Medien-Sport-Politik, 10.08.2009

Zurück von einer kurzen Auszeit, da ich seit Donnerstagabend Besuch aus Baden-Württemberg in Bremen hatte und meinen Gästen fünf Tage lang das schöne Bremen und die Landschaft an der Nordsee zeigen konnte. Und wenn man dann feststellt, dass sich Touristen für so ganz banale Dinge wie die Bremer Stadtmusikanten interessieren, weiß man, dass man das ganz Spezielle in Bremen als Einwohner gar nicht mehr wahrnimmt. Aber es war sehr schön – und der Besuch hat sich sehr positiv über Bremen, die Stadt und das hanseatische Flair geäußert. Wenn man aber Besuch über vier Tage in der Stadt hat, kommt man selten zu etwas anderem als den Besuch zu betreuen. Sprich, ich habe wenig Fußball gesehen am Wochenende, was ich aber auch gar nicht schlimm fand. Den Auftakt am Freitag musste ich natürlich sehen, das konnte ich den VfB-Fans nicht verweigern. Ich hatte mich bereit erklärt, auf das Spiel von Werder zu verzichten und stattdessen lieber an die Nordsee zu fahren – was im Nachhinein die beste Entscheidung war.

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Apropos Fußball: Nur noch wenige Tage bis zum Start der Premier League. Am Samstag ist es dann endlich soweit. Seit heute hat der Guardian auch wieder seine große Vorschau online gestellt. Das ganze gibt es auch in der heutigen Ausgabe in Papierform, auf dem Bremer Hbf war die Beilage aber nicht im Guardian zu finden. Trotzdem einmal nachschauen. Und ansonsten kann man alles auch mal an einem Abend schön am PC durchlesen. Insbesondere die Artikel von Amy Lawrence und Kevin McCarra sind sehr lesenswert.

Mit der Saisonvorschau geht es auch an dieser Stelle weiter. Heute im Laufe des Montags noch mit Manchester City. Von Dienstag bis Donnerstag steht dann das internationale Geschäft, das Mittelfeld und die Abstiegskandidaten im Fokus, bevor ich Freitag wieder eine Übersicht über die Medienberichterstattung zur Premier League erstelle.

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Manchmal verstehe ich Journalisten nicht. Wieso regen sich jetzt eigentlich alle über die neuen Anstoßzeiten der Bundesliga auf? Gibt es keine wichtigeren Themen mehr. Und bei der Argumentation bekomme ich sowieso das Grauen, zum Beispiel…

Christoph Biermann bei SPIEGEL Online

“Vielleicht gibt es deshalb im Kleingedruckten der Verträge mit den Anbietern Sky und Liga Total bislang überlesene Hinweise auf die Gefahren von übermäßigem Genuss von Fernsehfußball. Dort könnte es etwa heißen: “Das Anschauen von zu vielen Fußballspielen kann zu Störungen des Familienfriedens, sozialer Vereinsamung und körperlichen Schäden durch mangelnde Bewegung führen.”

Steffen Dobbert bei ZEIT online

“Dann werden sich alle zum Fußball verabreden, erst freitags, dann zweimal samstags, dann zweimal sonntags. Wenn die Männer das ganze Wochenende Fußball gucken, was sagen dann ihre Frauen? Sie werden sich zu ihren Männern vor den Fernseher setzen, in der Halbzeitpause werden Handtaschen und Prosecco beworben. Ganze Familien werden sich erst auf Gladbach gegen Hannover und dann besonders auf Nürnberg gegen Freiburg freuen. Zum Glück überträgt Sky jetzt diese Spiele hintereinander.”

Oskar Beck bei WELT online

“Am Montag schleppen wir Fußballfans uns scharenweise in die Notaufnahmen der Hospitäler, mit Bindehautentzündungen und Augapfeltrübungen bis hin zur Nackenverspannung mit Beckenschiefstand – soviel zu den Risiken und Nebenwirkungen dieses Dauerfernsehens, das uns der Fußball neuerdings serviert.”

Unsere Journalisten machen sich also alle Gedanken um unser Familienleben. Schon einmal darüber nachgedacht, dass man alles gar nicht gucken muss, was im TV läuft. Vielleicht gibt es in Familien auch Kompromisse? Ein Wochenende Fußball, das andere dann Familienausflug…aber hauptsache mal wieder auf irgendetwas sinnlos eindreschen und so tun, als würde die Welt untergehen, weil die Bundesliga fünf Anstoßzeiten hat. Dass die Mehreinnahmen der Liga durch den neuen TV-Vertrag uns allen – auch den Fans – mehr als positiv zu Gute kommen, wurde in den letzten Tagen nicht mit einer Silbe erwähnt. Aber hauptsache, man macht sich Gedanken um Bindehautentzündungen. Verrückt.

Autor: medispolis
Datum: Montag, 10. August 2009 16:48
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