Lektüre-Tipp: Wohin steuert Deutschland?

Wir stehen ganz offensichtlich vor schwierigen wirtschaftlichen Zeiten mit großen Herausforderungen für die politischen Akteure und Institutionen unseres Landes. 2009 ist das Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise und das Jahr mit 16 Wahlgängen in Deutschland, der Höhepunkt am 27. September mit der Bundestagswahl. Über diesen Themenkomplex habe ich die letzten Tage ein wirklich exzellentes Buch gelesen: Wohin steuert Deutschland? Bundestagswahl 2009. Ein Blick hinter die Kulissen, herausgegeben von Matthias Machning, ehemals Leiter der SPD-Wahlkampfzentrale KAMPA, und Joachim Raschke, Parteienforscher und Politikberater aus Hamburg.

Die beiden Autoren schreiben aber nur die Einleitung und das Schlusswort. Die restlichen 350 Seiten füllen über 30 lesenswerte Aufsätze von Politikern, Journalisten, Demoskopen, Politologen und Politikberater. Alle Aufsätze behandeln ganz unterschiedliche Aspekte zur aktuellen politischen Situation in Deutschland, zu den Problemen der Parteien, zu möglichen Koalitionsoptionen und dem aktuellen Versagen der Politik bei der Kommunikation der Konsequenzen der Wirtschaftskrise. Rückbezug wird immer wieder auch auf die aktuellen Probleme des politischen Systems, wie Parteiverdrossenheit, sinkende Wahlbeteiligung und mangelndes Interesse an Demokratie und Politik genommen.

Das Buch gliedert sich in sieben Themenabschnitte, die mit den Schlagwörtern Führung, Strategie, Reform, Programme, Parteien, Bündnisfragen und Kommunikation. Natürlich sollte man ein bisschen politisches Interesse haben und mit den Problemen unseres politischen Systems vertraut sein, um diesem Buch folgen zu können. Aber man muss bei weitem kein Experte sein. Die Aufsätze sind auch für die Menschen geeignet, die Politik nur aus der Tagespresse wahrnehmen. Die Leistung dieses Buches ist, dass es auf knapp 350 Seiten die Probleme, Lösungsansätze und ein aktuelles Bild der politischen Lage in Deutschland zeichnet – und zwar aus unterschiedlichen Perspektiven. So schreibt Tissy Bruns, Leiterin des Parlamentsbüros beim Berliner Tagesspiegel, über die Rolle von Müntefering und Steinmeier für einen Führungsanspruch der SPD. Gabor Steingart vom SPIEGEL nennt sieben Lehren aus dem amerikanischen Wahlkampf 2008 und Elmar Wiesendahl, Parteienforscher in Hamburg, schreibt über die Union unter Angela Merkel im Wahljahr 2009. In der Rubrik Programme kommen fünf Politiker zu Wort, nämlich Andrea Nahles, Wolfgang Gerhardt, Jürgen Rüttgers, Gregor Gysi und Reinhard Bütikofer. Bitte im Hinterkopf behalten: Jürgen Rüttgers ist Mitglied der CDU. Wenn man seinen Aufsatz liest, wird das nicht unbedingt klar.

Mit am besten gefällt mir der Abschnitt Kommunikation und hier der Aufsatz vom Medienberater Michael Spreng, der seinen Aufsatz Frischzellenkur – unsere Demokratie braucht Erneuerung genannt hat. Ich stimme bei weitem nicht immer mit der Meinung von Spreng in seinem Blog Sprengsatz überein, aber diese sieben Seiten in dem Buch sind teilweise pures Gold. Ein Ausschnitt:

“Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten wird immer größer, weil die meisten deutschen Spitzenpolitiker unfähig sind zu einfacher, verständlicher Sprache, zu kurzen Sätzen, klaren Botschaften, zu rhetorischen Figuren, zu Gleichnissen, zu Metaphern und zum Story-telling. Barack Obama erklärt die Missstände und die Notwendigkeit der Reform des amerikanischen Gesundheitswesens am Beispiel der Krankheit und des Todes seiner Mutter – eindrucksvoller und verständlicher geht es nicht. Mitleid mit dem, der Ulla Schmidts Ausführungen zur Gesundheitsreform hören muss. Und wenn Angela Merkel mal das Bild der schwäbischen Hausfrau bemüht, dann bleibt dies blass und blutleer – und wirkt deshalb aufgesetzt. [...]

Für die Wahlbeteiligung an der Bundestagswahl 2009 ist es eine schwere Hypothek, dass auch der Kanzlerkandidat der SPD, Frank-Walter Steinmeier, der als Außenminister die diplomatische Tarnsprache liebt, keine klaren Botschaften formulieren kann, dass auch er rhetorisch weder befähigt noch ambitioniert ist. Die Wähler haben am 27. September die Qual der Wahl zwischen zwei nüchternen, emotionslosen, uncharismatischen Spitzenkandidaten, deren politischen Ideen und Zukunftsentwürfe wegen ihrer rhetorischen Unfähigkeit oder Unwilligkeit nebulös verborgen bleiben. Merkel gegen Steinmeier, das ist das personifizierte Programm zur Absenkung der Wahlbeteiligung.”

Zudem gibt es in diesem Abschnitt einen sehr interessanten Aufsatz über die Rolle und Arbeit von Demoskopen in der beschleunigten Stimmungsdemokratie. Bitte nicht übersehen, dass Jörg Schönenborn in einer leitenden Funktion beim WDR arbeitet und manchmal die Öffentlich-Rechtlichen für ihre Arbeit bei der Wahlberichterstattung lobt. Aber das ist wenn überhaupt das einzige kleine Manko an diesem sehr lesenswerten Buch. Mit Kritik an den Parteien und den politischen Akteuren wird dabei gerade in den letzten Abschnitten nicht gespart. Manche Artikel lassen sich sicherlich auch mal einen Nachmittag lang diskutieren. Aber das muss ja nicht verkehrt sein.

Wohin steuert Deutschland? Bundestagswahl 2009. Ein Blick hinter die Kulissen ist von Matthias Machning und Joachim Raschke herausgegeben und im Verlag Hoffmann und Campe erschienen. 1. Auflage 2009, 352 Seiten, 19,95 €. ISBN Nummer ist 978-3-455-50113-1.

Ich nehme nach dieser Lektüre viele neue Erkenntnisse und Informationen mit, die auch mir vorher noch nicht bekannt waren. Wer einen Überblick über die aktuelle politische Lage in Deutschland in Zeiten von Superwahljahr und Finanzkrise haben möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Und was nehme ich vorerst als Fazit mit. Lassen wir noch mal Jörg Schönenborn zu Wort kommen. Der schließt seinen Aufsatz mit der Bemerkung:

“Für die Politik mag der Boden, auf dem sie sich bewegt, ja schwanken. Die Erwartungen der Wähler sind dagegen erstaunlich stabil. Und werden erstaunlich hartnäckig ignoriert.”

Aber wo genau Deutschland nun hinsteuert, können auch die Autoren nicht sagen. Nur eines steht fest: Es werden schwere Zeiten, vor allem auch in der Politik.

Kleiner Neuanfang auf der Baustelle

Sonnenuntergang in Bremen

Sonnenuntergang in Bremen

Ja, ich bin jetzt wieder regelmäßiger hier als in den letzten Wochen und Monaten, in denen einfach zu wenig Zeit zum Bloggen blieb oder ich abends nach anstrengenden Arbeitstagen einfach nicht mehr die Lust und Motivation hatte einen halbwegs strukturierten und inhaltlich vorzeigbaren Blogbeitrag zu verfassen. Immer wenn ich das Gefühl hatte, ich könnte die Arbeit auf einer Baustelle beenden, kam irgendwo ein neues Loch, das gefüllt werden musste. Immerhin scheint jetzt das Wetter, wo ich etwas weniger zu tun habe, dafür umso mehr mitzuspielen. Wenn das Ende Juli beim Urlaub genauso wäre, entschädigt das für vieles.

Wie kann man auch optisch ein bisschen von der zähen, nicht zufrieden stellenden Phase des Bloggens in den letzten Wochen ablenken? Man gibt sich auch optisch ein neues Gesicht, was ich hiermit dann auch getan hätte. Ich habe heute Abend noch ein bisschen im Theme-Editor gespielt. Diese Arbeiten sollten soweit abgeschlossen sein. Was mir bis jetzt noch nicht gelungen ist, war das Ändern meines Header-Bildes. Weder manuelles Hochladen von der Festplatte noch das Ändern der Datei via FTP-Server brachten den gewünschten Effekt. Da muss ich mich wohl die Tage nochmal genauer beschäftigen. Wenn jemand aus der Leserschaft noch eine Idee oder einfache Anleitung hat, wäre ich daran gerne interessiert. Dann kann ich auch die Baustelle Blog beenden :)

Inhaltlich bleibt soweit alles wie gehabt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die letzten Wochen mich nur wenig über die Nachrichtenlage informiert habe. Ich werde im Laufe des Tages morgen erstmal 10 Tage Premier League News nachbereiten. Der Vorteil der letzten Tage war aber, dass man nach der anstrengenden Arbeit abends immer gemütlich Wimbledon schauen konnte oder auf dem Balkon den Sonnenuntergang bewundern durfte.

Gut, ich könnte jetzt noch die Geschichte des Schaffners erzählen, der im Regionalexpress die Ansagen auch auf Englisch und Französisch durchgegeben hat. Das würde dann aber den Rahmen sprengen. Von daher zum Schluss nur ein Hallo an die treue Leserschaft. Es gibt jetzt wieder mehr zu lesen.

Zitat des Tages: Mittwoch, 24. Juni 2009 – Westerwelles Neustart

“Ich hoffe, es gelingt der Kanzlerin, nicht nur die atmosphärischen, sondern auch die grundsätzlichen Verstimmungen zwischen der neuen US-Regierung und der Bundesregierung zu beseitigen [...] Sein Vorschlag einer Welt ohne Atomwaffen ist historisch. Eine Bundesregierung, an der die FDP beteiligt ist, wird wieder mit eigenen Abrüstungsinitiativen aktiv werden und den amerikanischen Präsidenten dabei unterstützen.”

Guido Westerwelle vor der Reise von Angela Merkel in die USA

Ganz interessant: Westerwelle definiert die schwachen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA angeblich daran, dass Merkel noch nicht zu Besuch bei Obama in Washington war. Brown oder Berlusconi aber schon.

Bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen, dass Westerwelle Obama so schnell nicht treffen wird.

[via Rheinische Post]

Premier League 2009/2010: News in Kürze (I)

In der Premier League stehen die Mühlen ja nie still, wenngleich es in den letzten Wochen doch etwas ruhiger war. Wichtige Transfers und Trainerwechsel wurden fast unmittelbar nach Saisonende erledigt. Carlo Ancelotti sehen wir in der kommenden Saison an der Seitenlinie des FC Chelsea. Steve Bruce hat sich nach einer großartigen Saison bei Wigan Athletic in Richtung Sunderland verabschiedet. Roberto Martinez, langjähriger Spieler in Wigan und ehemals Trainer des FC Swansea, ersetzt ihn.

Nun beginnt langsam die heiße Phase in der Saisonvorbereitung. Die Teams beginnen innerhalb der nächsten zwei Wochen ihre Vorbereitungen für die Premier League Saison 2009/2010. Hinter den Kulissen wird jetzt wieder verstärkt verhandelt und um den Preis gefeilscht. Zeit also in den nächsten Wochen regelmäßig auf die Premier League News zu schauen.

Die größte Aufmerksamkeit gab es die letzten Tage um die TV-Rechte der Premier League. Nachdem Setanta eine fällige Rate in Höhe von 30 Millionen Pfund nicht begleichen konnte, entzog die Premier League Setanta das Recht in der kommenden Saison 46 Live-Spiele zu zeigen. Gleichzeitig fanden Verhandlungen mit neuen Interessenten statt. Als Favoriten für die zwei Rechte-Pakete galten Sky und die Disney-Tochter ESPN. Letzlich bekam ESPN den Zuschlag für die 46 Live-Spiele in der Saison 2009/2010 und für das eine Setanta-Paket mit 23 Spielen für die Spielzeiten 2010/2011 bis 2012/2013. Aus Premier League Sicht vielleicht der wichtigste Umstand: Man nimmt nur geringfügig weniger an Einnahmen ein. ESPN wird über die Sky Plattform ausgestrahlt. Verhandlungen über Einspeisung in Kabelnetze sind bereits gestartet. Quellen: Guardian und Times Online ; Ausführliche Analyse bei allesaussersport.

Der FC Chelsea hat eines der größten israelischen Talente, Ben Sahar, verkauft. Der 19-Jährige erhält einen 4-Jahres-Vertrag bei Espanyol Barcelona. Sahar kam 2006 von Hapoel Tel-Aviv, hatte aber nur fünf Ligaeinsätze für die Blues.

Michael Owen hat gestern mitgeteilt, dass er Newcastle United, Absteiger in die Championship, definitiv verlassen wird. Unklar ist noch, wohin es für Owen gehen soll. Hull City soll laut Angaben von Trainer Phil Brown sehr an Owen interessiert sein.

Der Transfer des gestrigen Tages war der Wechsel von Roque Santa Cruz von den Blackburn Rovers zu Manchester City. Der Paraguayer erhält einen 4-Jahres-Vertrag und soll 18 Millionen Pfund gekostet haben. “Die Besitzer wollen den Klub noch erfolgreicher machen. Sie wollen die Phalanx der Top Four brechen, und die Tatsache, dass die Fans so leidenschaftlich mit City umgehen, war ein weiterer Faktor für meinen Wechsel. Ich bin sehr motiviert für diese Fans zu spielen”, teilte Santa Cruz mit.

Erst Chelsea, jetzt doch der FC Liverpool. Die Reds sollen sich mit dem FC Portsmouth auf einen Wechsel von Rechtsverteidiger Glen Johnson geeinigt haben. 18 Millionen Pfund war den Reds dieser Transfer wert. ESPN Soccernet spekuliert, dass durch den Wechsel von Johnson nach Liverpool Alvaro Arbeloa die Freigabe bekommt zu Real Madrid zu welchseln.

Birmingham City hatte bereits kurz nach dem Aufstieg verkündet, dass man in der ersten Premier League Saison verstärkt auf junge Spieler setzen müssen. Trainer Alex McLeish scheint erste Erfolge zu erzielen. Man verpflichtete bereits den 22-Jährigen Scott Dann von Coventry City, jetzt soll der 23-Jährige equadorianische Stürmer Christian Benítez vom mexikanischen Klub Santos Laguna kommen. Die Verhandlungen seien fortgeschritten, es gebe aber noch keine Einigung.

Aufsteiger Wolverhampton Wanderers intensiviert seine Bemühungen sich offensiv zu verstärken. Sky Sports News berichtet, dass sich Klubverantwortliche bereits mit Kevin Doyle vom FC Reading getroffen haben. Ablöse soll bei 6,5 Millionen Pfund liegen. Auch der FC Everton soll Interesse angemeldet haben.

Darron Gibson wünscht sich auch zukünftig für Manchester United zu spielen. “Mein Vertrag läuft aus und ich hoffe, ich bekomme am Ende des Monats einen neuen Kontrakt.”

Manchester United bemüht sich mal, mal weniger um die Verpflichtung von Luis Antonio Valencia von Wigan Athletic. Die Latics suchen aber bereits Ersatz. Unbestätigten Angaben zufolge soll es ein Angebot für Albert Crusat von UD Almeria gegeben haben.

Der FC Chelsea hat ein Interesse für Inter-Stürmer Zlatan Ibrahimovic dementiert. Nach Recherchen des Daily Telegraph ist man aber weiter an Andrea Pirlo vom AC Mailand interessiert. Chelsea ist aber nicht bereit 20 Millionen Pfund zu bezahlen.

Der FC Arsenal steht kurz vor einer Vertragsverlängerung mit Robin van Persie. Bereits diese Woche soll es eine Einigung geben. Auch mit Niklas Bendtner stehe man in konstruktiven Gesprächen. Die Gunners hatten bereits Thomas Vermaelen von Ajax Amsterdam verpflichtet. Jetzt wird händeringend nach einem weiteren erfahrenen Mittelfeldspieler gesucht.

Kennt noch jemand Andrij Shevchenko? Ausgeliehen an den AC Mailand letzte Saison, hat der Ukrainer jetzt durchblicken lassen, dass er sich freue seinen noch ein Jahr andauernden Vertrag bei den Blues zu erfüllen.

Mal sehen, wie stark Sir Alex Ferguson auf die Hinweise von Marcel Desailly hört. Der Franzose hat United nämlich vorgeschlagen seinen Landsmann Ribery von den Bayern zu verpflichten – und zwar für jeden Preis der Welt. Das komplette Interview im Daily Express.

Die Times berichtet heute Morgen, dass der FC Chelsea an einer Verpflichtung von Yuri Zhirkov, derzeit ZSKA Moskau, interessiert ist. Ablösesumme soll bei 15 Millionen Pfund liegen.

Ein Brasilianer zu Manchester United? Der Daily Mirror berichtet, dass die Red Devils an Nilmar, 24-Jähriger Stürmer, der zurzeit in Porto Alegre spielt, interessiert seien. 20 Millionen Pfund soll Man Utd bereit sein zu zahlen.

Eidur Gudjohnson hat vom FC Barcelona die Freigabe für Verhandlungen bekommen. Man sei nicht länger an den Diensten des Isländers interessiert. Und scheinbar gibt es gleich vier Interessenten aus der Premier League: Fulham, Everton, Aston Villa und West Ham United.

    Es geht so richtig aufwärts!

    Was ist denn bei uns im Bundesland Bremen los? Das BIP stieg im Jahr 2008 um 1,7% (höher als der Bundesdurchschnitt, der laut Statistischem Bundesamt bei 1,3% liegt). 1,1% mehr sozialversicherungs-pflichtige Jobs. Zahl der Arbeitslosen ging 2008 auf 10,5% zurück.

    Und laut Radio Bremen sehen die Experten schon bald ein Ende der momentanen Talsohle.

    Alles ok. Eigentlich gar nichts. 800 Millionen Euro neue Schulden alleine im Jahr 2009. Damit steigt die Verschuldung des Bundeslandes auf über 20 Miliarden Euro. Mit den Finanzierungshilfen des Bundes im Rahmen der Föderalismuskommission II und der Schuldenbremse kann Bremen gar nichts anfangen. 2,7 Milliarden bekommen wir von 2011 bis 2019. Da können wir immerhin zu einem Drittel die Neuverschuldung eines Jahres begleichen.

    Aner Hauptsache Bremen wächst überdurchschnittlich beim BIP. Wie Experten überhaupt ein Tal sehen bei der momentanen Finanzlage, ist mir ein Rätsel.

    Mut zum Live-Blogging

    Ich war doch recht erstaunt, als ich heute Nachmittag durch Zufall entdeckt habe, dass ZEIT Online über die Demonstrationen in Teheran live bloggt und dabei seinen Schwerpunkt auf die Berichterstattung im Internet via Twitter, Youtube und flickr gelegt hat.

    Recht erstaunt deshalb, weil sich meiner Meinung nach die deutschen Online-Medien immer noch sehr schwer tun mit dieser Methode Nachrichten und Ereignisse zu begleiten. Dabei finde ich Live-Blogs bei Sportereignissen und politischen Debatten und Konflikten äußerst angenehm, weil sie über die schlichten Agenturberichte hinausgehen und durchaus auch subjektive Eindrücke und Meinungen mit einfließen lassen können. Man muss als Leser diesen Fakt eben nur wissen, um zwischen Tatsachen, verifizierten Meldungen und Meinungen unterscheiden zu können. Gerade die Krise im Iran bietet sich meiner Meinung nach hervorragend für diese Methode an. Leider habe ich bei den deutschen Medien bis auf den Live-Blog bei ZEIT Online nichts gefunden. Sollte mich jemand anders eines Besseren belehren, bitte ich recht herzlich um einen Kommentar.

    Vorbilder für Live-Blogs sind mal wieder die BBC und der Guardian, aber auch viele amerikanische Medien nutzen diese Methode um ihre Leser über ein Ereignis zu informieren und diese gleichzeitig miteinzubinden in die Diskussion. Live-Blogs sind in erster Linie auch ein interaktiver Beitrag für die stets recht informativen Online-Auftritte. Gerade weil in erster Linie viele Agenturberichte übernommen werden, finde ich Live-Blogs die ideale Ergänzung. Wie es geht, zeigen der Guardian und die BBC, die fast alle bedeutenden Sport-Ereignisse und politischen Themen live mitbloggen. Beispiele: Live-Blog der BBC über Wimbledon, Live-Blog des Guardian zur Krise im Iran und zu Wimbledon, Live-Blog der Times zum Finden eines neuen Speakers für das House of Parliament. Und die angelsächsichen Medien bloggen fast alles live. Nicht nur Fußballspiele oder Parlamentsdebatten, sondern auch TV-Sendungen oder kulturelle Ereignisse. Stets unterhaltsam und amüsant. Es ist eine ideale Ergänzung zum täglichen Nachrichtengeschäft. Und manchmal besuche ich nur die Websites, um die Live-Blogs zu lesen.

    Doch in Deutschland scheint sich dieses Instrument noch nicht entwickelt zu haben. Samstagnachmittag in der Bundesliga – es gibt ein, zwei zentrale Anbieter eines Live-Tickers. Regionale Medien bloggen kaum live. Bundestagsdebatte am Donnerstag. Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Phoenix überträgt. Auf keiner Nachrichtenseite oder Online-Portal der Zeitungen gibt es einen Live-Blog. Dabei würde sich das hier doch exzellent anbieten.

    So ganz erschließt sich mir nicht, warum Live-Blogs in Deutschland so selten genutzt werden. Ist es die fehlende Zeit? Ist es das Geld? Natürlich sind Live-Blogs aufwändiger als das Veröffentlichen eines Artikels auf Basis von Informationen der Nachrichtenagenturen. Und für ein Live-Blog braucht man einen Mitarbeiter, der für ein paar Stunden nur eine Aufgabe hat. Ich kenne jetzt zu wenig die Strukturen im Online-Journalismus, aber aus meiner Sicht sind das keine unüberwindbare Höhen, zumal ein Live-Blog auch nicht auf Vollständigkeit angelegt sein muss, sondern durchaus  Leser zu Ergänzungen motivieren darf. Man kann Audio und Video-Elemente integrieren und Leser vielleicht Sachverhalte sogar veranschaulichen.

    Von daher würde ich es begrüßen, wenn auch die deutschen Online-Medien mehr Mut zum Live-Blog zeigen würden.

    Premier League Spielplan 2009/2010 veröffentlicht

    Die Premier League hat am Mittwochmorgen um 11:00 Uhr deutscher Zeit den Spielplan für die Premier League Saison 2009/2010 veröffentlicht. Damit steige ich dann auch hier wieder in die Berichterstattung ein und werde bis Ende Juli regelmäßig die wichtigsten Nachrichten zusammenstellen. Da ich heute Vormittag viel beschäftigt bin, wird dieser Beitrag erst im Laufe des Tages weiter aktualisiert. Paul Fletcher/BBC Sport gibt in seinem Blog einen Überblick, wie der Computer den Spielplan erstellt und welche sonstige Schwierigkeiten bei der Spielplanerstellung auftreten können.

    Sky Sports wird das Prozedere live begleiten.

    Eine neue Premier League Saison bekommt heute also ihren ersten kleinen Anstrich. Es wird zwar noch nicht abzusehen sein, ob Manchester United auch ohne Ronaldo Meister werden kann, ob Chelsea und Liverpool ernsthafte Titelkandidaten werden, ob Manchester City zum Angriff auf die Champions League rüstet, ob Stoke, Fulham und Wigan an die großartigen Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen können und ob die drei Aufsteiger Birmingham City, Wolverhampton und Burnley die etablierten Mannschaften ärgern können. Auch die neue Saison wird wieder viele Geschichten schreiben. Ich freue mich schon darauf.

    Die neue Saison wird mit dem Community Shield zwischen Manchester United und dem FC Chelsea eröffnet. Die Premier League startet eine Woche später ihren Ligabetrieb. Nachfolgend die wichtigsten Ansetzungen der Premier League Saison 2009/2010.

    1. Spieltag (gespielt wird am 15./16. August)

    • Aston Villa – Wigan Athletic
    • Blackburn Rovers – Manchester City
    • Bolton Wanderers – FC Sunderland
    • FC Chelsea – Hull City
    • FC Everton – FC Arsenal
    • Manchester United – Birmingham City
    • FC Portsmouth – FC Fulham
    • Stoke City – FC Burnley
    • Tottenham Hotspur – FC Liverpool
    • Wolverhampton Wanderers – West Ham United

    2. Spieltag (gespielt wird am 18./19.. August)

    • FC Arsenal – Bolton Wanderers (Spiel wird verlegt)
    • Birmingham City – FC Portsmouth
    • FC Burnley – Manchester United
    • FC Fulham – Blackburn Rovers
    • Hull City – Tottenham Hotspur
    • FC Sunderland – FC Chelsea
    • West Ham United – Aston Villa (Spiel wird verlegt)
    • Wigan Athletic – Wolverhampton Wanderers
    • FC Liverpool – Stoke City (19.08)
    • Manchester City – FC Everton (19.08) (Spiel wird verlegt)

    Wegen der Qualifikation für die Champions League und die Europa League fallen bereits am zweiten Spieltag drei Spiele aus.

    Die direkten Duelle der Top Four

    • FC Liverpool – Manchester United (24.10./20.03.)
    • FC Chelsea – Manchester United (07.11./03.04.)
    • FC Chelsea – FC Liverpool (03.10/01.05.)
    • FC Liverpool – FC Arsenal (12.12./09.02.)
    • FC Arsenal – FC Chelsea (28.11./06.02.)
    • Manchester United – FC Arsenal (29.08./30.01.)

    Die Woche vom 30.01. bis 09.02. haben sich die Gunners sicherlich auch anders vorgestellt. Innerhalb von 10 Tagen gegen alle drei direkten Big Four Mannschaften.

    Die Stadtderbys

    • FC Arsenal – Tottenham Hotspur (31.10./10.04.)
    • Manchester United – Manchester City (19.09./17.04.)
    • FC Everton – FC Liverpool (28.11./06.02.)
    • Birmingham City – Aston Villa (12.09./24.04.)

    Weitere Informationen und Reaktionen:

    Der Guardian hat einige Stimmen zusammengefasst. Die BBC sammelt Reaktionen der Fans. Die genaue Terminierung der Spieltage wird Mitte Juli stattfinden. Ein genaues Datum scheint aber keiner exakt zu kennen. Die neue Saison startet also am 15. August. Für mich stechen zwei Spitzenspiele heraus. Arsenal zu Gast bei Everton und Tottenham empfängt Liverpool. Zwei ganz schwere Auswärtspartien für die Meisterschaftsanwärter am ersten Spieltag. Als einziger Aufsteiger hat Wolverhampton Heimrecht gegen die Hammers. Da sollte Molineux toben. Gleich danach geht es mit einer englischen Woche weiter, einer von fünf Spieltagen am Dienstag oder Mittwoch. Wegen der Europapokale fallen dann gleich einmal drei Spiele aus. Ich habe gerade mal in den Rahmenterminkalender geschaut. Entweder man holt die Spiele gleich Ende August nach oder man kommt bedingt durch die nationalen Pokalwettbewerbe erst wieder im November dazu. Es gibt über die Weihnachtsfeiertage wieder zwei Spieltage. Einen am zweiten Weihnachtsfeiertag und einen zwei Tage später am 28. Dezember. Dafür gibt es dann anschließend wieder nationalen Pokal.

    Die kompletten Ansetzungen bei der BBC oder auf der offiziellen Website der Premier League.

    Lasst das Volk über Netzsperren im Internet entscheiden!

    Seit Monaten wird über den Gesetzentwurf zur Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet diskutiert. Zwischendurch haben sogar die etablierten Medien dem Thema ein, zwei Seiten geschenkt. Eine E-Petition beim Deutschen Bundestag gegen den maßgeblich von Familienministerin Ursula von der Leyen geprägten Gesetzentwurf wurde von über 100.000 Menschen unterzeichnet. Gegner der Netzsperren – zu den ich mich auch ausdrücklich zähle – bekamen das Gefühl, dass das umstrittene Gesetz tatsächlich scheitern oder zumindesz verändert werden könnte. Die große Hoffnung war die SPD, in der sich zahlreiche Mitglieder gegen Netzsperren ausgesprochen haben.  Das scheint auch weiterhin der Fall zu sein, nur möchte davon der Parteivorstand scheinbar nichts wissen. Eine Aussprache über das Thema Netzsperren im Internet hat am Sonntag auf dem Parteitag in Berlin nicht stattgefunden. Ich halte das für ein Armutszeugnis für die angeblich so hohe Internetkompetenz der Sozialdemokraten und ein Schlag ins Kontor für jegliche innerparteiliche Willensbildung.

    Der Führungszirkel von der SPD ist also auch immer mehr auf die Haltung von CDU/CSU umgeschwenkt. Am Donnerstag soll im Bundestag über den Gesetzentwurf entschieden werden. Nach den Entwicklungen vom Wochenende halte ich eine Ablehung für sehr unwahrscheinlich. Es ist doch bezeichnend, dass der überwiegende Anteil der SPD-Politiker gegen Netzsperren ist und dieses Thema beziehungsweise diese politische Position auf einem Parteitag keinen Diskussionsraum bekommt. Und das ärgert mich einerseits von der inhaltlichen Seite, weil ich die Inhalte des Gesetzentwurfes nicht mittragen kann, und andererseits ist es für mich wieder einmal völlig unverständlich, wie Politiker und Parteien mit den Ansichten, den Befürchtungen und der Kritik aus der Bevölkerung umgehen. Es ist ganz offensichtlich – nimmt man die Aussagen der Politiker von CDU/CSU – , dass die Netzsperren gegen kinderpornografische Seiten im Internet nur der erste Schritt weiterer Maßnahmen zur Einrichtung einer Infrakstrutur für die Internet-Zensur ist. Und dass diese Sperren das eigentliche Problem nicht beheben, brauche ich hier nicht länger ausführen. Ich denke, das dürfte klar sein. Das können CDU/CSU auch weiterhin gerne verneinen. Für mich ist bei diesem Thema die Glaubwürdigkeit nicht mehr gegeben. Und ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten der SPD im Bundestag gegen die Einigung der Großen Koalition stimmen werden.

    Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wenig doch die Bevölkerung Einfluss nehmen kann auf politische Entscheidungen und wie scheinbar egal es manchen politischen Akteuren ist, dass es auch unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt. Wieso fällt es der Politik so schwer auch einmal einzugestehen, dass der vorliegende Gesetzentwurf Schwachsinn ist, dass man ihn erheblich nachbessern muss und dass die Sorgen, Befürchtungen und Ängste einiger Interessengruppen und Internetnutzer ernst genommen werden sollten? Von Ursula von der Leyen habe ich noch nicht eine vernünftige Erklärung zu diesem Gestzentwurf gelesen oder gehört. Politik muss für ihre Arbeit auch werben, die Menschen davon überzeugen. Und wenn die Bevölkerung in großen Teilen von der Programmatik nicht überzeugt ist und Nachbesserungen fordert, dann ist es eine Ohrfeige für die politische Willensbildung und die Souveränität des Volkes, wenn diese Ansichten gelegentlich gehört werden, aber keinen nenneswerten Effekt haben. Wieso soll ich mich dann überhaupt noch politisch interessieren und engagieren, wenn man wiederum so enttäuscht worden ist? Es ist ja nicht irgendein Gesetzentwurf, der verabschiedet werden soll. Er betrifft indirekt nahezu die gesamte Gesellschaft, weil immer mehr Menschen sich im Internet aufhalten. Haben CDU/CSU aber irgendwo über dieses Gesetz aufgeklärt? Haben CDU/CSU irgendwo für die Inhalte dieses Gesetzes geworben? Nein! Es sollte alles im stillen Kämmerlein geschehen, damit ein Großteil der Bevölkerung diese unerklärliche Vorgehensweise gar nicht erst zur Kenntnis nehmen kann. Und jetzt hat sich die SPD ganz heimlich still und leise zu der Union ins Bett gelegt.

    Zwei erhebliche Defizite sind für mich festzustellen: Einerseits wurde es von der Regierung wieder mal nicht geschafft, über dieses Gesetz, seine Folgen und Konsequenzen große Teile der Bevölkerung zu unterrichten. Das ist aber Pflicht der politischen Akteure. Ich hatte die letzten Tage auf einer Geburtstagsfeier mal eine kleine nicht repräsentative Stichprobe von 50 Leuten genommen und gefragt, ob sie mit den Inhalten des Gesetzes etwas anfangen können. Lediglich ein Viertel wusste einigermaßen Bescheid. Und das war die Zielgruppe, die sich schon häufiger im Internet befindet. Und zweitens wurden Stimmen aus der Bevölkerung, die ganz offensichtlich mehr Expertise haben als einige Politiker  – was überhaupt nicht negativ ist – kaum gehört, ihre Ansichten ignoriert. Eine lebendige Demokratie sieht anders aus. Es ist unbegreiflich, wenn über 100.000 Stimmen einer E-Petition einfach so unter den Tisch fallen. Von daher finde ich gerade das Thema Netzsperren ideal geeignet für einen Volksentscheid. Das Internet betrifft uns alle. Warum sollen wir darüber auch nicht entscheiden dürfen? Und vielmehr: Die Politik wird gezwungen zu ihrem Gesetz in der breiten Öffentlichkeit Stellung zu nehmen. Das soll bitte nicht mit Wahlkampf gleichgesetzt werden. Es ist viel stärker inhaltlich orientiert. Und die Medien würden entsprechend umfassend berichten. Und dann würde es eben zu wenig sein, wenn Ursula von der Leyen sagt, sie wolle damit Kinderpornografie stoppen. Es würde einen breiten gesellschaftlichen Diskurs geben. So, wie es sich für eine lebendige Demokratie gehören sollte.

    Aber vielleicht lebe ich in einem Traumland. Vielleicht finde ich es schon zu viel verlangt, wenn Politik ihr Handeln umfassend erklärten muss, wenn Politik einfach mal die Augen und Ohren offen hält für Anregungen, Kritik und Hinweise. Scheinbar können es sich manche Parteien immer noch leisten über 100.000 potentielle Wählerstimmen zu ignorieren. Die Opposition hat es schwer gegen die breite Mehrheit der Großen Koalition. Vielleicht wird es ja geschafft, dass dieses Thema im kommenden Wahlkampf einen breiten Raum einnimmt. Es wäre zu wünschen, denn die Themen Finanzkrise, Mindestlöhne oder Steuersenkungen sind irgendwann auch ausgelaugt. Manchmal sind es die eher unbekannten Themen und Gesetze, die zeigen, wie in Deutschland Politik gemacht wird. Zum Glück sind bald Bundestagswahlen. Dann darf das Volk seine ach so große Souveränität wieder voll ausspielen.

    Twitter-Missbrauch: #spd+, #spd-, cdu+, #cdu-, #fdp+…

    Meine Stammleser wissen, dass ich ein großer Fan und Befürworter von Twitter bin. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich über Twitter schnell und einfach Nachrichten, Informationen und Botschaften wahrnehmen und versenden kann. Ich kann den DJs von BBC Radio 1 bei ihrer Arbeit zuschauen. Ich kann Coldplays USA-Tour verfolgen und ich kenne viele Follower, die mit Tipps auf lesenswerte Artikel aufmerksam machen. Und Newsseiten und Zeitungen nutzen auch immer häufiger Twitter und berichten auch aus dem Innenleben der Redaktionen, was ich stets interessant und unterhaltsam finde.

    So ganz langsam geht mir Twitter aber zunehmend auf die Nerven. Schuld sind daran unsere politischen Parteien, manche Politiker, die über Twitter Botschaften versenden, und die Nutzer von Twitter, die sich so offen zu ihrer Parteizugehörigkeit bekennen, dass sie bei politischen Veranstaltungen der eigenen Partei oder des politischen Gegners alle 30 Sekunden einen Tweet absenden müssen, um ihre eigene Partei ins politisch richtige Licht zu rücken und den Gegner schlecht zu machen. Es ist irgendwie bezeichnend, dass sich Parteien darüber aufregen, wenn es im Europawahlkampf einige Elemente von Negative-Campaigning gibt, diese Form des Wahlkampfs aber täglich auf Twitter ausgetragen wird. Das ist dann auch eine Dimension mehr als bloß Unterschiede und Alternativen herauszustellen. Es ist schlicht peinlich, wenn via Twitter ständig die eigene Politik am politischen Gegner hochgezogen oder niedergemacht wird. Ich weiß bis heute nicht, wer davon profitieren soll.

    Namen oder Personen tun hier nichts zur Sache. Es ist auch gar nicht mein Ziel oder mein Anlass für diesen Beitrag irgendwelche Akteure zu diskreditieren oder in ihrer politischen Arbeit zu kritisieren. Man kann mir auch hier gerne vorhalten, dass, wenn ich die Beiträge der Nutzer nicht mehr lesen will, sie auch entfollowen kann oder nicht mehr auf deren Twitter-Page vorbeischauen sollte. Das ist auch alles richtig. Und das lasse ich als Argument auch gerne gelten. Ich bin aber ein politisch sehr interessierter Mensch und mich interessiert schon, was die einzelnen Parteien, Politiker und Parteimitglieder über die aktuelle politische Lage denken. Und deswegen lese ich das auch. Ich kann eigentlich gut trennen, was davon sachlich richtig ist und was irgendwo zwischen Populismus und blanker Hilfslosigkeit anzusiedeln ist.

    Und dann liest man es ständig wieder, die Hashtags #spd+, #spd-, #cdu+, #cdu-, #fdp+ und so weiter und so fort. Da wird pausenlos bei der Rede von Frank Walter Steinmeier von Mitgliedern und Anhängern der SPD jeder einzige Satz getwittert, und am Ende das fast schon legendäre #spd+. Das können sich die Anhänger der FDP und der Christdemokraten natürlich nicht bieten lassen und drehen jeden Satz des Kanzlerkandidaten ins Negative-Campaigning und werben für Angela Merkel als nächste Bundeskanzlerin. Da ist Angela Merkel an einem Donnerstagabend im ZDF bei Maybrit Illner zu Gast. Das ist ihr gutes Recht und ich habe die Sendung auch geschaut. Und was läuft nahezu gleichzeitig bei Twitter ab: Jeder Satz der Kanzlerin wird getwittert, egal, ob er noch so inhaltsreich oder schlicht ein Füllsatz war. Natürlich dahinter #cdu+. Erstaunlich wenig Gegenwehr gab es am Donnerstagabend von der SPD. Letzten Sonntag war Europawahl mit dem bekannten Ergebnis und den politischen Konsequenzen. Twitter war an diesem Sonntagabend für einen politisch interessierten Menschen nicht mehr lesbar, weil ständig und ohne irgendwelchen Hintergrund politische Statements, Aussagen und Urteile gepostet wurden, welche die eigene politische Partei in den Himmel lobten – und Missgunst und Schadenfreude dem politischen Gegner zuteil kommen ließen.

    Wie gesagt: Ich bin durchaus ein Freund des Negative Campaigning, wenn es richtig und politisch klug eingesetzt wird, zur Herausstellung der eigenen Position und Unterscheidbarkeit von den anderen politischen Akteuren. Das ist ganz offensichtlich in 140 Zeichen nicht zu schaffen – und das braucht es auch gar nicht. Und die fünf Zeichen für den Hashtag machen den Sachverhalt vielleicht kürzer, aber nicht besser und klarer. Wie soll sich ein Bürger oder eine Bürgerin, welche sich gerne im Internet aufhält und vielleicht via Twitter einen Einblick in die Programmatik und Arbeit der Parteien bekommen möchte, ein vernünfitiges Bild erstellen, wenn auf den Unterstützerplattformen und Parteiaccounts jeder zweite Tweet eine Response oder ein Retweet mit irgendeiner völlig zusammenhanglosen Aussage ist. Twitter ist ein großartiges Instrument, auch für die politische Kommunikation. Keine Frage. Aber auch hier gilt meiner Meinung nach: Manchmal ist weniger eben mehr. Auch bei Twitter sollte im Rahmen politischer Kommunikation stets die Qualität der Quantität folgen und versuchen ein realistisches Abbild der politischen Strukture und Prozesse zu zeichnen.

    Und da führt uns die Argumentation eben auch wieder zu Barack Obama, der Twitter als Wahlkampftool ins Leben gerufen hat. Ohne den Erfolg des Internetwahlkampfs von Obama würde die Aktivität der Parteien und Politiker bei Twitter heute sicherlich nicht stattfinden. Die Parteien wollen im Bereich des Internet-Wahlkampfs doch alles so gerne und so gut wie Barack Obama machen. Vielleicht tut dann ein Blick auf dessen Twitter-Account zu Wahlkampfzeiten noch einmal gut. Obamas Wahlkampfteam nutzte Twitter nicht, um pausenlos und ständig irgendwelche Inhalte aus dem Wahlkampfprogramm zu posaunen. Obamas Wahlkampfteam nutzte Twitter nicht, um von jeder Rede oder jedem Auftritt jeden Satz des Kandidaten bei Twitter zu versenden. Obamas Wahlkampfteam nutzte Twitter nicht, um bei jedem medialen Auftritt des politischen Gegners jeden Satz des Kandidaten auseinander zu nehmen und dann die eigene politische Position dranzuhängen. Obamas Wahlkampfteam nutzte Twitter nicht als Negative-Campaigning Instrument oder als minütlicher Live-Blog für Parteitagsreden.

    Was Obama stattdessen machte: Einen, kleinen simplen Link versenden, der auf die Live-Übertragung der Rede im Internet hinweisen oder auf ein Live-Blog verweisen sollte. Und dann konnte sich jeder Interessierte ein eigenes Bild machen.

    Meiner Meinung nach sollte Twitter hauptsächlich als Sprungbrett für die Angebote und Aktivitäten der Parteien im Netz fungieren. Die Parteien könnten viel stärker auf eigene Live-Blogs setzen um Reden und mediale Auftritte zu begleiten. Via Twitter kann man dann den entsprechenden Link setzen – und dies meinetwegen gerne auch mehrmals in bestimmten Abständen tun. Das soll nicht heißen, dass Kernaussagen und Stimmungen nicht via Twitter veröffentlicht werden dürfen, gerne manchmal auch polarisierend. Aber das darf eben nicht Überhand nehmen und nur der kleinste Teil politischer Kommunikation sein, weil Twitter schlicht auf 140 Zeichen begrenzt ist. Twitter kann die Tür für die politischen Angebote der Politiker und Parteien im Netz sein. Für interessierte Wähler und Wählerinnen bekommt man diese Tür aber schon vor Durchtritt zugeschlagen bekommen, wenn man liest, wie wenig überlegt manche Aussagen getroffen werden. Wenn jemand ständig diese Hashtags mit dem Plus und Minus liest, glaube ich, dass er dann keine Lust mehr hat den Parteien auf Twitter zu folgen.

    Twitter scheint als Instrument politischer Kommunikation einen großen Hype zu erfahren. Es bekommt mehr Aufmerksamkeit, als es eigentlich verdient hat. So praktisch und brauchbar es auch ist. Twitter ist ein weiterer unter vielen Kommunikationskanälen, den die Parteien bedienen müssen. Aber es ist nicht das Ein und Alles im Wahlkampf – und schon gar nicht ein Kanal, in dem man pausenlos Reden live mittwittert und jede Aussage des politischen Gegners wertet. Das ist nicht der Sinn von Twitter. Komisch, dass die CDU oder die SPD mediale Auftritte des Gegners nicht live auf ihren Parteiseiten bloggen. Muss man stattdessen Twitter – ich bin geneigt, diesen Begriff zu verwenden, zumüllen.

    Erste Konsequenz: Twitter kann als Startpunkt für eine politische Diskussion gesehen werden. Als Einsteig in die Online-Aktivitäten der Parteien. Und wenn die Parteien, Politiker und Parteimitglieder das qualitativ erreichen wollen, bin ich der Meinung, dass man sehr genau überlegen sollte, was und wieviel man twittert. Zweite Konsequenz: Twitter ersetzt nicht den Online-Wahlkampf, weil man jetzt eine Plattform oder einen Kanal gefunden hat, um seine politischen Inhalte und Botschaften zu verbreiten und an Multiplikatoren zu senden. Twitter ist ein kleiner Teil des Online-Wahlkampfs. Es wäre schön, wenn sich manche Parteien und Politiker daran wieder erinnern könnten. Manchmal kann ein unterhaltsamer Live-Blog auf der eigenen Parteiwebsite mehr wert sein als 140 Zeichen.

    Schaut doch einmal bei Barack Obama vorbei. Der ist doch angeblich das große Vorbild.

    Wahl-Sonntag: Europawahl 2009

    Vielen Dank für die Kommentare von gestern Nacht. Ich hatte dann Sky News noch länger an und habe zumindest einige Entwicklungen noch mitbekommen. Habe eben gerade die Zeitungen überflogen. Analysten sprechen von einem politischen Erdbeben und einem traurigen Tag für die britische Politik. Trauriger Tag, weil auch die britische Politik einen massiven Rechtsruck erlebt hat. Zwei Sitze für die BNP sind mehr als erwartet wurden. Und Analysten sprechen diesen Zugewinn der Schwäche anderer Parteien zu. In Yorkshire and the Humber verliert Labour acht Prozent, in North West fast sieben Prozent. Politisches Erdbeben, weil Labour nur noch drittstärkste Kraft ist bei 15,3 Prozent. Wenn man sich die Diskussionen von gestern Abend mit der Brown-Skala anschaut (alles unter 20% dürfte der politische Abgang sein), ist klar, dass die nächsten Tage in Großbritannien an Dramatik noch einmal zunehmen werden. Es wäre schon ein Wunder, wenn Gordon Brown diese Woche überleben wird. Platz 2 hat sich die europaskeptische UK Independent Party geholt. Zwei Sitze für die BNP und ein Sieg für die Europaskeptiker. Mal sehen, wie die EU-Politik der Insel in den nächsten fünf Jahren geben. Und wenn die Tories eine Neuwahl erreichen nach einem möglichen Rücktritt von Brown, wird es wohl auch ein Referendum um den Lissabon-Vertrag geben. Wer in der augeblicklichen Situation glaubt, dass diese Abstimmung pro Lissabon-Vertrag augeht, ist mehr als ein Optimist. Man mag gar nicht dran glauben, was das alles für die EU bedeuten könnte. Aber für solche Spekulationen ist es noch zu früh.

    [23h23] Im South East sieht es fürchterlich für Labour aus. Zwei Drittel der Stimmen sind ausgezählt und es sieht im Moment so aus, als würde Labour komplett leer ausgehen.

    Ich werde mich jetzt schlafen legen. Dachte, dass würde alles ein bisschen schneller gehen. Aber das wird in der nächsten Stunde noch  nichts. Vielen Dank fürs Lesen. Wer weiter auf dem Laufenden bleiben wird, schaut bei der BBC vorbei. Gute Nacht.

    [23h18] Bei Sky News werden sie jetzt auch ungeduldig, Diskussion findet auch nicht mehr statt. Man wartet nur noch auf die Ergebnisse. Angeblich wurde heute Nachmittag um 16:00 Uhr mit dem Auszählen begonnen. Wie lange brauchen die denn dann?

    [23h10] Die SNP gewinnt die schottische Hauptstadt Edinburgh, Labour noch hinter den Tories auf Platz 3.

    [23h06] Breaking News: Aus dem Umfeld von Labour ist zu hören, dass Labour in Yorkshire and the Humber einen der zwei Sitze abgeben muss.

    [23h04] Jetzt verliert Labour schon in der Hochburg der hochburg, dem Nordosten, fast 9 Prozent. Damit dürfte das Debakel erst eingeleitet werden. Die Ergebnisse dürften aber gerne schneller eintrudeln.

    [22h55] Wie gesagt, die North East Region ist jetzt nicht ganz so wichtig. Interessant dürfte es gleich nochmal im Nordwesten werden, in Schottland und dem Südosten, wo 10 Sitze vergeben werden.

    [22h48] Zahlen der North East Region

    • Conservatives: 19,8% (+1,2)
    • Labour: 25% (-9,1)
    • UK Independence: 15,4% (+3,2)
    • Liberal Democrats: 17,6% (-0,2)
    • British National Party: 8,9% (+2,5)
    • Greens: 5,8% (+1,0)

    Jeweils ein Sitz für Labour, die Conservatives und die Liberal Democrats. Wahlbeteiligung: 30,4%

    [22h45] Breaking News: Labour gewinnt North East Region und bleibt stärkste politische Kraft. Zur Erinnerung: Im Nordosten werden nur drei Sitze vergeben.

    [22h36] Ganz interessante Diskussion gerade bei Sky News, wonach gerade die Wirtschaftskrise verbunden mit der starken Zunahme an Einwanderung dafür sorgt, dass rechte Parteien so stark an Zustimmung gewinnen. Diese Parteien schären Angst, dass Arbeitsplätze von billigen Arbeitskräften weggenommen werden.

    [22h22] Die BBC meldet unter Berufung auf konservative Parteikreise, dass in Edinbourgh South West Labour nur drittstärkste Kraft ist. Das ist der Bezirk vom Vize Alistair Darling.

    [22h20] Zögert Gordon Brown die Bekanntgabe des Wahlergebnisses unnötig in die Länge? Die haben doch schon alle am Donnerstag gewählt. Auszählen dürfte doch wohl nicht so lange dauern heute Abend.

    [22h13] Was machen die stolzen Briten eigentlich, wenn sie ab morgen einen Sitz der BNP in Straßburg haben und es somit auch auf der Insel zu einem Rechtsruck gekommen ist. In Stoke sind gerade einmal ein Viertel der Wähler zur Wahl gegangen. Schwache Wahlbeteiligung in den Midlands.

    [22h06] BBC-Reporter meldet sich aus Sunderland. In North East werden nur drei Sitze vergeben. Erste Trends sprechen von einem sehr engen Rennen, Parteien liegen dicht beieinander. Die BBC will erfahren haben, dass Labour in Cornwall nur an sechster Stelle liegt.

    [21h59] In Manchester ist es zu Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern der British National Party gekommen. Sky News zeigte Bilder, wonach der Parteivorsitzende der BNP daran gehindert werden sollte ins Rathaus zu gelangen.

    [21h48] Mit Wetten auf einen Rücktritt von Brown innerhalb der nächsten sieben Tage kann man auch kein Geld mehr machen. Die Wettquoten sind mittlerweile so deutlich, dass Brown die nächste Woche nicht übersteht.

    [21h44] Sky News mit der Brown-Skala: Alles um 30% wäre gut, aber so gut wie unmöglich. 25% wären gerade so ok, alles deutlich darunter ein Desaster. Die ersten Ergebnisse gibt es in einer Viertelstunde.

    [21h42] Der Vorsitzende der UK Indenpendent Party, Nigel Farage, wünscht sich über 20% und rechnet dann mit 15 Sitzen, war live aus Southampton zugeschaltet.

    [21h39] Erste Zahlen sickern auch aus dem Nordwesten Englands durch. Demnach keine Wahlerfolge für die BNP in den bevölkerungsreichen Gebieten Liverpool und Manchester. Auch in Burnley hinter Liberal Democrats und Labour.

    [21h34] Breaking News: Scottish National Party angeblich Sieger bei den Europawahlen in Schottland, sollen Labour auf Platz 2 verdrängt haben. Unklar ist noch die Sitzverteilung.

    [21h32] So, letzter Schwerpunkt der Bereich South East, weil alleine hier 10 Sitze vergeben werden. Labour hat hier momentan noch zwei Mandate. Ersten Gerüchten zufolge könnte Labour beide Sitze verlieren. Die Tories und die Liberal Democrats könnten ebenso wie die kleinen Parteien Stimmen hinzugewinnen.

    [21h29] Richtig interessant auch die Situation in Schottland. Wird die Scottish National Party stärkste Partei vor Labour? Bei der Wahl 2004 lag Labour noch knapp sieben Prozentpunkte vor der SNP und neun vor den Conservatives. Dass Labour seine Vormachtstellung verliert, dürfte klar sein.

    Und der Bereich South West England könnte ein weiterer Stolperstein für Labour werden. Hier stellt man nur noch einen Sitz, den man wahrscheinlich verlieren wird. Die UK Independence Party war 2004 hier mit über 22% zweitstärkste Partei.

    [21h17] In North West soll die Wahlbeteiligung bei gerade einmal 32 Prozent liegen. Die höchste Wahlbeteilgung (fast 50%) gibt es aber in den Städten, in denen die British National Party einen Versuch unternommen hat massiv um Stimmen zu werben. Könnte sich vielleicht gelohnt haben. Die Wähler wurden schon mal mobilisiert.

    Auch der politische Korrespondent von Sky News hält einen deutlichen Stimmengewinn der BNP für sehr wahrscheinlich.

    Für den Bezirk London wird die UK Indenpendet Party vor der BNP gesehen. Labour muss drei Sitze verteidigen, die Grünen einen. Wahrscheilich behalten die Grünen sogar ihren Sitz und Labour könnte ein Mandat abgeben. Umfragen Ende Mai sehen für Labour sogar das Worst Case Szenario, dass sie nur noch einen Sitz erhalten, also zwei verlieren werden.

    [21h12] Die Reporterin der BBC vor dem Amtssitz vor Gordon Brown nennt eine interessante Zahl: Sollte der Stimmentanteil von Labour unter 20% liegen, soll ein erneuter Versuch unternommen werden Gordon Brown zu stürzen.

    [21h10] Das Europäische Parlament gibt eine europaweite Wahlbeteiligung von 43,01% bekannt. Historischer Tiefstand.

    [21h07] Die BBC will derweil erfahren haben, dass Labour in der Region East of England nur an fünfter oder sechster Stelle liegt. Damit würde man den letzten Sitz in diesem Bezirk verlieren. 1999 hatte man noch zwei Sitze, einen hatte man bereits 2004 verloren, als man neun Prozent verlor und nur 16% erreichte.

    [21h05] Das Land ist in insgesamt 12 Bezirke aufgeteilt: East Midlands, East of England, London, North East, North West, Northern Ireland, Scotland, South East, South West, Wales, West Midlands und Yorkshire and the Humber.

    [21h02] Sky News beginnt seine Sondersendung, die bis Mitternacht gegen wird. Korrespondenten sind quer über das Land und in Brüssel stationiert. Zahlreiche Gäste sind eingeladen. Bei der Wahl 2004 holten die Konservativen 27 Sitze, Labour 19 und die UK Independence Party holte wie die Liberal Democrats 12, Scottish National Party und die Greens je 2 Sitze.

    Drinking Game für den Abend auf Sky News: Survive

    [20h59] Insgesamt 72 Sitze werden in UK vergeben, also inlusive Nordirland. Ohne sind es 69. Über 44 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

    [20h51] In Portugal haben nur knapp über 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

    [20h44] Die BBC-Reporterin vor Downing Street berichtet, dass es bei sehr schlechtem Wahlergebnis für Labour bereits morgen erneute Aktionen der Rebellen in der Partei geben könnte.

    [20h42] Es dürfte klar sein, dass Labour einen furchtbaren politischen Abend erleben wird. Und die Diskussionen um eine Zukunft von Brown werden die nächsten Tage noch einmal erheblich zunehmen. Interessant sind noch zwei weitere Fragen auf der Insel. Wie stark wird UK Independence Party und bezogen auf Schottland ein möglicher Wahlerfolg der Schottish National Party, die massiv von enttäuschten Labour-Wählern profitieren könnte.

    [20h40] In Frankreich sind die ersten Zahlen und Trends schon veröffentlich worden. Was erwartet uns also noch heute Abend? Um 22:00 Uhr deutscher Zeit kommen die Ergebnisse aus England und womöglich eine weitere herbe niederlage für Gordon Brown. Ebenfalls um 22:00 Uhr sollen die Ergebnisse aus Italien und Spanien feststehen. Wirken sich die Skandale um Berlusconi negativ auf sein Wahlergebnis aus? Und kann Luis Rodriguez Zapatero davon profitieren, dass er die Europawahlen auch zu einer Abstimmung über seine Person und Politik gemacht hat?

    [20h35] Die BBC ist jetzt ebenfalls live dabei.

    [20h30] Der Guardian bloggt jetzt auch live die Auswirkungen der britischen Ergebnisse für Premier Gordon Brown.

    [20h27] Wobei in Großbritannien dürfte heute fast schon interessanter sein, wer The Apprentice gewinnt.

    [20h22] In Spanien hatten bis 18:00 Uhr 34% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, gleiches Niveau wie 2004.

    [20h17] Mein Fazit zu den Europawahlen in Deutschland

    Insgesamt keine großen Überraschungen. Gut, auch ich hätte die SPD etwas stärker gesehen, aber im Prinzip sind die Europawahlen ein Stimmungsbild der aktuellen politischen Lage in Deutschland. Und dass nicht mehr europäische Themen im Vordergrund standen, ist auch dem mutlosen Wahlkampf der Parteien zuzuschreiben. Natürlich ist jetzt klar, dass CDU und FDP gestärkt in den Wahlkampf zur Bundestagswahl gehen. Trotzdem würde ich das ergebnis nicht überbewerten. Die SPD wird bei der Bundestagswahl sicherlich nicht so schlecht sein wie heute. Allerdings müssen die Sozialdemokraten endlich Antworten finden, wie man Wähler wieder an die Urne bringt. Wenn das nicht gelingt – und im Moment sehe ich keine Anzeichen dafür – wird man vom Ziel stärkste Partei zu werden meilenweit entfernt sein.

    Insgesamt die Berichterstattung in den Medien auch heute nur auf Sparflamme. Keine Berliner Runde, kein Anne Will mit den Spitzenkandidaten. Würde mich nicht wundern, wenn das Thema Europawahl in drei Tagen aus den Medien wieder verschwunden ist. Wie gesagt, Lob für die ZDF-Sendung Wahl im Web. Und Phoenix sollte sich überlegen, ob es Sinn macht über Web 2.0 zu sprechen, wenn man davon nur rudimentäre Kenntnisse hat. Netter Versuch, aber die Analysen des Ergebnisses, auch mit dem herzhaften Streit zwischen Franziksa Drohsel und dem Vertreter der CSU, waren äußerst interessant.

    So, jetzt den Blick gen Insel. Zweiter D-Day für Gordon Brown.

    [20h04] dogfood twittert erste Zahlen aus Frankreich. Demnach Partei von Präsident Sarkozy bei 28,3%, die Sozialisten bei 17,5%, die Grünen bei 14,8 Prozent. Wenn ich es richtig im Kopf habe, müssten das Zugewinne für Sarkozy sein.

    [20h02] Aktuelle Hochrechung von Infratest Dimap/ARD

    • CDU/CSU: 38,1%
    • SPD: 20,9%
    • Grüne: 12%
    • FDP: 10.9%
    • Linke: 7,7%
    • Andere: 10,4%

    [19h58] Aktueller Stimmungsbericht zu den Europawahlen in Italien beim Guardian.

    [19h51] Markus hat in den Kommentaren weiter unten einige Ergebnisse aus anderen europäischen Ländern mitgeteilt. Vielen Dank dafür. In Italien lag die Wahlbeteiligung bei nur 30% am Mittag, knapp 5% niedriger als 2004. Der schönsten Namen des Abends kommt übrigens aus Irland. Die Regierungspartei von Ministerpräsident Brian Cowen heißt Fianna Fail. Wie niedlich. Verluste der Partei bei fast sieben Prozent, jetzt nur noch 23 Prozent. Nicht die einzige Regierungspartei, die heute eine Schlappe erleiden musste.

    In Spanien wird es ersten Berichten zufolge eine höhere Wahlbeteiligung gegenüber 2004 geben. Ministerpräsident Zapatero hat die Wahl dafür genutzt auch über seine Politik abstimmen zu lassen.

    [19h42] Ich muss der Sendung Wahl im Web auf dem ZDFInfokanal ein kleine Kompliment aussprechen. Ich schaue das heute zum ersten Mal und halte es für eine wirklich gut gemachte Sendung, in lockerer Atmosphäre wird das Wahlergebnis diskutiert. Bütikofer und Pöttering wurden interviewt und beim Chatten beobachtet. Das einzige Manko, das auch diese Sendung ein bisschen hat: Es gibt wenig Bezug zu europäischen Themen, sondern mehr einen kleinen Hype um neue technologische Instrumente und Web 2.0 Anwendungen.

    Nachdem die Phoenix-Sendung in der ersten halben Stunde ein wenig unstrukturiert rüber kam, waren die letzten 60 Minuten sehr viel interessanter, weil strukturierter und sehr analytisch. Neben den Ergebnissen der Europawahlen hat man den Rahmen auch ein bisschen erweitert und ganz allgemeine Probleme der politischen Parteien angesprochen. Die ARD war mir in den Ausschnitten, die ich gesehen habe, wieder einmal zu hektisch.

    [19h22] Lesenswerter Kommentar von Heribert Prantl bei Süddeutsche Online.

    [19h17] Kommunalwahl Rheinland-Pfalz: In Mainz verlieren die beiden großen Parteien, CDU bliebt stärkste Partei, hohe Zugewinne für die Grünen.

    [19h14] Sehr niedlich, wie Reinhard Bütikofer etwas live bei Wahl im Web einer Mitarbeiterin für den Chat diktiert. “Streichen Sie das, äh, Doppelpunkt.” Pöttering kommt hinzu. Ums Internet kümmern sich seine Mitarbeiter.

    [19h10] Das Klima in der Großen Koalition ist ja ehe schon nicht das beste. In den nächsten Tagen kommt dann eine weitere Baustelle zur Verschlechterung der Atmosphäre hinzu. Stellen eines EU-Kommissars. Die CDU erhebt jetzt den Anspruch aufgrund des Wahlergebnisses diesen zu stellen, die SPD will weiterhin, dass ihr Spitzenkandidat Martin Schulz der nächste Kommissar wird.

    [19h05] Zwischenergebnis Bremen-Stadt

    • SPD: 30,4%
    • CDU: 24,2%
    • Grüne: 21,6%
    • FDP: 8,7%
    • Linke: 7,3%

    [19h01] Aktuelle Zahlen aus dem Bundesland Bremen:

    • SPD: 33,5%
    • CDU: 28,2%
    • Grüne: 16,1%
    • FDP: 9,2%
    • Linkspartei: 6,5%

    Die SPD gewinnt in Bremen drei Prozent, die CDU bleibt konstant.

    [18h55] Noch keine aktuellen Zahlen aus Bremen. Die Bremer SPD-Kandidatin Karin Jöns (Listenplatz 25) wird wohl nicht mehr im Europäischen Parlament vertreten sein. Nach den neusten Hochrechnungen erhält die SPD aber nur 23 Sitze. Die Bremer Europakandidatin der Grünen wird wohl weiter dabei sein.

    [18h51] Erstes Ergebnis aus Hannover: SPD bei 30,8%, CDU 28%, Grüne 17,4%, FDP 6,5% und Linke 6,4%. Leichte Gewinne für SPD. FDP und die Linkspartei. Ich suche nach Ergebnissen aus Bremen und Hamburg.

    [18h48] In der ARD kommt jetzt “Ein Platz an der Sonne” und die Lindenstraße. Zeit für eine kurze Abendbrotspause.

    [18h44] Bei Phoenix ist wenigstens Stimmung in der Debatte. Wenn die SPD-Linke und die CSU aufeinander trifft, ist immerhin für Unterhaltung gesorgt.

    Sehe jetzt zum ersten Mal Ronald Pofalla in Gänze auf Phoenix. Dieser Auftritt ist ein Beispiel dafür, warum so wenige Leute Politiker noch vertrauen. Was Pofalls da von sich gibt, ist schlicht peinlich.

    [18h41] Es ist soweit gekommen, dass ich nach Ergebnissen aus anderen Ländern schaue, weil die Diskussion bei ARD, ZDF und Phoenix nicht wirklich Neues bringt. In Griechenland gewinnen die Sozialisten, liegen nach einer ersten Umfrage bei 37%. Wahlbeteiligung bei – Achtung Trommelwirbel – 55%.

    [18h38] Bei der Kommunalwahl in Ba-Wü geht Suttgart wahrscheinlich an die Grünen, das ist aber alles noch sehr knapp. Eindeutiger ist die Lage an Rhein und Necker in Mannheim. SPD holt sich Mannheim zurück, kommt auf 32,5% (+0,5%). CDU verliert deutlich auf 27,5% (-9,9%).

    [18h33] Erste Zahlen aus Frankreich bezüglich Wahlbeteiligung, die bei rund 40% liegen soll.

    [18h30] 30 Minuten nach der ersten Prognose habe ich von Poltikern noch nicht eine Silbe über Europa gehört. Phoenix gefällt derzeit am besten, die versuchen, auch ganz aktuelle politische Probleme in Kontext zu bringen.

    Horst Seehofer: Wir haben gekämpft, dass wir in der bayrischen Bevölkerung wieder mehr Vertrauen gewinnen. Die CSU ist wieder da. Wir haben Vertrauen zurückgewonnen durch Geschlossenheit in der Partei, durch Erneuerung, durch klaren inhaltlichen Kurs und mit Markus Ferber an der Spitze. Ich gratuliere dir ganz herzlich.

    SPD in Bayern bei 12,5%. SPD-Chef Stiegler spricht von einem “schweren Schlag in die Magengrube”.

    [18h25] Für Schottland kursieren erste Gerüchte, wonach die Scottish National Party, ihres Zeichens sehr europakritisch, eventuell 30 Prozent erreichen könnte.

    [18h20] Nochmal die Gewinne und Verluste im Überblick: CDU/CSU -5,6%, SPD -0,3%. Grüne -0,3%, Linke +1,4%, FDP +4,7%

    Guido Westerwelle: “Freude schöner Götterfunken.” Ohne Worte. Pofalla sieht “Rückenwind für die Bundestagswahl”. Pofalla kann ich gerne ignorieren.

    [18h17] Franz Müntefering äußert sich im Willy-Brandt-Haus: Schwieriger Abend für die SPD, haben einen tollen Europawahlkampf geführt, besonders Martin Schulz. Dafür danke ich euch allen. Wir wussten über die Mobilisierungsprobleme, die wir nicht gelöst haben. Das Ergebnis ist schlechter als erhofft, es ist enttäuschend. Verluste der CDU/CSU konnten wir nicht aufnehmen. Wir haben nach links aber nichts verloren. Wir als Sozialdemokraten wollen weiter unseren Beitrag leisten, dass Europa einen guten Weg nimmt. Wir müssen in den Wochen bis zur Bundestagswahl klarmachen, dass die Lösungsansätze für die jetzige Krise sozialdemokratisch sind.

    [18h15] Rund ein Viertel der Wähler hat sich laut Angaben in der ARD erst heute entschieden, welche Partei sie wählen.

    [18h13] Und Franziska Drohsel ist es bei Phoenix ein völliges Rätsel, dass die FDP in einer solchen Phase noch Stimmen gewinnen kann.

    [18h11] Kommunalwahlen in Baden-Württemberg: Grüne werden stärkste Fraktion in Stuttgart. 27% der Stimmen, vor CDU mit 26 und SPD mit 16.

    [18h09] Volker Kauder sieht in dem Ergebnis der SPD keinen Anspruch mehr, dass die Sozialdemokraten einen Anspruch haben einen EU-Kommissar zu stellen. Wahlbeteiligung in etwa so niedrig wie 2004 bei 42,3%.

    [18h07] Und bei der ARD jetzt wieder dieses fürchterliche Frage-Antwort-Spiel von Journalisten und Politiker. Zu den Ergebnissen. Das dürfte alles ziemlich eindeutig sein für heute Abend. CDU/CSU stärkste Partei, CSU sehr stark in Bayern. SPD verliert nochmal gegenüber der Wahl 2004. Gutes Ergebnis für die Grünen. FDP gewinnt klar, Linkspartei mit solidem Ergebnis.

    [18h04] Sitzverteilung: CDU/CSU 42 Sitze, SPD 24 Sitze, Grüne 13, Linke 8, FDP 12

    [18h00] Die erste Prognose für die Europawahlen 2009 in Deutschland

    ARD:

    • CDU/CSU: 38,5%
    • SPD: 21%
    • Grüne: 11,5%
    • FDP: 11%
    • Linkspartei: 7,5%
    • Andere: 10,5%

    ZDF:

    • CDU/CSU: 38%
    • SPD: 21,5%
    • Grüne: 12%
    • FDP: 10,5%
    • Linkspartei: 7%
    • Andere: 11%

    In Bayern erreicht die CSU fast 50%, kommt auf 49,5 Prozent.

    [17h55] Was macht Silvio Berlusconi eigentlich gerade? Auf Wahlergebnisse warten? Nochmal gegen die spanische Zeitung El Pais vorgehen, die heute erneut zwei Bilder von jungen Frauen oben ohne mit Berlusconi veröffentlicht haben? Oder den Wechsel von Kaka einfädeln? Soll keiner sagen, dass der Wahlabend in Italien nicht vielfältig ist.

    [17h53] Weitere Zahlen aus Österreich. ÖVP bei 29,7%, SPÖ bei 23,7%. Der EU-Kritiker Martin erhält fast 18 Prozent und ist somit deutlich stärker als FPÖ (13,4%) und Grüne (9,5%).

    [17h48] Via Twitter kommen erste Zahlen ans Licht, bevor es dann gegen 18:00 Uhr die ersten Prognosen gibt. Nach den Vorabzahlen CDU/CSU bei 38,5%, SPD bei 26%, Grüne bei 12%, FDP bei 9 und die Linkspartei bei 7%.

    [17h47] Die Phoenix-Sendung hat jetzt endgültig den roten Faden verloren. Man hätte doch erst den Internetwahlkampf abhandeln können und sich dann auf Europa konzentrieren können. Stattdessen wechselt man jetzt alle 10 Minuten hin und her.

    [17h44] Erste Prognosen gibt es schon aus Österreich. Die ÖVP geht als stärkste politische Kraft hervor, herbe Verluste für die SPÖ. Quelle: ORF

    [17h38] Ich schaue zum ersten Mal die Wahl im Web Sendung. Erster Eindruck wirklich positiv. Vor allem auch, weil man merkt, dass sich die Leute mit den Angeboten im Web 2.0 auskennen. Das macht schon sehr viel aus.

    Franziska Drohsel: Man soll zur Wahl gehen, weil in Europa viel entschieden wird.

    [17h34] Das Europäische Parlament wartet derweil auf die Ergebnisse.

    Phoenix mit der traditionellen Schalte auf die Wahlparties der Parteien, SPD, CDU und CSU. Es wird ständig von Stimmungstest gesprochen, für Martin Schulz, für Horst Seehofer.

    [17h30] Das ZDF bietet auch heute sein interaktives Angebot Wahl im Web an. Zu empfangen auch über den ZDF Infokanal.

    [17h27] Irgendwie bezeichnend, dass bei Phoenix jetzt die ganze Zeit über Online-Wahlkampf diskutiert wird. Sagt auch etwas über die Rolle und den Stellenwert der Europawahl.

    [17h24] dogfood weist in den Kommentaren auf Sondersendung von TV5 ab 19:45 Uhr hin.

    [17h22] Ein paar Zahlen zur Wahlbeteiligung europaweit: Am frühen Nachmittag haben 24% der Spanier abgestimmt, zur Mittagszeit nur 12% der Portugiesen. In Polen waren es sogar nur sieben Prozent. Auch in Schottland soll die Wahlbeteiligung niedriger sein, insbesondere in der Labour-Hochburg Glasgow. Ein weiterer Nackenschlag für Gordon Brown?

    [17h19] Der Guardian hat seine politischen Korrespondenten quer über Europa verteilt. Und natürlich sind alle fleißig am SMS-Verschicken. Der Guardian hat dafür eine eigene Twitterwall ins Leben gerufen.

    [17h15] Inhaltlich geht die Analyse des Wahlkampfs auf Phoenix in die richtige Richtung. Alle Probleme werden noch einmal angesprochen. Franziksa Drohsel spricht das Flüchtlingsthema an. Meine Herren, das höre ich das erste Mal. Das wäre ja mal ein Thema für den Wahlkampf gewesen.

    Und wenn Phoenix das Internet erklärt, höre ich kurz weg. Man misst die Bedeutung des Internet-Wahlkampfs an den Suchergebnissen bei Google. Twitter wird als SMS-Verschicken erklärt. Du meine Güte.

    [17h11] Nochmal kurz zurück zur Wahlbeteiligung. Es gibt noch keine Zahlen, wie europaweit die Resonanz ist. Dann kann man wohl auch feststellen, dass die europaweite Kampagne für eine höhere Wahlbeteiligung nicht gewirkt hat. Schöner Artikel über die Schwierigkeiten europaweiter Kampagnen bei ZEIT Online. Und mal ehrlich. Hat jemand etwas von der europaweiten Kampagne mitbekommen?

    [17h05] Wer einen etwas wissenschaftlicheren Blick auf die Europawahlen erleben möchte, dem empfehle ich die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte. Liest sich auch für Nicht-Experten wirklich gut (pdf-Format, 3.1 MB)

    [17h02] Phoenix möchte in seiner Wahlberichterstattung auch das Internet einbeziehen und die Angebote im Web heute Abend genauer vorstellen. Das kann interessant werden. Franziska Drohsel, Juso-Vorsitzende, hat 1.300 Freunde  bei Facebook. Und die Moderatorin bekommt sich gar nicht mehr ein.

    [16h57] Erste Zahlen der Wahlbeteiligung sickern langsam durch. Sie soll wohl noch niedriger als 2004 liegen. Am frühen Nachmittag hatten erst 20,2% ihre Stimme abgegeben. Prognosen gehen von einer Wahlprognose bei knapp 40% aus.

    Da haben die verzweifelten Aufrufe der Parteien zumindest das demokratische Recht auszuüben um extreme Parteien schwach zu halten, nicht gezogen zu haben. Überhaupt fand ich diese Reaktion der Parteien mal wieder merkwürdig. Wochenlang wird über extreme Parteien in Europa kein Wort verloren und dann erleben die Niederlande einen Rechtsruck – und alle bekommen wieder die Panik. Mehr über das Wahlergebnis in den Niederlanden und dem Rechtsruck durch Geert Wilders bei Times Online.

    [16h53] Apropos etablierte Medien: Wenn alle deutschen Fernsehsender und Tageszeitungen mal einen kurzen Blick rüber auf die Sonderseite der BBC zur Europawahl werfen könnten. Sehr viel besser kann man über diese Wahl nicht informieren und aufklären.

    [16h50] Ich hatte ja hier schon an anderer Stelle den Wahlkampf der Parteien zur Europawahl auseinandergenommen. Ich bleibe dabei: Er war zu mut- und ideenlos und zu wenig auf Europa konzentriert. Oder glaubt jemand, dass die SPD mit anderen Themen in den Bundestagswahlkampf 2009 zieht? Hat eigentlich jemand ein Plakat mit dem CDU-Spitzenkandidaten Pöttering gesehen? Ich sah immer nur Angela Merkel auf den Großflächenplakaten. Mittlerweile haben auch die etablierten Medien in diesen Kanon eingestimmt. Recht deutliche Worte zum Europawahlkampf der Parteien findet auch Michael Spreng in seinem Blog.

    [16h45] Zum Ablauf im TV heute Abend: Phoenix überträgt seine Wahlberichterstattung von 17:00 bis 20:00 Uhr, die ARD und ZDF steigen ab 17:45 Uhr ein. Das ZDF startet um 20:55 Uhr nochmal eine Sondersendung, die ARD gegen 23:15 Uhr. Keine Berliner Runde heute zur Europawahl, bei Anne Will (ab 22:00 Uhr) sitzt einzig und allein Frank-Walter Steinmeier. Auf Sky News gibt es von 21:00 Uhr bis Mitternacht die Wahl-Sondersendung “Decision Time Europe” mit Adam Boulton. Die Wahlergebnisse werden auf einem neuen Touchscreen in HD-Qualität präsentiert.

    [16h39] Schönen Nachmittag zusammen. Die erste wichtige Wahl des Jahres 2009 findet heute ihr Ende. In den nächsten Stunden hier live begleitet mit Fokus auf den Ergebnissen in Deutschland und England. Gerade die Zahlen von der Insel werden wohl erst gegen 22:00 Uhr veröffentlicht. Je nach Lage auch ein Blick auf die anderen wichtigen Mitgliedstaaten in der EU sowie auf die sieben Kommunalwahlen in Deutschland.

    Ich habe zwei Live-Ticker an, durchwühle regelmäßig Websites und schaue Phoenix und später Sky News. Alles kann ich nicht abdecken können, von daher ist jeder Leser herzlich eingeladen in den Kommentaren Ergänzungen und Hinweise zu geben.

    Eines noch vorweg: Wenn irgendjemand heute sagt, dass auch das Wetter an der mäßigen Wahlbeteiligung schuld sei und diese Europawahl signifikante Aufschlüsse für die Bundestagswahl 2009 bringe, wird von mir die nächsten 20 Jahre lang ignoriert.

    Gut, dann wollen wir mal starten. Phoenix beginnt seine Übertragung um 17:00 Uhr.