Beiträge vom 16. Juni 2009

Premier League Spielplan 2009/2010 veröffentlicht

Dienstag, 16. Juni 2009 20:45

Die Premier League hat am Mittwochmorgen um 11:00 Uhr deutscher Zeit den Spielplan für die Premier League Saison 2009/2010 veröffentlicht. Damit steige ich dann auch hier wieder in die Berichterstattung ein und werde bis Ende Juli regelmäßig die wichtigsten Nachrichten zusammenstellen. Da ich heute Vormittag viel beschäftigt bin, wird dieser Beitrag erst im Laufe des Tages weiter aktualisiert. Paul Fletcher/BBC Sport gibt in seinem Blog einen Überblick, wie der Computer den Spielplan erstellt und welche sonstige Schwierigkeiten bei der Spielplanerstellung auftreten können.

Sky Sports wird das Prozedere live begleiten.

Eine neue Premier League Saison bekommt heute also ihren ersten kleinen Anstrich. Es wird zwar noch nicht abzusehen sein, ob Manchester United auch ohne Ronaldo Meister werden kann, ob Chelsea und Liverpool ernsthafte Titelkandidaten werden, ob Manchester City zum Angriff auf die Champions League rüstet, ob Stoke, Fulham und Wigan an die großartigen Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen können und ob die drei Aufsteiger Birmingham City, Wolverhampton und Burnley die etablierten Mannschaften ärgern können. Auch die neue Saison wird wieder viele Geschichten schreiben. Ich freue mich schon darauf.

Die neue Saison wird mit dem Community Shield zwischen Manchester United und dem FC Chelsea eröffnet. Die Premier League startet eine Woche später ihren Ligabetrieb. Nachfolgend die wichtigsten Ansetzungen der Premier League Saison 2009/2010.

1. Spieltag (gespielt wird am 15./16. August)

  • Aston Villa – Wigan Athletic
  • Blackburn Rovers – Manchester City
  • Bolton Wanderers – FC Sunderland
  • FC Chelsea – Hull City
  • FC Everton – FC Arsenal
  • Manchester United – Birmingham City
  • FC Portsmouth – FC Fulham
  • Stoke City – FC Burnley
  • Tottenham Hotspur – FC Liverpool
  • Wolverhampton Wanderers – West Ham United

2. Spieltag (gespielt wird am 18./19.. August)

  • FC Arsenal – Bolton Wanderers (Spiel wird verlegt)
  • Birmingham City – FC Portsmouth
  • FC Burnley – Manchester United
  • FC Fulham – Blackburn Rovers
  • Hull City – Tottenham Hotspur
  • FC Sunderland – FC Chelsea
  • West Ham United – Aston Villa (Spiel wird verlegt)
  • Wigan Athletic – Wolverhampton Wanderers
  • FC Liverpool – Stoke City (19.08)
  • Manchester City – FC Everton (19.08) (Spiel wird verlegt)

Wegen der Qualifikation für die Champions League und die Europa League fallen bereits am zweiten Spieltag drei Spiele aus.

Die direkten Duelle der Top Four

  • FC Liverpool – Manchester United (24.10./20.03.)
  • FC Chelsea – Manchester United (07.11./03.04.)
  • FC Chelsea – FC Liverpool (03.10/01.05.)
  • FC Liverpool – FC Arsenal (12.12./09.02.)
  • FC Arsenal – FC Chelsea (28.11./06.02.)
  • Manchester United – FC Arsenal (29.08./30.01.)

Die Woche vom 30.01. bis 09.02. haben sich die Gunners sicherlich auch anders vorgestellt. Innerhalb von 10 Tagen gegen alle drei direkten Big Four Mannschaften.

Die Stadtderbys

  • FC Arsenal – Tottenham Hotspur (31.10./10.04.)
  • Manchester United – Manchester City (19.09./17.04.)
  • FC Everton – FC Liverpool (28.11./06.02.)
  • Birmingham City – Aston Villa (12.09./24.04.)

Weitere Informationen und Reaktionen:

Der Guardian hat einige Stimmen zusammengefasst. Die BBC sammelt Reaktionen der Fans. Die genaue Terminierung der Spieltage wird Mitte Juli stattfinden. Ein genaues Datum scheint aber keiner exakt zu kennen. Die neue Saison startet also am 15. August. Für mich stechen zwei Spitzenspiele heraus. Arsenal zu Gast bei Everton und Tottenham empfängt Liverpool. Zwei ganz schwere Auswärtspartien für die Meisterschaftsanwärter am ersten Spieltag. Als einziger Aufsteiger hat Wolverhampton Heimrecht gegen die Hammers. Da sollte Molineux toben. Gleich danach geht es mit einer englischen Woche weiter, einer von fünf Spieltagen am Dienstag oder Mittwoch. Wegen der Europapokale fallen dann gleich einmal drei Spiele aus. Ich habe gerade mal in den Rahmenterminkalender geschaut. Entweder man holt die Spiele gleich Ende August nach oder man kommt bedingt durch die nationalen Pokalwettbewerbe erst wieder im November dazu. Es gibt über die Weihnachtsfeiertage wieder zwei Spieltage. Einen am zweiten Weihnachtsfeiertag und einen zwei Tage später am 28. Dezember. Dafür gibt es dann anschließend wieder nationalen Pokal.

Die kompletten Ansetzungen bei der BBC oder auf der offiziellen Website der Premier League.

Thema: Premier League | Kommentare (4) | Autor: medispolis

Lasst das Volk über Netzsperren im Internet entscheiden!

Dienstag, 16. Juni 2009 11:36

Seit Monaten wird über den Gesetzentwurf zur Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet diskutiert. Zwischendurch haben sogar die etablierten Medien dem Thema ein, zwei Seiten geschenkt. Eine E-Petition beim Deutschen Bundestag gegen den maßgeblich von Familienministerin Ursula von der Leyen geprägten Gesetzentwurf wurde von über 100.000 Menschen unterzeichnet. Gegner der Netzsperren – zu den ich mich auch ausdrücklich zähle – bekamen das Gefühl, dass das umstrittene Gesetz tatsächlich scheitern oder zumindesz verändert werden könnte. Die große Hoffnung war die SPD, in der sich zahlreiche Mitglieder gegen Netzsperren ausgesprochen haben.  Das scheint auch weiterhin der Fall zu sein, nur möchte davon der Parteivorstand scheinbar nichts wissen. Eine Aussprache über das Thema Netzsperren im Internet hat am Sonntag auf dem Parteitag in Berlin nicht stattgefunden. Ich halte das für ein Armutszeugnis für die angeblich so hohe Internetkompetenz der Sozialdemokraten und ein Schlag ins Kontor für jegliche innerparteiliche Willensbildung.

Der Führungszirkel von der SPD ist also auch immer mehr auf die Haltung von CDU/CSU umgeschwenkt. Am Donnerstag soll im Bundestag über den Gesetzentwurf entschieden werden. Nach den Entwicklungen vom Wochenende halte ich eine Ablehung für sehr unwahrscheinlich. Es ist doch bezeichnend, dass der überwiegende Anteil der SPD-Politiker gegen Netzsperren ist und dieses Thema beziehungsweise diese politische Position auf einem Parteitag keinen Diskussionsraum bekommt. Und das ärgert mich einerseits von der inhaltlichen Seite, weil ich die Inhalte des Gesetzentwurfes nicht mittragen kann, und andererseits ist es für mich wieder einmal völlig unverständlich, wie Politiker und Parteien mit den Ansichten, den Befürchtungen und der Kritik aus der Bevölkerung umgehen. Es ist ganz offensichtlich – nimmt man die Aussagen der Politiker von CDU/CSU – , dass die Netzsperren gegen kinderpornografische Seiten im Internet nur der erste Schritt weiterer Maßnahmen zur Einrichtung einer Infrakstrutur für die Internet-Zensur ist. Und dass diese Sperren das eigentliche Problem nicht beheben, brauche ich hier nicht länger ausführen. Ich denke, das dürfte klar sein. Das können CDU/CSU auch weiterhin gerne verneinen. Für mich ist bei diesem Thema die Glaubwürdigkeit nicht mehr gegeben. Und ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten der SPD im Bundestag gegen die Einigung der Großen Koalition stimmen werden.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wenig doch die Bevölkerung Einfluss nehmen kann auf politische Entscheidungen und wie scheinbar egal es manchen politischen Akteuren ist, dass es auch unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt. Wieso fällt es der Politik so schwer auch einmal einzugestehen, dass der vorliegende Gesetzentwurf Schwachsinn ist, dass man ihn erheblich nachbessern muss und dass die Sorgen, Befürchtungen und Ängste einiger Interessengruppen und Internetnutzer ernst genommen werden sollten? Von Ursula von der Leyen habe ich noch nicht eine vernünftige Erklärung zu diesem Gestzentwurf gelesen oder gehört. Politik muss für ihre Arbeit auch werben, die Menschen davon überzeugen. Und wenn die Bevölkerung in großen Teilen von der Programmatik nicht überzeugt ist und Nachbesserungen fordert, dann ist es eine Ohrfeige für die politische Willensbildung und die Souveränität des Volkes, wenn diese Ansichten gelegentlich gehört werden, aber keinen nenneswerten Effekt haben. Wieso soll ich mich dann überhaupt noch politisch interessieren und engagieren, wenn man wiederum so enttäuscht worden ist? Es ist ja nicht irgendein Gesetzentwurf, der verabschiedet werden soll. Er betrifft indirekt nahezu die gesamte Gesellschaft, weil immer mehr Menschen sich im Internet aufhalten. Haben CDU/CSU aber irgendwo über dieses Gesetz aufgeklärt? Haben CDU/CSU irgendwo für die Inhalte dieses Gesetzes geworben? Nein! Es sollte alles im stillen Kämmerlein geschehen, damit ein Großteil der Bevölkerung diese unerklärliche Vorgehensweise gar nicht erst zur Kenntnis nehmen kann. Und jetzt hat sich die SPD ganz heimlich still und leise zu der Union ins Bett gelegt.

Zwei erhebliche Defizite sind für mich festzustellen: Einerseits wurde es von der Regierung wieder mal nicht geschafft, über dieses Gesetz, seine Folgen und Konsequenzen große Teile der Bevölkerung zu unterrichten. Das ist aber Pflicht der politischen Akteure. Ich hatte die letzten Tage auf einer Geburtstagsfeier mal eine kleine nicht repräsentative Stichprobe von 50 Leuten genommen und gefragt, ob sie mit den Inhalten des Gesetzes etwas anfangen können. Lediglich ein Viertel wusste einigermaßen Bescheid. Und das war die Zielgruppe, die sich schon häufiger im Internet befindet. Und zweitens wurden Stimmen aus der Bevölkerung, die ganz offensichtlich mehr Expertise haben als einige Politiker  – was überhaupt nicht negativ ist – kaum gehört, ihre Ansichten ignoriert. Eine lebendige Demokratie sieht anders aus. Es ist unbegreiflich, wenn über 100.000 Stimmen einer E-Petition einfach so unter den Tisch fallen. Von daher finde ich gerade das Thema Netzsperren ideal geeignet für einen Volksentscheid. Das Internet betrifft uns alle. Warum sollen wir darüber auch nicht entscheiden dürfen? Und vielmehr: Die Politik wird gezwungen zu ihrem Gesetz in der breiten Öffentlichkeit Stellung zu nehmen. Das soll bitte nicht mit Wahlkampf gleichgesetzt werden. Es ist viel stärker inhaltlich orientiert. Und die Medien würden entsprechend umfassend berichten. Und dann würde es eben zu wenig sein, wenn Ursula von der Leyen sagt, sie wolle damit Kinderpornografie stoppen. Es würde einen breiten gesellschaftlichen Diskurs geben. So, wie es sich für eine lebendige Demokratie gehören sollte.

Aber vielleicht lebe ich in einem Traumland. Vielleicht finde ich es schon zu viel verlangt, wenn Politik ihr Handeln umfassend erklärten muss, wenn Politik einfach mal die Augen und Ohren offen hält für Anregungen, Kritik und Hinweise. Scheinbar können es sich manche Parteien immer noch leisten über 100.000 potentielle Wählerstimmen zu ignorieren. Die Opposition hat es schwer gegen die breite Mehrheit der Großen Koalition. Vielleicht wird es ja geschafft, dass dieses Thema im kommenden Wahlkampf einen breiten Raum einnimmt. Es wäre zu wünschen, denn die Themen Finanzkrise, Mindestlöhne oder Steuersenkungen sind irgendwann auch ausgelaugt. Manchmal sind es die eher unbekannten Themen und Gesetze, die zeigen, wie in Deutschland Politik gemacht wird. Zum Glück sind bald Bundestagswahlen. Dann darf das Volk seine ach so große Souveränität wieder voll ausspielen.

Thema: Politik National | Kommentare (4) | Autor: medispolis