Meine Premier League Saison 2008/2009

Mannschaft der Saison: FC Fulham

  • Letzte Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert, galt das Team aus dem Südwesten Londons unter vielen Experten als erster Abstiegskandidat. Doch weit gefehlt. Fulham spielt die beste Saison in der Premier League, ist extrem heimstark und kann gegen Ende der Saison auch endlich auswärts gewinnen. Belohnung für die tolle Saison: Platz 7 und der Einzug in die Europa League. Für den Verein, der finanziell wahrlich nicht auf Rosen gebettet ist, ein kleiner Geldregen.

Spieler der Saison: Steven Gerrard

  • 16 Tore und eine erneut großartige Saison des Kapitän vom FC Liverpool. Hatte gegen Ende der Saison ein paar Verletzungsprobleme. Deshalb kam er auch nur auf 31 Einsätze in dieser Saison. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Gerrard über die ganze Saison fit gewesen wäre.

Trainer der Saison: Tony Pulis, Stoke City

  • Ganz klammheimlich hat sich Stoke City in der Rückrunde gemausert. Zuletzt hatte man sogar zweimal auswärts gewonnen. Am Ende der Saison wurde man mit 45 Punkten bester Aufsteiger in der Premier League Saison 2008/2009. Man spielte nicht immer schön, aber in der Rückrunde erfolgreich. Kompliment an Tony Pulis.

Überraschung der Saison: West Ham United

  • Noch so ein Team, das die wenigsten auf der Rechung für einen Platz im oberen Mittelfeld hatten. Nachdem zu Beginn der Saison bekannt wurde, dass der isländische Besitzer des Vereins aufgrund der Finanzkrise große Teile seines Vermögens verloren hatte, stand auch West Ham vor leeren Geldbörsen. Keine Transfers mehr, Sponsoren waren schwierig zu finden. Dafür klappte es auf dem Platz umso besser. Gianfranco Zola hat innerhalb weniger Monate eine geschlossene Mannschaft geformt. Und die Fans im Upton Park hat man auch wieder versöhnt.

Enttäuschung der Saison: Newcastle United

  • Braucht man ja eigentlich nicht mehr viel zu sagen: Drei Trainer während einer Saison, ein Vereinsbesitzer, der seinen Verein verkaufen will, aber keinen Investor findet. Eine verunsicherte Mannschaft, das Verletzungspech von Michael Owen. Wenn selbst Alan Shearer nicht helfen kann, weiß ich es auch nicht mehr. Der Premier League wird mit dem Abstieg der Magpies etwas fehlen. Aber für Newcastle United ist der Weg in die 2. Liga ein Punkt in der Vereingeschichte komplett neu anzufangen. Und das ist mehr denn je nötig.

Spiel der Saison: FC Liverpool – FC Arsenal 4:4, 21. April 2009 an der Anfield Road

  • Ich habe es damals als eines der besten Spiele der letzten Jahrzehnte bezeichnet. Und dabei bleibe ich auch heute noch. Liverpool dominierte die erste Hälfte, Arsenal ging überraschend in Führung. Die zweite Hälfte war dann von beiden absoluter Power-Fußball auf höchstem Niveau. Dass dann eben auch einige defensive Fehler passieren, ist konsequent. Überragender Spieler war Ashavin, der Liverpool mit seinen vier Tore einen großen Dämpfer im Kampf um die Meisterschaft verpasste. Da nutzten auch die Tore von Fernando Torres nichts. Und wer immer noch nicht weiß, warum fast eine Milliarde Menschen solche Spiele am TV sehen wollen, weiß es nach diesem Spiel.

Tor der Saison: Fernando Torres, FC Liverpool - Blackburn Rovers, 11. April 2009

  • So eine Entscheidung ist natürlich immer schwierig. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich das 1:0 von Fernando Torres gegen die Blackburn Rovers nehmen. Langer Ball auf Torres, perfekte Ballannahme per Brust, und aus der Drehung in den Winkel getroffen. Kein Gegenspieler dieser Welt kann so ein Tor verteidigen.

Schönster Moment der Saison:

  • Mit Arsenal-Fans im Emirates Stadium diskutiert haben und das Spiel gegen Manchester City sehen dürfen. Erinnere mich immer noch gerne an das London-Wochenende zurück.

Peinlichster Moment der Saison:

  • Die Auswechselung von Christiano Ronaldo beim Derby Anfang Mai gegen Manchester City. Er ist ein großer und toller Fußballer, aber so eine Show abziehen, nur weil er ausgewechselt wird, ist einem Superstar nicht würdig.

Überschätzt: Michael Ballack

  • Höchstens eine durschnittliche Saison, wenn überhaupt. Ich kann es nicht mehr begreifen, wenn in jedem Chelsea-Spielbericht einer deutschen Tageszeitung in der Überschrift der Name Ballack vorkommt. Hat er für die vergangene Saison nicht verdient.

Unterschätzt: Nicolas Anelka

  • Ist mit 18 Tore Torschützenkönig in der Premier League Saison 2008/2009 geworden. Doch wirklich viel stand Anelka diese Saison nicht im Mittelpunkt. Ganz leise und heimlich hat Anelka seine Tore gesammelt. Und er ist eben auch kein Didier Drogba, wenig Schwalben, kein Aufschreien nach dem CL-Aus. Top-Saison von Anelka.

Comeback der Saison: Guus Hiddink

  • Gut, er hat noch nie in der Premier League trainiert. Aber seitdem der Russe russische Nationaltrainer das Zepter in der Hand beim FC Chelsea trug, waren die Spiele der Blues wieder anschaubar. Das ging unter Luis Felipe Scolari gar nicht. Schade, dass Hiddink nicht länger an der Stamford Bridge verweilt.

Besondere Auszeichung für: David Moyes

  • Der Trainer des FC Everton hatte mit die schwierigste Aufgabe in dieser Saison. Teilweise fiel der komplette Sturm in der Hinrunde für mehrere Wochen aus. Trotzdem konnten sich die Toffees wieder auf Platz Fünf kämpfen. Vater des Erfolgs ist Moyes, der auch gleich mit einem neuen Vertrag für die nächsten vier Jahre ausgestattet wurde.

Das ging viel zu schnell: Hull City

  • Tolle Hinrunde mit attraktivem Fußball. Der Erfolg stieg Phil Brown ein bisschen zu hoch in den Kopf. Keine Neuverpflichtungen in der Winterpause, in der Rückrunde ging es steil bergab. Aber am Ende hat es ja knapp gereicht.

Das ging viel zu langsam: FC Arsenal London

  • Fünf Niederlagen in den ersten neun Saisonspielen. Danach legte man aber ein Siegesserie nach der anderen hin. Wäre nur der verpatzte Saisonstart nicht gewesen…

Das war schon richtig gut: Andrej Ashavin

  • Habe selten einen Spieler gesehen, der sich so gut und so schnell in der Premier League zurechtgefunden hat. Vier Tore gegen Liverpool, dazu eine feine Einzelleistung mit schönem Tor gegen die Blackburn Rovers. Ashavin und Arsenal – das passt einfach zusammen. Hoffentlich auch nächste Saison.

Das muss wieder besser werden: PREMIERE

  • Nur drei Spiele pro Spieltag. Das ist einfach viel zu wenig. Dazu eine Chelsea-Lastigkeit, die nicht verständlich ist. Unter Sky soll ja alles besser werden. Vier bis fünf Spiele pro Wochenende wären schon ein erster Schritt. Und bitte wieder das Premier League Magazin einführen.

Beste Kommentierung der Saison: Marco Hagemann, FC Arsenal – Hull City 1:2

  • Mit einer Begeisterung und Kompetenz in die Geschichte und Strukturen von Hull City während des Spiels eingeführt. Große Klasse! Dazu nette Geschichten und die nötigen Emotionen bei den Toren für die Tigers.

Hier geht es dann ab Mitte Juni weiter mit der Vorschau und allen News zur neuen Saison. Freuen wir uns auf eine spannende und unterhaltsame neue Premier League Saison 2009/2010.

Autor: medispolis
Datum: Montag, 25. Mai 2009 12:03
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4 Kommentare

  1. 1

    Interessante Analyse – aber seit wann ist Guus Hiddink Russe?

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  2. 2

    Bei mir war er das heute für ein paar Stunden. Ich meinte natürlich russischer Nationaltrainer. Kommt davon, wenn man so einen Eintrag beim Frühstück vorbereitet. Danke für Lob und Hinweis, Fehler ist ausgebessert.

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  3. 3

    GEILE analyse. schneidet sich mit meiner überein

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  4. 4

    größte enttäuschung ist für mich Dimitar berbatov, er ist zu langsam, er ist lustlos, er wirkt arrogant, er ist einfach nur schlecht!

    was hat Ferguson nur geritten den für so viel geld zu kaufen?
    ___________________

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