Premier League 2009/2010 Preview #15 – 500. Spiel für Arsene Wenger

Arsene Wenger wird am Samstagnachmittag zum 500. Mal an der Seitenlinie des FC Arsenal London in der Premier League stehen. Und wenn einer weiß, dass Fußball ein kurzweiliges, aber auch sich schnell veränderndes Geschäft ist, dann ist es Arsene Wenger. Vor wenigen Wochen gelobt über den grünen Klee, wie erfolgreich und attaktiv seine Mannschaft spielt. Dann folgte das Aus und die Verletzung von Robin Van Persie, die Niederlagen gegen Sunderland und Chelsea – und just am Mittwochabend das Aus im Carling Cup bei Manchester City. Aus einem Titelkandidaten im November ist ein Mannschaft geworden, die jetzt um die Plätze drei bis fünf kämpft. Und die Medien schreiben schon wieder den Abgesang auf die Philosophie von Arsene Wenger. So schnell und brutal kann Fußball sein.

Dabei wird eben gerne übersehen, dass der Knacks in der Leistungskurve genau mit der Verletzung von van Persie stattfindet. Und man eigentlich auch nur gegen Sunderland wirklich schlecht gespielt hat. Aber es ist wie zuletzt so häufig bei den Gunners. Es prasselt das ganze Pech auf einmal auf die noch junge Mannschaft sein. Und auch an Arsene Wenger – immerhin 499 Spiele auf der Trainerbank – scheint das nicht ganz spurlos vorbei zu gehen. Nach der Niederlage im Ligapokal – wo übrigens Arsenals B-Elf spielte – verweigerte er City-Trainer Mark Hughes nach dem Schlusspfiff den obligatorischen Handschlag. Hughes war außer sich, sprach davon, dass Wenger “ein äußerst schlechter Verlierer sei”. Wenger bereut sein Vorgehen, für das übrigens von zahlreichen Trainern aus der Premier League Kritik gab, bis heute nicht. Am Mittwochabend sagte er noch, City habe unfair gespielt. Man müsse sich das nur mal anschauen. Und er müsse nach dem Spiel keine Hände schütteln. Freitag sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Stoke-Spiel: “Ich gebe gerne zu, dass ich ein schlechter Verlierer bin. Aber in dieser Situation hätte ich genauso gehandelt, auch wenn wir gewonnen hätten. Ich handle in Übereinstimmung mit den Prinzipien, von denen ich glaube, dass sie auf dem Fußballplatz wichtig sind. Und ich bleibe, bei dem was ich gesagt und getan habe.” Wenger gab dann noch süffisant zu Protokoll, dass er in 497 von 499 Fällen die Hände nach dem Spiel geschüttelt hätte. Was für eine Bilanz. Aber es zeigt, dass auch Arsene Wenger mit den schwierigen letzten 10 Tagen für seine Gunners zu kämpfen hatte. Wenger war schon mal mehr Gentleman.

FC Portsmouth – FC Burnley

Live auf Sky Sport 1, Samstag 13:40 Uhr, Kommentar: Sven Schröter

Es ist derzeit kein Vergnügen, Angestellter beim FC Portsmouth zu sein. Die sportliche Situation ist trotz eines kleinen Aufwindes im November immer noch düster. Es sind weiterhin sieben Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Trainer Paul Hart hatte das Handtuch geschmissen, unter dem neuen Leiter Avram Grant gab es in den ersten 30 Minuten gegen Man Utd sehr gute Ansätze, die dann im Carling Cup beim 2:4 gegen Aston Villa wieder schnell und eindrucksvoll zunichte gemacht wurden. Zudem haben die Spieler des FC Portsmouth zum zweiten Mal in dieser Saison ihr Gehalt nicht bekommen. Da scheint es ja fast schon determiniert, dass jetzt eines der schwächsten Auswärtsteams der Premier League an die Südküste reist. Aber Burnley hat zuletzt beim 3:3 bei Manchester City gezeigt, dass sie punktuell auch auswärts zu guten Leistungen fähig sind. Trotzdem könnte es für den FC Portsmouth am Samstag bereits die letzte Chance sein. Und das Vertrauen der Spieler wird man wohl auch mit drei Punkten nicht vollständig zurück bekommen.

Wolverhampton Wanderers – Bolton Wanderers

Immerhin ein wenig besser geht es den Wolves und den Wanderers, beide stehen auf den restlichen Abstiegsplätzen. Für einen der beiden könnte sich die Situation am Wochenende aber auch wieder verschärfen. Bolton könnte mit einem Auswärtssieg fünf Punkte zwischen beide Teams liegen. Das sollte Ansporn genug sein. Vielleicht sollte man sich an die gute erste Halbzeit zuletzt in Fulham erinnern, war der Punktgewinn auswärts doch zuletzt eher die Ausnahme der Regel. Die Wolves hatten zuletzt Klatschen gegen Chelsea und Arsenal bekommen. Das ist nicht weiter tragisch, solange man nicht Heimspiele gegen Birmingham verliert. Für beide Teams wie Trainer ein ganz wichtiger Samstagnachmittag.

Wigan Athletic – Birmingham City

Wigan möchte mit einem Sieg dahin kommen, wo Birmingham City jetzt schon steht, nämlich im halbwegs gesicherten Mittelfeld. Die Latics haben das 1:9 bei Tottenham weitesgehend verkraftet, jetzt muss man im Mittelfeldduell gegen die Blues nachlegen. Bei einem Sieg würde man auf 20 Punkte kommen – das ist für den neuen Trainer Martinez eine vorzeigbare Bilanz.

Blackburn Rovers – FC Liverpool

Und dann gibt es am Samstagnachmittag noch drei Duelle, in denen Teams um die Plätze drei bis sechs kämpfen. Liverpool hat mit dem Auswärtsspiel in Blackburn wohl die schwierigste Aufgabe, sind die Rovers doch heimstark. 14 ihrer 17 Punkte hat das Team von Trainer Sam Allardyce im Ewood Park geholt. Ohne jetzt zu sehr unken zu wollen, aber solche Partien sind im Moment wie gemalt für (unnötige) Niederlagen des FC Liverpool. Man wirkt auch aufgrund vieler Verletzte immer noch nicht so eingespielt, die Übergänge zwischen den Mannschaften klappen nicht so flüssig, das Umschalten von Defensive auf Offensive geschieht zu langsam. Das 2:0 beim FC Everton hat dann doch viele Schwächen – insbesondere im Abwehrverhalten bei hohen Bällen – überdeckt. Mal sehen, wie Liverpool den “Turning Point” (Rafael Benitez) des letzten Wochenendes umsetzt. Fernando Torres wird aller Voraussicht nach wieder im Kader der Reds sein.

FC Arsenal – Stoke City

Zwei deutlich leichtere Aufgaben haben Arsenal und Aston Villa. Die Gunners mit der Pflichtaufgabe gegen Stoke City. Trotz aller derzeitigen Probleme beim FC Arsenal darf diese Pflichtaufgabe gegen Stoke keine große Hürde sein. Was Arsenal vielleicht ein wenig entgegen kommen könnte, ist, dass Stoke ganz gut in der Tabelle steht und sich vielleicht nicht gleich von Beginn an im Strafraum des Emirates einrichtet. Sollte Stoke allerdings von Beginn an den Bus auf der Torlinie parken, wird es wie so häufig zuletzt ein Geduldsspiel für die Londoner.

Aston Villa – Hull City

Auch wenn der Gast im Villa Park, Hull City, derzeit stark ansteigende Form hat, denke ich, dass Aston Villa hier als klarer Favorit in die Partie geht. Auch wenn es in der Liga zuletzt zwei Unentschieden gab – gegen Tottenham und Burnley – spielte man im Carling Cup sehr überzeugend bei Portsmouth. Vielleicht sollte sich das Team von Martin O’Neill mal wieder an die Heimspiele gegen Bolton (5:1) und Chelsea (2:1), wo man teilweise brillianten Fußball spielte.

West Ham United – Manchester United

Live auf Sky Sport 1, Samstag 15:55 Uhr, Kommentar: Oliver Faßnacht

Abgerundet wird der Spieltag am Samstag vom Direktduell der beiden derzeit konstantesten Mannschaften in der Premier League. Und beide Teams haben keine leichten Aufgaben, Man Utd eher schon ein einfacheres Spiel. Bei West Ham weiß man vor allem in den Heimspielen nie, was man bekommt. Erst zwei Heimsiege stehen zu Buche und zu allem Überfluss muss man jetzt mehrere Wochen auf Stürmer Carton Cole verzichten. Sollten die Red Devils die Aufgabe so konzentriert und engagiert angehen wie letzte Woche in Portsmouth, sollte das eine klare Sache sein.

Manchester City – FC Chelsea

Live auf Sky Sport 1, Samstag ab 18:25, Kommentar: Markus Gaupp

Eigentlich klare Sache würde ich auch für das nächste Spiel sein – oder im Zweifelsfalle immer ein Unentschieden bei Beteiligung der Citizens. City mit gutem Spiel gegen Arsenal im Carling Cup, aber in der Liga zuletzt immer mit enttäuschenden Ergebnissen. Möchte das Team von Mark Hughes einmal unter Beweis stellen, dass sie doch noch berechtigten Anspruch auf die Top Four haben wollen, dann sollte ein überzeugender Sieg am Samstagabend folgen. Chelsea schied im Carling Cup gegen Blackburn aus – was man sicherlich nicht überbewerten sollte. Und Michael Ballack durfte dann mit seinem verschossenen Elfmeter auch mal wieder in den Agenturberichten der deutschen Medien auftauchen. Wenn ich die Zeit finde, dann werde ich die Partie am Samstagabend mitbloggen.

FC Fulham – FC Sunderland

Mir fällt ehrlich gesagt wenig ein, wieso man am Sonntagnachmittag unbedingt ein großes Augenmerk auf die Partie im Cravan Cottage legen sollte. Zwei Mittelfeldteams treffen sich, Fulham kommt mit dem Selbstvertrauen aus der Europa League in den Ligaalltag zurück. Der Sieger dieser Partie würde sogar Anschluss an Platz fünf bekommen. Überhaupt gehören Fulham und Sunderland zu den angenehmen Überraschungen in der bisherigen Saison. Vor allem Fulham imponiert mir mit der Doppelbelastung. Das händelt das Team von Roy Hodgson exzellent.

FC Everton – Tottenham Hotspur

Live auf Sky Sport 1, Sonntag ab 16:55 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Zwei Teams, die vor Beginn der Saison mit hohen Erwartungen in die Liga gestartet sind. Diese kann bisher aber nur der Gast erfüllen. Tottenham steht auf Platz drei der Tabelle und kann mit einem Sieg die Konkurrenten unter Druck setzen. Everton kränkelt sich mit vielen Verletzten so durch die Liga und braucht dringend mal wieder einen Sieg, um Fans, Vereinsumfeld und die Stadt Liverpool zu beruhigen. Wenn man an die Leistung aus dem Liverpool-Spiel anknüpfen kann, ist dies im Bereich des Möglichen. Tottenham wurde nach der Niederlage gegen die B-Elf von Manchester United im Carling Cup die Fähigkeit abgesprochen, auch große Gegner schlagen zu können. Und damit die Berechtigung in den Top Four sich zu etablieren. Auch hier ist also ein wenig Wiedergutmachung angesagt.