Beiträge vom 25. Juli 2009

Brief an Ulla Schmidt

Samstag, 25. Juli 2009 17:09

Sehr geehrte Frau Schmidt,

ganz ehrlich. Ich halte nicht viel so Ihrer Politik und der Art und Weise, wie sie ihre Politik vermitteln. Ganz beiläufig habe ich dann heute Mittag gelesen, dass Ihr Dienstwagen geklaut wurde. Danach habe ich auch gleich weitergeblättert, weil ich es gar nicht für weiter erwähnenswert hielt. Erst eine Stunde später laß ich dank zahlreicher Tweets, dass der Vorfall im Urlaub in Spanien passiert ist. Das tut mir Leid für Sie. Das muss unangenehm sein. Jetzt im Sommerloch – so eine Geschichte. Politiker haben es schwer, ich weiß.

Da sträuben sich dann bei mir wieder alle Haare, weil ich hundert Möglichkeiten kenne, für den Steuerzahler eine günstigere Lösung zu finden als ihren Dienstwagen nach Spanien zu fahren. Und jetzt muss man auch noch einen neuen kaufen. Hoffentlich haben Sie dafür schon Zusatzbeiträge eingeplant.

Aber egal. Ich las dann auch, dass Sie bis August noch  in Spanien seien. Frau Schmidt, Stil wäre es gewesen, wenn Sie dann auch in ihrem Dienstwagen die 3-Tage-Reise nach Spanien gemacht hätten (hätte doch zeitlich auch gepasst, sie sind ja wohl schon länger da), durchs wunderschöne Rhone-Tal, an den Pyrenäen vorbei und die spanische Mittelmeerküste entlang. Ist eine großartige Strecke. Und noch besser wäre es gewesen, wenn sie das alles schön bildlich dokumentiert hätten. Ich wette, die Web 2.0-Gemeinde wäre begeistert gewesen, wenn Sie getwittert hätten, dass Sie in ihrem Dienstwagen gerade die letzte Mautstation passiert hätten und jetzt den Sonnenuntergang entgegen fahren und in Canet Plage bei Perpignan noch übernachten würden.

Und so hätte man vielleicht auch die französische Schulen mit den spanischen Einrichtungen vergleichen können. Und in Collioure gibt es ganz tolle Restaurants in der Altstadt. Aber so bleibt der Eindruck: Wieder hat der deutsche Staat Geld verplempert. Vielleicht können Sie sich ja einmal dafür einsetzen, dass Dienstwagen in der EU europaweit für Politiker zur Verfügung stehen. Dann fahren Sie halt mal in einem spanischen Dienstwagen. Oder ganz normal auch für dienstliche Zwecke in einem simplen Mietwagen. Ist das denn so schwer und nicht realisierbar.

Herzliche Grüße und schönen Urlaub noch. Wie kommt denn jetzt eigentlich Ihr Dienstwagenfahrer zurück?

Felix Flemming

Thema: Alltägliches | Kommentare (16) | Autor: medispolis