Premier League 2009/2010 #9, FC Fulham – Hull City 2:0

Die Tage werden langsam kürzer. Für die Premier League Fans heißt das wieder mehr Monday Night Games unter Flutlicht. Den Anfang machte heute Abend die Partie zwischen dem FC Fulham und Hull City im gemütlichen Cravan Cottage im Südwesten Londons. Für den FC Fulham ein ganz besonderes Spiel, wurde der Verein doch vor genau 130 Jahren gegründet. Für die Fans gab es ein spezielles Geschenk, ein T-Shirt, wo unter dem Logo des Vereins der Schriftzug 130 years zu finden war. So richtig schön und abgerundet würde der Geburtstag aber nur durch einen Heimsieg werden.

Fulham gegen Hull ist am neunten Spieltag der Premier League Saison 2009/2010 ein Duell im Tabellenkeller. Beide haben sieben Punkte, getrennt nur durch zwei Plätze. Während Hull aufgrund eines fürchterlichen Torverhältnisses den ersten Abstiegsplatz belegt, liegt Fulham auf dem 16. Tabellenrang und hat noch ein Spiel weniger absolviert. Trotzdem für beide Teams ein ganz wichtiges Spiel, zumal Wigan, Wolverhampton und die Blackburn Rovers am Wochenende alle gepunktet hatten. Die Cottagers mussten auf den gesperrten Kagisho Diakagcoi verzichten, zudem wurde Simon Davies nach seiner Knöchelverletzung nicht rechtzeitig fit. Dafür kehrte Damien Duff zurück in die Startelf. Zamoara und Kamara bildeten das Sturmduo bei den Gastgebern. Besonderer Abend auch für Jimmy Bullard. Fast ein Jahr Pause Verletzung, jetzt wieder fit und zumindest auf der Bank. Zum ersten Mal – und dann gleich gegen seinen Ex-Klub Fulham, wo er drei Jahre lang unter Vertrag stand. Die meiste Zeit zwar wieder verletzt, aber trotzdem ein Publikumsliebling im Cravan Cottage. Bullard immerhin auf der Bank, Anthony Gardner wurde bei den Tigers nicht rechtzeitig fit. So vertraute Hull-Coach Phil Brown auf das wenig erfolgreiche Team der letzten Wochen, also wieder mit Hunt und Jan Venegoor of Hesselink für die Power im Sturm und Geovanni als kreativer Akteur dahinter. Auch die zuletzt wackelige Innenverteidigung mit Sonko und Kilbane bekam eine weitere Chance sich zu beweisen.

Für Fulham ist es bereits das 15. Pflichtspiel in dieser Saison, Donnerstag kommt der AS Rom nach London und Sonntag geht es weiter in der Liga. Aber zunächst einmal volle Konzentration auf die 90 Minuten. Mit einem Sieg würde Hull den 50. Sieg in der Ära Phil Brown feiern. Also irgendeiner wird heute Abend schon feiern, oder? Grandiose Stimmung im Cravan Cottage, klingt halt klasse, wenn die Klänge von Insomnia durch das Stadion schwirren. Hull City spielte wieder in den hässlichen hellblauen Auswärtstrikots, die so gar nichts von der Schönheit und Agressivität der gelb-schwarzen Leibchen haben. Die Tigers verlieren an Stahlkraft.

Es war eine schwache erste Viertelstunde. Und jedem wäre es verziehen, wenn er den Fernseher dann ausgeschaltet hätte. Fulham optisch zwar ein wenig überlegen, aber beide Teams mit etlichen leichten Fehlern, Ungenauigkeiten und fehlenden Absprachen. Ganz schwaches Spiel, das die Zuschauer bei knapp 10 Grad sehen mussten. Für Hull mit der schlechtesten Defensive der Liga immerhin ein kleiner Achtungserfolg. Aber insbesondere von Fulham kam zu wenig Zählbares und Gefährliches vor das Tor von Myhill. Die erste Chance erst nach 24 Minuten, aber was für eine, als Bobby Zamora sich wunderbar löst eine exzellente Hereingabe von links von Kamara aus kurzer Distanz knapp über das Tor schießt. Mehr war dann aber auch nicht. Zehn Minuten bis zur nächsten Chance, als Duff aufs kurze Eck zielt, aber Myhill glänzend reagiert. Fulham war wenigstens bemüht ein bisschen dieses Spiel zu beheben, von Hull City kam gar nichts. Fulham hätte viel mehr aus dieser Partie gegen schwache Tigers holen können, spielten aber häufig zu umständlich durch die Mitte. Fulham belohnte sich dann zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Hull wieder zu passiv und nur aufs Spiel zerstören beschränkt, reagiert nicht schnell genug, als Myhill einen Fernschuss von Duff nur abklatschen kann und Zamora aus leicht abseitsverdächtiger Position den Ball per Kopf über die Linie drückte. Insgesamt dank der leichten Leistungssteigerung und dem größeren Bemühen von Fulham eine verdiente Führung für die Gastgeber zur Halbzeit.

Und wer gedacht hatte, dass Hull City nach der Halbzeit, vielleicht bedingt durch eine zünftige Pausenansprache von Phil Brown, mehr an diesem Spiel teilnahm, sah sich getäuscht. Fulham behielt weiter die Kontrolle über dieses Spiel, ohne aber wirklich gefährlich zu sein und Torchancen am Fließband zu produzieren. “Das ist einfach schlecht”, sagte Sky-Kommentator Marco Hagemann. Hull City hatte nach 55 Minuten den ersten Eckball. Jimmy Bullard kam dann nach knapp einer Stunde und sollte die Offensive von Hull verstärken. Ein paar Pfiffe von den Rängen, aber sonst auch viel Beifall. Phil Brown spielte schon fast seine letzte Trumpfkarte. Hull wurde ein wenig stärker, erspielte sich auch ein paar Eckbälle, aber klare Torchancen blieben Mangelware. Aber Fulham machte das zweite Tor in der 64. Minute. Und die beiden Stürmer wieder in Koproduktion. Langer Ball auf Zamora, Hull spielt auf Abseits und wird bestraft. Zamora legt butterweich in die Mitte, wo Kamara nur noch einschieben braucht. Gerade als Hull etwas zulegte, gab es den Todesstoß von den Cottagers. Fulham tat nach der komfortablen Führung mehr nur als nötig, war dem 3:0 aber immer noch näher als Hull dem 1:2. 10 Torschüsse standen einem einzigen Torversuch von Hull gegenüber. Kamara hatte nach schöner Einzelleistung die Chance auf sein zweites Tor, spielt die gesamte Abwehr schwindelig, verzieht dann aber knapp.

Am Ende blieb es beim mehr als verdienten 2:0 für Fulham. Genau das richtige Ergebnis für den 130. Geburtstag der Cottagers. Hull enttäuschte auf ganzer Linie, insbesondere offensiv. Venegoor of Hesselink ohne Bindung zum Spiel, Geovanni weit entfernt von seiner Form der letzten Saison. Hull bleibt auf dem 18. Tabellenplatz und steht jetzt nach neun Spielen bei 22 Gegentoren. Da kann man auch nicht bis Januar warten. Mit der Ausnahme von fünf Minuten in der zweiten Halbzeit spielte Hull wie ein Absteiger. Fulham klettert durch den Sieg ins Mittelfeld der Tabelle und hat endlich auch mal wieder zu null gespielt. Man darf das T-Shirt morgen im Büro tragen.