Premier League 2009/2010: News in Kürze (VI)

  • Harry Redknapp, die Vater-Figur an der White Hart Lane

Wenn man Harry Redknapp, derzeitiger Coach bei den Tottenham Hotspur, bei seinen Medienauftritten zuhört, dann schwingt in seiner angnehmen, fast schon väterlichen Stimme immer ein bisschen was von Schutz, Geborgenheit und Fürsorglichkeit mit. So gibt sich Redknapp auch in seinem Privatleben. Er hat jahrelang mit seiner Frau an einem Haus am Strand in der Nähe von Southampton gewohnt, weit entfernt vom täglichen Trubel. Den Wellen, Sandstrand und Meereswind näher als den Mikrofonen und Pressekonferenzen. Wahrscheinlich ist es diese Ruhe und Abgeschiedenheit an der englischen Kanalküste, die Harry Redknapp so fürsorglich im Umgang mit seinen Spielern macht. Und die dafür sorgt, dass Redknapp immer ein Auge auf das Wohlbefinden und den Gemütszustand ehemaliger Spieler wirft.

Jetzt hat er die Hände nach Peter Crouch vom FC Portsmouth ausgestreckt. Pompey steckt immer noch in argen finanziellen Schwierigkeiten und brauchen dringend frisches Geld. Ein Verkauf von Crouch steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Südküstler. Da versteht es sich ja fast schon von selbst, dass Redknapp seinem ehemaligen Verein und seiner großen Liebe finanziell unter die Arme hilft – und dafür im Gegenzug mit Peter Crouch seinen Sturm verstärkt. Crouch und Jermain Defoe, vor einem Jahr noch bei Redknapp unter Vertrag in Portsmouth, zukünftig wohl bei den Tottenham Hotspur. Ein paar Details sind noch zu lösen. Die Spurs haben für Crouch ein gutes Angebot abgegeben, warten aber noch auf einen möglichen Interessenten für Darran Bent, der im Gegenzug die Spurs verlassen soll. Sunderland soll Interesse angemeldet haben. Sollte Crouch in den Nordosten Londons wechseln, wäre ein möglicher Transfer von Klaas-Jan Huntelaar zu den Spurs wohl vom Tisch. Damit würde dann die Tür für den FC Arsenal offen stehen. Auch Redknapp glaubt, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Huntelaar und Crouch zu Tottenham wechseln (Quelle: ESPN Soccernet).

  • Negative Bilanz beim FC Arsenal: Viele gehen, keiner kommt ins Emirates

Bei den Gunners erlebt man derzeit eine sehr unruhige Saisonphase. Im Prinzip eine Fortsetzung der schon unruhigen Monate April und Mai mit dem blamablen Ausscheiden in der Champions League und den Vorwürfen von Arsene Wenger an die Arsenal-Fans, sie würden ihn in der öffentlichen Diskussion wie einen Mörder behandeln. Und schon wieder drohte beziehungsweise droht immer noch Verlust.Am Wochenende kam das Gerücht auf, dass Niklas Bendtner vor einem Wechsel zum AC Mailand steht. Dies wurde heute aber von offizieller Seite dementiert. Der Däne sieht seine Zukunft in London. Der nächste Abgang soll schon vor der Tür stehen. Manchester City bietet angeblich 14 Millionen Pfund für Kolo Toure. Ein Vertrag soll laut diverser Boulevardblätter kurz vor einem Abschluss stehen.

Bei Arsenal brennt also nicht nur ein Baum. Langsam wachsen die Sorgen auch vereinsintern, ob man einen qualitativ wettbewerbsfährigen Kader hat, um um die Meisterschaft zu spielen. Jetzt melden sich die Vereinsoberen in persona Farhad Moshiri zu Wort. Moshiri ist Mitbesitzer bei der Red and White Holdings von russischen Milliardär Alisher Usmanov, der größter Einzelaktionär beim FC Arsenal London ist. Moshiri teilte heute also mit:

“Based on our analysis, any money is very limited and possibly spent already and I don’t think there are any spare funds with the exception of Adebayor’s proceeds. There is no question that it is a talented squad but there have been very limited additions and you cannot help but feel that there is still not enough depth to that squad.”

Ein Fakt besonders interessant: Es scheint kaum noch Geld für Transfers vorhanden sein. Da könnte sich Klaas-Jan Huntelaar ja kräfig in den Hintern gebissen haben. Na mal sehen, ob Manchester City noch einmal die Schatulle aufmacht. Andrej Ashavin will von einer möglichen Krise gar nichts wissen.

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Sky Sports und die FA haben sich auf einen neuen TV-Vertrag geeinigt, der Sky für die nächsten drei Jahre die Rechte am FA Community Shield sponsered by McDonald’s und dem FA Women’s Cup Final sponsered by E.ON garantiert. Startschuss ist am 09. August mit dem Community Shield zwischen Manchester United und dem FC Chelsea. Scheiß Kommerzialisierung, so nebenbei bemerkt.

Wollen Sie einmal ganz große Worte hören in einer Zeit, wo Verträge nichts mehr wert sind, wo Geld das wichtigste im Fußball ist (Adebayor – I’m looking at you). John Terry, Kapitän des FC Chelsea, gibt zu Protokoll.

“I have said that from day one that I want to stay here for the rest of my career. I have been at the club 14 years and it is strange because it is the first time in my career that someone has come in for me, and the speculation surrounding it is a bit strange as everyone expects you to come out and respond to things instantly, which I had done a couple of times last year when City came in for me.”

Kommen wir zum Schluss wieder zum harten Alltag im Fußball, zu viel Geld und zu viel Wirtschaft. Die beiden Besitzer des FC Liverpool, Geoge Gillett und Tom Hicks, haben mit der Royal Bank Of Scotland einen neue Vereinbarung getroffen bezüglich der Zurückzahlung von 290 Millionen Pfund Schulden. Eine rückzahlung hätte eigentlich in diesen Tagen erfolgen müssen. Jetzt hat man ein weiteres Jahr Zeit, die Beträge zurückzuzahlen. Als Zeichen des guten Willens hat man immerhin 60 Millionen Pfund an die Bank überwiesen, beide Besitzer zu je 30 Millionen Pfund. Beide versuchen derzeit in den USA vehement frisches Geld zu bekommen. Gillett hat Anteile an den Montreal Canadiens verkauft, Hicks versucht das gleiche für die Texas Rangers, hat aber noch keinen Interessenten gefunden. Quellen: BBC, Guardian.


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