





Kurz zum Hintergrund: Ich hatte ja schon in einem der Premier League Eintrag geschrieben, dass Peter Crouch zu den Tottenham Hotspur gewechselt ist. Dafür sollte Darren Bent verkauft werden. Bent würde gerne zum FC Sunderland wechseln, die Spurs wollen aber noch mehr Geld von den Black Cats. Momentaner Zwischenstand: Es tut sich gar nichts. Bent wurde schon aus dem Kader für die Testspiele geworfen. Und nun tut sich gar nichts. Sunderland will übrigens Bent haben. Also entsteht auf einer Twitter-Page, die unter dem Namen Darren Bent läuft und auf der auch ein Bild von ihm zu sehen ist, gestern Mittag folgender Satz:
“Seriously getting p***** off now. Why can’t anything be simple. It’s so frustrating hanging round doing jack s***. Do I wanna go Hull City NO. Do I wanna go stoke NO do I wanna go sunderland YES so stop f****** around, Levy. Sunderland are not the problem in the slightest.”
Die Frage ist jetzt eben, von wem der Eintrag stammt. Bent selbst, vielleicht ein Sunderland Fan, der Bent zu den Black Cats lotsen will. Sollte es Bent persönlich gewesen sein, ist er schneller aus dem Verein als gedacht. Und ob ihn Sunderland dann noch haben will, bezweifele ich. Wobei das Bekenntnis zu dem Klub aus dem Nordosten hätte deutlicher ja nicht sein können.
Wenn man Harry Redknapp, derzeitiger Coach bei den Tottenham Hotspur, bei seinen Medienauftritten zuhört, dann schwingt in seiner angnehmen, fast schon väterlichen Stimme immer ein bisschen was von Schutz, Geborgenheit und Fürsorglichkeit mit. So gibt sich Redknapp auch in seinem Privatleben. Er hat jahrelang mit seiner Frau an einem Haus am Strand in der Nähe von Southampton gewohnt, weit entfernt vom täglichen Trubel. Den Wellen, Sandstrand und Meereswind näher als den Mikrofonen und Pressekonferenzen. Wahrscheinlich ist es diese Ruhe und Abgeschiedenheit an der englischen Kanalküste, die Harry Redknapp so fürsorglich im Umgang mit seinen Spielern macht. Und die dafür sorgt, dass Redknapp immer ein Auge auf das Wohlbefinden und den Gemütszustand ehemaliger Spieler wirft.
Jetzt hat er die Hände nach Peter Crouch vom FC Portsmouth ausgestreckt. Pompey steckt immer noch in argen finanziellen Schwierigkeiten und brauchen dringend frisches Geld. Ein Verkauf von Crouch steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Südküstler. Da versteht es sich ja fast schon von selbst, dass Redknapp seinem ehemaligen Verein und seiner großen Liebe finanziell unter die Arme hilft – und dafür im Gegenzug mit Peter Crouch seinen Sturm verstärkt. Crouch und Jermain Defoe, vor einem Jahr noch bei Redknapp unter Vertrag in Portsmouth, zukünftig wohl bei den Tottenham Hotspur. Ein paar Details sind noch zu lösen. Die Spurs haben für Crouch ein gutes Angebot abgegeben, warten aber noch auf einen möglichen Interessenten für Darran Bent, der im Gegenzug die Spurs verlassen soll. Sunderland soll Interesse angemeldet haben. Sollte Crouch in den Nordosten Londons wechseln, wäre ein möglicher Transfer von Klaas-Jan Huntelaar zu den Spurs wohl vom Tisch. Damit würde dann die Tür für den FC Arsenal offen stehen. Auch Redknapp glaubt, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Huntelaar und Crouch zu Tottenham wechseln (Quelle: ESPN Soccernet).
Bei den Gunners erlebt man derzeit eine sehr unruhige Saisonphase. Im Prinzip eine Fortsetzung der schon unruhigen Monate April und Mai mit dem blamablen Ausscheiden in der Champions League und den Vorwürfen von Arsene Wenger an die Arsenal-Fans, sie würden ihn in der öffentlichen Diskussion wie einen Mörder behandeln. Und schon wieder drohte beziehungsweise droht immer noch Verlust.Am Wochenende kam das Gerücht auf, dass Niklas Bendtner vor einem Wechsel zum AC Mailand steht. Dies wurde heute aber von offizieller Seite dementiert. Der Däne sieht seine Zukunft in London. Der nächste Abgang soll schon vor der Tür stehen. Manchester City bietet angeblich 14 Millionen Pfund für Kolo Toure. Ein Vertrag soll laut diverser Boulevardblätter kurz vor einem Abschluss stehen.
Bei Arsenal brennt also nicht nur ein Baum. Langsam wachsen die Sorgen auch vereinsintern, ob man einen qualitativ wettbewerbsfährigen Kader hat, um um die Meisterschaft zu spielen. Jetzt melden sich die Vereinsoberen in persona Farhad Moshiri zu Wort. Moshiri ist Mitbesitzer bei der Red and White Holdings von russischen Milliardär Alisher Usmanov, der größter Einzelaktionär beim FC Arsenal London ist. Moshiri teilte heute also mit:
“Based on our analysis, any money is very limited and possibly spent already and I don’t think there are any spare funds with the exception of Adebayor’s proceeds. There is no question that it is a talented squad but there have been very limited additions and you cannot help but feel that there is still not enough depth to that squad.”
Ein Fakt besonders interessant: Es scheint kaum noch Geld für Transfers vorhanden sein. Da könnte sich Klaas-Jan Huntelaar ja kräfig in den Hintern gebissen haben. Na mal sehen, ob Manchester City noch einmal die Schatulle aufmacht. Andrej Ashavin will von einer möglichen Krise gar nichts wissen.
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Sky Sports und die FA haben sich auf einen neuen TV-Vertrag geeinigt, der Sky für die nächsten drei Jahre die Rechte am FA Community Shield sponsered by McDonald’s und dem FA Women’s Cup Final sponsered by E.ON garantiert. Startschuss ist am 09. August mit dem Community Shield zwischen Manchester United und dem FC Chelsea. Scheiß Kommerzialisierung, so nebenbei bemerkt.
Wollen Sie einmal ganz große Worte hören in einer Zeit, wo Verträge nichts mehr wert sind, wo Geld das wichtigste im Fußball ist (Adebayor – I’m looking at you). John Terry, Kapitän des FC Chelsea, gibt zu Protokoll.
“I have said that from day one that I want to stay here for the rest of my career. I have been at the club 14 years and it is strange because it is the first time in my career that someone has come in for me, and the speculation surrounding it is a bit strange as everyone expects you to come out and respond to things instantly, which I had done a couple of times last year when City came in for me.”
Kommen wir zum Schluss wieder zum harten Alltag im Fußball, zu viel Geld und zu viel Wirtschaft. Die beiden Besitzer des FC Liverpool, Geoge Gillett und Tom Hicks, haben mit der Royal Bank Of Scotland einen neue Vereinbarung getroffen bezüglich der Zurückzahlung von 290 Millionen Pfund Schulden. Eine rückzahlung hätte eigentlich in diesen Tagen erfolgen müssen. Jetzt hat man ein weiteres Jahr Zeit, die Beträge zurückzuzahlen. Als Zeichen des guten Willens hat man immerhin 60 Millionen Pfund an die Bank überwiesen, beide Besitzer zu je 30 Millionen Pfund. Beide versuchen derzeit in den USA vehement frisches Geld zu bekommen. Gillett hat Anteile an den Montreal Canadiens verkauft, Hicks versucht das gleiche für die Texas Rangers, hat aber noch keinen Interessenten gefunden. Quellen: BBC, Guardian.
Für die Freunde des Football-Weekly-Podcast: Der Guardian wird wieder zwei Podcasts pro Woche produzieren. Die erste Ausgabe der neuen Saison gibt es am Donnerstag, 06. August 2009. James Richardson wird wieder moderieren, Gäste bis jetzt sind Barry Glendenning und Sean Ingle plus ein weiterer Gast, der noch bekannt gegeben wird. Quelle: Sean Ingle via Twitter
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Exzellente Story in der Montagsausgabe des Guardian. Ein Interview mit Richard Desmond, Besitzer der Northern&Shell Media Group, die unter anderem den Daily Express und den Daily Star herausgibt. Schwerpunkt des Interviews. Wie bekommt man die Rolle des Besitzers und Herausgebers unter einen Hut? “How much editorial control do newspaper proprietors really excert?”
“Desmond’s editorial intervention is also unique because it is not done at arm’s length. He is a regular visitor to the newsroom and can be heard commenting on the content and the blurbs. Reporters and subeditors know what he likes and dislikes because they have overheard him. It came as no surprise to them when the Sunday Express editor in Desmond’s early days, Michael Pilgrim, complained that he had been obliged to spike stories about Desmond’s commercial allies and publish critical pieces about rivals he did not like.”
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Daniel Taylor im Sport-Blog des Guardian über die Rolle von Mark Hughes im Transferpoker von Manchester City um Chelsea-Kapitän John Terry. Mehr zur Premier League in einem gesonderten Eintrag heute Abend.
“Mark Hughes, for one, would be entitled to wonder whether he has been led up the garden path given some of the information he has received since he was first told that Terry apparently wanted, at the very least, to speak to City’s billionaire owners.”
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Nichts Neues beim Internet-Auftritt des Weser-Kuriers. Weiterhin hat sich nichts verändert, obwohl man seit Monaten einen Relaunch ankündigt. Jetzt soll es wohl Anfang August passieren. Selten ein solches Vorgehen gesehen. Einen Relaunch macht man still und heimlich und kündigt ihn vielleicht eine Woche vorher an, wenn man das genaue Datum weiß. Der Weser Kurier schiebt jetzt die Spannungskurve seit Jahresbeginn vor sich her. Und man hätte zur Überbrückung immerhin einen vernünftigen RSS-Feed einrichten können. Ach ja, ganz wichtig. Der Weser-Kurier macht darauf aufmerksam, dass man nach dem Relaunch auch Artikel kommentieren kann. Ich werde verrückt.
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Interessanter Kommentar im Tagesspiegel über die Ausgangsbedingungen der SPD zwei Monate vor der Bundestagswahl. Mehr Dienst wagen. Alleine für die Überschrift zwei Karmapunkte in die Hauptstadt.
Nochmal zum Dienstwagen von Ulla Schmidt. Ich habe gestern Abend eine Mail bekommen, in der sich beschwert wurde, warum ich jetzt so auf Ulla Schmidt herumhacken würde. Ich habe das gar nicht so wahrgenommen. Ich habe mich nur ein bisschen darüber lustig gemacht, dass ihr Fehlverhalten durch so einen Zufall aufgedeckt wird. Und ich möge doch bitte nicht so auf Ulla Schmidt eindreschen. Die Methode seinen Dienstwagen mitzunehmen sei üblich und machen viele Politiker.
Das mag ja sein. Nur ist dieser Fall jetzt ans Licht der Öffentlichkeit gekommen. Ich hätte nichts dagegen, wenn man auf Basis der Ereignisse rund um Ulla Schmidt eine gesetzliche Regelung findet, die besagt, dass Dienstwagen nicht mit in den Urlaub genommen werden dürfen und sich vor Ort um einen Wagen gekümmert werden müsse. Und wohl gemerkt: Ich habe das Verhalten von Ulla Schmidt, gerade was die Kommunikation ihres Ministeriums mit der Presse, kritisiert, wo man wieder die Salami-Taktik angewendet wird und scheibchenweise neue Details ans Licht kommen. Personelle Konsequenzen finde ich abwegig, trotzdem muss diese Debatte geführt werden, weil ein solches Verhalten von Politikern nicht akzeptabel ist.
Sehr geehrte Frau Schmidt,
ganz ehrlich. Ich halte nicht viel so Ihrer Politik und der Art und Weise, wie sie ihre Politik vermitteln. Ganz beiläufig habe ich dann heute Mittag gelesen, dass Ihr Dienstwagen geklaut wurde. Danach habe ich auch gleich weitergeblättert, weil ich es gar nicht für weiter erwähnenswert hielt. Erst eine Stunde später laß ich dank zahlreicher Tweets, dass der Vorfall im Urlaub in Spanien passiert ist. Das tut mir Leid für Sie. Das muss unangenehm sein. Jetzt im Sommerloch – so eine Geschichte. Politiker haben es schwer, ich weiß.
Da sträuben sich dann bei mir wieder alle Haare, weil ich hundert Möglichkeiten kenne, für den Steuerzahler eine günstigere Lösung zu finden als ihren Dienstwagen nach Spanien zu fahren. Und jetzt muss man auch noch einen neuen kaufen. Hoffentlich haben Sie dafür schon Zusatzbeiträge eingeplant.
Aber egal. Ich las dann auch, dass Sie bis August noch in Spanien seien. Frau Schmidt, Stil wäre es gewesen, wenn Sie dann auch in ihrem Dienstwagen die 3-Tage-Reise nach Spanien gemacht hätten (hätte doch zeitlich auch gepasst, sie sind ja wohl schon länger da), durchs wunderschöne Rhone-Tal, an den Pyrenäen vorbei und die spanische Mittelmeerküste entlang. Ist eine großartige Strecke. Und noch besser wäre es gewesen, wenn sie das alles schön bildlich dokumentiert hätten. Ich wette, die Web 2.0-Gemeinde wäre begeistert gewesen, wenn Sie getwittert hätten, dass Sie in ihrem Dienstwagen gerade die letzte Mautstation passiert hätten und jetzt den Sonnenuntergang entgegen fahren und in Canet Plage bei Perpignan noch übernachten würden.
Und so hätte man vielleicht auch die französische Schulen mit den spanischen Einrichtungen vergleichen können. Und in Collioure gibt es ganz tolle Restaurants in der Altstadt. Aber so bleibt der Eindruck: Wieder hat der deutsche Staat Geld verplempert. Vielleicht können Sie sich ja einmal dafür einsetzen, dass Dienstwagen in der EU europaweit für Politiker zur Verfügung stehen. Dann fahren Sie halt mal in einem spanischen Dienstwagen. Oder ganz normal auch für dienstliche Zwecke in einem simplen Mietwagen. Ist das denn so schwer und nicht realisierbar.
Herzliche Grüße und schönen Urlaub noch. Wie kommt denn jetzt eigentlich Ihr Dienstwagenfahrer zurück?
Felix Flemming
Am kommenden Sonntag in zwei Monaten sind wir zur Wahl des Deutschen Bundstages aufgerufen. Momentan herrscht noch politische Sommerpause und ein Großteil der wahlberechtigten Bevölkerung macht Ferien und will mit Politik verständlicherweise gar nichts zu tun haben. Doch innerhalb der Parteien und den Wahlkampfzentralen laufen die Vorbereitungen für den Bundestagswahlkampf auf Hochtouren. Plakate werden gedruckt, Informaterialien erstellt und kluge Konzepte und Strategien entworfen, mit welchen Themen man im Wahlkampf punkten möchte.
Was macht ein gutes Wahlkampfthema für eine Partei aus? Es muss zum einen in das Profil der Partei passen. Wenn jetzt die SPD Steuerersenkungen für wohlhabende Menschen durchsetzen möchte, würde man das den Sozialdemokraten nicht abnehmen. Das Thema sollte sich im optimalsten Fall auf zwei bis drei Kernaussagen herunterbrechen lassen, welche das Thema für die Wähler verständlich, aber umfassend und und faktisch richtig darstellen. Darüber hinaus sollte man sich mit seinem eigenen Wahlkampfthema von der politischen Konkurrenz absetzen. Wenn die CDU jetzt verstärkt mit der Forderung nach Regulierung der Finanzmärkte in den Wahlkampf zieht, mag das sachpolitisch sogar richtig sein, würde aber nicht umfassend zur Unterscheidung von den anderen politischen Akteuren beitragen. Die vielleicht zwei wichtigsten Kritieren: Man muss mit dem Wahlkampfthema die eigene Parteibasis und die potentiellen Wähler der Partei mobilisieren können und im optimalsten Fall Unentschlossene und Wechselwähler auf seine Seite ziehen. Und ergänzend: Das Wahlkampfthema sollte eine breite mediale Resonanz und Berichterstattung erfahren, bei der das Thema immer wieder auf die Partei und den Spitzenkandidaten zugeschnitten wird.
Schaut man sich diese Anforderungen an, könnte man sehr schnell meinen, dass es aus politischer Sicht so ein geniales Wahlkampfthema nie geben würde. Und das ist auch die Regel. Darauf hingewiesen sei aber, dass nicht alle oben genannten Kriterien unbedingt erfüllt sein müssen. Ergo gilt die Formel: Je mehr Kriterien, desto besser. Vor allem muss die Unterscheidbarkeit zum politischen Gegner, zum Beispiel aus Sicht der SPD CDU/CSU und umgekehrt, herausgestellt werden. Und wenn man als Politiker und Wahlkampfstratege alles richtig gemacht hat, gewinnt man mit so einem Thema eine ganze Wahl. Bestes Beispiel für ein solches Thema war die mögliche Beteiligung Deutschlands am Irak-Krieg. Gerhard Schröder hat mit diesem Thema die Wahl 2002 gewonnen, weil er klar mit diesem Thema personell in Verbindung gebracht wurde, sich vom politischen Gegner unterscheidbar machte und breite Wählerschichten – insbesondere in Ostdeutschland – ansprechen konnte. Und das Thema war über Wochen Schwerpunkt in allen wichtigen Medien.
Solche Themen fallen ja auch nicht immer vom Himmel und werden einem in den Schoß gelegt wie bei der Bundstagswahl 2002, wenngleich man als Politiker natürlich instinktiv das Aufkommen einen solchen Wahlkampfschlagers erkennen muss. Die Gegenwart Sommer 2009 sind aus Sicht der beiden großen Volksparteien hingegen eher nüchtern aus – und auch die Opposition wird es schwer haben, ein Thema für ihren Wahlkampf zu besetzen. Hauptproblem am Ende der Legislaturperiode der Großen Koalition ist vor allem die immer mehr sinkende Unterscheidbarkeit zwischen SPD und den Unionsparteien. Da kann die SPD noch so umfassend und intensiv für eine Regulierung der Finanzmärkte werben. Gleiche Forderung steht in etwas anderer Form auch im Regierungsprogramm der CDU/CSU. Und ob man das Schreckensgespenst Neoliberalismus und einen möglichen Außenminister Guido Westerwelle wochenlang durch einen Wahlkampf jagen kann, bezweifele ich im Moment noch. Vor ein paar Wochen dachte ich noch, dass die Steuerpolitik das Hauptthema im Wahlkampf werden könnte. Ich bleibe dabei, dass es ein Schwerpunkt im Wahlkampf sein wird, weil durchaus unterschiedliche Ideen und Philosophien aufeinanderprallen. Angesichts des großen Haushaltsdefizits und dem Schuldenberg kann ich aber immer noch nicht verstehen, wie man mit der Forderung nach Steuersenkungen in den Wahlkampf ziehen kann. Unklar bleibt, ob die SPD mit ihrer Strategie Steuersenkungen auzuschließen punkten kann. Das muss dann der Wähler beurteilen.
Also hätten wir mit der Steuerpolitik zumindest schon einmal ein Thema, das sich ganz passabel für die Auseinandersetzung im Wahlkampf einigen sollte. Und dann muss man aber schon länger überlegen, bis man wieder einen Themenkomplex findet, mit dem man im Wahlkampf Stimmen gewinnen und für seine Politik werben kann. Mir ist nach langen Überlegungen nicht mehr viel eingefallen. Atompolitik? Ja, aber dieses Thema finde ich ausgereizt. Man kann doch nicht bei jeder Wahl über den Atomausstieg abstimmen. Afghanistan-Krieg? Würde sich theoretisch für den außenpolitischen Teil anbieten, gerade vielleicht auch für die SPD zur Unterscheidung zur Linkspartei. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Thema Außenpolitik im Wahlkampf einen breiten Raum einnehmen wird. Mindestlöhne wäre noch so ein Thema, das sich eignen würde. Zumal hier die Unterscheidbarkeit zwischen den Parteien auch wieder recht groß ist. Gesundheitspolitik mit den Konzepten Bürgerversicherung gegen Kopfpauschale wäre ein weiterer Klassiker, der aber schon 2005 nicht wirklich gezündet hat.
Wir diskutieren und debattieren also sechs Wochen lang über Mindestlöhne, Atompolitik, Steuerreform und Gesundheitspolitik. Alles unglaublich wichtige Themen. Aber ob sich da der Stammwähler und unentschlossene, eher wenig für Politik interessierende Bürger dafür begeistern kann? Es sind aber die Themen, die einen Großteil der Bevölkerung ansprechen.
Und was hätten wir eigentlich sonst noch so im Angebot als “Randthemen”? Studiengebühren, Internet-Sperren, Klimaschutz, Managergehälter oder vielleicht eine generelle Debatte, wie man wieder mehr Menschen für Politik begeistern kann? Alles Themen, die im Wahlkampf einmal angesprochen werden. Aber das war es dann auch. Der Wahlkampf könnte ziemlich langweilig werden.
Wahrscheinlichste Variante: Von allem ein bisschen. Alle Parteien versuchen möglichst alles zu besetzen und es wird noch schwieriger, die Parteien in den einzelnen Themengebieten auseinander zu halten. Wenn man dafür aber auf einen Krieg, Edmund Stoiber und eine Flut verzichten kann, nimmt man auch einen solchen Wahlkampf in Kauf. Es liegt an den Parteien ihn interessant und für die Wähler nachvollziehbar zu gestalten.
“Am heutigen Mittwochabend will er in einer Live-Pressekonferenz im Weißen Haus vor einem Millionenpublikum Fragen zur Gesundheitspolitik beantworten. Am Donnerstag bricht der Präsident nach Ohio auf, um bei einer Bürgersprechstunde seine Initiative zu erläutern.”
Mit herzlichen Grüßen an Ulla Schmidt und ihren Gesundheitsfonds.
[via Spiegel Online]
Nebenbei bemerkt: Für solche Artikel, gerade zur USA-Politik, lese ich immer wieder sehr gerne Spiegel Online. Hebt sich dann doch positiv zum Einheitsbrei der anderen Online-Medien ab.
Die Fans des FC Arsenal haben bereits in der Saisonvorbereitung erfahren, wie leidvoll das Fußballgeschäft doch sein kann. Einer der großen Hoffnungsträger für den FC Arsenal, Mittelfeldspieler Samir Nasri, hat sich im Trainingslager in Österreich das Bein gebrochen. Nachdem erste Berichte noch von einer Rückkehr erst im Oktober sprachen, hat Arsene Wenger gegenüber Arsenal TV heute mitgeteilt, dass Nasri bereits in sechs Wochen zurückkehren kann. Trotzdem würde er im günstigsten Falle fünf Pflichtspiele in der Premier League sowie die Champions League Qualifikation verpassen. Das heißt auch mal wieder neue Sorgen für Arsene Wenger. Immer noch kein Ersatz für Adebayor im Sturm, im Mittelfeld wird ein Leistungsträger ausfallen. Übers Wochenende ließ Wenger mitteilen, dass er seine Mannschaft spielerisch und mental für stark genug halte um die Meisterschaft in der Premier League mitzuspielen. Ich bezweifele das, sollte sich der FC Arsenal in den nächsten Wochen nicht noch verstärken. Hoffnung liegt jetzt auf Thomas Rosicky, der nach langer Verletzungpause wieder im Training ist. Auch Eduardo soll Mitte August wieder mit der Mannschaft trainieren können. Die Frage ist eben, ob beide Akteure nach ihrer langen Abwesenheit gleich wieder auf ihr Leistungsniveau wie vor den Verletzungen einsteigen können. Auch im Sturm sind die Sorgenfalten noch nicht geglättet worden. Noch ist weiter unklar, wer Adebayor ersetzen soll. Klaas-Jan Huntelaar von Real Madrid hat nach spanischen Medienberichten angeblich die Verhandlungen mit dem VfB Stuttgart abgebrochen. Es darf also spekuliert werden, ob ein Wechsel auf die Insel ansteht. Huntelaar würde in das Spielsystem der Gunners perfekt passen, zumal er auch die Torgefahr ausstrahlt, die Arsenal in der letzten Spielzeit im Sturm immer ein bisschen abhanden gekommen war.
Es scheint in der Natur der Menschen zu liegen, nach einigen schwierigen Lebensjahren und Misserfolgen einfach noch einmal von ganz vorne anzufangen und ein Projekt zu starten, bei welchem man sich wieder Kredit und Erfolg holen kann. Genau das hat Sven-Göran Eriksson vor: Nach seinem Abgang als englischer Nationaltrainer und den erfolgslosen Stationen bei Manchester City und der Nationalmannschaft Mexikos backt der Schwede erstmal kleinere Brötchen und wird Sportdirektor beim Viertligisten Notts County und zudem zuständig für die Jugendarbeit des Vereins. Er bringt seinen langjährigen Asisstenten Tord Grip mit und unterstützt Trainer Ian McParland. Heute Mittag wurde Eriksson auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Der Guardian hatte das Event live mitgebloggt. Videoausschnitte bei der BBC. Der Schwede bekommt einen 5-Jahres-Vertrag und hat als Ziel den schnellstmöglichen Aufstieg in die League One ausgegeben. Über Notts County wird in Zukunft sicher noch einiges zu hören sein. Vor zwei Wochen wurde die Übernahme durch ein Konsortium aus dem Mittleren Osten bekanntgegeben. Dem Klub sollen dadurch mehrere Millionen Euro zum Investieren zur Verfügung stehen. Mit Eriksson hat man sich jetzt die professionelle sportliche Komponente geholt.
Häufig wurde er schon mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht, wollte weg und hatte keine Lust mehr für den FC Chelsea zu spielen. Nun steht Didier Drogba kurz vor einer Vertragsverlängerung bei den Blues. Der Ivorer soll einen neuen 3-Jahres-Vertrag bekommen.
Hat Rafael Benitez seinen Spielern Spanien in den letzten Jahren so viel näher bringen können? Mittlerweile will nicht nur Xabi Alonso auf die iberische Halbinsel zu Real Madrid. Javier Mascherano hat sich positiv und interessiert über einen Wechsel zum FC Barcelona geäußert. Benitez schaltet auf stur: Beide haben langfristige Verträge und sind nur für viel Geld zu haben.
Lesenswerter Artikel in der Liverpool Daily Post mit dem Commercial Director des FC Liverpool, Ian Ayre, über die Chancen und Potentiale der Asien-Reise der Reds.
Michael Turner von Hull City steht derzeit ganz oben auf der Wunschliste vieler Premier League Vereine. Neben dem FC Everton, der bisher als aussichtsreichster Kandidat galt, soll jetzt nach einem Bericht des Daily Telegraph auch der FC Fulham in das Wettbieten eingestiegen sein. Der Klub aus dem Südwesten Londons würde neun Millionen Pfund auf den Tisch legen.
Die Übernahme des FC Portsmouth ist zumindest seitens des Vereins unter Dach und Fach gebracht worden. Sulaiman Al Fahim ist neuer Besitzer des Vereins und hat gleich einmal Paul Hart zum neuen Trainer ernannt. Skeptisch zeigt sich bis jetzt hingegen noch die Premier League, welche die Hintergründe des Deals durch die Al Fahim Asia Association noch genauer untersuchen möchte. Der Deal muss aus Sicht des Vereins möglicht bald spruchreif und rechtlich abgesichert sein. Bis zum 12. September muss der Verein zwei Kredite in Höhe von insgesamt 36 Millionen Pfund an die Standard Bank und die Barclays Bank zurückzahlen. Pompey braucht also dringend liquide Mittel für diese Baustelle. Und erst dann kann man sich an die sportlichen Herausforderungen machen. Saisonstart ist in etwas mehr als drei Wochen.
Ein kleiner Hinweis zum Schluss in eigener Sache. Ich plane und nehme mir das auch stark vor, ab dem 3. August in 10 Vorschauserien auf die neue Premier League Saison zu schauen. Ich versuche das zeitlich alles unter einen Hut zu bekommen. Los soll es am 3. August mit Manchester United gehen, am 4. August blicke ich dann auf den FC Liverpool vor der Premier League Saison 2009/2010.
Das ZDF startet am morgigen Dienstagabend um 22:45 Uhr die Sendung “Illner Intensiv“, bei der in fünf Folgen die im Bundestag vertretenen Parteien auf Herz und Nieren geprüft werden und den Zuschauern eine Entscheidungshilfe für die kommende Bundestagswahl gegeben werden. Prinzipiell finde ich das Konzept und die Idee der Sendung gar nicht mal so schlecht beziehungsweise begrüße sie sogar, weil man scheinbar versuchen möchte, politische Programmatik und Sachverhalte zu erklären und die Vorstellungen der Parteien zu präsentierten. Zwei Kritikpunkte vorweg: Wieso läuft so eine Sendung erst um 22:45 Uhr und welcher Stratege hat sich diesen Namen für die Sendung ausgedacht? Illner Intensiv um 22:45 also morgen in ihrem Zweiten Deutschen Fernsehen.
Durch Zufall am Wochenende entdeckt: MSNBC hat eine mehrteilige Doku “Inside The Obama White House“ gedreht, die auch online verfügbar ist. Das ganze ist in sechs Bereiche aufgeteilt: Inside the real West Wing, Setting the nation’s agenda, anatomy of a talking point, und out to lunch with Obama, um nur ein paar Titel zu nennen. Ich habe mangels Zeit die Doku noch nicht gesehen, kann also wenig zum Inhalt sagen. Klingt aber interessant.
Ich hatte hier schon mal kurz erwähnt, dass es in Zukunft einen Podcast einiger Fußball-Blogger geben wird. Mittlerweile hat es bereits einen Testlauf gegeben, der mir ganz gut gefallen hat. Klar fehlt an einigen Ecken und Enden noch die Eingespieltheit, aber inhatlich fand ich den Auftakt vielversprechend. Rechtzeitig zum Bundeslig-Start soll es den ersten Podcast für die Öffentlichkeit geben.
Vom 15.-23. August 2009 findet bekanntlich die Leichtathletik-WM in Berlin statt. Am Wochenende wurde bekannt gegeben, dass a-ha mit “Foot of The Mountain” den offiziellen Song zu WM singen werden, inklusive eines Live-Auftritts am 14. August bei der Eröffnungsfeier. Wer als einzige Band in den aktuellen Album-Charts in den Top 10 neben Michael Jackson ist, hat es verdient.
Coldplay machen mittlerweile nicht nur gute Musik, sondern auch exzellente Musikvideos. Nach Life in Technicolor II, welches ich schon großartig fand, nun die Fortsetzung bei Strawberry Swing. Video ist bis jetzt nur online bei Babelgum zu sehen.
Ich will mich im Moment eigentlich gar nicht so lange mit der deutschen Innenpolitik aufhalten. Das Theater in Kiel zwischen SPD und CDU ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Und dann wundern sich Vertreter der beiden großen Volksparteien regelmäßig, dass immer weniger Leute sie wählen und auch an den politischen Rändern neue Parteien entstehen. Es geht mir gar nich so darum, wer letztendlich schuld ist. Als Bürger kann ich erwarten, dass Politiker, die eine Koalition führen das vernünftig und so gut es geht für mein Bundesland führen – und nicht Monate vorher aufhören, weil sie keine Lust mehr haben oder sehen, dass es taktisch klug sei, jetzt Neuwahlen anzusetzen. Und wie jetzt schon wieder mit dem Grundgesetz umgegangen wird, ist einfach nur traurig. Interessant fand ich die gestrige Medienberichterstattung zum Krach in der Kieler Koalition. Nach den Vorabberichten des SPIEGEL vom Wochenende wurde bekannt, dass Ministerpräsident Carstensen (bewusst) falsche Informationen über die Krise bei der HSH-Nordbank weitergegeben hat und auch nicht richtig lag mit seiner Außerung, dass die SPD darüber informiert wurde. ARD und ZDF sprachen dann in ihren Nachrichten davon, Carstensen hätte falsche Angaben gemacht. Liebe Medien, ihr seid doch sonst nicht so zimperlich. Lügen wäre der vielleicht passendere Ausdruck gewesen.
Apropos Tagesschau von Sonntagabend. Ist die ARD jetzt niveaumäßig auch schon so tief gesunken, dass im Nachrichten-Flagschiff des Ersten Meldungen wie der Erdrutsch in Sachen-Anhalt oder die Amokfahrt in Menden an erste Stelle gerückt werden. Natürlich ist das auch wichtig und muss in diese Sendung. Aber von der ARD erwarte ich, dass das gegen Ende kommt und zunächst der Innen- und Außenpolitik der Vorrang gegeben wird. Sonst kann ich auch gleich bei Sat.1 oder RTL 2 vorbeischauen.
So, genug gemeckert. War nicht so ein toller Tag heute. Viel zu erledigen, wenig erreicht, weil von anderen abhängig, die mit ihrer Arbeit nicht nachkommen.
Lesetipp für heute: Der San Franciso Chronicle berichtet darüber, wie großartig und nützlich Twitter sein kann, wenn man es richtig nutzt. Lest selbst. Guten Appetit.
Ich war heute Morgen in Hannover im Rahmen meiner kleiner Fitnesswoche (ja, muss man ja auch mal haben. Ist auch mehr eine Woche, in welcher der Sport wieder mal mehr im Vordergrund stehen sollte. Nötig habe ich sie nicht, macht aber trotzdem Spaß) mal wieder in aller Frühe schwimmen. Seit ein paar Wochen mache ich das relativ regelmäßig. Zuerst fand ich das frühe Aufstehen furchtbar, aber mittlerweile genieße ich es jeden Morgen immer mehr, sodass ich auch heute bei fast schon herbstlichem Wetter das Schwimmbad aufgesucht habe.
Wobei ich mich dann zum ersten Mal zumindest im untersten Bewusstsein gefragt habe, ob sich das frühe Aufstehen an einem Sonntag dafür lohnt, dass man bei bedecktem Himmel und knapp 14 Grad in einer Jacke eingepackt durch den Wald fährt, um dann zehn Minuten später nur in Badehose an der frischen Luft zu sein. Zu meinem Erstaunen war das Schwimmbad dann doch auch relativ leer, also handgezählt vielleicht 15 Leute, von denen die Hälfte Kaffee getrunken hat. Die Frau an der Kasse meinte, dass es sonst nicht so leer sei. Aber Ferien und das doch kühle Wetter würden dafür sorgen, dass auch die Stammschwimmer nicht kommen beziehungsweise gerade auf Mallorca oder Kreta das Schwimmbecken aufsuchen. Ich habe geschätze 10 Minuten gebraucht, bis ich mich final getraut habe, ins Becken zu springen. Was im Nachhinein kontraproduktiv war, weil das Wasser im Schwimmbecken beheizt war und mit 23 Grad deutlich wärmer als die Lufttemperatur war. Konsequenterweise hätte ich also die ganzen 50 Meter tauchen müssen, um nichts von der kühlen Herbstluft abzubekommen. Was ja nicht geht. Und je länger ich dann schwimmen war, umso wärmer wurde mir auch. Und je schneller konnte ich auch dann schwimmen. Bevor der nächste kleine Schock kam: Wenn man dann erstmal wieder aus dem Wasser raus ist, empfiehlt es sich, möglichst schnell und auf direktem Wege eine heiße Dusche aufzusuchen, die ich dann auch ausgiebig genutzt habe. Was man durchaus als Wasserverschwendung bezeichnen kann.
Wie gesagt, leider war das Wetter nicht so tauglich für Frühschwimmer heute Morgen wie an den letzten Tagen. Insbesondere die Abwesenheit der Sonne machte sich doch schon negativ bemerkbar. Nicht zu vergleichen daher mein Frühschwimmmorgen am Donnerstag in Bremen. Mein Wecker klingelte um kurz vor halb Sieben. Durch die offene Balkontür wehte ein laues Lüftchen, die Sonne war schon aufgegangen und versuchte die Außentemperatur um zwei bis drei Grad pro Stunde hochzuschrauben. Kurzes Frühstück, weil man ja nicht mit ganz leerem Magen ins Wasser soll und dann mit Badehose, T-Shirt und Sandalen aufs Fahrrad. Wenn man dann durchs Hollerland fährt und die Sonne über die weiten Felder scheint, der Wind aus Richtung Küste weht, kommt schon ein bisschen Urlaubsgefühl auf. Zum Horner Bad ist es per Fahrrad von meiner Wohnung nur wenige Minuten. Das Horner Bad ist jetzt alles andere als ein Erlebnisbad und stand in den letzten Jahren schon mehrfach von der Schließung. Es gibt zwei Becken, eines für Schwimmer, eines für Nichtschwimmer. Und eine Rutsche. Mehr nicht. Dafür liegt es ganz nett, von Bäumen umgeben, mit großer Grünfläche. Und wenn man dann noch bereit ist, die Autobahn, die fast direkt hinter einem Lärmschutzwall langläuft, zu überhören, kommen fast schon paradiesische Zustände auf.
Mittlerweile habe ich auch die perfekte Zeit herausgefunden, um morgens zu schwimmen und dabei möglichst wenig Menschen im Becken zu haben, sprich man hat eine Bahn für sich alleine, was der optimale Zustand ist. Die perfekte Zeit ist so zwischen 07:20 und 08:00, nachdem die ersten Berufstätigen, die schon früh in die Büros müssen, weg sind, und diejenigen, die später in die Büros fahren oder einen freien Tag haben, noch nicht da sind. Die kommen meist so gegen zehn nach acht, weil es bis halb neun noch verbilligte Tarife fürs Schwimmen gibt. Also war ich gegen viertel nach sieben im Schwimmbad und hatte tatsächlich eine Bahn für mich alleine. Allerdings eine Bahn, die noch komplett im Schatten liegt. Ein weiterer schöner Aspekt am Horner Bad. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass das Bad von Bäumen umgeben ist. Die Sonne scheint dann am frühen Morgen noch nicht komplett rein ins Schwimmerbecken, sodass die eine Hälfte des Beckens komplett im Schatten liegt, es einen Übergangsbereich gibt und einen Teil, der komplett von der Sonne beschienen wird. Meist so gegen viertel vor acht sind dann auch die Schattenbahnen fast vollständig im Sonnenlicht. Das finde ich eigentlich ganz schön. Man kommt in relativ warmer Stimmung ins Bad, nimmt dann eine total kalte Dusche (komischerweise sind die Duschen im Horner Bad richtig so kalt, dass dann auch die Schattenbahnen sich schon wieder warm anfühlen), und mit jeder Minute länger im Wasser scheint die Sonne dann länger auf den Rücken und die gefühlte Temperatur und das Wohlbefinden steigen rapide an. So langsam wird das Schwimmerbecken gegen acht dann wieder voller, man muss immer häufiger die Bahn wechseln, ältere Damen auf seiner Bahn überholen, und schnellen Schwimmern ausweichen. Dann heißt es Zeit sich auf die Kinderrutsche zu verziehen. Zumindest einmal. Das ist eine dieser sehr breiten Rutschen, auf denen man sich komplett auf den Rücken legen kann und seitlich runterrutschen kann.
Aber das allerschönste kommt zum Schluss: Nochmal die äußerst kalte Dusche nehmen und sich dann in die Sonne legen und trocknen lassen. Um zwanzig nach acht kommen auch schon die ersten Schulkinder, die Ferien haben und die Seniorengruppen, die in der Strandtasche die BILD-Zeitung haben. Zeit zu gehen. Am Freitag kann ich mir meine Bahn aussuchen. Es ist deutlich leerer als sonst. Die Sonne scheint nicht. Keine Schattenbahnen.