Beiträge vom August, 2009

Premier League 2009/2010 Preview #1 – Alles hat ein Anfang…

Freitag, 14. August 2009 10:14

Die Vorgeschichte:

Die Gegenwart:

Am Samstag um 13:45 Uhr deutscher Zeit startet die Premier League in ihre neue Saison, die wieder einmal mit sehr viel Spannung und dem Potential für Überraschungen aufwartet. Schafft es Manchester United den Titel zu verteidigen und englischer Rekordmeister zu werden in der Saison eins nach Christiano Ronaldo? Oder kann der FC Liverpool unter Trainer Benitez die erste Meisterschaft feiern? Wo landet Manchester City, das Team, für welches Geld so selbstverständlich ist wie mein Frühstücksmüsli? Und was machen die Aufsteiger? Wer mausert sich zur Überraschung? Sunderland oder vielleicht doch Birmingham City? Vorhang auf für die immer noch tollste Fußballliga der Welt. Ganz klassischer Spielplan am ersten Spieltag mit einem Spiel am Samstagmittag, sechs am Samstagnachmittag gefolgt von dem Samstagabendspiel. Zwei Spiele zudem am Sonntagnachmittag. Nichts Neues also in Sachen Spielplänen und TV-Zeiten. Den Schnitt hat man in England schon vor 10 Jahren gemacht.

FC Chelsea – Hull City

Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1, Kommentar: Sven Schröter

Wenn aller guten Dinge auch in der Premier League drei sein sollen, dann gewinnt der FC Chelsea die Auftaktpartie zur neuen Premier League Saison mit 1:0, genauso wie das die beiden letzten Jahre Sunderland (gegen Tottenham) und Arsenal (gegen West Bromwich Albion) taten. Von der Tabellenkonstellation mag das für die Blues wie eine Pflichtaufgabe klingen, aber gerade die Ergebnisse des ersten Spieltages haben immer wieder gezeigt, dass Überraschungen, gerade im Auftaktspiel, möglich sind. Vielleicht kann Hull City ja die guten Erinnerungen an London aus der vergangenen Saison mitnehmen. Und wir können zum ersten Mal überprüfen, ob Carlo Ancelotti wirklich offensiv spielen lässt. Dann wären aller guten Dinge wahrscheinlich nicht drei, aber dem neutralen Beobachter kann es ja nur recht sein.

Blackburn Rovers – Manchester City

Samstag 15:55 Uhr, Sky Sport 1, Kommentar: Toni Tomic

Ich gebe schon zu, dass ich am meisten auf den Auftritt von Manchester City an diesem Wochenende gespannt bin. Kann man schon gleich zu Beginn der Saison ein erstes Ausrufezeichen setzen oder muss man ernüchtert feststellen, dass man dann doch noch nicht so weit ist, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. Für Mark Hughes ist es als City-Trainer die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Vom September 2004 bis Ender der Saison 2007/2008 war “Sparky” Trainer bei den Rovers. Auch für jemand anderes hätte es ein ganz besonderes Spiel werden können. Doch Roque Santa Cruz ist nach seinem Wechsel von Blackburn zu den Citizens noch verletzt und wird wohl erst im September wieder spielen können.

Wolverhampton Wanderers – West Ham United

Was gibt es schöneres für einen Aufsteiger das erste Saisonspiel in der Premier League vor eigenem Publikum zu bestreiten? Ob das nun Freude oder Last, kann ja jeder selbst entscheiden. Für die Wolves ist aber auch zugleich die erste Möglichkeit Punkte gegen den Abstieg zu holen. Bei West Ham weiß man vor der Saison noch nicht so richtig, wo man steht. Durchschnittliche Leistungen in den Testspielen, dazu die unsichere Finanzlage des Vereins. Aber ich hatte es an anderer Stelle ja schon einmal geschrieben. Ich halte sehr viel von Trainer Gianfranco Zola und seinem Assistenten Steve Clarke, dass sie wiederum eine homogene, erfolgreiche Mannschaft formen.

Stoke City – FC Burnley

Das Vergnügen, das erste Premier League Spiel in der Vereinsgeschichte überhaupt vor heimischem Publikum auszutragen, wurde dem FC Burnley nicht gewährt. Stattdessen geht es zu Stoke City, in der letzten Saison extrem heimstark. Dann können sich die Clarets ja auch gleich einmal an die Spielweise der Premier League gewöhnen. Lange Bälle und gefährliche Einwürfe. Nichts ist schwieriger zu verteidigen als die Aktionen von Rory Delap. Burnley sollte gewarnt sein.

FC Portsmouth – FC Fulham

Dass der FC Fulham im Vergleich zur letzten Saison ein wenig dazu gelernt hat, kann man gleich im ersten Spiel zeigen, nämlich auswärts genauso sicher und souverän aufzutreten wie im Cravan Cottage. Spannend dürfte die Stimmung in Portsmouth sein. Der Verein stand kurz vor der Pleite, viele gute, erfahrene Spieler haben den Verein gelassen. Mal sehen, wie leidensfähig die Pompey-Fans schon vor der Saison sind. Denn das es eine schwierige wird mit mehr Tiefs als Höhen, dürfte auch den optimistischsten Anhängern klar sein.

Aston Villa – Wigan Athletic

Das Spiel 1 für Aston Villa nach Gareth Barry, das Spiel 1 für Wigan Athletic nach Steve Bruce. Villa hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt. Und zur Vorbereitung sich einmal bitte das Interview mit Trainer Martin O’Neill durchlesen. Sehr viele klare Worte.

Bolton Wanderers – FC Sunderland

Augen auf Lorik Cana, laut Rapahel Honigstein der bisherige Top-Transfer in diesem Sommer. Sunderland hat viel Geld ausgegeben, Steve Bruce möchte, dass sein Team in der oberen Tabellenhälfte mithält und hat dafür seine Wunschspieler bekommen. Mehr dazu im ausführlichen Interview von Bruce mit BBC Newcastle.

FC Everton – FC Arsenal

Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1, Kommentar: Markus Gaupp

Arsenal-Trainer Arsene Wenger ist nicht unbedingt derjenige, der die Journalisten auf Pressekonferenzen regelmäßig überraschen würde. So aber zuletzt zweimal: Zunächst sagte er, dass er das volle Vertrauen in seine Mannschaft habe, in die Fähigkeiten seiner Spieler und er seinem Team auf alle Fälle die Meisterschaft zutraue. Da staunten die Pressevertreter nicht schlecht. Und auf der gestrigen Pressekonferenz vor dem Spiel beim FC Everton gab Wenger zu, dass er um seine Spieler nicht immer schützen konnte, weil die Realität eine andere Sprache sprach: “At times I saw it, and I said I didn’t to protect the player, because I could not find any rational explanation to defend him. This is a job where you have to have an optimistic view of human nature or you become paranoid. You always have to think that a guy wants to do well. A coach is there to help. He must think that if he helps in the correct way the players will respond. You cannot be suspicious.” Die Wahrheit liegt ja auf dem Platz. Auch für Arsenal am Samstag im schwierigen Auswärtsspiel beim FC Everton, die sich immer noch vehement gegen die Versuche von Manchester City wehren, Joleon Lescott zu verpflichten. Völlig unklar ist der Einsatz von Fellani bei den Toffees, der immer noch an den Folgen einer Viruserkrankung aus der Sommerpause leidet und einiges an Gewicht verloren hat.

Manchester United – Birmingham City

Sonntag 14:25 Uhr, Sky Sport 1, Kommentar: Andreas Renner

Für einen Aufsteiger ist es zum einen die undankbarste Aufgabe gleich am ersten Spieltag beim amtierenden Meister anzutreten. Hier wird einem dann mal gleich gezeigt, wo der Hammer in der Premier League hängt und mit welchen Defiziten man noch in die Saison geht. Andererseits hat Birmingham City an diesem Sonntagnachmittag im Old Trafford auch nicht allzu viel zu verlieren. Um den Klassenerhalt zu sichern, sind Punktgewinne gegen die Big Four lediglich Zugabe. Für die Blues sind die beiden nächsten Spiele sehr viel entscheidener. Am kommenden Mittwoch empfängt man im St. Andrews Park Portsmouth, drei Tage später Stoke City. Von daher kann der Auftritt am Sonntag fast schon als Einspielen und Testen gewertet werden. Das geht für Manchester United natürlich nicht. Anders als in der letzten Saison mit dem 0:0 gegen Newcastle will man gleich mit einem Sieg starten. Am besten noch mit Toren von Wayne Rooney.

Tottenham Hotspur – FC Liverpool

Sonntag 16:55 Uhr, Sky Sport 1, Kommentar: Marco Hagemann

Der FC Liverpool hat noch eine kleine Rechnung mit den Tottenham Hotspur auf. Vergangene Saison verlor man eines der ganz wenigen Spiele an der White Hart Lane, nach 1:0-Führung noch mit 1:2. Es könnten diese drei Punkte gewesen sein, die den Reds am Ende zur Meisterschaft gefehlt haben. Jetzt geht es gleich am ersten Spieltag zu den Spurs, die in der Sommerpause kräftig aufgerüstet haben. Liverpool sicherlich mit der schwierigsten Aufgabe aller Meisterschaftsanwärter. Der Einsatz von Steven Gerrard am Sonntag ist immer noch fraglich. Dort wird wahrscheinlich erst am Sonntag selbst eine Entscheidung fallen. In Liverpool glauben alle – Trainer wie Spieler – an den Titel. Jetzt kann man zum Auftakt ein erstes klares Zeichen setzen.

Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010: Medienberichterstattung

Donnerstag, 13. August 2009 14:46

Zu guter Letzt wie vor jeder Saison eine wahrscheinlich wieder vollkommen unvollständige und subjektive Liste zur Medienberichterstattung über die Premier League in England und Deutschland. Wenn man so will, ist es eine Auflistung mit Informationsmöglichkeiten, die ich relativ häufig nutze um mich über englischen Fußball im Allgemeinen und die Premier League im Besonderen zu informieren. Wer weitere Tipps, Hinweise und Informationen hat, ist herzlichst dazu eingeladen dies in den Kommentaren bekannt zu geben.

Die Premier League im TV:

  • Man kann über Sky Deutschland so viel meckern wie man will. In Sachen Premier League kann man sich für die nächste Saison nicht beklagen. Man wird pro Wochenende fünf Spiele live zeigen, also zu jeder möglichen Anstoßzeit. Alle Monday Night Games werden ebenfalls gezeigt. Spielt die Premier League unter der Woche, werden zwei Spiele live gezeigt. Über den Umfang der Übertragungen an Weihnachten wollte man mir noch keine Auskunft geben.  Sollte Sky das mitgeteilte Pensum durchhalten, wird es zwischen 160 und 190 Spiele live geben. Alle Informationen zu den Spielen, Sendeterminen und Kommentatorenansetzungen gibt es auf der Internetseite von Sky. Eröffnet wird der Premier League Spieltag wieder mit dem Premier League Magazin, welches jeweils 30 Minuten dauert und vor dem ersten Spiel des jeweiligen Spieltages gezeigt wird (also meist Samstag 13:10 oder 15:25). Jeden Montag gibt es um 20:00 Uhr die Sendung Premier League Kompakt mit der Zusammenfassung aller Spiele. Bei Spieltagen unter der Woche gibt es die Sendung freitags um 21:00 Uhr. Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Die Kommentatoren für die Premier League sind weiterhin Markus Gaupp, Andreas Renner, Marco Hagemann, Sven Schröter, Toni Tomic und auch Michael Born.
  • Wer keine Lust auf die Premier League bei Sky Deutschland hat und ein wenig mehr Geld zur Verfügung hat, kann, wenn er einen Zwischenhändler bezahlen will oder viel besser Familie, Freunde oder Verwandtschaft auf der Insel hat, die Premier League via Satellit verfolgen. Sky Sports zeigt mindestens 92 Spiele live, ESPN, über die Sky-Plattform zu empfangen, zeigt 46 Spiele. Weitere Infos dazu bei Sky UK und ESPN.
  • Im Free-TV gibt es jeden Montag im DSF ab 22:45 eine Zusammenfassung des Spieltages in der Sendung Premier League Highlights. Ohne Robert Huth.
  • Für diejenigen, die via Satellit die Programme der BBC empfangen können, gibt es die Möglichkeit jeden Samstagabend Match of The Day auf BBC One zu schauen. Dort werden die Samstagsspiele zusammengefasst. Sendung beginnt um 23:00 Uhr und dauert knapp 80 Minuten. Anschließend folgt die Zusammenfassung der Football League. Wiederholung von Match of The Day gibt es am frühen Sonntagmorgen. Sonntag gibt es eine Zusammenfassung der Sonntagsspiel um 23:00 Uhr auf BBC Two, direkt nach Top Gear.
  • Zudem gibt es jeden Samstag um 13:15 die Sendung Football Focus auf BBC One und ab 17:30 das Magazin Final Score mit der Bekanntgabe aller Ergebnisse und der Schlusskonferenz der 16:00 Uhr-Spiele, ebenfalls auf BBC One.

Die Premier League im Radio:

  • Auch wenn die Live-Spiele der Premier League nicht via Internet gestreamt werden, führt an BBC Five Live kein Weg vorbei, wenn man sich im Radio über den englischen Fußball informieren möchte. Jeden Freitag gibt es von 20:00 bis 22:30 Uhr die Preview Show fürs Wochenende, in der die Premier League einen wesentlichen Schwerpunkt einnimmt. An den Spieltagen selbst gibt es eine umfangreiche Berichterstattung, auch an Vorberichten, die wiederum live auch für Kontinentaleuropäer zu empfangen sind. Einfach mal reinhören [Internetseite BBC Five Live; Sendeschema]. Jeden Montag wird von 20:00 bis 22:30 Uhr der Spieltag im Monday Night Club aufgearbeitet. Anschließend gibt es als Neuerung zu dieser Saison von 22:30 bis 23:30 einen Rückblick auf das Fußballwochenende in der Championship. Sehr empfehlen kann ich auch den Five Live Football Player, wo man alle Spielberichte und Interviews nachhören kann.

Podcasts:

  • Für alle Premier League Fans führt am Football Weekly Podcast des Guardian kein Weg vorbei. Der Podcast wird zweimal wöchentlich aufgenommen und montagabends und donnerstagabends ins Netz gestellt. In 45 Minuten wird sachlich und unterhaltsam über englischen, aber auch ausländischen Fußball diskutiert. Regelmäßige Studiogäste sind die Fußball-Journalisten des Guardian, per Telefon schalten sich die Fußballkorrespondenten aus Deutschland (Raphael Honigstein von der Süddeutschen Zeitung) und aus Spanien (Sid Lowe) dazu. Regelmäßige Updates gibt es auch vom italienischen Fußball, ist der Moderator der Sendung, James Richardson, Kenner und begeisteter Anhänger der Serie A. Die erste Folge zur neuen Saison erschien bereits am vergangenen Donnerstag. Ab Montag, 17. August, gibt es dann den regelmäßigen Rhythmus mit zwei Episoden pro Woche.
  • BBC Five Live Football Daily, der Spielberichte, Interviews und die Highlights der Diskussionsrunden zusammenstellt und täglich erscheint. Meist am frühen Morgen mit den Höhepunkten des gestrigen Tages. Eignet sich perfekt als Begleitung zur Arbeit.
  • BBC Five Live 606, das Phone-In der englischen Fußballfans. Erscheint meist dreimal pro Woche am Samstagabend, Sonntagabend und Mittwochabend. Wer wissen will, was die Fans denken, kommt um diesen Podcast nicht herum.
  • BBC Five Live Sportsweek: Jeden Sonntagmorgen von 10:00 bis 11:00 Uhr empfängt Gary Richardson einen Sport-Journalisten und diskutiert die wichtigsten Sportthemen der Woche, häufig sind drei bis vier Gäste per Telefon zugeschaltet oder sogar im Studio anwesend.
  • The Times Game-Podcast: Rückblick auf das Premier League Wochenende. Erscheint jeweils Montagabend. Regelmäßiger Gast Gabriele Marcotti und die Times-Korrespondenten. Ein eher schlichter Podcast, aber äußerst informativ. Und vor kontroversen Meinungen wird sich auch nicht gescheut.
  • ESPN Soccernet: Letztes Jahr als Hinweis bekommen, seitdem immer wieder mal reingehört. Erscheint zweimal in der Woche, am Montag und Donnerstag. Geht meist knapp eine Stunde, ungefähr die Hälfte davon wird über die Premier League diskutiert, sonst über die wichtigsten europäischen Ligen und Europapokal. Jeden Freitag gibt es zudem eine US Soccer Show mit Berichten aus der MLS. Diesen Podcast bekommt man automatisch, wenn man sich den Soccernet abonniert. Qualitativ absolut auf dem Niveau des Guardian, vielleicht nicht immer ganz so lustig und amüsant.

Online-Medien:

Blogs:

  • Immer wieder lesenswert die Beiträge von Herrn C bei The Home of Football.
  • Premiership & mehr, das Blog eines Newcastle-Supporters und Premier League Fan.
  • Rapidhammer, ein Österreicher schreibt über seine große Begeisterung für West Ham United.
  • Wieder was in englischer Sprache, aber immer wieder gerne gelesen wegen der schönen Anekdoten ist der EPL Talk.

Wie gesagt: Gerade wer noch interessante und lesenswerte Blogs über die Premier League kennt, immer her damit. Ansonsten sei zum Abschluss noch so viel gesagt, dass die Premier League auch hier wieder einen breiten Umfang einnehmen wird, mit Vorschau auf den Spieltag und sicherlich einigen Live-Blogs. Muss mal schauen, wie das alles nach meinem Umzug nach Düsseldorf klappt, aber ich bin relativ zuversichtlich, dass ich die ganze Saison irgendwie begleiten kann. Eine Vorschau zum 1. Spieltag gibt es am Freitagnachmittag.

In diesem Sinne: Es ist angerichtet. Möge das Spektakel beginnen.

Thema: Premier League | Kommentare (4) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010: Saisonvorschau – Die Aufsteiger

Donnerstag, 13. August 2009 10:53

Kommen wir in einer letzten kleinen Vorschau zu den drei Aufsteigern aus der Championship, nämlich Birmingham City, Wolverhampton Wanderers und dem FC Burnley. Traditionell gelten die drei Aufstieger immer als erste Kandidaten für den direkten Wiederabstieg. Finanziell liegt man den Teams in der Premier League eine Saison zurück, und auch spielerisch wie kämpferisch liegen zwischen der Premier League und der Championship eine kleine Ewigkeit. Dass die drei Aufsteiger aber nicht unbedingt immer nur Luft sind in der höchsten englischen Spielklasse, wurde nicht nur letzte Saison gezeigt, als lediglich ein Aufsteiger, West Bromwich Albion, nur eine Saison in der Premier League durchhielt. Hull City und Stoke City konnten mehr oder weniger souverän den Klassenerhalt sichern. In der Saison 2007/2008 stiegen hingegen zwei Aufsteiger ab, unter anderem Derby County mit nur 11 Punkten. Da war der Schuh Premier League mindestens drei Nummern zu groß.

Auch vor der Premier League Saison 2009/2010 haben Birmingham, Wolverhampton und Burnley sich also zunächst einmal das einfach zu formulierende, aber schwierig zu erreichende Ziel Klassenerhalt auf die Fähnchen geschrieben. Am wahrscheinlichsten sehe ich derzeit den Verbleib in der Liga für Birmingham City, eben auch, weil man schon eine gewisse Vorerfahrung mitbringen kann und mit Alex McLeish einen sehr angesehenen Trainer mitbringt. Finanziell ist Birmingham City im Vergleich zu den beiden Mitaufsteigern auch wesentlich besser aufgestellt. Man sucht zwar immer noch nach einem neuen Investor, hat im Hintergrund aber finanzstarke Unterstützer und auch der derzeitige Chairman David Gold hat zumindest das nötige Kleingeld, wenn er denn will und seine Verluste etwas niedriger werden als in den letzten Jahren. Ursprünglich wollte er seine Anteil an City verkaufen, doch dann kam der Abstieg von vor zwei Jahren dazwischen. Seit 2007 hat zudem der chinesische Unternehmer Carsen Yeung etwa ein Drittel der Anteile an dem Klub. Und dementsprechen üppig fallen auch die Transferbemühungen der Blues aus. Als Aufsteiger aus der zweiten Liga hat man mal so eben James O’Shea von Galway United, für fünf Millionen Pfund Roger Johnson von Cardiff City, Christian Benitez von Santos Laguna und Barry Ferguson von den Glasgow Rangers verpflichtet. Insgesamt sollen sich die Ablösen auf 25-30 Millionen Pfund addieren – wohlgemerkt für einen Aufsteiger in die Premier League. Damit hat man fast doppelt so viel wie Werder Bremen ausgegeben. Als Ergänzung kamen zudem auf Ausleihbasis das große Torwarttalent von Manchester City, Joe Hart, und Lee Bowyer von West Ham Unite ablösefrei.

Als Meister der Championship kehren die Wolverhampton Wanderers zum zweiten Mal nach 2003/2004 in die Premier League zurück. Damals dauerte das Vergnügen nur eine Saison lang, worauf man sich im Umfeld des Vereins auf einen Plan einigte möglichst schnell wieder in die Premier League aufzusteigen. Das hatte dann zwar etwas länger gedauert als gedacht, aber jetzt ist man wieder ganz oben, dort, wo man hingehört, fragt man die Fans im Großraum Birmingham. Man hatte eine exzellente Saison in der Championship gespielt und gewann unter anderem die ersten sieben Begegnungen. Bereits im April stand fest, dass die Wolves wieder in die Premier League zurückkehren würden. Man hatte also schon sehr früh Planungssicherheit, was kein zu unterschätzender Vorteil sein dürfte. Im Team sucht man ein bisschen vergeblich die großen Stars und bekannten Spieler, am bekanntesten dürfte für viele bei uns in Deutschland noch der irische Nationalspieler Kevin Doyle sein. Der etwas größere Star sitzt da schon in persona des Trainers Mick McCarthy auf der Bank. Spieler bei Manchester City, Lyon und Celtic Glasgow, acht Jahre lanf irischer Nationalspieler, von 1996 bis 2002 Trainer der irischen Nationalmannschaft. Da hat jemand sehr viel Erfahrung, die er an seine Spieler weitergeben kann. Große Stärke der Wolves könnte die mannschaftliche Geschlossenheit sein, ein sehr junges Team, auch ein wenig unerfahren, aber vielleicht deswegen umso unbeschwerter in der Premier League. Man hat ebenfalls wie Birmingham ordentlich investiert, im Unterschied zu den Blues aber auf günstige Spieler gesetzt und dabei sehr genau geschaut, dass die Balance des Teams nicht aus den Fugen gerät und einzelne Schlüsselpositionen adäquat verstärkt werden. So kam zum Beispiel der serbische Nationalmannschaftskapitän Nenad Milljas von Roter Stern Belgrad oder auch Ronald Zubar, 23 Jahre jung, als Verstärkung für die Defensive von Olympiue Marseille. Und man war sich bei Wolverhampton auch nicht zu schade in den unteren Ligen nach Talenten zu schauen. Fündig wurde man beim FC Southampton, von denen man sich Andrew Surman, 22 Jahre jung, in Johannesburg geboren, fürs Mittelfeld angelte. Zu guter Letzt hofft man auf die Fans und die immer beeindruckende Stimmung im kleinen Hexenkessel Molineux, das in den nächsten Jahren – sollten die Wolves in der Premier League länger als eine Saison bleiben – ausgebaut wird. 10.000 Zuschauer mehr sollen dann Platz finden, die Gesamtkapazität würde auf knapp 40.000 Plätze steigen. Wenn man denn in der Premier League bleibt…

Der FC Burnley ist das klassische Beispiel dafür, dass man auch nur eine überdurchschnittliche Saison in der Championship braucht um in die Premier League aufsteigen zu können. Als fünfter ging man in die Playoffs für den Aufstieg in die Premier League, vor allem auch nur, weil man einen grandiosen Schlussspurt in der Saisonendphase hingelegt hat. Aber genau diesen Schwung nahm man in die Playoffs mit. Und auch die großen Mannschaften hatte man schon einmal ärgern dürfen. Im Carling Cup kegelte man nacheinander Fulham, Chelsea und Arsenal aus dem Wettbewerb. Vor Entscheidungsspielen sollten die Clarets also keine Bange haben. Man zog durch ein 1:0 und 2:0 gegen den FC Reading souverän ins Playoff-Finale im Wembley Stadium ein, wo man Sheffield United mit 1:0 besiegen konnte. Schütze des goldenen Tores war Wade Elliot, Publikumsliebling und seit 2005 im Verein. Sehr viel besser hätte das nicht laufen können für den FC Burnley. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Premier League. Was den Wolves Molineux ist, ist dem FC Burnley das Turf Moor, wo bereits seit 1883 Spiele ausgetragen werden. Gegenüber Birmingham und Wolverhampton fällt man, was die finanziellen Möglichkeiten angeht, ein bisschen ab. Für 3 Millionen Pfund kam Steven Fletcher von Hibernian Edinburgh, ergänzt wurde der Kader mit Richard Eckersley von Manchester United, Tyrone Mears von Derby County und David Edgar von Newcastle United. Von allen Aufsteigern ist Burnley sicherlich der schwächste, was die Ausgangsbedingungen angeht. Aber niemand hatte auch damit gerechnet, dass sie ins Carling Cup Halbfinale kommen – und noch den Aufstieg schaffen. Erste Bewährungsprobe ist am Samstag das Heimspiel gegen Stoke City. Dann muss der FC Burnley jedes der 38 Ligaspiele so angehen wie ein Rückspiel im Carling Cup gegen Chelsea oder Arsenal.

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Premier League 2009/2010: Saisonvorschau – Mittelfeld und Abstiegszone

Mittwoch, 12. August 2009 22:00

Bleiben noch – die Aufsteiger ausgenommen, auf die ich in einem seperaten Eintrag noch einmal genauer eingehen werde, sieben Mannschaften, die ich irgendwie versucht habe tabellenmäßig ein bisschen einzuschätzen und einzuordnen. Vom FC Sunderland, Wigan Athletic, den Blackburn Rovers und den Bolton Wanderers erwarte ich, dass sie über die gesamte Saison gesehen eher wenig mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden. Stoke City, Hull City und den FC Portsmouth habe ich hingegen auf den Zettel, wenn es um den direkten Abstieg in die Championship geht.

Vom FC Sunderland – da bin ich mir sicher – wird definitiv mehr kommen als in der letzten Saison, als man fast bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfte. Zum einen ist der Trainerposten mit Steve Bruce, der Wigan Athletic verlassen hatte, endlich nach der Ära Roy Keane wieder so besetzt, dass man von den Black Cats ein Stück Kontinuität und Verlässlichkeit auf wie neben dem Platz erwarten kann. Und man war sich auf dem Transfermarkt nicht zu schade ordentlich Geld auszugeben. Jüngster Neuzugang ganz aktuell am heutigen Mittwoch war für sechs Millionen Pfund Lee Cattermole von Wigan Athletic, ein Spieler, den Steve Bruce also bestens kennt. Zudem gab man 10 Millionen Pfund für Darran Bent von Tottenham, fünf Millionen Pfund für Lorik Cana von Olympique Marseille und weitere 3,5 Millionen Pfund für Frazier Campbell von Manchester United aus. Im Gegenzug haben 13 Spieler den Verein verlassen. Das scheint gerade unter den durchschnittlichen Teams der Premier League ein neuer Trend zu sein: den Kader schlanker und konkurrenzfähiger machen, sich auf 18-20 Spieler konzentrieren, möglichst wenige Spieler im Kader haben, die nur Geld fürs Erwärmen der Ersatzbank bekommen.

Was kann man nächste Saison von den Bolton Wanderers erwarten? Ich denke, es reicht wieder für einen gesicherten Mittelfeldplatz, vor allem dann, wenn man mehr Konstanz in die Leistungen reinbringt als noch in der vergangenen Saison. Dass Bolton auch mal eine Siegesserie starten kann, haben sie gezeigt. Und mit Gary Megson konnten sich viele Fans auch immer besser anfreunden. Augenmerk auf die drei Neuzugänge der Bolton Wanderers: Zat Knight kam von Aston Villa, Sam Ricketts von Hull City und Sean Davis vom FC Portsmouth. Alle drei sehr erfahrene Spieler, die Bolton qualitativ weiterbringen. Zwei besondere Abgänge haben die Blackburn Rovers und Wigan Athletic zu verkraften. Bei den Rovers ist es der Top-Stürmer der vergangenen Jahre, nämlich Roque Santa Cruz, der zu der Scheich-Truppe Manchester City wechselte. Und bei Wigan ist es eben der Vater des Erfolgs der vergangenen Saison, der Trainer Steve Bruce, welcher das finanziell wohl bessere Angebot von Sunderland nicht ablehnen konnte. Wigan wird sicherlich auch die Kreativität von Antonio Valencia im Mittelfeld vermissen. Immerhin brachte der Transfer zu Manchester United ein wenig Geld in die Transferkasse, sodass man unter anderem Jason Scotland von Swansea City und Jordi Gomez von Espanyol Barcelona verpflichten konnte. Insbesondere auf Scotland sollte der interessierte Premier League Fan beide Augen werfen, nicht nur wegen der sehr interessanten Vita. Auf Trinidad und Tobago geboren kam spielte er von 2003 bis 2007 vier Jahre in Schottlanf für Dundee United und St. Johnstone. 2007 folgte dann der Wechsel zum englischen Zweitligisten Swansea City, wo er in zwei Spielzeiten richtig auftrumpfte. 45 Tore in 90 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Also, schaut auf Jason Scotland!

Das zweite Jahr in der Premier League soll ja immer das schwierigste sein. Klassische Beispiel dafür gibt es viele, zum Beispiel der FC Reading, der in seiner ersten Spielzeit in der Premier League 2006/2007 sensationell Achter wurden. Ein Jahr später stiegen die Royals wieder ab. Es gibt aber auch Gegenargumente. Zu Beginn des neuen Jahrtausends schaffte der FC Sunderland als Aufsteiger zweimal in Folge den siebten Platz, konnte eine erste erfolgreiche Premierensaison wieder bestätigen, bevor man dann mit der negativen Rekordpunktzahl 19 nach der dritten Saison abstieg. Das schwere zweite Jahr gehen nun Stoke City und Hull City an. Und wie versuchen beide Teams die zweite Saison anzugehen? Die Potters eher ruhig und konservativ. Stoke ist das Team mit den bisher geringsten Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Man hat in der letzten Saison gesehen, dass man nicht unbedingt spielerisch, aber kämpferisch und von der Laufbereitschaft in der Premier League mithalten kann. Stoke spielte nicht schön, aber für ihre Verhältnisse erfolgreich. Einziger prominenter Neuzugang ist Dean Whitehead vom FC Sunderland. Hull City ist so ein bisschen Dr. Jekyll and Mr. Hyde. Von überzeugenden Siegen gegen den FC Arsenal wie peinlichen Heimniederlagen gegen direkte Abstiegskandidaten war letzte Saison bei den Tigers alles dabei. Würde mich nicht wundern, wenn es diese Saison wieder so ist, die negativen Erlebnisse aber deutlich umfangreicher und ausgeprägter als die Erfolgserlebnisse.

Kommen wir zum Abschluss zu einem Verein, der es diese Saison noch schwerer haben wird als vergangene Spielzeit, die ja auch gezeigt hat, dass es etablierte Premier League Teams, wie Newcastle oder Middlesbrough, mit dem Abstieg treffen kann. Es wäre keine Überraschung, wenn einer der drei Absteiger im Mai 2009 FC Portsmouth heißen würde. Aber immerhin wird es den Verein wohl noch länger geben. Denn so klar war dies im Sommer 2009 auch nicht immer. Der Verein stand finanziell kurz vor dem Exodus, Überlebenschance äußerst gering. Einfach pleite. Marodes Stadion, schlechte Transferpolitik, hohe Schulden sowieso. Ein gefährlicher Cocktail. Jetzt hat der Wüstengott mal wieder seine Hand geöffnet. Ende Mai kaufte dann Sulaiman Al Fahim, auch schon in die Gestricke bei Manchester City verwickelt, für angeblich 60 Millionen Pfund den Verein. Der Deal scheint zu stehen, genehmigt ist er von der Seiten der Premier League noch nicht. Einige Details sind auch noch zu klären. Aber es scheint immerhin ein klein wenig Licht am Ende des Tunnels zu sein. Auch wenn finanziel erstmal alles wieder im Rahmen sein sollte, ist es sportlich noch lange nicht, eben weil man aufgrund des finanziellen Engpasses zahlreiche Spieler abgeben musste. Dies sind immerhin Peter Crouch, Glen Little, Glen Johnson, Sean Davis, Lauren und Djimi Traore. Wer soll die Tore für Pompey schießen? Zu Beginn der vergangenen Saison stürmten da noch Jermain Defoe und Peter Crouch. So ändern sich die Zeiten, im Moment nicht zum besseren für das Team von der Südküste.

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Premier League Saison 2009/2010: Saisonvorschau – Kampf um die internationalen Plätze

Dienstag, 11. August 2009 22:33

Neben den ersten sechs ausführlicheren Vorschauserien soll es nun noch einen kurzen Überblick über die restlichen Teams geben, jeweils eingeteilt von mir in Gruppen, meist nach dem Tabellenstand, den ich für die Teams erwarte. Basierend auf den Leistungen der Vorsaison und den Entwicklungen in der Sommerpause. Sprechen wir über den Einzug in die Europa League, also im Optimalfall die Plätze fünf, sechs und sieben, kommen dafür neben Manchester City, welches ich gestern schon näher vorgestellt hatte, insgesamt noch fünf Teams in Frage: der FC Everton, Aston Villa, Tottenham Hotspur, der FC Fulham und West Ham United.

Es ist natürlich schwierig jetzt diese Teams prognosemäßig in eine Reihenfolge einzuordnen bezüglich ihres Tabellenplatzes. Das kann ich nicht, weil es aus meiner Sicht völlig willkürlich wäre. Ich sehe im Moment keine große Anzahl von Argumenten, warum Everton hinter Tottenham landen sollte. Vielmehr haben diese fünf Teams alle das Potential um die Plätze 5 bis 7 mitzukämpfen.

Großer Vorteil des FC Everton: Das Team ist nahezu identisch mit dem der Vorsaison. Das ist für einen Teilnehmer der Europa League auch in der Premier League keine Seltenheit mehr. Aber Trainer David Moyes hat sich gegen alle Abwerbungsversuche seiner Spieler gesperrt. Die letzte Hürde muss er in der Tat allerdings noch nehmen. Manchester City buhlt weiterhin intensiv um die Defensivstütze Joleon Lescott. Sollte Lescott wirklich noch zu Manchester City wechseln, würde den Toffees eine ganz wichtige Position in der Defensive fehlen – und die Philosophie von Trainer Moyes wäre für den Papierkorb. Zu wünschen wäre dem FC Everton weniger Verletzte als vergangene Saison, als man insbesondere in der Hinserie teilweise ohne kompletten Sturm auskommen musste und Tim Cahill sich als einzige Spitze versuchen durfte. Auch diese Zeiten sollen im Goodison Park vorbei sein. Man hat sich im Sommer nur punktuell verstärkt. Jo wurde von Manchester City ausgeliehen, im Gegenzug gab man Lars Jacobsen an die Blackburn Rovers ab. Und so könnte am Samstag im Heimspiel gegen den FC Everton fast dieselbe Mannschaft aufspielen wie am ersten Spieltag der vergangenen Saison. Und Kontinuität scheint sich auszuzahlen. Im Tor ist Tim Howard weiter gesetzt, die Viererkette bestünde aus Joseph Yobo, Juleon Lescott, Phil Jagielka und Leighton Baines. Im Mittelfeld dann als eher defensive Absicherung Leon Osman und Phil Neville, als kreative Abteilung Tim Cahill, Mikel Arteta und Marouane Fellani. Einzige Spitze könnte Louis Saha sein. Vor der Premier League Saison 2009/2010 spricht wenig dagegen, dass der FC Everton die gute Vorsaison wiederholen kann.

Dass Aston Villa hingegen an die großartige Vorsaison, wo man teilweise unter den ersten drei Mannschaften in der Tabelle spielte, anknüpfen kann, wird von vielen Experten eher bezweifelt. Insbesondere der Abgang von Gareth Barry zu Manchester City ist schon eine erhebliche Schwächung, auch wenn der englische Nationalspieler letzte Saison nicht immer auf Top-Niveau spielte. Ob die Neuzugänge – unter anderem das große englische Talent Fabian Delph, gekommen vom Viertligisten Leeds United, und Stewart Downing von Absteiger FC Middlesbrough – diese Lücke schon füllen können und Aston Villa auf dem Niveau der Vorsaison halten, bezweifele ich. Zumal gerade auch die Endphase der vergangenen Spielzeit gezeigt hat, dass Villa über eine gesamte Saison sich immer wieder Schwächephasen nimmt, die zum Beispiel beim FC Everton sehr viel weniger auftreten. Villa hat letzte Saison ein wenig über seinen Möglichkeiten gespielt. Trotzdem ist sicherlich festzustellen, dass Villa immer noch den Kader hat um unter die ersten Fünf zu kommen, insbesondere in der Offensive ist man mit Ashley Young, John Carew, Gabriel Agbonlahor und Emile Heskey exzellent besetzt. Ein paar mehr Sorgen muss sich Trainer Martin O’Neill da schon um seine Abwehr machen, die mit dem Ende der Karriere von Martin Laursen eine wichtige Stütze verliert.

Ein bisschen wie der FC Everton und Aston Villa möchte man auch an der White Hart Lane bei den Tottenham Hotspur. Insbesondere das Theater der vergangenen Saison mit dem miserablen Saisonstart und der Posse um Juande Ramos soll vergessen gemacht werden. Mit Harry Redknapp ist jetzt ein wenig Kontinuität in den Verein gekommen. Und es ist deutlich sichtbar, dass Redknapp dem Team und Vereinsumfeld seinen Stempel auftragen möchte. Mit Sebastien Bessong von Newcastle United und Peter Crouch vom ehemaligen Redknapp-Klub FC Portsmouth sind zwei Wunschspieler in den Nordosten Londons gekommen. Im Gegenzug haben bisher 16 Spieler den Verein verlassen, die Bekanntesten sind Didier Zocora, welcher zum FC Sevilla wechselte, und Darran Bent für 10 Millionen Pfund zum FC Sunderland, inklusive 140 Zeichen auf seiner Twitter-Page. Der Kader wurde also schlanker gemacht, Harry Redknapp möchte mit mit maximal 24 Spielern zusammenarbeiten. Große Stärke der Spurs könnte ihre Ausgeglichenheit sein. Kein Mannschaftsteil ist wirklich schlecht besetzt, die großen Stars fehlen aber, mal den Sturm ausgenommen. Aber das ist genau das, was Harry Redknapp so schätzt. Spielerische Eingespieltheit wird sehr viel höher bewertet als die großen Starallüren auf dem Platz. Robbie Keane kann ein Lied davon singen.

Viele werden sich fragen, warum ich auch den FC Fulham mit in die Liste aufgenommen habe. Und so ganz weiß ich es im Moment auch nicht mehr, vielleicht auch, weil ich den Verein sehr sympathisch finde. Eigentlich immer ein Abstiegskandidat gewesen, konnte Roy Hodgson die Cottagers vergangene Saison mit einer der besten Heimbilanzen (und dafür einer eher mäßigen Auswärtsperformance) in die Europa League führen. Ich weiß, jetzt kommen wieder die kritischen Stimmen, die meinen, dass man so eine Leistung erstmal wiederholen muss. Das weiß ich sehr wohl, aber warum sollte es der FC Fulham nicht noch einmal schaffen am Ende den siebten Platz zu belegen. Finanziell ist der Klub – auch im Vergleich zu Villa, Everton und Tottenham – ein richtig kleiner Zwerg. Es ist wenig Geld da, die Einnahmen aus den Ticketverkäufen ist aufgrund des kleinen Stadions sehr viel geringer. Kein Wunder also, dass die Transfertätigkeiten des FC Fulham immer völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Lediglich vier Transferaktivitäten verzeichnet man im Südwesten Londons. Dabei hat man sich aber gar nicht so unklug verstärkt. Verteidiger Stephen Kelly, 25 Jahre jung, kam von Birmingham City, Björn Helge Riise, 26 Jahre jung und Bruder vom ehemaligen Liverpool-Spieler John Arne Riise, wechselte aus Lillestrom nach London. Beide passen ideal in das Anforderungsniveau und die Philosophie von Trainer Hodgson hinein. Interessant und spannend wird zu sehen sein, wie gut Fulham die Doppelbelastung aus Premier League und Europa League verkraften wird.

Und kein Artikel über die Premier League, wo man nicht auf das große, nicht mehr vorhandene Geld stößt und die Finanzkrise fast schon existenzgefährdende Spuren hinterlassen hat, nämlich beim Klub aus dem Osten Londons, West Ham United. Deren Besitzer, der isländische Bankier Björgulfur Guomundsson, hat durch die Wirtschafts- und Finanzkrise nahezu sein komplettes Vermögen verloren. Mittlerweile ist West Ham im Besitz der isländischen CB Holding, an der zu 70 Prozent die Straumur-Burdaras-Bank und zu 30% die beiden Banken Byr und MP beteiligt sind. Alle kommen aus Island, und alle können sich mit den Gläubigern nicht darauf einigen, wem was gehört und zusteht. Die Straumur-Bank ist mittlerweile pleite und verstaatlicht worden. West Hams Zukunft ist in größerer Gefahr denn je. Eine Einigung bis zum Jahresende scheint unwahrscheinlich. Geld für große Verpflichtungen ist also nicht da, dennoch hält es sich, was den Verkauf von Spielern angeht, noch im Rahmen. Aber die große Welle von Verkäufen der Stammspieler kann auch erst noch beginnen. Lucas Neill ist der erste auf der Liste, der sich schon Gedanken um seine Zukunft macht – außerhalb von West Ham. Bisher wurden lediglich Diego Tristan, Lee Bowyer und Freddie Sears abgegeben. West Ham hat nicht um sonst den kleinsten Kader in der Premier League, derzeit gerade einmal 18 Spieler. Da müssen viele Faktoren zusammenspielen, dass es für West Ham wieder unter die ersten Sieben reicht. Von allen hier fünf genannten Teams sehe ich die Hammers mit den geringsten Chancen. Trotzdem sollte man vor allem auf den exzellenten Torwart Robert Green achten. Und ich würde mir sehr wünschen, wenn Kieron Dyer endlich mal wieder mehr als zwei Spiele pro Saison absolviert.

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Premier League 2009/2010: Saisonvorschau Manchester City

Montag, 10. August 2009 21:16

Wie muss man sich einen frühen Morgen im Juni auf dem Vereinsgelände von Manchester City wohl vorstellen? Mark Hughes trifft sich mit Vertretern der Abu Dhabi United Group, die eine kleine europäische Landkarte mitbringen und darauf schon einmal die Reißzwecken angebracht haben mit Wunschspielern, die sie gerne bei Manchester City sehen würden – fürs Image des Vereins, als aktive Öffentlichkeitsarbeit. Oder läuft es anders herum? Mark Hughes ruft in Dubai an und gibt eine Liste mit seinen Wunschspielern durch, die er gerne in der kommenden Saison bei den Citizens sehen würde. Der eigentliche Prozess ist vielleicht gar nicht so entscheidend, vielmehr für die Fans und die gesamte Premier League das Ergebnis. Und so war es gerade von der Boulevardpresse ein heiteres Spekulationsraten und Gerüchteverstreuen in der Sommerpause, wer denn nun alles zu Manchester City wechseln würde.

Ibrahimovic, Lescott, Terry, Eto’o, Ribery, Messi, Tevez, Santa Cruz, Gareth Barry Adebayor und Kolo Toure. Nicht alles sind es geworden, die vier letzt genannten spielen ab der Premier League Saison 2009/2010 aber in Eastlands. 15 Spieler wurden im Gegenzug verkauft oder haben den Verein verlassen. Insgesamt 100 Millionen Pfund soll Manchester City bisher in dieser Transferperiode ausgegeben haben – und es könnten noch viel mehr sein. Aber John Terry hat sich klar zum FC Chelsea bekannt, Lescott vom FC Everton könnte sich vorstellen bei City zu spielen, bekommt vom Verein aber keine Freigabe, hat dafür aber bei den Fans schon sehr viel Kredit verspielt. Momentan scheint die Geldquelle bei Manchester City noch unendlich sprudeln. Einzig allein dem Bekenntnis vieler Spieler nicht zu City wechseln zu wollen, ist es zu verdanken, dass City die Schallmauer noch nicht durchbrochen hat. Aber man hat schon einmal deutlich gemacht, dass man willens ist die Big Four nicht nur sportlich zu überholen, sondern auch bei den finanziellen Möglichkeiten. Wenn man sich da mal nicht übernimmt.

Shay Given ist im Tor gesetzt, defensiv hat man sich gar nicht so intensiv verstärkt. Wayne Bridge darf sich wohl ebenso wie Richards, Zabaleta, Dunne und Toure in der Defensive wiederfinden. Da fehlt dann auf alle Fälle die Tiefe. Im Mittelfeld ist die Auswahl da umso größer. Ireland, Wright-Philipps, Gareth Barry, Petrov, Benjani, De Jong und Kompany kämpfen alle um Stammplätze, ebenso im Sturm versuchen dies Santa-Cruz, Robinho, Adebayor, Tevez, Bellamy und Benjani. Das dürfte spannend sein, wie stark das Ego einiger Spieler sein wird. Ordnet sich zum Beispiel Adebayor unter und wird erstmal nur Stürmer Nummer vier? Und wie wählt Mark Hughes im Mittelfeld aus? Die Abwehr stellt sich da fast schon von alleine auf. Heißt aber auch in der Konsequenz: Dort muss man sich auf alle Fälle noch verstärken, will man um die Champions League Plätze mitspielen. Lescott hat mehr oder weniger deutlich abgesagt, jetzt versucht man Matthew Upston von West Ham United nach Eastlands zu lotsen. Angesichts der finanziellen Möglichkeiten ist das ja fast schon das Ausgeben vin Trinkgeld. Eine große Ansammlung exzellenter Individualisten muss zu einem kompakten, spielerisch starken und taktisch klug eingestellten Team geformt werden. Schafft man das innerhalb weniger Wochen und – viel wichtiger – schafft das Mark Hughes? Bereits die vergangene Spielzeit hatte gezeigt, dass Hughes die Erwartungen eigentlich nicht erfüllen konnte.

Und jetzt ist es so deutlich wie noch nie zuvor: Es ist das Team von Mark Hughes, es sind seine Wunschspieler, es werden seine taktischen Vorstellungen umgesetzt, Hughes bekommt von den Besitzern alle Freiheiten. Heißt aber auch: Bleibt sportlicher Erfolg aus, darf Hughes in Eastlands zu seiner eigenen Beerdigung. Wie stark wird Manchester City sein? Von der Ansammlung der Spieler kann City qualitativ und in der Offensive auch quantitativ locker mit den Big Four mithalten. Was City gegenüber Arsenal, Chelsea, Liverpool und Manchester United aber noch fehlt, ist die Erfahrung um Titel mitzuspielen und sich auch dauerhaft unter den ersten Vier zu platzieren. Der Druck Erfolge abzuliefern und die Erwartungshaltung bei den Fans sind aber größer denn je.

Gibt es durch das aufstrebende Manchester City jetzt grundlegende Veränderungen in der Premier League? Erstmal zunächst nicht, vielleicht mit der Ausnahme, dass die Rivalitäten in Manchester noch ein wenig größer werden. Da kann man sich auf die Stadtderbys und das Vorgeplänkel von Sir Alex Ferguson freuen. Grundlegende Veränderungen höchstens dadurch, dass gerade in der größten weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise und der unsicheren finanziellen Situation vieler Premier League Klubs Manchester City die Rasenmäher-Strategie fährt, mit der Chelsea, Liverpool und auch Portsmouth so ziemlich gegen die Wand gefahren sind. Richtig nachhaltig würde Manchester City die Liga nur durch sportlichen Erfolg verändern. Und der wäre aus meiner Sicht Platz 3 und besser. Für den Einzug in die Europa League ist das Modell in Eastlands derzeit nicht ausgelegt. Und kurz vor Saisonstart sprechen auch noch zu viele Faktoren dagegen, dass City wirklich mit den Top Four mithalten kann…aber die Saison ist ja lang.

Zugänge: Kolo Toure (FC Arsenal), Carlos Tevez (Manchester United), Gareth Barry (Aston Villa), Emmanuel Adebayor (FC Arsenal), Roque Santa Cruz (Blackburn Rovers), Stuart Taylor (Aston Villa)

Abgänge: Elano (Galatasaray Istanbul), Ched Evans (Sheffield United), Felipe Caicedo (Sporting Lissabon), Gelson Fernandes (AS St. Etienne), Jo (FC Everton), Daniel Sturridge (FC Chelsea), Joe Hart (Birmingham City)

Meine Prognose: 5. Platz

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Medien-Sport-Politik, 10.08.2009

Montag, 10. August 2009 16:48

Zurück von einer kurzen Auszeit, da ich seit Donnerstagabend Besuch aus Baden-Württemberg in Bremen hatte und meinen Gästen fünf Tage lang das schöne Bremen und die Landschaft an der Nordsee zeigen konnte. Und wenn man dann feststellt, dass sich Touristen für so ganz banale Dinge wie die Bremer Stadtmusikanten interessieren, weiß man, dass man das ganz Spezielle in Bremen als Einwohner gar nicht mehr wahrnimmt. Aber es war sehr schön – und der Besuch hat sich sehr positiv über Bremen, die Stadt und das hanseatische Flair geäußert. Wenn man aber Besuch über vier Tage in der Stadt hat, kommt man selten zu etwas anderem als den Besuch zu betreuen. Sprich, ich habe wenig Fußball gesehen am Wochenende, was ich aber auch gar nicht schlimm fand. Den Auftakt am Freitag musste ich natürlich sehen, das konnte ich den VfB-Fans nicht verweigern. Ich hatte mich bereit erklärt, auf das Spiel von Werder zu verzichten und stattdessen lieber an die Nordsee zu fahren – was im Nachhinein die beste Entscheidung war.

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Apropos Fußball: Nur noch wenige Tage bis zum Start der Premier League. Am Samstag ist es dann endlich soweit. Seit heute hat der Guardian auch wieder seine große Vorschau online gestellt. Das ganze gibt es auch in der heutigen Ausgabe in Papierform, auf dem Bremer Hbf war die Beilage aber nicht im Guardian zu finden. Trotzdem einmal nachschauen. Und ansonsten kann man alles auch mal an einem Abend schön am PC durchlesen. Insbesondere die Artikel von Amy Lawrence und Kevin McCarra sind sehr lesenswert.

Mit der Saisonvorschau geht es auch an dieser Stelle weiter. Heute im Laufe des Montags noch mit Manchester City. Von Dienstag bis Donnerstag steht dann das internationale Geschäft, das Mittelfeld und die Abstiegskandidaten im Fokus, bevor ich Freitag wieder eine Übersicht über die Medienberichterstattung zur Premier League erstelle.

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Manchmal verstehe ich Journalisten nicht. Wieso regen sich jetzt eigentlich alle über die neuen Anstoßzeiten der Bundesliga auf? Gibt es keine wichtigeren Themen mehr. Und bei der Argumentation bekomme ich sowieso das Grauen, zum Beispiel…

Christoph Biermann bei SPIEGEL Online

“Vielleicht gibt es deshalb im Kleingedruckten der Verträge mit den Anbietern Sky und Liga Total bislang überlesene Hinweise auf die Gefahren von übermäßigem Genuss von Fernsehfußball. Dort könnte es etwa heißen: “Das Anschauen von zu vielen Fußballspielen kann zu Störungen des Familienfriedens, sozialer Vereinsamung und körperlichen Schäden durch mangelnde Bewegung führen.”

Steffen Dobbert bei ZEIT online

“Dann werden sich alle zum Fußball verabreden, erst freitags, dann zweimal samstags, dann zweimal sonntags. Wenn die Männer das ganze Wochenende Fußball gucken, was sagen dann ihre Frauen? Sie werden sich zu ihren Männern vor den Fernseher setzen, in der Halbzeitpause werden Handtaschen und Prosecco beworben. Ganze Familien werden sich erst auf Gladbach gegen Hannover und dann besonders auf Nürnberg gegen Freiburg freuen. Zum Glück überträgt Sky jetzt diese Spiele hintereinander.”

Oskar Beck bei WELT online

“Am Montag schleppen wir Fußballfans uns scharenweise in die Notaufnahmen der Hospitäler, mit Bindehautentzündungen und Augapfeltrübungen bis hin zur Nackenverspannung mit Beckenschiefstand – soviel zu den Risiken und Nebenwirkungen dieses Dauerfernsehens, das uns der Fußball neuerdings serviert.”

Unsere Journalisten machen sich also alle Gedanken um unser Familienleben. Schon einmal darüber nachgedacht, dass man alles gar nicht gucken muss, was im TV läuft. Vielleicht gibt es in Familien auch Kompromisse? Ein Wochenende Fußball, das andere dann Familienausflug…aber hauptsache mal wieder auf irgendetwas sinnlos eindreschen und so tun, als würde die Welt untergehen, weil die Bundesliga fünf Anstoßzeiten hat. Dass die Mehreinnahmen der Liga durch den neuen TV-Vertrag uns allen – auch den Fans – mehr als positiv zu Gute kommen, wurde in den letzten Tagen nicht mit einer Silbe erwähnt. Aber hauptsache, man macht sich Gedanken um Bindehautentzündungen. Verrückt.

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Premier League 2009/2010: Saisonvorschau FC Arsenal London

Freitag, 7. August 2009 12:42

Blickt man noch einmal auf die laufende Saison des FC Arsenal zurück, fallen einem zwei Schlüsselerlebnisse ein: 8. November 2008, Ligaspiel gegen Manchester United im heimischen Emirates Stadium. Begeisternder Fußball der Gunners gegen den Meister, Doppelpack von Samir Nasri, Man Utd über fast 90 Minuten nur zwei Torchancen gewährt. Sieben Monate später, Champions League Halbfinale Rückspiel, wieder gegen Manchester United. Die Gunners liegen nach 10 Minuten 0:2 zurück – und die junge Mannschaft von Trainer Arsene Wenger fällt komplett auseinander und in sich zusammen. Die zwei Seiten des “Kurzpass-Kindergartens aus dem Norden Londons” (Wolff Fuss). Begeisternder Offensivfußball, der die Fans begeistert, der den Mangel an Erfahrung für 90 Minuten kaschiert versus das Versagen in den ganz wichtigen Spielen, in der Champions League oder auch im FA-Cup Halbfinale. Und immer dann kommen die Kritiker der Philosophie vom FC Arsenal aus dem Hintergrund und fordern Verstärkung für das Team. Dabei wird gerne übersehen, dass Arsenal mit einer kleiner Ausnahme (man verlor letzte Saison fünf der ersten neun Spiele), eine sehr konstante Saison gespielt hat. Man pickt sich in Holloway dann gerne die Rosinen raus, die einem nicht schmecken. Dabei ist das Gesamtprodukt doch immer noch mehr als genießbar.

Es ist natürlich leicht sich auf die Spielweise der Gunners, die Unerfahrenheit der Spieler und die Philosophie von Arsene Wenger einzuschießen. Und nimmt man Titel und Meisterschaften als Maßstab hat man als gefrusteter Arsenal-Fan ja auch Recht. Die letzte Meisterschaft gab es 2004, ein Jahr später gewann man noch den FA-Cup, seitdem fehlen Trophäen in den Schränken des Emirates-Stadium. Es ist aber auch zu leicht die Gleichung aufzustellen, Unerfahrenheit entspräche fehlenden Titeln. Arsenal war immer wieder kurz davor. Und ist dann gescheitert. Da bin ich aber auf der Seite von Arsene Wenger, der dies stets gerne als Lernprozess tituliert und so seinen Spieler auch vermittelt. Bisher haben auch immer die Anteilseigner der Aktiengesellschaft des FC Arsenal sich aus dem Transferprozess und der Spielweise rausgehalten. Das ist vor dieser Saison zum ersten Mal anders, als letzte Woche erstmals Bedenken von Seiten der Besitzer geäußert wurden, dass der Kader nicht stark genug sei um in der Spitzengruppe der Premier League mitzuhalten.

Und vielleicht ist es gerade dieser Fakt, der vor Beginn der Premier League Saison 2009/2010 noch einmal eine neue Dimension über den Status Quo bei den Gunners ausgelöst hat. Die Sorgenfalten scheinen größer zu werden, eine klare Linie scheint zu fehlen, die Ansichten, Ideen und Konzepte zwischen Trainer Wenger und den Miteigentümer von der Arsenal Holdings driften auseinander – die Fans sind frustriert. Angesichts der bisherigen Transferpolitik kam man in den Tenor auch einstimmen. Mit Kolo Toure und Adebayor haben zwei echte Leistungsträger den Verein in Richtung Manchester City verlassen. Ersatz dafür wurde noch nicht geholt. Der Kader sei weiterhin stark genug, so Trainer Wenger. Ganz objektiv betrachtet kann das gar nicht stimmen, weil ein Torjäger weg ist und kein weiterer gekommen ist. Und wenn der Togolese mal einen guten Tag hatte, konnte er ein Spiel im Alleingang entscheiden. Mit Thomas Vermaelen von Ajax Amsterdam kam ein Spieler, der die Defensive sicherlich stabiler machen wird. Doch was nützt das, wenn im Sturm die Knipser fehlen, zumal die Chancenauswertung der Gunners meist nicht von dieser Welt ist. Das wirft dann auch wieder die Frage auf, wie es um die Finanzen der Gunners steht. Aus den Verkäufen von Toure und Adebayor sind mindestens noch 30 Millionen Pfund verfügbar – doch ob man diese wirklich ausgeben möchte und darf, steht auf einem anderen Blatt Papier. Auf Klaas-Jan Huntelaar hatte man immer ein Auge verloren, ebenso auf den deutlich weniger teuren Patrick Viera. Huntelaar wechselt jetzt nach Mailand, Viera vielleicht zu den Gunners. Finanziel wäre zumindest das Geld zur Verfügung. Es bleibt interessant und spannend, ob sich der FC Arsenal noch einmal auf den Transfermarkt traut. Wie gut ist der FC Arsenal also vor der Saison 2009/2010? Eines steht fest: Jedenfalls nicht besser als letztes Jahr. Und das scheint man auch im Umfeld zu registrieren. Zeit für Verstärkungen bleibt noch. Die vielleicht auch nötiger denn je ist, sollte Thomas Rosicky noch mehrere Wochen ausfallen.

Dabei ist der Kader trotz alledem immer noch hervorragend besetzt, vor allem im Mittelfeld mit Nasri, Fabregas, Arshavin, Walcott und auch Rosicky. Im Sturm ist man etwas dünn besetzt. Außer Bendtner und Robin van Persie als hängende Spitze fehlt da internationale Klasse. Defensiv fehlt Kolo Toure, gerade auch in der Vorwärtsbewegung und im Antreiben des Spiels nach vorne. Wenn man also noch einen Innenverteidiger und einen guten Stürmer holt, dürften die Kritiker in London ein klein wenig ruhiger werden. Und vielleicht schaffen die vielen Talente der Gunners – Aaron Ramse, Jack Wilshere und Carlos Vela – ihren Durchbruch. Ja, wenn. Zu viele Konjunktive vor der neuen Saison beim FC Arsenal London. Auch im Team macht man sich Gedanken um die aktuelle Situation bei den Gunners. Cesc Fabregas teilte die Tage den Journalisten mit: “Wir werden nie die Saison starten und glauben, dass wir Vierter werden. Jeder große Verein geht durch schwierige Momente, und wir machen das bei Arsenal gerade durch. Wir müssen stärker denn je sein und noch enger zusammenhalten, dann gehen wir gestärkt aus dieser Phase heraus. In den letzten drei Spielzeiten hatten wir viel Pech mit Verletzungen, hoffentlich bleiben wir diese Saison alle fit. Die Qualität im Team ist da, und ich bin mir sicher, dass wir sie auch abrufen können.” Das ist die Idealvorstellung. Der Liga, den Fans und auch den Spielern wäre es zu wünschen. Und auch Arsene Wenger würde es sicherlich gut tun. Sonst kommen schon in der Winterpause die nächste Kritikwelle. Und wenn Wenger im letzten Mai sich schon wie ein Mörder behandelt gefühlt hatte, steht auf der Leiter nach oben nicht mehr viel Spielraum zur Verfügung. Mit der Ungewissheit leben – so geht der FC Arsenal in die Premier League Saison 2009/2010.

Zugänge: Thomas Vermaelen (Ajax Amsterdam)

Abgänge: Kolo Toure (Manchester City), Emmanuel Adebayor (FC Arsenal)

Meine Prognose: Ich tue mich sehr schwer mit einer Prognose für die Gunners. Wenn alles gut läuft, wird es am Ende der vierte Platz. Sollte man sich noch einmal verstärken, ist mehr möglich. Sollten Erfolge ausbleiben, sehe ich sogar Man City und Everton an den Gunners vorbeiziehen.

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Premier League 2009/2010: Saisonvorschau FC Chelsea London

Donnerstag, 6. August 2009 15:30

Sich von den Altlasten der vergangenen Jahre befreien – und mit Carlo Ancelotti als neuen Trainer bei den Blues einen Neuanfang wagen, der länger als ein halbes Jahr dauern soll. Unter diesem Motto geht der FC Chelsea London in die Premier League Saison 2009/2010.

Nach dem Abgang von Jose Mourinho im Spätsommer 2007 hat der FC Chelsea nie wieder richtig in die Spur gefunden, wirkte nie wirklich präsent in einer Saison, man hatte nicht das Gefühl, das Team könne die Schwächephasen des FC Liverpool und von Manchester United zu eigenen Gunsten nutzen. Avram Grant wirkte von vorne herein nur als Übergangslösung. Mit Luis Felipe Scolari sollte alles einfacher und besser werden an der Stamford Bridge. Doch das Gegenteil passierte. Guus Hiddink wurde dann wieder die im Westen Londons bekannte und teilweise verachtete Übergangslösung. Jetzt möchte man zurück auf Null, wieder einen Neustart feiern und Kontinuität, sportlich wie finanziell, zum FC Chelsea zurück bringen. Mit dem neuen Trainer Carlo Ancelotti soll alles einfacher und besser werden. Titel sind das Ziel. Das klang vor einem Jahr im Sommer 2008 ganz genau so.

Doch dieses Jahr sind die Vorzeichen für die neue Saison 2009/2010 ein wenig besser. Zwar schwimmen immer noch ein paar Altlasten in persona Claudio Pizarro und Andrej Shevchenko im Fahrwasser der Blues, doch der viel zu große Kader wurde durch zahlreiche Verkäufe und Abgänge endlich minimiert. Dort wo man sich verstärken musste, hat man es getan. Und der FC Chelsea ist bis jetzt das einzige Team der Big Four, das keine Abgänge von Leistungsträgern zu verzeichnen hat. Sogar John Terry konnte trotz der Anbaggerungsversuche von Manchester City bei den Blues gehalten werden. Und mit Carlo Ancelotti hat man jetzt einen Trainer auf der Bank sitzen, der nicht unbedingt die größte Erfahrung und Kenntnis des englischen Fußballs hat, aber ein Team zu Meisterschaften führen kann. Unter seiner Regie beim AC Mailand konnte immerhin eine nationale Meisterschaft, drei Vize-Meisterschaften und zweimal die Champions League gewonnen werden. Das ist ja auch noch ein Ziel, das der FC Chelsea immer noch erreichen möchte. Finanziell steht der FC Chelsea alles andere auf sicheren Füßen. Große Transfers wird man wohl erst wieder tätigen können, wenn man Titel eingefahren hat. Bis dahin ist das primäre Ziel die Schulden des Vereins zu tilgen. So ganz einfach lassen sich die Altlasten der vergangenen Jahre eben doch nicht beseitigen. Und man kann nicht um jeden Preis seine Wunschspieler verpflichten. Andrea Pirlo bleibt wohl auch aufgrund der Finanzen beim AC Mailand und wird nicht nach London wechseln. Es kommt also wohl zu keinem Tauschgeschäft mit Claudio Pizarro. Damit haben sich für Werder die Chancen Pizarro zu verpflichten zumindest nicht weiter verschlechtert.

Von der Taktik wird Ancelotti – das zeigen die Testspieleindrücke – wohl wieder zum 4-4-2 zurückkehren. Vorbei die Zeiten, in denen drei Stürmer bei den Blues stürmten. Peter Cech ist im Tor gesetzt, Carvalho und Terry spielen in der Innenverteidigung, auf den Außen links Ashley Cole und rechts wohl Bosingwa. Im Mittelfeld hat Ancelotti die große Auswahl. Defensive Stützen dürften John Obi Mikel oder auch Michael Essien sein. Spielmacher ist und bleibt Frank Lampard, für den offensiven Part stünden Michael Ballack, aber auch Joe Cole und Florent Malouda bereit. Das Sturmduo lautet wohl bis auf weiteres erstmal Didier Drogba und Nicolas Anelka. Und der Kader hat auch die nötige Tiefe und Breite um Ausfälle zu verkraften. Neuzugang Yuri Zhirkov steht ebenso wie Deco noch zur Verfügung, ebenso für den Sturm Salomon Kalou oder der Teenager Daniel Sturridge, der von Manchester City an die Themse wechselte.

Die große Frage ist eben, ob Carlo Ancelotti es schafft – ähnlich wie es Guus Hiddink in seiner Übergangsphase – aus dem Team großer Individualisten wieder ein schlagkräftiges Team entwickelt, das defensiv sicher steht und auch offensiv für Tore steht. Die Zeiten müder Arbeitssiege sollen unter Ancelotti vorbei sein. Es wird offensiv gespielt. Wenn alle diese Vorhaben gelingen, kann es eine sehr erfolgreiche Saison für die Blues werden.

Zugänge: Yuri Zhirkov (ZSKA Moskau), Daniel Sturridge (Manchester City), Ross Turnbull (FC Middlesbrough), Andrej Shevchenko (Ausleihe AC Mailand).

Abgänge: Scott Sinclair (Wigan Athletic), Franco di Santo (Blackburn Rovers), Morten Nielsen (AZ Alkmaar), Slobodan Rajkovic (FC Twente Enschede), Jimmy Smith (Leyton Orient), Ryan Bertrand (FC Reading), Lee Sawyer (Southend United)

Meine Prognose: Wird Carlo Ancelotti kein zweiter Luis Felipe Scolari, gewinnt der FC Chelsea die Premier League Meisterschaft 2009/2010

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Luftveränderung: Düsseldorf Is Calling!

Donnerstag, 6. August 2009 11:30

Kleine Quizfrage vorne weg: Was macht man, wenn man sich in einer Stadt sehr wohl fühlt, in einer schönen Wohnung wohnt mit traumhafter Aussicht auf Sonnenuntergänge, man mit seinem Job in der Stadt mehr als nur zufrieden ist, man viele Freunde in der Stadt hat, die man definitiv vermissen wird, wenn sie nicht um einen herum sind, und wenn man in einer Stadt wohnt, die den tollsten Fußballverein Deutschlands hat, und wenn man eigentlich alles so lassen könnte, wie es jetzt ist – weil es schön ist und man selbst sehr zufrieden ist?

Die einzig richtige Antwort ist Umziehen in eine neue Stadt, mit neuer Umgebung und neuen Leuten. So wird es dann mir in den nächsten zwei Monaten gehen. Nach langem Hin und Her hatte ich mich dann doch dafür entschieden, noch ein Masterstudium zu machen, weil auf lange Sicht der Bachelor wohl doch nicht gut genug ist, später irgendwann einmal einen vernünftigen und  gut bezahlten Job zu haben. Das Plädoyer für eine bessere Bildungspolitik entfällt. Also habe ich lange in mich hinein gehört und als ich letzte Woche im Düsseldorf zum Auswahlgespräch war und dieser Tage eine feste Zusage bekam, habe ich mich nun auch ein bisschen schweren Herzens dafür entschieden, Bremen erstmal zu verlassen und für mindestens zwei Jahre in Düsseldorf zu leben, wo ich ab Mitte Oktober dann meinen Master in Politischer Kommunikation mache (ein interdiziplinärer Studiengang der Politikwissenschaften und Medien- und Kommunikationswissenschaften). Wenn man so will, ein Thema, das mich schon seit Ewigkeiten interessiert, und wo es mir dann auch nicht sehr schwer fiel den Studienplatz anzunehmen, weil mir das sicherlich neben der Vermittlung von Wissen auch so sehr viel Spaß machen wird.

Düsseldorf also, in erster Linie natürlich ausgesucht aufgrund des Aufbaus und Inhalt des Studiengangs, aber Düsseldorf als schöne Stadt am Rhein und in einer Metropolregion Rhein-Ruhr mit fantastischem kulturellen Angebot (habe schon 10 Konzerte auf dem Zettel, wo ich hingehen möchte) macht die Entscheidung Bremen zu verlassen dann doch ein wenig einfacher. So groß die Freude dann für Luftveränderung ist, so herausfordernd werden wohl die nächsten Wochen mit Suche einer Wohnung, WG-Zimmer oder ähnliches. Fällt eindeutig unter die Kategorie: Kann viel Spaß machen, ist teilweise auch anstrengend, muss aber wohl sein.

Von daher gibt es hier in den nächsten Wochen ein paar mehr Erfahrungsberichte und Tipps, wie man es problemlos schaffen kann (oder auch nicht) in einer Stadt zu arbeiten und drei Stunden Zugfahrt entfernt sich in einer anderen Stadt nach Wohnungen oder Zimmern zu erkundigen und die nach Möglichkeit auch anzuschauen. So hundertprozentig weiß ich noch nicht, wie mir das gelingen kann, aber unmöglich scheint es nicht – und ein bisschen freue ich mich auf auf den positiven Stress der nächsten Wochen und Monate. Zunächst ist erstmal alles geregelt, von daher heißt es jetzt, die Tage zu zählen, die ich Bremen noch genießen kann – und dann freue ich mich auf Düsseldorf. Schauen wir mal, wie sich das alles entwickelt.

Eine Sache noch: Falls hier jemand aus Düsseldorf vorbeischaut oder schon einmal in Düsseldorf gewohnt hat, Bekannte dort hat, und mit Erfahrungen und Tipps aufwarten kann, bin ich für alles offen, was Vorschläge, Tipps und Erlebnissen über den Wohnungsmarkt in Düsseldorf angeht. Ich habe schon einiges gehört, freue mich aber jederzeit gerne auf neue Hinweise. Einfach in den Kommentaren oder per Mail an Felix.Flemming@medien-sport-politik.de schreiben. Danke schon einmal im Voraus.

So, und jetzt. Die letzten zwei Urlaubstage im Bremer Hochsommer genießen. Wird für erste ja die letzte Gelegenheit sein. Bye Bremen, Hallo Düsseldorf heißt es dann ab Oktober. To be continued.

Thema: Alltägliches | Kommentare (1) | Autor: medispolis