Beiträge vom Oktober, 2009

Medien-Sport-Politik, 29.10.2009

Donnerstag, 29. Oktober 2009 22:11

Da ich am Wochenende außer Haus bin und eher wenig vor dem TV und Computer hänge, hier mal eine komprimierte Übersicht zu den Themen des Wochenendes, allen voran Premier League und ein wenig Politik.

Wer es noch nicht mitbekommen hat, dem sei das Interview von Frank Buschmann mit André Voigt vom Five Basketball-Magazin empfohlen. Mit Buschmann sprach er über seinen emotionalen Stil Basketballspiele zu kommentieren und blickt zurück auf die NBA-Übertragungen der 90er Jahre. Überhaupt nimmt das Thema TV im Basketball einen breiten Raum ein. Absoluter Hörtipp. Gerade, wer ein wenig in Erinnerungen über die frühen NBA-Übertragungen schwärmen möchte.

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Neues Deutschland titelt heute die ZEIT, die ich ansonsten ja über wirklich alles schätze. Aber so eine Titelzeile und dazu die Konterfeis von Rösler, Guttenberg und Norbert Röttgen. Das neue Deutschland sieht also so aus. Kann man nicht noch dicker auftragen? Vielleicht können wir über eine solche Schlagzeile mal nachdenken, wenn wir Schulden abgebaut haben oder ein nachhaltig finanziertes Gesundheitssystem. Aber nicht, wenn Rösler und Röttgen im Kabinett sind. Das ist zwar neu, das steht fest. Aber Deutschland ist dadurch ganz sicherlich nicht neu. Aber vielleicht wird in fünf Jahren rückblickend die Schlagzeile doch richtig sein. Hoffen wir es mal.

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Der Guardian hat heute eine interaktive Seite zu den Olympischen Spielen 2012 in London gestartet. Vor allem die Bauabschnitte sollen bildlich festgehalten werden.

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Zudem gibt es neue Hörerzahlen aus der Radiolandschaft in Großbritannien. Größter Sieger diesmal das Dokumentationsradio der BBC, BBC Radio 4. Da sind dann wohl mehrere auf die exzellenten Reportagen aufmerksam geworden. Auch der neue Internetauftritt dürfte sich positiv ausgewirkt haben.

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Tony Blair ist jetzt auch mal wieder in den Schlagzeilen. Der könne doch nicht die Europäische Union als ständiger Ratspräsident führen, war die einhellige Meinung auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Der habe sich ja kaum Verdienste auf europäischer Ebene führen. Mag richtig sein, was aber viele vergessen, dass Blair mit einem sehr ambitionierten Programm in der Europapolitik 1997 nach seinem Wahlsieg an den Start ging. Dass dann in 10 Jahren eher wenig dabei rumkam, lag aber in erster Linie an den skeptischen Menschen auf der Insel, was eigentlich nahezu alle Fragen europäischer Politik anbetrifft, sei es der Beitritt zur Euro-Zone oder die Ablehnung beziehungsweise das Chaos um eine Referendum für die EU-Verfassung. Und im Prinzip hat Blair nur auf nationale Interessen Rücksicht genommen um wiedergewählt zu werden. Das machen doch alle in der EU.

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In der Premier League ist vor dem 11. Spieltag einiges los. Vor allem bei Hull City und Trainer Phil Brown. Es kursierten Gerüchte, wonach Brown bereits vom Verein entlassen wurde. Das hatten mehrere Tageszeitungen berichtet. Prompt kam vom Verein das Dementi. Er genieße weiterhin das Vertrauen, stattdessen hat sich der Chairman des Vereins, Paul Duffen, verabschiedet. Die sportlichen Ergebnisse seien nicht gut genug gewesen und deswegen müsse er gehen, nicht Trainer Brown. Das ist eine gewagte These und Behauptung. Denn für den sportlichen Bereich hat ganz klar Phil Brown die Verantwortung. Der Trainer der Tigers rechne damit, dass er auch weiterhin Trainer bleibe und seine Spieler komplett hinter ihm stehen. Für Hull geht es am Samstagnachmittag zum FC Burnley. Und dann wollen wir mal schauen, was passiert, sollte Hull auch hier wieder nicht gewinnen können.

Marlon King von Wigan Athletic ist heute zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er in einer Disko einer 20-jährigen die Nase gebrochen und sie beleidigt hat. Prompt kam die Stellungnahme vom Verein. King wird von Wigan Athletic entlassen: “Er ist selbstverständlich rausgeworfen worden. Wir akzeptieren keine Spieler, die für 18 Monate ins Gefängnis kommen. Soweit wir das beurteilen können, ist seine Zeit beim Fußballklub Wigan Athletic abgelaufen.”

Und dann ist wieder Derby-Time am Wochenende – und fast mehr Derby geht nicht. Arsenal empfängt am Samstagmittag um 13:45 Uhr die Tottenham Hotspur zum Derby im Norden Londons. Und es ist ein echtes Spitzenspiel, dritter gegen vierter. Mit einem Sieg kann sich Arsenal endgültig in der Spitzengruppe festsetzen. Nachdem man am Mittwoch Liverpool mit einer Jugendgruppe besiegt hat, spielen am Samstag wieder die etablierten, etwas älteren Männer. Man Utd hat ein leichtes Heimspiel gegen Blackburn, Chelsea reist nach Bolton. Liverpool muss zu Fulham und darf dann mal zeigen, ob sie auch wieder gegen die kleinen Teams gewinnen können.

Ach ja, Düsseldorf gefällt mir immer besser. Mehr dazu in der nächsten Woche. In diesem Sinne einen schönen Gruß aus Düsseldorf.

Thema: Medien-Sport-Politik | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Mittwoch, 28. Oktober 2009 – Wiederholte Stärke

Mittwoch, 28. Oktober 2009 21:18

“Was macht Werder diese Saison so stark? Was zeichnet Werder diese Saison aus? Was macht Werder anders als in der letzten Saison?”

Dies ist das derzeitige Fragenreportoire von Rolf Fuhrmann, Field-Reporter bei Sky. Und da Fuhrmann in Hamburg wohnt, ist er sehr häufig bei Werder-Spielen im Einsatz. Und auch heute wieder, nach dem 3:0 im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern, spulte er diese Fragen wieder ab. Aaron Hunt und Thomas Schaaf geben seit Anfang September auch immer nahezu die identischen Antworten.

Eigentlich ja ein wenig einfallslos, wenn Rolf Fuhrmann sich mal keine anderen, spielspezifischeren Fragen auszudenken. Wobei aus Sicht eines Werder-Fans habe ich auch kein Problem mit, wenn Fuhrmann noch bis Mai 2010 diese Fragen stellt. Spart uns Fans den Misserfolg und Fuhrmann muss sich keine neuen Fragen überlegen. Nicht, dass er irgendwann noch einmal auf die Idee kommt zu fragen, was denn nun los sei bei Werder, wo doch seit Wochen alles so rund und erfolgreich gelaufen ist.

Thema: Werder Bremen, Zitat des Tages | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 #10, FC Liverpool – Manchester United

Sonntag, 25. Oktober 2009 14:25

[16h57] Endstand FC Liverpool – Manchester United 2:0

Wie in der letzten Saison. Zwei Tore gegen Man Utd geschossen, gewonnen und Vidic des Platzes verwiesen. Nahezu perfekter Nachmittag für die Reds, die das Spiel über 90 Minuten fast immer kontrolliert und beherrscht haben. Und das ohne Steven Gerrard im Mittelfeld. Lucas und Benayoun im Mittelfeld mit überragender Leistung. Von den Red Devils kam viel zu wenig. Das Plus an Torchancen hat Liverpool in den Sieg umgemünzt.

Und Benitez hat es seinen Kritkern mal wieder gezeigt. Für ein paar Tage müssen sie jetzt wieder verstummen, bis es dann gegen die kleinen Gegner geht. Und plötzlich sind es nur noch vier Punkte zwischen Man Utd und Liverpool. Von der Niederlage der Red Devils könnte jetzt auch Arsenal im Spiel bei West Ham profitieren. Das gibt es ab 17:15 Uhr. Aber ohne mich. Wenn Werder und Arsenal parallel spielen, bin ich nervlich nicht fähig auch noch in die Tastatur zu hauen. In diesem Sinne schönen Abend aus Düsseldorf.

[16h55] 2:0, David Ngog, 90. Minute +6

Manchester United ausgekontert. Toller Spielzug der Reds über Kuyt und Lucas. Am Ende läuft Ngog frei auf Van der Sar zu und hat die Nerven am Keeper den Ball vorbei ins Tor zu schieben.

[16h54] Platzverweis Mascherano/FC Liverpool

Auch der Platzverweis geht in Ordnung. Mascherano kommt zu spät gegen Van der Sar.

[16h51] Wechsel FC Liverpool: Martin Skrtel für Yossi Benayoun

[16h50] Fünf Minuten Nachspielzeit. Crazy.

[16h49] Platzverweis Vidic/Manchester United

Gelbwürdiges Foul von Vidic an Kuyt, Verhindern eines schnellen Angriffs von Liverpool. Zum dritten Mal in Folge fliegt Vidic gegen den FC Liverpool vom Platz. Unfassbar.

Ansonsten leidenschaftliches Verteidigen des FC Liverpool gegen immer mehr Angriffswellen von Manchester United.

[16h46] Zweikampf zwischen Owen und Carragher. Der Liverpool-Verteidiger ist letzter Mann, aber keine klare Torchance, weil sie sich vom Tor wegbewegten. Gelb für Carragher, der völlig außer sich ist, weil Owen zuerst gefoult haben soll. Den Freistoß schießt Nani in die Arme von Reina. Schwach.

[16h44] Da stockte 40.000 der Atem. Owen legt im Strafraum auf Nani, der trifft aus spitzem Winkel nur die Querlatte. Warnschuss für die Reds konzentriert zu bleiben. Beste Chance für Manchester United nach 84 Minuten.

[16h39] Wechsel FC Liverpool: David Ngog für Fernando Torres.

Anfield erhebt sich. Noch etwa 10 Minuten. Liverpool zieht sich ein wenig zurück, steht aber bis jetzt ganz sicher. Kaum gefährliche Aktionen der Gäste – außer ein harmloser Torschuss von Nani, Liverpool antizipiert sehr gut, was Utd als nächstes vorhat. Dirk Kuyt (“the slightly old dutch model” – Jon Champion) übernimmt die Fleißarbeit im Mittelfeld.

[16h36] Mal sehen, ob sich Benitez traut heute Benayoun – bester Spieler auf dem Platz – auszuwechseln.

[16h33] Wechsel Manchester United: Michael Owen für Dimitar Berbatov und Nani für Paul Scholes.

Pfiffe für den Ex-Liverpooler Owen. Nach Schilderungen der BBC-Korrespondenten vor Ort soll mehrmals der Begriff “Judas” gerufen worden sein. Vidic sieht gelb nach Foul an Torres. Weiterhin nur Liverpool.

[16h29] Führung für den FC Liverpool geht völlig in Ordnung. Drängen jetzt auf das 2:0. Von Man Utd kommt jetzt wie auch in der gesamten zweiten Halbzeit äußerst wenig. Nächste Chance für Liverpool, als ein langer Einwurf Vidic unglücklich vor die Füße fällt, der Abpraller wird  von Lucas aber fast über das Stadiondach in die Mersey geschossen.

[16h25] Die Bolton Wanderers gewinnen mit 3:2 gegen den FC Everton. Fellaini mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich für die Toffees, Klasnic schoss in der 86. Minute den Siegtreffer für Bolton.

[16h24] 1:0, Fernando Torres, 65. Minute

Ein wunderschöner Spielzug zur Führung für die Reds. War das klasse gespielt. Toller Pass von Benayoun in die Schnittstelle der Abwehr, Torres nimmt den Ball wunderbar mit, setzt sich gegen Ferdinand durch und knallt den Ball unters Dach. Keine Chance für Van der Sar. Und Anfield tobt. Neunter Saisontreffer für Torres.

[16h22] Spiel wird wieder intensiver und hektischer. Noch mehr Leidenschaft in den letzten 30 Minuten würde zu einem dramatischen Ende passen.

[16h19] Bin ein wenig enttäuscht von Manchester United. Da geht in der zweiten Halbzeit fast gar nichts zusammen, insbesondere Berbatov spielt fernab seiner Bestform. Würde mich nicht wundern, wenn Owen für den Bulgaren eingesetzt wird. Und über Stories, die nur der Fußball schreibt, reden wir in 25 Minuten vielleicht nochmal.

[16h14] Und die Anfield Road steht auch geschlossen hinter ihrer Mannschaft. Den einzigen Vorwurf, den man den Reds machen muss, dass sie ein wenig fahrlässig mit ihren Chancen umgehen. Man hat ein Tor durchaus nötig.

[16h10] Wieder engagierter Beginn vom FC Liverpool, übernehmen recht schnell die Kontrolle des Spiels, haben mehr Ballbesitz und die besseren Chancen. Evra verliert den Ball im Spielaufbau, Mascherano schickt Kuyt mit steilem Zuspiel, doch der Holländer findet mit seinem Zuspiel in der Mitte keinen Abnehmer. Man Utd kann letzlich klären.

Liverpool steht erstaunlich offensiv und aufgrückt. Man profitiert noch davon, dass Man Utd die Konter gar nicht erst starten kann, weil man vorher wieder den Ball verloren hat.

[16h05] Beginn 2. Halbzeit

[15h49] Halbzeit FC Liverpool – Manchester United 0:0

Hitzige Schlussphase. Und mich würde auch nicht wundern, wenn Sir Alex in der Pause länger mit dem Referee spricht als mit seinen Spielern. Erste Halbzeit geht insgesamt an Liverpool, die vor allem zu Beginn aktiver waren und über die ersten 45 Minuten die besseren Chancen hatte. Man Utd zwischen der 30 und 35. Minute klar Herr im Haus. Da stand Liverpool für ein paar Momente richtig unter Druck. Die Reds konnten ihre wenigen Chancen nicht nutzen. Eigentlich genau ein Spiel, wie es sich die Red Devils vorstellen. Erstmal alles beobachten, sicher stehen, kein Gegentor kassieren und irgendwann zwei Schippen zulegen und das Tor machen. Enges Spiel mit wenig Toren – wie so häufig, wenn Liverpool auf Manchester United trifft.

[15h44] Wenn Torres nach diesen 45 Minuten kein Bock mehr hätte und einfach an den Strand ginge, würde ich das verstehen. Wird von Ferdinand und Vidic richtig bearbeitet.

[15h42] Ein Strandball würde dem Spiel gut tun.

[15h37] Unterhaltsames und temporeiches Spiel, das in den letzten Minuten ein erstarktes Manchester United gesehen hat. Fast 80 Prozent Ballbesitz in den letzten fünf Minuten. Aber kaum klare Torchancen, auch wenn Liverpool etwas mehr unter Druck geraten ist und fast einen Elfmeter kassiert hätte, als Carragher Carrick und den Ball im Strafraum abräumt. Die gute Torchance dann wieder für Liverpool. Kopfball durch Aurelio nach Flanke von Benayoun, aber Van der Sar ist rechtzeitig auf dem Posten.

[15h30] Halbe Stunde absolviert. Richtig gute Leistung vom FC Liverpool, die gut in der Defensive stehen, aber auch viel nach vorne unternehmen. Was noch fehlt, ist eine weitere klare Torchance oder mal ein gelungener Abschluss. Bei Man Utd ist noch ein bisschen der Rhythmus abwesend, Umschalten von Defensive auf Offensive klappt noch nicht so. Valencia auf rechts sehr aktiv, Carrick im Mittelfeld noch kaum in Erscheinung getreten.

[15h21] Die Bolton Wanderers führen 2:1 gegen den FC Everton zur Halbzeit. Tore durch Lee und Cahill, für Everton traf Saha.

Erste gute Szene derweil von Man Utd. Flanke Valencia, Kopfball von Rooney in der Mitte. Aber Reina hat keine Probleme den Ball zu halten. Erstes kleines Ausrufezeichen der Red Devils.

[15h19] Und die nächste gute Chance gleich hinterher. Konter der Reds, drei gegen zwei. Torres, Kuyt und Lucas sind für Liverpool mitgelaufen. Lucas legt den Ball rechts auf Kuyt raus, doch der Niederländer verzieht erneut recht deutlich neben das Tor. Da war wieder viel mehr drin.

[15h17] Beste Chance in diesem Spiel. Foul von Evra an Torres. Der Franzose sieht gelb. Den Freistoß zieht Aurelio aus 22 Metern direkt aufs Tor. Van der Sar mit tollem Reflex, bekommt den Ball noch aus dem Winkel gefischt. Die Nachschüsse der Reds kann Man Utd dann mit vereinten Kräften abwehren.

Ansonsten unveränderter Aggregatzustand in dieser Partie. Liverpool aktiver, die Gäste schauen sich das dann ganz ruhig an und tun eher wenig nach vorne.

[15h10] Knapp 10 Minuten gespielt in Liverpool. Die Reds mit anständigem und engagierten Beginn, haben mehr Ballbesitz und ein wenig mehr Zug nach vorne. Eine gute Kombination konnte Lucas nicht würdig abschließen, als er den Ball nicht richtig traf und die Kugel doch ein paar Meter neben das Tor geht. Man Utd tut nur das Nötigste erstmal, solange die Überlegenheit der Reds nicht weh tut.

Liverpool übrigens mit zwei echten Spitzen, Kuyt und Torres. Aurelio und Benayoun übernehmen das Flügelspiel. Benitez kann mit den ersten Minuten durchaus zufrieden sein.

[15h04] Zum ersten Mal der Ball im Tor, aber Rooney stand im Abseits. Sami Hyypiä ist an der Anfield Road und besucht seine alten Teamkameraden, sitzt eine Reihe unter dem verletzten Steven Gerrard.

[15h01] Beginn 1. Halbzeit

Sonnenschein an der Anfield Road. Es ist angerichtet und kann verspeist werden. Liverpool traditionell in rot von rechts nach links im ersten Durchgang. Man Utd in den schwarzen Auswärtstrikots mit Anstoß in den ersten 45 Minuten. Und es fliegen weiterhin die Bälle.

[14h58] Gänsehaut

[14h56] Hui, Jon Champion kommentiert auf der englischen Tonoption. Damit ist der Nachmittag gerettet. Und so richtig scheint die Kontrolle am Eingang nicht geklappt zu haben. Strand- und Fußballbälle fliegen von den Rängen der Man Utd Fans aufs Spielfeld.

[14h54] Die Aufstellungen an der Anfield Road

FC Liverpool: Reina – Johnson, Carragher, Agger, Insua – Lucas, Mascherano – Aurelio, Benayoun, Kuyt – Torres

Manchester United: Van der Sar – O’Shea, Ferdinand, Vidic, Evra – Valencia, Carrick, Scholes, Giggs – Rooney, Berbatov.

Schiedsrichter der Partie ist Andre Marriner.

[14h41] Wobei sich der FC Liverpool natürlich auch fragen muss, warum man ein die Saison definierendes Spiel bereits am 10. Spieltag hat. Normalerweise sollte man solche Begegnungen am 35. oder 36. Spieltag haben. Und das vielleicht noch ergänzt: Man kann Benitez einiges vorwerfen, zum Beispiel die Auswechselung von Benayoun am Dienstag oder heute die Aufstellung von Aurelio gegenüber Babel. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Aber dass Liverpool auf finanziell unsicheren Füßen steht und ein Xabi Alonso abgegeben werden musste, kann man Benitez ganz sicherlich nicht ankreiden.

[14h36] Und an der Anfield Road muss das Spielfeld von ersten Strandbällen beseitigt werden. Ich glaube, jeder Fan von Man Utd hat es noch nie so genossen zum FC Liverpool zu fahren wie jetzt. Ob das dann in 90 Minuten auch so bleibt, werden wir sehen.

[14h34] Dass aus allen Löchern jetzt die Stimmen hervorkriechen, die Rafael Benitez einen sicheren Arbeitsplatz bescheinigen, zeigt doch nur, dass die Situation beim FC Liverpool ernst und kritisch ist. Seit über 50 Jahren könnte man heute zum ersten Mal eine Serie von fünf Niederlagen in Folge abschließen und endgültig im Mittelfeld der Tabelle absinken. Der Managing Director des FC Liverpool, Christian Purslow, hat heute Morgen bei BBC Five Live nochmal versichert, dass Benitez auch bei einer Niederlage weiter im Amt bleibe. “Wir sind beim FC Liverpool auf einen längerfristigen Erfolgsplan angelegt. Und den erreicht man nicht, wenn man sich über kurzfristige Rückschläge Sorgen macht. Rafael Benitez spielt eine absolut zentrale Rolle in diesem längerfristigen Plan.”

[14h28] Über 1000 Fans sollen sich nach bisher unbestätigten Berichten bei den Protesten gegen die amerikanischen Besitzer beteiligt haben. Hicks und Gillett sollen sich übrigens seit heute 10:00 Uhr an der Anfield Road befinden.

[14h25] Kann man trotz der Tabellenposition des FC Liverpool noch von einem Spitzenspiel sprechen? Wie auch immer, es ist für beide Mannschaften eines der wichtigsten Spiele in der ganzen Saison. Und für den FC Liverpool in dieser aktuellen Phase noch umso mehr. Schönen Nachmittag zusammen.

BBC Five Live ist seit 90 Minuten live an der Anfield Road und versorgt mal wieder exzellent mit Vorberichten. Aufstellungen sind auch schon raus. Gerrard wird bei Liverpool fehlen, dafür kehren Torres und Johnson zurück. Babel bei den Reds wieder nur auf der Bank. Bei Manchester United kehrt Rooney nach Verletzung wieder zurück, dafür muss Owen wieder auf die Ersatzbank.

Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #10 – Arsene Wenger

Freitag, 23. Oktober 2009 16:33

Gestern feierte Arsenal-Trainer Arsene Wenger seinen 60. Geburtstag. Als Arsenal-Fan dürfte es selbstverständlich sein, dass ich Arsene Wenger als Person und als Trainer sehr schätze. Und das dürfte auch für viele Fußballfans gelten. Arsenal ist Wenger, seit über 13 Jahren leitet er die Geschicke bei den Gunners. Höhen und Tiefen, wunderschöner Fußball, zuletzt das Beibehalten an seiner Philiosophie trotz Titellosigkeit. Für Wenger ist Fußball schlicht das Beautiful Game. Die BBC hat sich in einer langen und sehr lesenswerten Story Arsene Wenger gewidmet. Der Football Daily Podcast von BBC Five Live hat Stimmen zu Wenger gesammelt, unter anderem von seinem Biografen Xavier Rivoire. Eigentlich also alles ganz wunderbar im Leben von Arsene Wenger. Wären da nicht die Titel, die in den letzten Jahren nicht so zahlreich ins Emirates gewandert sind. Möchte man die Philosophie und die Spielweise angreifen, verweisen Kritiker zuerst auf den mangelnden Erfolg in Form von Titeln. Ein weiteres Jahr ohne Triumph – und Arsene Wenger wird wieder mehr in Frage gestellt. Trotz Beautiful Game.

Wieviele Baustellen kann ein Mensch gleichzeitig bearbeiten? Nehmen wir mal Liverpools Trainer Rafael Benitez. Neuzugang Aquilani war teuer, spielt aber nicht. Gerrard und Torres verletzt. Ein Verein ohne Geld. Unzufriedenheit bei den Fans an der Anfield Road. Und ein verbales Nachtreten vom ehemaligen Liverpool-Spieler Jermaine Pennant gegen seinen Ex-Trainer. Auch mit einem Sieg am Sonntag gegen Liverpool wird die Stimmung in Liverpool vielleicht ein wenig besser, aber vor Benitez liegen schwere Monate. Die eher vorbeisein könnten als viele glauben. Sonntag gegen Liverpool, Mittwoch im Carling Cup bei Arsenal, dann zu Fulham und nach Lyon. Der 4. November könnte Benitez letzter Arbeitstag sein.

Sky News berichtete heute Mittag exklusiv, dass die Barclays Bank kurz vor einer Verlängerung ihres Sponsorvertrages mit der Premier League steht. Ein Deal könnte eventuell schon am Wochenende abgeschlossen sein. Barclays ist seit 2004 Ligasponsor. Der neue Vertrag soll von 2010 bis 2013 laufen und rund 85 Millionen Pfund schwer sein.

Am Sonntag an dieser Stelle werde ich die Partie zwischen Liverpool und Manchester United live mitbloggen. Freue mich über viele Leser ab 14:30 Uhr.

Wolverhampton Wanderers – Aston Villa

live auf Sky Sport 1, Samstag 13:40 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Sechs Spiele nur am Samstag, den Auftakt macht am Samstag das West Midland Derby. Villa muss ca. 30 Kilometer nordwestlich reisen zu den Wolves. Im 99. Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams will Villa den Schwung aus dem Sieg gegen Chelsea mitnehmen und sich im oberen Drittel der Tabelle festsetzen. Martin O’Neill kann auf die gleiche Mannschaft zurückgreifen wie gegen die Blues. Wolverhampton wartet seit drei Spieltagen auf einen Sieg und rutscht immer mehr in Richtung Abstiegsplätze. Immerhin kam man am letzten Sonntag zu einem kleinen Erfolgserlebnis mit dem 1:1 beim FC Everton. Mal sehen, wer die positiven Erlebnisse des letzten Spieltages noch positiver machen kann.

Hull City – FC Portsmouth

Eigentlich sollte man solche Kalauer in der Fußballsprache vermeiden, aber die Partie zwischen den Tigers und Pompey ist ein echtes 6-Punkte-Spiel. Hull liegt vier Punkte vor Portsmouth, kann mit einem Sieg also Portsmouth endgültig in eine tiefe Krise stürzen. Anders herum könnten die Südküstler den Abstand zu den Abstiegsplätzen verkürzen. Ich habe Hull im Spiel gegen Fulham am Montagabend gesehen, wo sie über 75 Minuten wie ein Absteiger gespielt haben. Und ich sehe wenig Gründe, wo jetzt eine erhebliche Leistungssteigerung herkommen soll. Hull-Trainer Phil Brown war am Donnerstag bei BBC Five Live im Studio zu Gast. “Was wir tun müssen, ist uns auf die Zukunft zu fokussieren. Und die Zukunft für Hull City ist wirklich gut. Für mich ist die Partie am Samstag kein Must-Win-Game, wenn wir da auch einen Punkt mitnehmen können, kann ich damit unter bestimmten Umständen zufrieden sein.” Aber die Zukunft entscheidet sich ein wenig auch am Samstagnachmittag. Jimmy Bullard könnte von Beginn an spielen.

Tottenham Hotspur – Stoke City

live auf Sky Sport 1, Samstag 15:55 Uhr, Kommentar: Sven Schröter

Da Chelsea erst am Samstagabend spielt und Man Utd noch einen Tag mehr frei hat, können die Spurs mit einem Sieg gegen Stoke punktemäßig mit Tabellenführer Man Utd gleichziehen. Das wären die wenigsten vor der Saison erwartet und gedacht haben. Und mit Stoke City kommt eigentlich auch ein regelmäßiger Punktelieferant an die White Hart Lane. Wobei die Potters mit 12 Punkten aus neun Spielen eigentlich ganz gut gestartet sind und zuletzt sich bei Everton auch einen Punkt erkämpften. Stoke hat diese Saison drei Mal verloren – gegen Liverpool, Chelsea und Manchester United. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, zeigt aber auch, dass sie ihre Pflichtaufgaben teilweise sogar sehr erfolgreich angehen.

FC Burnley – Wigan Athletic

Burnley muss nach den wieder mal enttäuschenden Auswärtsleistungen zuhause den Schalter umlegen. Das hat diese Saison bisher immer exzellent geklappt und mit Wigan kommt ja nun auch nicht die höchste Hürde, zumal die Auswärtsleistungen von Wigan auch eher unterdurchschnittlich sind.

Birmingham City – FC Sunderland

Platz sieben und 16 Punkte. Wenn es bisher eine Überraschungsmannschaft gibt, dann ist es der FC Sunderland. Jetzt die wohl schwierigste Aufgabe für die Black Cats in den letzten Wochen, nicht weil Birmingham jetzt ein starker Gegner ist. Man steht nur auf Platz 17 und ist aufgrund des besseren Torverhältnisses getrennt von einem Abstiegsplatz. Aber Sunderland steht jetzt vor der Herausforderung, ein Spiel selbst in die Hand zu nehmen, zu gestalten und zu ordnen. Wenn man als Tabellensiebter zu einem Abstiegskandidaten kommt, kann man nicht erwarten, dass die Heimmannschaft die Zügel übernimmt.

FC Chelsea – Blackburn Rovers

live auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar:Toni Tomic

Das erste Premier League Spiel, das live in HD in Deutschland zu sehen gibt. Da hat man sich sicherlich nicht die spannendste Ansetzung ausgesucht, aber trotzdem ein weiterer Fortschritt auf dem deutschen TV-Markt. Ich sehe kein großes Überraschungspotential bei dieser Begegnung. Chelsea wirkt für mich trotz der Niederlage von Wigan derzeit als das stärkste und konstanteste Team in der Premier League. Blackburn muss über eine geordnete und kompakte Defensive versuchen, Chelsea möglichst wenig Freiraum zum Kombinieren zu geben. Würde mich nicht wundern, wenn das 1:0 oder 2:0 ausgeht. Ballack bei Chelsea wieder von Beginn ab, Salomon Kalou könnte nach seinen zwei Treffern in der Champions League gegen Atletico von Beginn an starten. Das würde bedeuten, dass Drogba oder Anelka erstmal auf der Bank sitzen.

FC Liverpool – Manchester United

live auf Sky Sport 1, Sonntag ab 14:45 Uhr, Kommentar: Roland Evers

Und täglich grüßt das Murmeltier, na ja, so schlimm ist es nun auch nicht. Aber am Sonntag ist es dann mal wieder soweit. Die Fans des FC Liverpool planen im Rahmen der Partie gegen Manchester United einen Protestmarsch gegen die US-Besitzer des Vereins, Hicks und Gillett. Organisiert wird das ganze von der Spirit of Shankley Group. Zum Verständnis: Bill Shankley war in der 60er und 70 er Jahren Trainer beim FC Liverpool und viele Erfolge gefeiert. Bei den Reds scheint die Seele dieser Tage richtig zu bluten. Der Trainer ist unzufrieden, das Umfeld, die Fans. Man mag gar nicht drank denken, was passiert, wenn Liverpool Sonntag eine Klatsche kriegt. Der Einsatz von Torres und Gerrard auf Seiten von Liverpool und Rooney bei Manchester United entscheidet sich erst sehr kurzfristig. Dass Torres spielen kann, ist derzeit am wahrscheinlichsten. Man Utd hat diese Saison auch noch alles andere als überzeugt, führt die Liga aber an. Eine Situation, mit der der FC Liverpool gerne tauschen würde.

Bolton Wanderers – FC Everton

Mit einem Sieg könnten die Wanderers Everton in der Tabelle überholen. Die Toffees kommen mit einer 0:5-Klatsche in der Europa League aus Lissabon nach Bolton.

Manchester City – FC Fulham

Im Moment stottert der Motor von Manchester City ein wenig, zuletzt gab es nur zwei Remis. Da macht es aus Sicht von City-Trainer Mark Hughes natürlich auch Sinn weiter gegen die Top Four zu sticheln und darauf aufmerksam zu machen, dass sie weiter Punkte liegen lassen. Erstmal an die eigene Nase fassen. Fulham spielt das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen.

West Ham United – FC Arsenal

live auf Sky Sport 1, Sonntag ab 17:10 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Wenn alles optimal läuft, dann bekommt Arsene Wenger am Sonntag das nachträgliche Geburtstagsgeschenk von seinen Spielern, nämlich ein Sieg seiner Gunners bei West Ham United. Londoner Derby im Osten der Stadt – für West Ham ein imminent wichtiges Spiel. Vor allem aus sportlicher Sicht. Nur am ersten Spieltag konnte man gewinnen, jetzt wartet man seit Mitte August auf einen Sieg. Eine Kombination aus Sperren, Verletzungen und der immer noch nicht gelösten finanziellen Schwierigkeiten im Verein scheint dafür die Ursache zu sein. Zuhause gab es diese Saison noch keinen Heimsieg, jetzt kommt mit Arsenal der wohl möglich unbequemste Gegner. Die Gunners haben die letzten vier Ligaspiele gewonnen. Bei Arsenal steht Almunia wieder im Tor, Nasri, Rosicky und Bendtner sind fraglich. Eboue wird den verletzen Walcott ersetzen.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Medien-Sport-Politik, 20.10.2009

Dienstag, 20. Oktober 2009 18:50

Wer es noch nicht entdeckt hat. Beim Guardian gibt es seit ein paar Tagen die sehr interessante Sonderseite 2000 to 2009: Reviews of the decade mit vielen lesenswerten Berichten und Eindrücken verschiedenen Ressorts. Da gibt es vieles, was sich als Lektüre anbietet. Besonders empfehlen kann ich die Schilderung von Alan Rusbridger: Democracy in the decade of Google.

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Noch einmal der Guardian, diesmal eher aus sportpolitscher Sicht. Journalisten der Zeitung sind nämlich vom englischen Viertligisten Drittligisten Leeds United rausgeschmissen worden und dürfen nicht mehr zu Spielen, Trainingssessions und Pressekonferenzen. Das schildert David Conn im Inside Sport Blog des Guardian. Anstoß des Rauswurfs war ein sehr kritischer und investigativer Artikel von Conn über die Besitzverhältnisse von Leeds United, mit denen sich der Verein nicht einverstanden zeigte. Konkret geht es darum, dass der Chairman Ken Bates den Verein zwar zusammen mit einer Holding besitze, dies auch einmal ausdrücklich so mitteilte, diese Schilderung dann aber wieder zurücknahm. Seitdem ist völlig unklar, wer zu welchem Anteil Leeds United besitzt. Vom Verein selbst habe ich keine Erklärung gefunden.

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Es ist ja bekannt, dass ich die BBC verehre. Und mal wieder ein weiterer Beweis dafür: Die Aktion Children in Need von der BBC. Das ist ja schon mal aller Ehren wert dieses Engagement. Aber dann noch nebenbei für diese Benefizaktion ein Konzert organisieren, unter anderem mit Muse, Snow Patrol, Take That, Mika und Lily Allen, macht mich schon wieder neidisch, dass das ARD und ZDF nicht in ähnlicher Weise mal hinkriegen. Aber das ist dann ja nicht Volksmusik oder mit der Beteiligung von Jörg Pilawa. Zum Heulen.

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Heute in genau einer Woche startet die neue Saison in der NBA, unter anderem mit der Spitzenpartie zwischen Boston und Cleveland, zudem empfängt Dallas die Washington Wizards. Früher habe ich mich seit Anfang Oktober darauf gefreut, mir Basketballhefte gekauft und die Homepages der Vereine besucht. Mich einfach riesig darauf gefreut, dass es wieder losgeht. Sonntagabend Basketball und bei guten Spielen gerne auch einmal in der Nacht aufgestanden. Seit zwei Jahren ist diese Begeisterung verflogen, weil die NBA nicht mehr im deutschen TV läuft. Es ist doch fast schon ein Armutszeugnis, dass wir einen der besten Basketballspieler der Welt in der NBA aus Deutschland haben und wir hier im TV nichts sehen, stattdessen die NBA in Dänemark, Belgien und Polen zu sehen ist. Manchmal würde ich am liebsten auswandern. Gerade Dallas mit einem wieder erstarkten Jason Terry, mit Nowitzki und Neuzugang Shawn Marion halte ich zumindest für deutlich stärker als letzte Saison. Aber was sehen wir deutschen Basketballfans mal wieder davon – nichts. Und liebe ARD und ZDF, Ergebnisse braucht ihr im Morgenmagazin auch nicht durchgeben. Zeigt lieber Basketball.

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Heute Abend Olympique Lyon, Sonntag Manchester United. Dazu schon sieben Punkte Rückstand auf eben Manchester United, den derzeitigen Tabellenführer in der Premier League. Könnten am Sonntag 10 Zähler werden. Schwere Zeiten für Trainer Rafael Benitez und den FC Liverpool. Da ist es für den Spanier nur erfreulich, dass immer noch über den Strandball diskutiert wird – und nur am Rande über die fast schon dramatische sportliche Situation bei Liverpool. Im schlimmsten Fall könnte man vielleicht schon die Meisterschaftsträume begraben und muss um das Weiterkommen in der Champions League bangen. Zumindest für diese eine Sache war der Beach Ball dann doch gut.

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Wort des Tages: Schattenhaushalt. Und sagen wir es mal so: Sollten CDU und FDP Steuergeschenke über neue Schulden finanzieren, hat diese Koalition bei mir schon jeden Kredit verloren. Hoffentlich verläuft sich Westerwelle dann irgendwo auf seiner Auslandsreise.

Zitat des Tages: “Ullrich wäre jetzt gut beraten, seine Anzeige zurückzuziehen. Es weiß ja nun jeder, was wirklich passiert ist”, sagt der Anwalt von Werner Franke, unser deutscher Anti-Doping Ermittler. Interessanter Artikel dazu im Tagesspiegel.

Thema: Medien-Sport-Politik | Kommentare (3) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 #9, FC Fulham – Hull City 2:0

Montag, 19. Oktober 2009 22:54

Die Tage werden langsam kürzer. Für die Premier League Fans heißt das wieder mehr Monday Night Games unter Flutlicht. Den Anfang machte heute Abend die Partie zwischen dem FC Fulham und Hull City im gemütlichen Cravan Cottage im Südwesten Londons. Für den FC Fulham ein ganz besonderes Spiel, wurde der Verein doch vor genau 130 Jahren gegründet. Für die Fans gab es ein spezielles Geschenk, ein T-Shirt, wo unter dem Logo des Vereins der Schriftzug 130 years zu finden war. So richtig schön und abgerundet würde der Geburtstag aber nur durch einen Heimsieg werden.

Fulham gegen Hull ist am neunten Spieltag der Premier League Saison 2009/2010 ein Duell im Tabellenkeller. Beide haben sieben Punkte, getrennt nur durch zwei Plätze. Während Hull aufgrund eines fürchterlichen Torverhältnisses den ersten Abstiegsplatz belegt, liegt Fulham auf dem 16. Tabellenrang und hat noch ein Spiel weniger absolviert. Trotzdem für beide Teams ein ganz wichtiges Spiel, zumal Wigan, Wolverhampton und die Blackburn Rovers am Wochenende alle gepunktet hatten. Die Cottagers mussten auf den gesperrten Kagisho Diakagcoi verzichten, zudem wurde Simon Davies nach seiner Knöchelverletzung nicht rechtzeitig fit. Dafür kehrte Damien Duff zurück in die Startelf. Zamoara und Kamara bildeten das Sturmduo bei den Gastgebern. Besonderer Abend auch für Jimmy Bullard. Fast ein Jahr Pause Verletzung, jetzt wieder fit und zumindest auf der Bank. Zum ersten Mal – und dann gleich gegen seinen Ex-Klub Fulham, wo er drei Jahre lang unter Vertrag stand. Die meiste Zeit zwar wieder verletzt, aber trotzdem ein Publikumsliebling im Cravan Cottage. Bullard immerhin auf der Bank, Anthony Gardner wurde bei den Tigers nicht rechtzeitig fit. So vertraute Hull-Coach Phil Brown auf das wenig erfolgreiche Team der letzten Wochen, also wieder mit Hunt und Jan Venegoor of Hesselink für die Power im Sturm und Geovanni als kreativer Akteur dahinter. Auch die zuletzt wackelige Innenverteidigung mit Sonko und Kilbane bekam eine weitere Chance sich zu beweisen.

Für Fulham ist es bereits das 15. Pflichtspiel in dieser Saison, Donnerstag kommt der AS Rom nach London und Sonntag geht es weiter in der Liga. Aber zunächst einmal volle Konzentration auf die 90 Minuten. Mit einem Sieg würde Hull den 50. Sieg in der Ära Phil Brown feiern. Also irgendeiner wird heute Abend schon feiern, oder? Grandiose Stimmung im Cravan Cottage, klingt halt klasse, wenn die Klänge von Insomnia durch das Stadion schwirren. Hull City spielte wieder in den hässlichen hellblauen Auswärtstrikots, die so gar nichts von der Schönheit und Agressivität der gelb-schwarzen Leibchen haben. Die Tigers verlieren an Stahlkraft.

Es war eine schwache erste Viertelstunde. Und jedem wäre es verziehen, wenn er den Fernseher dann ausgeschaltet hätte. Fulham optisch zwar ein wenig überlegen, aber beide Teams mit etlichen leichten Fehlern, Ungenauigkeiten und fehlenden Absprachen. Ganz schwaches Spiel, das die Zuschauer bei knapp 10 Grad sehen mussten. Für Hull mit der schlechtesten Defensive der Liga immerhin ein kleiner Achtungserfolg. Aber insbesondere von Fulham kam zu wenig Zählbares und Gefährliches vor das Tor von Myhill. Die erste Chance erst nach 24 Minuten, aber was für eine, als Bobby Zamora sich wunderbar löst eine exzellente Hereingabe von links von Kamara aus kurzer Distanz knapp über das Tor schießt. Mehr war dann aber auch nicht. Zehn Minuten bis zur nächsten Chance, als Duff aufs kurze Eck zielt, aber Myhill glänzend reagiert. Fulham war wenigstens bemüht ein bisschen dieses Spiel zu beheben, von Hull City kam gar nichts. Fulham hätte viel mehr aus dieser Partie gegen schwache Tigers holen können, spielten aber häufig zu umständlich durch die Mitte. Fulham belohnte sich dann zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Hull wieder zu passiv und nur aufs Spiel zerstören beschränkt, reagiert nicht schnell genug, als Myhill einen Fernschuss von Duff nur abklatschen kann und Zamora aus leicht abseitsverdächtiger Position den Ball per Kopf über die Linie drückte. Insgesamt dank der leichten Leistungssteigerung und dem größeren Bemühen von Fulham eine verdiente Führung für die Gastgeber zur Halbzeit.

Und wer gedacht hatte, dass Hull City nach der Halbzeit, vielleicht bedingt durch eine zünftige Pausenansprache von Phil Brown, mehr an diesem Spiel teilnahm, sah sich getäuscht. Fulham behielt weiter die Kontrolle über dieses Spiel, ohne aber wirklich gefährlich zu sein und Torchancen am Fließband zu produzieren. “Das ist einfach schlecht”, sagte Sky-Kommentator Marco Hagemann. Hull City hatte nach 55 Minuten den ersten Eckball. Jimmy Bullard kam dann nach knapp einer Stunde und sollte die Offensive von Hull verstärken. Ein paar Pfiffe von den Rängen, aber sonst auch viel Beifall. Phil Brown spielte schon fast seine letzte Trumpfkarte. Hull wurde ein wenig stärker, erspielte sich auch ein paar Eckbälle, aber klare Torchancen blieben Mangelware. Aber Fulham machte das zweite Tor in der 64. Minute. Und die beiden Stürmer wieder in Koproduktion. Langer Ball auf Zamora, Hull spielt auf Abseits und wird bestraft. Zamora legt butterweich in die Mitte, wo Kamara nur noch einschieben braucht. Gerade als Hull etwas zulegte, gab es den Todesstoß von den Cottagers. Fulham tat nach der komfortablen Führung mehr nur als nötig, war dem 3:0 aber immer noch näher als Hull dem 1:2. 10 Torschüsse standen einem einzigen Torversuch von Hull gegenüber. Kamara hatte nach schöner Einzelleistung die Chance auf sein zweites Tor, spielt die gesamte Abwehr schwindelig, verzieht dann aber knapp.

Am Ende blieb es beim mehr als verdienten 2:0 für Fulham. Genau das richtige Ergebnis für den 130. Geburtstag der Cottagers. Hull enttäuschte auf ganzer Linie, insbesondere offensiv. Venegoor of Hesselink ohne Bindung zum Spiel, Geovanni weit entfernt von seiner Form der letzten Saison. Hull bleibt auf dem 18. Tabellenplatz und steht jetzt nach neun Spielen bei 22 Gegentoren. Da kann man auch nicht bis Januar warten. Mit der Ausnahme von fünf Minuten in der zweiten Halbzeit spielte Hull wie ein Absteiger. Fulham klettert durch den Sieg ins Mittelfeld der Tabelle und hat endlich auch mal wieder zu null gespielt. Man darf das T-Shirt morgen im Büro tragen.

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Premier League 2009/2010 #9, Blackburn Rovers – FC Burnley

Sonntag, 18. Oktober 2009 13:28

[15h57] Endstand Blackburn Rovers – FC Burnley 3:2

Tolle erste Hälfte und Dramatik in der Schlussphase. Dazwischen viel Leerlauf. Insgesamt verdienter Sieg für die Rovers, weil offensiv viel gefährlicher als Burnley. Damit Blackburn mit etwas Luft zu den Abstiegsrängen.

[15h56] Brian Jensen völlig aus dem Häuschen. Läuft gemütlich aus seinem Tor, und schmeißt sich in Roberts rein. Nur gelb – und dafür verdammt viel Glück. Das hat man schon beim Rauslaufen gesehen, dass er zu spät an den Ball kommt.

[15h54] Und nochmal Dramatik. Vier Minuten über der Zeit.

[15h53] 3:2, Chris Egales, 90. +2

Hui, das war ja richtig fein gespielt. Schöner Angriffszug der Clarets. Flache Hereingabe von links, in der Mitte Eagles völlig frei. Anschlusstreffer.

[15h51] Burnley mit der besten Chance in der zweiten Halbzeit ganz zum Schluss. Schuss von Eagles, Robinson ist blitzschnell unten und kann den Ball um den Pfosten zur Ecke klären.

[15h49] Burnley hat als nächstes zwei Heimspiele, gegen Wigan und Hull. Und das sind dann wieder Spiele, die Burnley gewinnen muss. Blackburn mit zwei harten Auswärtsaufgaben, nach Chelsea und zu Manchester United. Da kommt der Sieg heute genau richtig.

[15h48] Wechsel Blackburn: Gael Givet für Pascal Chimbonda

[15h42] Wechsel Blackburn: Brett Emerton für El Hadji Diouf

Außer den Auswechselungen passiert nicht mehr viel im Ewood Park. Luft ist komplett draußen aus dem Spiel. Blackburn will nicht mehr, Burnley kann nicht mehr.

[15h39] Wechsel Burnley: Kevin McDonald für Andre Bikey

[15h36] Gute Viertelstunde noch zu spielen, viel passiert nicht mehr. Burnley zwar mit dem ein oder anderen guten Ansatz offensiv, aber das reicht nicht aus für Torgefährlichkeit. Blackburn schaukelt das ganz ruhig über die Bühne.

Wechsel Blackburn: Jason Roberts für Franco Di Santo

[15h31] Würde mich nicht wundern, wenn sich Burnley Torwart Brian Jensen noch ein Ball ins Tor legt. Ein Nervenkostüm und Stellungsspiel nicht von dieser Welt.

Wechsel Burnley: Steven Thompson für David Nugent

[15h28] Überlege gerade, welche Einwürfe gefährlicher sind. Die von Morten Gamst Pedersen oder die von Rory Delap von Stoke City.

[15h22] Blackburn wird ein wenig fahrlässig, zwei gute Offensiv-Aktionen für Burnley. Erst spielen sie einen Konter nicht genau genug aus, letzlich kann Nelson per Kopf zur Ecke klären. Den anschließenden Eckball sieht Eagles’ Kopfball geblockt von der Rovers-Defensive, Nachschuss geht über das Tor. Allardyce verschluckt vor Aufregung fast sein Kaugummi an der Seitenlinie.

[15h21] Wechsel FC Burnley: Chris Eagles für Steven Fletcher

[15h19] Ein bisschen Aufregung für Schiedsrichter Foy, zwei Burnley-Spieler lagen am Boden. Fletcher nach einem Foul, Bikey wälzte sich am Boden als sei er von einem Betonklotz erfasst worden. Steht jetzt aber wieder und ist auch außerhalb der Kameras passiert, jedenfalls gab es keine Zeitlupe, die Aufklärung brachte.

[15h17] Flottes Spiel auch im zweiten Durchgang. Blackburn vom Gefühl und den Spielanteilen dem 4:1 näher als Burnley dem 3:2. Überhaupt hatten die Clarets erst zwei echte Torchancen, eine führte davon zur zwischenzeitlichen Führung. Insbesondere im Spiel nach vorne fehlt es den Gästen an Durchschlagskraft und schlicht der Qualität.

[15h12] Nzonzi sieht für Blackburn die erste gelbe Karte in dieser Partie, für ein eher harmloses Foul. Aber er musste meckern. Weiter sehr faires Spiel.

[15h10] Blackburn macht da weiter, wo sie vor der Halbzeit aufgehört haben. Eine Kombination aus langen Bällen nach vorne und dem ein oder anderen sehr schönen Spielzug über die Flügel. Die beste Chance aber für Burnley nach schnellem Gegenzug. Steven Fletcher macht den Doppelpass mit Nugent und verzieht dann nur knapp links neben das Tor. Sollte Burnley ein wenig Mut geben es häufiger in der Offensive zu versuchen.

[15h06] Beginn 2. Halbzeit

An der Nordseeküste, lalalala…Mannschaften kommen wieder auf das Spielfeld. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

[14h50] Halbzeit Blackburn Rovers – FC Burnley 3:1

Richtig unterhaltsames Spiel in der Premier League. Burnley mit dem besseren Beginn, aber dann hat Blackburn das Kommando übernommen und richtig stark gespielt. Die drei Tore spiegeln die Überlegenheit wieder. Wenn man fies ist, sagt man, dass Burnley genauso auftritt wie sonst auswärts, außer dass sie bisher immerhin ein Tor erzielt haben. Mal sehen, ob das Spiel noch ein wenig Spannung für die zweiten 45 Minuten übrig lässt.

[14h47] Drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte

[14h44] 3:1, Pascal Chimbonda, 43. Minute

Ich sag es ja: Wenn man mal wieder schnell spielt, schwimmt Burnley. Langer Seitenwechsel von rechts auf links, wo Perdersen für Chimbonda durchsteckt, der Ex-Spurs dringt in den Strafraum ein,  Stürmer lässt Steven Fletcher aussteigen um dann mit der Innenseite schön ins lange Eck zu zielen.

[14h41] Fünf Minuten noch bis zur Halbzeit, spielt sich jetzt viel im Mittelfeld ab. Dort, wo es beiden Teams nicht wirklich wehtut. Burnley im Spiel nach vorne erschreckend schwach, David Nugent – Premier League erfahren mit dem FC Portsmouth – völlig von der Rolle. Würden die Rovers drei Gänge hochschalten, könnte es 3:1 stehen. Aber so vom Ergebnis her ein enges Spiel, auf dem Spielfeld hingegen hat Blackburn weiterhin die Oberhand, vor allem bei Standards und langen Bällen stets gefährlich. Innenverteidigung mit Samba und Nelson steht sehr sicher. Bis jetzt läuft der Geburtstag sehr rund.

[14h36] Für so ein brisantes Derby ein richtig faires Spiel. Noch keine Verwarnung, keine bösen Fouls. Das ist man von Derbys auf der Insel fast schon nicht mehr gewohnt, gerade in den eher unteren Tabellenregionen.

[14h31] Nächste gute Chance für die Rovers. Nach einer Ecke kommt in der Mitte Samba völlig frei zum Kopfball, aber ganz knapp drüber. Samba spielt übrigens ohne Rückennummer, nachdem sein erstes Trikot blutverschmiert aufgrund einer kleinen Platzwunde war. Halbe Stunde durch, Blackburn kontrolliert jetzt Tempo und Gegner. Burnley hat Schwierigkeiten Ordnung in ihr Spiel zu bringen.

[14h22] 2:1, Franco Di Santo, 21. Minute

Blödes Gegentor für die Clarets. Verdiente Führung für Blackburn. Wieder nach einer Standarsituation. Jacobsen bekommt einen Freistoß zugesprochen. Langer Ball in den Stafraum, Jensen verschätzt sich und kommt nicht an den Ball und räumt aber dafür seinen Mitspieler um. Di Santo kann ins leere Tor köpfen. Schwierig zu sehen, ob Jensen da ein wenig von Di Santo geschubst wurde. Auch nach mehreren Zeitlupen so nicht zu erkennen. Von daher tendenziell korrektes Tor, vor allem auf der Insel.

[14h22] 20 Minuten sind jetzt gespielt. Das Spiel hat sich nach der turbulenten Anfangsphase ein wenig beruhigt. Blackburn macht das Spiel, haben mehr Ballbesitz und strahlen mehr Gefährlichkeit vor dem Tor aus, vor allem bei Standards und den gefährlichen Einwürfen. Burnley zieht sich ein wenig zurück und lauert auf Konter.

[14h15] Ach ja, was ich noch vergessen zu erwähnen hatte. Sam Allardcye wieder mit Knopf im Ohr und Anweisungen von der Tribüne an sein Trainerstab. Nur kein Kaugummi dabei heute.

Nächste Chance für Blackburn. El-Hadji Diouf kann einen schönen Angriffszug nicht würdig abschließen, verzieht knapp am Tor vorbei.

[14h10] 1:1, David Dunne, 9. Minute

Oh, das könnte ein richtig tolles Spiel werden. Blackburn für ein paar Minuten völlig neben der Spur, doch dann wieder ein langer hoher Ball von Pedersen nach vorne. Burnley nicht nah genug am Mann, Di Santo kann den Ball annehmen und auf Dunne zurücklegen. Der beste Torschütze der Rovers in dieser Saison mit präzisem Flachschuss ins lange Eck. Schön abgeschlossen.

[14h06] 0:1, Robbie Blake, 5. Minute

Was für ein Auftakt in dieses Spiel. Schneller Konter der Gäste, Elliott treibt den Ball nach vorne, legt nach links zu Blake raus. Blackburn völlig unsortiert, zu weit weg, keiner greift an, Jacobsen läuft sich einen Knoten in die Beine. Blake zieht ein wenig in die Mitte und dann kommt der fulminante Distanzschuss, null Chance für Robinson.

Erstes Auswärtstor für Burnley in der Premier League überhaupt. Zeitpunkt und Ort hätten nicht besser passen können.

[14h05] Stadion ist nicht ganz ausverkauft. Im Gästeblock sind noch ein paar Plätze frei, die werden sich aber noch füllen. Engagierter Beginn beider Teams, aber noch wenig passiert. Blackburn mit einer guten Gelegenheit. Langer Freistoß von Robinson auf Steven Nzonzi, schöner Drehschuss, aber über das Tor.

[14h02] Beginn 1. Halbzeit

Chris Foy ist der Referee. Burnley in lila mit Anstoß von rechts nach links, die Rovers in blau-weiß. Und das Stadion ist schon kurz davor wegzufliegen. Gellendes Pfeifkonzert bei Astoß der Gäste.

[13h58] Die englischen Kommentatoren sehen Burnley doch im klassischen 4-4-2. Fantastische Stimmung im Ewood Park. Die Fangruppen beide friedlich getrennt und die Fans singen “ihre” Hymne, nach der Melodie von “An der Nordseeküste”. Hach, die Premier League…

[13h52] Die Aufstellungen im Ewood Park

Blackburn Rovers: Robinson – Jacobsen, Samba, Nelson, Chimbonda – Nzonzi, Andrews – Diouf, Dunn, Pedersen – Di Santo

FC Burnley: Jensen – Mears, Carlisle, Caldwell, Jordan – Elliott, Alexander, Bikey, Blake – Nugent, Fletcher

Bei den Rovers Benny McCarthy ist nicht rechtzeitig fit geworden bei den Rovers, von daher nur ein echte Spitze mit Franco Di Santo, dem Neuzugang vom FC Chelsea. Umso kompakter, aber offensiv ausgerichtet das Mittelfeld von Blackburn. Morten Gamst Pedersen ackert über die linke Seite. Bei Burnley keine Veränderungen zum letzten Ligaspiel, soviel Variabilität gibt es ja auch nicht. Klassisches 4-4-2, wobei man mal schauen muss, inwieweit David Nugent einzige Spitze ist und Steven Fletcher sich etwas zurückfallen lässt.

[13h46] Bis jetzt laut den Schilderungen auf BBC Five Live alles ruhig. Beide Trainer zeigten sich im Interview optimistisch und wissen, ob der Bedeutung dieses Spiels für die Fans.

[13h44] Und was gibt es Schöneres als seinen 32. Geburtstag an einem solchen Derby-Tag zu feiern? Das gilt für Blackburn-Innenverteidiger Ryan Nelson, der übrigens dann auch gleich sagt, dass es einer der größten Tage seines bisherigen Lebens ist.

[13h40] Wie gesagt, Burnley ist mehr als passabel in die Liga gestartet. Als Aufsteiger nach acht Spielen mit 12 Punkten auf Platz 10 der Tabelle zu stehen, ist für einen Aufsteiger ein sehr gutes Zeugnis. Problem bisher sind die schwachen Leistungen auswärts, wo man regelmäßig abgeschossen wird. Dafür spielt man im heimischen Turf Moor umso besser und erfolgreicher. Problem für Trainer Owen Coyle sind vor allem die vielen Langzeitverletzten. Chris McCann, Kevin McDonald und Martin Paterson fehlen alle seit längerer Zeit und werden dies auch noch zukünftig. Gerade für die eher schwache Abwehr nicht förderlich.

[13h33] Es ist das 96. Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams. Die letzte Partie zwischen den Rovers und Burnley liegt schon über vier Jahre zurück. Liegt einfach daran, dass Burnley die letzten Jahre in der Championship gespielt hat. Und geht man nach den bisherigen Leistungen in dieser Saison, kann es hier eigentlich nur einen Sieger geben. Blackburn hat die letzten 10 Heimspiele in der Liga nicht verloren, Burnley ist gar nicht so schlecht in die Liga gestartet, hat aber alle Auswärtsspiele verloren und dabei schon 14 Gegentore kassiert.

[13h28] Brisantes Derby heute am frühen Nachmittag in der Premier League. In East Lancashire, zwischen Blackburn und Burnley. Nur knapp 20 Kilometer liegen zwischen beiden Städten, einmal die M65 gen Westen für die Fans der Clarets – und dann hat man Blackburn erreicht. Große Rivalität zwischen beiden Fangruppen, entsprechend hoch und umfangreich sind die Sicherheitsvorkehrungen. Wollen wir hoffen, dass es neben dem Platz ruhig bleibt und dafür auf dem Spielfeld umso dramatischer zugeht. Anstoß ist um 14:00 Uhr.

Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #9 – Stürmerprobleme

Freitag, 16. Oktober 2009 15:18

So, ich hoffe, dass ich mit diesem Eintrag wieder in die verstärkte Berichterstattung über die Premier League in diesem Blog starten kann. Das war die letzten Wochen schlicht nicht möglich, weil die Wochenenden komplett verplant waren und ich freitags meist sehr lange gearbeitet habe, sodass ich wenig vorbereiten konnte und mich auch nicht so umfassend informieren konnte, wie ich das früher gemacht habe. Ich nehme mir – jetzt so gut es eben geht – wieder die Zeit dafür.

Stellen Sie sich mal folgende Situation vor? Sie sind ein durchaus talentierter Stürmer, der bei Birmingham City und Wigan Athletic eine tolle Zeit mit vielen Toren erlebt hat. Die Berufung in die Nationalmannschaft kam als Bonus hinzu. Dann wechseln sie im Januar 2009 zu einem ambitionierten Klub in der Premier League, namentlich Aston Villa, und müssen sich gegen harte Konkurrenz durchsetzen. Und das klappt nicht, bisher nur ein Saisonspiel – und der Platz in der Nationalelf scheint in Gefahr. So ähnlich dürfte sich die aktuelle Gemütslage bei Emile Heskey abspielen. Und was macht man dann? Man droht mit einem Abgang. Das tat Heskey Anfang der Woche in einem Interview mit dem Guardian: “Ich bin glücklich für England zu spielen, und ganz offensichtlich, nicht regelmäßig im Verein zu spielen ist schwierig. Das ist etwas, um das ich mir Gedanken machen muss.” Das war am Montag – und die Premier League wäre nicht Premier League, wenn diese Story nicht gleich hohe Wellen schlägt. Dafür sorgte dann Rafael Benitez, der am Dienstag – einen Tag nach dem Interview von Heskey – sich einen Wechsel von Heskey zum FC Liverpool im Januar vorstellen konnte. Da wo Heskey schon zu Beginn des 21. Jahrhunders vier Jahre erfolgreich spielte. Im Prinzip wäre es die berühmte Win-Win-Situation. Heskey würde mehr Spielzeit bekommen – und Liverpool hätte nicht nur Fernando Torres als einzige Sturmspitze. Das war dann wohl auch Emile Heskey ein bisschen zu viel Spekulation. Also kam gestern auf der Pressekonferenz von Villa die Durchsage, dass Heskey nicht daran interessiert sei den Klub zu verlassen. To be continued.

Besonderes Spiel am Wochenende für den Trainer der Tottenham Hotspur, Harry Redknapp. Er kehrt erstmals nach seinem überraschenden und für viele Pompey-Fans völlig unverständlichen Abgang vom FC Portsmouth zurück an die Südküste Englands. Die Spurs sind am Samstagnachmittag zu Gast im Fratton Park. Redknapp hat sich in einem Interview mit der BBC zu seiner Rückkehr geäußert. Er lehne Sicherheitsleute zum Schutz seiner Person übrigens ab.

Mittlerweile ist die Besitzerfrage bei Birmingham City auch geklärt. Der Milliardär aus Hongkong, Carsen Yeung, hat den Verein übernommen. Und macht sich bei den Fans und dem Trainer Alex Mc Leish gleich mal richtig beliebt, indem er ankündigt, im Januar 20 bis 40 Millionen Pfund für neue Spieler zur Verfügung zu stellen. Das würde Birmingham natürlich enorm helfen.

Womit ich bis heute weiterhin frage, warum Sky am Samstagnachmittag ausgerechnet Manchester United gegen Bolton zeigt, wenn es zeitgleich das wesentlich attraktivere Sunderland gegen Liverpool und die Rückkehr von Harry Redknapp nach Portsmouth gibt.

Aston Villa – FC Chelsea

Live auf Sky Sport 1, 13:40, Kommentar: Oliver Faßnacht

Kann Aston Villa ein Stolperstein für den FC Chelsea werden? Nimmt man die bisherige Saison als Maßstab, dann nicht. Villa ist nur durchschnittlich in die Saison gestartet, offensiv wie defensiv wirkt das alles noch nicht so rund. Hinzu kommt vor allem defensiv die Verletzungen von Stewart Downing und Curtis Davies. Die Spiele, die Villa letzte Saison knapp gewonnen hat, gehen diese Saison eher unentschieden aus. Interessant, ob Emile Heskey seinen zweiten Saisoneinsatz bekommt oder ob Gabriel Agbonlahor – bester Torschütze von Villa in dieser Saison – und John Carew wieder das Vertrauen von Martin O’Neill bekommt. Chelsea kommt als Tabellenführer nach Birmingham. Die einzige Saisonniederlage gab es auswärts, bei Wigan Athletic. Villa schöpft seine Hoffnung vor allem darauf, dass sie die letzten fünf Heimspiel wettbewerbsübergreifend gewonnen haben.

FC Sunderland – FC Liverpool

Kann der FC Sunderland ein Stolperstein für den FC Liverpool sein? Klares Ja von meiner Seite aus. Sunderland gefällt mir bisher sehr gut in dieser Saison. Steve Bruce hat eine homogene Mannschaft geformt, Darran Bent hat sich exzellent eingelebt. Gute Heimbilanz haben die Black Cats auch. Drei Siege aus vier Spielen, dabei 12 Tore geschossen. Liverpool darf nach der Niederlage beim FC Chelsea vor knapp zwei Wochen den Anschluss nach oben nicht weiter verlieren. Heute Nachmittag wurde bekannt, dass die Reds am Samstag auf Steven Gerrard und Fernando Torres verzichten müssen. Die Chancen stehen gut, dass Sunderland die Reds weiter in die Krise stürzen könnten.

FC Portsmouth – Tottenham Hotspur

Ich habe über das Spiel weiter oben ja schon ein paar Worte verloren. Die Rückkehr von Harry Redknapp ist die Story dieser Partie. Dabei geht es sportlich um sehr viel. Portsmouth konnte vor zwei Wochen bei Wolverhampton den ersten Saisonsieg holen. Der ist aber überhaupt nichts wert, wenn jetzt gegen die Spurs nicht nachgelegt wird. Dann würde man sich auf dem letzten Tabellenplatz einbetonieren. Tottenham will Platz drei festigen. Und zum Schluss noch einmal Harry Redknapp: “Ich war der beste Trainer, den Portsmouth je hatte und ich bin sehr stolz darauf, was ich hier erreicht habe. Ich freue mich auf meine Rückkehr, warum sollte ich es nicht?”

Manchester United – Bolton Wanderers

Live auf Sky Sport 1, 15:55, Kommentar: Andreas Renner

Lachender Dritter, der von den schweren Aufgaben von Chelsea und Liverpool profitieren könnte, wäre Manchester United, die mit deim Heimspiel gegen die Bolton Wanderers eine eher leichte Aufgabe haben. Die Red Devils müssen aber auf Wayne Rooney verzichten. Und wenn Rooney nicht dabei ist, muss man sich als Man Utd-Fan schon Sorgen machen, wer denn eigentlich die Tore erzielen soll. Valencia ist eher der Vorbereiter, Berbatov ist fraglich morgen, bleibt noch Michael Owen, der dann zeigen muss, dass er auch mal von Beginn an für Torgefahr sorgen muss. Die Heimspiele der Gastgeber waren zuletzt nicht gerade überzeugend. Bolton nach fürchterlichem Saisonstart auf dem Weg der Besserung, zuletzt vier Ligaspiele ungeschlagen. Mal sehen, wer zuletzt lacht.

FC Arsenal – Birmingham City

Die Zeit der Rückkehrer beim FC Arsenal. Thomas Rosicky ist ja bereits wieder einige Spiele dabei gewesen, jetzt könnte Manuel Almunia erstmals wieder zwischen den Pfosten stehen. Auch wenn Arsenal wiederum auf drei Stammspieler – Bendtner, Djourou und Denilson – verzichten muss, ist das eine schon klanghafte Elf, die Arsene Wenger da aufstellen kann. Arshavin und Van Persie im Sturm, im Mittelfeld wieder Song, Fabregas, Rosicky und Diaby. Arsenal hat zuletzt brilliante Leistungen hingelegt, insbesondere zuhause, und einige defensive Wackler mal ausgenommen.

FC Everton – Wolverhampton Wanderers

Marouane Fellaini kann spielen am Samstag. Das war gar nicht so sicher. Fellaini spielte vergangenen Samstag beim 2:0 über die Türkei für die belgische Nationalmannschaft, musste sich dann aber ärztlich behandeln lassen wegen Zahnproblemen und kehrte nach England zurück. Der belgische Fußballverband war erstaunt darüber, dass Fellaini am Mittwoch nicht zum letzten Qualispiel da war – offenbar gab es keine Absage – und beschwerte sich bei der FIFA. Der Verband wollte die Regel durchsetzen, dass ein Nationalspieler fünf Tage nach dem Fehlen eines Länderspiels nicht in der Liga eingesetzt werden darf. Doch die FIFA scheiterte mit der Klage. Gut für Everton, die mit einem Sieg sich im Mittelfeld der Tabelle festsetzen könnten. Wolverhampton will sich von den Abstiegsplätzen entfernen.

Stoke City – West Ham United

Auch West Ham United steckt in einer Formkrise, nur fünf Punkte nach acht Spieltagen ist für die Hammers auch kein gutes Zeugnis. Und jetzt geht es zu den heimstarken Potters. Auch wenn es Niederlagen gegen Chelsea und Manchester United gab, ist Stoke zuhause im Duell mit Mittelfeldteams und Abstiegskandidaten immer für einen Sieg gut. Würde für West Ham zur völlig falschen Zeit kommen.

Blackburn Rovers – FC Burnley

Live auf Sky Sport 1, Sonntag ab 13:55, Kommentar: Oliver Seidler

Mit dem Aufstieg vom FC Burnley hat die Premier League seit dieser Saison ein weiteres brisantes Derby bekommen, das East Lancashire Derby zwischen Blackburn und Burnley, beide Stadien nur durch wenige Kilometer getrennt. Der Lancashire Telegraph hat eine lesenswerte dreiteilige Serie über das Derby veröffentlicht, starten Sie hier mit Teil I. Die Sicherheitsvorkehrungen für diese Partie sind enorm hoch, Ausschreitungen werden für möglich gehalten. Die Polizei hat an alle Fans appelliert, sich friedlich zu verhalten. Mit Bussen werden die Fans von Burnley zum Stadion gebracht, die Fans der Rovers werden gebeten früh und rechtzeitig ins Stadion zu kommen – um eine Konfrontation beider Fangruppen zu verhindern. Ich werde am Sonntag in einem Live-Blog das Spiel begleiten.

Wigan Athletic – Manchester City

Live auf Sky Sport 1, Sonntag ab 16:55, Kommentar: Marcel Meinert

Wigan hat gegen den FC Chelsea gezeigt, dass sie zuhause bei optimaler Leistung und einem etwas schlechteren Tag des Gegners jeden schlagen können. Das möchte man gegen Manchester City wiederholen. Und das vor allem für Roberto Martinez der lang erwartete Erfolgsmoment. Wigan spielt deshalb auch mit derselben Startelf wie gegen Chelsea. Gegner am Sonntagnachmittag ist Manchester City, das Team, deren Auftreten auf dem Platz, so Martinez, einem “Computerspiel” gleiche. Arsenal und Liverpool setzen City in der Tabelle unter Druck, ein Sieg muss also her. Nicht dabei sein wird Robino, der sich bereits in Barcelona zu Vertragsunterzeichnungen befindet der an einer Knöchelverletzung leidet.

FC Fulham – Hull City

Live auf Sky Sport 1, Montag ab 20:55, Kommentar: Marco Hagemann

Mal wieder ein Montagabendspiel in der Premier League. Wenn es langsam Herbst und Winter wird, kommen Montagabendspiele wieder häufiger auf den Speisezettel. Diesmal die Partie von Fulham gegen Hull, von den Namen vielleicht nicht die spannendste Ansetzung. Sportlich hat die Begegnung aber viel Brisanz, beide Teams stehen bei sieben Punkten. Fulham hat immerhin ein Spiel weniger absolviert als die Tigers. Hull spielt auswärts diese Saison so fürchterlich wie in der Rückrunde der letzten Saison, schon 13 Gegentore, noch kein Auswärtssieg. Phil Brown steht zwar noch nicht auf der Abschlussliste, aber wer so ein bisschen den Charakter des Trainers kennt, weiß, dass der nicht ewig an seinem Stuhl kleben bleibt.

Mal sehen, wenn ich ganz viel Zeit und Lust habe, gibt es Montag noch ein bisschen mehr zur Premier League.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Fünf und zweieinhalb: Change the Wahltermine

Dienstag, 13. Oktober 2009 20:46

Momentan führen CDU und FDP ja gerade intensiv ihre Koalitionsverhandlungen in Berlin. Dass das ein nicht gerade einfacher Schritt und Prozess ist, dürfte jetzt auch den begeisterten Wählern klar sein, die am 26. September wohl schon ausgerechnet haben, wieviel sie netto mit der neuen Regierung mehr bekommen. Aber auf die inhaltliche Komponente der Verhandlungen zwischen Merkel und Westerwelle will ich nur am Rande eingehen. Was mich wieder fürchterlich aufregt bei den Gesprächen ist, dass viel zu sehr Rücksicht auf anstehende Landtagswahlen genommen wird. Gut, es ist Nordrhein-Westfalen, ein außerordentlich schönes und wichtiges Bundesland, aber das rechtfertigt nicht, dass CDU und FDP ihre Politik auf diesen Wahltermin ausrichten.

Mich nervt das, dieses ständige Taktieren, das Schauen auf den kurzfristigen Erfolg und den spontanen Macherhalt oder die Machtzurückgewinnung. Es passiert ja nicht das erste Mal. Und da man scheinbar nicht die Menschen verändern kann, muss man einfach die Rahmenbedingungen verändern, die solches Handeln immer noch ermöglichen. In Deutschland wird zu viel gewählt. Von daher mein Vorschlag: Verlängern der Legislaturperiode auf Bundesebene auf fünf Jahre, und zur Mitte dieser Legislaturperiode, also nach knapp zweieinhalb Jahren, wird zeitgleich in allen 16 Bundesländern gewählt. Das spart nebenbei noch eine Menge Geld und würde verhindern, dass die Bundespolitik sich ständig  an irgendwelchen Landtagswahlen orientiert.

Natürlich gibt es da noch ein paar Probleme bei den Übergängen, weil die Bundesländer ihre Legislaturperioden noch nicht einheitlich auf fünf Jahre ausgedehnt haben. Von daher schlage ich vor, dass zum ersten Mal – soweit möglich -  2012 alle Länder gleichzeitig wählen. Bestehende Legislaturperioden werden einfach bis 2012 verlängert. Quasi als verlängerter Machterhalt. Also wählt Bremen zum Beispiel erst 2012, und NRW bekommt eine Übergangsregelung. Das muss man dann nochmal schauen. Aber irgendwann sparen wir dann ab 2020 eine Menge Geld und Politiker auf Bundesebene müssen sich nicht ständig um ihre Ämter sorgen machen. Klar ist das aus demokratietheoretischer Sicht ein absolutes No-Go und würde die Landtagswahlen in ihrer Rolle und Stellenwert und die responsive Funktion der Demokratie maßgeblich beschädigen. Aber bei uns ist die Demokratie in schon so vielen Punkten im Eimer oder kurz davor, von daher, kann man das ruhig auch noch in Kauf nehmen. Und endlich bekommt Bremen die gleiche Wertschätzung wie Bayern und NRW, wenn alle gleichzeitig wählen. Und endlich kein Taktieren mehr – Idealvorstellung.

Ach, liebe Politiker, ändert euch doch mal endlich. Es muss doch schlimm sein zu sehen, dass man sich als politikinteressierter und starker Befürworter der Demokratie schon solche Gedanken und Überlegungen machen muss. Und wahrscheinlich scheitert es ehe an der ganzen Bürokratie und dem Ringen um einzelne Zuständigkeiten.

Herr Westerwelle, übernehmen Sie. Senken Sie die Steuern. Dann sind wenigstens einige wieder zufrieden. Wenigstens einige.

Thema: Politik National, Wahlen und Umfragen | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Es sollte doch alles besser und kundenfreundlicher werden…

Sonntag, 11. Oktober 2009 11:08

bei Sky, unserem deutschen Pay-TV Anbieter des Vertrauens, ehemals PREMIERE. Ich hatte mich eigentlich richtig gefreut gestern Abend die WM-Qualifikation aus Südamerika schauen zu wollen. Argentinien gegen Peru stand auf dem Programm, Spielbeginn Mitternacht. Das kann man ja mal machen. Also vor gut 10 Tagen bei Sky angerufen und gesagt, dass ich aufgrund meines Umzugs und damit verbunden einem neuen Kabelnetzanbieter auch eine neue Smartcard braucht. Auf der Internetpräsenz von Sky ist immer noch zu lesen, dass eine neue Smartcard in der Regel nach 3-5 Werktagen zugeschickt wird – und so wurde mir das von der Servicehotline auch noch einmal bestätigt. Also habe ich am 31.09. eine neue Karte angefordert. Das würde bis zum 10.10. ja wohl zu schaffen sein. Natürlich Pustekuchen. Die neue Karte soll jetzt wohl am Dienstag eintreffen, fast zwei Wochen nach Bestellung, oder rund 10 Werktage. Bei Sky Deutschland sollte doch alles besser, schneller und kundenfreundlicher werden. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Und da hat man schon einmal ein Live-Event bei Sky mit drei Spielen aus der Südamerika-Quali im Programm – was ja schon fast ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist – und dann verpasse ich es, diese Spiele auch zu schauen. Das überwiegend negative Bild, das sich bei mir von Sky Deutschland festsetzt, hat einen weiteren schwarzen Tupfer bekommen.

Diese Geschichte reiht sich ein in ein Gesamtbild von Sky, das meiner Meinung nach ganz viele Chancen und Sympathien verspielt hat. CEO Mark Williams hat vor dem Relaunch Anfang Juli mit großen Tönen gespuckt, dass unter Sky alles ganz neu wird. Das Besondere sehen, war der Claim. Faktisch hat sich gar nichts geändert, außer ein bisschen mehr Optik, die ein oder andere Filmpremiere mehr, ein paar Spiele der Europa League und ein bis zwei Partien mehr aus der Premier League. Dafür wurden Millionen ausgegeben, die in Werbung, Marketing und angeblich Service gesteckt wurden. Sky sollte nicht so sicher sein, dass die Menschen nicht erkennen, was ihnen da jetzt angeboten wird. Im Prinzip ist es dasselbe Programm wie unter PREMIERE – nur zu einem deutlich höheren Preis. Und ja, es gibt jetzt viel mehr HD-Kanäle. Richtig, aber bei Sky scheint nur die Kür zu stimmen, nicht die Pflicht. Im Idealfall muss beides perfekt ausgestaltet werden. Nur so könnte man neue Abonnenten gewinnen. In einem Monat werden die neuen Quartalszahlen veröffentlicht. Insgeheim hoffe ich schon jetzt darauf, dass Sky eine schallende Ohrfeige bekommt und schnell erkennt, dass man mit weniger Sportprogramm, einer schlechteren Berichterstattung bei der Formel 1 zu höheren Preisen keine neuen Abonnenten – oder anders formuliert: weniger als erhofft und notwenig – zu Sky lockt.

Überhaupt ist das Sportangebot, eine der tragenden Säulen von Sky, ein Abbild der vertanen Chancen und Möglichkeiten von Sky. Keine Primera Division mehr, Serie A nicht bekommen, Formel 1 Berichterstattung auf Sparflamme, große Töne, was man sich alles holen könnte, nämlich Basketball, Tennis, Boxen und sogar Olympia (was für eine Verschwendung von Geld!). Wer ganz bewusst solche hohen Erwartungen weckt, indem er immer wieder in Interviews diese Rechte ins Spiel gebracht hat, verliert für mich jede Glaubwürdigkeit, wenn dann nicht eine Tat auch mal in die Wirklichkeit umgesetzt wird. Die paar mehr Spiele aus der Premier League und der Europa League rechtfertigen bei weitem nicht die höheren Preise von Sky. Und es wird sich nichts zum Positiven verändern. Die Indycar-Series soll, glaubt man Gerüchten in diversen Blogs und Foren, ihre letzte Saison bei Sky gehabt haben. Dass Nascar und die NBA zurückkommen – zwei Sportrechte, die auf dem Markt sind, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Also sehen wir dann im Winter nur noch Eishockey live auf Sky Sport 2.

Das Projekt Sky könnte schneller zuende sein, als viele Skeptiker es geglaubt haben. Warten wir mal den November ab. Oder man ändert endlich mal die Strategie. Sonst bleiben am Ende die übrig, die auf Champions League und Premier League nicht verzichten wollen. Und das werden nicht viele sein. Irgendwann stellt man sich dann die Fragen, ob man Formel 1 nicht auch bei RTL schauen könnte, die WM aus Südafrika bei ARD, ZDF und RTL (da nimmt man dann auch Bela Rethy in Kauf, wenn man nichts zahlen muss), Bundesliga in der Sportschau und gelegentlich mal in der Kneipe oder im Stadion. Und alles andere sowieso über einen halblegalen Internetstream. Die Anfangseuphorie von Sky ist schon jetzt verblasst. Nach knapp drei Monaten. Selbst ich hätte den neuen Machern eine längere Zeit gegeben. Aber Vertrauen kann man ganz schnell verspielen, es sich wiederzuholen dauert erheblich länger und ist sehr viel schwieriger.

Thema: TV und Radio | Kommentare (3) | Autor: medispolis