Beiträge vom Mai, 2009

Fußball-Bloggertreffen am 30.05.09 in Bochum

Dienstag, 12. Mai 2009 8:07

Enno von Welt Hertha Linke und Torsten vom Koenigsblog laden für den 30.05.09 zum Fußball-Bloggertreffen nach Bochum. Gemeinsam soll das DFB-Pokal Finale zwischen Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen geschaut werden. Weitere Informationen dazu gibt es hier und hier.

Ich hätte natürlich auch gerne vorbeigeschaut, bin aber – als Fan von Werder Bremen möge mir man das verzeihen – an diesem Tag in Berlin. Wünsche euch allen trotzdem viel Spaß und hoffe, dass eine große Runde in Bochum den Pokalsieg von Werder Bremen feiern kann :)

Thema: Fußball | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2008/2009 36. Spieltag, Manchester United – Manchester City

Sonntag, 10. Mai 2009 13:55

[16h24] Endstand Manchester United – Manchester City 2:0

Eine Spazierfahrt für Manchester United. Theoretisch brauchen sie noch vier Punkte aus drei Spielen, sollte Liverpool alle Partien gewinnen. Das sollte machbar sein. City eine einzige Enttäuschung. Der siebte Platz in weiter Ferne und mit so einer Leistung auch nicht annährend verdient.

[16h19] Bester Mann auf dem Platz für mich heute Dimitar Berbatov. Tolle Pässe, gute Übersicht. Sehr gutes Spiel.

Wechsel Manchester City: Evans für Robinho

Hämische Rufe und Pfiffe für die Auswechselung des Brasilianers.

Man Utd fast mit dem 3:0. fltecher verlängert eine Reingabe an den Pfosten. Tevez wäre fast noch rangekommen, streckt aber zurück, weil er sonst mit voller Wucht gegen den Pfosten geknallt wäre.

3 Minuten Nachspielzeit.

[16h17] Martin Petrov mit der besten Chance für Manchester City nach 86 Minuten. Toller Schuss, der wäre genau in den Winkel gegangen, wenn van der Sar den nicht noch aus dem Eck holt und zur Ecke klären kann. Klasse Aktion. Petrov darf meinetwegen bleiben.

[16h12] Gucken die Scheichs heute eigentlich auch zu? Ich denke mal schon. Wenn sie diese Leistung heute sehen, müssten sie sich zu neuen Saison eigentlich 14 neue Spieler plus Trainer leisten. Denn das, was City da abliefert, geht gar nicht. Mit Ausnahme von Ireland, der wenigstens ein bisschen kämpft, ist das schlichte Arbeitsverweigerung.

[16h08] Und ganz ehrlich. Wer will es Manchester United verdenken, dass sie hier auf Sparflamme spielen und schon einige wichtige Spieler schonen. Man liegt 2:0 in Führung. Was will man mehr. Und vor allem. Man hat ein dichtes Programm in den nächsten Tagen. Mittwoch Wigan, Samstag Arsenal. Die einzige Enttäuschung ist City. Man kann den Worten von Markus Gaupp nur zustimmen, der die Leistung der Citizens eben als “grausam” bezeichnet hat.

[16h04] Manchester United hat minimum drei Gänge zurückgeschaltet und als neutraler Zuschauer kann man wahnsinnig werden, wie wenig City davon profitiert, weil sie schlicht zu wenig tun beziehungsweise tun können. Wo ist jetzt ein Robinho, wo ein Elano, wo ein Stephen Ireland?

Wechsel Manchester City: Martin Petrov für Nigel de Jong

[15h59] 23 Minuten gespielt in der zweiten Halbzeit – Manchester United zum ersten Mal gefährlich vor Shay Given.

Wechsel Manchester United: John O’Shea für Jonny Evans

[15h54] Wechsel Manchester City: Valeri Bojinov für Felipe Caicedo

[15h52] Mittlerweile Scholes und Rooney für Park und Ronaldo bei Man Utd im Spiel.

City mit mehr Ballbesitz, aber komplett ungefährlich. Utd hat den Spielbetrieb komplett eingestellt. Ganz schwaches Spiel im Moment

[15h46] Und wenn man in den letzten Tagen Berichte gelesen hat, dass Robinho längerfristig bei Manchester City bleiben möchte, muss man das schon fast als Drohung für die City-Fans sehen. Denn Robinho ist nicht exsistent auf dem Platz.

[15h42] Manchester United spielt die zweite Halbzeit schon im Schongang. Das ist ja schon schlimm. Aber viel schlimmer: City kann da überhaupt nicht profitieren. Das ist eine einzige Enttäuschung, was City offensiv anbietet.

[15h36] Beginn 2. Halbzeit

Es wäre schön für dieses Spiel, wenn City sich auch ohne Ball etwas mehr nach vorne bewegen könnte.

[15h19] Halbzeit Manchester United – Manchester City 2:0

City offensiv eine einzige Offenbarung. Haben zwar viel Ballbesitz, aber wenn es wirklich wichtig wird, versagen ihnen häufig die Nerven und es fehlt die Qualität Manchester United ernsthaft in der Defensive zu beschäftigen. Man Utd guckt sich das ruhig an und nutzt die eigenen Chancen gnadenlos effektiv aus. Verdiente Führung zur Halbzeit. Man Utd mit großen Schritten Richtung Titel.

[15h16] Manchester United – Manchester City 2:0, Carlos Tevez, 45. Minute

Manchester United sowas von eiskalt. City mit Fehlpass in der gegnerischen Hälfte. Man Utd reagiert schnell. Langer Ball auf Berbatov, der bedient Tevez. Der Argentinier mit feinem Schuss aus 16 Metern an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Mangelhaftes Abwehrverhalten der Gäste.

2 Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte.

[15h11] Berbatov hat Glück, dass er noch auf dem Platz steht. Abseits des Geschehens hält Kompany zunächst am Trikot des Bulgaren. Nicht weiter schlimm, wenn Berbatov nicht nachtreten würde. Kompany geht mehr als theatralisch zu Boden. Spiel wird unterbrochen, beide bekommen von Schiedsrichter Chris Foy eine Ermahnung.

[15h06] Wayne Bridge scheint schon Sommerurlaub gemacht zu haben, hat einen fürchterlichen Sonnenbrand auf dem Nacken.

[15h02] Manchester United mit nur noch wenigen Angriffen nach vorne, aber wenn dann richtig gefährlich. Evra mit kleinem Flankenlauf auf links, legt auf Tevez zurück, der den Ball aus 16 Metern an den Pfosten schlenzt. Given wäre geschlagen gewesen.

[15h00] Manchester City fehlen schlicht die Ideen und eine Portion Kreativität im Angriff. Man verteidigt recht gut, hat auch relativ viel Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte. Aber wenn dann der wichtige Pass kommen muss, wenn man die Abwehr von Man Utd wirklich unter Druck setzen will, folgt meist das ungenaue Zuspiel oder es fehlt eine Anspielstation. So versucht sich Manchester City schon eine ganze Weile in der Hälfte der Red Devils, aber wirklich gefährlich oder besorgniserregend ist das nicht für die Gastgeber.

[14h49] Manchester United – Manchester City 1:0, Christiano Ronaldo, 18. Minute

Ireland foult Berbatov ungefähr 22 Meter vor dem Tor iin zentraler Position. Ronaldo schnappt sich den Freistoß und verwandelt direkt. An der Mauer vorbei, ganz leicht abgefälscht, Given in seiner Torwartecke macht einen kleinen Schritt nach links und kann den Ball, der kurz vor ihm noch tückisch aufsetzt, nicht mehr halten. Verdiente Führung für Man Utd, die mehr für dieses Spiel getan haben und mit ihrer ersten guten Torchance das Tor zur Meisterschaft sehr weit öffnen.

[14h45] Die letzten drei Minuten bestanden aus einer Reihe von Fehlpässen, sehr zerfahren im Moment. Und auch Man Utd kann mit den 70% Ballbesitz eher wenig anfangen im Moment.

[14h38] Micah Richards hat bereits nach wenigen Minuten den ersten Drehwurm, nachdem Ronaldo zum zweiten Mal mit gefühlten 86 Übersteigern die rechte Abwehrseite von City umgehen kann. Ronaldo zieht in die Mitte, Schuss aber zu zentral direkt auf Shay Given. Die ersten 10 Minuten gehen immer mehr an die Gastgeber, die sukzessive das Tempo erhöhen.

[14h34] Zwei Minuten gespielt – und bei Manchester City brennt es zum ersten Mal lichterloh im Strafraum. Eine Rafael-Flanke von rechts kann City nicht richtig klären, über Ronaldo kommt der Ball zu Ji Sung Park, der völlig freistehend mit sehr viel Zeit bedacht überlegen kann, in welche Ecke er den Ball zielen will. Doch er verzieht völlig, Schuss geht gute zwei Meter am langen Pfosten vorbei.

[14h32] Beginn 1. Halbzeit

Das 151. Manchester Derby startet. City in hellblau. Manchester United in rot mit Anstoß von links nach rechts in der ersten Hälfte.

[14h26] An den genialen Intros der Premier League kann sich jede europäische Liga mal eine große Scheibe abschneiden.

[14h24] Die Aufstellungen im Old Trafford

Manchester United: Van der Sar – Rafael, Vidic, Evans, Evra – Ronaldo, Fletcher, Giggs, Park – Berbatov, Tevez

Manchester City: Given – Richards, Onuoha, Dunne, Bridge – Elano, Kompany, De Jong – Ireland, Robinso, Caicedo

Manchester United mit zwei nennenswerten Änderungen. Tevez also für Rooney, der auf der Bank Platz nimmt. Rio Ferdinand wird in der Innenverteidigung durch Jonny Evans ersetzt. Bei City fehlt immer noch Shaun Wright-Philipps. Sonst bekommt die Elf der letzten Wochen das erneute Vertrauen von Mark Hughes.

[14h17] Carlos Tevez spielt heute von Beginn an. Gestern sagte er in einem Zeitungsinterview, dass er sich nie zugehörtig zu Utd-Familie gefühlt habe und den Verein wohl verlassen würde. Oder Man Utd blättert mal so eben 20-30 Millionen für Tevez hin um ihn längerfristig an den Verein zu binden. Die Frage ist, ob man das nach dem Interview noch will.

[14h10] Die Frage ist eben, ob Manchester City in der Lage ist Man Utd ein Bein zu stellen. Und eigentlich muss dann ein ganz klares Nein angefügt werden, zumal man “auswärts” antritt. Spielerisch liegt man mindestens zwei Welten hinter den Red Devils zurück. Man könnte von der Derby-Atmosphäre zehren, von der Brisanz dem großen, erfolgreichen Rivalen im Meisterschaftskampf zu ärgern. Dann müsste man aber diese kleinen psychologischen Vorteil auch in Kampf und Spielstärke umsetzen. Und auch für City geht es ja noch um viel. Mit einem Sieg würde man in der Tabelle auf Platz 7 klettern und damit die Qualifikation für die Europa-Liga zumindest wieder in Reichweite haben.

[14h00] Aufgrund der besseren Tordifferenz liegt der FC Liverpool derzeit noch an der Tabellenspitze, hat aber auch zwei Spiele mehr bestritten als die Red Devils. Man Utd hat also heute die Chance gegen City und dann am Mittwoch im Nachholspiel gegen Wigan die Möglichkeit auf insgesamt sechs Punkte davonzuziehen. Und sollte Man Utd das gelingen, ist ihnen der Meisterschaftstitel fast nicht mehr zu nehmen. Dann hätte das Team von Sir Alex zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte Vorsprung und könnte beim Auswärtsspiel im Emirates Stadium den Titel perfekt machen. Wenn überhaupt, gibt es heute und am kommenden Samstag noch einen Stolperstein. Und eigentlich müssten die Red Devils heute Punkte liegen lassen um noch so ein bisschen wie Spannung zu konstruieren. Sollten sie mit sechs Punkten Vorsprung bei noch zwei Spielen ins Emirates reisen, können sie sich ja ganz locker zurücklehnen. Und viel wichtiger: Liverpool muss ja seine restlichen Spiele gegen West Bromwich und Tottenham auch erstmal alle gewinnen.

[13h55] Manchester United kann sich heute im Derby nicht nur die Tabellenführung zurückholen, sondern auch einen ganz großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Mal sehen, ob der kleine Rivale vom anderen Ende der Stadt Man Utd in die Suppe spuckt. Manchester Derby jetzt im Live-Blogging. Schönen Nachmittag zusammen.

Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Die Premier League 2008/2009 drei Spieltage vor Saisonende: Give me points, or give me death

Samstag, 9. Mai 2009 18:18

Heute hat der drittletzte Spieltag in der Premier League angefangen. Die Samstagsspiele sind mit Ausnahme der Partie im Upton Park zwischen West Ham United und dem FC Liverpool bereits beendet. Während an der Tabellenspitze eigentlich alles klar sein sollte – ich sehe keine großen Stolpersteine mehr für Manchester United – entwickelt sich der Abstiegskampf immer mehr zu einem Thriller.

Nach diesem Samstag dürfte klar sein, dass fünf Teams noch um den Klassenerhalt kämpfen. Wir haben also die Formel “3 aus 5″. Und wer hätte gedacht, dass West Bromwich Albion noch einmal ernsthaft in die Bemühungen um den Klassenerhalt eingreift. Aber so ist es, zumindest hat man aber noch halbwegs gute Chancen. Heute gab es gegen Wigan Athletic einen für Baggies-Verhältnisse recht souveränen 3:1-Sieg, der zweite Erfolg in den letzten drei Spielen. Und solange die Konkurrenz vor West Brom nicht punktet, mausert man sich beständig an das rettende Ufer dran. Drei Punkte Rückstand sind es jetzt auf einen Nichtabstiegsplatz, das Restprogramm lautet Heimspiel gegen Liverpool und Auswärtspartie in Blackburn. WBA hat das Momentum auf seiner Seite. Es wäre ein großes Wunder, wenn die Baggies den Abstieg noch vermeiden könnten. Scheinbar wollen sie das.

Und es sind nur drei Punkte Rückstand, weil Hull City immer tiefer in die Krise rutscht. Stoke City, bis dato ohne jeglichen Auswärtssieg in dieser Premier League Saison, hat heute im KC Stadium bei den Tigers mit 2:1 gewonnen. Erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit konnt Hull City auf 1:2 verkürzen. Es war – so hatte es auch der Trainer Phil Brown angekündigt – das Must-Win Game, das Spiel, das sie auf alle Fälle gewinnen wollten. Das ist misslungen, aber so richtig. Und jetzt fällt auch noch Kapitän Ian Ashbee mit einer Knieverletzung länger aus. Für Hull City geht es jetzt nach Bolton und daheim gegen Manchester United. Noch sind es drei Punkte Vorsprung, man ist einen Platz über dem Strich. Aber schon am Montagabend kann man auf einen Abstiegsplatz rutschen.

Denn dann kommt es zum absoluten Abstiegsthriller, wenn Newcastle United den FC Middlesbrough empfängt. Mehr Abstiegskampf geht nicht. Newcastle würde bei einem Sieg auf alle Fälle die Abstiegsplätze verlassen, sollte Middlesbrough im St. James-Park mit mehr als zwei Toren Unterschied gewinnen, würde man ebenfalls Hull City auf einen Abstiegsplatz drücken. Beim Team von Phil Brown wird man die nächsten Stunden Stoßgebete absetzen, dass es Montagabend zu einem Remis kommt.

Neben West Bromwich Albion, Hull City, Newcastle United und dem FC Middlesbrough ist auch noch der FC Sunderland gefährdet. Die Black Cats kamen nur zu einem 0:0 bei den Bolton Wanderers. Damit sind es fünf Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Mit einem Sieg gegen den FC Portsmouth im letzten Monday Night Game der Saison am 18. Mai kam das Team von Ricky Sbragia den Klassenerhalt endgültig perfekt machen. Das haben heute schon die Blackburn Rovers mit dem 2:0 über den FC Portsmouth getan. Morton Gamst Pedersen und Benny McCarthy waren für das Team von Big Sam Allardyce erfolgreich. Und wieder eine erfolgreiche Mission für Big Sam am Ende einer sehr durchwachsenen Saison.

Der FC Fulham krönte seine tolle Saison heute mit einem 3:1 gegen Aston Villa. Die Cottagers jetzt mit 50 Punkten, auf Platz sieben. Das sind Zahlen, die in Fulham in den letzten Spielzeiten soweit entfernt schienen. In der vergangenen Saison startete man das Comeback des Jahres und sicherte sich den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag. Jetzt spielt man die beste Saison der Vereingeschichte in der Premier League. Respekt, Respekt an Trainer Roy Hodgson. Der FC Everton konnte nicht von der Niederlage von Villa profitieren, weil man selbt nur zu einem 0:0 gegen die Tottenham Hotspur kam. Damit liegt man jetzt einen Punkte hinter Aston Villa. Die Toffees blieben zum 16. Mal ohne Gegentor in dieser Saison – ein neuer Vereinsrekord.

Wer absteigt, ist alles noch alles andere als sicher. Aber wer aufsteigt, steht zumindest teilweise schon fest. nächste Saison sehen die Wolverhampton Wanderers und Birmingham City sicherlich in der Premier League. Den letzten Platz spielen jetzt vier Teams in den Playoffs aus. Burnley empfängt jetzt gleich im ersten Playoff-Hinspiel den FC Reading, das Rückspiel ist am Dienstag. Montagabend spielt Sheffield United gegen Preston North End schon das Rückspiel, das Hinspiel endete 1:1. Mehr zu den Playoffs in der Football League beim Guardian.

Im Abstiegskampf wird es also richtig spannend. Ob das auch noch einmal im Titelrennen passiert, sehen wir in den nächsten Stunden. Liverpool muss gleich gegen West Ham vorlegen. Morgen dann das Derby of Manchester und die Partie Arsenal gegen Chelsea. Dazu dann mehr morgen in einem Live-Blogging.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Freitagmittag, IC 141, Wagen 6, Platz 32

Donnerstag, 7. Mai 2009 20:45

[Kurze Anmerkung vorweg: Ich bin immer noch reichlich mit Arbeit eingedeckt. Das sollte sich aber in den nächsten 48 Stunden ändern. Ich weiß nicht, ob ich eine Vorschau auf die Premier League Spiele schaffe, versuche am Wochenende aber einige Spiele live mitzubloggen.]

oder meine Begegnung mit vier “Hausfrauen” aus dem Münsterland.

Ich bin am 01. Mai auf meiner Reise zum PolitCamp 2009 nach Berlin

10:37 Ich lasse mich zum Hauptbahnhof in Hannover chauffieren. Immerhin einen Wasserwerfer entdeckt. Es ist der erste Tag im Mai. Auch in Hannover ist dann meist Chaos. Die Sonne tut sich noch schwer und schafft es nur selten durch den Nebel.

11:00 Ankunft am Hauptbahnhof. Gleich auf Gleis 9 gegangen, IC 141 aus Amsterdam schon mit 20 Minuten Verspätung angekündigt. Damit kann ich gerade so noch leben. Verbringe die Zeit mit Lesen und Leute beobachten.

11:21 Der Bahnsteig füllt sich, gleich nach dem IC fährt der ICE aus Aachen nach Berlin. Per Lautsprecher wird zum ersten Mal angekündigt, dass erst der ICE und dann der IC nach Berlin kommen wird.

11:29 Der ICE hat Hannover erreicht. Mittlerweile wurde in den letzten acht Minuten dreimal über die automatische Ansage und zwei Mal manuell per Durchsage mitgeteilt, dass erst der ICE fährt. Der Schaffner steigt direkt vor meinen Augen aus dem ICE aus und wird sofort von zehn Leuten umzingelt. Alle fragen, ob das jetzt der IC sei. Manchmal tun mir die Mitarbeiter der Bahn so richtig Leid.

11:38 Pünktlich 20 Minuten zu spät kommt dann auch der IC. Ich stehe goldrichtig und kann als erster in Wagen 6 steigen, finde sofort Platz 32 – aber der ist besetzt. “Ich tue Sie nur ungern verscheuchen, aber Sie sitzen auf meinem reservierten Platz.” “Wirklich?” “Ja, wirklich, steht doch auch oben im Display, von Hannover nach Berlin ist reserviert.” “Können Sie nicht mal gucken, ob Sie noch etwas anderes für sich finden. Wir vier Damen gehören zusammen und haben jetzt hier vier Plätze in einer Reihe.” “Das ist schön für Sie, aber das ist jetzt mein Platz, also will ich da auch hin. Der Zug ist nämlich rappelvoll.”

11:40 Hinter mir geht es natürlich nicht weiter. Die Leute werden ungeduldig, die Schlange reicht bis auf den Bahnsteig. Draußen ertönt schon die Abfahrtsansage. “Wieso geht denn das hier nicht weiter?”, brüllt es von weiter hinten. Ich fühle mich angesprochen und antworte: “Tut mir Leid, aber die Dame hier versteht den Sinn von einer Sitzplatzreservierung nicht.” Endlich sitze ich dann doch und die lange Schlange löst sich auf.

11:42 Die vier Frauen beraten. Klassische demokratische Entscheidung. Die drei, die einen Platz haben, bleiben sitzen, die vierte läuft durch den Zug für einen neuen Platz. Die Dame neben mir erzählt, dass ich mich nicht so toll verhalten habe. Das sei mir vollkommen egal, erwidere ich, reserviert ist reserviert. Sie erzählt mir, dass sie alle aus dem Münsterland kommen und für ein Frauen-Wochenende nach Berlin fahren. Da hätte ich ja wohl Rücksicht drauf nehmen können. Die Frau wird mir lästig und ich sagte, wenn Sie weiter so viel rummeckere, werde ich das beim Schaffner melden. Danach war endlich Ruhe – vorerst.

11:45 Mittlerweile fahren wir durch die östlichen Stadtteile von Hannover, der junge Mann mit der großen Gitarre läuft immer noch durch den Zug und sucht einen Platz. Die vierte Dame kommt von ihrem Gang durch den Zug zurück, keinen Platz gefunden. Nur in der 1. Klasse war noch was frei. Und was machen die vier Damen jetzt. Wechseln sich ab, eine steht immer im Gang, drei sitzen. Und sie machen sich vier Dosen Bier auf. Wo bin ich hier gelandet?

11:54 Wir erreichen Lehrte. Für die Bahn-Experten, die die Strecke häufiger fahren, die Bahnstation mit der scharfen Rechtskurve, die der IC immerhin mit Tempo 100 km/h fährt. Gerade, als der Kurve die Rechtskurve nimmt, kommt der junge Mann mit seiner Gitarre wieder durch den Gang, ist auf die Kurve mal so gar nicht unvorbereitet, kommt mit seiner großen Gitarrentasche ins Schlingern, kann sich nicht mehr halten und stößt mit der vierten Dame im Gang zusammen, inlusive der Bierdose, die runterfällt. “Hätten Sie mal alle reserviert.” War mein Kommentar. Ich weiß, das war frech. Und das sagte mir auch meine Sitznachbarin hinter mir. Aber manchmal muss man auch mal frech sein. Mein Lachen habe ich immerhin unterdrückt.

12:00 Dann war aber auch Ruhe. Ich habe Podcasts gehört, so laut, dass ich das Geschnattere der Damen nicht mehr allzu deutlich verstehen habe.

12:49 Wir sind auf der Schnellstrecke nach Berlin. Kurz vor Stendal die Durchsage: “Meine Damen und Herren, die Strecke ist wegen eines defekten Nahverkehrszuges gesperrt. Das kann noch etwas dauern.” Wir kommen zum Stehen, nach 30 Sekunden geht es weiter.” Auf die Bahn ist immerhin Verlass heute.

13:00 Planmäßiger Halt in Rathenow. Warum weiß ich auch nicht. Was das bringen soll…

13:27 Kurz vor dem Berliner Hauptbahnhof. Ich fahre bis Ostbahnhof und hoffe, die vier Damen gleich loszuwerden. Aber Fehlanzeige. Sie fahren auch bis zum finalen Endpunkt. Der Zug lerrt sich am Hbf komplett. Nur noch wir sind im Zug. Frage der Damen: “Fährt der Zug auch wirklich bis zum Hauptbahnhof?” Eigentlich wollte ich sagen, dass es heute am 01. Mai nur 100 Meter weiter geht und der IC am Bundespressestand endet, aber das wäre dann gemein. Also sage ich “ja, das tut er.” Die vier Damen sitzen jetzt alle.

Und ich wette, dass sie bei ihrer nächsten Reise Plätze reservieren werden.

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Champions League 2008/2009 Halbfinale Rückspiel, FC Arsenal – Manchester United

Dienstag, 5. Mai 2009 20:04

[22h33] Endstand FC Arsenal – Manchester United 1:3

Bin noch auf die Interviews von Arsene Wenger gespannt, aber sonst kann man den Fußballabend recht schnell abhaken. Man Utd erster Finalist der Champions League Saison 2008/2009. Als erste Mannschaft zwei Mal hintereinander mit der Chance auf den Titel.

[22h16] FC Arsenal – Manchester United 1:3, Robin van Persie, 76. Minute

Toller Elfmeter von van Persie in den Winkel, mit viel Wut getreten.

[22h14] Elfmeter FC Arsenal und Platzverweis Darran Fletcher/Manchester United

Nur Tränen heute. Rot und Elfmeter für Fletcher. Sogar über den Strafstoß kann man diskutieren, denn Fletcher spielt auch den Ball. Elfer geht ok, aber Rot ist verdammt hart. Verdammt hart. Aber einen Platzverweis für diese Szene in so einer Situation. Fletcher für das Finale gesperrt.

[22h06] Und Rooney geht für Berbatov.

[22h01] Manchester United – FC Arsenal 0:3, Christiano Ronaldo, 61. Minute

Und jetzt bekommen die Gunners die Ohren so richtig lang gezogen. Eine Ecke fliegt dem FC Arsenal um die Ohren. Schneller angriff über drei Stationen mit Ronaldo, Park und Rooney, der uneigennützig auf den Portugiesen auflegt. Ronaldo muss nur noch einschieben. Brillianter Konter. Und noch mehr Verzweiflung bei Arsene Wenger. Die Zuschauer verlassen das Stadion.

Bendtner kommt für Walcott bei Arsenal. Giggs und Rafael für Anderson und Evra bei Manchester United. Stammspieler schonen.

[22h00] Halbe Stunde noch. Arsenal mit etwas mehr Ballbesitz und Spielanteilen in der Hälfte von Man Utd, aber das ist viel Zufall. Es gelingt sehr wenig.

[21h55] Wenn man so will, ein ganz klein bisschen Torgefahr vom FC Arsenal, als ein Freistoß von van Persie immer länger wird, in der Mitte aber keinen Abnehmer findet und am Tor vobeistreicht.

[21h52] Wieder großartige Aktion von Almunia. Ronaldo weicht für ein Zuspiel von Park erst auf den rechten Flügel aus, zieht dann in die Mitte um mit seinem starken linken Fuß abzuziehen. Almunia ist aber blitzschnell unten und kann zur Ecke abwehren.

[21h47] Die ITV-Kommentatoren amüsieren sich schon darüber, dass David Beckham im Stadion ist. Den fällt auch nicht mehr viel ein, aber was sollen sie uns denn auch erzählen?

[21h45] Beginn 2. Halbzeit

Emmanuel Eboue für Kieran Gibbs beim FC Arsenal.

[21h34] Ich mach mir jetzt ein leckeres Eis und verzichte auf die PREMIERE-Analyse, damit ich mich nicht wieder aufrege.

[21h30] Halbzeit FC Arsenal – Manchester United 0:2

Nach 10 Minuten war diese Partie entschieden. Die Red Devils haben zwei Fehler des FC Arsenal überfallartig ausgenutzt. Bis dahin waren die Gastgeber sehr gut im Spiel. Mit der sicheren Führung im Rücken hat Man Utd das Spiel dann jederzeit kontrolliert. Die Gunners haben sich immer noch nicht so richtig von dem Schock erholt. Mal sehen, was Wenger aus seinem Team noch rausholen kann. Aber viel dürfte heute Abend nicht mehr passieren.

[21h21] Für sowas hat man die BBC, die herausgefunden haben, dass der FC Middlesbrough vor einigen Jahren mal ein 0:2 in ein 4:2 gegen Steaua Bukarest umgewandelt hat. Im Halbfinale des UEFA-Cup. In einem Spiel, mit drei Toren in der zweiten Halbzeit. Ist also theoretisch möglich.

[21h14] Der italienische Schiedsrichter wäre gut beraten sich jetzt nicht durch kleinliche Entscheidungen mit den Fans anzulegen.

Ich lese mittlerweile nebenbei die ZEIT und den Economist. Viel Erwähnenswertes passiert auf dem Platz derzeit nicht.

[21h12] Arsene Wenger mit fassungslosem Gesichtausdruck auf der Trainerbank. Kopf in die Hände gelegt, sah fast schon so aus, als wären da ein paar Tränen geflossen. Und wer will es ihm verdenken.

[21h08] Amüsanter Live-Blog auch beim Guardian, wo man sich mittlerweile darüber unterhält, dass Karotten doch ganz nützlich sein könnten für die Sehstärke. Hätte Almunia heute Mittag mal Möhrensalat gegessen…

[21h03] Manchester United kurz vor dem 0:3. Rooney mit schönem Schlenzer, den Almunia mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenken kann. Tolle Aktion von beiden.

Arsenal berappelt sich nach dem Schock nur ganz langsam, kaum noch Druck nach vorne, kaum Spiel über die Flügel. Man Utd steht sicher in der Defensive und wartet, was der FC Arsenal anbietet. Im Moment nicht mehr viel. Schockstarre auch auf den Tribünen. Es ist ruhig.

[21h00] Das war es dann. Ich verabschiede mich und wünsche noch allen einen schönen Abend aus Bremen.

[20h55] FC Arsenal – Manchester United 0:2, Christiano Ronaldo, 11. Minute

Und jetzt dürfte bereits alles vorbei sein. Ronaldo hammert einen Freistoß aus fast 25 Metern ins Tor, zieht einfach ab, Ball wieder mit der berühmten Flugkurve, Almunia ist in der richtigen Ecke, greift aber am Ball vorbei. Ein Torwartfehler erlischt alle Träume der Gunners auf ein Finale in Rom. Die Situation, die zu dem Freistoß geführt hat, war allerdings mehr als fraglich. Die Aktion von Van Persie an Ronaldo war kein Foul.

[20h52] FC Arsenal – Manchester United 0:1, Ji Sung Park, 8. Minute

Sehr viel besser kann man aus Sicht von Manchester United nicht starten. Ronaldo mit kleinem Flankenlauf auf links, die Hereingabe findet Ji Sung Park nur, weil Gibbs unglücklich ausrutscht. Park überwindet dann den herauseilenden Almunia. Jetzt brauchen die Gunners drei Tore. Arsenal kontrollierte das Spiel, Man Utd mit dem ersten Angriff und der glücklichen Führung. That’s football.

[20h49] Etwas mehr als drei Minuten gespielt – und Arsenal schon zweimal gefährlich vor dem Tor von van der Sar. Ein Schuss von Fabregas wird zweimal von Man Utd-Verteidigern abgefälscht und geht nur knapp am Tor vorbei.

[20h47] Die ITV-Kommentatoren geben auf Tonoption 2 erst mal einen Überblick über die Schlüsselduelle in diesem Spiel. Sowas erwarte ich in einer Vorberichterstattung, Herr Nickles. So, haken wir das mal ab. Tolle Stimmung im Emirates, die Sonne geht über London unter, die letzten Strahlen erhellen noch die Sitzplätze.

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

Manchester United ganz in blau mit Anstoß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten.

[20h42] Habe gerade tierische Sehnsucht nach einem Platz im Emirates Stadium.

[20h39] Dieter Nickles, die Vierte: “Beide Teams kennen sich ja wie Schulfreunde. Macht das die Sache komplizierter?” Ab jetzt schaue ich keine Voberichterstattungen mehr mit Nickles. Das ist nur noch traurig.

[20h35] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Almunia – Sagna, Toure, Djourou, Gibbs – Walcott, Fabregas, Song, Nasri – Van Persie, Adebayor

Manchester United: Van der Sar – O’Shea, Ferdinand, Vidic, Evra – Fletcher, Carrick, Anderson – Ronaldo, Rooney, Park

[20h33] Dieter Nickles, die Dritte: “Cesc Fabregas – vielleicht der Ryan Giggs des FC Arsenal.”

[20h30] Dieter Nickles, die Zwote: “Ist es ein wichtiges Kriterium eines Spielers, den Ball nicht verlieren zu wollen?” Meine Güte, was für blöde Fragen.

[20h26] Oder wir hören die Frage von Dieter Nickles: “Ist Erfahrung das Siegergen?” Snuf.

[20h23] Und jedes Mal, wenn Arsenal vor einem so wichtigen Spiel steht, kommen wieder die bekannten Fragen: Ist das Team der Londoner nicht zu jung und unerfahren? Fehlen Arsene Wenger die großen Stars? Können die schon mit dem großen Druck umgehen? Kann eine solche “Kindergartentruppe” auch Titel gewinnen? Irgendwann ist diese Diskussion auch ausgelaugt…wenn diese Mannschaft ihren großen Titel gewinnt. Vielleicht schon morgen in vier Wochen in Rom.

[20h19] Wenn Cesc Fabregas Geschichte schreiben will, muss er eigentlich nur auf der Geschichte vertrauen, hat doch kein Team seinen Titel in der Champions League verteidigen können.

[20h16] Kai bloggt bei allesaussersport auch live mit.

[20h12] Nicht nur, weil ausgerechnet Manchester United die Siegesserie der Invincibles vor einigen Jahren nach 49 Spielen beeendet hat, herrscht zwischen Arsenal und Manchester United eine Rivalität auf allen Ebenen. Trainer, ein bisschen auch die Spieler, und vor allem die Fans. Spiele zwischen beiden Teams waren immer giftig. Der Battle of the Buffet vor knapp fünf Jahren war dann ein kleiner Höhepunkt. Und der Unterschied ist eben auch, dass Manchester United seitdem Titel am Fließband holt, während Arsene Wenger nur den FA-Cup in die Höhe halten konnte. Natürlich haben beide Trainer vor dem Spiel gesagt, dass sie beide felsenfest davon überzeugt sind, dass sie das Finale in Rom erreichen.

[20h08] Robin van Persie ist rechtzeitig fit geworden und wird von Beginn an spielen. Ebenso Rio Ferdinand für Manchester United. Tevez und Berbatov bei Man Utd nur auf der Bank, dafür Ji Sung Park in der Startelf. Ein bisschen überraschend. Sir Alex pokert wohl wieder. Ronaldo als zweite Spitze? Nur Rooney alleine vorne? Oder drei Spitzen mit Park über links oder rechts? Man kann sich glücklich schätzen solche Alternativen zu haben.

[20h05] Lassen wir zu Beginn Cesc Fabregas sprechen: “Für die meisten Spieler könnte es das wichtigste Spiel ihrer Karriere sein, und für das Emirates Stadium ist es das größte Spiel, das bisher hier stattgefunden hat. Wir wollen Geschichte schreiben.” Dann kann es ja losgehen. Guten Abend, Champions League Rückspiel im Nordosten Londons. Gunners gegen Red Devils.

Thema: Champions League, Live-Blog | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Große Träume, komplexe Realität: Mein Fazit zum PolitCamp09

Montag, 4. Mai 2009 22:07

Das verlängerte Mai-Wochenende ist vorbei. Zeit für einen kleinen Rückblick auf das erste politische BarCamp in Deutschland, dem PolitCamp09 im Radialsystem an der Spree. Über meine persönlichen Eindrücke vom Berlin-Wochenende schreibe ich später noch. Hier soll jetzt erstmal das PolitCamp im Mittelpunkt stehen.

Die Veranstalter haben ihr Fazit schon gezogen. Nun soll meine Zusammenfassung folgen. Von den Rahmenbedingungen hätte das Wochenende nicht besser sein können. An allen drei Tagen strahlender Sonnenschein über Berlin, fast sommerliche Temperaturen, eine fantastische Terrasse am Spreeufer und unglaublich viele und interessante Menschen. Da verzeihe ich es auch allen HSV-Fans, dass es Freitagabend beim Warm-Up BBQ nur Häme für mich gab, als ich sagte, ich würde aus Bremen kommen. Aber von der Organisation war alles sehr gelungen. Und dass einige am Sonntagmorgen nur schwer aus den Betten kamen, konnte man verkraften. Grobe Verspätungen im Zeitplan gab es sowieso nicht. Man hatte auch genug Zeit für ausführlichere Gespräche zwischendurch. Und das Grillfleisch inklusive der Salate war köstlich. Ganz allgemein war ich sehr angetan von der Diskussionskultur. Es gibt nicht viele Plätze, wo man so intensiv und kontrovers, aber stets sachlich fair unterschiedliche Meinungen austauschen konnte. Das fand ich richtig klasse.

Zum inhaltlichen: Der Freitagabend startete mit einer kurzen Twitterlesung, die an der ein oder anderen Stelle doch recht amüsant war. Der Samstag begann dann mit der Twitter-Session, die ich recht gut fand, aber doch recht wenig Neues bereithielt. Aber das musste vielleicht auch gar nicht sein. Sie gab einen guten Gesamtüberblick über Twitter und den Nutzen für die Politik. Anschließend besuchte ich die Session zur Wahl im Social Monitoring. Da war ein Teil ganz interessant. Eine Studie der Uni Leipzig wurde vorgestellt, in der festgestellt wurde, dass Parteien keine klare Strategie im Netz hätten und auf die virtuelle Welt völlig unbereitet sein. Die Studie steht aber – wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung habe – noch am Anfang. Anschließend gab es nach der Mittagpause zwei Sessions auf dem Deck des Radialsystems – der mit Abstand beste und schönste Platz zum Halten von Sessions auf dem PolitCamp – zum Thema Online-Dialogkultur vs. politische Kommunikationskultur und anknüpfend Politikerbashing im Web 2.0 Beide Sessions bekamen dann recht schnell eine Dynamik einer Diskussion über den Zustand der Parteien und der politischen Kommunikation in Deutschland. Auf der einen Seite dann die aktiven Politiker, auf der anderen die, die Parteien häufig kritisieren und von den aktiv Beteiligten dann stets der Hinweis bekommen, selbst einzutreten um etwas zu verändern. Das waren zwei spannende Diskussionen. Für mich gab es dann mal eine Stunde Pause um mich über die Fußball-Ergebnisse zu informieren. Zum Abschluss gab es eine sehr interessante Darstellung des Online-Wahlkampfes in Hessen von Oliver Zeisberger, der für Schäfer-Gümbel den Online-Wahlkampf organisiert hat, und Alexander Kurz, der für Roland Koch die Aktivitäten im Netz steuerte. Und jetzt wissen wir auch, dass Roland Koch regelmäßig im Wahlkampf nach einem langen Arbeitstag zu McDonalds geht.

Nach einer eher kurzen Nacht ging es dann am Sonntag um 10:00 Uhr mit der “Elefanten-Session” weiter, bei denen die Wahlkampfleiter der Parteien die kleine Internetwahlkampfmaus über das Podium jagten. Ich fand die erste Hälfte der Diskussion gähnend langweilig. Ich weiß auch nicht warum, aber es fehlte ein bisschen der Zündstoff, etwas zu sehr auf Twitter konzentriert, und die Diskussion hatte insgesamt wenig Struktur. Don Dahlmann hatte ein bisschen Recht, als er twitterte, es würde wie eine Diskussion auf dem Kirchentag aussehen. Mehr als das Herunterbeten bekannter Aussagen kamen in den ersten 30 Minuten nicht zustande. Markus Beckedahl von Netzpolitik versuchte zumindest ein bisschen Feuer in die Diskussion zu bringen, das die Wahlkampfleiter aber mit der ersten Silbe wieder ausgelöscht haben. Die letzten 30 Minuten waren dann deutlich lebhafter und sehr viel interessanter. Für was #zenzursula doch alles gut sein kann. Die nächsten zwei Stunden habe ich dann wieder auf dem Deck verbracht. Wieder Diskussion über die Zukunft des Parteienstaates. Wieder kontrovers, teils auch provokant, aber sehr interessant. Nach der Mittagspause kam dann nach meiner Meinung eine der besten Sessions auf dem PolitCamp09. Ralf Stegner, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, hat über das Leben eines Politikers und die vielfältigen Möglichkeiten der Politik mit Bürgern in direkten Kontakt zu treten gesprochen. Sein Bericht ist hier nachzulesen. Abschließend gab es noch eine sehr interessante Session zum Fundraising im Internet, wieder angelehnt an ein Beispiel aus dem hessischen Landtagswahlkampf, als die SPD wenige Tage vor der Wahl einen Spendenaufruf über das Internet startete.

Inhaltlich lässt sich für mich das PolitCamp auf einen kleinen Nenner bringen: Große Träume, komplexe Realität. Ich denke alle Teilnehmer würden sich wünschen, dass das Internet eine noch stärkere Rolle in der Politik spielen würde, dass sich die Parteien auch, aber nicht nur über das Internet öffnen, dass sich immer mehr Bürger politisch engagieren und die Bürger stärker auf die politischen Entscheidungen Einfluss nehmen könnten. Aber die Realität ist eben häufig ein wenig komplexer als unsere Träume und Visionen. Von daher war ich froh, dass der überwiegende Teil der Teilnehmer auch der Meinung war, dass in Deutschland eben kein Internet-Wahlkampf wie in den USA möglich ist. Und es wird in Deutschland auch nicht möglich sein Parteien abzuschaffen oder Themenkoalitionen zu bilden. Was die Aufgabe für die politischen Akteure, aber auch für uns politisch sehr interessierte Menschen ist keine Revolution oder Vision, sondern eine Verbesserung des Status Quo zu mehr direktem Dialog, zu mehr Transparenz im politischen Geschäft und – das würde ich mir wünschen – zu mehr Ehrlichkeit und Bescheidenheit auf beiden Seiten. Ich finde es überzogen, dass manche erwarten, dass ich durch meien Stimmabgabe einmal wählen gehe und dann die Politiker alle Probleme dieser Welt lösen würden. So einfach ist das eben nicht. Gleichzeitig erwarte ich von der Politik mehr Realismus und Ehrlichkeit. Ich habe kein Problem damit, wenn man mir sagt, dass wir kein Patentrezept haben für bestimme Probleme. Das macht Barack Obama übrigens ständig. Ich will ehrliche Politik, und kein ständiges Taktieren. Die Parteien müssen es auch wieder schaffen, mehr Leute an die Urne zu bekommen. Und das geht nicht durch Aktionen wie bei der SPD in Hessen. Gleichzeitig sollten wir alle als Bürger unsere Erwartungen an die Politik zurückschrauben, gerade in einer so schwierigen Zeit.

So, das wollte ich noch zum Abschluss loswerden, auch wenn es jetzt vielleicht nicht 100 Prozent in den Kontext gepasst hat. An dieser Stelle nochmal Dank für die tolle Organisation und die netten Gespräche während des PolitCamp mit ganz vielen netten Menschen. Ich freue mich auf das nächste PolitCamp 2010, welches ja angeblich in Bonn stattfinden soll.

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Thema: Bundestagswahl 2009, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (1) | Autor: medispolis