Die letzten Tage in Bremen

Ich weiß, dass es hier die letzten Tage mal wieder ein wenig ruhiger war. Ich habe aber auch den ersten Teil meines Umzuges nach Düsseldorf absolviert. Mittlerweile sind alle meine Möbel in der neuen Wohnung, ich bleibe aber Bremen noch eine Woche erhalten und werde von Hannover aus pendeln. Am 05.10 geht es dann endgültig von Weser und Leine an den Rhein. Fällt es mir schwer Abschied zu nehmen? Ja! Freue ich mich auf die neue Zeit? Ja! Irgendwie ist eine Woche zwischen ein bisschen Traurigkeit und Vorfreude auf eine neue Zeit. Und soweit liegen Bremen, Hannover und Düsseldorf auch nicht auseinander. Gibt es nicht schon genug Gründe für den Wechsel nach Düsseldorf aufgrund des Studiums, gefällt mir das kulturelle Angebot in der Region unfassbar gut. Da muss ich schon mit Bedacht auswählen, was ich alles sehen möchte. Also, jetzt an diesem Sonntagnachmittag liegt erstmal noch eine Woche im schönen Bremen vor mir, auf die ich mich sehr sehr freue. Aber zunächst ein Rückblick auf Ereignisse und Gedanken der letzten Tage.

Montag, 22.09.

Zum letzten Mal ein Montag, wo ich von zuhause in Horn-Lehe aus ins Büro fahre. Das Wetter ist großartig, so, wie ich es so schätzen gelernt habe im Hollerland. Wieder dichter Bodennebel über den Feldern, darüber strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Also mit dem Fahrrad der bekannte Weg, den ich fast schon im Schlafen absolvieren kann. Ein kurze Stück am Autobahnzubringer, auf den Jan-Reiners-Weg, über das Uni-Gelände und dann auf der Parkallee am Bürgerpark entlang in die City. Brauche wieder fast 30 Minuten und liege damit im Schnitt. Habe es mal in 23 geschafft, aber da hatte ich mal Rückenwind bei einem Wintersturm. Arbeitstag wie immer voll gepackt, am frühen Abend zuhause, zwischendurch eingekauft. Zuhause eine To-Do-Liste für die Woche erstellen. Ist ja doch viel Kleinkram zu erledigen. Mir graut schon ein wenig davor irgendwas Wichtiges vergessen zu haben. Aber lässt sich sicherlich alles spontan gerade biegen, sage ich mir. Telefoniere fast eine Stunde am Abend und falle dann doch recht müde ins Bett – um kurz nach neun. Schaffe immerhin noch zwei Podcasts zu hören. Meine Wohnung wirkt aufgeräumt und sortiert.

Dienstag, 23.09.

Ich habe frei, stelle mir den Wecker aber trotzdem wie immer auf 06:30 Uhr. Genug Tätigkeiten auf dem Zettel, die man an einem freien Tag machen könnte. Das Weckerklingeln höre ich zwar, ich stehe aber erst um kurz nach acht auf. Wenn man schon mal die Chance hat unter der Woche auszuschlafen…am Vormittag volles Programm. Friseur, Bank, Schuhmacher, Baumarkt, dazu ein paar Telefonate und Einrichten des Mail-Accounts an der Uni Düsseldorf. Zum Mittag gibt es Fisch. Ich sehe schon, dass ich in Düsseldorf häufiger zu Gosch gehen muss für eine Portion Fisch. Aber gut, warum nicht. Zum Nachtisch gibt es die exzellente Dokumentation über Coldplay aus The South Bank Show von ITV. Brilliant gemacht. Nach solchen 45 Minuten fällt es dann schwer, Kartons zu packen. Geht dann aber doch ganz angenehm, dauert aber länger als geplant. Entdecke viele Sachen, von denen ich meinte, ich hätte sie längst nicht mehr. Sortiere auch viel aus. Am Ende bin ich zufrieden – und meine Wohnung eine einzige Baustelle. Mit dem Schreibtischstuhl darf ich jetzt nicht zurückrollen, weil ich sonst das leere Bücherregal umhaue. Beim Aufstehen muss ich aufpassen, dass ich nicht über einen Turm von Kartons stolpere. Während ich die Kartons packe, spricht Obama auf Sky News über den Klimawandel, am Abend schaue ich aus dem Augenwinkel Leeds gegen Liverpool im Carling Cup. Irgendwann höre ich Torjubel, flitze aus der Küche vor den Schreibtisch und stolpere fast über einen Karton, der da normalerweise nicht steht. Aber normal sind diese Tage sowieso nicht. Erneut wunderschöner Sonnenuntergang über dem Hollerland.

Die nächsten Tage sind eindimensional. Büro, abends packen und immer weniger Platz sich in der Wohnung halbwegs zurechtzufinden. Mein Archiv gesammelter Zeitungen wird auch immer kleiner, weil ich mich dafür entschieden habe, Geschirr in Zeitungspapier einzuwickeln. Warum, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber wahrscheinlich, damit nichts kaputt geht. Als letztes müssen dann PC, Fernseher und Schreibtisch dran glauben. Freitagabend, kurz nach acht. Ich habe alles eingepackt. Kann mich kaum mehr frei bewegen, habe nichts zu tun. Kann kein TV schauen. Nichts. Stehe auf dem Balkon, i-Pod auf und lasse die schönen Jahre in Bremen Revue passieren. Letzte Nacht in meiner Wohnung, aber noch eine Arbeitswoche in Bremen.

Am Wochenende dann Umzug der Möbel nach Düsseldorf. Hat alles ganz gut geklappt. Bin erleichtert. Und jetzt geht es in die allerletzten Tage in Bremen. Eine Woche als Pendler. Das lässt sich überstehen.

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Autor: medispolis
Datum: Sonntag, 27. September 2009 18:15
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2 Kommentare

  1. 1

    wann man fragen darf, als was arbeitest du in düsseldorf?

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  2. 2

    Du darfst fragen, ich antworte auch. Ich arbeite nicht in Düsseldorf, sondern studiere dort zwei Jahre und hoffe, wenn alles gut geht, am Ende mit einem Masterabschluss dazustehen.

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