Medien-Sport-Politik, 25.08.2009
“Politik ohne Umwege” oder “Es geht ums Ganze” oder “Reichtum besteuern” – tja, was nehmen wir denn da jetzt in Deutschland für die nächsten Jahre? Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 wirft seine Schatten voraus – oder auch nicht. Und ich weiß immer noch nicht wirklich, wen ich wählen soll. War der Wahlkampf früher immer noch eine Auseinandersetzung um die beste und richtige Politik, ist es heute schlicht das Aufstellen irgendwelcher sinnloser Wahlplakate, die zum überwiegenden Teil von irgendwelchen Frustrierten gleich wieder beschmiert werden. Streit – ja sowas gehört in eine Demokratie! – um die richtige Politik sucht man vergebens. Und sobald ein politischer Akteur einen anderen kritisiert, fallen 80 Millionen Menschen inklusive der schreibenden Zunft um, als hätte sich der Politiker gerade mit Sprengstoffgürtel durch die Fußgängerzone bewegt. Wenn ich in einem Wahlkampf nicht polarisieren darf, wann darf ich es denn dann? Es ist doch paradox: Ich kenne ganz viele Menschen, die sich fürchterlich darüber aufregen, dass die Parteien sich inhaltlich immer mehr annähren. Jetzt wird versucht sich im Wahlkampf so gut es geht unterscheidbar zu machen – und wieder heulen alle auf. Den politischen Gegner schlecht machen, das geht ja gar nicht. Meine Güte, wie leblos ist unsere Demokratie mittlerweile geworden, wie beliebig gehen wir Bürger mit den politischen Entscheidungen um. Im Vergleich zum derzeitigen Wahlkampf ist eine Fahrt im CityNight Line der Bahn ein echtes Erlebnis. Ich finde das schade, weil Demokratie lebt von aktiven Bürgern, von politischem Wettbewerb und dem Ringen um die besten Konzepte. Aber dieses Jahr rollt der Wahlkampf wie ein Schlafwagen vor sich hin. Da braucht sich dann keiner wundern, wenn die Leute zur Stimmabgabe nicht bewegt werden.
Ich habe mir mittlerweile die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien durchgelesen, nicht komplett, aber die wichtigsten Punkte. Und ich sehe da sehr wohl Unterschiede. Warum werden diese nicht auch nach außen getragen? Wieso wirbt keine Partei für ihre Politik auch einmal in klarer Abgrenzung zu den anderen politischen Akteuren? Michael Spreng, der ehemalige Medienberater von Edmund Stoiber, sieht ähnliche Ansätze und beklagt den Schlafwagen-Wahlkampf. Vielleicht kommt ja am Wochenende etwas mehr Pfeffer in den Wahlkampf durch die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland. Eine detailierte Analyse gibt es bei ZEIT online.
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Nichts Neues in Sachen TV-Rechte bei Sky Deutschland. Es gibt noch keine Einigung bezüglich der Übertragung der Serie A und der Primera Division zu vermelden. Gestern hatte sich Sky Sports in UK die Rechte für drei weitere Spielzeiten an der spanischen Liga gesichert, in Deutschland warten die Fans noch vergeblich auf eine erfolgreichen Abschluss. Knapp zwei Monate nach Start von Sky in Deutschland macht sich bei den ersten Ernüchterung bereit. Was steht für den Sportfan auf der Haben-Seite: 1-2 Premier League Spiele mehr pro Wochenende und die Rechte an der Europa League. Ansonsten sei man an allem interessiert und man verhandelt über alles. Große Worte, wenig Taten bisher bei Sky Deutschland.
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Vergangene Woche hatte Medienmogul Rupert Murdoch die weiße Fahne gehisst und angekündigt die Gratis-Zeitung “London Paper” einzustellen. Der Guardian beleuchtet Hintergründe und Ursachen.
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Es ist ja so eine Sache mit Sport-Experten. Ich finde Experten, die den Moderatoren mit Rat und Tat zur Seite stehen, immer eine Bereicherung, solange sie mit Hintergrundwissen aufwarten können und auch einmal selbst Initiative ergreifen und nicht jedes Wort vom Moderator in den Mund gelegt bekommen müssen. Bisher haben mir ehemalige Aktive als Experten am besten gefallen, weil sie eben sich auch noch ein bisschen in die Spieler reinversetzen können. Dass ist da aber auch Unterschiede gibt, sieht man an Lars Ricken, der seit ein paar Tagen bei Sky regelmäßig auftaucht und alles andere ist – nur kein Experte. Da ist die Verpflichtung von Kevin Keegan als Fußballexperte für ESPN schon sehr viel interessanter von den Voraussetzungen. Und an dieser Stelle noch mal: Jeder TV-Sender kann sich glücklich schätzen, wenn Mirko Slomka als Experte eingeladen ist. Wenn er schon kein Trainer bei Hannover 96 werden wird…
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Bisher sind noch keine Protestbriefe von Liverpool-Fans bei der BBC, dem Guardian oder der Times eingegangen. Aber auch an der Anfield Road ist man ähnlich wie beim FC Bayern alles andere als zufrieden mit dem Saisonstart. 3 Punkte aus 3 Spielen ist für den Anspruch des FC Liverpool viel zu wenig. Gestern Abend setzte es eine 1:3-Niederlage daheim gegen Aston Villa. Und in den 90 Minuten wurde bisher so deutlich wie nie, dass den Reds Xabi Alonso enorm fehlt. Für Lucas sind die Fußstapfen derzeit noch minimum zwei Nummern zu groß. Phil McNulty von der BBC analysiert das Spiel in seinem Blog. McNulty twittert diese Saison auch von seinen Reisen zu den Spielen und der journalistischen Arbeit. Sehr interessant.


Mittwoch, 26. August 2009 12:42
Apropos Sportexperten: Ich fand Andreas Herzog gestern im Zusammenspiel mit Patrick Wasserziehr richtig gut.