Weil Mitte Januar das Wetter nicht mitspielte und sich der arme Süden Englands keine Rasenheizung leisten kann beziehungsweise will, wird am Samstagnachmittag die Partie des 21. Spieltages zwischen dem FC Portsmouth und Manchester City wiederholt. Sowohl in England als auch in Deutschland gibt es keine Live-Übertragung des Spiels.
Trotzdem ist es für beide ein wichtiges und ganz besonderes Spiel. Mark Hughes steht zum 25. Mal an der Seitenlinie für Manchester City und geht mit Zuversicht in das Spiel: “Wir können uns mit einem Sieg weiter von den Abstiegsplätzen entfernen. Diese Chance – das habe ich den Jungs vermittelt – wollen wir unbedingt nutzen.” Für den FC Portsmouth ist es das Spiel 1 nach der Ära Tony Adams. Für die BBC ist es derweil viel mehr, nämlich ein großer sportlicher Absturz. Letztes Jahr noch Sieger im FA-Cup, diese Saison geht es um die sportliche Existenz in der Premier League. In dem BBC-Dossier geht es vor allem auch um die finanzielle Situation von Pompey und Fehleinschätzungen der Vereinsführung. Kevin Ryan, Vorsitzender der Fanbewegung des FC Portsmouth, sagt:
“At the end of last season, we were expecting the club to go out and spend about £20m-£30m on three or four big signings to strengthen the team. But Portsmouth are a club who have chased the dream for two or three years and lived beyond their means in terms of finance and Premier League position. Now we’re feeling the financial consequences.”
Und indirekt spricht er damit auch die sportliche Führung ein bisschen von der Misere frei. Das hatte ich in einem früheren Blogbeitrag auch schon mal erwähnt. Wie soll man auch zukünftig Erfolg haben, wenn sich die Konkurrenten im Abstiegskampf über die Wintertransferperiode gut verstärken, man selbt aber ohne Ersatz zwei nennenswerte Leistungsträger abgibt? Im Moment drücken den Klub Verbindlichkeiten von 80 Millionen Pfund. Eine ganz interessante Zahl noch: Portsmouth gab zwischen Januar 2005 und Juli 2008 fast 68 Millionen Pfund aus. Mit Ausnahme von Jermain Defoe war kein wirklicher Leistungsträger dabei, der Portsmouth nachhaltig und dauerhaft hilft und geholfen hat. Da ist dann aber auch vieles auf dem Mist von Harry Redknapp gewachsen, der gerne und viel einkauft.
Wie geht es also weiter beim FC Portsmouth? Man ist intensiv auf Trainersuche, unter den Kandidaten sollen Sven Göran-Eriksson, Terry Venables und auch Roy Keane sein. Zumindest Eriksson hat schon mal durchblicken lassen, dass er für das Amt nicht zur Verfügung stehe. Für Portsmouth ist das Spiel essentiell. Nur einem Punkt vor einem Abstiegsplatz und mit nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen ist ein Sieg fast schon überlebenswichtig.
Bei Manchester City fällt man derzeit eher neben dem Platz negativ auf. In der Premier League konnte man sich im Mittelfeld der Tabelle festsetzen. Drei der letzten vier Ligaspiele konnten gewonnen werden, 13 Punkte holte man aus den letzten sechs Partien, nur gegen Stoke City setzte es eine Niederlage. Da zeigte sich dann nochmal das “alte” City, ansonsten spielt man durchschnittlich, aber man holt die wichtigen Punkte gegen direkte Konkurrenten. Mit einem weiteren Sieg würde man sich aller Abstiegssorgen entledigen. Bei City fehlen am Samstag die gesperrten Shaun-Wright Philipps und Richard Dunne, Elano soll über die rechte Seite für Wirbel sorgen. Etwas, was ihm diese Saison bisher nur bedingt gelungen ist. Bei Pompey gibt Jermaine Pennant, von Liverpool ausgeliehen, sein Debüt. Papa Bouba Diop und Richard Hughes fehlen verletzt.