Beiträge vom 2. März 2009

Premier League 2008/2009 Preview 28. Spieltag – When we can play we will play

Montag, 2. März 2009 23:00

Weil am Wochenende schon wieder FA-Cup ansteht, schiebt die Premier League einen kompletten Spieltag unter der Woche ein. 11 Spieltage vor Saisonschluss scheint sich langsam das Tabellenbild ein bisschen einzurenken. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, ist meiner Meinung nach Manchester United der Meisterschaftstitel nicht mehr zu nehmen. Zu unkonstant die Konkurrenz, zu beständig, zu dominant und souverän das Team von Sir Alex. Um die Plätze 2-4 streiten sich Chelsea, Liverpool und Aston Villa, ich sehe die Blues und Reds leicht im Vorteil gegenüber Villa. Everton und Arsenal streiten sich um die Plätze fünf und sechs, wenngleich ich beide Teams – Everton mehr, Arsenal weniger, auch noch für Platz 4 favorisiere. Das hängt dann aber auch von der Formkurve von Aston Villa ab. Umso spannender ist dafür der Abstiegskampf. Ab Platz 13, derzeit belegt von Aufsteiger Hull City, beginnt die Abstiegszone, also sind acht Teams im Überlebenskampf verwickelt. Ausgang völlig offen, wenngleich West Bromwich Albion derzeit die schlechtesten Chancen hat. Hängt viel vom Spiel am Dienstag ab.

FC Portsmouth – FC Chelsea

PREMIERE live, Dienstag ab 20:40 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Und da ist auch der FC Portsmouth, derzeit zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen, gefordert. Sagen wir es mal so: Wenn man die Leistung der Heimspiele gegen Liverpool und Manchester City auch gegen Chelsea auf den Platz bringt, sehe ich ganz gute Chancen für die Südküstler. Oder wie es Interimstrainer Paul Hart sagt: “When we can play we will play.” Man müsse ja nur auf die Ergebnisse des Wochenendes schauen um festzustellen, dass zu diesem Saisonzeitpunkt seltsame Dinge passierten. Und dann soll – nach den Wünschen von Paul Hart – die nächste Überraschung passieren: Ein Heimsieg von Portsmouth gegen Chelsea, was gleichbedeutend mit dem ersten Punktverlust von Guus Hiddink beim FC Chelsea wäre. Portsmouth wird unverändert gegenüber dem Remis bei Stoke City auftreten, bei Chelsea dürfte es eigentlich auch keine großen Veränderungen geben.

West Bromwich Albion – FC Arsenal

Alle Spieler und Verantwortliche des FC Arsenal können ein bisschen aufatmen: Man spielt auswärts und spart sich damit das Pfeifkonzert der vielen frustrierten Fans angesichts der sportlich eher unbefriedigenden Ergebnisse. Man spielt keineswegs schlecht, erarbeitet sich Chancen, nur nutzt man diese Chancen dann nicht für Tore. Für West Brom zählt nur noch das nackte Überleben, sprich ein Sieg gegen Arsenal. Ich habe nur Spielberichte zur Partie am Samstag bei Everton gelesen, aber in allen Reportagen wurde der Einsatz und teilweise auch die Spielweise der Baggies gelobt. Nur hat man so ein bisschen dasselbe Problem wie die Gunners: Man trifft das Tor nicht. Wer also auf ein 0:0 in The Hawthorns setzt, macht von der Ausgangslage erstmal nicht so viel verkehrt. Für beide wäre ein Remis aber schlicht zu wenig. Und vielleicht gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Kapitän Jonathan Greening ist erstmals seit sechs Wochen wohl wieder in der Startelf. Letzer Sieg von WBA: Vor etwa sechs Wochen Mitte Januar. Bei Arsenal könnte Theo Walcott zumindest mal wieder auf der Bank sitzen.

FC Liverpool – FC Sunderland

Man nehme eine Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten, Unruhe im Vereinsumfeld, einen Trainer als Taktikfuchs, eine Transferpolitik, die Torres und Kuyt massiv unter Druck setzt. Und man hat die Zutaten dafür, warum der FC Liverpool in der Champions League zwar gute Chancen auf das Viertelfinale hat, in der Liga aber ohne große Chancen auf die Meisterschaft ist. Das Team scheint nicht gut genug, der Weggang von Keane ohne nennenswerten Ersatz war ein großer Fehler. Und da klingt es fast schon paradox, wenn Trainer Benitez sagt, dass die Verletzungen von Fernando Torres sein Team zurückgeworfen hätten. Das mag sein, aber vor allem, weil man keinen Ersatz im Sturm hatte. Jetzt geht es für die Reds um Platz 2 im direkten Duell mit Chelsea und Villa. Villa hat man im direkten Duell noch an der Anfield Road. Aber solche Spiele wie gegen Sunderland muss man gewinnen, aber das hat man auch schon bei den Heimspielen gegen Stoke, West Ham und Fulham gesagt. Und Torres wird wieder fehlen, und wieder die Last auf Kuyt Tore zu schießen. Wie der Trainer die aktuelle Situation beim FC Liverpool einschätzt, gibt es in den Highlights der Pressekonferenz bei der BBC.

Newcastle United – Manchester United

PREMIERE live, Mittwoch ab 20:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Sagen wir es mal so: Spiele von Manchester United rufen bei mir im Moment nicht den größten Reiz hervor, weil die Mannschaft in der Liga einfach zu dominant auftritt. Trotzdem finde ich es gut, dass PREMIERE diese Partie auswählt. Aus drei Gründen: Man Utd kann man immer gut zuschauen, Stimmung im St. James Park ist stets fantastisch und ich habe Newcastle lange nicht mehr live gesehen. Von daher keine schlechte Alternative, falls im DFB-Pokal Leverkusen zur Halbzeit 3:0 gegen die Bayern führt. Newcastle hat eine ähnliche Augangslage wie Portsmouth vor diesem Spieltag. Der letzte Heimsieg von Newcastle datiert übrigens vom 21. Dezember 2008, das verdeutlicht einiges. Die Magpies konnten nur eines der letzten acht Spiele gewinnen. Großes Fragezeichen, ob das Team von Joe Kienaar die Red Devils aufhalten kann.

Stoke City – Bolton Wanderers

Stoke will sich mit der Heimstärke und dem Schwung aus dem Unentschieden bei Aston Villa von den Abstiegsplätzen schießen. Gegen zuletzt wieder stärker spielende Wanderers wird das nicht die leichteste Aufgabe sein. Deren Trainer Gary Megson hat gerade seinen Vertrag verlängert. Man möchte ein Zeichen der Stabilität setzen – hat man diese Saison nach schwachem Saisonstart auch geschafft. Dass Megson vor einem Monat noch die Fans zu Sau gemacht hat und beklagte, sie hätten zu hohe Ansprüche, lassen wir jetzt mal unkommentiert. Stabilität braucht seine Zeit und Bolton ist auf einem guten Weg.

Manchester City – Aston Villa

Zumindest so ein bisschen wie Brisanz in diesem Spiel. Manchester City hat zwar sechs Punkte Vorsprung auf den 18. Platz, so ganz sicher kann man sich aber nicht sein, gerade auch wegen der eklatanten Auswärtsschwäche. Da kann man schon fast froh sein, dass man nur noch fünf Auswärtsspiel hat. Ich denke, da dürfte nichts mehr anbrennen. Sehr viel wichtigeres Spiel für Aston Villa, die das am Ende fürchterliche Heimspiel gegen Stoke mit dem späten Ausgleich vergessen machen wollen. Komischerweise kommt auch Trainer O’Neill ein bisschen unter Druck. Im UEFA-Cup schied man gegen ZSKA Moskau aus, zahlreiche Stammspieler wurden dort geschont (zur Entschädigung für die mitgereisten Fans lädt der Verein zu einem Abendessen ein) mit der Begründung, dass alle Kräfte auf die Liga konzentriert werden sollen. Und dann reicht scheinbar die Fitness gegen Stoke City nicht eine 2:0-Führung über die Zeit zu bringen:

“Not for one minute do I think the UEFA Cup is unimportant. But in terms of priority, I had to make a decision. I am a football manager and that is my job.”

Und dieses Konzept ist am Wochenende nicht aufgegangen. Villa hat zwei ganz wichtige Punkte verschenkt.

Wigan Athletic – West Ham United

Ein Spiel, in dem es nicht mehr um wirklich viel geht. Beide Teams stehen im gesicherten Mittelfeld, keine Chance auf die internationalen Plätze, zu weit entfernt von den Abstiegsplätzen. Wigan könnte mit einem Heimsieg die Hammers in der Tabelle überfliegen.

Tottenham Hotspur – FC Middlesbrough

Noch zwei Sorgenkinder kämpfen am Mittwochabend gegen den Abstieg. Ich hatte den FC Middlesbrough ja Anfang Februar schon für klinisch für nahezu tot erklärt, aber zuletzt hat man den Kopf aus der Schlinge gezogen. Es gab sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, zuletzt zwei Heimsiege gegen West Ham und den FC Liverpool. Interessant dürfte vor allem sein, wie die Tottenham Hotspur die 120 Minuten aus dem Carling Cup verkraften. Lassen wir kurz mal Martin O’Neill sprechen: Als Trainer muss ich die Prioritäten setzen. Ok, alles klar, Harry Redknapp, gut, danke. Zur Erinnerung: Die Spurs haben mit fast ihrer besten Elf am Sonntag gespielt. Und mit einer Niederlage wäre man ganz schnell wieder unten drin.

Blackburn Rovers – FC Everton

Man erkennt den Stellenwert dieser Partie schon daran, dass sie am Mittwochabend die Live-Partie bei Sky Sport ist. Blackburn kämpft gegen den Abstieg, Everton im direkten Duell mit dem FC Arsenal um den fünften Platz. Beide Teams am Wochenende mit wichtigen Siegen, vor allem die Rovers mit einem Big Point durch den Auswärtssieg bei Hull City. Das Team von Sam Allardyce ist nur aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht auf einem Abstiegsplatz. Mal sehen, wer die positive Serie der letzten Wochen fortsetzen kann.

FC Fulham – Hull City

Es sieht düster aus für Hull City. Man kann nicht mehr gewinnen, auch nicht gegen direkte Abstiegskandidaten, nicht zuhause, nicht auswärts. Und gerade jetzt reist man zum heimstarken FC Fulham, der ganz befreit in dieses Spiel gehen kann. Aber zurück zu Hull City: Mittlerweile hat man den Eindruck, dass es auch im Team nicht mehr stimmt. Grund dafür ein Vorfall vom Wochenende: Geovanni wird im Spiel gegen Blackburn in der 60. Minute ausgewechselt und geht gereizt mit Kopfschütteln vom Platz, die Wasserflasche hat er auch noch weggetreten. Trainer Phil Brown nahm sich daraufhin seinen Spieler nach dem Spiel vor der Presse zur Brust:

“He will never do that to me again. I’m the manager. I haven’t spoken to him yet. He’s getting drugs-tested so hopefully they will find that positive. Geovanni is not bigger than this football club – it’s as simple as that. I don’t think he was having a positive impact on the game.”

Bei Hull City brennt der Baum lichterloh. Und im Moment hat es den Anschein, dass Phil Brown nicht in der Lage ist den Brand zu löschen.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Bremen-Alltag-Hannover, Hannover-Alltag-Bremen

Montag, 2. März 2009 17:57

Nach vier Wochen Arbeit in Hannover heute wieder der erste Arbeitstag in Bremen – und ehrlich gesagt, es fiel mir schwer in den eigentlichen Alltag zurückzukommen. Ich habe nie wirklich große Begeisterung und Sympathie für meine Heimatstadt Hannover empfunden. Klar, es gibt auch die schönen Ecken, die ich so unglaublich gerne mag, sei es der Maschsee, das Joggen durch die Eilenriede oder die Kneipen in der Südstadt, das Schlendern über den Lindener Marktplatz oder die Cafés auf der Lister Meile. Aber ansonsten stehe ich mit Hannover nicht unbedingt auf einer Stufe. Die Innenstadt zwischen Hauptbahnhof, Kröpcke und Landtag ist teilweise so das ziemlich Hässlichste, was ich städtebaulich kenne. Hannover fehlt einfach so ein bisschen das Flair, gerade in der Innenstadt, ein bisschen die Sympathie der Gäste, die Harmonie im Stadtbild. Es wird ja jetzt einiges in Angriff genommen, aber bis es dort eine sichtbare Verbesserung gibt, dürften noch 10 Jahre vergehen.

Totzdem waren die vier Wochen in Hannover unendlich schön, nette Kollegen, nettes Projekt – und bei meinem morgenlichen Spaziergang durch die City habe ich einfach die Augen zugemacht. Aber es war einfach mal Abwechselung, neue Gesichter auf dem Weg zur Arbeit, neue Wege, neue Gedanken.

Heute dann wieder der erste Arbeitstag in Bremen, mit der Straßenbahn an den Villen von Schwachhausen vorbei, über den auch in Bremen eher unschönen Bahnhofsvorplatz, weiter durch die City zur Domsheide, vorbei am Dom und Rathaus. Sieht schöner aus als in Hannover, zumindest das Stadtzentrum.

Nach Feierabend ging ich durch die Obernstraße, weiter über den Domshof zum Schüsselkorb, Nieselregen, graues Wetter, Laune zwar gut, aber Wetter und Atmosphäre fürchterlich. Und ganz plötzlich bekam ich ein bisschen Sehnsucht nach Hannover. In Bremen setzt jetzt wieder der graue Alltag ein, zumindest auf dem Weg zur Arbeit. Gleiche Bahn, gleiche Leute. Ich will endlich Frühling, Sonne morgens, mit dem Fahrrad in die Stadt fahren, vobei an den wartenden Leuten an den Haltestellen. Ich muss mir was überlegen, wie ich den Arbeitsweg morgens bis dahin abwechselungsreicher gestalten kann. Vielleicht auch mal bei Regen mit dem Rad fahren? Etwas eher fahren, kleinen Umweg in der Stadt machen?

Und ich will einen Maschsee im Stadtzentrum von Bremen, und eine Altstadt mit Flair in der City von Hannover. Und überhaupt endlich Sonne.

Und ach ja, an die ältere Frau in der 4 heute morgen. Sie saßen auf meinem Platz. Da sitze ich eigentlich immer. Der Platz ist Kopernikusstraße normalerweise immer noch frei. Immerhin habe ich heute in der Straßenbahn woanders gesessen.

Thema: Alltägliches | Kommentare (2) | Autor: medispolis