Beiträge vom 15. Januar 2009

“I am so proud of both of you”

Donnerstag, 15. Januar 2009 16:05

Barack Obama schreibt einen öffentlichen Brief an seine beiden Töchter und alle Kinder in den USA. Nachzulesen im PARADE Magazine.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Vertrauen in die Schuldenbremse

Donnerstag, 15. Januar 2009 14:45

Ich find es mal wieder klasse, wie sich unsere politische Elite derzeit für ihr Konjunkturpaket lobt. Mag sein, dass es da durchaus viele gute Ansätze gibt – das will ich gar nicht bestreiten – trotzdem ärgert es mich, wie sorglos man mit dem Geld zukünftiger Generationen um sich schmeißt.

Ende 2009 ist Deutschland mit 1,65 Billionen Euro verschuldet, der Löwenanteil liegt dabei auf der Bundesebene. Dieses Jahr gibt es mit 60 Milliarden Euro Neuverschuldung einen neuen historischen Rekord. Alles Zahlen, die kein Gütesiegel für die Politik sind.

Aber es soll ja Abhilfe geschaffen werden, mit der Schuldenbremse, dem heiligen Instrument für alle gestrauchelten Finanzminister. Ab 2015, also, wenn wir alle schon an den Schulden erstickt sind, soll diese Schuldenbremse dann wirksam werden. Im Grundgesetzt wird dann festgelegt, dass die jährliche Neuverschuldung nur noch 0,5% des BIP betragen darf. Das ist im Gegensatz zur jetzigen Regelung der Europäischen Union, die uns laut dem Maastrichter Vertrag eine jährliche Neuverschuldung von maximal 3% vorschreibt, ein klarer Fortschritt. Doch der Haken an der Geschichte kommt sofort. Dies gelte nur für eine normale Wirtschaftslage, nicht für Krisen oder andere überraschende Ereignisse. Man sagt dann immer so schön, wenn das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist. Dann darf weiter unbegrenzt Schulden machen, zumindest wird man dann dafür nicht bestraft. So ein Ungleichgewicht stellt übrigens einzig und allein die Bundesregierung fest. Wenn das dann mal keine Ausrede ist.

Zwei Fragen beschäftigen mich: Was passiert denn, wenn man gegen diese Schuldenbremse verstößt? Gibt es dann auch nur einen blauen Brief aus Brüssel, der dann im Kanzleramt zur Kenntnis genommen wird und anschließend im Papierkorb verschwindet? Denn eines wird im Moment gerne übersehen: Wir haben ja durch den Vertrag von Maastricht bereits eine europäische Schuldenbremse, die noch großzügig ausgelegt ist. An diese haben sich nur die wenigsten Staaten gehalten, auch Deutschland häufig nicht. Wenn man es schon nicht dauerhaft schafft, Masstricht einzuhalten, frage ich mich, wie man dann die Klausel 0,5% erreichen will. Aber zur Not ist die Wirtschaft eben nicht im Gleichgewicht.

Und wieso loben sich alle so für die Erfindung der Schuldenbremse? Wie der Name schon sagt, es bremst die Neuverschuldung ein bisschen, gestattet sie aber auch weiterhin immer noch zu. In guten Zeiten weniger, in Krisen beliebig hoch. Und vielleicht sollten wir ins Grundgesetz auch mal einen Passus schreiben, wie wir die jetzt schon angehäuften Schulden abbauen wollen. Denn die werden durch die Schuldenbremse auch nicht weniger.

Bundeskanzlerin spricht dieser Tage häufig vom Vertrauen, das wieder gewonnen werden muss beziehungsweise in der Bevölkerung erreicht werden soll. Beim Thema Schuldenbremse besteht zumindest bei mir noch ein bisschen Nachholungsbedarf. Ich verstehe den Sinn des Konzeptes nicht, verstehe nicht, wieso sie erst in sechs Jahren kommen soll und würde gerne erfahren, was passieren soll, wenn man die Schuldenbremse mal nicht einhalten sollte. Die Politik muss wohl noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten.

Thema: Politik National, Wirtschaft | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Einmal Krise im Pita-Brot mit scharfer Soße

Donnerstag, 15. Januar 2009 8:48

Die Hinrunde der Bundesliga-Saison 2008/2009 von Werder Bremen war nun alles andere als zufriedenstellend. Häufig fehlender Einsatz, extreme Leistungsschwankungen, die ein oder andere Disziplinlosigkeit auf und neben dem Platz und erhebliche Schwächen in der Defensive, insbesondere auf den Außenverteidigerpositionen machten die ersten 17 Spieltage für alle Werder-Fans nicht unbedingt zu einem besonderen Erlebnis.

2009 sollte alles wieder besser werden. Das war zumindest die Hoffnung der Werder-Fans. Konstante Leistungen, Disziplin und mehr defensive Stabilität. Der Angriff auf die internationalen Plätze sollte beginnen. Grundlage dafür sollte das Trainingslager in Belek in der Türkei werden. Das sieht heute seinen letzten Tag. Es gibt noch das Testspiel gegen Besiktas Istanbul (leider nur live bei Werder.TV zu sehen), dann geht es zurück in die Hansestadt, bevor man am kommenden Dienstag bei Lech Posen, ebenfalls in der Zwischenrunde des UEFA-Cup, antritt.

Das Trainingslager in Belek ist also so gut wie vorbei – und hat sich bei Werder Bremen irgendwas zum Positiven verändert? Es gibt zwei Testspiele, zwei Niederlagen, davon eine Klatsche gegen Galatasaray Istanbul mit 1:4. Gerade in diesem Spiel zeigen sich wieder erhebliche defensive Schwächen. Disziplin wird bei allen wohl immer noch nicht groß geschrieben. Torsten Frings sah in dieser Partie die rote Karte, weil er den Schiedsrichter mit “Fuck You” beschimpfte. Und zudem gibt es das ganze Theater um einen eventuellen Wechsel von Diego zu Inter Mailand oder Juventus Turin. Vorerst alles beim alten also im neuen Jahr bei Werder Bremen, leider muss man das feststellen. Ich will mich an Testspielen und deren Ergebnisse nun nicht wirklich aufhängen. Aber für mich sind sie zumindest teilweise eine aktuelle Standortbeschreibung zu sehen, wo die Mannschaft steht und wieviel man noch zu tun hat. Und nach den gezeigten Leistungen ist noch einiges zu erledigen, vor allem in der Defensive. Und bei allem Respekt für Alexandros Tziolis, den ich für einen guten Fußballspieler halte und der Werder im Mittelfeld vor allem auch etwas mehr defensive Stabilität geben könnte, aber die wirklich wichtigen Schwachstellen der Hinrunde, die Außenverteidigerpositionen, hat man noch nicht auf dem Transfermarkt abstellen können. Das Mittelfeld war in der Werder-Saison nun das kleinste Problem. Und dann stellt sich immer noch die Frage, ob Werder mit einem Stürmer in guter Form wieder an die Torgefährlichkeit der vergangenen Saison anknüpfen kann. Sanogo will weg, wenn er nicht mehr spielt. Almeida hatte man angedroht, falls er sich nicht verbessere, plane man nicht mehr mit ihm. Also auch im Sturm sind viele Dinge noch nicht geregelt.

Kommen wir kurz zur roten Karte von Torsten Frings. Für die Beschimpfung des Schiedsrichters hat er teamintern eine Geldstrafe bekommen, sich entschuldigt, mehr Konsequenzen wird es wohl nicht geben. Da wären wir dann wieder beim Thema Disziplinlosigkeit, das laut Frings aber überhaupt kein Thema mehr sei. Denn – und jetzt kommt die entscheidene Begründung des Werder-Kapitäns – in einem Bundesligaspiel oder im UEFA-Cup würde er sich zu einer Bemerkung nicht hinreißen lassen. Aber in einem Testspiel sei das nun mal passiert. Von der Begründung kann man halten, was man will. Ich finde sie Schwachsinn. Und einen Bärendienst hat sich Frings damit auch nicht erwiesen. Ich dachte, er wäre schlauer. Ichg weiß nicht, ob man sich in der Causa Diego besser anstellen kann, als Werder es momentan tut. Wieviel bringt es, wenn man sagt, Diego stehe nicht zum Verkauf und alle Angebote werden ignoriert? In der Premier League gelingt dies hin und wieder. Wenn Diego natürlich völlig überflüssig in Zeitungsinterviews Wechselgerüchte streut, dann weiß ich auch nicht mehr. Vielleicht sollte man ihm einfach mal sagen, dass er noch einen gültigen Vertrag bei Werder hat und er sich auf die Rückrunde vorbereiten soll und nicht auf den Verein, wo er vielleicht 2011 spielt.

Frank Hellmann bezeichnet Werder Bremen in der heutigen Frankfurter Rundschau als Irgendwie außer Rand und Band. In einem Interview mit der WELT wird Klaus Allofs etwas konkreter zu den aktuellen Problemen bei Werder Bremen:

“Die Mannschaft ist angehalten, an sich zu arbeiten. Denn die Disziplin ist ein Schlüssel zum Erfolg. Aber dabei kommt es in erster Linie nicht auf das Tragen der richtigen Hose an, sondern auf das Benehmen auf dem Spielfeld.”

[...]

Wir haben unter vielen Dingen gelitten. Sei es unter der Olympiateilnahme von Diego, wodurch er uns gefehlt hat. Dann kam die Verletzung von Per Mertesacker. Auch Pizarro, der erst spät von Chelsea kam, hatte Nachholbedarf, weil er keine Vorbereitung hatte.

[...]

Es muss allen hier klar sein, dass in der Rückrunde von jedem Einzelnen mehr kommen muss. Denn wir kriegen nichts geschenkt.”

Leider überhaupt keine Anzeichen weiterer Neuzugänge. Ich bin gespannt, wie man die defensiven Probleme der Hinrunde in den nächsten Wochen in den Griff bekommen möchte. Momentan sehe ich keine Anzeichen einer mehr als deutlichen Leistungssteigerung von Clemens Fritz. Und bei einem Ausfall von Fritz sind Pasanen und Prödl keine brauchbaren Alternativen. Zu wünschen wäre, dass Sebastian Boenisch seine gute Form der letzten Spiele konservieren kann und auch in der Rückrunde mehr Spielzeit bekommt. Denn von allen Außenverteidigern war Boenisch noch der Lichtblick. Werder habe viel gelitten, so Allofs, das schließt die Fans mit ein. Noch gibt es keine Anzeichen, dass es in der Rückrunde besser wird. Aber noch sind ja auch zwei Wochen Zeit.

Thema: Werder Bremen | Kommentare (2) | Autor: medispolis