Punkte wegziehen…

O’Neill: Und genau das wollen und werden wir auch tun. Da bin ich mir….

Wenger: Ich muss da schon unterbrechen. Meine Mannschaft hat immer die Qualität gezeigt in wichtigen Spielen top-vorbereitet zu sein. So auch diesmal. Und überhaupt, wir sollten uns alle mal an Weihnachten besinnen, ob wir so noch weitermachen wollen. Ich verliere meinen besten Mann für mehrere Monate und muss aud Adebayor wegen so eines Schauspielers Arbeola verzichten. Das war zuletzt nicht Christmas-like.

Santa: Herr Wenger, ich kann Ihren Frust verstehen. Fabregas’ Ausfall schmerzt ungemein. Aber sie müssen damit leben. Wie wollen Sie das Spiel angehen.

Wenger: So wie immer. Wir wollen gewinnen, ich möchte, dass meine Mannschaft eine gute Leistung zeigt, auch wenn wir nicht in Bestbesetzung spielen können. Uns fehlen Fabregas, Adebayor, Walcott, Rosicky und Eduardo. Aber mein Team ist gut genug das wegzustecken. Ein wichtiges Spiel für uns – aber das wissen wir.

Santa: Herr O’Neill, ich sehe hier auch ihrem Wunschzettel viele Dinge. CL-Quali Platz nach der Saison, Gareth Barry behalten, Viertelfinale im UEFA-Cup. Sie haben sich ganz schön was vorgenommen!

O’Neill: Ja, wir wollen das in Angriff nehmen. Aber erstmal zählt das Spiel am Freitag. Wir wollen Arsenal distanzieren. Leider müssen wir wohl auf Laursen und Cuellar verzichten. Aber wenn wir gewinnen sollten, ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wenger: Sag mal, Martin, wieso willst du denn jetzt auf einmal denn Gareth Barry behalten?

An dieser Stelle allen Lesern von medien-sport-politik.de ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest.

Frühstück und Weihnachten mit der BBC

Ich bin immer noch ein begeisteter Anhänger des Mediums Radio. Morgens beim Frühstück, hin und wieder am Schreibtisch im Büro, gerne nachmittags und abends als Alternative zum Fernseher. Dank der Livestreams im Internet ist es ja kein Problem mehr sich alle Radiostationen der Welt anzuhören.

Im kommenden Jahr werden bei uns die GEZ-Gebühren erhöht, um etwas mehr als 90 cent pro Monat. Das macht dann pro Nase etwas mehr als 10,80 € im Jahr. Rechnet man das hoch auf all die ehrlichen GEZ-Zahler kommt da schon eine ganz schöne Summe bei rum. Nur, wird der normale Hörer und Zuschauer der ÖR auch nur im Ansatz sehen, wo das Geld hinfließt und vor allem für was es konkret – sprich für den Konsumenten – genutzt wird. Wahrscheinlich nicht. Transparenz war noch nie eine Stärke von ARD und ZDF.

Warum ich das alles erzähle. Weil mir irgendwann vorgestern Abend bewusst wurde, wie wenig ich nur noch Radio- und TV-Sender der ÖR hier in Deutschland nutze. Das hat sich in den letzten Jahren massiv hin zu BBC oder anderen englischsprachigen Radiosendern verschoben. Das einzige, was ich hin und wieder in Deutschland noch höre sind Bremen Vier donnerstags um 20h00 mit der stets exzellenten Rock-Show, manchmal Radio Fritz und häufiger Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur.

Und das hat ganz genau zwei einfache Gründe. Die Qualität und der Umgang mit dem Hörer, sprich die Einbeziehung in das Programm oder in Senderinhalte. Zwei Beispiele möchte ich mal geben, die zeigen, dass unserer ÖR so meilenweit an Qualität und Quantität hinterherstecken, dass eine GEZ-Erhöhung eigentlich der blanke Hohn ist. Und jetzt komm mir bitte keiner mit der These, dass sich die BBC und unsere ÖR nicht vergleichen lassen weil ihre Säulen unterschiedlich finanziert werden. Bei der BBC gelten sehr viel strengere Vorlagen, was Ausgaben angeht. Aber, die BBC macht aus ihren Mitteln einfach sehr viel mehr.

Beispiel BBC Five Live: Man braucht sich nur mal das Weihnachtsprogramm auf 5 Live anschauen um gleich festzustellen, dass dieser Sender seinen Zuhörern noch mal etwas Besonderes bieten möchte im Jahr 2008. Viele Rückblicke und Specials mit teils sehr starker Einbindung der Zuschauer. Und es ist für jede Interessenlage was dabei. Sport, Politik, Kultur. Und alles noch einmal nachhörbar, falls man es verpasst haben sollte. Schnell, einfach und übersichtlich zu finden.

Beispiel BBC Radio 1: Dort gibt es jeden Morgen von 07h30 bis 11h00 deutscher Zeit die Chris Moyles Show, die Frühstücksshow für das jüngere Publikum bei der BBC. Und es sind 3 1/2 Stunden, die den Namen Show – im Gegensatz zu all dem Krams in Deutschland hier – auch wirklich verdienen. Es gibt eine eigens komponierte Eröffnungsmelodie, alle halbe Stunde Nachrichten und Sport, und dazwischen jede Menge Interviews mit vielen Gästen und gute Musik. Und zwar solche Musik zum Wachwerden. Das schöne an dieser Show, die ich mittlerweile jeden Morgen beim Frühstück höre, ist, dass kein Tag ist wie jeder andere. Das ist etwas, was mich am Radio in Deutschland nervt. Alles so vorhersehbar, immer alles zur gleichen Zeit. Und einen eigenen YouTube-Channel hat die Show auch.

Die Chris Moyles Show besteht aus fünf Moderatoren, zwei für Nachrichten und Sport, ein Producer, der stets dabei ist, und zwei, unter anderem der Host Chris Moyles, die durch die Show führen. Alle verstehen sich bestens und interagieren wunderbar miteinander. Und jede Show ist anders. Manchmal wird erstmal 10 Minuten leidenschaftlich über die Premier League, Christmas-Shopping oder Politik diskutiert, manchmal gibt es gleich Musik oder ein kleines Quiz zum Wachwerden. Die kompletten 3 1/2 Stunden übrigens ohne Werbung!

Und man hat das klare Ziel den Zuhörern etwas zu bieten, für sie da zu sein, mit ihnen via Mail, Sms oder Chat zu kommunizieren. Gerade in der Vorweihnachtszeit zeigte sich wieder, dass man allen Zuhörern noch etwas Besonderes bieten wollte. In der letzten Woche gab es jeden Tag einen Gast, unter anderem Mark Ronson, The Ting Tings oder auch Chris Martin von Coldplay. Das ist ein Pensum, das einige deutsche Radiosender nicht mal in einem Jahr schaffen. Die Gäste waren fast 2 Stunden zu Gast, haben live mehrere Songs perfomt und über Weihnachten, Familie und alles andere lustig, teils auch ironisch diskutiert. Man fühlte sich stets bestens unterhalten. Die BBC schenkte in den zwei Wochen vor Weihnachten ihren Zuhörern jeden Tag ein Lied zum kostenlosen Download, teils Live-Aufnahmen oder exklusiv für die BBC gespielte Tracks. Die BBC versteht es sowas von großartig, dass Radio hören ein Geben und Nehmen ist.

Und wer mal sehen will, wie die Show Geburtstage ihrer Teammitglieder feiert, sollte dieses Video anschauen.

Von daher sehe ich es immer skeptisch, wenn bei uns die GEZ erhöht wird, weil Radio und TV in Deutschland einfach meilenweit hinterher hinken und es für mich selten qualitative Verbesserungen gibt. Es gibt wenige Ausnahmen, die aber nur die Regel bestätigen. Bis auf weiteres habe ich mich prima mit der BBC angefreundet. Und es muss schon viel passieren, dass ich wieder Radio höre bei unseren ÖR-Sendern. Die 10,80 € mehr im nächsten Jahr tun mir schon fast Leid.

Wieviel Zeit bekommt Mark Hughes noch bei Manchester City?

Weihnachten steht vor der Tür in der Premier League. Auch wenn es diesmal zwischen Weihnachten und Neujahr nur zwei volle Spieltage gibt, sind die Ansetzungen am 2. Weihnachtsfeiertag und kurz vor dem Jahreswechsel immer etwas Besonderes, kann man doch aufgrund der Dichte der Spiele einiges an Boden gut machen und natürlich auch Abstand verlieren.

Und diese Saison ist es aufgrund der Tabellenkonstellation besonders dramatisch, dadurch bekommen die nächsten Spieltage noch ein bisschen mehr Adrenalin. Wahrscheinlich genug Adrenalin hat dieser Tage schon Mark Hughes, Trainer beim ambitionierten Manchester City. Ich hatte es Samstag ja schon in der Preview geschrieben, dass es bei einer Niederlage am Sonntag bei West Bromwich Albion richtig eng werden könnte. Richtig eng ist es momentan noch nicht, es gibt bis jetzt keinerlei Anzeichen, dass Hughes noch vor Weihnachten oder gat im Januar entlassen werden könnte. Ohne jetzt das Spiel gestern gesehen zu haben (nur einen kurzen Spielbericht bei Sportsline auf Sky News gestern Abend), muss man sich aber fragen, ob Hughes – gerade auch bei den erfolgshungrigen Fans – noch Kredit hat und auch der richtige Trainer für Man City ist. Der gestrige Nachmittag war eigentlich wie gemalt für die aktuelle Situation von Manchester City. Man spielt auswärts beim Tabellenschlusslicht West Bromwich Albion und ist über die gesamten 90 Minuten die schlechtere Mannschaft und liegt fünf Minuten vor Schluss völlig verdient mit 0:1 hinten. Kurz darauf unterläuft WBA-Torwart Carson ein Eigentor. 1:1, vier Minuten vor Schluss. Für City nach der äußerst mäßigen Leistung ein fast schon gewonnener Punkt. Mund abputzen und einfach mal so mitnehmen. Doch City hat innerhalb von den drei Minuten Nachspielzeit die ganze Schwäche der Mannschaft aufgezeigt. Unnötiger Ballverlust im Spielaufbau, große Lücken im Mittelfeld, die Außenbahnen nicht besetzt, sodass es in Leichtes war für Gianni Zuiverloon eine maßgeschneiderte Flanke zu schlagen. Und in der Mitte steht völlig allein ohne Gegenspieler Roman Bednar, der in der Nachspielzeit den Siegtreffer per Kopf für West Brom erzielt.

Manchester City steht mit 18 Punkten auf dem 18. Platz. Wenn man in dem Tempo weitermacht, ist die Gefahr groß, dass man nächste Saison gegen Charlton statt Chelsea spielt.  Im Januar sollen jetzt die großen Stars kommen um das Team zu stärken. Aber auf einen UEFA-Cup Platz sind es bereits jetzt 13 Punkte Rückstand. Wer bitte geht im Januar zu Man City, wenn es relativ unwahrscheinlich ist, dass man nächste Saison international spielt? Da müssen die Besitzer schon mit viel Geld durch die Länder ziehen.

Wie geht es jetzt also weiter für Mark Hughes bei Manchester City? Rein sportlich am Boxing Day gegen Hull und dann zwei Tage später gegen Blackburn. Und gerade der Sonntag gegen die Rovers dürfte imminent wichtig werden. Um wirklich durchatmen zu können, bräuchte City eigentlich sechs Punkte aus den beiden Partien. Und man möge sich aus City-Sicht gar nicht die Story ausmalen, wenn der kleine Aufsteiger aus Hull das ambitionierte Man City noch weiter in die Krise stürzt. Noch bleibt aber alles beim Alten. Mark Hughes selbst sagte gestern in der BBC, dass er auch über den Januar hinaus Trainer in Eastlands bleibt. Und auch Alan Hanson von der BBC schreibt in seiner Kolumne, dass er es für wahrscheinlich halte, dass City an Hughes festhält. Frei nach dem Credo: Hughes ist ein guter Manager und brauche mehr Zeit. Dass stimmt zwar, doch dieses ungeschriebene Gesetzt gilt schon lange nicht mehr in der Premier League. Und ich sehe momentan kein Grund, warum es noch für Mark Hughes gelten sollte. Zu schlecht waren die sportlichen Leistungen der letzten Monate. Noch gibt es von allen Seiten Rückendeckung, die Besitzer hätten ihm sogar versichert, dass er über den Januar hinaus Trainer bleibe. Dass er zwischen den Spieltagen – beispielsweise nach einem schlechten Spiel gegen Hull – ausgetaucht wird, glaube ich auch nicht. Aber sollte es gegen Blackburn nicht besonders erfolgreich verlaufen, lösen sich solche internen Absprachen auch sicherlich ganz schnell auf. Wie gesagt: Den einzigen Grund, den ich sehe, warum derzeit noch an Mark Hughes festgehalten wird, ist, dass er das Steuer über die Feiertage noch selbst rumreißen kann.

Schaut man sich die Meinungen der Fans im Sportblog des Guardian an, glauben die wenigsten, dass Hughes noch lange bleibt in Manchester, viele sprechen ihm auch die nötige Qualität ab ein Team wie City (sic!) zu trainieren.  Gerade auch die letzten Spiel im UEFA-Cup bei Santander und zuletzt bei WBA waren fürchterlich. Kein Aufwärtstrend ersichtlich. Und über Weihnachten die Kurve zu bekommen, fällt immer besonders schwer. Aber sollte das Hughes schaffen, hat er es erstmal verdient weiterzumachen. Mark Hughes braucht Zeit. Gut eine Woche dürfte er vielleicht noch haben. Und auch Mittelfeldspieler Shaun Wright-Phillips spricht von ganz schwierigen Zeiten in Eastlands.

Ergebnisse stimmen nicht, Spielweise, Einstellung und auch taktische Fehler zuhauf. Eigentlich alles keine Argumente pro Mark Hughes. Die einzige Hoffnung, die man in Manchester zurzeit hat, sind die Transferperiode und dadurch eine signifikante Stärkung des Kader. Bisschen wenig. Mal sehen, ob die Besitzer der Abu Dhabi United Group noch 2008 umkippen.

Premier League 2008/2009 Preview 18. Spieltag – Hamburg ist immer eine Reise wert

Welcome back, Big Sam Allardyce. Und angeblich würde er, glaubt man Berichten des Independent, auch mit Blackburn in die zweite Liga gehen.

Am Samstag steht also dann das wichtige Spiel gegen Stoke City auf dem Programm. Deutschlands schönstes Fernsehen schafft es nicht dieses enorm wichtige Spiel zu zeigen, stattdessen gibt es alte Zusammenfassungen der bisherigen CL-Spieltage. Es ist einfach nicht zu begreifen.

Die andere Story, die sich immer mehr zu einem Brennpunkt entwickeln könnte, ist die Situation von Mark Hughes bei Manchester City. Die Citizens müssten schleunigst die Kurve finden, sonst ist der Zug für die internationalen Plätze noch vor Jahreswechsel abgefahren. Man City ist momentan sowas von seiner Bestform entfernt, dass man sich ernsthaft Sorgen machen muss, wie in Eastlands der Hebel umgelegt werden kann. Am Donnerstag verlor man mit 1:3 bei Racing Santander. Fans sprachen danach im Vereinsforum von einer der schlechtesten Leistung ihrer Mannschaft seit langem. Zudem hat sich Robinho bei dem Spiel in Spanien am Knöchel verletzt und wird wohl über die Festtage ausfallen. Und jetzt ist man am Sonntag beim Tabellenschlusslicht zum Gast.

Blackburn Rovers – Stoke City

Heimpremiere also für den neuen Coach der Rovers. Man darf gespannt sein, wie Allardyce im Ewood Park empfangen wird. Dürfte positiv sein, weil die Situation eben auch prekär ist. Und Allardyce dürfte für die jetzige Situation auch der richtige Mann sein. Aber ob Big Sam längerfristig zu den Rovers passt, muss man sehen. Und wenn man nicht schon genügend Probleme in Blackburn hätte, könnte sich jetzt ein weiteres anbahnen. Stürmer Roque Santa Cruz hatte gestern Abend bei BBC Five Live seinen großen Auftritt uns sagte, dass, falls ein größerer oder besserer Klub ihm ein Angebot unterbreite, er dies auch nehmen würde. Mehr dazu bei der BBC, Interview gibt es hier nachzuhören. Blackburn muss dieses Spiel gewinnen, unter allen Umständen. Und dann hätte Big Sam den Fans schon ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gemacht.

Hull City – FC Sunderland

Kein Team kann derzeit so relaxt in den Premier League Spieltag gehen wie der Aufsteiger Hull City. Mit einem Sieg gegen Sunderland würde man nach 18 Spielen auf 30 Punkte kommen. Und wie immer gilt es für Hull die ersten 15 Minuten gut zu überstehen. Hier haben sie die meisten Tore aller Premier League Klubs zugelassen. Aber eine Statistik dürfte den Tigers viel mehr wert sein. Trotz neunmal Rückstand haben die Tigers dann immer noch mindestens einen Punkt geholt. Die Moral ist also mehr als nur intakt beim Team von Phil Brown. Mit einem Sieg könnte man Sunderland, die immer noch ohne Trainer sind (nehmt euch ein Beispiel an Blackburn), noch weiter in die Abstiegsränge schicken.

Bolton Wanderers – FC Portsmouth

Zwei Mannschaften mit hohen Ansprüchen wollen den Weg weiter nach vorne. Bolton könnte mit einem Sieg an Pompey vorbei ziehen. Der FC Portsmouth unter Tony Adams gefällt mir noch nicht so wirklich, man spielt zu unkonstant, zeigt teilweise richtig gute Leistungen, wie zuletzt mit zahlreichen Reservespielern im UEFA-Cup gegen Heerenveen. Das Gegenteil sah man dann am vergangenen Sonntag, als man sich von Newcastle in der zweiten Halbzeit im eigenen Stadion auseinander nehmen ließ. Man darf also gespannt sein, welches Gesicht der FC Portsmouth diesmal zeigt. Unter der Woche machte vor allem eine Personalie Schlagzeilen an der Südküste. Lassana Diarra hat ein Angebot von Real Madrid bekommen, die Engländer haben dem Spieler die offizielle Erlaubnis gegeben mit Real zu verhandeln. Einem Transfer im Januar steht eigentlich nichts mehr im Wege. Beide Teams am Samstag in Bestbesetzung, Portsmouth im Sturm mit dem zuletzt wiedererstarkten Peter Crouch.

FC Fulham – FC Middlesbrough

Ein Duell zweier Mannschaften aus dem Mittelfeld der Tabelle, wobei das zunächst mal ganz gesichert klingt, aber auch für diese beiden Teams sind die Abstiegsplätze nur vier bzw. drei Punkte entfernt. Wer im Südwesten Londons den Samstagnachmittag also mit drei Punkten verlässt, darf sich erstmal ganz gemütlich auf die Weihnachtsfeiertage freuen. Beide Teams können auf einige zuletzt verletzte Spieler zurückgreifen. Bei Fulham kehrt Bobby Zamora in den Sturm neben Andy Johnson zurück, bei Boro sind Mido und Andrew Taylor wieder fit.

West Ham United – Aston Villa

PREMIERE live, Samstag ab 18h25; Kommentar: Marco Hagemann

Der Trainer von Aston Villa, Martin O’Neill, war richtig angetan am Mittwochabend. Aber nicht von seinen Spielern und schon gar nicht vom 1:3 gegen den Hamburger SV. Aber von Hamburg, der Stadt, die ja, so O’Neill zu BBC, gerade in der Weihnachtszeit ein unglaublich schöne Atmosphäre ausstrahle. Ob er das wirklich ernst meinte, sei dahingestellt, konnte er doch aber die zahlreichen Fans, die mit nach Hamburg gekommen sind, ein bisschen trösten mit der tollen Stadt an der Elbe. O’Neill hatte seine Stammspieler alle auf der Insel gelassen, hat den Schwerpunkt ganz klar auf die Partie bei West Ham United gelegt. Und daran darf er sich dann messen lassen. West Ham hat bis dato eine furchtbare Heimbilanz, Villa kann mit einem Sieg Platz 4 festigen und dann gleichzeitig Arsenal unter Druck setzen. Die Villens müssen weiter auf John Carew verzichten.

West Bromwich Albion – Manchester City

Tja, wer hätte das gedacht, dass die Partie zwischen West Brom und Manchester City Mitte Dezember ein ganz wichtiges Spiel im Abstiegskampf sein kann. Dass WBA da unten in der Tabelle steht, ist jetzt nicht die größte Überraschung. Das Team von Tony Mawbray hat immer noch nicht den Torjäger entwickeln können. Nur 12 Tore in 17 Spielen sind einfach nicht tauglich für die Premier League. Da wird und muss in der Transferperiode im Januar einiges passieren, zudem ist man, glaubt man den Medienberichten der letzten Tage, immer noch auf der Suche nach einem Investor. Gute Spieler kosten in der Premier League immer mehr Geld. Geld, das West Brom nicht unbedingt hat. Manchester City wiederum hat das Geld, steht sportlich aber auch nicht besser da. Fünf Punkte aus den letzten sechs Spielen, darunter unter anderem Partien gegen Hull, Fulham und Everton.

Newcastle United – Tottenham Hotspur

Beide haben 19 Punkte, beide haben eine Tordifferenz von -2 Toren, aber Newcastle steht aufgrund der mehrgeschossenen Tore (22 gegenüber 19) ein Platz in der Tabelle vor den Spurs. Man begegnet sich also auf Augenhöhe, und so in etwa könnte man auch die aktuelle Leistung beider Teams einschätzen. Die Nordlondoner sind nach der Aufholjagd der letzten Wochen wieder ein bisschen auf Normaltempo heruntergefahren worden, punkten aber weiterhin recht regelmäßig. Newcastle könnte jetzt endlich mal langsam die Kurve bekommen haben. Vor allem Michael Owen hat endlich mal wieder auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem 3:0 hat dann Magpies-Trainer Kienaar auch gleich mal gesagt, dass er alles versuchen würde Owen in Newcastle zu halten. Drei Tage vorher war ihm noch völlig egal, was Owen 2009 macht. So schnell können sich die Zeiten ändern.

FC Arsenal – FC Liverpool

PREMIERE live, Sonntag ab 16h45; Kommentar: Wolff Fuss

Momentan hält der Spieltag immer ein sehr reizvolles Duell bereit. Passend zum 4. Advent gibt es das Spitzenspiel am Sonntag im Emirates zwischen den Gunners und Reds. Ich könnte jetzt keinen Favorit für dieses Spiel ausmachen. Liverpool hat bei Chelsea gewonnen, ebenso Manchester United daheim geschlagen. Aber auch Arsenal konnte Chelsea und Man Utd schlagen. Von daher ist es das Endspiel unter der direkten Duellen der Top Four. Tabellentechnisch kann sich Liverpool mit einem Sieg ein bisschen vom FC Chelsea absetzen, Arsenal darf den vierten Platz nicht aus dem Auge verlieren. Was kann man von dem Spiel erwarten? Ich denke, wir sehen nicht unbedingt die vielen Tore, aber es dürfte taktisch gesehen wieder unglaublich interessant werden. Liverpool hat bei Chelsea gezeigt, wie man auswärts bei einem Big Four Team anzutreten hat. Es gibt eigentlich keinen Grund für Trainer Benitez diese Strategie auch nur im Ansatz zu ändern. Defensiv sicher stehen und dann offensiv die Nadelstiche setzen, dürfte die Devise lauten. Bei Arsenal dürfte die Richtung klar sein. Offensive, Offensive, schnelles, kurzes Direktpassspiel nach vorne. Das dürfte zumindest von der Taktik recht interessant werden.

Gunners-Coach Arsene Wenger sah sich dieser Woche ein bisschen der Kritik ausgesetzt, aber gar nicht aus dem eigenen Team. Spurs-Trainer Harry Redknapp und auch Rio Ferdinand von Man Utd hielten Wenger vor, dass er jegliche Realität verloren haben, weil er immer noch vom Titel spricht. Zumindest hat man am Sonntag die Möglichkeit Redknapp und Ferdinand eines Besseren zu belehren. Und genau das will Arsene Wenger versuchen. Sollte London gewinnen, wären es ja auch nur noch fünf Punkte. Und das sähe dann schon wieder besser aus. Bei Liverpool sehen wir am Sonntag ein nicht ganz so bekanntes Gesicht auf der Trainerbank. Da Benitez nach seinem Krankenhausaufenthalt noch Ruhe braucht, steht Sammy Lee, zuletzt Trainer bei den Bolton Wanderers, an der Seitenlinie. Benitez wird aber wohl im Stadion auf der Tribüne sein. Lee kündigte gestern auf der Pressekonferenz an, dass es ein sehr enges Spiel wird. Gleichzeitig bestätigte er auch den Ausfall von Fabio Aurelio, Fernando Torres ist immer noch nicht fit. Bei Arsenal könnte Nasri zurückkehren, Kolo Toure ist fraglich.

FC Everton – FC Chelsea

PREMIERE live, Montag ab 20h55; Kommentar: Markus Gaupp

Der Spieltag wird im Goodison Park abgeschlossen. Chelsea muss auf das Ergebnis von Liverpool am Sonntag reagieren, Everton könnte sich mit einem Sieg etwas näher an die internationalen Plätze bewegen. Wenn sich Chelsea diese Saison auf eine Sache verlassen kann, dann ist es die Auswärtsstärke. Man ist auf fremden Platz immer noch ungeschlagen. Aber mit Everton steht jetzt wieder eine besonders harte Prüfung auf dem Programm. Everton könnte mit einem Sieg den 1.000 Ligapunkt erreichen seit dem zweiten Weltkrieg. Dürfte aber ein sehr interessantes Spiel werden, Everton mit fünf Siegen aus den letzten acht Spielen, Chelsea muss auf Sieg spielen. Bei den Toffees sind Anichebe und Louis Saha beide fraglich, wahrscheinlich wird deshalb Tim Cahill seine Mittelfeldposition wieder gegen den Sturm tauschen. Bei Chelsea ist Malouda ungewiss, sonst kann Scolari – abgesehen von den Langzeitverletzten – aber mit der besten Elf auflaufen.

Die Partie zwischen Manchester United und Wigan Athletic ist aufgrund der Teilnahme der Red Devils an der FIFA Klub WM auf den 14. Januar um 21h00 verschoben.

Dem ZEIT-MAGAZIN geht das LEBEN verloren

Als im Mai 2007 das ZEIT-Magazin Leben eingeführt wurde, war ich durchaus gespannt auf das neue Format, löste es doch das bisherige Ressort Leben ab und gab somit die Möglichkeit, das bei mir stets beliebte Ressort auch mal morgens in der vollen Straßenbahn zu lesen, in einem kleinen Heft mit “opulenter Zeitschriftenoptik”, wie die ZEIT damals versprach.

Doch sehr schnell setzte Ernüchterung bei mir ein. Das Heft hat nur selten gehalten, was es wirklich versprochen hat. Ich habe es selten komplett durchgelesen und mich meist auf die Martenstein-Kolumne und die Zigarette mit Helmut Schmidt beschränkt. Die Themenauwahl ist sehr viel enger geworden, mittlerweile ist fast jedes vierte Helft eine schlichte Bildergalerie von irgendwelchen Models, Handtaschen oder Uhren. Wirlich tiefgründiger Journalismus, den das Ressort Leben ausgezeichnet hat, findet man nur noch selten. Vor allem der Bereich Sport, den im ehemaligen Ressort Leben seinen festen Platz hatte, kommt nur noch sehr kurz.

Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erklärte zum Startschuss des Magazins das Konzept gegenüber dem Branchendienst DWDL.de:

Was lässt sich denn nun auf einer Magazinseite besser machen als auf einer Zeitungsseite? Sie werden hoffentlich das Gefühl dafür bekommen, wenn sie es in den Händen halten. Die Anmutung der Geschichten ist anders. Sie ist intimer, persönlicher und weniger kurzatmig als auf klassischen Zeitungsseiten. Natürlich ist auch das kleine Format eine großartige Abwechslung – auch das haben sich unsere Leser gewünscht. Wann immer ich Lesergruppen hier bei uns im Haus habe, kommt die Frage: “Warum ist die ‘Zeit’ so groß?”

Es wäre ja dann auch schön, wenn es solche Geschichten oder Interviews dann auch mal wieder häufiger geben würde. Das Interview mit Michael Schumacher ist eine positive Ausnahme der letzten Ausgaben. Wie gesagt, ich bin nie wirklich warm geworden mit dem kleinen Heftchen und würde fast schon lieber das gedruckte Zeitungspapier als eigenes Ressort haben. In der Medienbranche war die Berichterstattung über das Magazin damals recht umfangreich, seitdem hat man aber nichts mehr groß gehört.

Bis heute – und das ist eigentlich auch der Grund, warum ich etwas weiter ausgeholt habe. Die Stuttgarter Nachrichten berichten heute, dass das Interview mit Helmut Schmidt am Ende des Heftes eingestellt wird (via Netzeitung). Das ganze geschieht aus gesundheitlichen Gründen von Helmut Schmidt. Die Entscheidung kann ich absolut nachvollziehen, nur geht dann eigentlich der Teil des Magazins, mit dem ich mich noch am meisten erwärmen konnte am neuen Magazin. Wirklich schade. Hoffentlich kommt die ZEIT jetzt nicht auf die Idee auf eine Rubrik wie “Auf eine Gasbohrung mit Gerhard Schröder” oder “Auf eine Handtasche mit Iris Berben”. Ich würde mir ja “Auf ein Jever mit Olli Dittrich” wünschen, wenn überhaupt. Ansonsten, liebe ZEIT, schreibt endlich häufiger schöne Geschichten und weniger Bilder, dann kann man auch den Wegfall des Helmut Schmidt-Interviews verschmerzen.

Zitat des Tages: Mittwoch, 17. Dezember 2008 – Wunschkonzert

Der Bundestag beschließt am 21. November in seinen Haushaltsberatungen für 2009 eine Neuverschuldung für das Jahr 2009 von 18,5 Milliarden Euro. Die liegt nochmal 8,5 Milliarden Euro höher als von Peer Steinbrück ursprünglich veranschlagt. Nicht mal vier Wochen später stellt die Bundesregierung fest, dass da wohl zu großzügig gerechnet wurde. Jetzt spricht man von 30-40 Milliarden Euro. Es wäre schön, wenn Politik nicht optimistisch regiert, sondern der Realität angepasst. Es kommt mir so vor, als wären die letzten Wochen in der Bundesregierung häufig ein Wunschkonzert gewesen. Damit dürfte es jetzt endlich vorbei sein.

“Der Minister hatte meistens ´ne große Klappe, aber das einzige, was größer war als die, ist der Schuldenberg, den er uns hinterlässt.”

Der Grünen-Haushaltsexperte Alexander Bonde über Peer Steinbrück.

Die Haushaltsberatungen hätten auch gut in den satirischen Jahresrückblick von Werner Doyé und Andreas Wiemers gestern Abend im ZDF. Unbedingt anschauen. 30 Minuten mehr als nur zum Schmunzeln.

Paul Ince bei den Blackburn Rovers entlassen (Update)

Das berichtet die BBC und hat der Verein auf seiner Internetseite in einem Statement bestätigt.

Letzlich ist es eine Entlassung gewesen, die sich schleichend angekündigt hat. Da die Vereinsführung der Rovers sich die Zeit und die Ruhe nahm nach dem enttäuschenden 0:3 gegen Wigan am Samstag, zeigt, dass die Entscheidung alles andere als leicht gefallen ist. Letzlich war es die sportliche Entwicklung, die Paul Ince wohl keine Chance mehr gaben das Ruder noch einmal rumzureißen. Nur 3 Siege in 17 Ligaspielen, die letzten sechs Partien alle verloren, zuletzt konnte man Ende September Newcastle United schlagen. Und die Niederlagen waren nur das eine, die Art und Weise, wie die Rovers gespielt haben, hat Vereinsführung und Fans die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Ich hatte die Rovers im Heimspiel gegen Manchester United gesehen (das war Mitte Oktober), und fand die Rovers dort schon schwach, ohne Durchschlagskraft und ohne jegliche Kreativität. Dieser Prozess hat sich jetzt bis in die Vorweihnachtszeit durchgesetzt, wenn nicht sogar noch verschärft.

Die Entscheidung war also aus der rein sportlichen Perspektive sicherlich begründet, mir tut es für Paul Ince aber sehr Leid, weil er stets sympathisch und ehrlich in seinen Aussagen wirkte. Aber scheinbar war der Schuh ein Premier League Team zu trainieren einfach zu groß. Mitte Juni war es die Story in der Premier League. Der erste Schwarze wird ein Premier League Team trainieren. Für Paul Ince ein Karrieresprung, trainierte er doch vorher drei Ligen weiter unten. Nach dem Rückgang von Mark Hughes versprach man sich an die Konstanz anknüpfen zu können. Ince bekam einen 3-Jahres-Vertrag.

Und Ince fand eben auch gute Grundlagen. Der Verein steht finanziell seriös da, das Team aus der letzten Saison ging mit Ausnahme von Friedel und Darran Bent komplett in die neue Spielzeit. Man hat auf dem Transfermarkt im August sich deshalb bewusst zurückgehalten und Geld gespart. Gerade auch wegen dieser Vorbedinungen waren die Fans zunehmend enttäuscht von der Arbeit von Paul Ince und haben schon letzte Woche seine Entlassung gefordert. Spätestens nach dem 0:3 gegen Wigan, wo man in den ersten 12 Minuten zwei Gegentore bekam, brachte das Fass zum Überlaufen. Auch wenn Ince gestern Abend bei BBC Five Live von zahlreichen Leute noch Unterstützung bekam, hat sich der Verein jetzt entschieden Ince zu entlassen.

Für Paul Ince schien sich mit der Anstellung bei einem Premier League Klub ein Lebenstraum zu erfüllen. Doch dieser war schneller vorbei als er sich erhofft hatte. Ince machte in den letzten Wochen aber auch nicht immer die beste Figur in der Öffentlichkeit gemacht, sprach er doch davon, in Anlehung an die Situation von Mark Hughes bei Manchester City, dass ehemalige Man Utd Spieler als Trainer besonders der Kritik ausgesetzt sind. Mehr als andere Trainer.

Eines zeigt die Trainerentlassung aber auf alle Fälle. Kontinuität wird es immer weniger geben in der Premier League geben. Die Trainer sind und bleiben die ersten Opfer der sportlichen Situation. Dabei sollte das Beispiel der Bolton Wanderers eine Anschauung geben, dass es auch anders gehen kann. Anfang November stand der Trainer der Wanderers, Garry Magson, unter Druck, galt bei Buchmachern als nächster Trainer für die Entlassung. Doch dann begannen die Wanderers eine Siegesserie und haben sich jeglichen Abstiegssorgen vorerst entledigt. Die Frage ist eben nur, ob das Paul Ince bei den Rovers auch hinbekommen hätte. Vom Gefühl würde ich wohl eher “nein” sagen.

Es könnte ein ganz ungemütlicher Monat für die Trainer in der Premier League werden. Über die Spieltage zwischen Weihnachten und Neujahr kann man ganz viel an Boden verlieren. Nächster Brennpunkt dürfte Manchester City werden. Man darf gespannt sein, wie lange die Abu Dhabi United Group noch ein Einsehen hat mit Mark Hughes und der derzeitigen sportlichen Situation.

Update 18h01: Es schwirren viele Nachfolger im Raum für den freien Posten in Blackburn. Ganz oben auf der Liste soll wohl Graeme Souness stehen, der Blackburn bereits von 2000 bis 2004 trainiert hat. Er schafft in seiner ersten Saison gleich den Aufstieg in die Premier League. Zuletzt trainierte er Newcastle bis Februar 2006. Seitdem war er als TV-Experte tätig.

Namen, die auch gehandelt werden, sind Steve McClaren (zurzeit bei Twente Enschede) oder auch Roberto Mancini (ehemals Inter Mailand). Der Verein teilte heute Nachmittag mit, dass man bereits, wenn möglich, für das Spiel am Samstag einen Trainer bekanntgeben möchte.

Weiteres zum Rücktritt von Paul Ince:

Zitat des Tages: Dienstag, 16. Dezember 2008 – Unterstützung für Paul Ince

“They have got a massive commitment into the club and what we have got to get over is that continuity, looking at allowing managers to build relationships with the fans, the players and particularly the board. If you do that, then stats and history shows that you will be more successful. [...] Blackburn sold the likes of David Bentley and Brad Friedel for £20m and probably, I think, they are the lowest spenders from the transfer window in August, so I think we just need to give Paul time.”

Richard Bevan, chief executive der Trainervereinigung, gestern Abend im Monday Night Club auf BBC Five Live.

Aber das scheint bis jetzt der einzige Unterstützer für Paul Ince zu sein. Bei den Fans hat er jeglichen Kredit verloren, zumal fast exakt dieselbe Mannschaft auf dem Platz steht wie unter Mark Hughes letzte Saison. Er kann das Potential des Teams nicht abrufen.

Samstag geht es im Ewood Park gegen Stoke City. Ob Paul Ince dann noch auf der Bank sitzt, bleibt unsicher. Spannende Tage in Blackburn.

[via BBC Sport]