Beiträge vom 2. August 2009

DFB-Pokal 2009/2010 1. Runde, Union Berlin – Werder Bremen

Sonntag, 2. August 2009 13:59

[16h22] Endstand Union Berlin – Werder Bremen 0:5

Perfekter Nachmittag aus Sicht von Werder Bremen. Die Hanseaten ziehen in die zweite Runde ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gute erste Halbzeit. Mit einem souveränen 3:0 ging es dann in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn Werder teilweise erst schlampig, dann wieder ruhig und kontrolliert. Am Ende hat Moreno das Ergebnis noch einmal hochgeschraubt. Guter Einstand in die neue Saison 2009/2010 für Werder Bremen.

Ebenfalls eine Runde weiter sind heute Nachmittag Koblenz, Hoffenheim und Oberhausen weitergekommen. St. Pauli muss in die Verlängerung gegen Villingen. Da war es für heute von meiner Seite.

Einen schönen Sonntagabend und einen entspannten Wochenanfang. Bye aus Hannover.

[16h20] 0:5, Marcelo Moreno, 88. Minute

Hunt legt auf Moreno. Der von der Strafraumgrenze mit einem satten Torschuss in die Torwartecke. Glinker mal wieder mit einem kleinen Fehler. Der war haltbar. Und Moreno empfiehlt sich für einen Platz in der Startelf zum Auftakt gegen Frankfurt.

[16h16] 0:4, Marcelo Moreno, 85. Minute

Also hat wenigstens einer noch sein Tor gemacht. Almedia gewinnt in der Mitte das Kopfballduell. Der Kopfball wird zur perfekten Vorbereitung, Moreno sprintet nach dem Ball, umkurvt Glinker und schiebt den Ball über die Linie. Fein gemacht.

[16h15] Werder mittlerweile bei 20 Torschüssen. Außer Bargfrede und Moreno lassen alle anderen das Spiel jetzt endgültig schleifen. Und die Union-Fans feiern sich selbst. Bargfrede mit seinem vierten guten Schuss aufs Tor. Zwei gehalten, zwei daneben. Da will jemand noch ein Tor schießen.

[16h10] Wechsel Werder Bremen: Marcelo Moreno für Boubacar Sanogo.

Also für die letzten 10 Minuten immerhin noch eine Person, die etas genauer beobachtet werden kann, der Neuzugang aus Donezk.

[16h08] Und wenn Kai Dittmann schon Zeit hat Programmhinweise mitzuteilen, weiß man, dass dieses Spiel komplett durch ist. Bargfrede macht einen richtig guten Eindruck. Der einzige, der noch ein bisschen was versucht. Sehr schön.

[16h01] 20 Minuten noch. Werder hat nach der kleinen Schwächephase das Spiel wieder sehr viel besser in den Griff bekommen. Union kaum noch vor dem Tor von Werder. Von Schlussoffensive überhaupt keine Spur – und das trotz drei Stürmern. Werder mit der ein oder anderen vielversprechenden Szene. Aber im Abschluss zu harmlos. Spiel plätschert dem Ende entgegen.

[15h52] Wechsel Werder: Aaron Hunt für Marko Marin und Philipp Bargfrede für Mezut Özil

Auch Union wechselt. Mosquera kommt für Gebhardt. Jetzt also der ehemalige Bremer auf dem Feld bei den Eisernen. Zudem noch Hüzeyfe Dogan neu in der Partie.

Werder hatte vor ein paar Minuten noch eine gute Chance. Sanogo hatte Almeida geschickt, doch der Portugiese trifft aus spitzem Winkel nur das Außennetz beziehungsweise Glinker konnte zur Ecke klären.

[15h49] Werder passt sich der Hektik an und kommt mal völlig aus dem Spiel heraus. Da läuft im Moment gar nichts mehr zusammen. Bälle werden unkontroliert nach vorne geschlagen und die Konter werden nicht zielstrebig und genau genug zu Ende gespielt. Solange Union davon nicht profitieren kann, ist das ja alles noch im Rahmen. Werder wäre gut beraten, wieder mehr Ruhe und Ordnung ins Spiel zu bringen. Knapp 30 Minuten noch.

[15h47] In den letzten Minuten eher wieder ein hektisches als ein gutes und temporeiches Spiel.

[15h43] Sehr schöne Szene gerade eben. Marin regt sich über eine Schiedsrichterentscheidung auf und wird von Frings erstmal an die Seite genommen und bekommt einen kurzen Einlauf verpasst. Sonst noch nichts passiert im zweiten Durchgang. Werder tut nur so viel wie nötig. Union fällt bis jetzt noch gar nichts mehr ein.

Und dann die beste Chance für Union Berlin von Benyamina. Werder wieder völlig unsortiert, toller Pass in den Lauf von Benyamina, aber Wiese reagiert weltklasse. Blitzschnell unten, super den Winkel verkürzt.

[15h37] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel auf beiden Seiten. Hoffenheim derweil mit der Führung gegen Oberneuland.

[15h35] Diese “Plexiglas-Sauna” (Kai Dittmann) sieht auch aus wie so ein Gateway am Flughafen.

[15h27] Klaus Allofs bei Jan Henkel: Wir tun alles um noch einen weiteren Stürmer zu bekommen. Aber es muss eine finanziell vernünftige Entscheidung sein. Geduld vor Unvernunft. Zu Namen wie Maxi Lopez will er sich nicht äußern. Man habe bisher alles versucht Pizarro zu verpflichten.

[15h20] Halbzeit Union Berlin – Werder Bremen 0:3

Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten war es nicht mehr als eine Pflichtaufgabe für Werder Bremen. Glücklicherweise zu sehr günstigen Zeitpunkten die Tore gemacht, teilweise mit freundlicher Unterstützung der Eisernen, teilweise auch durch eine tolle Kombination. Union fällt nicht so viel ein. Wenn Werder nicht so nachlässig wäre Mitte der ersten Halbzeit, wäre Berlin fast ohne Torchance geblieben.

Sehr gutes Spiel von Werder. Wäre gut, wenn defensiv noch etwas Sicherheit reinkommen würde. Ansonsten aber von meiner Seite keine weiteren Wünsche. Mittelfeld-Aufteilung gefällt mir sehr gut.

[15h18] Spiel ist von der Qualität doch etwas schwächer geworden, dafür ein bisschen hitziger. Werder bringt das mit minimalstem Aufwand in die Kabine hier, mal ein Konter. Mehr aber auch nicht. Defensiv sieht das ganz ok aus, manchmal ein bisschen ohne Übersicht. Aber Union fällt auch nicht so viel ein. Ein bisschen ist die Luft raus.

[15h12] Werder sollte konzentriert weiterspielen. Einen Moment in der Abwehr komplett orientierungslos. Benyamina völlig frei vor Wiese, aber Naldo kann sich in letzter Sekunde in den Schuss werfen. Hätte der Union-Stürmer nicht so lange gezögert, hätte es 1:3 gestanden.

[15h10] Blick auf die anderen Plätze. Koblenz führt bei Concordia Hamburg mit 3:0, Oberhausen 1:0 in Duisburg gegen Speldorf. Noch keine Tore bei Oberneuland gegen Hoffenheim. Da freuen sich die Villen-Besitzer.

[15h05] Werder in den letzten Minuten ein klein wenig nachlässig. Wiese hält einen Freistoß, Naldo foult an der Strafraumgrenze. Der anschließende Freistoß geht aber weit über das Tor. Union mit mehr Spielanteilen. Im Gegenzug langer Ball auf Sanogo, der mit seinem Kopfball Glinker zu einem tollen Reflex auffordert. Der Union-Keeper lenkt den Ball über die Latte.

[15h01] 0:3, Sanogo, 27. Minute

Klasse gespielt von den Bremern. Union Berlin bekommt einen Freistoß gegen sich, die Spieler meckern noch, Werder führt den Freistoß blitzschnell aus. Mit der besten Aktion von Pasanen, der auf links zu Almeida passt. Am Ende hat der Portugiese auf links keine Probleme in die Mitte zu legen, wo Sanogo ohne Mühe nur noch einschieben braucht. Zweiter Treffer für Sanogo.

[15h00] Und Werder im Mittelfeld sehr gut anzusehen. Und wo sind jetzt die Borowski-Kritiker? Tim mit sehr guter Leistung, vor allem auch in der Defensivarbeit. Und das entlastet bis jetzt Torsten Frings, der immer auch mal wieder Zeit hat, sich vorne einzuschalten. Fritz über rechts macht einen lebendigen Eindruck, was man von Pasanen auf links noch nicht ganz so behaupten kann. Aber insgesamt sehr ordentliche Leistung.

[14h54] 0:2, Naldo, 20. Minute

Werder wieder gefährlich vor dem Tor – und der nächste Treffer. Ecke von rechts durch Torsten Frings, in der Mitte fällt Naldo der Ball vor die Füße. Der Brasilianer muss den Ball nur noch über die Linie schießen. Dürfte vielleicht doch ein eher ruhiger Nachmittag werden. Hatte ich ehrlich gesagt nicht mit gerechnet.

Und Marin finde ich in den ersten 20 Minuten bemüht, aber irgendwie noch ein bisschen zu vespielt.

[14h53] Berlin, die Kassenbon-Hauptstadt. Ein schier unerschöpfliches Reservoir, das Tim Wiese ziemlich auf die Nerven geht. Aber das sollte das einzige sein, was ihn an der Alten Försterei stört. Werder hat das Spiel komplett im Griff. Gefällt mir für das erste Pflichtspiel ganz gut.

[14h50] Super Aktion von Frings, der wunderschönen Pass aus dem Mittelfeld auf Almeida spielt. Abseitsfalle von Union greift nicht, Almeida nahezu frei vor Glinker, aber kann den Ball bedauerlicherweise nicht kontrollieren. Werder legt jetzt einen Zahn zu, Union hat Probleme im Spielaufbau.

[14h46] 0:1, Boubacar Sanogo, 12. Minute

Ganz wichtig. Erste Torchance, erstes Tor durch den Rückkehrer Sanogo, der von Marin ganz gut freigespielt wird. Sanogo scheint erst den Ball zu verlieren, hat Probleme den Ball mitzunehmen, setzt sich aber dann im zweiten Versuch glänzend gegen seinen Gegenspieler durch. Rechtsschuss aus 8 Metern, durch die Hosenträger von Glinker. Ein Torwartfehler bringt die vediente Führung von Werder.

[14h45] Für Werder kommt es jetzt vor allem darauf an, dass sie, wenn Union Berlin mit nahezu 11 Mann verteidigt, schnell und direkt zu spielen. Das misslingt aber noch, insbesondere im Übergang von Mittelfeld auf Angriff. Özil und Marin sehr bemüht. Almeida taucht noch unter, Sanogo sehr aktiv, versucht sich häufig anzubieten.

[14h41] Werder mit der ersten recht passablen Szene. Flachschuss von Özil aus 20 Metern geht aber knapp am Tor vorbei. Und Union Berlin mischt schon einmal Beton an. Alle 11 Spieler in der eigenen Hälfte warten auf die Angriffe von Werder.

[14h39] Tim Wiese, ganz in bordeaux-rot, sehr stylisch. Fast fünf Minuten durch. Noch wenig passiert, viele Abstimmungsprobleme. Werder versucht viel über links, Borowski geht mehr über diese Seite. Frings sichert defensiv ab mit Marin zentral, Özil über rechts. Und ich wette, irgendjemand hat versteckte Mikros in den Union-Blocks. Man hört nahezu jeder Schiri-Schelte.

[14h35] Beginn 1. Halbzeit

[14h33] Es wurde aufgeräumt. Dann kann es ja losgehen. Here we go. Auf gehts Werder in die neue Saison 2009/2010. Auf einen schönen Fußballnachmittag. Und Tim Wiese hat bereits jetzt die Schnauze voll. Das motiviert den aber…nur so zur Info.

Union Berlin mit Anstoß von links nach rechts in der ersten Hälfte und in den weißen Trikots.

[14h30] Mannschaften sind auf dem Platz. Aber die Union-Fans müllen erstmal den Strafraum mit weißem Papier zu. Und Sky, bekommt eure Tonaussetzer in den Griff. Sonst werde ich pampig.

[14h29] Das Mittelfeld war übrigens noch nie die Schwachstelle von Werder. Sorgen muss man sich auch vor dieser Saison eher um die Abwehr und den Angriff machen.

[14h23] Die Aufstellungen an der Alten Försterei

Union Berlin: Glinker – Bemben, Stuff, Göhlert, Parensen – Younga-Mouhani – Peitz, Gebhardt, Brunnemann – Kenan Sahin – Benyamina

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen – Frings, Borowski – Marin, Özil – Sanogo, Almeida

Wie gesagt: Bei Werder Sanogo für Moreno. Pasanen nach derzeitigem Stand für Boenisch auf der Linksverteidigerposition. Bei Union Mosequera, von Werder ausgeliehen, nur auf der Bank.

[14h15] Live-Blog direkt aus Berlin auch bei Du Gehst Niemals Allein. Schöne Grüße in die Hauptstadt.

[14h13] Uwe Neuhaus kündigt an, dass man erstmal hinten sicher stehen will, weil man sich den Stärken von Werder Bremen bewusst ist. Man will aber auch nicht dauerhaft die Bälle blind nach vorne schlagen.

[14h08] Wenn sich durch Sky eines nicht geändert hat, dann diese für mich immer sehr überflüssigen Stimmungsbeiträge. Diesmal ein Stimmungsporträt von Union Berlin, inklusive Fahrt durch Köpenick. “Außenseiter – und das beste draus machen”,  Claudio Luciani bringt es dann auch so treffend auf den Punkt. Dafür braucht es keinen 3-Minuten-Bericht.

[14h06] Thomas Schaaf bei Jan Henkel im Interview: Man hat dasselbe Hotel genommen wie damals beim Pokalsieg. Vorbereitung sei gut gewesen, man habe intensiv gearbeitet. Aber Kader war selten komplett, deswegen insgesamt als Fazit eine eher schwierige, durchwachsene Vorbereitung. Schaaf erwartet schwieriges Spiel, weil Union Berlin sehr heimstark sei und die Fans als Unterstützung hat in dem neuen Stadion. Schaaf ist gespannt,wie seine Mannschaft die neue Rolle im Mittelfeld umsetzt. Im Sturm bekommt Sanogo den Vorzug vor Moreno, bei dem noch ein bisschen was fehlt und der von Thomas Schaaf noch ein bisschen Zeit bekommen will.

[14h03] Sky meldet sich live von der Alten Försterei. Erste Erkenntnis: In Berlin ist deutlich schöneres Wetter als in Hannover. Auf was ich mich am meisten freue: Werder beobachten, ob sie die Fehler aus der alten Saison schon ein bisschen eingrenzen konnten. Wie schlägt sich Boenisch, der selbst sagt noch nicht richtig fit zu sein. Und wie können Özil und Marin die Stürmer in Szene setzen?

[14h00] So, dann mal ein herzliches Willkommen zum ersten Pflichtspiel von Werder Bremen in der Fußballsaison 2009/2010. Und gleich zu Beginn eine schwierige Aufgabe. Erste Runde DFB-Pokal bei Union Berlin an der Alten Försterei. Der Titelverteidiger will in die zweite Runde und nicht zum letzten Mal in dieser DFB-Pokal-Saison nach Berlin. Schauen wir es uns an. Ich bin gspannt.

Thema: Fußball, Werder Bremen | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Vor der Premier League Saison 2009/2010: Ende der Fahnenstange ist erreicht

Sonntag, 2. August 2009 12:19

“Englischer Fußball hat ein unglaubliches Standing auf der ganzen Welt, nicht nur wegen der Spieler, sondern auch aufgrund seiner Geschichte, seiner Tradition und der Begeisterung der Fans. Die anderen Fußballigen in Europa können noch einiges lernen, auch die Primera Division. Madrid hat Kaka und Christiano Ronaldo, und Barcelona hat Xavi und Lionel Messi, aber, um ehrlich zu sein, die Premier League ist ein ganzes Stück weiter.”

Fernando Torres, Sürmer des FC Liverpool, über die aktuelle Situation der Premier League. Torres wechselte im Sommer 2007 von Atletico Madrid an die Anfield Road. [via Sky Sports]

Zwei Wochen vor Saisonstart der Premier League 2009/2010 hat Fernando Torres noch einmal herausstellen wollen, dass die höchste Fußballliga Englands trotz des Aufstrebens in Spanien immer noch die Top-Adresse in Europa ist. Damit scheint er insgesamt auch Recht zu haben. Aber Fernando Torres spricht fast nur die positiven Aspekte des englischen Fußballs an. Über 17 Jahre nach Gründung der Premier League kommen Vereine, Zuschauer und die großen Geldgeber langsam an ihre Grenzen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch die Insel erreicht, wenn auch nicht so offensichtlich, dann schleichend und noch nicht umfassend erkennbar. Die Premier League wird in den nächsten Jahren ganz sicher nicht auf dem absteigenden Ast sein, dennoch muss man feststellen, dass die Premier League nach den Wachstumsjahren seit der Jahrtausendwende, wo aus allen Herren Ländern Geld in die Vereine gepumpt wurde, langsam aber sicher auf Kurs Konsolidierung fährt. Gerade die Top Four werden davon betroffen sein.

Da nimmt Manchester United durch die Verkäufe von Christiano Ronaldo und Carlos Tevez über 115 Millionen Euro ein – und auch die Glazer Familie gibt ganz offenkundig bekannt, dass Sir Alex Ferguson rund 60 Millionen Euro für Transfers zur Verfügung stehen. Doch die teuren Transfers passieren nicht. Lediglich Antonio Valencia kostete richtig Geld. Gabriel Obertan war für die Red Devils fast schon ein Schnäppchen. Geld wäre da für die großen Würfe, aber scheinbar hat auch Manchester United erkannt, dass man nicht auf Teufel komm raus die Moneten verschwenden muss. Dann lieber behalten und eventuell zur Schuldentilgung nutzen. Eine Philosophie, die vor fünf Jahren für schwer vorstellbar gehalten wäre. Ähnliche Situation beim FC Liverpool, die auch immer wieder mit der angespannten Finanzlage konfrontiert werden. Die Besitzer der Reds, Tom Hicks und George Gillett, hangeln sich von Jahr zu Jahr durch ihre Finanzierungsvereinbarungen und Rückzahlungen mit der Royal Bank of Scotland. Pläne für ein neues Stadion sind bis auf weiteres auf Eis gelegt. Mittlerweile tauchen an der Anfield Road sogar Gerüchte auf, wonach der FC Liverpool Spieler verkaufen muss, um einigermaßen auf soliden Finanzen zu stehen. In den nächsten Wochen wird es also interessant, ob nach Arbeloa auch Xabi Alonso den Weg zurück nach Spanien geht. Lieber ein bisschen Geld in die Kasse kriegen und dafür sportliche Qualität abgeben. Vor fünf Jahren für einen Klub der Big Four eine nicht vermittelbare Philosophie.

Und was waren das noch für Zeiten, als die Transfersummen des FC Chelsea schon Anfang August die Grenze von 100 Millionen durchschritten hatten. Jetzt hat man für ein paar Milliönchen Yuri Zhirkov verpflichtet, für ein bisschen Handgeld kam auch Daniel Sturridge von Manchester City. Das war es dann aber auch. Zeichen, wonach immer auch mal wieder Ibrahimovic oder Andrea Pirlo auf dem Weg nach London sind, haben sich nicht bestätigt. Roman Abramovitsch soll durch die Finanzkrise fast 20 Milliarden Dollar verloren haben. Da kann man dann die Geldschatulle eben nicht mehr so weit öffnen. Oder anders formuliert: Was wir nicht ausgeben müssen, geben wir auch nicht aus. Lieber konsolidieren und schauen, dass wir die aus dem Ruder gelaufenen Finanzen wieder in Ordnung bringen. Nächstes Beispiel gefällig: Der FC Arsenal London hat durch Transfererlöse in diesem Sommer ein Plus von über 30 Millionen Pfund eingenommen. Adebayor und Toure wurden an Manchester City abgegeben, Thomas Vermaelen kam von Ajax Amsterdam. Letzte Woche dann die für Gunners-Fans ernüchternde Nachricht: Es stehe für weitere Transfers kein Geld zur Verfügung. Relativ schnell ruderte der Verein zurück und gab bekannt, dass Arsene Wenger alle Freiheiten habe für weitere Transfers. Geld spiele nur am Rande ein Rolle. Das klingt ganz nach einer Strategie: Wir geben uns nach außen als finanziell liquide und handlungsfähig. Intern wissen wir aber sehr wohl, dass wir sparen müssen. Und Arsene Wenger schicken wir in die Öffentlichkeit mit der Prämisse, das eigene Team stark zu reden und auf neue Transfers verzichten zu können. Wer den besten Torjäger der vergangenen drei Jahre abgibt und dort keinen Handlungsbedarf sieht, ist entweder blind – oder hat kein Geld. Oder in den letzten Jahren ein schmuckes, luxuriöses Stadion gebaut.

Vor allem die Aushängeschilder der Premier League, die in den letzten Jahren fast noch einmal in einer eigenen Liga gespielt haben und in der Champions League regelmäßig ins Viertelfinale vorgedrängt sind, befinden sich wohl oder übel in einer neuen Welt. Das kann der Premier League insgesamt nur gut tun. Bereits letzte Saison hat Aston Villa sportlich in die Phalanx der Big Four einbrechen können. In den nächsten Jahren wird sich die Premier League wieder ein Stück angleichen. Wenn man in den vergangenen Jahren vieles auf Pump bezahlt hat und jetzt von der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen wurde, kann man als Besitzer eines Premier League Klubs noch so viel leugnen. Es nützt nichts. Eine klare Ansage, dass gespart werden muss und die Geldspirale sich in den nächsten Monaten erstmal nicht weiterdreht, wäre die ehrlichere Antwort. Eine Antwort, die für die Fans aber sicherlich schwer vermittelbar ist. Vor allem, wenn dann ein Verein wie Manchester City – die Ausnahme der Regel – derzeit hochgezogen wird und durchaus als “nächstes Chelsea” in die Premier League Geschichte eingehen kann. Hier zeigen sich dann wieder die alte und bekannte Vorgehensweise der letzten Jahre: Geld spielt keine Rolle, die Gehälter können ins Unermessliche steigen. Wir lösen das dann alles später. Es ist ein bisschen paradox: Jetzt, wo die Big Four der letzten Jahre, einen massiven Sparkurs fahren müsse, fängt Manchester City, stets im Schatten vom Stadtrivalen United und nie die selbst gesteckten Ziele erreicht, den Angriff auf die Tabellenspitze an. Eigentlich müssten dann Arsenal, Chelsea, Liverpool und Man Utd nachlegen. Aber sie wollen und können es finanziell derzeit nicht. Erstmal müssen wieder die Einnahmen wieder die Ausgaben decken, zumal die Eintrittspreise bei vielen Vereinen auch gesenkt wurden. Wenn in der kleinen Krise auch noch die Zuschauer wegbleiben, könnte man den Laden dann auch gleich schließen.

Trotzdem steht es so schlecht, wie viele Kritiker meinen und insgeheim vielleicht auch hoffen, sicherlich nicht. In der Liga spielen immer noch die besten Spieler der Welt und die Begeiserung für die Premier League, medial wie von der Resonanz der Zuschauer, ist weltweit immer noch einzigartig. Insgesamt ist die Premier League in der Breite hervorragend aufgestellt. Einen Status Quo zu erhalten ist ja auch nicht die schlechteste Alternative. Nur nach oben geht es nicht mehr weiter. Und Geld ist ja immer noch da. Oder gibt es eine Liga in Europa, wo ein Aufsteiger wie der FC Burnley die finanziellen Möglichkeiten hat, für 3 Millionen Pfund einen Spieler von Hibernian Edinburgh zu verpflichten. Oder ein Team wie der FC Sunderland, seit Jahren gegen den Abstieg spielend, kann für über 8,5 Millionen Pfund neue Spieler holen. Das ist dann die eine Seite. Die andere Seite ist der FC Portsmouth, der Spieler verkaufen muss, kurz vor der Pleite stand und auch noch ein marodes Stadion hat. Wenn ich gesagt habe, dass sich die Liga insgesamt etwas annähren wird, dann zwischen den Top Four und dem Rest der Liga. Umso deutlicher könnte im Mittelfeld die Spaltung sein. Portsmouth ist derzeit Abstiegskandidat Nummer Eins. Vorerst für eine neue Saison: Frischgeld aus dem Mittleren Osten soll schon bereit stehen.

Und das Geld sprudelt in den nächsten Jahren ja auch weiter. Ab der Saison 2010/2011 nimmt die Premier League fast 1,8 Milliarden Pfund für die nächsten drei Spielzeiten ein. Im nächsten Jahr werden auch die TV-Rechte für das Ausland neu vergeben. Und von diesen fast 2 Milliarden Pfund profitieren alle Vereine, auch Mannschften wie Hull, Stoke oder Burnley. Das können Aufsteiger in die Primera Division nicht unbedingt von sich behaupten. Die Primera Division kann mit dem FC Barcelona oder Real Madrid vielleicht glänzen. Aber das Beispiel Premier League hat auch gezeigt, dass so ein Wirtschaften vielleicht ein paar Jahre gut geht. Länger nicht. Aber das sind auch Summen, wo die Premier League nicht mehr mithalten kann. Vielleicht hat man auf der Insel doch endlich erkannt, dass man so nicht weitermachen kann. Barca und Real als Anschauungsmodell und Erinnerung, wie schlecht man in den letzten Jahren gewirtschaftet hat. Ein Warnschuss sich wieder auf den Erhalt des Status Quo zu erhalten. Und das Vereinsgelände gehört in England immer noch den Vereinen.

Es wird interessant zu sehen sein, wie lange das neue Bewusstsein für solideres Wirtschaften in der Premier League anhält. Manchester City könnte in den nächsten Jahren bereits wieder die Liga dazu zwingen in die alte Philosophie zurückzukehren. Kommen wir noch einmal auf das Statement von Fernando Torres zurück. Natürlich ist die Premier League immer noch die angesehenste Liga der Welt. Wie wäre es in den nächsten Jahren, wenn man wieder mehr die Geschichte und die Tradition in den Vordergrund stellt und nicht weiter durch Schulden und unsolide Finanzen auffällt. Das schwarze Scharf Manchester City lässt sich sicherlich auch bald wieder einfangen. Wenn man nächste Saison nur Platz Sechs erreicht. Aus dem Status Quo besser werden – das ist die Aufgabe und Herausforderung für die nächsten Jahre in der Premier League.

Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis