Premier League 2008/2009 Preview 24. Spieltag – Turning Points

Es ist zwar erst Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar, aber dieser Spieltag in der Premier League könnte schon die Richtung für die nächsten Monate, vielleicht bis zum Ende der Saison vorgeben. Ein Spitzenspiel an der Tabellenspitze und viele direkte Duelle im Abstiegskampf.

Am Montag endet auch in England die Transferperiode. Ich werde dieses Mal den Tag über leider nicht live bloggen können, werde aber Sonntag und Montag in Extra-Einträgen auf die Ereignisse eingehen.

Bevor wir uns um die Partien des Wochenendes kümmern, noch ein kurzer Blick nach Newcastle. Wir spielen also mal wieder Kasperletheater. Was war passiert? Newcastle verliert am Dienstag bei Manchester City mit 2:1. Im Interview nach dem Spiel spricht Trainer Joe Kienaar dann über die Schwächen seiner Spieler um kommt immer wieder auf einen Namen zurück: “Insomnia“, gemeint ist natürlich Charles N’Zogbia. Der hat davon erfahren, dass sein Name laut eigener Aussage bewusst falsch ausgesprochen wurde, und erklärte daraufhin, er werde unter Joe Kienaar nicht mehr spielen. Und statt einer Entschuldigung und einem versöhnenden Gespräch legt Kienaar noch einmal nach und beschuldigt Charles “Insomnia” N’Zogbia, dass er das nur sage, weil er einen Wechsel plane. Klar hat Newcastle diese Saison auch viel Pech gehabt, aber so, wie sich der Verein diese Saison benimmt, würde ein Abstieg vielleicht einmal richtig gut tun.

Manchester City – Stoke City

PREMIERE live, Samstag ab 13:40 Uhr; Kommentar: Markus Gaupp

Die Gastgeber aus Eastlands kann man im Moment aus dem Abstiegsrennen wieder herausstreichen, bis auf weiteres zumindest. Rückfälle sind ja nicht ausgeschlossen. City ist seit sechs Ligaspielen ohne Niederlage und holte 12 Punkte aus diesen Begegnungen. Das ist ein klarer Aufwärtstrend. Wenn es dann auch neben dem Platz etwas ruhiger wird in der Causa Robinho (Trainigslager verlassen, angebliche Verwaltigung einer jungen Frau), könnte man bei City ganz zufrieden sein. Für den Moment zumindest. Aber auch nur für den Moment, zu hoch sind die Ansprüche, zu viel Geld hat man in der Hinterhand. Und holt sich weiter Absagen. Blackburn lehnt ein 18 Millionen Pfund Angebot für Roque Santa Cruz als zu niedrig ab. Derweil könnte ein Wechsel von Shay Given zu City wahrscheinlicher werden. Newcastle gab seinem Torwart die Erlaubnis mit dem Team von Mark Hughes zu verhandeln.

FC Middlesbrough – Blackburn Rovers

Ganz, ganz wichtiges Spiel für beide Teams. Der Tabellenachtzehnte hat den Siebzehnten zu Gast, Middlesbrough könnte mit einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen und die Rovers dorthin schicken. Was aber passiert, wenn Middlesbrough daheim gegen die Rovers verliert? Ist die Zeit für Gareth Southgate dann abgelaufen? Ich gehe mal davon aus. Middlesbrough zwar zuletzt mit zwei Erfolgen im FA-Cup, der letzte Sieg in der Liga liegt aber schon Lichtjahre zurück. Am 09. November schlug man Aston Villa mit 2:1. Bei den Gastgebern gibt Marlon King sein Debüt vor Heimkulisse.

Bolton Wanderers – Tottenham Hotspur

Dass man von den Spurs schon einmal dachte, sie würden eine Erfolgsserie beginnen um dann ganz schnell wieder zu scheitern, sollte Sorge genug sein den wichtigen Heimsieg gegen Stoke nicht zu hoch bewerten. Die Leistung war seit langer Zeit mal wieder gut, aber der richtige Prüfstein kommt jetzt mit dem Auswärtsspiel bei den Wanderers. Beide Teams sind auf 14 und 13 Tabellennachbarn, Bolton würden mit einem Sieg also vorbeiziehen. Bolton wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg, Tottenham gewann nur eines der letzten sieben Spiele. Großes Selbstvertrauen haben also beide Teams nicht.

Hull City – West Bromwich Albion

Was kann der Trainer der Tiger, Phil Brown, noch machen? Ein Urlaubstag vor wichtigen Spielen hilft nicht, die Halbzeitansprache auf dem Spielfeld zeigt keine positive Wirkung, da ist dann schon die Hoffnung bei Neuzugang Jimmy Bullard, der am Samstag wohl sein Debüt für Hull City gibt. Die Gastgeber haben die letzten sechs Spiele verloren, es muss gewonnen werden um nicht völlig in den Abstiegsstrudel zu rutschen. An Weihnachten meinte man im Umfeld von Hull, man bräuchte ja nur noch fünf Siege bis zum Saisonende. Damals klang das wie ein optimistisches Zwischenfazit, mittlerweile ist es das große Bangen und Hoffen. Vielleicht klappt es ja gegen das Tabellenschlusslicht, welches ich Dienstag so schlecht nicht gesehen habe wie die englischen Medien. Die ersten 45 Minuten gegen Man Utd waren im Rahmen der Möglichkeiten ganz ok. Bei Hull ist der Einsatz von Stürmer Daniel Cousin mehr als fraglich.

FC Fulham – FC Portsmouth

Vielleicht sollte man dem FC Portsmouth einmal sagen, dass sie mitten im Abstiegskampf stecken. Wenn man Aussagen der Spieler und Trainer hört, die immer wieder an die Stärke des Kaders appellieren, kann man das schon wie den letzten Hilferuf verstehen. Vorne schießt man keine Tore und hinten kassiert man zu viele einfache Tore, wenngleich man sagen muss, dass die Leistung am Dienstag gegen Aston Villa einen Punkt verdient gehabt hätte. Fulham hat mal wieder gezeigt, dass auswärts mit ihnen nicht so viel los ist, aber zuhause ist und bleibt man richtig gut, von daher wäre ein Sieg für Portsmouth schon eine Überraschung.

Aston Villa – Wigan Athletic

In den letzten drei Partien des Samstags geht es dann vor allem um die Plätze drei bis fünf. Aston Villa liegt fünf Punkte vor Arsenal und die wiederum fünf vor dem FC Everton. Aber geht Villas blick überhaupt noch zurück? Mit einem Sieg kann man für einen Tag sogar auf Platz 2 springen. Für einen ist die Partie im Villa Park ein ganz besonderes Spiel. Emile Heskey trifft auf seinen alten Klub. Dass man Heskey in Wigan sicher nicht vergessen hat, dürfte klar sein. Aber selten hat ein Spieler so schnell bei seinem neuen Verein Fuß gefasst. Siegtor im ersten Spiel. Sehr viel besser geht es nicht.

FC Arsenal – West Ham United

Und der Spieltag wäre nicht so besonders, wenn es nicht noch ein Derby in London geben würde. Die Hammers reisen ein paar Kilometer Richtung Nordwesten ins Emirates Stadium. Und man mag es gar nicht glauben, aber West Ham ist seit sieben Pflichtspielen ohne Niederlage, Arsenal seit neun Ligaspielen (von denen aber zu viele Unentschieden dabei waren). Die Hammers sind von den größten Abstiegssorgen entfernt, können also befreit aufspielen. Und das ist gegen Arsenal nicht die schlechteste Taktik, siehe die Auftritte von Aston Villa und Hull City bei den Gunners.

Manchester United – FC Everton

PREMIERE live, Samstag ab 18:25 Uhr; Kommentar: Marcel Meinert

Es könnte das Wochenende für Manchester United werden. Remis im Spitzenspiel an der Anfield Road, Sieg gegen Everton und dann mit einem Spiel weniger vier Punkte Vorsprung. Und man kann den Red Devils schon ein bisschen zur Meisterschaft gratulieren. Aber Everton ist nicht zu unterschätzen, die Remis bei Liverpool haben es gezeigt. Und dann könnten aus vier Punkten auch gar kein Vorsprung werden. Turning Points eben an diesem wichtigen Spieltag.

Newcastle United – FC Sunderland

Aber DAS Derby des Spieltages findet im St. James Park in Newcastle statt. Die Magpies empfangen den Rivalen aus Sunderland im 130. Tyne-Wear-Derby. Und neben der Brisanz des Derbys ist es auch tabellentechnisch ein ganz wichtiges Spiel. Sunderland steht mit 26 Punkten am Rande der bedrohten Zone, Newcastle ist mit 23 Punkten mittendrin, auf dem Platz und – wie weiter oben schon geschildert – auch neben dem Platz. Was ist aus diesem Verein bloß geworden? Natürlich hat man auch Pech, wie die Verletzungen von Michael Owen und Joey Barton zeigen, aber die Kette der Ereignisse mit der Rückkehr Kevin Keegan, dem Bierbecher von Mike Ashley, Streit mit dem Sportdirektor Dennis Wise, der Abgang von Keegan, Spekulationen über einen Verkauf des Vereins, der Ausraster von Kienaar bei der Pressekonferenz, das Abblasen des Verkaufs aus Gründen der Tradition und jetzt die Causa Charles N’Zogbia – mein lieber Mann.

FC Liverpool – FC Chelsea

PREMIERE live, Sonntag ab 16:45 Uhr; Kommentar: Wolff Fuss

Es gibt ja den Spruch, dass bekanntlich klein Vieh auch Mist macht, nur gilt das nicht im Fußball. Wenn man nur Remis spielt, wird man kein englischer Meister. Und das muss auch der FC Liverpool einsehen. Man spielte die letzten vier Pflichtspiele unentschieden, aus den letzten 12 Ligaspielen gab es 7 Remis. Und als Chelsea und Manchester schwächelten, hat es Liverpool nicht geschafft sich abzusetzen. Und jetzt verfällt man wieder in den alten Trott der vergangenen Spielzeiten. Benitez will auf dem Schachbrett gewinnen, macht nicht nachvollziehbare Wechsel, bezeichnet Spielhälften als “crazy”, was man so übersetzen müsste, dass es aus seiner Sicht nicht so geordnet war wie ein Schachbrett. Noch ist nichts verloren, klar, aber drei Punkte wären für die Reds schon aus psychologischer Sicht extrem wertvoll, zu zeigen, dass man noch im Rennen ist. Denn von allen vier Teams an der Tabellenspitze zeigt man zurzeit die schwächsten Leistungen. Sogar Chelsea ist spielerisch kein Glanzlicht im Moment, aber man gewinnt die Spiele, siehe das schmucklose 2:0 gegen Middlesbrough oder das 2:1 mit den späten Toren gegen Stoke City. Bei Liverpool sind alle Mann an Bord, Benitez plant allerdings ohne Robbie Keane in der Startelf. Fragt sich nur warum. Bei den Blues aus der Hauptstadt fehlt nur Ricardo Carvalho.

Zitat des Tages: Mittwoch, 28. Januar 2009 – Wenn man zuhause arbeitet

Barack Obama sagte heute Morgen auf einem Treffen mit seinen wichtigsten Wirtschaftsberatern der wartenden Presse:

“Can I make a comment unrelated to the economy? My children’s school was canceled today, because of what? Some ice. As my children pointed out, in Chicago school is never canceled. When it comes to the weather, folks in Washington don’t seem to be able to handle things.”

Ja, hat schon seine Vorteile, wenn man zuhause arbeiten kann…

[via Deadline USA]

Premier League 2008/2009 23. Spieltag, West Bromwich Albion – Manchester United

[23h07] Endstand West Bromwich Albion – Manchester United 0:5

[23h02] Und Scott Carson mit einer Moster-Parade gegen einen Schuss von Tevez. Ovationen für den Torwart beim aktuellen Zwischenstand von 0:5

[23h00] So, und jetzt Van der Sar auch seinen alleinigen Rekord. Herzlichen Glückwunsch

[22h58] Ecke für West Brom – und die Fans erheben sich schon fast bei ihrem Jubel.

[22h55] Endstand FC Portsmouth – Aston Villa 0:1

Big Point für die Villens und die Krise vergrößert sich bei Tony Adams. Trotz Unterzahl in der zweiten Hälfte und bester Chancen hat man es nicht geschafft den Ausgleich zu erzielen. Villa etwas glücklich, aber solche Spiele gewinnt man und gut ist. Villa rückt damit auf Rang 3.

[22h53] Endstand Tottenham Hotspur – Stoke City 3:1

[22h51] Wechsel Manchester United: Tosic für Dimitar Berbatov

Der Bulgare wurde ja oft kritisiert, aber heute eine sehr sehr gute Leistung, nicht nur wegen des Tores.

[22h50] Noch zehn Minuten bis zum Rekord. Was man nicht alles tut um diesem Spiel noch eine Bedeutung zuzumessen.

[22h47] West Bromwich Albion – Manchester United 0:5, Christiano Ronaldo, 73. Minute

Es ist zumindest unterhaltsam unter der Bettdecke. West Brom fällt hier völlig auseinander. Spielen auf Abseits, das gelingt nicht. Berbatov für Ronaldo, der durch die Beine von Carson. Was eine Ansage an Liverpool und Chelsea. Großartiger Fußball. Aber West Brom macht es ihnen leicht.

[22h45] Wechsel Manchester United: Wes Brown und Richard Eckersley für Gary Neville und Rio Ferdidnand

Carrick hatte gerade die Chance auf das 5:0, verzog aber knapp. Carrick mit der beste Mann auf dem Platz.

[22h40] Endstand FC Sunderland – FC Fulham 1:0

Drei ganz wichtige Punkte für die Gastgeber, ziehen nach Punkten mit Fulham gleich. Beide Teams jetzt mit 26 Zählern. Aber Fulham hat noch zwei Spiele weniger.

[22h39] West Bromwich Albion – Manchester United 0:4, Christiano Ronaldo, 65. Minute

Einfach wunderschön gespielt. Giggs bekommt den Ball auf links, läuft noch ein paar Schritte, gibt dann in die Mitte, wo Ronaldo nur noch einschieben braucht.

[22h38] Wechsel West Bromwich Albion: Roman Bednar und James Morrison für Jay Simpson und Gianni Zuiverloon

[22h35] West Bromwich Albion – Manchester United 0:3, Nemanja Vidic, 61. Minute

So einstudiert, so umgesetzt. Ecke von rechts durch Ryan Giggs scharf vors Tor, Vidic läuft mit Tempo Richtung Fünfmeterraum, völlig unbewacht kann er einköpfen, keine Chance für Carson. Und jetzt ist die Messe endgültig gelesen. Und Tony Mawbray sitzt mit verschränkten Armen in seinem Trainerstuhl. Game over.

[22h32] Ich wollte gerade schreiben, dass die Baggies die zweite Luft bekommen und dann hämmert Ryan Donk den Ball aus 10 Metern halbrechte Position an den Pfosten. Das wäre es gewesen, ein 1:2 hätte nochmal die Möglichkeit eröffnet das Spiel zu drehen. Aber so, wieder Pech. Mal sehen, wie lange die zweite Luft noch reicht oder ob ein 3:0 alles zunichte macht.

[22h26] Beste Chance für West Brom. Freistoß von Chris Brunt aus 18 Metern knapp über das Tor. Aber wenn nötig, wäre Van der Sar auch da gewesen. Wahrscheinlich kann es nur noch eine solche Situation sein, die hier für etwas Spannung sorgt.

[22h21] Wechsel West Bromwich Albion: Marek Cech für Fortune

Also mehr Defensive. Schadensbegrenzung. Sonst keine Wechsel. Weiter mit der zweiten Hälfte

[22h15] Tottenham Hotspur – Stoke City 3:1, James Beattie, 57. Minute

[22h04] Halbzeit West Bromwich Albion – Manchester United 0:2

Die Gastgeber ein bisschen unter Wert geschlagen. Denn zwei Tore schlechter war man über 45 Minuten nicht. Aber Man Utd hat in den wichtigen Phasen das Tor gemacht und defensiv gut gearbeitet. Somit geht die Führung völlig in Ordnung. Wenn die Baggies immer so spielen würden, hätte man gute Chancen gegen direkte Abstiegskonkurrenten. Aber die Red Devils sind heute Abend eine Nummer zu groß.

[22h02] FC Sunderland – FC Fulham 1:0, Kenwyne Jones, 55. Minute

Da hat sich die Vertragsverlängerung wohl positiv ausgewirkt. Ganz wichtiger Treffer für die Black Cats.

[22h01] West Bromwich Albion – Manchester United 0:2, Carlos Tevez, 44. Minute

Englische Torhüter sorgen immer für Unterhaltung. Scott Carson kann einen Eckball nicht festhalten, der Ball fällt Tevez vor die Füße, und der braucht nur noch einnetzen.  Bittere Minuten für die Baggies.

2:0 ist Man Utd vorne und ein Mann mehr. Eigentlich können wir jetzt alle unter die Bettdecke krabbeln.

Eine Minute Nachspielzeit

[21h58] Platzverweis Paul Robinson/West Bromwich Albion

Robinson und Ji Sung Park wollen beide zum Ball, Robinson mit etwas gesteckterem Bein als Park. Park trifft zehntelsekunden eher den Ball, beide prallen dann heftig zusammen. Park bleibt liegen. Sah von den Bildern übel aus, aber war sehr unglücklich. Robinson sieht von Referee Rob Styles zieht glatt rot. Sowohl Markus Gaupp als auch die britschen Kommentatoren finden die Entscheidung als zu hart. Ich finde, man kann das geben.

[21h54] Wie weit ist West Brom von einem Tor entfernt? Schaue ich auf meinen Notizzettel, dann habe ich den letzten Torschuss in Minute 8 notiert, aber das war auch wohlwollend von mir, weil es nur ein abgefälschter Schuss von Simpson ans Außennetz war. Richtig geprüft von Van der Sar noch nicht. Und die Gastgeber sind im Moment auch eher bedacht nicht das zweite Gegentor zu kassieren.

[21h50] Man sagt ja immer, wenn jemand stets bemüht war, ist das kein Gütesiegel. Für die Baggies an diesem Abend bisher schon. Die spielen so gut es können und soweit es Man Utd eben auch zulässt. Das Spiel geht jetzt eigentlich nur noch in eine Richtung, die Gäste hatten schon mehrere Chancen die Führung auszubauen, das 2:0 nur eine Frage der Zeit, so wie es im Moment aussieht.

[21h49] Halbzeit FC Portsmouth – Aston Villa 0:1

[21h46] Halbzeit Tottenham Hotspur – Stoke City 3:0

[21h42] Und um ein Haar wäre auch hier der Ofen ganz schnell aus. Ronaldo bekommt links völlig frei den Ball, geht noch ein paar Schritte, gibt dann in die Mitte, wo Tevez mit Flachschuss ganz knapp am Tor vorbeizieht. Führung für die Red Devils jetzt absolut verdient.

[21h39] West Bromwich Albion – Manchester United 0:1, Dimitar Berbatov, 22. Minute

Ganz einfach, ganz schön. Berbatov spielt den Doppelpass mit Michael Carrick, spaziert durch die Abwehr, ist dann frei vor Carson und kann mit rechts wuchtig und flach abschließen. Keiner hat Berbatov bewacht bei seinem Zug Richtung Tor.

[21h37] Pluspunkte bisher in diesem Spiel für Ji-Sung Park, der über rechts viel Wirbel macht, Robinson bekommt den gar nicht in den Griff. Und bei den Baggies Jay Simpson lauffreudig und ballsicher, hatte auch schon ein, zwei gute Chancen.

[21h33] Halbzeit FC Sunderland – FC Fulham 0:0

[21h32] Christiano Ronaldo verzieht einen Flachschuss aus 20 Metern weit am Tor vorbei. Vom Gesichtsausdruck hat er aber gerade einen Elfmeter im WM-Finale verschossen. Er ist ein toller Fußball, aber muss er sich  so arrogant auf dem Platz benehmen?

[21h27] Berbatov kommt nach schönem Zuspiel von Tevez frei vor Scott Carson zum Torabschluss, aber Englands Nationaltorwart mit toller Reaktion, verkürzt gut den Winkel und stürzt sich dann auf den Ball. Zehn Minuten vorbei, gutes Spiel, weil auch West Brom am Spiel teilnimmt. Bessere Chancen aber für die Gäste.

[21h25] Tottenham Hotspur – Stoke City 3:0, Michael Dawson, 24. Minute

Wird wohl nichts mit dem ersten Auswärtssieg von Stoke City. Spurs spielen sich ja schon fast in einen Rausch.

[21h24] FC Portsmouth – Aston Villa 0:1, Emile Heskey, 21. Minute

Sowas nennt man wohl einen Einstand nach Maß.

[21h22] Tottenham Hotspur – Stoke City 2:0, Jermain Defoe, 21. Minute

Ganz muntere vier Minuten in The Hawthorns. Berbatov mit einem Flachschuss, keine Probleme für Scott Carson und auf der Gegenseite fällt Van der Sar bei einer Faustabwehr auf den Boden, Tor ist frei, der Schuss kann aber vor der Linie geklärt werden. Und dem Simpson haben sie was in den Nachmittagstee getan, ungemein belebend bis jetzt.

[21h18] So, dann geht es jetzt los. Die Baggies in weiß-blau mit Anstoß von links nach rechts, Manchester United in rot.

[21h12] Sollte Manchester United heute bis zur 84. Minute kein Gegentor kassieren, würde man einen Rekord des FC Chelsea brechen und über 1025 Minuten, also fast 12 Spiele, ohne Gegentor geblieben sein. West Brom gewann die letzten drei Heimspiele.

[21h09] Tottenham Hotspur – Stoke City 1:0, Aaron Lennon, 8. Minute

[21h00] So, jetzt Anstoß auch in Tottenham und Portsmouth. Wilson Palacios steht übrigens noch nicht in der Startelf für die Spurs. Sitzt nur auf der Tribüne.

[20h46] Dafür rollt der Ball jetzt in Sunderland, wo Kenwyne Jones seinen Vertrag vorzeitig bis 2013 verlängert hat und mit stehenden Ovationen empfangen wurde. Und wieder ein Spieler, der den Tottenham Hotspur abgesagt hat.

[20h41] Wegen Stauproblemen auf den Zufahrtswegen zum Stadion wird die Partie erst um 21:15 Uhr angepfiffen.

[20h38] Die Aufstellungen in The Hawthorns

West Bromwich Albion: Carson – Hoefkens, Pele, Donk, Robinson – Zuiverloon, Borja Valero, Koren, Brunt – Simpson, Fortune

Manchester United: Van der Sar – Neville, Ferdinand, Vidic, O’Shea – Park, Carrick, Giggs, Ronaldo – Tevez, Berbatov

Also dafür, dass man bei Man Utd ein bisschen genörgelt hat wegen der vielen Verletzten, sieht diese Mannschaft doch sehr passabel aus. Außer Wayne Rooney und Darran Fletcher sind alle wichtigen Spieler an Bord. Ferdinand kehrt nach Rückenverletzung wieder zurück. Bei den Baggies kehrt Gianni Zuiverloon in die Startelf zurück.

[20h29] Und noch eine Personalie hat die letzten Stunden wieder für Aufsehen gesorgt. Gestern Abend hatte Harry Redknapp bei BBC Five Live gesagt, dass er sich vorstellen könne Robbie Keane wieder nach London zu holen. Und das in Zeiten, wo Keane’s Standing bei Liverpool nicht das Beste ist. Doch Benitez hat umgehend reagiert: Keane bleibt in Liverpool.

[20h24] Weil deutsche Medien heute den Wechsel von Ashavin zu Arsenal als fix vermeldet haben, sei angemerkt, dass noch gar nichts sicher ist. Der Russe fordere mehr Geld, und daran scheitert bis jetzt der Deal.

Und neues in Sachen Besitztum des FC Chelsea. Der deutsche Investor Holger Heims hat dem Guardian mitgeteilt, dass er keine feindliche Übernahme plane.

[20h22] Die Partien in West Brom und Sunderland beginnen schon um 20:45 Uhr, die beiden übrigen dann 15 Minuten später.

[20h14] Natürlich ist die Partie in The Hawthorns von der Ausgangslange interessant. Es hat immer was, wenn der Letzte gegen den Ersten spielt. Aber Portsmouth gegen Villa und Tottenham gegen Stoke haben noch viel mehr Dramatik zu bieten. Stoke hat noch nicht ein Auswärtsspiel diese Saison gewonnen. Und sagen wir es mal so: An der White Hart Lane kann man so eine Serie schon mal beenden. Ganz wichtige Spiele für Harry Redknapp und Tony Adams. Und wer weiß, wo beide Teams stehen würden, wenn Redknapp noch Trainer an der Südküste wäre.

[20h09] Ein Abend der Verletzten in der Premier League. Bei West Brom fehlen 11 Spieler, unter anderem Kapitän Jonathan Greening, der vier bis sechs Wochen ausfällt. Ganz bitter. Bei den Spurs fehlt Ledley King. Und ein Abend der Comebacks. Emile Heskey startet für Aston Villa, und bei den Spurs steht Carlo Cudicini im Tor. Umsonst zu den Spurs gewechselt, Heurelho Gomes, der weit entfernt von der Bestform war, hat immerhin fast 10 Millionen Euro gekostet.

[20h05] Guten Abend. Vier Spiele in der Premier League an diesem Dienstagabend. Ganz oben muss zu ganz unten. Manchester United reist zu West Bromwich Albion, Tottenham empfängt im Abstiegsduell Stoke City, Villa will Anschluss an die Spitze halten und tritt in Portsmouth an. Sunderland empfängt zudem den FC Fulham. Auf unterhaltsame 90 Minuten.

Premier League 2008/2009 Preview 23. Spieltag – Krise, Krise, Krise

Die Premier League schiebt nach dem spielfreien Wochenende aufgrund des FA-Cup einen kompletten Spieltag unter der Woche ein, der viele interessante Begegnungen sieht. Gespielt wird am Dienstag und Mittwoch. Heute gibt es vier Partien, die restlichen sechs Begegnungen dann morgen.

West Bromwich Albion – Manchester United

PREMIERE live, heute ab 20:40 Uhr; Kommentar: Markus Gaupp

Das Spiel der Gegensätze eröffnet diesen Spieltag. Das Schlusslicht aus West Brom empfängt den derzeitigen Tabellenführer, Manchester United. Und da die Red Devils als einziges Team der Top Drei am Dienstag spielen, kann man die Konkurrenz aus Liverpool und Chelsea für den Mittwoch schon mal unter Druck setzen, ein Sieg wäre dafür natürlich Voraussetzung. Aus den Baggies wird man dieser Tage nicht so ganz schlau. Einem überzeugenden 3:0 gegen Middlesbrough folgte ein eher schmeichelhaftes 2:2 im FA-Cup gegen den Zweitligisten FC Burnley. Und zu allem Überfluss hat sich auch noch der Kapitän verletzt. Jonathan Greening hat sich eine Verletzung am Knie zugezogen, es soll ein Scanning geben, erst dann gibt es Sicherheit, wie schlimm die Verletzung wirklich ist. Aber ein längerer Ausfall würde den Baggies natürlich hart treffen. Manchester United hat die letzten 10 Spiele gewonnen, bei einem 11. Sieg hätte man den alleinigen Rekord in der Premier League vor dem FC Chelsea.  Der Einsatz von Christiano Ronaldo ist aufgrund einer Magen-Darm-Grippe fraglich.

FC Sunderland – FC Fulham

Die Gäste aus Fulham stellen immer noch die viertbeste Abwehr der Liga, nur Liverpool, Man Utd und Chelsea haben weniger Tore kassiert. Das kann sich mehr als nur sehen lassen. Da waren die drei Gegentore vergangenes Wochenende gegen West Ham fast schon ein Desaster. Trainer Roy Hodgson sprach danach davon, dass man mit solch defensiven Fehlern nicht in der Lage sei ein Spiel zu gewinnen. Es war das erste Mal, das Fulham diese Saison aufgrund defensiver Schwäche ein Spiel verloren hat. Dass der Trainer diesen Fakt sofort erkannt hat, zeigt aber auch, dass man sich im Cravan Cottage bewusst ist, dass jedes Spiel harte Arbeit ist und nicht mit Nachlässigkeiten zu bestreiten ist. Da dachte man, dass man bei West Ham, die offensiv nur wahrlich auch keine Feuerwerke zünden, mit einer durchschnittlichen Leistung bestehen könnte, und hat sich dabei getäuscht. Wenn man so will, ist es wieder die gleiche Ausgangslage für den FC Fulham. Mit einer konzentrierten Leistung, das hat Blackburn im FA-Cup gezeigt, kann man im Stadium of Light was Zählbares mitnehmen. Wie stark der FC Sunderland ist, kann man diese Wochen schlicht nicht sagen, zu unkonstant sind die Leistungen.

FC Portsmouth – Aston Villa

Krise, Krise, Krise. Das sind die Worte, die man derzeit im Fratton Park hört. Das Aus im FA-Cup gegen Swansea war der negative Höhepunkt der bisherigen Amtszeit von Tony Adams, eine Zeit, die Portsmouth nicht wirklich nach vorne gebracht hat. Jetzt kommt Aston Villa, die derzeit eigentlich so alles machen können und stets erfolgreich sind. Platz Vier, drei Punkte hinter Manchester United. Wenn Villa die Überraschung dieser Saison ist, dann darf man Portsmouth auch als Enttäuschung der Saison bezeichnen. Man hat gute Spieler ziehen lassen (müssen). Lassana Diarra spielt jetzt in Madrid, Jerman Defoe wieder in Tottenham. Prominente Verstärkung für den auch finanziell angeschlagenen Verein gab es bis jetzt nicht. Es könnte noch eine ganz harte Saison für alle Pompey-Fans werden. Emile Heskey gibt sein Debüt für Villa.

Tottenham Hotspur – Stoke City

Krise, Krise, Krise. Das sind die Worte, die man derzeit an der White Hart Lane hört. Man steht zwar über dem Strich, ist aber eines von fünf Teams mit 21 Punkten am Tabellenende. Und jetzt gibt es das direkte Duell gegen ein weiteres Team mit 21 Punkten. Die Potters aus Stoke reisen nach London. Stoke hatte gegen den FC Chelsea leidenschaftlich gekämpft, letzlich stand man aber, wie so oft in dieser Saison, mit leeren Händen da. Die Spurs schieden trotz guter Leistung gegen Manchester United aus, aber schon vor dem Spiel hatte Harry Redknapp angekündigt, dass die volle Konzentration auf der Liga liege. Also auf dem Spiel am Dienstagabend. Jetzt zählt es für die Spurs, drei Punkte ohne Ausreden müssen her.

Wigan Athletic – FC Liverpool

Der FC Liverpool braucht endlich neue Besitzer, forderte die Times zu Beginn der Woche. Das Theater um einen angeblichen Verkauf des Vereins an Investoren aus dem arabischen Raum macht derzeit wieder Station an der Anfield Road. Aber wollen Hicks und Gillett nun verkaufen oder nicht? Mal will Gillett, dafür Hicks nicht, mal Gillett nicht, dafür dann wieder Hicks. Sagen wir mal so: Es würde Liverpool gerade auch in der wichtigen Saisonphase gut tun, wenn alle Baustellen neben dem Platz beseitigt wären. Dazu gehört auch die Vertragsverlängerung mit Trainer Raphael Benitez, der seinen Kontrakt immer noch nicht ausgeweitet hat, weil ihm die US-Besitzer nicht die volle Kontrolle über alle Spielertransfers geben wollen. Die Frage ist doch nur, ob das mögliche Besitzer aus der Wüste tun werden? Das Beispiel Manchester City zeigt ja, dass die schon ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen. Bei den Reds fehlt derzeit wieder so das Quäntchen, das umkämpfte Spiele wie die beiden Partien gegen Everton gewinnen lässt. Weitere Ausrutscher darf man sich aber nicht leisten. Und die Hürde Wigan Athletic muss auch erstmal genommen werden. Die haben Ersatz für Emile Heskey gefunden. Nach dessen Abgang zu Aston Villa soll jetzt der kolumbianische Stürmer Hugo Rodallega für Tore um JJB Stadium sorgen.

FC Chelsea – FC Middlesbrough

PREMIERE live, Mittwoch ab 20:40 Uhr; Kommentar: Andreas Renner

Gareth Southgate kann erstmal wieder durchpusten. Mit dem 2:1 im FA-Cup bei den Wolverhampton Wanderers habe, so der Trainer, sein Team wieder die Stärke und Leidenschaft gezeigt, die er erwarte. Das Team habe jetzt wieder den Glauben an das eigene Können. Solche Sätze gibt es von Gareth Southgate häufig, wenn sein Team nach einer längeren Durststrecke mal wieder einen wichtigen Sieg eingefahren hat. Und mal sehen, was passiert, wenn Middlesbrough jetzt zweimal in der Liga verliert. Stellt er dann wieder freiwillig seinen Posten zur Verfügung? Gegen Chelsea kann man da davon ausgehen, dass man nicht unbedingt drei Punkte holt. So richtig viel kann ich diesem Spiel nicht abgewinnen. Ich finde die Leistungen vom FC Chelsea derzeit nicht so berauschend, dass sie mich vor dem Fernseher zu Lobeshymnen reißen lassen. Die Art und Weise, wie Chelsea spielt, wird ja häufig kritisiert, gerade unter Jose Mourinho war das so. Zu defensiv, zu ergebnisorientiert. Das war unter Avram Grant kurze Zeit besser, aber auch dann fiel man so ein bisschen in den alten Trott. Nach 22 Spielen hat man unter dem jetzigen Trainer Felipe Scolari 42 Tore geschossen, 13 kassiert. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 35 Tore und 16 Gegentore, vor zwei Jahren unter Jose Mourinho 37:17. Also so wirklich viel hat sich von den nackten Zahlen nicht getan. Und dass Chelsea unter Scolari eher den Erlebnisfußball spielt, ist auch eine kühne Behauptung. Chelsea steht auch weiterhin für eher langweiligen Fußball. Zu Beginn einer Saison hat man immer mal das Gefühl, es könnte spielerische Glanzlichter geben, aber ganz schnell fällt man dann in den kühnen Alltagstrott zurück.

Manchester City – Newcastle United

Mit einem Sieg kann Manchester City sich endgültig von den Abstiegsplätzen entfernen und dafür Newcastle wieder ganz dick in den Abstiegsstrudel werfen. War da eigentlich mal was? Man City und Kaka? 130 Millionen Euro? Spricht heute keiner mehr drüber. Das Leben rast an einem vorbei. Und es ist nicht immer so, wie man es gerne hätte.

FC Everton – FC Arsenal

Für mich ist es das eigentliche Topspiel dieses Spieltages, der Tabellensechste empfängt im Goodison Park den Fünften, getrennt durch fünf Punkte. Die Gastgeber haben in zwei Spielen gegen den FC Liverpool gezeigt, dass sie mit dem Top-Team der Liga mithalten können. Und wenn der FC Everton noch die Chance ergreifen möchte in der kommenden Saison international zu spielen – und das nicht über den FA-Cup zu schaffen – dann braucht es einen Sieg gegen die Gunners um den fünften Platz noch zu erreichen. Und das traue ich dem Team von David Moyes absolut zu. Arsenal mit einem durchschnittlichen 0:0 gegen Cardiff, wo man die wenigen Chancen nicht nutzte und auf einen kompakten Gegner traf.

Blackburn Rovers – Bolton Wanderers

Ganz wichtiges Spiel auch für die Rovers und Big Sam Allardyce. Man ist eines der sechs Teams mit 21 Punkten, hat aber mit dem 3:0 zuletzt in der Liga gegen Newcastle gezeigt, wie man spielen kann. Auch im FA-Cup zeigte man eine gute Leistung bei Sunderland. Geht es also wirklich aufwärts? Das Spiel gegen Bolton wird es zeigen.

West Ham United – Hull City

West Ham United hat für Aufsehen in der Fußballszene gesorgt. Man hat als Ersatz für Craig Bellamy den 19-jährigen Savio Nsereko aus Brescia geholt. Er ist in Uganda geboren, hat aber einen deutschen Pass und zuletzt in der U19 gespielt. Kritiker sagen jetzt wieder: Ach, früher kamen die Talente noch aus der eigenen Kaderschmiede von West Ham, jetzt muss man schon wieder in Italien fündig werden. Kann man so argumentieren, ich bin aber gespannt auf Nsereko und freue mich, dass er schon in so jungen Jahren die Chance bekommt in der Premier League zu spielen. Auch bei den Fans kam der Wechsel überwiegend positiv an. Hull City muss endlich wieder gewinnen, man ist nur noch sechs Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Nach der Partie emfängt man zuhause West Brom und Tottenham, dazwischen spielt man beim FC Chelsea. Aus diesen vier Spielen müssen sechs Punkte für die Tigers her.

Ich werde die beiden Abende in der Premier League jeweils live mitbloggen, spätestens dann auch alles zu den Aufstellungen und den Transfers der letzten Tage.

Samstagabend

Ich hatte dann gestern nach Jahren der Abwesenheit auch mal wieder Wetten, dass…? geschaut, dem ZDF seit Jahren mal wieder einen Teil meines Samstagabends geschenkt. Und eigentlich nur aus einem Grund: Wollte den Auftritt von Coldplay sehen. Ich habe mich gefragt, ob ich mir das überhaupt antun soll. War beim Konzert in Köln, im Sommer sehe ich sie in Hannover, Donnerstag sind sie zu Gast bei der BBC. Das reicht doch auch, dachte ich mir. Wieso muss ich mir 60 oder 90 Minuten einer Sendung ansehen, die laut Berichten immer schlechter wird, mit fallenden Quoten zu kämpfen hat und deren Studiogäste mich mal überhaupt nicht interessieren?

Ich habe dann doch geschaut, von Anfang an. Coldplay waren ok, aber sie können das viel besser. Aber ganz ehrlich: Ich hätte mich für diese Sendung auch nicht angestrengt, nicht mal ein kurzes Gespräch gab es mit der Band. Stattdessen viel sinnloses Gelaber, und ein Publikum, das wohl vorher irgendwas verabreicht bekommen hat, damit sie wohl auch an jeder Stelle jubeln. Wetten, dass…? war früher viel besser.

Am besten hat mir die Fußballwette gefallen. Das fand ich richtig toll.

Ich hab dann nach Coldplay ausgemacht. Und wenn ich mir heute die Berichte auf den Medienseiten so anschaue, war es die richtige Entscheidung. Was man nicht alles für Coldplay macht. Da ist eine Zugfahrt nachts um 02:00 Uhr die wahrlich angenehmere Aktion als das ZDF am Samstagabend zu schauen.

Vorfahrt

Liebe EU-Kommission, falls ihr das umsetzen solltet, brauche ich für meine Fahrt von Hannover nach Bremen oder in die andere Richtung zukünftig 2 1/2 Stunden. Vielleicht sollte man einmal Edmund Stoiber wieder nach Brüssel schicken. Ist der da nicht für den Abbau der Bürokratie zuständig?

Nur noch legal und mit Angst vor der Rezession: Die Premier League in Sorge um die TV-Rechte

Ich hatte es schon mal an anderer Stelle geschrieben. Die Premier League bereitet derzeit die Ausschreibung für die TV-Rechte ab der Saison 2010/2011 vor. Wie lange der neue TV-Vertrag gelten soll, ist noch unklar. Bisher wurden – ähnlich wie in Deutschland – die TV-Rechte nur für drei Spielzeiten vergeben. Die Bundesliga hat es jetzt vorgemacht, dass man auch neue Wege gehen kann und die Rechte für vier Saisons ausschreibt.

Seit der Saison 2007 teilen sich erstmals zwei Pay-TV Anbieter in Großbritannien die Live-Rechte. Setanta hatte damals zwei Rechtepakete, Sky Sports die übrigen sechs Pakete erworben. Die Premier League nahm aus den nationalen Fernsehrechten für 2007/2008 bis 2009/2010 über 1,5 Milliarden Euro ein. Summen, die weit über unseren Vorstellungen liegen und damals auch in England mit großer Überraschung zur Kenntnis genommen wurden. Setanta zeigt rund 40 Spiele live pro Saison, Sky Sports etwas mehr als 80 Spiele live, die übrigen als Aufzeichnung. Das Monopol von Sky Sports war gebrochen, wie von der Europäischen Union gewünscht. Die EU-Kommission hat der Premier League vorgegeben, dass mindestens eine gewisse Anzahl an Spielen live im Fernsehen gezeigt werden müssen. Das sind circa 120 Partien pro Saison. Da Samstagnachmittag zum Schutz der unterklassigen Ligen keine Spiele live gezeigt werden dürfen, muss hin und wieder schon mal der Spielplan verlegt werden um diese Anzahl zu erreichen. Wer Lust und Interesse hat, kann sich den 152-seitigen Bericht der EU-Kommission ja mal durchlesen. Ganz nett zu lesen vor allem der Abschnitt III zu den Präferenzen der Fans.

Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen bastelt die FA und die Premier League derzeit also an der Ausschreibung für die neuen TV-Rechte. Und das vor dem Hintergrund, dass mit der Wirtschafts- und Finanzkrise Einnahmen der TV-Stationen wegbrechen und diese somit weniger für die wertvollen Rechte zahlen. Erster Schritt also um eine gute Ausgangsbasis für die TV-Sender zu schaffen. Man sagt den illegalen Angeboten, die Fußball über ausländische Internetstreams zeigen, den Kampf an. Das betrifft ebenso die Pubs und Kneipen auf der Insel, die sich ausländische Pay-TV Sender abonniert haben und vor allem Samstagnachmittag die Sperre der Live-Übertragungen umgehen. Der Guardian berichtet heute, dass die Premier League durch diese Angebote einen massiven Einnahmeverlust bei den TV-Rechten fürchtet. Das ganze soll durch eine Gesetzesinitiative politisch beschlossen werden, Probleme gibt es aber wohl vor allem bei der technischen Umsetzung. Die Premier League hatte bereits erfolgreich gegen Justin.TV und Youtube geklagt. Seitdem gibt es auf der Videoplattform keine bewegten Bilder von Premier League Spielen. Diese Maßnahmen sollen jetzt ausgeweitet werden. Dass das ein langer, aber notwendiger Weg, ist, dürfte klar sein. Viel einfacher dürfte da die Überprüfung heimischer Pubs und Kneipen sein, die sich vorzugsweise mit ausländischen Pay-TV Sendern eingedeckt haben. Digitalb darf zum Beispiel diese Saison keine Nachmittagsspiele mehr zeigen, weil viele Kneipen sich mit dem Angebot aus Albanien eingedeckt haben. Sollte die Offensive der Premier League also Erfolg haben, wäre dies auch eine Stärkung für die übrigen Pay-TV Sender außerhalb der Insel, wie zum Beispiel auch für PREMIERE. Nur dann müsste man sich diesen Vorteil dann auch mal zu Nutze machen und mehr Spiele live anbieten, wenn man schon die Rechte an allen Spielen hat.

Wie gesagt, die beginnende Wirtschafts- und Finanzkrise fällt in die falsche Zeit für drastische Steigerungen auf dem TV-Rechte-Markt in England. Das könnte die Chance für ESPN mit dem finanzstarken Disney-Konzern sein. Zunächst muss man aber positive Signale setzen für die Interessenten an den TV-Rechten. Die Bekämpfung illegaler Streams ist eine erste Maßnahme. Owen Gibson, beim Guardian viele Jahre lang für den Medien-Bereich zuständig, veröffentlicht einen zweiteiligen Report über die Beziehung von Pay-TV und den Erlösen aus dem Bereich des Sports. Der erste Part wurde heute veröffentlicht. Die große Frage ist, ob Pay-TV Anbieter auch in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin dem Sport, in England vor allem dem Fußball, so hohe Erlöse wie bisher bringen oder ob es einen markanten Einnahmeeinbruch geben wird. Was dabei nicht vergessen darf, ist, dass weder der Sportrechtemarkt noch die Pay-TV Anbieter von einer solchen Wirtschaftskrise betroffen waren. Wirklich interessant zu lesen, weil der Report nicht nur die nationale Sicht in England berücksichtigt (unter anderem die Krise von ITV), sondern auch über den globalen Tellerrand schaut. Immer wieder fällt der Name auf ESPN, ein potentieller Bewerber für die TV-Rechte ab 2010. Russell Wolff, Vize-Präsident von ESPN International und Koordinator aller Aktivitäten von ESPN außerhalb der USA, hat schon einmal groß angekündigt, dass ESPN sehr gut aufgestellt ist die Rezession komfortabel zu überstehen. Das sagen aber auch Sky und die BBC. Mal sehen, wer da Recht behält. So oder so. Die Vergabe der nationalen TV-Rechte für die Premier League könnte so kompliziert und langwierig wie schon lange nicht mehr werden.