Beiträge vom April, 2009

CL 2008/2009 Viertelfinale Rückspiele, Arsenal-Villarreal und Porto-ManUtd

Mittwoch, 15. April 2009 20:09

[22h36] Endstand FC Arsenal – FC Villarreal 3:0 und FC Porto – Man Utd 0:1

Damit gibt es definitiv einen englischen Finalteilnehmer in dieser Champions League Saison. Arsenal setzte sich sowas von souverän durch. Ganz starke Leistung der Gunners. Man Utd gegen teils ideenlose Portugiesen defensiv sicher und kompakt, mit der Führung im Rücken das Ergebnis relativ souverän über die Zeit gebracht.

Damit gibt es die folgenden Halbfinalpartien. Die Hinspiele finden am 28./29. April statt.

FC Barcelona – FC Chelsea

Manchester United – FC Arsenal

Ich wünsche eine gute Nacht und danke wie immer fürs Lesen

[22h33] Stattdessen Ronaldo mit Flachschuss aus 15 Metern, Helton reagiert glänzend zur Ecke. Die Red Devils halten Porto vom eigenen Tor fern.

[22h32] Der gefühlte 136. Distanzschuss von Porto. Wieder nichts. Drei Minuten Nachspielzeit.

[22h27] Fünf Minuten noch in Porto. Und vielleicht die beste Chance der Gastgeber, als Lisandro direkt in die Arme von Van der Sar köpft. Das Tor ist doch viel größer.

[22h24] Van der Sar spielt im Moment so, als wäre er schon im Finale in Rom in der 80. Minute und Man Utd führt 17:4. Wenn sich das mal nicht rächt…

[22h20] Porto nur nach Eckbällen im Ansatz gefährlich. Vielleicht sollten sie in den letzten  10 Minuten mal mehr als 2 Ecken wie in den 80 Minuten zuvor rausholen. Und dann muss auch schon Van der Sar helfen, der die Ecke bin bisschen falsch einschätzt.

[22h14] Und vielleicht kann jetzt Jesualdo Ferreira mal zuhause seine Chipsschüssel und das Glas Rotwein zur Seite stellen und seiner Mannschaft noch mal per Handy jetzt ein bisschen Leben einhauchen. Sonst werden das eher langweilige 17 Minuten noch.

[22h11] FC Arsenal – FC Villarreal 3:0, Robin van Persie, 69. Minute

Robin van Persie verwandelt eiskalt. Keine Chance für Diego Lopez – und Arsenal im Halbfinale der Champions League. Aus un vorbei. Volle Konzentration jetzt auf die Partie in Porto.

[22h08] Elfmeter für den  FC Arsenal

Foul an Walcott im Strafraum, Stark lässt weiterspielen, sein Assisstent hebt die Fahne und dann gibt es doch Elfmeter für die Gunners. Bei Egueren fliegen alle Sicherungen durch, beleidigt Stark und geht mit Platzverweis in die Kabine. Die Spanier nur noch zu zehnt.

[22h05] Ibagaza und Nihat kommen bei Villarreal in die Partie für Bruno und Fernandez.

[22h02] FC Arsenal – FC Villarreal 2:0, Emmanuel Adebayor, 60. Minute

Gerade als Villarreal etwas stärker wurde, schlagen die Gunners zu. Van Persie hebelt mit einem schönen Zuspiel die Abwehr aus, Adebayor ist frei und schiebt den Ball an Diego Lopez vorbei ins lange Eck. Mehr als nur die Vorentscheidung. Wieder ein klasse Tor. Und Arsene Wenger an der Seitenlinie mit einem richtigen Gefühlsausbruch.

[22h00] Wenig Veränderung im Drachenstadion zu Porto. Man Utd hat das einigermaßen im Griff, versucht hin und wieder nach vorne zu spielen. Porto schafft es weiterhin nicht glasklare Torchancen rauszuspielen. Und damit kränkelt das System so ein bisschen. Kaum Torgefahr aus dem Mittelfeld, Man Utd kann sich also ganz in Ruhe auf die Außenpositionen konzentrieren, wo O’Shea rechts und Evra links wenig zulassen. Ergo ein Spiel, das seit fast 60 Minuten von einem genialen Geniestreich von Christiano Ronaldo lebt.

[21h56] Villarreal versucht sich in dieses Spiel zu kämpfen, bis jetzt fehlt dafür aber die Durchschlagskraft und im Vergleich zum Mittelfeld des FC Arsenal schlicht auch die Qualität und Kreativität.

[21h51] Keine Wechsel übrigens in beiden Partien. Mal schauen, wie Villarreal mit dem Rückstand umgeht. Dürfte Platz zum Kontern für die Gunners geben.

[21h49] Beileid an alle deutschen Portugalurlauber derzeit, ist ja ein furchtbares Wetter. Manchester United kommt wieder besser aus der Halbzeit. Großer Pluspunkt für die Engländer: Sie schaffen es fast immer Überzahl in Ballnähe zu schaffen.

[21h47] Beginn 2. Halbzeit. Jetzt geht es weiter mit Fußball

[21h43] Die Eisbären Berlin sind Deutscher Eishockeymeister 2008/2009. Herzlichen Glückwunsch.

[21h32] Halbzeit FC Arsenal – FC Villarreal 1:0 und FC Porto – Man Utd 0:1

Beide englischen Mannschaften auf Kurs Halbfinale. Arsenal könnte weitaus höher führen und hat Villarreal vollkommen im Griff. Blitzstart für Man Utd durch Traumtor von Ronaldo, danach standen die Red Devils sicher in der Abwehr und haben nur wenig zugelassen.

Wenn es so läuft, wie ich glaube, machen die Gunners auch kurz nach der Pause das 2:0. Man Utd muss aber noch mehr aufpassen. Nur ein Gegentreffer – und Porto wäre weiter. Bleibt spannend.

[21h30] Vidic hatte vor der Halbzeitpause die große Chance zum 2:0, kommt nach einer Ecke von links freistehend in der Mitte zum Torschuss, ist aber zu überrascht, knapp über das Tor.

[21h29] Theoretisch könnte es 5:1 für Arsenal stehen und keiner bräuchte sich beschweren. Es ist aber nur ein 1:0 und wie so oft lassen die Londoner vor der Halbzeit das Tempo ein bisschen schleifen ohne dabei wirklich Gefahr zu laufen.

[21h26] Eigentlich muss der FC Porto ja nur einmal treffen um das Halbfinale zu erreichen, von daher lege ich meine Kritik an den Portugiesen mal noch nicht so umfassend aus. Vielleicht taktieren ja auch ein bisschen und schlagen dann in der zweiten Halbzeit zu.

[21h24] Ist es jetzt nur die Anwesenheit von Ferdinand in der Abwehr oder was hat Sir Alex mit seiner Defensive angestellt, dass sie heute Abend so sicher und kompakt steht?

[21h17] Beim FC Porto muss der Kapitän Lucho Gonzalez verletzt vom Platz, Mariano ersetzt ihn. Es läuft alles bis jetzt für die Red Devils.

[21h16] Damit Fabianski auch einmal im Protokoll auftaucht. Fängt einen Freistoß von Fernandez sicher ab. Wenig, wenig Torgefahr von den Spaniern.

[21h13] Was für Szenen im Emirates. Diego Lopez pariert einen Freistoß von Van Persie klasse, Adebayor mit dem Kopfball im Nachsetzen, Diego Lopez liegt noch am Boden, Pires legt sich den Ball fast selbst rein beim Klärungsversuch, letzlich wird auf der Linie geklärt. Wie die Zeitlupen zeigen, richtige Entscheidung der Schiedsrichter das Tor nicht zu geben.

[21h10] So ein bisschen was wie Torgefahr vom FC Porto, Lisandro Lopez mit Schuss aus 13 Metern, aber zu zentral auf Van der Sar. Und zum ersten Mal war die Abwehr von Man Utd ein klein wenig unaufmerksam.

[21h09] Ganz starke Leistung von Theo Walcott im rechten Mittelfeld, macht den Unterschied in diesem Spiel aus. Arsenal weiter überlegen, hat aber ein bisschen den Fuß vom Gaspedal genommen, was so viel heißt, dass nur noch alle vier-fünf Minuten Angriffe in Richtung Diego Lopez rollen.

[21h06] Etwas mehr als 20 Minuten in Porto gespielt. Die Red Devils stehen defensiv wirklich gut, fangen Portos Angriffe relativ früh ab. Die Portugiesen schaffen es noch nicht so richtig Druck auf die Abwehr der Gäste auszuüben. Einzig allein nach Freistößen und Ecken strahlt man ein bisschen Gefahr aus. Bruno Alves’ Freistoß geht aber deutlich am Tor vorbei.

[21h01] Villarreal hat 15 Minuten gar kein Bein in dieses Spiel bekommen, dann gibt es den ersten gescheiten Angriff, bei Arsenal klafft ein großes Loch vor dem eigenen Tor, Pires ist völlig frei, sein Schuss wird aber abgeblockt zur Ecke.

[20h55] FC Arsenal – FC Villarreal 1:0, Theo Walcott, 11. Minute

Auch ein wunderschönes Tor, diesmal aber nicht Kraft, sondern Eleganz. Walcott übelistet Diego Lopez mit einem sehenswerten Heber. Fasbregas hatte ein Zuspiel von Eboue exzellent weitergeleitet. Und da sind auch wieder die “Theo, Theo”-Rufe. Absolut verdiente Führung für die Gunners. Es spielt nur eine Mannschaft und es könnte schon locker 3:0 stehen. Vor der Führung hatte Adeabayor schon fast eine 100% für Arsenal.

[20h54] Die englischen Kommentatoren auf Tonoption 2 kriegen sich gar nicht mehr ein. Suchen nach Superlativen für den Schuss von Ronaldo.

[20h51] FC Porto – Manchester United 0:1, Christiano Ronaldo, 6. Minute

Was für ein Tor, sowas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ronaldo schnappt sich in zentraler Position den Ball und hämmert die Kugel aus knapp 35 Metern an Helton vorbei ins Tor. Der Keeper des FC Porto mit Null Abwehrchance. Und wahrscheinlich hätte ihm dieser Schuss auch alle Handknochen gebrochen.

[20h50] Niklas Bendtner hätte diese Chancen nicht besser vergeben können, schon wieder ein Feuerwerk an Torgelegenheiten für die Gunners. Walcott mit toller Flanke von rechts, erst verpasst Adebayor, die erneute Hereingabe von links setzt Van Persie per Kopf dann über die Latte.

[20h48] Besserer Beginn der Red Devils, aber erste gute Chance für Porto. Freistoß von rechts, Hulk prüft Van der Sar, der hält aber sicher.

[20h47] Gibt es eigentlich verlässliche Zahlen über den Kaugummikonsum von Sir Alex Ferguson?

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

[20h43] Deutscher Schiedsrichter im Emirates Stadium. Wolfgang Stark leitet die Partie. Und Kai Dittmann wirkte im Sat. 1 Bild eben verdammt klein. In London gibt es erstmal eine Schweigeminutein Gedenken an die Ofer von Hillsborough.

[20h39] Barcelona und Chelsea sind ja bereits ins Halbfinale eingezogen. Die beiden Sieger aus den heutigen Partien bilden dann das zweite Halbfinale.

[20h37] Die Aufstellungen im Estádio do Dragao

FC Porto: Helton – Sapunaru, Rolando, Alves, Cissokho – Gonzalez, Fernando, Meireles – Lopez – Hulk, Rodriguez

Manchester United: Van der Sar – O’Shea, Ferdinand, Vidic, Evra – Anderson, Carrick, Giggs, Ronaldo – Berbatov, Rooney

Darran Fletcher ist kurzfristig mit einer Oberschenkelverletztung ausgefallen. Porto spielt mit derselben Aufstellung wie im Hinspiel. Bei Man Utd hat im Mittelfeld die Komponente “Erfahrung” den Vorzug bekommen.

[20h31] So überzeugt ich bin, dass Arsenal ins Halbfinale einzieht, so unsicher bin ich, ob sich Porto oder Man Utd durchsetzt. Für die Gastgeber spricht vor allem das Hinspielergebnis, für Man Utd vor allem die individuelle Klasse. Weiterer Vorteil für die Red Devils: Rio Ferdinand kehrt wieder in die Innenverteidigung zurück.

[20h26] Matthias Sammer: “Bayern München hat das Duell gegen Barca insgesamt in Barcelona verloren.” Auf so eine Aussage muss man erstmal kommen. Aber ansonsten war das eine treffende Analyse über den Zustand der Bayern, danke dafür.

[20h25] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Fabianski – Eboue, Toure, Silvestre, Gibbs – Walcott, Song, Fabregas, Nasri – Van Persie – Adebayor

FC Villarreal: Diego Lopez – Angel Lopez, Godin, Rodriguez, Capdevila – Cani, Bruno – Eguren, Fernandez, Pires – Rossi

Also Arsenal ohne Sagna, Djourou, Gallas und Clichy. Fabianski vertritt Almunia im Tor. Van Persie spielt dafür von Beginn an, war heute Morgen noch fraglich. Auch el almarillo submarino mit Verletzungssorgen. Marcos Senna, Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, fehlt verletzt.

[20h20] Auch wenn den Gunners die komplette Verteidigung fehlt inklusive Manuel Almunia im Tor, hat Arsene Wenger auf der Pressekonferenz gestern deutlich gemacht, dass sein Team die mentale Stärke und die Qualität hat ins Halbfinale einzuziehen. Jedes Mal, als man in den letzten Wochen unter Druck geriet oder in Rückstand lag, konnte man immer sehr gut reagieren. Nach dem 0:1 in Villarreal gab es dort ein 1:1, nach dem 0:1 in Wigan zur Halbzeit konnte man 4:1 gewinnen.

[20h14] Wird es diesmal keine drei Halbfinalisten aus der Premier League geben? Arsenal gilt als Favorit gegen den FC Villarreal, aber Manchester United muss beim FC Porto ein ganz dickes Brett bohren. Noch nie hat ein englisches Team beim FC Porto gewonnen. Vielleicht hat Sir Alex seinen Spielern Bilder aus der Vorrunde gezeigt, als Dynamo Kiew bei den Portugiesen gewann. Denn eines steht auch fest: So gut die Ausgangslage für Porto ist, muss man sagen, dass Manchester United jederzeit in der Lage ist dieses Spiel zu gewinnen. Und eine Übermacht ist der FC Porto im Drachenstadion nun wahrlich auch nicht.

[20h09] Gestern war es der Spirit of Istanbul, den der FC Liverpool wieder beleben wollte. Jetzt ruft Sir Alex Ferguson nach dem Spirit of 1999, als Manchester United bei Juventus Turin nach einem 2:2 im Hinspiel mit 3:2 gewann. Gestern war der Fußballgott nicht auf der Seite des Spirits. Mal sehen wie das heute wird. Guten Abend zu den Viertelfinal Rückspielen in der Champions League.

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Endlich

Mittwoch, 15. April 2009 8:32

…ist alles wieder grün draußen.

…kann man morgens im T-Shirt ins Büro radeln.

…macht die Mittagspause in der Sonne mit dem Eis wieder Spaß.

…werden in den Wetterberichten wieder die Höchsttemperaturen des Tages eingeblendet.

…kann man sich wieder spontan zu einer Grillparty verabreden.

…müssen wir nicht mehr neidisch auf Urlauber auf Mallorca oder den Kanaren sein.

…gibt es in Horn-Lehe wieder den kleinen Laden, der leckere Erdbeeren verkauft.

…kann man den Feierabend im Liegestuhl auf dem Balkon ausklingen lassen.

…kann man abends am PC sitzen und dabei die Balkontür offen lassen

…weiß man, dass das ab jetzt wieder häufiger passiert.

Es wurde aber auch Zeit.

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Medien-Sport-Politik in London

Sonntag, 12. April 2009 19:29

Noch ein allerletzter kleiner Nachtrag zu meinem Aufenthalt in London. Ich mag diese Stadt sehr, aber ich fahre genauso gerne nach London, weil ich dann morgens mal in Ruhe die Times und den Guardian lesen kann, ich mal bei der BBC vorbeischaue und ich auch mal ein bisschen das britische Fernsehprogramm testen kann.

Größter Bonus unseres Hotels: In der Programmliste gab es Sky Sports News, also den Nachrichtenkanal von Sky Sports, der mit kleine Werbeunterbrechungen nahezu aus allen Bereichen des Sports die aktuellen Nachrichten bringt (meist als Ticker-Laufband) mit dem Schwerpunkt auf die für englischen Fans interessanten Sportarten, also Fußball, Formel 1, Rugby, Pferderennen und Cricket. Und ich habe es genossen diesen Sender zu schauen. Einmal 30 Minuten schauen und man ist bestens über wirklich alles informiert, und nicht nur mit den Ergebnissen, gibt es doch teilweise auch tiefergehende Analysen, Hintergrundgespräche und Schalten in die Stadien. Vielleicht wäre das ja auch was für Deutschland. Ein Info-Sportkanal würde sicherlich auf Interesse stoßen. Der Sender ist FTA, Sky Sports hat zudem massig Werbung für sein Programm gemacht. Ich war erstaunt, wieviel Sport es schon in HD bei Sky Sports gibt.

Am Sonntagmorgen habe ich zum ersten Mal Match Of The Day von der BBC geschaut. Es ist von der Aufmachung und der Kommentierung des Spiels ein kompletter Unterschied zur Sportschau oder ASAT bei PREMIERE. Aber ich fand es nicht schlecht. Sachlich, sehr analytisch, ganz auf den Fußball beschränkt. Und für jedes Wortspiel weniger als im Vergleich zur ARD-Sportschau gibt es bei mir sowieso schon einen Pluspunkt. Und ich konnte zumindest einen Teil der Vorberichterstattung zur Formel 1 bei der BBC schauen. Grandios, grandios, grandios. Alleine der Reporter in der Boxengasse, Martin Brundle, wäre mir 10 Euronen im Monat wert.

Ich bin jedes Mal erstaunt darüber, wie sehr sich die vielen Gratiszeitungen in London halten. Und fast jeder liest die oder fliegt innerhalb der U-Bahn Fahrt kurz durch die 10-15 Seiten. Und dann verschwindet das Papier im Mülleimer. Wirklich inhaltlich in die Tiefe gehen die Gratiszeitungen nicht. Ich hatte eigentlich gar nicht vor in eine reinzuschauen, habe es dann aber doch getan. Es steht das allerwichtigste an Meldungen drin. Das war es dann aber auch. Immerhin ein netter Zeitvertreib für die U-Bahn Fahrt, so scheint es zumindest. Ansonsten war ich wieder mal begeistert von der Times und dem Guardian. 12 Sonderseiten zum G20-Gipfel, inhatlich lesenswert und interessant aufbereitet. So wurden zum Beispiel der Abschlusstext des Gipfels im Guardian auf vier Sonderseiten auseinandergenommen. Was bedeuten die Ergebnisse, wer konnte sich wo durchsetzen, was heißt das konkret für Europa und England und warum wurde das so geschrieben? In der Times wurde auf einer Doppelseite die PK von Gordon Brown und Barack Obama in alle Einzelteile zerlegt und analysiert. Nach dem Motto “What, why, to whom and with what intention?” Und überhaupt habe ich das Gefühl, der britische Journalismus erklärt sehr viel mehr in seinen Zeitungen. Weiterer Vorteil der beiden Zeitungen. Ein absolut auch für U-Bahn Fahrten handliches und taugliches Format, und für fast 100 Seiten an einem Wochentag von umgerechnet etwas mehr als einem Euro ist der Preis absolut in Ordnung.

Thema: Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 Preview 32. Spieltag: Must-Win Games

Freitag, 10. April 2009 21:01

Das dickste Osterei kommt an diesem Wochenende von PREMIERE. Man zeigt vier Spiele aus der Premier League, davon immerhin drei live, eine Aufzeichnung am frühen Samstagabend. Ist aber auch nur an diesem Osterwochenende. Und vom spannenden Abstiegskampf sehen wir weiterhin gar nichts.

Viele interessante Spiele am Wochenende. Die Titelkandidaten spielen gegen die Mannschaften, die noch gegen den Abstieg kämpfen. Zudem gibt es am Tabellenende zwei ganz wichtige Spiele. Und die Liste der Must-Win Spiele hört auch am Sonntag nicht auf. Sagt zumindest Everton-Trainer David Moyes.

FC Liverpool – Blackburn Rovers

PREMIERE live, Samstag ab 13:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Da ist es nur noch ein Titel, um den der FC Liverpool kämpfen kann. Ausgeschieden im FA-Cup und nahezu in der Champions League greift man jetzt nach dem letzten Rettungsanker um mal wieder einen Titel nach Anfield zu holen. Man darf gespannt sein, wie die Reds die Klatsche gegen Chelsea verkraften haben. Kapitän Steven Gerrard fällt  verletzt aus, Trainer Benitez hat ihm Schonzeit verordnet. Man darf sich gar nicht vorstellen, wenn Gerrard länger ausfallen sollte. Gegner Blackburn hat sich unter Allardyce ein bisschen vom bedrohlichen Ufer entfernt, man liegt fünf Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Dafür fällt am Samstag wohl der gesamte Sturm aus, Santa Cruz und Jason Roberts sind beide mehr als fraglich.

FC Chelsea – Bolton Wanderers

PREMIERE live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Die Wanderers haben sich am letzten Wochenende endgültig den Klassenerhalt gesichert. Wenn Bolton noch absteigen sollte, müsste es mit dem Teufel zugehen. Da man in der Champions League auch so gut wie sicher im Halbfinale ist, kann man sich für die nächsten Aufgabe motivieren, im FA-Cup gegen Arsenal, in der Liga gegen Bolton und Everton. Alles keine leichten Aufgaben, da ist die Hürde Bolton schon die kleinste Herausforderung, die es zu nehmen gilt.

FC Sunderland – Manchester United

PREMIERE Aufzeichnung, Samstag ab 18:10 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Hand hoch, wer derzeit noch Argumente dafür sieht, dass der FC Sunderland auch in der nächsten Saison in der Premier League spielt. Anybody? Gut, ich glaube derzeit auch nicht daran. Noch liegt man drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, aber das kann sich Samstagabend schon geändert haben. Der letzte Sieg für die Black Cats liegt über zwei Monate zurück. Bei den Red Devils fällt Rio Ferdinand aus, Johnny Evans ist fraglich. Sagen wir es mal so: Dieses Spiel könnte ja auch ein Turning Point für Sunderland sein, ach, nee, so richtig glauben tue ich das nicht.

FC Middlesbrough – Hull City

Mehr Abstiegskampf geht nicht. Der Trainer von Middlesbrough, Gareth Southgate, hat unter der Woche schon mal angekündigt, dass man bei einer Niederlage am Samstag sich keine zu großen Hoffnungen mehr auf den Klassenerhalt machen soll. Die Journalisten haben ihm das dann als Schwäche ausgelegt, er wollte aber nur an den Ernst der Lage apellieren und das es am Samstag ein – na was wohl – Must-Win Game sei. Das bringt es für Middlesbrough auch auf den Punkt. Wenn es gut läuft, kann man mit einem Sieg den Abstand auf einen Nichtabsiegsplatz auf zwei Punkte verkürzen. Läuft es schlecht, kann Hull City erstmal durchatmen und Gareth Southgate sich nach einem neuen Job umschauen. Sagen die starken Journalisten in Middlesbrough.

Stoke City – Newcastle United

Newcastle United ist dafür bekannt schnell eines Messias auszurufen. Das war bei Kevin Keegan so, das war letzte Woche auch beim neuen Trainer Alan Shearer so. Und dann musste man doch ganz schnell erkennen, dass bei den Magpies die Bäume nicht in den Himmel wachsen, schon gar nicht, wenn man vorher solch hohe Erwartungen an den Tag legt. Man zeigte eine anständige erste Hälfte gegen den FC Chelsea. Kommen wir nochmal auf die Erwartungen zurück. Dann sollte man jetzt das Ziel haben bei Stoke City drei Punkte zu holen. Denn dieses Vorhaben dürfte schon realistischer sein, auch wenn Stoke City extrem heimstark ist. Die Potters können mit einem Sieg fast schon den Klassenerhalt perfekt machen. Der Druck liegt also klar bei Newcastle. Mal sehen, was man sich einfallen lässt, wenn es nicht für den erhofften Sieg im Britannia Stadium reicht. Für Newcastle fast schon ein – na was wohl – Must-Win Game.

FC Portsmouth – West Bromwich Albion

Es ist jetzt nun wirklich die allerletzte Chance für West Brom. Im Moment acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt hilft eigentlich nur ein Sieg beim FC Portsmouth. Sonst kann man sich endgültig von der Premier League verabschieden. Vielleicht können die Gastgeber von der Südküste diese Unsicherheit bei den Baggies nutzen und ihre gute Heimform zuletzt bestätigen, was gleichbedeutend mit einem großen Schritt Richtung Klassenerhalt wäre.

Wigan Athletic – FC Arsenal

Eigentlich ein sehr interessantes Spiel. Die Gunners, durchaus gestärkt nach dem 1:1 bei Villarreal, wollen versuchen vom direkten Duell zwischen Everton und Aston Villa profitieren und Platz 4 festigen. Wigan will West Ham im Kampf um einen UEFA-Cup Platz unter Druck setzen. Wigan Athletic ist für mich eine der Überraschungen diese Saison, heimlich, still und leise hat man sich souverän den Klassenerhalt gesichert. Und nur das war primäres Ziel der Mannschaft von Steve Bruce. Interessant zu sehen wird sein, wie die Gunners den Ausfall von Gallas kompensieren, Almunia ist ebenfalls nicht dabei. Dafür könnte Robin van Persie zurück ins Team kehren.

Tottenham Hotspur – West Ham United

Kein Spieltag ohne ein Derby in London, diesmal der Osten der Stadt zu Gast im Norden von London, die Spurs empfangen die Hammers. Die Spurs nur noch mit theoretischen Chancen auf Platz 7, den eben die Hammers belegen. Mit einem Sieg könnte das Team von Gianfranco Zola die Ansprüche untermauern.

Aston Villa – FC Everton

PREMIERE live, Sonntag ab 14:55 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Für Everton-Trainer David Moyes ist es ein Spiel, das unbedingt gewonnen werden muss, für sein Gegenüber Martin O’Neill ist es das Spiel um endlich mal die große Qualität seiner Mannschaft zu zeigen. Beide Trainer rühren kräftig in der Qualitätstrommel vor dem wichtigen Spiel am Sonntagnachmittag. Villa könnte mit einem Sieg bis auf vier Punkte vom FC Everton davonziehen, bei einem Remis wären die Toffees dank der besseren Tordifferenz an Villa vorbei. Die Gastgeber müssen weiterhin auf Gabriel Agbonlahor, Emile Heskey und Martin Laursen verzichten. Villa ist seit neun Spiele ohne Sieg, von der Heimstärke nichts mehr zu spüren. Everton hat nur eines der letzten sieben Ligaspiele verloren, beim FC Portsmouth.

Man City – FC Fulham

Höchstwahrscheinlich reicht der 7. Platz diese Saison für die Qualifikation zum UEFA-Cup. Beide Teams könnten diesen siebten Platz noch erreichen, Fulham liegt vier Punkte zurück, Man City sechs Zähler. Hier spielt eines der stärksten Heimteams gegen eines der schwächsten Auswärtsteams. Man City spielt in der oberen Tabellenhälfte, weil man in Eastlands regelmäßig gute Leistungen bringt. Fulham spielt eine der besten Saisons in der Vereinsgeschichte, weil man im Cravan Cottage attraktiven und erfolgreichen Fußball zeigt. Es würde also einem Wunder gleichen, wenn Fulham bei Man City gewinnt. Aber bei der angeblich teuersten Mannschaft der Welt ist alles möglich.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Impressionen aus London

Donnerstag, 9. April 2009 20:27

Würde mir jemand eine Million schenken, würde ich sofort nach London ziehen. Würde mir irgendjemand einen halbwegs brauchbaren Arbeitsplatz in London anbieten, würde ich sofort zuschlagen. Ich bin immer wieder fasziniert von dieser Stadt und bin unglaublich gerne in London, wegen der vielen Sehenswürdigkeiten, der kulturellen Vielfalt, dem unglaublich großen kulinarischen Angebot, den stets netten und freundlichen Menschen in der Stadt und auch weil man der Hektik und dem Stress einer Millionenstadt ganz schnell durch die vielen Grünanlagen und Parks entkommen kann. Vier Tage London liegen hinter mir und ich habe immer Sehnsucht nach dieser Stadt. Wenn man morgens in der Rush Hour mit den Einwohnern in den vollen U-Bahnen versucht die Zeitung umzuschlagen, wenn man mittags im Park sein Sandwich auspackt und die Berufstätigen die Grünanlagen stürmen, wenn man nachmittags einen der zahlreichen Pubs aufsucht und mit den Menschen nach Feierabend gemütlich ein Bier trinken kann und wenn man abends gut und günstig in den vielen Restaurants essen kann. London ist und bleibt meine absolute Lieblingsstadt. Ein paar Eindrücke:

Der Donnerstag war hektisch in London. G20-Gipfel in der Stadt. Wir sind dem Chaos weiträumig entwichen und sind drei Stunden an der Themse gelaufen, von Canary Wharf bis zum London Eye.

Blick auf die Tower Bridge

Blick auf die Tower Bridge

Die Millenium Bridge und Blick auf St. Pauls Cathedrale

Die Millenium Bridge und Blick auf St. Paul's Cathedrale

Freitag Vormittag war Shoppen angesagt, weil das Wetter noch nicht ganz so gut war (na ja, Nebel und Sonne), nachmittags dann London Eye (ich würde es nicht nochmal machen, habe aber nichts bezahlt dafür und deshalb gerne mitgenommen), Gang durch den Hyde Park und abends nach Fulham, Richmond und Wimbledon rausgefahren.

Verkehr auf der Regent Street

Verkehr auf der Regent Street

Blick auf den See im Hyde Park

Underground Station Earls Court

Wir haben in einem Hotel in Kensington gewohnt, in der Nähe der Station Earls Court. Ich finde Kensington jetzt vom Stadtteil nicht so schön, aber er liegt nicht zentral in der City, man kommt aber trotzdem zügig mit diversen Linien in die Stadt und kann mit dem Bus gut zu Harrods und dem Hyde Park fahren. Das Bild zeigt die Station Earls Court an einem Samstagmorgen um kurz nach neun. Ich frag mich, wann die Londoner alle aufstehen, aber ich habe selten an einem Samstagmorgen so viele Menschen auf den Beinen gesehen.

Blick auf den Hyde Park

Blick auf den Hyde Park

Samstag Vormittag stand der Portobello Markt auf dem Programm, nachmittags dann für mich Fußball und abends waren wir nach dem Abendessen im Pub und sind spät abends mit einem Doppeldeckerbus durch das nächtliche London gefahren. Und so blöd es jetzt auch klingen mag. Ich kann jedem Besucher Londons das nur empfehlen. Ich habe mir erstmal Zorn zugezogen, weil wir zwei Busse vorbeifahren lassen mussten, weil die vorderste Sitzreihe ganz oben immer schon besetzt war. Der dritte Bus war dann ganz leer. Und Bus fahren in London macht unglaublich viel Spaß. Wir sind nur 15 Minuten von Marple Arch bis Parliament Square gefahren, bei gefühlt 20 Situationen dachte ich aber, dass wir mehrere Autos über den Weg fahren würden. Von oben sieht das immer so gefährlich aus.

Blick von Greenwich in Richtung London City

Blick von Greenwich in Richtung London City

Sonntag haben wir zum Abschluss noch einen kleinen Tagesausflug nach Greenwich gemacht. Der Null-Meridian war von Touristen überfüllt, aber ansonsten ist das ein sehr schöner Stadtteil, die nicht so mit Gästen aus aller Welt überfüllt sind.

Das schöne in London ist, das man wirklich sehr gut und preiswert essen kann. In diesem Punkt ist London also gar nicht so teuer, wie von vielen Reiseführern immer behauptet. Wer gerne italienisches Essen mag, sollte auf alle Fälle beim Pizza Express vorbeischauen. Unglaublich frische Zutaten und sehr leckere Pizzen. Wer mittags vorbeischaut, sollte aber reservieren oder etwas Zeit mitbringen. Ich bin eigentlich kein so großer Freund von indischem Essen, wir haben aber trotzdem mal das Masala am Earls Court besucht. Und es hat mir sehr gut gefallen, kann ich auch gut empfehlen. Und was mir auch sehr gut gefallen hat, war das Wagamama in der Nähe vom Earls Court. Ich hatte hier aus Deutschland schon mal auf deren Internetseite nachgeschaut und da stand dann, dass es eher japanisch geprägt ist. Deshalb hatte ich das gar nicht mehr so auf der Rechung. Als wir Donnerstagabend dann davorstanden, sind wir trotzdem reingegangen – und es war köstlich. In die Currysauce hätte ich mich reinsetzen können.

Vier Tage gingen wieder viel zu schnell vorbei, wieder gar nicht alles geschafft. Insbesondere in das Museum British Music Experience will ich unbedingt noch einmal rein. Ich sehe schon, dass ich im September vielleicht noch mal nach London fahren muss. Oder nächstes Jahr.

Thema: Alltägliches | Kommentare (3) | Autor: medispolis

“Theeeoooo, Theeeoooo, Theeeoooo” – Zu Besuch beim FC Arsenal

Mittwoch, 8. April 2009 18:26

Samstagvormittag, 04. April 2009, gegen 12:00 Uhr Ortszeit im Westen von London. Ich schlendere noch über den Portobello Market im wunderschönen Stadtteil Notting Hill. Die Sonne schaut gelegentlich mal durch die Wolken durch. Dann ist es aber endlich Zeit das Frauen-Vormittagsprogramm langsam zu beenden und die Reise in den Norden Londons zu beginnen, zum Emirates Stadium, der Spielstätte des FC Arsenal. Und dieses Vorhaben stellt auch schon die erste, aber letzlich auch einzige Herausforderung des Samstags dar. Von Notting Hill zum Emirates Stadium ist schon ein etwas längerer Weg durch London, zudem waren an diesem Wochenende mal wieder zahlreiche U-Bahn Linien gesperrt, unter anderem die komplette Circle Line, also konnte ich nicht den einfachen Weg durch die Stadtmitte nehmen, sondern musste einen kleinen Bogen fahren. Also mit dem Bus bis zur Underground Station Paddington, mit der Hammersmith&City Line bis zur völlig unübersichtlichen Station King’s Cross/St. Pancras, und von dort weiter mit der Piccadilly Line Richtung Norden bis zur Station Arsenal, einer von zwei Haltestellen, die nach einem Fußballverein benannt ist. Die andere ist West Ham. Die Bahn ist voll, wie immer leicht stickig, viele Arsenal-Fans sind schon zu sehen, ich bin bestens ausgerüstet mit Kamera, Arsenal-Schal und genug Geld für ein ordentliches Mittagessen vor dem Spiel.

Der Stadtteil Highbury

Der Stadtteil Highbury

U-Bahn Station Arsenal, wieder eine kleine Ewigkeit mit der Rolltreppe fahren, bis man das Tageslicht erreicht hat. Die Sonne scheint jetzt vom nahezu wolkenlosen Himmel. Eine Stunde in der Unterwelt, und London strahlt wieder in der Sommerwärme. Angekommen im wunderschönen Stadtteil Highbury. Die Fans treffen sich an der U-Bahn Station und strömen von dort in kleinen Gruppen in die nahegelegenen Pubs, gehen zu einer der zahlreichen Imbissbuden am Straßenrand oder kaufen sich einfach nur ein Bier, genießen die Sonne und diskutieren über das heutige Spiel. Highbury ist ein kleiner, fast typisch englischer Stadtteil. Kleine Häuser mit beschaulichem Vorgarten säumen den Straßenrand, alles wirkt ruhig, herausgeputzt, weit entfernt vom hektischen Stress der Londoner Innenstadt. Ich habe noch Zeit und mache einen kleinen Rundgang durch das Viertel, gehe am ehemaligen Stadion des FC Arsenal, an Highbury, vorbei und treffe dann auf die offizielle Arsenal-Tarverne. Der Pub ist mit Arsenal-Fans überfüllt, die aber mit ihren Bieren fast alle draußen in der Sonne stehen. Drinnen ist noch ein wenig Platz. Ich bestelle mir ein Sandwich, Chips und ein großes Bier. Es ist eine sehr freundliche und nette Atmosphäre, jeder wünscht einem einen gutes Spiel und einen schönen Nachmittag beim Fußball. Im Pub laufen auf zwei Großbildleinwänden die ersten Minuten von Blackburn gegen Tottenham. Mein kleiner Rundgang führt mich dann wieder zur U-Bahn Station Arsenal. Es ist kurz vor 14:00 Uhr, Zeit also um noch ein paar Minuten weiter nach Süden aufzubrechen, zum Emirates Stadium. Auf den Weg dorthin überalle wieder kleine Imbissstände, Eisverkäufer und Süßigkeitenbuden.

Ein kleiner Fanshop des FC Arsenal

Ein kleiner Fanshop des FC Arsenal

Ich gönne mir noch einen Crepes mit Schoko und Banane. Man wechselt den Stadtteil, von Highbury nach Holloway. Rein optisch erkennt man aber keinen Unterschied. Nach nur wenigen Minuten erreicht man das Emirates Stadium, was ich zumindest dachte. Man erreichte den Nordeingang. Da ich aber auf meiner Karte ausdrücklich den Hinweis vorfand, dass ich für meinen Block 32 im Unterrang den Südwest Eingang nehmen sollte, musste ich noch einmal fast 15 Minuten den Drayton Park und die Benwall Road entlang spazieren, bis ich am Südwesteingang ankam, zwischenzeitlich bin ich den Gästefans aus Manchester begegnet, die von der Polizei sehr gut bewacht wurden.

Osteingang des Emirates Stadium

Osteingang des Emirates Stadium

Das Stadionareal ist eine unglaublich große Anlage, nahezu mitten in ein Wohngebiet gebaut, von daher auch entsprechend sehr umfassend gesichert mit Zäunen und Mauern, entsprechend ist der Zugang nicht ganz so einfach und man muss eine doch recht lange Wegstrecke zurücklegen um zu einem anderen Eingang zu kommen, eben weil man nicht direkt durch das Wohngebiet weitere Eingänge für die Fans bauen wollte. Von weitem sieht das Stadion in der Außenansicht schon sehr imposant aus.

Der Südwesteingang des Emirates Stadium ist erreicht. Die Fans strömen allmählich in das Stadionareal, wo es umfangreiche Sitzflächen und Möglichkeiten gibt sich aufzuhalten. Man selbst ist dann noch nicht im Stadion, hat aber zumindest das Wohngebiet verlassen. Das Emirates Stadium, von den Arsenal Fans übrigens auch Ashburton Grove genannt,  sieht von außen schon beeindruckend aus. Eine Mischung aus schlichtem Beton und großen Glasfassaden wechseln sich ab, dazwischen die großen roten Schrifzüge des Stadionsponsers. Mehr als drei Jahre wurde am Emirates Stadium gebaut, fast 400 Millionen Pfund hat das Bauvorhaben gekostet, seit Juli 2006 trägt der FC Arsenal dort jetzt seine Heimspiele aus. Etwas mehr als 60.000 Besucher finden Platz im Stadion. Wer noch mehr Zahlen und Fakten haben möchte, kann dies auf der Internetseite des FC Arsenal nachlesen.

FC Arsenal vs Manchester City

FC Arsenal vs Manchester City

Warum überhaupt der FC Arsenal, und warum überhaupt ein Premier League Spiel? Meine Begeisterung für englischen Fußball sollte ja bekannt sein, von daher war es immer schon mein Traum ein Premier League Spiel live zu sehen. Welches, war mir persönlich eigentlich egal. Da das erste April-Wochenende schon länger für de London-Trip feststand und an dem Samstag Arsenal spielte, passt das irgendwie zusammen. Zudem kenne ich über private Kontakte jemanden, der ein season Ticket des FC Arsenal besitzt und mir relativ einfach eine Karte besorgen konnte. Also für alle, die auch mal ein Spiel auf der Insel sehen wollen: Am besten ihr kennt jemand, der auf der Insel wohnt und euch Tickets besorgen kann. Das wird bei den meisten wohl nicht der Fall sein, dann bleibt einfach nur ein bisschen Glück und Hoffen. Es gibt zumindest bei den kleineren Vereinen, wie West Ham, Tottenham oder auch Fulham, die Möglichkeit Tickets über den Generale Sale zu bekommen. Das geht größtenteils auch über das Internet von Deutschland aus. Einfach mal auf den Websiten der Vereins nachschauen. Oder man sucht sich einen der zahlreichen Ticketshops im Internet, quasi eine Agentur für Tickets. Ich habe da keinerlei Erfahrung. Es ist aber eine Möglichkeit, wenn auch keine billige.

Das Emirates Stadium

Das Emirates Stadium

Ich habe für mein Ticket am Samstag etwas mehr als 100 Euro bezahlt, hatte aber auch die höchste Preiskategorie, Tickets in den Oberrängen sind auch bei Arsenal etwas billiger, wenngleich immer noch sehr viel teurer als in der Bundesliga. 50 Euro muss man teilweise auch schon für die sehr schlechten Plätze bezahlen. Ich wollte dann am Samstag auch gleich direkt ins Stadion, nachdem ich das Stadionareal betreten habe. Das ging auch alles ganz problemlos. Ticket vorzeigen – und schon ist man drin. Personen, die Rucksäcke mitbringen, müssen diese öffnen, abgetastet wurde bei meinem Eingang keiner. Besitzer einer Saison-Dauerkarte können direkt die Kontrollen umgehen und per Chipkarte sich an einem Automaten einchecken lassen. Hat mir zumindest mein Sitznachbar genau erklärt und an jedem Eingang stehen auch Drehkreuze mit Automaten und Scanner. Das erspart natürlich enorm viel Zeit. Aber auch ich habe nur fünf Minuten für das ganze Prozedere gebraucht. Erinnert sei daran, dass englische Fußballfans sowieso immer erst sehr spät auf ihre Sitzplätze kommen.

The Official FC Arsenal Magazine

The Official FC Arsenal Magazine

Ausgestattet mit dem Stadionheft für das heutige Spiel und dem offiziellen Arsenal-Magazin (beides zusammen für 5 Pfund zu erwerben) ging ich dann auf meinen Sitzplatz im Unterrang Block 32, direkt vor der Pressetribüne. Knapp eine Stunde vor Spielbeginn war das Stadion noch recht leer, die Radiokommentatoren übten für jeden hörbar ihre Einleitungstexte für die Spiele. Ich hatte also Gelegenheit in die beiden Hefte einmal reinzuschauen. Beide qualitativ jedem deutschen Stadionheft um Längen voraus, besonders die Story über Ashavin im offiziellen Arsenal-Magazin ist sehr lesenswert. Ebenso die Tagebucheinträge von Stürmer Niklas Bendtner. Das Stadionheft beginnt mit einem 2-seitigen Vorwort von Trainer Wenger,  der über die aktuelle Situation seiner Mannschaft schreibt. Sein Text endet mit dem Satz: “As always, thanks for your continued support.” Zudem schreibt Cesc Fabregas auf zwei Seiten über seine Rückkehr in die Startelf. Viele weitere interessante Geschichten, auch zur Historie von Arsenal, folgen. Gegen 14:30 füllt sich dann langsam das Stadion, die Teams kommen zum Aufwärmen, das Stadionprogramm beginnt mit viel britischer Musik, einem längeren Interview mit Wenger sowie einem Rückblick auf die letzten Arsenal-Spiele. Alles fein gemacht und über die beiden großen Leinwände gut erkennbar.

Das ausverkaufte Emirates Stadium vor Spielbeginn

Das ausverkaufte Emirates Stadium vor Spielbeginn

Um kurz vor 15:00 Uhr war das Stadion dann auch komplett voll, nach der Arsenal-Hymne, die von allen Fans so leidenschaftlich laut gesungen wurde, dass ich kaum was verstanden habe, kamen dann die Mannschaften aufs Feld. Mit vier Minuten Verspätung ging es los. Über das Spiel will ich gar nicht so viele Worte verlieren, Manchester City auswärts ist eine einzige Offenbarung, Arsenal reichte eine durchschnittliche Leistung um zu einem souveränen 2:0 zu kommen. Doppeltorschütze war Emmanuel Adebayor, von allen Fans liebevoll nur “Ade” genannt. Wie ist die Stimmung nun in einem englischen Stadion? Sagen wir es mal so: Sie ist anders und mir hat sie sehr gut gefallen. Es gibt immer mal wieder Phasen, wo es im Stadion auch mal fünf Minuten mal völlig ruhig ist und die Menschen interessiert dem Spiel folgen, aber das ist mehr die Ausnahme. Der wohl größte Unterschied auch im Vergleich zu Deutschland ist, dass es diese Fangesänge und Anfeuerungsrufe sehr viel weniger gibt, während des gesamten Spiels hat das Stadion nur ein paar Mal komplett “Arsenal, Arsenal” gerufen. Die Stimmung unter den Fans ist situationsabhängiger, aber dafür umso intensiver. Wenn Theo Walcott in der 17. Minute nach einem langen Sprint in der eigenen Hälfte sich den Ball zurückerobert, steht mit einmal das gesamte Stadion auf, klatscht laut in die Hände und ruft “Theeeoooo, Theeeeeoooo, Theeeoooo.”

Die Mannschaften vor Spielbeginn

Die Mannschaften vor Spielbeginn

Und spätestens dann hat man eine Gänsehaut. Oder bei der Auswechselung von Fabregas in der zweiten Hälfte stehen alle Fans auf und applaudieren mehrere Minuten lang. Aber nicht nur klatschen, es wird minutenlang sein Name gerufen. Und am meisten hat mich beeindruckt, als kurz vor Spielende Ashavin von der anderen Seite des Spielfeldes zur Ecke laufen musste und mit einmal wieder alle aufstehen und applaudieren und “Ashaaaaavin, Ashaaaaavin” rufen. Wie gesagt, die Stimmung ist anders, aber dafür intensiver und leidenschaftlicher. Immer wieder gibt es von einzelnen Fans Anfeuerungsrufe, und fast jeder gewonnene Zweikampf wird mit donnerndem Applaus bedacht, egal ob an der gegnerischen Eckfahne oder am Mittelkreis. Was mir noch aufgefallen ist: Sobald mal ein Fehler unterläuft, wird nicht gemotzt oder gemeckert, sondern aufgemuntert, quasi nach dem Motto: “Das kannst du bessern, zeig dein wahres Gesicht.” Entscheidungen des Schiedsrichters, mit denen die Arsenal-Fans nicht einverstanden sind, werden lautstark kommentiert, mit Worten, die ich hier nicht erwähnen möchte. Aber ich habe in 90 Minuten noch nie so viele verschiedene Schimpfwörter gehört. Und auch Mark Hughes, der Trainer von City, bekam regelmäßig sein Fett ab, weil er sich schon früh mit dem Schiedsrichter “solidarisieren” (O-Ton meines Sitznachbarn) wollte.

Nach dem Spiel verlassen die Fans relativ schnell das Stadion, aber nicht bevor alle noch einmal ihrer Mannschaft applaudiert haben. Ein Teil der Fans sucht dann die zahlreichen näher gelegenen Pubs auf um über das Spiel zu sprechen und weiter Fußball zu gucken, der Rest steuert die beiden U-Bahn Stationen an, wie gesagt Arsenal und die weiter nördlichere Station Finsbury Park. Ich bin auch zu letzterer gegangen, weil die weniger stark frequentiert sein sollte. Was letzlich zwar nicht ganz stimmte, aber so hatte ich noch einen schönen Spaziergang in der Frühlingssonne Londons. Vorbei ging es an den Pubs, die schon wieder zahlreich gefüllt war, mit den meisten Fans zur U-Bahn. Alles ist von Seiten der Polizei gut organisiert, es kommt immer nur eine bestimmte Menge von Fans in die U-Bahn Stationen, Straßen werden nicht gesperrt, aber der Verkehr wird immer für 10 Minuten aufgehalten, damit die Massen an Fans die Kreuzung überqueren können. Und so war ich eine Stunde nach Spielende wieder in der U-Bahn in Richtung Stadtmitte.

Rückblickend war es ein tolles Erlebnis, das ich nur jedem empfehlen kann. Englische Fußballfans sind verrückter als ich dachte, aber positiv verrückt, unglaublich nett und freundlich. Es ist eine große Arsenal-Familie, in der jeder scheinbar seinen Platz hat und sich um das Wohl aller kümmern möchte. Es war eine tolle Atmosphäre im Stadion und auf der Hin- und Rückfahrt. Und als auf der Rolltreppe im Finsbury Park auf einmal tausende Fans mit “Theeeoooo, Theeeeeoooo, Theeeoooo” – Rufen begonnen haben, wusste ich, dass es keinen schöneren Abschluss für diesen Nachmittag hätte geben können.

Noch mehr Fotos von meinem Besuch im Emirates Stadium habe ich bei flickr hochgeladen.

Thema: Alltägliches, Premier League | Kommentare (10) | Autor: medispolis

DEL 2008/2009 Playoff-Halbfinale Spiel 5, Hannover Scorpions – DEG Metro Stars

Dienstag, 7. April 2009 12:19

Aller guten Dinge sind drei. Und wer heute Abend in der Tui-Arena den dritten Sieg einfährt, zieht ins Finale um die deutsche Eishockeymeisterschaft gegen die Eisbären Berlin ein. Die Scorpions gewannen beide Heimspiele souverän. Ob das heute Abend auch gelingt, bleibt abzuwarten. Da ich es heute Abend selbst nicht nach Hannover schaffe, wird hier ab 18:30 Uhr live gebloggt. Also klappt die Bürgersteige hoch, haltet Beruhigungstropfen bereit – und ich versuche trotz garantiert schwitziger Hände und massiver Aufregung hier mitzutickern. Das Finale fürs Finale – aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Thema: Live-Blog, Sport | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zurück aus London

Montag, 6. April 2009 19:26

London bei Nacht: Blick auf das London Eye am Ufer der Themse

London bei Nacht: Blick auf das London Eye am Ufer der Themse

Bin wieder zurück aus London. Vier wunderschöne Tage verbracht, viel gesehen, viele unvergessliche Eindrücke, dazu fast immer Sonnenschein und knapp 20 Grad. Reiseberichte und Fotos, unter anderem von meinem Besuch im Emirates Stadium, folgen in den nächsten Tagen.

Ich habe von ganz vielen Lesern oder meinen Followern bei Twitter Mails oder Nachrichten bekommen, die nach Tipps fragen, wie man an Karten für Premier League Spiele bekommt. Ich werde dazu später auch hier ein paar allgemeine Sätze schreiben. Manche Fragen waren aber auch sehr speziell, von daher bekommt jeder, der mir eine Mail geschrieben hat, auch noch eine Antwort. Ich kann es nicht versprechen, ob ich das schon die nächsten Tage schaffe, aber spätestens an Ostern sollte das klappen.

Thema: Alltägliches | Kommentare (0) | Autor: medispolis