Medien-Sport-Politik, 31.08.2009

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen. Heute und morgen noch einmal knapp oder leicht über 30 Grad, am Wochenende dann bei uns hier im Norden ein kleiner Hauch von Herbst. Freue mich aber schon auf den goldenen Oktober und die letzten warmen Tage des Jahres. So, versuche dann langsam auch mal wieder in einen vernünftigen Blog-Rhythmus zu kommen. Das einzige, was ich noch an großem Projekt vor mir habe, ist ein kleiner Umzug von Bremen nach Düsseldorf Ende September. Aber das sollte zu schaffen sein – und vor allem wird das – verglichen mit der doch teils sehr zähen und hektischen Wohnungssuche – eher entspannend. So viel zur persönlichen Gemütslage bei mir. Blicken wir noch ein wenig kurz auf die Ereignisse des Wochenendes zurück.

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Wahlabend gestern in Thüringen, Sachen und dem Saarland. Ich wollte mir den medialen Wahlabend eigentlich gar nicht antun, habe dann aber doch weite Strecken geschaut bzw. es nebenbei laufen lassen. Vielleicht kurz zu der politischen Dimension: Ich glaube, dass sich für die Bundestagswahl 2009 gar nicht so viel verändert hat, was die reine Stimmenanzahl angehen wird. Vielmehr haben wohl auch die Leute das Gefühl seit gestern Abend bekommen, dass jetzt erst überhaupt ein Wahlkampf stattfinden wird, dass es eine inhaltliche Auseinandersetzung geben wird. Dass durch die Ergebnisse der Landtagswahlen die SPD jetzt aber mal ganz schnell fünf Prozentpunkte auf die CDU aufholt, halte ich für eher zweifelhaft. Vielmehr ist die Basis dafür, das in den nächsten Wochen zu erreichen, ein wenig besser geworden. Ich kann mich noch an ein älteres Uni-Seminar erinnern, in der ein CDU-Politiker mal gesagt habe, dass Volksparteien wieder stärker sein müssen, damit man gar nicht erst schwierige Dreier-Koalitionen bilden muss. Mit dem gestrigen Abend sollte diese Wunschvorstellung beendet sein. Das 5-Parteien-System wird in Deutschland die Regel und Koalitionen von drei Parteien kommen schneller denn je. Vielleicht schon Ende September.

Wie gesagt, eigentlich wollte ich den Wahlabend ohne TV verbringen – und als in der ARD um gefühlt 18:06 Uhr ein Reporter einen CDU-Vertreter aus dem Saarland gefragt hat, wie er sich die Verluste erklären kann, war ich auch kurz davor. Ich bin kein Journalist, aber ich werde es wohl nie begreifen und verstehen, wie man so eine Frage zu so einem Zeitpunkt stellen kann. Was für eine Antwort wird da eigentlich erwartet? Um 22:00 Uhr dann ein Dreierpack an TV-Talkrunden in der ARD, beim ZDF und Sat.1. Ich hatte mich, weil ich zu faul zum Zappen war, für die ARD entschieden, zumal ich mir von Gabriel und Westerwelle zumindest auch ein bisschen Zoff und Unterhaltung versprochen hatte. Gab es dann auch zumindest im Ansatz. Im Ansatz, weil Anne Will die fürchterliche Gabe hat jegliche Diskussion kaputt zu reden und nicht mal für ein paar Minuten laufen zu lassen. Als wenn ihr die Redaktion vorschreibt, sie müsse 320 der erarbeiteten 500 Fragen von ihren Notizkärtchen loswerden. Sehr viel Potential nach oben. Man muss in der ARD nur mal die Courage haben, das auch zu nutzen.

Und da war ja dann noch diese Twitter-Geschichte mit der Veröffentlichtung von Exit-Polls via Twitter schon am frühen Nachmittag. Thomas Knüwer hat schon die wichtigsten Aspekte zusammengefasst. Ich finde den Vorfall jetzt nicht unbedingt so schlimm, trotzdem finde ich es unbegreiflich, warum man die Ergebnisse nicht einfach für sich behalten kann. Es ist alles andere als cool, via Twitter solche Ergebnisse zu posten. Aber gut, Medienkompetenz ist nicht jedem mit in die Gene gelegt worden.

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Vierter Spieltag der Premier League 2009/2010. Ich konnte wegen Zeitmangels nur wenig sehen, die letzte halbe Stunde von Bolton gegen Liverpool und Manchester United gegen Arsenal, wobei das alleine aufgrund der acht Minuten Nachspielzeit und dem Platzverweis von Arsene Wenger schon jeden Cent wert war. Im Prinzip hat sich zu meinen Beobachtungen der Vorwoche nicht viel verändert. Ich finde Arsenal trotz der Niederlage weiterhin auf einem richtig guten Weg, genauso läuft bei Manchester United weiterhin wenig zusammen. Chelsea, Tottenham und West Ham konnten ihre blütenweiße Weste behalten, während Bolton und Portsmouth weiter ohne Punkt dastehen. Morgen schließt das Transferfenster auf der Insel. Wenn ich es zeitlich irgendwie unterbringen kann, werde ich tagsüber ein wenig bloggen – je nach Lage der Dinge.

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Bekanntlich sind die Verhandlungen zwischen Sky und der Primera Division gescheitert. Ich finde es bedauerlich, zeigt es doch vor allem, dass Sky wenig anders agiert als PREMIERE – zumindest vom Gefühl her. Mittlerweile gibt es eine Online-Petition für den Verbleib der Primera Division bei Sky, bei der sich schon immerhin knapp 500 Leute eingetragen haben. Tendenz steigend. Nehmen wir mal an, man knackt die Zahl der 1000 Unterschriften. Würden alle diese 1.000 Abonnenten komplett kündigen, gehen Sky pro Jahr (vorausgesetzt jeder Abonnent zahlt im Schnitt 40 Euro pro Monat) knapp 480.000 Euro an Einnahmen flöten. Angeblich sollen die Rechte für drei Jahre für um die 10 Millionen Euro zu haben gewesen sein. Inklusive Produktion der Spiele durch Sky plus das Parallelangebot Internet-Stream ist es mehr als klar, warum Sky die PD nicht zeigen will. Da soll man das gesparte Geld lieber in anderen Sport, BBL, NBA oder sogar Nascar stecken.

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Am Wochenende fand das Edinburgh TV Festival statt. Der Guardian hat auf einer Sonderseite die Debatten und Gespräche dokumentiert und viele interessante Artikel veröffentlicht. Außerdem gibt es den Media Talk Podcast diesmal auch als Video.

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Autor: medispolis
Datum: Montag, 31. August 2009 20:13
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