Beiträge vom Februar, 2009

Ach, jetzt kann doch auch der Frühling kommen

Sonntag, 15. Februar 2009 18:31

Ich bin was Wetter und Jahreszeiten angeht ein durchaus wählerischer Mensch. Klar, am Wetter kann ich nichts ändern und ich nehme es auch so hin, wie es kommt, trotzdem wünsche ich mir, dass das Wetter sich etwas mehr hält an meine Wünsche.

Ich hasse Regen und ich verabscheue das trübe Wetter im Winter. Ich liebe kaltes Winterwetter und Sonnenschein im Frühjahr, Sommer und Herbst. Ich habe keine Probleme mit der Kälte und liebe es ,wenn ich bei strahlendem Sonnenschein durch den Schnee laufen kann. Überhaupt ist Winter für mich Schnee. Wenn es weiß draußen ist, gefällt mir das. Es kann meinetwegen den ganzen Tag schneien, finde ich schöner und angenehmer als Regen.

Von daher fand ich das Wetter der letzten Tage ganz wunderbar. Morgens war alles weiß. Und auch wenn die weiße Pracht tagsüber wieder geschmolzen ist, gab es spätestens einen Tag später wieder Nachschub. Und seit heute Mittag schneit es in Hannover seit Stunden ganz leicht, und alles ist wieder ist weiß. Als ich vorhin aus dem Fenster schaute und mich über den Schnee freute, bekam ich dennoch zum ersten Mal in diesem Jahr ein klein wenig Sehnsucht nach Sonne und Wärme, nach Frühling und Sommer.

Können wir nicht wettermäßig vielleicht  schon vier Wochen weiter sein? Mittagspause in der Sonne, Cappucino bei 15 Grad und Sonnenschein, Eis essen auf dem Sonntagsspaziergang, die Natur wird wieder grün, morgens scheint die Sonne und der Nebel über den Flüssen und Seen verzieht sich ganz schnell. Und irgendwann kann man dann auch morgens schon im kurzen Hemd zur Arbeit fahren, abends auf der Weserprommenade bei 25 Grad das Becks trinken, und nach der Arbeit kann man auch wieder Schwimmen fahren oder auf eine Grillparty gehen.

Trotz des Schnees freue ich mich jetzt auf den Frühling und den Sommer. Es wird Zeit. Und Ende Oktober, wenn es zum letzten Mal wieder 20 Grad sind, möchte ich einfach, dass wir den trüben November überspringen und gleich wieder bei Schnee, Sonne und Kälte landen.

Wenn das Leben doch ein Wunschkonzert wäre…

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

My two and a half years of Breaking News

Samstag, 14. Februar 2009 20:59

Sky News, der britische Nachrichtensender von Rupert Murdochs News Corporation, feiert derzeit seinen 20. Geburtstag. Am 05. Februar 1989 ging Sky News als damals noch kleiner und noch nicht Gewinn bringender Nachrichtensender an den Start. 20 Jahre später ist Sky News einer der erfolgreichsten und meist gesehenen Nachrichtensender weltweit. Seit Tagen laufen Spots und News-Specials, die auf 20 Jahre Sky News zurückblicken. Sky News hat sich zu einer Marke entwickelt, zu einem Nachrichtensender, der neben den klassischen Nachrichtenblöcken vor allem auf Breaking News setzt. Die Liste der Ereignisse, von denen mal als erste weltweit Bilder sendete, wird länger und länger.

Zum ersten Mal erlebte ich Sky News an einem Morgen im Sommer 2005, als ich mit meiner damaligen Freundin von Dover nach Calais mit der Fähre über den Ärmelkanal fuhr. Auf der Fähre im Restaurant gab es zahlreiche Fernsehbildschirme, auf denen Sky News lief. Das war damals nur wenige Tage nach den Terroranschlägen von London. Ich konnte damals gut eine Stunde Sky News verfolgen und war recht angetan von Layout und Struktur der Morgennachrichten, viele Gäste, ein Blick in die Zeitungen. Ich fühlte mich weitesgehend informiert. Danach verlor ich aber Sky News wieder aus den Augen. Als ich im Herbst 2006 mir wegen NASN das Kabel Digital Home Paket holte, stellte ich schnell fest, dass ich nun auch Sky News 24 Stunden am Tag empfangen konnte. Und von nun an habe ich diesen Sender seit fast zweieinhalb Jahren immer lieber gewonnen, entspricht er doch in vielen Punkten – aber nicht in allen – dem Idealtypus eines Nachrichtensenders. Und da Sky News derzeit 20. Geburtstag feiern, ein paar Gedanken zu Sky News und Nachrichtensendern allgemein.

Auch bei Sky News ist nicht alles Gold. Mir gefällt zum Beispiel die manchmal sehr boulevardeske Aufmachung einfach nicht. Sobald in England mal wieder ein Mädchen ermordet wird – was in letzter Zeit leider viel zu oft vorkam – gibt es bei Sky News tagelang kein anderes Thema mehr. Und da reicht schon der Einbruch eines kleinen Jungen auf der Eisfläche, dass Sky News dieses Thema an erster Stelle in den Nachrichten setzt und Barack Obama erstmal warten muss. Allgemein setzt Sky News auch eher auf die weichen Nachrichtenthemen, wirklich intensive politische Berichterstattung – gerade von der britischen Innenpolitik – gibt es eher wenig. Man berichtet über die großen Leitlinien, insgesamt wird über verschwundene Mädchen intensiver berichtet als über Gesetzersvorhaben der Regierung. Gleiches gilt für Naturkatastrophen oder Unglücksfälle – auch da ist Sky News immer vorne weg. Also, wenn man es zusammenfassen will, dann etwas zu viel Boulevard, Katastrophen und Unglücke.

Aber das überdeckt die vielen Stärken von Sky News nur ein bisschen. Wie Sky News mit Breaking News, mit Wirtschaftsthemen und politischen Großereignissen umgeht, ist exzellent und fast nicht besser zu machen. Wer das Bedürfnis hat immer alles als erster zu erfahren, ist zumindest bei Sky News recht gut aufgehoben. Das Programm ist flexibel, es gibt zwar eine Grundstruktur an täglichen Sendungen mit den verschiedenen Moderatoren, aber man reagiert je nach Nachrichtenlage auf die Programmgestaltung und sendet einfach auch mal 15 Minuten einer wichtigen Rede von Barack Obama, Gordon Brown oder eines Wissenschaftlers auf irgendeinem Kongress. Aber wo Sky Ness meiner Meinung nach unschlagbar ist, ist die Berichterstattung von Großereignissen. Und das aus zwei Gründen: Man versucht aus diesen Ereignissen etwas Besonderes zu machen, sendet zum Beispiel für die US-Wahl von einer Villa am Strand von Miami, lässt eine Schülerband spielen, und lädt zahlreiche Gäste ein. Und zwar keine Experten, sondern Gäste, die irgendwas Persönliches zu diesem Thema beitragen können, ganz persönliche Erfahrungen, die die sachliche politische Berichterstattung wunderbar auflocken und ergänzen. Gleiches gilt für die Berichterstattung vor Ort: Man spricht oft mit Beteiligten und Zuschauern, geht in die Menschenmenge und fängt Stimmen ein. Und immer alles ruhig und ohne Hektik. Ohne viel Gelaber. Eben nur das Nötigste. Man nimmt sich selbst wenig wichtig, sondern stellt das Ereignis vollkommen in den Vordergrund. Und das schafft kein anderer Sender annährend so gut wie Sky News. Weiterer Vorteil: Man sendet immer live, 24 Stunden rund um die Uhr. Und es gibt nur Nachrichten, oder selbstproduzierte Dokumentationen zu wichtigen Ereignissen. Dokus über Panzer, Kriege und Wolkenkratzer sieht man in London nicht. Wenn also irgendetwas Wichtiges auf der Welt passiert, man kann stets auf die Nachrichtenlage reagieren. Und sowas erwarte ich von einem Nachrichtensender.

Seit ich relativ regelmäßig Sky News schaue, hat sich auch so ein bisschen meine Aufnahme von Nachrichten verändert. Früher fand ich es nie besonders wichtig als erster Nachrichten oder bestimmte Live-Ereignisse zu erfahren. Irgendwie erfährt man das sowieso noch später als Agenturmeldung oder als kurzen Bericht irgendwo in einer der vielen Nachrichtensendungen. Doch eine positive Erfahrung habe ich dank Sky News gemacht. Es ist zumindest nicht falsch als Erster Nachrichten zu erfahren. Klar ist das dann bei Breaking News immer auch noch mit Unwissen verbunden, aber gerade bei Live-Schalten zu wichtigen Reden, Pressekonferenzen oder Eröffnungszeremonien finde ich es immer wichtiger das live zu verfolgen, weil ich dann selbt entscheiden kann, wie ich das Thema oder die Nachricht einschätze. Wenn ich etwas “first” erfahre, dann erfahre ich es auch immer ohne Zwischenstation und kann mir relativ gut ein eigenes Bild machen, ohne aus irgendwelchen Artikeln oder Pressemitteilungen die Essenz herauszuziehen. Und Sky News ist eben bei fast allen wichtigen politischen Pressekonferenzen in England, den USA oder auch mal in Europa live dabei. Und das erwarte ich von einem Nachrichtensender, mir die Nachrichten nach Hause zu bringen, direkt, live, unverfälscht – und dann kann ich immer noch auf die Analyse warten.

Natürlich schwingt bei Sky News – auch aufgrund der zahlreichen Auszeichnungen für den Sender – eine kleine Spur Arroganz mit, aber die kann man ganz gut übersehen, auch wenn mehrmals in der Stunde der Slogan “First for Breaking News” zu sehen ist. Eine meiner Lieblingssendungen ist Saturday Live mit Chris Roberts, wo man eine guten Überblick über das Sportwochenende in England bekommt, zu empfehlen sind auch die abendliche Sportsendung sportlines sowie die Sendungen des Politikchefs Adam Bolton, der am Wochenende recht ausführlich politische Schauplätze analysiert.  Wer die wenigen Schwächen von Sky News hinnimmt und die Stärken dieses Senders über einen längeren Zeitraum erlebt hat, findet – wie ich – diesen Sender als absolut notwendig für meinen täglichen Nachrichtenkonsum, und auch wenn es nur nachmittags nebenbei läuft. Die Breaking News werden schon laut und oft genug angekündigt. Die verpasst man nicht.

Thema: TV und Radio, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 Preview FC Portsmouth – Manchester City

Freitag, 13. Februar 2009 14:58

Weil Mitte Januar das Wetter nicht mitspielte und sich der arme Süden Englands keine Rasenheizung leisten kann beziehungsweise will, wird am Samstagnachmittag die Partie des 21. Spieltages zwischen dem FC Portsmouth und Manchester City wiederholt. Sowohl in England als auch in Deutschland gibt es keine Live-Übertragung des Spiels.

Trotzdem ist es für beide ein wichtiges und ganz besonderes Spiel. Mark Hughes steht zum 25. Mal an der Seitenlinie für Manchester City und geht mit Zuversicht in das Spiel: “Wir können uns mit einem Sieg weiter von den Abstiegsplätzen entfernen. Diese Chance – das habe ich den Jungs vermittelt – wollen wir unbedingt nutzen.” Für den FC Portsmouth ist es das Spiel 1 nach der Ära Tony Adams. Für die BBC ist es derweil viel mehr, nämlich ein großer sportlicher Absturz. Letztes Jahr noch Sieger im FA-Cup, diese Saison geht es um die sportliche Existenz in der Premier League. In dem BBC-Dossier geht es vor allem auch um die finanzielle Situation von Pompey und Fehleinschätzungen der Vereinsführung. Kevin Ryan, Vorsitzender der Fanbewegung des FC Portsmouth, sagt:

“At the end of last season, we were expecting the club to go out and spend about £20m-£30m on three or four big signings to strengthen the team. But Portsmouth are a club who have chased the dream for two or three years and lived beyond their means in terms of finance and Premier League position. Now we’re feeling the financial consequences.”

Und indirekt spricht er damit auch die sportliche Führung ein bisschen von der Misere frei. Das hatte ich in einem früheren Blogbeitrag auch schon mal erwähnt. Wie soll man auch zukünftig Erfolg haben, wenn sich die Konkurrenten im Abstiegskampf über die Wintertransferperiode gut verstärken, man selbt aber ohne Ersatz zwei nennenswerte Leistungsträger abgibt? Im Moment drücken den Klub Verbindlichkeiten von 80 Millionen Pfund. Eine ganz interessante Zahl noch: Portsmouth gab zwischen Januar 2005 und Juli 2008 fast 68 Millionen Pfund aus. Mit Ausnahme von Jermain Defoe war kein wirklicher Leistungsträger dabei, der Portsmouth nachhaltig und dauerhaft hilft und geholfen hat. Da ist dann aber auch vieles auf dem Mist von Harry Redknapp gewachsen, der gerne und viel einkauft.

Wie geht es also weiter beim FC Portsmouth? Man ist intensiv auf Trainersuche, unter den Kandidaten sollen Sven Göran-Eriksson, Terry Venables und auch Roy Keane sein. Zumindest Eriksson hat schon mal durchblicken lassen, dass er für das Amt nicht zur Verfügung stehe. Für Portsmouth ist das Spiel essentiell. Nur einem Punkt vor einem Abstiegsplatz und mit nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen ist ein Sieg fast schon überlebenswichtig.

Bei Manchester City fällt man derzeit eher neben dem Platz negativ auf. In der Premier League konnte man sich im Mittelfeld der Tabelle festsetzen. Drei der letzten vier Ligaspiele konnten gewonnen werden, 13 Punkte holte man aus den letzten sechs Partien, nur gegen Stoke City setzte es eine Niederlage. Da zeigte sich dann nochmal das “alte” City, ansonsten spielt man durchschnittlich, aber man holt die wichtigen Punkte gegen direkte Konkurrenten. Mit einem weiteren Sieg würde man sich aller Abstiegssorgen entledigen. Bei City fehlen am Samstag die gesperrten Shaun-Wright Philipps und Richard Dunne, Elano soll über die rechte Seite für Wirbel sorgen. Etwas, was ihm diese Saison bisher nur bedingt gelungen ist. Bei Pompey gibt Jermaine Pennant, von Liverpool ausgeliehen, sein Debüt. Papa Bouba Diop und Richard Hughes fehlen verletzt.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Bremen wird schuldenfrei!

Donnerstag, 12. Februar 2009 20:13

Über die Nachrichtenagenturen laufen gerade die ersten Ticker-Meldungen, wonach es eine Einigung bei der Föderalismuskommission II gegeben hat. Bund und Länder haben sich auf eine Schuldenbremse geeinigt, die besagt, dass ab 2020 keine neuen Kredite mehr aufgenommen werden sollen, zudem erhalten die finanzschwachen Länder finanzielle Unterstützung um ihre Haushalte auf Vordermann zu bringen.

Bremen erhält das meiste Geld, jährlich 300 Millionen Euro. Hey, damit können immerhin die Hälfte der jährlich zu zahlenden Zinsen beglichen werden. Es geht aufwärts mit der Hansestadt. Und wie wir dann die 16 Milliarden Euro Schulden abbauen, überlegen wir uns bei der Föderalismuskommission III im Jahre 2037.

Thema: Bremen, Politik National | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Online-Wahlkampf und PolitCamp 2009 in Berlin

Mittwoch, 11. Februar 2009 20:56

Das Superwahljahr 2009 mit seinen über 15 Wahlgängen bedeutet natürlich auch jede Menge Wahlkampf in den Kommunen sowie auf Landes- und Bundesebene. Wir Wähler werden aufgefordert unsere Stimme abzugeben, gleichzeitig erwarten wir von den politischen Akteuren, dass sie uns ein Angebot schnüren, für welche Porgrammatik sie politisch stehen und was sie für die Zukunft in Deutschland planen.

Und Wahlkampf heißt vor allem auch noch mehr politische Kommunikation als sonst im alltäglichen Politikbetrieb. Der gesellschaftliche und mediale Wandel (Politik- und Kommunikationswissenschaftler sprechen gerne von der “individualisierten Mediendemokratie“) erfordert eine noch stringetere, umfassendere, auf möglichst viele Wählergruppen zugeschnittene Wahlkampagne. Die Parteien können sich immer weniger sicher sein, dass sie ihre Stammwählerschaft erreichen. Es ist eben keine Selbstverständlichkeit mehr, dass der Arbeiter aus Brandenburg, Gewerkschaftsmitglied, die SPD wählt, ebenso kann sich zum Beispiel die CDU/CSU nicht sicher sein, dass die katholischen Landwirte aus dem Emsland oder Oberbayern ihre Stimme der Union geben. Das Wahlverhalten der Wähler wird fluider, was für die Parteien heißt, dass sie noch zielgerichteter und umfangreicher Wahlkampf und politische Kommunikation betreiben müssen, vorausgesetzt sie wollen den maximalen Erfolg, sprich stärkste Partei werden. Und das ist zumindest bei SPD und CDU/CSU das Ziel, denke ich mal.

Die politischen Parteien stehen in diesem Wahljahr 2009 vielleicht vor einer der bisher schwierigsten Wahlkampagne, auch vor dem Hintergrund des zunehmend fragmentierten Parteiensystems mit fünf Parteien im Bundestag. Einerseits heißt es das ehemalige Stammwählerpotential zu halten oder wieder zurückzugewinnen, andererseits müssen neue Wählerschichten oder Erstwähler erreicht werden, konsequenterweise muss der Wahlkampf der Parteien stärker auf einzelne Zielgruppen ausgerichtet sein.

Die älteren Wähler und die Menschen, die dem Internet völlig abgeneigt sind, wird man natürlich weiterhin über den klassischen Wahlkampf, sprich via Wahlwerbespots oder über die Berichterstattung in den regionalen/überregionalen Zeitungen, erreichen. Aber eine Wahlkampfkampagne, die sich – teilweise wie bisher – nur am Fernsehen als dem “Leitmedium” orientiert, ist in Zeiten des gesellschaftlichen und medialen Wandels keine zukunftsorientierte, erfolgreiche und zielgruppenansprechende Wahlkampfführung.

Barack Obama hat  eindrucksvoll demonstriert, wie man das Medium Internet in einen Wahlkampf mit einbeziehen kann. Nun sind wir hier in Deutschland weit davon entfernt, dass es Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier gelingen wird, Wahlhelfer oder große Summen an Online-Spenden über das Internet zu erreichen. Trotzdem muss meiner Meinung nach auch in Deutschland das Internet viel stärker – nicht nur in Wahlkampfzeiten, aber besonders dann – in den Mittelpunkt politischer Kommunikation rücken, und zwar Kommunikation nach außen. Ich informiere mich gerne über Politik im Internet und würde mir wünschen, wenn man via Internet viel stärker und direkter mit Parteien und Politikern in Kontakt treten kann. Kurzum: Es muss in Deutschland also keine amerikanischen Wahlkampfverhältnisse geben, nur müssen die Parteien endlich erkennen, dass es an der Zeit ist den Wahlkampf zu modernisieren, und zwar nachhaltig – und da gehört dann auch der verstärkte Einsatz des Internet dazu. Aber in einer Art und Weise, die das bisherige Modell politischer Kommunikation als Top-Down-Prozess über die Medien ablöst, sondern in einen stärker interaktiven Prozess und Ablauf mit den Wählerinnen und Wählern.

Es scheint ja zumindest teilweise schon in die richtige Richtung zu gehen. Politiker melden sich bei twitter an, die Grünen in Baden-Württemberg stürzen sich in die Blogosphäre. Das kann und darf aber alles nur ein Anfang sein. Und wie aus dem Anfang etwas Dauerhaftes wird, das sich im politischen System der BRD langfristig etabliert, darüber soll auf dem PolitCamp09 am 02./03. Mai 2009 in Berlin diskutiert werden.

Ich bin vor ein paar Wochen rein zufällig bei Jens im Pottblog über das PolitCamp09 gestoßen und habe mich sofort angemeldet, ganz einfach aus persönlichem und ein bisschen auch aus beruflichem Interesse an dem Thema. Da ich das verlängerte Mai-Wochenende sowieso in Berlin verbringen wollte, passte das terminlich wunderbar. Das PolitCamp09 ist eine private und nicht kommerzielle Veranstaltung, die überwiegend als Barcamp organisiert werden soll. Das Schöne an der Veranstaltung ist, dass es ein überparteilicher Austausch sein soll, also allein das Thema Politik im Web 2.0 im Vordergrund stehen. Denn ein verstärkter Einbezug der Wählerinnen und Wähler, auch über das Medium Internet, kann nur ein gesamtpolitisches Interesse sein. Volker Beck von den Grünen, leidenschaftlicher twitterer, und Kajo Wasserhövel, Bundesgeschäftsführer der SPD und für den Bundestagswahlkampf der Sozialdemokraten zuständig, haben bereits ihre Teilnahme zugesagt.

Wenn ich richtig informiert bin, dann gibt es noch Tickets für das Wochenende. Wer also Interesse an diesem Thema zeigt, Tickets bestellen. Demokratie braucht intereressierte und politikbegeisternde Bürger. Das dass kein Prozess in eine Richtung ist und der Politik in die Hände fällt, sondern auch die Politik die Beziehung zu den Bürgern und Wählern pflegen muss, ist keine neue Erkenntnis. Dass diese Beziehung einen neuen Anstrich und neue Instrumente braucht, steht aber auch außer Frage.

Ich freue mich schon jetzt auf das Wochenende und hoffe, dass es einen intensiven und guten Austausch zwischen Bürgern und Politik und natürlich auch unter allen Interessierten gibt. Das PolitCamp09 ist ein tolle Idee und ich bin mir sicher, dass es von den Organisatoren auch toll umgesetzt wird.

Thema: Bundestagswahl 2009, Politik National | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Westerwelle müsste man sein

Mittwoch, 11. Februar 2009 13:26

Darf man die FDP schon als Volkspartei bezeichnen? Spaß beiseite, nach den neuesten Umfragewerten kommen die Liberalen auf 18%. Ich frage mich schon einige Tage, warum die FDP sich derzeit so auf einem Stimmungshoch befindet. Ist es die ehrliche Politik vor der Hessenwahl?

Das kann meiner Meinung nach aber nicht der ausschlaggebende Grund sein, warum die FDP in den Umfragen so kräftig zulegt. Die neuste Umfrage vom Stern und RTL wurde zudem vor dem Rücktritt von Michael Glos durchgeführt, der Aufschwung kann damit also auch eher wenig zu tun haben. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass die FDP in Folge dieser Ereignisse sogar noch mal um ein, zwei Prozentpunkte steigen wird. Aber das ist dann wenigstens durch die Schwäche und die Streitigkeiten der CDU/CSU zu erklären. Und wieso gibt es für die FDP jetzt den starken Anstieg seit der Hessen-Wahl? Das können doch nicht nur alles Stimmenaustausche im bürgerlichen Lager sein. Es ist ja fast schon paradox: Wir leben in der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 70 Jahren, alle verlangen mehr Staat, und die FDP steigt und steigt in den Umfragen. Natürlich ist das noch keine Garantie für Wahlerfolge, es zeigt aber das Potential, das die FDP anscheinend besitzt. Und so könnte die Schwäche der Union im September 2009 vielleicht durch eine erstarkte FDP kompensiert werden.

Und so bewundere ich derzeit ein bisschen Guido Westerwelle. Der FDP-Vorsitzender macht aus ganz wenig zurzeit sehr viel. Wenn es läuft, dann läuft es. Und solche Phasen muss es in der Politik ja auch mal geben.

Thema: Wahlen und Umfragen | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Vorhersehbare Europawahl 2009

Dienstag, 10. Februar 2009 9:04

Wir befinden uns ja bekanntlich im sogenannten Superwahljahr 2009. Wir wählen einen neuen Deutschen Bundestag, Horst Köhler kämpft gegen Gesine Schwan um das Amt des Bundespräsidenten, es gibt die Landtagswahlen unter anderem in Thüringen und dem Saarland, zahlreiche Kommunalwahlen – und es gibt am 07. Juni auch die Wahlen zum Europäischen Parlament.

Nur dass das weit über die Hälfte der Bevölkerung gar nicht weiß. Eine Umfrage vom Wochenende brachte das bedenkliche, aber nicht wirklich überraschende Ergebnis: 69% der Bundesbürger wissen nicht, dass am 07. Juni die Wahlen zum Europäischen Parlament stattfinden. Und gerade bei den jungen Leuten ist die Unkenntnis am größten.

Aber es gibt Hoffnung, es geht wieder aufwärts, das Europäische Parlament erfährt eine starke Legitimation aus Deutschland. Immerhin 43% der Bundesbürger sagten in der Umfrage, sie wollten auf alle Fälle an die Wahlurne treten. Das sind – im Vergleich zur Wahl 2004 – nur zwei Prozent weniger. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 41%. Angesichts des eher geringen Vertrauens in die politischen Institutionen Europas und die Europäische Union überhaupt, ist das ein vorhersehbarer Wert, ich hatte ihn aber für noch niedriger gehalten.

Die nationale deutsche Politik steht alos vor einem kleinen Dilemma. Die EU und die europäische Politik werden immer dominanter im alltäglichen Leben der Bürger, über zwei Drittel aller Verordnungen und Gesetze werden uns aus Brüssel und Straßbourg vorgegeben. Europa ist für jeden von uns erfahrbar, sei es durch das Geld in unseren Händen, durch die Verordnungen für die Bauer im Emsland und in Bayern, durch Schüleraustauche und Studentenprogramme in Europa, durch das problemlose Reisen ohne Grenzkontrollen. Europa hat den Menschen viele Vorteile gebracht, aber auch ebenso viele Nachteile. Doch findet eine Diskussion über europäische Politik in Deutschland kaum statt. Woher soll also das Interesse und das Bewusstsein für die Europäische Union kommen?

Wie kann dem Desinteresse gegenüber Europa also geholfen werden? Eine Antwort gibt schon die Befragung der Bürger. 75% der Bürger befürworten europäische Volksbegehren. Und das genau kann ein Schritt sein um Europa den Menschen wieder näher zu bringen. Wieso soll ich zu einer Wahl gehen, wieso soll ich einen Kandidaten unterstützen, meine Stimme einem politischen System geben, das weite Teile meines Alltags beherrscht, ich aber kaum Einfluss auf das System, seine Abgeordneten und deren Politik nehmen kann? Eine stärkere Beteiligung der Bürger könnte eine sinnvolle Möglichkeit sein.

Die Frage ist eben nur, ob das umzusetzen ist, gerade bei uns in Deutschland, wo es scheinbar immer noch historische Bedenken gegen Volksbegehren gibt. Und wenn es keine historische Bedenken gibt, dann sind es halt politische. Bürger könnten die europäischen Abstimmungen zur Abrechnung mit der nationalen Politik nutzen. Ja, das kann ja auch alles sein. Aber woher will man das wissen? Wenn ich über etwas abstimme, das auf europäischer Ebene stattfindet, dann entscheide ich doch nur über diese Politik und nicht, was gerade die CDU oder SPD in Berlin macht? Davon gehe ich zumindest aus. In Deutschland hat man diesbezüglich sowieso den Anschluss verpasst. Wie will man europäische Politik näher bringen, wenn man ein zentrales Reformpaket wie den Vertrag von Lissabon einfach schnell im Bundestag durchwinkt und dann als abgeschlossen ansieht? Keine Beteiligung der Bürger, keine Diskussion über Europa – da braucht man sich über schwaches Interesse und eine geringe der Beteiligung der Bürger überhaupt nicht wundern.

Und jetzt liegt der Vertrag von Lissabon nach Prüfung durch den Bundespräsidenten beim Bundesverfassungsgericht. Warum das so ist, hat noch kein Politiker den Bürgern vernünftig erklärt. Wieso auch, was bringt die Bürgerbeteiligung an europäischen Fragen? Eigentlich wollte man vor den Wahlen zum Europöischen Parlament mit der Ratifizierung des Vertrages fertig sein. Jetzt lässt  Irland aber erst im Herbst 2009 abstimmen, also außerhalb des Zeitplanes. Tschechien und Polen haben ebenfalls noch nicht zugestimmt. Und ich sehe es schon kommen: Es kommt die negative Berichterstattung im Herbst, Europa sei nicht handlungsfähig. Das mag richtig sein, aber es ist vor allem eines, zumindest in Deutschland: Wenig bürgernah und bürgerfreundlich. Das liegt vor allem an der Bundesregierung. Mal sehen, wie die Argumente und Vorschläge im Europwahlkampf aussehen. Wenn es überhaupt einen richtigen Wahlkampf gibt. So richtig lohnt sich das für ein Drittel Wähler ja nun auch nicht.

Thema: Wahlen und Umfragen | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Nach Tony Adams und Felipe Scolari: Hoffnung auf Besserung beim FC Portsmouth und Chelsea London?

Montag, 9. Februar 2009 18:19

Kein Tag vergeht, wo die Premier League einmal zur Ruhe kommen kann. Jetzt weiß ich auch, warum die englischen Medien so gerne hyperventilieren. Mittlerweile scheinen sie gar nichts anderes mehr gewohnt zu sein.

Der Paukenschlag des Tages kam heute am frühen Abend: Der FC Chelsea hat auf seiner Internetseite bekanntgegben, dass Trainer Felipe Scolari entlassen wurde.

“Luiz Felipe Scolari has been dismissed as manager of Chelsea Football Club today with immediate effect. The Chelsea board would like to place on record our gratitude for his time as manager. Felipe has brought many positives to the club since he joined and we all feel a sense of sadness that our relationship has ended so soon. Unfortunately the results and performances of the team appeared to be deteriorating at a key time in the season. In order to maintain a challenge for the trophies we are still competing for we felt the only option was to make the change now. The search for a new manager has already started and we hope to have someone in place as soon as possible.”

Bereits am späten Sonntagabend meldete die BBC exklusiv, dass Tony Adams beim FC Portsmouth kurz vor dem Rauswurf steht. Die Vermutungen der BBC haben sich dann heute Vormittag bestätigt. Auf der Internetseite von Pompey heißt es kurz und schmerzlos:

“The priority is for Portsmouth Football Club to remain in the top flight and we feel the appointment of a new manager will give us the best opportunity to enable us to do this.”

Die Begründungen beider Vereine für die Entlassung der Trainer sind also mehr oder weniger deckungsgleich. Gerade für das entscheidene letzte Saisondrittel braucht man zum Erreichen der angestrebten sportlichen Ziele einen neuen Mann an der Seitenlinie. Luis Felipe Scolari und Tony Adams mussten wegen Erfolgslosigkeit gehen. Rein von den nackten Zahlen kann man das auch alles unterstreichen: Die Blues spielen seit Monaten einen fürchterlichen Fußball – negativer Höhepunkt der Auftritt beim FC Liverpool – und liegen, wenn es ungünstig läuft, 10 Punkte hinter Manchester United auf dem vierten Rang. Für die Ansprüche des FC Chelsea ist dies schlicht zu wenig. Auch Tony Adams konnte beim FC Portsmouth keine großen Erfolge feiern, zumindest, was die Punktausbeute angeht. Man steht auf Platz 16, einen Punkt vor den Abstiegsplätzen, Adams holte nur zwei Siege in 16 Spielen. Für den FC Portsmouth, dieses Jahr immerhin Teilnehmer des UEFA-Cup, ein bedrohlicher sportlicher Absturz. Tony Adams hatte sich heute Mittag gegenüber der BBC geäußert und sprach von einer überraschenden Entlassung, beklagte zu wenig Zeit und zu wenig Geld für Spielertransfers bekommen zu haben.

Kai macht sich bei allesaussersport auch so seine Gedanken.

Jetzt soll also der große Befreiungschlag kommen bei Chelsea und Portsmouth, das Zurückfinden in die sportliche Spur. Aber ich bin spektisch, ob das wirklich gelingt. Und das liegt nicht daran, dass diese Saison noch kein Trainerwechsel in der Premier League – und die Entlassung von Scolari war bereits die achte in dieser Spielzeit – wirklich zu einer positiven Verbesserung der sportlichen Lage beigetragen hat, mit Ausnahme vielleicht von Gianfranco Zola bei West Ham. Aber Blackburn, Tottenham und auch Sunderland zeigen kaum signifikante Verbesserungen unter den neuen Trainern.

Schauen wir uns die Lage der letzten Monate beim FC Portsmouth genauer an: Ende Oktober geht Harry Redknapp zu den Tottenham Hotspur, Tony Adams übernimmt das Amt. Zur der Zeit stand Portsmouth im gesicherten Mittelfeld, wenngleich man an die guten Leistungen der Vorsaison auch nicht so richtig anknüpfen konnte. Tony Adams verlor seine ersten beiden Partien unglücklich nach guten Leistungen bei Liverpool und zuhause gegen Wigan, schafft dann aber mit dem 2:1 beim FC Sunderland den ersten Auswärtssieg von Pompey in dieser Saison. Ende November schlägt man in einem tollen Spiel die Blackburn Rovers mit 3:2, man steht im oberen Mittelfeld auf Platz Acht. Also fast kein Substanzverlust unter Tony Adams nach einem Monat. Auch Ende Dezember steht man noch immer in der oberen Tabellenhälfte. Doch dann folgt im Januar der Knackpunkt. Portsmouth ist ein Verein, der finanziell nun wahrlich nicht auf Rosen gebettet ist. Ein neues Stadion kann zurzeit nicht finanziert werden, nicht mal Geld für eine Rasenheizung ist da. Geld wird gerne genommen. Also verkauft man in der Transferperiode Lassana Diarra und Jermain Defoe, zwei Stützen des Offensivspiels von Pompey. Und an Zahlen ganz klar belegbar: Seit dem 20. Dezember bis heute hat Portsmouth nur fünf Tore geschossen. Das ist natürlich viel zu wenig. Aber ist das die Schuld von Tony Adams? Der Verein hat sich stur geweigert für adäquaten Ersatz zu sorgen. Der sportliche Abstieg schon fast ein bisschen vorprogrammiert. Am vergangenen Samstag macht Portsmouth gegen den FC Liverpool eines der besten Saisonspiele, kämpferisch, leidenschaftlich und auch mit spierlischen Highlights. Das Team war von Tony Adams exzellent eingestellt worden. Warum also Tony Adams entlassen? Auch Paul Doyle vom Guardian ist der Meinung, dass Tony Adams ein mehr als nur intaktes Team seinem Nachfolger übergibt.

Ob es bei Portsmouth also wirklich besser wird, mag ich bezweifeln. Ich denke aber, dass es beim FC Chelsea unter dem neuen Trainer etwas aufwärts geht, zumal man wirklich schlechter auch nicht mehr spielen konnte. Aber auch bei den Blues gibt es viele Fragezeichen. Schafft es der neue Trainer die Form der Leistungsträger wieder nachhaltig auf sehr hohes Niveau zu bringen? Lampard, Ballack und Deco sind weit davon entfernt. Da braucht es schon die Bezeichnung “Highlight” in der dpa-Pressemeldung für einen Schuss von Michael Ballack neben das Tor in der ersten Hälfte gegen Hull City. You don’t know what you do, sangen die Chelsea-Fans am Samstag wieder im Stadion. Und diesen Eindruck konnte man von Scolari auch haben. Gerade im Sturm fand er nie eine Idee oder ein Konzept, in welchem Drogba und Anelka zusammenspielen konnten. Wenngleich – und das darf man auch nicht vergessen – Chelsea mit Joe Cole und Michael Essien zwei ganz wichtige Spieler fehlen. Scolari ist auch an den hohen Erwartungen des Vereinsumfeldes gescheitert. Auch hier aber wieder der kritische Blick auf die Transferpolitik. Es war bereits Anfang Januar – spätestens nach dem blamablen 0:3 bei Manchester United – klar, dass Chelsea einen neuen Stürmer braucht. Doch Abramovitsch öffnete den Geldbeutel nicht. Wundert es dann also jemanden, dass Chelsea keine Tore schießt?

Wer wird also Nachfolger bei Chelsea? Wunsch aller Chelsea-Fans dürften Gianfranco Zola und Steve Clarke, beides ehemalige Spieler der Blues und gern gesehen an der Stamford Bridge. Aber West Ham hat schon mal vorgesorgt: Man wird Zola und Clarke nicht an Chelsea abgeben.

Und so gibt es heute Abend bisher erstmal nur Verlierer. Außer vielleicht Steve Clarke und Gianfranco Zola. Erfolg macht eben sexy. Und sie leisten exzellente Arbeit bei den Hammers. Es wäre West Ham zu wünschen sie als Trainerteam länger behalten zu dürfen.

Und einen Gewinner gibt es auch noch: Gareth Southgate ist immer noch – entgegen meiner Prognosen – Trainer beim FC Middlesbrough.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Genervt Und Frustriert

Sonntag, 8. Februar 2009 20:05

Ich wollte jetzt eigentlich einen ellenlangen Beitrag schreiben, wo ich mich mal so richtig zu den Ereignissen des Wochenendes auskotzen wollte. Ich hatte auch schon fast 800 Wörter geschrieben, aber dann dachte ich mir: Hey, was bringt es sich darüber aufzuregen. Wer will das lesen?

Die Liste ist ja lang. Der unsägliche Franz Beckenbauer, Werder, Freundschaftswerbung, Dieter Hecking und das fürchterliche Theater in der CSU, wo ich mich schon wieder frage, warum wir solche Politiker verdient haben.

Aber als ich fast schon mit dem Schreiben fertig war und nochmal kurz über den Artikel rüberging, habe ich ihn wieder gelöscht. Ich kann über meine Leben nicht klagen, mir geht es gut, ich bin zufrieden. Warum also wöchentlich über längst bekannte, aber nicht gelöste Tatsachen aufregen?

Und dann mach ich es halt mal wie Michael Glos und sage zu den wirklich wichtigen Themen einfach mal gar nichts.

Und jetzt kuschele ich mich jetzt aufs Sofa mit einer großen Portion Eis und vergesse all die blöden Ereignisse des Wochenendes.

Habt alle einen schönen Wochenanfang. Keep smiling.

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 Preview 25. Spieltag – Carlton Cole can’t controle

Freitag, 6. Februar 2009 18:11

Bei uns gibt es bei sowas immer großes Theater, die Premier League zeigt einmal mehr ihre Professionalität. Nachdem die Free-TV Rechte bereits an die BBC gingen, wurden jetzt auch die Pay-TV Rechte für den Zeitraum 2010 bis 2013 vergeben. Der große Gewinner ist dabei Sky Sports. Man konnte sich fünf von sechs Rechtepakete sichern und somit eins mehr als bei der letzten Ausschreibung. Der neue TV-Vertrag umfasst also weit über 100 Spiele, die Sky Sports live zeigen kann. Sky Sports hat sich also damit ein Rechtepaket geangelt, das bisher in den Händen von Setanta lag. Setanta zeigt ab der Saison 2009/2010 also nur noch etwas mehr als 20 Spiele, vornehmlich dann das Spiel am späten Samstagabend. Monday Night Games wird es zukünftig bei Sky Sports geben. ESPN, vor allem für Setanta als Konkurrent gehandelt worden, ging komplett leer aus. Großer Gewinner also Sky Sports, gerade für Rupert Murdoch und seinem etwas kriselnden Imperium eine gute Nachricht. Setanta kann sich mit 23 Spielen sicherlich nicht mehr wirklich schmücken. Und das Thema Finanzkrise und Premier League geht nicht für das Bereich TV-Rechte: Weit über eine Milliarde Euro Pfund nimmt die Premier League für die Inlandsrechte ein. Sky Sports soll nach Berichten für die fünf Pakete 1,6 Milliarden Pfund bezahlen, von der BBC gibt es für die Free-TV Rechte 173 Millionen Pfund, Setanta zahlt für ein Paket 159 Millionen Pfund. Macht also gute 1,8 Milliarden Pfund. Die Vereine haben bereits ihre Erleichterung geäußert.

14 Spieltage noch bis zum Saisonende in der Premier League. Punktgewinne werden immer wichtiger, Niederlagen immer schmerzhafter. So ganz langsam biegen wir auf der Insel in das letzte Saisondrittel. Der 25. Spieltag sieht mal wieder viele interessante Spiele am Tabellenkeller. Die Tabellenspitze mit lösbaren Aufgaben, Spitzenspiel am Sonntagnachmittag im Upton Park. Leider verzichtet PREMIERE auf das Derby zwischen Arsenal und den Spurs. Ich kann es mir schlicht nicht erklären, warum sie das tun. Aber das ist auch egal. Gehen wir der Reihe nach die Spiele durch.

Manchester City – FC Middlesbrough

Wer sich Sky Sports leistet, der kann den Spieltag schon mal mit einem extrem wichtigen Spiel für Middlesbrough-Trainer Gareth Southgate eröffnen. Und das Schöne an dieser Begegnung ist. Sie könnte für Manchester City auch das Ende fast aller Abstiegssorgen bedeuten. Mit einem Sieg würde man auf 31 Punkte kommen. Das sollte, kein erneuter sportlicher Einbruch vorausgesetzt – reichen, um das letzte Saisondrittel beruhigt anzugehen. Für die Gastgeber würde sich ein Sieg also mehr als nur lohnen, heißt im Umkehrschluss, dass Middlesbrough sich nicht verstecken kann und den Platz, den sie bekommen, auch nutzen sollten. Denn auch die Gäste müssen mindestens einen Punkt holen, beide also auf etwas Zählbares spielen. Das könnte sich also gut ansehen lassen. Und glauben wir mal Gareth Southgate, der von seinem Team ja pure Leidenschaft und alles für die restlichen Spiele fordert, dann dürfte Middlesbrough nicht mehr so auftreten wie letzte Woche gegen Blackburn, wo man mit Glück einen Punkt geholt hat. Middlesbrough wartet seit 12 Spielen auf einen Sieg, City gewann die letzten drei Heimspiele.

West Bromwich Albion – Newcastle United

Und nochmal Abstiegskampf in The Hawthorns. Und wenn WBA daheim so auftritt wie gegen Manchester United in der ersten Hälfte, dann dürften sie als Sieger den Platz verlassen und, wenn die Konkurrenz mitspielt, auch die Abstiegsplätze. Man würde sogar Newcastle in der Tabelle überholen. Das sollte Motivation genug sein. Die Magpies sind im Moment weiter von allen guten Geistern verlassen, warten seit sieben Spielen auf einen Sieg und sorgen weiterhin eher neben als auf dem Platz für Schlagzeilen. Die Geschichte zwischen Charles N’Zogbia und Joe Kienaar ist immer noch nicht geklärt. Interessant dürfte sein, wie West Brom das Aus im FA-Cup gegen Burnley verkraftet hat. Wir werden am Samstag wohl ein neues Gesicht in der Premier League begrüßen dürfen, für Fans der Bundesliga ein alter Bekannter: Juan Carlos Menseguez ist bis Saisonende an die Baggies ausgliehen und wird am Samstag sein Debüt machen. Bei Newcastle kehren Obafemi Martins und Alan Smith ins Team zurück. In der Hoffnung auf mehr Tore.

FC Sunderland – Stoke City

Und das dritte direkte Duell zweier Abstiegskandidaten. Ein Sieg aus sechs Spielen gegen ein Sieg aus 10 Spielen. Bei der Auswärtsbilanz von Stoke muss den Black Cats aber nicht Angst und Bange werden. Stoke weiterhin ohne Sieg in der Fremde, für Sunderland die Chance das zweite Heimspiel in Folge zu gewinnen. Bei Sunderland werden die Neuzugänge Carlum Davenport und Tal Ben Haim beginnen, zu allem Überfluss müssen die Potters auf Einwurfspezialist Rory Delap verzichten. Drei Spiele Sperre – für Stoke in dieser schwierigen Situation ein echter Nackenschlag.

FC Chelsea – Hull City

PREMIERE live, Samstag ab 15:55 Uhr; Kommentar: Andreas Renner

Andreas Renner freut sich schon auf das Spiel zwischen Chelsea und Hull City (hätte sicherlich auch lieber Spurs gegen Arsenal kommentiert). Ich hatte das, glaube ich, schon in einer der letzten Vorschauen geschrieben. Ich kann Spielen von Chelsea gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte nichts mehr abgewinnen. Unattraktiv, langweilig, ideenlos – so ist das Spiel des FC Chelsea seit Wochen. Brauchte es eines Beweises, das Chelsea schlicht keine Spitzenmannschaft mehr ist, dann das 0:2 beim FC Liverpool. Für einen Schuss aufs Tor wären die Blues unter Jose Mourinho nachts durch den Londoner Südwesten gejagt worden, jetzt ist es fast schon das Eingeständnis, dass man schlicht nicht besser ist. Natürlich hat man auch viele Verletzte, unter anderem Michael Essien und Joe Cole. Aber auch von Spielern, wie Michael Ballack, Deco und Florent Malouda, muss viel viel mehr kommen. Aber für Hull dürfte es wohl noch reichen. Phil Brown kündigt einen eigenen Game Plan für den Samstagnachmittag an. Wer auf die große Offensive wartet, dürfte enttäuscht werden. Oder gibt es doch den Game Plan “Arsenal reloaded”? Mal schauen, dafür ist das Team momenten eigentlich nicht in der Lage. Bei Chelsea fehlen Torwart Peter Cech, die Tigers müssen wohl auf Daniel Cousin und Jimmy Bullard verzichten.

Blackburn Rovers – Aston Villa

Aston Villa an diesem Samstagnachmittag im direkten Duell um Platz 3 mit dem FC Chelsea. Bei eigenem Sieg und gleichzeitigen Punktverlust von Chelsea würde man an den Blues vorbeiziehen. Dafür muss aber erstmal die Hürde Ewood Park genommen werden. Die Rovers seit sechs Spielen in der Liga ungeschlagen und zudem – wie Villa – im FA Cup erfolgreich. Villa ist seit 12 Spielen ungeschlagen. Beide Mannschaften können in Bestbesetzung antreten.

FC Everton – Bolton Wanderers

Die Wanderers kamen am Wochenende zu einem überlebenswichtigen Sieg gegen die direkte Konkurrenz aus Tottenham und müssen jetzt nach Everton, die ihrerseits in richtig guter Form sind. Trotz der Niederlage bei Manchester United. Aber gerade der Sieg im FA-Cup gegen Liverpool sollte richtig viel Aufwind geben. Mit einem Sieg könnte man Arsenal im Kampf um den fünften Platz noch einmal unter Druck setzen.

Wigan Athletic – FC Fulham

Man muss derzeit Fan von Wigan oder Fulham sein und man kann dann ganz relaxt ins Fußball-Wochenende starten. Wigan steht mit 33 Punkten im gesicherten Mittelfeld, Fulham hat zwar vier Punkte weniger, aber auch noch zwei Spiele in der Hinterhand, darunter eine lösbare Aufgabe mit dem Heimspiel gegen Blackburn. Für Fulham wäre etwas Zählbares aus diesem Spiel also – gerade auch wegen der Auswärtsschwäche – eine gute Gelegenheit weiter für einen relaxten Start ins Wochenende zu sorgen.

FC Portsmouth – FC Liverpool

PREMIERE live, Samstag ab 18:25 Uhr; Kommentar: Markus Gaupp

Welches Spiel soll man denn jetzt nun als Gradmesser für die Form des FC Liverpool nehmen? Der überzeugende 2:0-Sieg gegen Chelsea oder das eher lustlose Geschleppe über 120 Minuten im FA-Cup gegen Everton. Warten wir mal auf das Spiel beim FC Portsmouth. Da Manchester United erst am Sonntag spielt, kann man mit drei Punkten vorübergehend sogar wieder Tabellenführer werden. Das aber alles ohne Steven Gerrard, der drei Wochen ausfällt. Wahrscheinlich wird Kuyt hängende Spitzen hinter Torres, Babel und Benayoun stehen als Ersatz für Gerrard bereit. Insbesondere der Israeli ist derzeit in guter Form. Und die Situation beim FC Portsmouth lässt sich ganz schnell beschreiben. Lassen wir mal Innenverteidiger Sol Campbell sprechen: “We realize that some of our performances haven’t been up to the high standards that we set ourselves.” So ist es.

Tottenham Hotspur – FC Arsenal

Das Derby im Nordosten Londons ist immer wieder ein Klassiker, egal, wie die Teams in der Tabelle positioniert sind, egal, wie die aktuelle Form. Am Sonntag eröffnet sich der Vorhang für das 144. Derby in der Liga. Tottenham einen Punkt über den Strich auf Platz 14, Arsenal weiter auf Platz 5. Für beide Teams also ein ganz wichtiges Spiel. Seit 18 Spiele konnte Tottenham keinen Sieg mehr gegen die Gunners einfahren, vielleicht schlägt jetzt die Stunde 19. Das Team von Harry Redknapp nur mit einem Sieg aus den letzten sechs Pflichtspielen, Arsenal dümpelt so in der Liga, zuletzt drei Remis, unter anderem das schwache 0:0 gegen West Ham. Ashavin wird am Sonntag zwar im Kader stehen, Arsene Wenger sträubt sich aber den Russen gleich im intensiven Derby einzusetzen. Jermain Defoe fällt bis auf weiteres bei Tottenham aus, in dessen Fußstapfen tritt jetzt Robbie Keane. Nur wenige Kilometer trennen beide Spielstätten, in der Tabelle sind es fast 20 Punkte. Aber für ein Nord-London-Derby ist das völlig egal.

West Ham United – Manchester United

PREMIERE live, Sonntag ab 16:55 Uhr; Kommentar: Thomas Wagner

Rein von der Tabelle gesehen darf man die Begegnung im Upton Park nicht als Spitzenspiel bezeichnen. Es tritt zwar der Tabellenführer an, aber West Ham spielt im grauen Mittelfeld der Tabelle. Warum diese Partie trotzdem das Prädikat Spitzenspiel verdient, zeigen diese Zahlen: 14 Punkte aus den letzten sechs Spielen bei den Hammer, 18 Punkte bei Manchester United. Das sin also die Teams, die zurzeit die besten sportlichen Bilanzen in der Premier League haben. Mal abgesehen von den länger Verletzten, können beide Teams mit ihrer besten Elf aufspielen können. Bei den Hammers fehlen weiter Kieran Dyer und Dean Ashton. Die Hürde Upton Park ist also ein echter Maßstab für Manchester United. Sagen wir es mal so: Sollten die Red Devils hier stolpern, muss man nicht unbedingt von einer Überraschung sprechen. Ein Mann steht besonders im Fokus in dieser Partie. Hammers-Stürmer Carlton Cole, der fünf Treffer in den letzten sechs Ligaspielen erzielte. Für den oft  ein bisschen schusselig wirkenden Carlton Cole eine tolle Bilanz. Barry Glenndenning vom Guardian hat deshalb auch seine ganz besondere Interpretation des Namens und machte im Podcast aus Carlton Cole mal schnell den Namen “Can’t Controle.” Tja, aber diese Zeiten scheinen im Moment vorbei.

Thema: Premier League | Kommentare (2) | Autor: medispolis