Es ist zwar erst Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar, aber dieser Spieltag in der Premier League könnte schon die Richtung für die nächsten Monate, vielleicht bis zum Ende der Saison vorgeben. Ein Spitzenspiel an der Tabellenspitze und viele direkte Duelle im Abstiegskampf.
Am Montag endet auch in England die Transferperiode. Ich werde dieses Mal den Tag über leider nicht live bloggen können, werde aber Sonntag und Montag in Extra-Einträgen auf die Ereignisse eingehen.
Bevor wir uns um die Partien des Wochenendes kümmern, noch ein kurzer Blick nach Newcastle. Wir spielen also mal wieder Kasperletheater. Was war passiert? Newcastle verliert am Dienstag bei Manchester City mit 2:1. Im Interview nach dem Spiel spricht Trainer Joe Kienaar dann über die Schwächen seiner Spieler um kommt immer wieder auf einen Namen zurück: “Insomnia“, gemeint ist natürlich Charles N’Zogbia. Der hat davon erfahren, dass sein Name laut eigener Aussage bewusst falsch ausgesprochen wurde, und erklärte daraufhin, er werde unter Joe Kienaar nicht mehr spielen. Und statt einer Entschuldigung und einem versöhnenden Gespräch legt Kienaar noch einmal nach und beschuldigt Charles “Insomnia” N’Zogbia, dass er das nur sage, weil er einen Wechsel plane. Klar hat Newcastle diese Saison auch viel Pech gehabt, aber so, wie sich der Verein diese Saison benimmt, würde ein Abstieg vielleicht einmal richtig gut tun.
Manchester City – Stoke City
PREMIERE live, Samstag ab 13:40 Uhr; Kommentar: Markus Gaupp
Die Gastgeber aus Eastlands kann man im Moment aus dem Abstiegsrennen wieder herausstreichen, bis auf weiteres zumindest. Rückfälle sind ja nicht ausgeschlossen. City ist seit sechs Ligaspielen ohne Niederlage und holte 12 Punkte aus diesen Begegnungen. Das ist ein klarer Aufwärtstrend. Wenn es dann auch neben dem Platz etwas ruhiger wird in der Causa Robinho (Trainigslager verlassen, angebliche Verwaltigung einer jungen Frau), könnte man bei City ganz zufrieden sein. Für den Moment zumindest. Aber auch nur für den Moment, zu hoch sind die Ansprüche, zu viel Geld hat man in der Hinterhand. Und holt sich weiter Absagen. Blackburn lehnt ein 18 Millionen Pfund Angebot für Roque Santa Cruz als zu niedrig ab. Derweil könnte ein Wechsel von Shay Given zu City wahrscheinlicher werden. Newcastle gab seinem Torwart die Erlaubnis mit dem Team von Mark Hughes zu verhandeln.
FC Middlesbrough – Blackburn Rovers
Ganz, ganz wichtiges Spiel für beide Teams. Der Tabellenachtzehnte hat den Siebzehnten zu Gast, Middlesbrough könnte mit einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen und die Rovers dorthin schicken. Was aber passiert, wenn Middlesbrough daheim gegen die Rovers verliert? Ist die Zeit für Gareth Southgate dann abgelaufen? Ich gehe mal davon aus. Middlesbrough zwar zuletzt mit zwei Erfolgen im FA-Cup, der letzte Sieg in der Liga liegt aber schon Lichtjahre zurück. Am 09. November schlug man Aston Villa mit 2:1. Bei den Gastgebern gibt Marlon King sein Debüt vor Heimkulisse.
Bolton Wanderers – Tottenham Hotspur
Dass man von den Spurs schon einmal dachte, sie würden eine Erfolgsserie beginnen um dann ganz schnell wieder zu scheitern, sollte Sorge genug sein den wichtigen Heimsieg gegen Stoke nicht zu hoch bewerten. Die Leistung war seit langer Zeit mal wieder gut, aber der richtige Prüfstein kommt jetzt mit dem Auswärtsspiel bei den Wanderers. Beide Teams sind auf 14 und 13 Tabellennachbarn, Bolton würden mit einem Sieg also vorbeiziehen. Bolton wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg, Tottenham gewann nur eines der letzten sieben Spiele. Großes Selbstvertrauen haben also beide Teams nicht.
Hull City – West Bromwich Albion
Was kann der Trainer der Tiger, Phil Brown, noch machen? Ein Urlaubstag vor wichtigen Spielen hilft nicht, die Halbzeitansprache auf dem Spielfeld zeigt keine positive Wirkung, da ist dann schon die Hoffnung bei Neuzugang Jimmy Bullard, der am Samstag wohl sein Debüt für Hull City gibt. Die Gastgeber haben die letzten sechs Spiele verloren, es muss gewonnen werden um nicht völlig in den Abstiegsstrudel zu rutschen. An Weihnachten meinte man im Umfeld von Hull, man bräuchte ja nur noch fünf Siege bis zum Saisonende. Damals klang das wie ein optimistisches Zwischenfazit, mittlerweile ist es das große Bangen und Hoffen. Vielleicht klappt es ja gegen das Tabellenschlusslicht, welches ich Dienstag so schlecht nicht gesehen habe wie die englischen Medien. Die ersten 45 Minuten gegen Man Utd waren im Rahmen der Möglichkeiten ganz ok. Bei Hull ist der Einsatz von Stürmer Daniel Cousin mehr als fraglich.
FC Fulham – FC Portsmouth
Vielleicht sollte man dem FC Portsmouth einmal sagen, dass sie mitten im Abstiegskampf stecken. Wenn man Aussagen der Spieler und Trainer hört, die immer wieder an die Stärke des Kaders appellieren, kann man das schon wie den letzten Hilferuf verstehen. Vorne schießt man keine Tore und hinten kassiert man zu viele einfache Tore, wenngleich man sagen muss, dass die Leistung am Dienstag gegen Aston Villa einen Punkt verdient gehabt hätte. Fulham hat mal wieder gezeigt, dass auswärts mit ihnen nicht so viel los ist, aber zuhause ist und bleibt man richtig gut, von daher wäre ein Sieg für Portsmouth schon eine Überraschung.
Aston Villa – Wigan Athletic
In den letzten drei Partien des Samstags geht es dann vor allem um die Plätze drei bis fünf. Aston Villa liegt fünf Punkte vor Arsenal und die wiederum fünf vor dem FC Everton. Aber geht Villas blick überhaupt noch zurück? Mit einem Sieg kann man für einen Tag sogar auf Platz 2 springen. Für einen ist die Partie im Villa Park ein ganz besonderes Spiel. Emile Heskey trifft auf seinen alten Klub. Dass man Heskey in Wigan sicher nicht vergessen hat, dürfte klar sein. Aber selten hat ein Spieler so schnell bei seinem neuen Verein Fuß gefasst. Siegtor im ersten Spiel. Sehr viel besser geht es nicht.
FC Arsenal – West Ham United
Und der Spieltag wäre nicht so besonders, wenn es nicht noch ein Derby in London geben würde. Die Hammers reisen ein paar Kilometer Richtung Nordwesten ins Emirates Stadium. Und man mag es gar nicht glauben, aber West Ham ist seit sieben Pflichtspielen ohne Niederlage, Arsenal seit neun Ligaspielen (von denen aber zu viele Unentschieden dabei waren). Die Hammers sind von den größten Abstiegssorgen entfernt, können also befreit aufspielen. Und das ist gegen Arsenal nicht die schlechteste Taktik, siehe die Auftritte von Aston Villa und Hull City bei den Gunners.
Manchester United – FC Everton
PREMIERE live, Samstag ab 18:25 Uhr; Kommentar: Marcel Meinert
Es könnte das Wochenende für Manchester United werden. Remis im Spitzenspiel an der Anfield Road, Sieg gegen Everton und dann mit einem Spiel weniger vier Punkte Vorsprung. Und man kann den Red Devils schon ein bisschen zur Meisterschaft gratulieren. Aber Everton ist nicht zu unterschätzen, die Remis bei Liverpool haben es gezeigt. Und dann könnten aus vier Punkten auch gar kein Vorsprung werden. Turning Points eben an diesem wichtigen Spieltag.
Newcastle United – FC Sunderland
Aber DAS Derby des Spieltages findet im St. James Park in Newcastle statt. Die Magpies empfangen den Rivalen aus Sunderland im 130. Tyne-Wear-Derby. Und neben der Brisanz des Derbys ist es auch tabellentechnisch ein ganz wichtiges Spiel. Sunderland steht mit 26 Punkten am Rande der bedrohten Zone, Newcastle ist mit 23 Punkten mittendrin, auf dem Platz und – wie weiter oben schon geschildert – auch neben dem Platz. Was ist aus diesem Verein bloß geworden? Natürlich hat man auch Pech, wie die Verletzungen von Michael Owen und Joey Barton zeigen, aber die Kette der Ereignisse mit der Rückkehr Kevin Keegan, dem Bierbecher von Mike Ashley, Streit mit dem Sportdirektor Dennis Wise, der Abgang von Keegan, Spekulationen über einen Verkauf des Vereins, der Ausraster von Kienaar bei der Pressekonferenz, das Abblasen des Verkaufs aus Gründen der Tradition und jetzt die Causa Charles N’Zogbia – mein lieber Mann.
FC Liverpool – FC Chelsea
PREMIERE live, Sonntag ab 16:45 Uhr; Kommentar: Wolff Fuss
Es gibt ja den Spruch, dass bekanntlich klein Vieh auch Mist macht, nur gilt das nicht im Fußball. Wenn man nur Remis spielt, wird man kein englischer Meister. Und das muss auch der FC Liverpool einsehen. Man spielte die letzten vier Pflichtspiele unentschieden, aus den letzten 12 Ligaspielen gab es 7 Remis. Und als Chelsea und Manchester schwächelten, hat es Liverpool nicht geschafft sich abzusetzen. Und jetzt verfällt man wieder in den alten Trott der vergangenen Spielzeiten. Benitez will auf dem Schachbrett gewinnen, macht nicht nachvollziehbare Wechsel, bezeichnet Spielhälften als “crazy”, was man so übersetzen müsste, dass es aus seiner Sicht nicht so geordnet war wie ein Schachbrett. Noch ist nichts verloren, klar, aber drei Punkte wären für die Reds schon aus psychologischer Sicht extrem wertvoll, zu zeigen, dass man noch im Rennen ist. Denn von allen vier Teams an der Tabellenspitze zeigt man zurzeit die schwächsten Leistungen. Sogar Chelsea ist spielerisch kein Glanzlicht im Moment, aber man gewinnt die Spiele, siehe das schmucklose 2:0 gegen Middlesbrough oder das 2:1 mit den späten Toren gegen Stoke City. Bei Liverpool sind alle Mann an Bord, Benitez plant allerdings ohne Robbie Keane in der Startelf. Fragt sich nur warum. Bei den Blues aus der Hauptstadt fehlt nur Ricardo Carvalho.

