Beiträge vom 26. Mai 2009

Zitat des Tages: Dienstag, 26. Mai 2009: Abschied von Diego

Dienstag, 26. Mai 2009 21:42

“Auf jeden Fall fällt es mir schwer, Bremen zu verlassen. Ich werde immer mit großer Sehnsucht an Bremen zurückdenken. Ich hatte hier drei tolle Jahre, die besten Jahre meiner Karriere und meines Lebens. Egal was passiert, Werder Bremen wird für immer in meinem Herzen bleiben.”

Diegos Interview zum Abschied aus Bremen.

Thema: Werder Bremen, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Hoffnungen und Befürchtungen wegen Sky

Dienstag, 26. Mai 2009 21:26

Morgen scheint es also soweit zu sein: Die neuen Preise und Programmpakete von Sky Deutschland werden vorgestellt. In knapp fünf Wochen wird PREMIERE von der Bildfläche verschwinden, Sky Deutschland wagt einen Neuanfang für erfolgreiches Pay-TV, das sich nach den Vorstellungen von PREMIERE-Chef Williams in Deutschland etablieren soll. Ein Entertainment-Format von Weltklasse, hieß es damals in der Pressemitteilung. Höher kann man die Erwartungen eigentlich nicht schrauben, aber sehr viel tiefer fallen – und scheitern.

So richtig schlau wurde man bisher nicht von den Plänen von Sky Deutschland. Massive Investitionen in Vertrieb, Programm und Service werden angekündigt. Da wirkt die heutige Mitteilung von der Aufschaltung von Disney Cinemagic HD als klares Indiz, dass die Vertrauten von Rupert Murdoch die Sache wirklich ernst meinen. Gestern ging dann über die Ticker die Aufnahme des Senders MotorVision TV ins Programmbouquet. Ein Sender, den eigentlich keiner braucht und der von seiner Aufmachung und der Programmqualität eigentlich das genaue Gegenteil zu einem Entertainment-Format von Weltklasse ist.

Ohne jetzt schon die Details zu kennen, kann man eines sagen: Pay-TV in Deutschland wird besser – aber auch teurer. Da kommt ein Neuanfang für Bezahlfernsehen in einem Land, in dem die Mehrheit immer noch mit 10-20 analogen Programmen zufrieden ist und das derzeit von einer massiven Wirtschaftskrise betroffen ist, nicht gerade zum günstigsten Zeitpunkt. Ob man mit den ambitionierten Plänen Pay-TV zu revolutionieren – denn nichts anderes ist dieser Neuanfang – scheitern wird?

Ich hoffe es nicht. Ich kenne jetzt auch schon fast acht Jahre PREMIERE und ich würde es fantastisch finden, wenn Pay-TV in Deutschland nochmal revitalisiert wird. Weil ich gerne Sport, Serien und Filme schaue, die mit das Free-TV nicht bieten kann. Und dafür bin ich dann auch gerne bereit zu zahlen. Nur glauben tue ich an einen Neuanfang des Pay-TV in Deutschland einfach nicht. Dafür sind die finanziellen Ausgangsbedingungen bei PREMIERE und die strukturellen Voraussetzungen in Deutschland nicht vorteilhaft genug. Mark Williams muss einen langen Atem haben. Vielleicht haben die Verantwortlichen von Sky einen zu großen Wurf gemacht. Aber wer will es ihnen verbieten: Wenn, dann richtig. Die Taktik aus Nichts Ganzem und Wenig Halbem hat PREMIERE die letzten Jahre in den Ruin getrieben. Dabei hätte eine Investition ins Programm und eine Erweiterung um wichtige Programminhalte, wie Nascar, NBA, BBL und einige neue Serien, vielleicht erstmal gereicht um wieder mehr Abonnenten zu erreichen. So hat man die letzten zwei Jahren keinen Cent investiert – und sich viel Vertrauen verspielt. Vertrauen, das man jetzt innerhalb weniger Monate wieder zurückgewinnen muss. Ein Start von 0 auf 110, ganz vorne anfangen. Jetzt macht man den großen Wurf, nachdem man monatelang die Abonnenten ausbluten ließ mit Programmkürzungen und unsinniger Programmgestaltung.

Ich habe die Hoffnung, dass Sky wieder mehr Sport und mehr Serien zeigt. Und Pay-TV in Deutschland wieder zu einem Produkt macht, für das es sich lohnt zu bezahlen. Die nächsten zwei Jahre werden auch für den TV-Markt in Deutschland ausgesprochen spannend. Denn wenn Sky scheitern sollte – und ich sehe das durchaus als mögliche Option an – war es das mit Pay-TV in Deutschland. Sky muss ganz viel leisten um wieder mehr Abonnenten ins Boot zu holen. Eine sehr große Aufgabe. Wenn man scheitern sollte, wäre das irgendwo sogar nachvollziehbar. Jedenfalls nachvollziehbarer als die vergangenen Geschäftsjahre von PREMIERE. Jetzt sind Profis am Steuer. Aber auch Profis können ihre Ziele nicht immer erreichen, zumal ihr Erfolg nur zum Teil in den eigenen Händen liegt.

Ein schmaler Grad. Vielleicht sind wir ja morgen schon schlauer und können sagen, wie sich die Waage zwischen Hoffnungen und Befürchtungen die nächsten Monate ausbalanciert.

Thema: TV und Radio | Kommentare (4) | Autor: medispolis