Beiträge vom 19. Januar 2010

Medien-Sport-Politik, 19.01.2010

Dienstag, 19. Januar 2010 8:20

Wurde eigentlich jemals schon so umfassend und ausführlich über eine Naturkatastrophe, wie das Erdbeben in Haiti, im deutschen Fernsehen berichtet? Von meinem Gefühl übersteigert das auch noch die Berichterstattung zum Tsunami in Südostasien vor einigen Jahren. Ich bin bei sowas ja immer ein wenig sensibel, was den Umfang und die Art der Berichterstattung angeht. Natürlich muss umfassend uns ausführlich über die Lage in Haiti berichtet werden, auch mit Extra-Sendungen, Brennpunkten und zu ausführlichem Teil in den Hauptnachrichtensendungen. Und gerade auch die Resonanz auf die Spendenaufrufe scheint zu zeigen, dass die Menschen das Thema und das Schicksal der hilflosen Menschen in Haiti bewegt. Gestern Abend in den ARD-Tagesthemen wurde ebenfalls wieder ausführlich mit mehreren Berichten und einer Fast-Live-Schalte nach Haiti berichtet. Unter anderem gab es eine interessante Reportage, in welcherein Hilfsteam, das frisches und sauberes Wasser an die Menschen verteilt, begleitet wurde. Sowas finde ich dann für eine sachliche Berichterstattung angemessen. Aber muss man einer alten Frau, die nach einer Woche unter Trümmern gelegen hat und im letzten Moment gerettet wurde, gleich als Erstes das Mikro ins Gesicht halten? Ich finde, hier geht die Berichterstattung zu weit.

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Achtung Trommelwirbel…Angela Merkel hat sich zu einem politischen Sachverhalt klar und deutlich geäußert. Sie hat den Bau von Kohlekraftwerken unterstützt, sie war gestern in NRW auf einem CDU-Wirtschaftstreffen. Aktuell gibt es in NRW recht fortgeschrittene Pläne ein neues Kohlekraftwerk zu bauen, eventuell auch in Düsseldorf. Auf kommunaler Ebene hat man sich aber scheinbar in Düsseldorf gegen den Bau eines neuen Kraftwerkes entschlossen.

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Diese Geschichte mit der Hotelspende und der FDP darf man durchaus als unglücklich bezeichnen, wenn auch alles im rechtlichen Rahmen geschehen ist. Könnte bei entsprechender Dynamik vielleicht ein ähnlicher Fall werden wie die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt. Nicht gegen das Gesetz verstoßen, aber politisch nicht gerade clever gehandelt. Blöd nur, dass für eine entsprechende Änderung des Gesetzes für die Parteispenden sich eigentlich alle Parteien daran beteiligt müssen. Nur eine Anstrengung aller Akteure könnte ein Verbot von Spenden durch Unternehmen an Parteien effektiv umsetzen. Aber, ich wette, das lässt die FDP nicht mit sich machen. Wäre trotzdem ein deutliches Zeichen. Es wäre clever, denn ich sehe doch schon wieder die ganzen wüsten Kommentare aller Politikenttäuschten, die auf dieser Story tagelang rumreiten. Und die, welche ehe schon skeptisch der neuen Regierung gegenüberstanden, bekommen jetzt kein besseres Bild.

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Gestern Abend gab es zum ersten Mal die Liga Total! Spieltagsanalyse im DSF. Auf den ersten Blick dachte ich, es wäre ein weitere dieser Quiz-Shows mit einem Moderator und zwei Kandidaten hinter ihren Pulten. Und es gibt dann alle drei Minuten eine Frage, eine kleine Szene und dann die Antworten der beiden Experten. Warum eine solch große Distanz zwischen Moderator und Gästen? Finde ich völlig unangebracht. Warum nicht ein großer Analysetisch und ein Halbkreis im Sitzen? Inhaltlich war das sicherlich soweit okay, trotzdem würde ich mir da ein wenig Abwechselung wünschen. Man muss nicht jedes Tor krampfhaft analysieren, ständig werden Szenen eingespielt. Man kann sich auch überanalysieren. Ein bisschen Abwechselung mit Interviews und einem Loslösen vom Analysieren der einzelnen Spielszenen würde der Sendung sicherlich gut tun.

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Vor einiger Zeit hatte sich der private britsche Fernsehsender Channel 4 die Rechte an den London Paralympics 2012 gesichert und damit der BBC sicher geglaubte Übertragungsstunden weggenommen. Jetzt wird wieder darüber spekuliert, ob Channel 4 sein Engagement im Sportbereich ausbauen könnte und damit an frühere Zeiten anknüpfen könnte. Spekuliert wird zum Beispiel über einen Ausbau und eine Rückgewinnung der Cricket-Übertragungen. Quelle: Guardian.

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Gestern Abend wurden die Nominierten für die Brit Awards bekanntgegeben. Lily Allen, Lady Gaga und Pixie Lott führen die Liste mit je drei Nominierungen an. Hier die komplette Liste der Nominierungen. Die Brits Album of 30 years werden übrigens per Publikumvoting ermittelt. Da bin ich mal richtig gespannt, wer das gewinnt. Einige Top-Alben dabei.

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“Du hast da so ein Funkeln in den Augen. Ist was passiert?” “Nein, überhaupt nicht, ich sehe gerade nur, dass der FC Arsenal am Mittwoch die Tabellenspitze übernehmen kann.” Auch wenn das zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts wert ist und das Spiel gegen Bolton auch erstmal gewonnen werden muss, stellt sich für einen Arsenal-Fan dann schon sowas wie ein großes Gefühl der Erleichterung ein. Im August schrieb ich noch: ” Ich tue mich sehr schwer mit einer Prognose für die Gunners. Wenn alles gut läuft, wird es am Ende der vierte Platz.” Und dann war schon viel Wunsch und Hoffnung dabei. Und das es jetzt so gut läuft, freut mich dann doch sehr. Mittwoch also das Nachholspiel gegen Bolton. Parallel dazu spielt Rafael Benitez um seinen Job. Wichtiges Spiel gegen die Tottenham Hotspur. Mit einem Sieg würde man auf einen Punkt an Platz 4 ranrücken. Und das aber auch nur, weil die Konkurrenz vor dem FC Liverpool auch nicht gerade eine Siegesserie hat. Mit den bisherigen Leistungen wäre Liverpool eigentlich schon aus dem Rennen, aber so können regelmäßig weitere Enttäuschungen produziert werden.

Beide Spiele gibt es am Mittwoch bei Sky und hier im Live-Blogging.

Bei irgendeinem Klub in der Premier League brennt ja immer der Baum. War es in den vergangenen Tagen eher der FC Portsmouth, sucht derzeit West Ham United händeringend nach einem neuen Investor. Einer fällt schon mal weg: Tony Fernandes, Unternehmer aus Malaysia, konnte sich nicht mit West Ham einigen. Und Fernandes hat das mal eben schnell via Twitter mitgeteilt. Jetzt dürfte der Weg frei sein für David Sullivan und David Gold. Entscheidung vielleicht schon heute. Je eher desto besser, denn West Ham braucht frisches Geld für Aktionen auf dem Transfermarkt.

Im Brennpunkt steht dieser Tage auch Manchester United. Ein mit Schulden überfüllter Klub, Fan-Aufstand gegen die Glazers mit der Aufforderung an Ferguson zurückzutreten, Gedanken über den Verkauf des Trainingsgeländes. Die Glazers brauchen dringend neues Geld und wollen ihre Schulden verschenken. Wenn das so einfach wäre. Momentan hat das vor allem noch eine wirtschaftliche Komponente, über die sportlichen Auswirkungen wird man wohl erst nächste Saison richtig diskutieren können. Mehr im Artikel von Raphael Honigstein zur Tickenden Bombe Man Utd.

Thema: Medien-Sport-Politik | Kommentare (0) | Autor: medispolis