Beiträge vom Januar, 2010

Vorschau Bundesliga-Rückrunde: SV Werder Bremen

Freitag, 15. Januar 2010 10:13

Ich habe zusammen auf Initiative von dogfood/allesaussersport, der sich zahlreiche vereinsspezifische und allgemeine Fragen ausgedacht hat, die letzten Tage zusammen mit einigen anderen Sportbloggern (Jens/Catenaccio, Probek, Heinzkamke, Nick/Any Given Weekend, Milhouse, Max/GNetzer, Enno und Kurtspaeter) an einer  Rückrundenvorschau für die Bundesliga geschrieben. Mehr zur Idee und Umsetzung gibt es bei allesaussersport, wo Kai auch alle 15.000 Wörter in diversen Beiträgen gestaffelt veröffentlichen wird. Für meinen Teil stelle ich hier unter anderem meine Gedanken zur Situation bei Werder Bremen und Hannover 96 ein. Beginnen wir mit dem SV Werder in diesem Eintrag.

    Wie zufrieden ist man in Bremen mit der Saison, nachdem man viele Lorbeeren geerntet hat, aber nur sieben Spiele gewonnen hat? Ich hatte das Gefühl, dass die Betroffenheit nach dem Spiel in Hamburg nicht nur wegen der Niederlage so groß war, sondern auch weil man realisierte, dass trotz dieser Hinrunde, man außerhalb der Europa-Plätze war.

    medispolis: Dein Eindruck nach dem Hamburg-Spiel ist eigentlich genau richtig beschrieben. Ich denke, bei Werder ist man insgesamt mit der Hinserie zufrieden. Man ist noch in allen Wettbewerben in guter Position. Was die Stimmung ein wenig getrübt hat, waren die eher schwachen Spiele zum Ende der Hinrunde. Beispielhaft die erste Hälfte in Hamburg, die ich fürchterlich schlecht fand. Auch das Auswärtsspiel in Köln hatte man sich sicherlich anders vorgestellt. Blöd für Werder eben auch: Man hat mit Schalke und dem HSV gegen zwei direkte Konkurrenten verloren und dabei relativ deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommen. Ich will grundsätzlich nicht zu viel in Saisonverläufe hineininterpretieren, aber es passt ein wenig, dass Werders Formkurve nach unten ging, nachdem man überzeugend in Freiburg gewonnen hatte und plötzlich einige schon wieder von der Meisterschaft gesprochen haben. Davon ist man jetzt ein ganzes Stück entfernt.

    Der Abgang von Diego wurde mit Marin und Özil kompensiert, weg von einem zentralen Zehner. Insbesondere gegen Ende der Hinrunde hatte ich aber in einigen Interviews den Eindruck, dass Schaaf einem zentralen Zehner noch nachtrauert. Das System ist bereits zur Raute zurückgekehrt. Ist Werder noch aktiv auf der Suche nach einem klassischen Mittelfeldregisseur und daher derzeit nur in einem Zwischenzustand?

    medispolis: Würde mich nicht wundern, wenn Werder im Offensivbereich was auf dem Transfermarkt tun würde. Oder anders formuliert: Nicht völlig auf Teufel komm raus, sondern es muss wieder passen. Bisher schwirtt ja nur ein Name immer wieder herum, nämlich Mario Mandzukic von Dinamo Zagreb, angeblich im Tausch für Moreno und Rosenberg. Würde ich persönlich gut finden, weil ich sowohl von Moreno als auch Rosenberg trotz langer Verletzung mehr erwartet habe. Aber bisher jetzt zu viele unbekannte Variablen im Spiel. Gut, System ist sowas ähnliches wie eine Raute, aber wie ich finde nicht zu vergleichen mit letzter Saison. Meist ist das jetzt ehe ein fünfer Mittelfeld und nur noch eine Spitze und deutlich variabler angelegt. Özil tauscht mal mit Hunt die Seiten, man hat einen etwas offensiveren Part mit Borowski, eher etwas defensiver mit Frings und Daniel Jensen. Je nach Marins Position kann das 4-5-1 oder klassisch 4-4-2 werden. War letzte Saison nie so möglich. Bei allem Lob für die Leistungen von Özil darf man Hunt nicht vergessen, spielt eine tolle Hinrunde.

    Zu Saisonbeginn hatte ich große Fragezeichen hinter Özil und Marin gesetzt, da beide den Sommer mit der U21-EM durchgespielt hatten (Marin wurde seltener eingesetzt, ist aber noch fragiler als Özil). Ich hab auf das Loch gewartet, aber beide haben eine gute Hinrunde absolviert. Reicht bei beiden die Kraft auch noch für die Rückrunde?

    medispolis: Habe so ein bisschen das blöde Gefühl, dass es nicht reichen könnte. Özil hatte schon zum Ende der Hinrunde einige sehr schwache Spiele, wo er müde wirkte. Ich kann mir bei Marin nicht vorstellen, dass er auf dem guten Niveau komplett die Saison durchspielt. Wäre auch nicht schlimm, wenn nicht. Dafür sind genug Alternativen im Mittelfeld.

    Max/@GNetzer: Ich persönlich finde auch, dass gerade bei Özil sehr wohl Leistungsschwankungen zu sehen waren. Bei Marin sowieso (was bei ihm aber meiner Meinung nach auch an taktischer Unbedarftheit liegt – er wirkt manchmal etwas gehemmt aus Angst, seine Defensivaufgaben zu vernachlässigen). Aber Werder hat einfach diesen Claudio Pizarro – und der köpft das Ding nach Ecke/Freistoß einfach mal rein. Solange Pizarro weiter den “Türöffner” in schlechten Spielen mimt, hat Werder kein Problem. Wenn Pizarro allerdings fehlt und Özil einen schlechten Tag hat… nun ja, das hat man ja gegen Ende der Hinrunde gesehen.

    medispolis: Vielleicht nochmal kurz zu den Personalien im Mittelfeld. Ich denke, dass gerade bei Marin und Özil bei der Wiederholung der Hinrundenperformance ein kleines Fragezeichen steht. Aber wie gesagt, im Mittelfeld sehe ich die geringsten Probleme für Werder. Hunt, Jensen, Borowski, Frings, auch Bargfrede können das zusammen einigermaßen kompensieren. Sorgen bei Werder macht mir vor allem der Sturm. Pizarro kränkelt, Almeida und Rosenberg waren lange verletzt und haben längst noch nicht ihre Bestform erreicht, Moreno spielt zu wenig und hat seine Chancen bei bisherigen Einsätzen, vor allem in der Bundesliga, auch nur selten nutzen können.

    Problembereich Angriff, wo Pizarro den Alleinunterhalter spielt. Ist da eine Lösung absehbar oder bleibt es weiterhin beim Flaschendrehen vor dem Spiel, ob nun Marin, Almeida oder Rosenberg an Pizarros Seite spielen?

    medispolis: Optimallösung wäre für mich, wenn man Mandzukic von Zagreb noch holen würde und dann wieder mit zwei Spitzen spielt, was in Konsequenz dann bedeuten würde, dass das Mittelfeldsystem wieder näher an der Raute orientiert ist. Finde ich erstmal nicht schlimm, solange Werder dafür im Sturm mehr Power bekommt und Pizarro auch entlastet wird.

    Max/@GNetzer: In Spielen gegen spielschwächere Gegner: Marin und Pizarro. In Spielen gegen stärkere Gegner: Nur Pizarro oder mit Almeida als Backup. Auf Neuzugänge zu hoffen ist zwar das, was alle Fans tun – aber gerade in der Winterpause ist die Trefferquote der meisten Vereine verheerend. Wenn Pizarro aber fit bleibt, dürfte das nicht zum Problem werden.

    medispolis: Die wichtigste Frage scheint wirklich zu sein, ob Pizarro verletzungsfrei durch die Rückrunde kommt. Für den Auftakt in Frankfurt ist der Einsatz schon mal mehr als fraglich. Gut, ist scheinbar nicht wieder die langwierige Verletzung aus der Hinrunde, aber auch dort hatte seine Rückkehr ja viel länger gedauert als angenommen.

    Thema: Fußball, Werder Bremen | Kommentare (0) | Autor: medispolis

    Premier League 2009/2010: Terminierung der Nachholspiele (Update1)

    Dienstag, 12. Januar 2010 16:48

    Update, Donnerstag 17:21 – Sky überträgt die Nachholspiele von Arsenal, Liverpool und West Ham live. Genaue Sendedaten habe ich unten ergänzt.

    Ich mach einfach mal einen Beitrag auf mit den aktuellen Terminveränderungen in der Premier League inklusive neuer Terminierung der Nachholspiele. Ich aktualisiere das dann über die nächsten Tage hinweg, sobald es neue Informationen gibt.

    Fünf Spiele haben bereits ein neues Datum zur Nachholung bekommen.

    Mittwoch, 20. Januar 2010:

    • 20:45, FC Arsenal – Bolton Wanderers (live ab 20:40, Sky Sport 1)
    • 21:00, FC Liverpool – Tottenham Hotspur (live ab 20:55, Sky Sport 1/Sky Sport HD)

    Samstag, 23. Januar 2010:

    • 16:00, Manchester United – Hull City (live ab 15:55 Uhr, Sky Sport 1)

    Das Spiel war eigentlich auf den Termin in der nächsten Woche (26./27.01.) terminiert worden, wird jetzt aber auf das Wochenende vorverlegt, weil Man Utd unter der Woche das Rückspiel im Carling Cup gegen Man City spielt. Da sowohl Hull als auch Man Utd im FA-Cup schon ausgeschieden sind, ist die Partie das einzige Spiel aus der Premier League an diesem Wochenende. Der Rest hat spielfrei oder ist im FA-Cup aktiv.

    Dienstag, 2. Februar 2010:

    • 20:45, West Ham United – Wolverhampton Wanderers (live ab 20:40, Sky Sport 1/Sky Sport HD)

    Dienstag, 16. Februar 2010:

    • 20:45, Stoke City – Manchester City
    • 21:00, Wigan Athletic – Bolton Wanderers

    Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

    Schwache Regierung, schwache Opposition

    Montag, 11. Januar 2010 20:46

    Ach ja, seit Tagen kennen die politischen Berichterstatter in unserem Land kein anderes Thema als die schwache Führung der Kanzlerin. Lorenz Maroldt stellt im Tagesspielgel der gesamten Regierung samt Koalitionsvertrag ein schlechtes Zeugnis aus. Und die Kritik an Merkel wird auch aus den eigenen Reihen immer lauter.

    Auch mir gefällt dieses ganze Getratsche, Taktieren und das ständige Hin und Her zwischen FDP und CSU überhaupt nicht, mittlerweile nervt es mich sogar und ich lese die Artikel schon gar nicht mehr darüber. Und dass Merkel jetzt dazu nichts sagt, die Kontrahenten weiter machen lässt und sich inhaltlich überhaupt nicht mehr festlegen will, finde ich auch ein wenig bedauerlich (erinnert sei an die im Grundgesetz festgelegte Richtlinienkompetenz der Kanzlerin), überrascht mich jetzt aber nicht so wirklich. Da bleibt jemand seinem Stil eben treu. Und das da jetzt alle drüber herfallen, wird an den Überlegungen und Handlungen von Merkel überhaupt nichts Grundlegendes ändern. Denn sollte sie jetzt umkippen und sich in den inhaltlich umstrittenen Fragen klar positionieren und womöglich damit auch der FDP vors Bein treten, dürfte das eher als Schwäche ausgelegt werden. Aufgrund von medialem Druck und dem Gezerre in den eigenen Reihen umgefallen – kann ich mir bei Angela Merkel einfach nicht vorstellen.

    Und im Prinzip handelt sie zwar nicht unbedingt angemessen für die Rolle einer Bundeskanzlerin, aber auf der anderen Seite stehen dann vor allem auch noch ihre Umfragewerte. Natürlich gibt es Einbußen im persönlichen Standing und dem Ansehen der Bundesregierung, aber immerhin liegt die CDU in Umfragewerte immer noch zwischen 30 und 35 Prozent. Es wäre doch auch mal interessant von den Medien zu hinterfragen, wo die Opposition dieser Tage sich versteckt hat. Wo sind die Alternativvorschläge, wo ist die Kritik, das Aufmerksammachen auf das Fehlverhalten der Regierung? Es ist schlicht nicht exsistent. Oder hat von Ihnen irgendeiner schon mal den SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier zuletzt vor der Kamera gesehen? Totale Fehlanzeige. Die Grünen sind derweil mit ihrem 30. Geburtstag beschäftigt und in der Linkspartei dreht sich das Personalkarussell und man hebt alte Gräben zwischen Ost und West wieder aus. So stelle ich mir Oppostionsarbeit auch nicht gerade vor.

    Wenn man so will: Schwache Regierung, teilweise noch schwächere Opposition. Schade, dass die Medien bis jetzt sich nur auf die Exekutive eingeschlagen haben. Aber solange das so weitergeht, kann sich Angela Merkel ganz in Ruhe weiter in ihrem Kanzleramt verstecken und muss außer ein paar mahnenden Stimmen, dass man so doch nicht regieren könne, nichts befürchten. Schöner Beruf. Hätte ich auch gerne.

    Thema: Politik National | Kommentare (3) | Autor: medispolis

    NRW-Wahl 2010: Parteien im Netz zwar präsent, aber noch ausbaufähig

    Sonntag, 10. Januar 2010 19:27

    Heute in genau vier Monaten, am 09. Mai 2010, wählt das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands, Nordrhein-Westfalen, einen neuen Landtag. 187 Abgeordnete sitzen derzeit im Landtag in Düsseldorf am Rhein und wollen dort auch gerne nach dem zweiten Sonntag im Mai noch sitzen. Da ich nach meinem Umzug meinen Erstwohnsitz nach Düsseldorf verlegt habe, bin ich auch wahlberechtigt und werde die nächsten Wochen bis zur Landtagswahl hier in einigen Beiträgen über die Entwicklungen bis zum Wahltag berichten.

    Ich dachte mir, dass vier Monate vor der Landtagswahl der ideale Zeitpunkt sei um mal zu schauen, wie die Parteien bisher im Internet präsent sind, also Online-Auftritte, Blogs, Foren und die Präsenz in sozialen Netzwerken. Und bevor jetzt wieder alle rufen, dass das Thema Online-Wahlkampf völlig ausgelutscht sei, möchte ich darauf hinweisen, dass ich das ähnlich sehe. Es gab auch vor dem Hintergrund der Obama-Kampagne einen Hype um das Web 2.0 in Deutschland, der an Realitäten im politischen System der BRD ein wenig vorbeiging und auch viel zu hohe Erwartungen an die Resonanz der interessierten Nutzer stellte. Viele sind zwar bereit sich als Unterstützer für Merkel oder Steinmeier zu registrieren, aber von Haustür zu Haustür laufen eben nur die wenigsten und keine Massen wie bei Obama. Von daher wäre es passend, wenn wir bei zukünftiger Diskussion über Online-Aktivitäten der deutschen Parteien vielleicht zwei Stufen niedriger kochen. Aber da sollte meiner Meinung dann auch ein perfekter Auftritt zustande kommen. Online ist aus dem modernen Wahlkampf nicht mehr wegzudenken. Und ich bin ja mal gespannt, ob es endlich ein Kandidat oder eine Partei schafft ein lesbares und interessantes Wahlkampfblog zu starten, indem über Eindrücke aus dem Wahlkampf berichtet wird, Bilder und Videos hochgeladen werden und gleichzeitig auch noch auf interessante Artikel und Interviews hingewiesen werden kann. Ich lasse mich da mal überraschen. Man muss auch nicht alles machen. Qualität vor Quantität im Online-Wahlkampf. Lieber eine Wahlkampfplattform richtig gut, als viele nur halbherzig mit Inhalten bedienen.

    Fürs erste heute erstmal keine umfassende Wertung über die derzeitigen Online-Aktivitäten, sondern eine Übersicht, wie CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei und ihre Spitzenkandidaten vier Monate vor der Wahl im Netz positioniert sind.

    CDU

    Die Internetseite des CDU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gehört schon mal zu den besseren Erscheinungen, übersichtlich, nicht zu überladen und die wichtigsten Punkte sind schnell zu finden. Es gibt Verweise auf die Präsenz in den sozialen Netzwerken auf CDU NRW TV – ein neues Format der politischen Kommunikation, so der Claim – das auf den ersten Blick so aussieht, als würde es komplett in den eigenen Internetauftritt integriert sein, beim Anklicken der Videos dann aber ersichtlich, dass es doch ein eigener Youtube-Channel ist. Zum Inhalt und Präsentation der Videos sage ich einfach mal nichts. Wer sich eine eigene Meinung bilden will, darf es sich aber gerne anschauen.

    Die Seite des Ministerpräsidenten sieht ansprechend aus, vielleicht ein wenig zu hell mit den ganzen Elementen, aber inhaltlich finde ich das völlig okay und von den Terminen her auch stets aktuell. “Meine Seite ist ihre Seite” ist natürlich ein wenig übertrieben, denn außer eines Kontaktformulars findet wenig direkter Dialog mit dem Spitzenkandidaten statt. Von dem Web-Auftritt gibt es in der Headline direkt zu den Präsenzen von Rüttgers in den sozialen Netzwerken, zum Beispiel zu Facebook, wo er immerhin 2.541 Supporter auf sich verzeichnen kann. Fotos werden relativ zeitnah hochgeladen, aber der Einsatz von Videos ist noch ausbaubar. Und die Einträge auf den Pinnwänden lesen sich wie Ausschnitte aus Pressemitteilungen im Gegensatz zu einer persönlichen und direkten Ansprache an seine Unterstützer. Finde ich ausbaufähig. Ähnliches lässt sich auf der meinVZ-Präsenz feststellen, wo Rüttgers knapp 1700 Unterstützer hat. Die Nordrhein-Westfalen CDU hat auch ein eigenes Blog, das sogar relativ regelmäßig aktualisiert wurde, zumindest im alten Jahr. Blogroll so gut wie nicht exsistent, aber zumindest ein Fundament um auch per Weblog über den Wahlkampf zu berichten. Mal sehen, ob es genutzt wird.

    SPD

    Wenn man ein wenig mehr auf dunkle Farben setzt, stößt man auf die Seite der NRW SPD, die ich schwieriger zu lesen finde. Navigationsleisten an den Seiten wären sehr viel vorteilhafter, wenn man einen ersten Überblick über die Inhalte bekommen möchte, muss man wirklich ganz nach unten scrollen. Aber auch hier habe ich schon sehr viel schlechtere Web-Auftritte gesehen, es ist zumindest eine klare eigene Handschrift zu erkennen. Hinweise auf den Seiten in sozialen Netzwerken und auf die Konten bei twitter, flickr, facebook und youtube findet man ganz unten, irgendwo versteckt. Hat man Angst davor, dass das entdeckt wird? Immerhin sind sie vorhanden, auch wenn man vom einmaligen Lesen den Eindruck bekommt, dass sie eher selten genutzt werden und viel häufiger aktualisert werden könnten. Es gibt doch sicherlich auch nach dem 17. November visuelle Eindrücke aus der NRW SPD um nur ein Beispiel zu nennen. Aber sind Strukturen vorhanden, die für den Wahlkampf genutzt werden können.

    Was gar nicht geht und bei mir fast Augenkrebs verursacht, ist die Seite der Spitzenkandidatin der SPD, Hannelore Kraft, die schlicht gar nicht geht. Optisch wie inhaltlich. Termine und Bilder seit August nicht mehr aktualisiert, der letzte Tätigkeitsbericht stammt aus 20007/2008. Ich denke mir da jetzt mal nichts Böses. Aber da muss aus meiner Sicht noch ganz viel aufgeholt werden. Die Seite und der gesamte Auftritt im Web – wo ist der Hinweis auf die sozialen Netzwerke? – wirkt blass. Und sowas kann dann auch ganz schnell auf die Spitzenkandidaten abfärben. Wirklich positiv hervorzuheben ist das NRW SPD Blog, das es jetzt schon über vier Jahre lang gibt und eine Nische nutzt um auf eigene politische Programme und Fehler des politischen Gegners aufmerksam zu machen. Nett gemeint ist auch radio.nrwspd.de als Videoplattform oder sogar Podcast, lässt aber eine Aktualisierung dringend erforderlich erscheinen.

    FDP

    Die Seite der NRW FDP gefällt mir, nicht unbedingt, weil es jetzt vom optischen Eindruck sensationell gut ist, sondern eher schlicht, aber gut, sondern weil man scheinbar ein wenig an den geneigten Besucher denkt und einige Instrumente anbietet, die das Recherchieren über Positionen der FDP leicht macht. Richtig gut finde ich die Tagcloud als eine Art Stichwortverzeichnis, ein funktionierender RSS-Feed (ja, das ist auf Parteiseiten immer noch die Ausnahme!), man kann Artikel bookmarken, und eine nach Postleitzahlen gegliederte Übersicht über Aktivitäten der FDP vor Ort findet man auch. So hilft man einem interessierten und vielleicht sogar noch unentschlossenen Wähler weiter. Man hat einen eigenen Twitter-Account, der aber leider nur als besserer RSS-Feed bedient wird und noch wenig zum Dialog mit den Wählern einlädt. Der Landesverband hat einen eigenen Youtube-Channel, der mal mehr, mal weniger bedient wird und auch hauptsächlich nur Parteitagsreden enthält. Ein wenig ausbaufähig. Es scheint auch zwei Podcastangebote zu geben, das eine ist nahezu deckungsgleich mit den Inhalten der Videos auf Youtube, das andere liberal.nrw ist seit September nicht mehr aktualisiert worden. Ein Weblog und Hinweise auf Aktivitäten in sozialen Netzwerken habe ich nicht gefunden.

    Bündnis 90/Die Grünen

    Schon wenn man das erste Mal auf die Homepage der NRW Grünen klickt, fallen einem die zahlreichen Angebote ins Auge. Die Seite ließ sich optisch sicherlich noch ein wenig auffrischen, ist aber ansonsten schön übersichtlich, alles wichtige ist schnell zu finden und vor allem gut erkennbar. Man muss nicht erst das Kleingedruckte wie bei der SPD lesen, um die Web 2.0 Aktivitäten aufzusuchen. Die stehen erstaunlich präsent auf der Seite. Auffällig der gut genutzte und gepflegte Twitter-Acount, der eben auch zum Dialog genutzt wird und nicht nur ein besserer RSS-Feed ist. Klasse finde ich das Presseblog, wo für jeden Wochentag die wichtigsten politischen Nachrichten für NRW, auch aus überregionalen Tageszeitungen, gesammelt werden. Dazu noch eine funktionierende Tagcloud – wunderbar. Dazu gibt es für längere und politischere Einschätzungen noch ein separates Grüne NRW Blog. Positiv zu erwähnen ist die Autorenvorstellung, ich weiß also, an wen ich mich direkt wenden kann für weitere Fragen. Und es gibt eine durchaus umfangreiche Linkiste mit weiteren Blog-Verweisen. Neben dem Youtube-Channel sind die NRW Grünen auch auf Facebook vertreten. Und auch wenn nur knapp 500 Unterstützer die Einträge regelmäßig verfolgen, herrscht doch schon so etwas wie eine kleine Dialogkultur. Auch alles noch ein wenig ausbaufähig, aber ansonsten setzten die NRW Grünen bei den Web 2.0 Aktivitäten auf Landesbene hier einen klaren Maßstab. Gefällt mir gut und so wie ich das von außen einschätzen kann, wird das während des Wahlkampfs auch intensiv genutzt.

    DIE LINKE

    Deutlich weniger umfangreich sind die Online-Aktivitäten der Linkspartei. Auch die Homepage der Linke finde ich zu textüberladen. Da wird innerhalb des Fließtextes noch unterschieden zwischen Landes- und Kommunalpolitik. Da würden sich zwei verschiedene Menüpunkte zur Aufteilung doch sehr viel besser anbieten. Immerhin wird nicht unübersehbar auf das Wahlprogramm 2010 in Kurz- und Langfassung hingewiesen. Es ist gut zu sehen, wie viele Infos die Linkspartei ins Netz stellen möchte, aber an der Aufteilung und einer klaren Gliederung/Strukturierung mangelt es noch. Ansonsten finde ich auf den ersten Blick und auch nach genauerem Hinschauen keine weiteren Online-Aktivitäten, die sich ausschließlich auf die Landespolitik und den NRW-Landesverband beziehen. Es gibt zwar Hinweise auf die Community linksaktiv.de und einen Youtube-Channel der Linkspartei. Beides sind aber Angebote, die klar der Bundesebene zugeordnet werden können.

    Zusammengefasst lässt sich also feststellen, dass mit Ausnahme der Linkspartei alle Parteien in unterschiedlichem Umfang Angebote, Strukturen und Plattformen im Web installiert haben, die Voraussetzungen für umfangreiche und qualitativ gute Online-Aktivitäten im Wahlkampf sind also gegeben, wenn sie denn von den Parteien auch genutzt werden wollen. Nimmt man das komplette Angebot, fallen vor allem die Grünen in ihrer Breite positiv auf, auch weil das qualitativ wirklich mit viel Engagement und Einsatz gepflegt wird. Bei der FDP sind gute und sehr benutzerfreundliche Ansätze zu finden. CDU und SPD, also die beiden großen mitgliederstarken Parteien, haben vielversprechende Angebote, müssen aber noch regelmäßiger und intensiver diese nutzen und aktualisieren, bei der CDU zum Beispiel bei der Verlinkung des Blogs, die SPD bei der Aufmachung auf ihrer Website. Wenn die Web 2.0 Angebote auch genutzt werden wollen, müssen sie viel stärker in Szene gesetzt werden. Größte Baustelle für die Sozialdemokraten: Die Seite der Spitzenkandidatin Hannelore Kraft. Als interessierter Wähler würde ich da nicht länger als fünf Sekunden verbleiben wollen.

    Thema: Wahlen und Umfragen | Kommentare (1) | Autor: medispolis

    Premier League 2009/2010 #21, FC Arsenal – FC Everton 2:2

    Samstag, 9. Januar 2010 18:04

    Man mochte es kaum glauben bei der Flut der Absagen am Freitag und heutigen Morgen, dass überhaupt noch an diesem Premier League Spieltag gekickt wurde. Aber zwei Partien gab es dann doch noch an diesem Samstagnachmittag. Wenn man so will das Verfolgerduell um den zweiten Platz zwischen dem FC Arsenal und Manchester United. Die Red Devils lagen zwei Punkte und ein Spiel vor den Gunners.

    Die Londoner machten in der Partie am Samstagnachmittag um 16:00 Uhr deutscher Zeit den Anfang. Gegner der FC Everton, die zuletzt durch fünf Spiele ohne Niederlage und dem 2:0 gegen Burnley ein wenig aus dem Abstiegskeller befreien konnten. Für Arsenal ging es schlicht um drei Punkte für ein noch näheres Heranrücken an den FC Chelsea. Arsene Wenger machte sechs Veränderungen gegenüber dem Sieg im FA-Cup bei West Ham United, brachte unter anderem Arshavin, Nasri und Diaby ins Teams zurück. Denilson kehrte nach seiner Rückenverletzung zurück und ersetzte den zum Afrika-Cup gereisten Song. Schneegestöber im Emirates Stadium, das im zweiten Durchgang noch stärker werden sollte und für sehr ungemütliche 90 Minuten auf dem grünen Rasen sorgte.

    Es war in den ersten 45 Minuten ein Spiel, das ganz klar vom FC Everton dominiert wurde, nicht unbedingt bezüglich Anzahl von Torchancen, Ecken oder Ballbesitz. Den hatte Arsenal sogar mehr. Dennoch hatten es die Toffees exzellent verstanden, die Räume eng zu machen und die Gunners immer wieder am Kombinieren zu hindern. So konnten die Gastgeber ihr schnelles und druckvolles Offensivspiel nie wirklich aufziehen, immer war sofort ein Gegenspieler bei den Rot-Weißen und verhinderten das gefährliche Zuspiel. Everton schaffte es Arsenal fast komplett vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Dennoch hatte man immer wieder auch Zeit offensiv Akzente zu setzen. Folgerichtig die Führung für die Gäste in der 12. Minute, als nach einer Ecke von Donovan Leon Osman sich gegen Gallas im Strafraum durchsetzte und völlig frei einköpfte. Arsenal wirkte ein wenig geschockt, viele Zuspiele fanden keinen Abnehmer, immer wieder gab es Fehler im Spielaufbau. Die Mitte war komplett zugestellt und Flügelspiel war noch nie die Stärke der Gunners in dieser Saison. Mit Glück kam man zum Ausgleich in der 28. Minute, als nach guter Kombination von Arshavin und Eduardo der Ball bei Denilson landet und der Schuss des Brasilianer unhaltbar für Tim Howard abgefälscht wurde. Wer glaubte, dass danach ein offensives Feuerwerk von den Londonern abgebrannt wurde, sah sich getäuscht. Everton stand defensiv wie eine Eins, eine der besten Defensivleistungen, die ich seit langem gesehen habe mit viel Einsatz, fairem Kampf und Leidenschaft.  Mit einem für Arsenal etwas glücklichen Remis ging es in die Kabinen.

    Die ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit kann man eigentlich getrost zu den Akten legen, weil nicht viel passierte. Everton hatte immer noch Luft diese exzellente Defensivarbeit fortzusetzen und Arsenal fiel herzlich wenig ein. Zu wenig Tempo, zu wenig gute Ideen, häufig schlechte Umsetzung. Ramsey, heute mit ganz vielen Fehlern, wurde nach 65 Minuten durch Rosicky ersetzt. Dann kam ein wenig mehr Leben ins Stadion. Flanke von Traore, die Eduardo in der Mitte nur knapp verpasst. Anschließend Ecke von Arshavin, Vermalen um ein Haar mit dem Kopfball. Arsenal erhöhte nochmal den Druck 15 Minuten vor Spielende, Everton in der Offensive nicht mehr präsent. Oder nur noch in Ausnahmefällen, als sich Cahill auf rechts toll gegen Gallas durchsetzte, in der Mitte aber keinen Abnehmer fand. Und wie das dann halt nun so ist im Fußball. Arsenal wirft alles nach vorne, ein Mann zur Absicherung und dann ist Pienaar nach feinem Zuspiel von Cahill frei vor Almunia und hat die Coolness den Ball über den Spanier zu lupfen zum 2:1 für Everton. Und das war nicht unverdient. Und ist ehe nicht alles schon schlimm genug, sackte Denilson am Mittelkreis ohne Einwirkung des Gegners zusammen und leitete damit einen gefährlichen Konter für Everton ein, den James Vaughan nicht abschließen konnte. Denilson musste mit der Trage vom Platz gebracht werden, Merida kam für ihn in die Partie.

    Fünf Minuten Nachspielzeit waren angezeigt und in der dritten Minute der Nachspielzeit schafft es Arsenal dann endlich mal durch die Mitte den Abwehrriegel zu knacken. Rosicky vollendet mit einem angefälschten Schuss eine schöne Kombination durch das präzise Zuspiel von Diaby. Und plötzlich drehte Arsenal richtig auf, stellte Tim Howard unter Dauerbeschuss – aber am Ende ging der Ball nicht mehr ins Tor. Everton hatte sogar nochmal die Gelegenheit zum Kontern, Almunia war aber rechtzeitig am Ball, hatte dabei aber Traore mit umgeräumt. Am Ende eine tolle, spannende und dramatische letzte zweite Hälfte. Arsenal mit dem Punkt ganz gut bedient, der insgesamt für die Ambitionen der Gunners natürlich zu wenig ist. Mit dergleichen Spielzahl liegt man jetzt drei Punkte hinter Chelsea und einen hinter Manchester United. Everton zeigte über fast 90 Minuten eine nahezu perfekte defensive Leistung und nutzte selbst die defensiven Fehler der Gunners eiskalt aus. Aus Arsenal-Sicht klappte heute nur wenig, insbesondere Nasri und Ramsey standen doch häufig neben sich. Kompliment an Everton für eine couragierte Vorstellung. Noch völlig unklar bleibt, was mit Denilson geschehen ist. Eine weitere Verletzung würde Arsenal in Abwesenheit von Song sicherlich schwächen und ein weiteres Indiz dafür sein, dass Wenger noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden müsste.

    Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis

    Premier League 2009/2010 Preview #21 – Abgesang auf die Red Devils (Update4)

    Freitag, 8. Januar 2010 15:56

    Update, Samstag 15:38: Auch der Sonntag ist jetzt frei von Premier League. West Ham gegen die Wolves für Sonntagnachmittag ebenfalls abgesagt. Damit heute zwei Spiele, die auch stattfinden werden, und das Monday Night Game in Eastlands.

    Update, Samstag 09:35: Guten Morgen. Nächste Spielabsage in der Premier League. Nach eingehender Prüfung heute Morgen ist auch die Partie Wigan Athletic gegen Aston Villa abgesagt worden. Die Rasenheizung arbeitet fehlerhaft. Damit nur noch zwei Spiele heute am Samstag. Arsenal gegen Everton und Birmingham-Man Utd. Beide Spiele sollen aber stattfinden. Sky überträgt ab 15:55 Uhr.

    Update, Freitag 19h07: Auch die Partie Hull City gegen Chelsea, für Samstag 13:45 Uhr angesetzt und als Live-Übertragung bei Sky geplant, fällt dem Wetter zum Opfer und ist abgesagt worden.

    Update, Freitag 17h04: Liverpool gegen Tottenham am Sonntagnachmittag, unter anderem für eine Live-Übertragung bei Sky geplant, ist nun offiziell abgesagt worden. Die Umgebung und Zufahrtswege zur Anfield Road sind weiterhin vereist. Quelle: Pressemitteilung des FC Liverpool

    Es ist ein Spieltag, der zum großen Teil dem Winterwetter zum Opfer fällt. Nach den starken Schneefällen der letzten Tage auf der Insel und dem anschließenden Kälteeinbruch sind viele Zufahrtswege zu den Stadien vereist. Die Heimteams wollen das Risiko von Verletzungen der Fans durch Stürze im Stadion oder auf der An- und Abreise nicht tragen und haben deshalb die Spiele verlegt. Der Rasen scheint dabei nicht das größte Problem zu sein. Viele Spielfelder sind in den letzten Tagen freigeräumt worden und auch bespielbar.

    Stand heute Nachmittag 16:00 Uhr deutscher Zeit sind bisher drei Ansetzungen abgesagt worden. Sunderland gegen Bolton (Samstag 16h00, offizielle Erklärung des Vereins), Fulham gegen Portsmouth (Samstag 16h00, Erklärung der Cottagers) und zudem Burnley gegen Stoke (ebenfalls Samstag 16h00, Statement der Clarets). Weitere Spiele stehen ebenfalls vor der Absage. So soll Liverpool aufgrund vereister Zufahrtswege um eine Spielverlegung gebeten haben. Offiziell findet das Spiel aber noch statt. Ich werde über das Wochenende die neusten Entwicklungen an den Beginn des Eintrags schreiben. Und dann wollen wir mal hoffen, dass es noch genug Premier League Fußball am Wochenende gibt.

    Hull City – FC Chelsea (abgesagt!)

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Samstag 13h40, Kommentar: Marco Hagemann

    Der FC Chelsea geht als Tabellenführer ins Premier League Jahr 2010, und das immer noch mit zwei Punkten Vorsprung, weil Arsenals Nachholspiel abgesagt wurde. Aber Chelsea spielt alles andere als souverän wie zu Beginn der Saison. Nur neun Punkte aus den letzten fünf Spielen stehen auf dem Konto, darunter mühsame Siege gegen Portsmouth und Fulham. Insbesondere die Abwehr kristalliert sich immer mehr zum Sorgenkind heraus. Torwart Cech hat ein ums andere Mal Probleme beim Rauslaufen, Terry, Carvalho und Alex sind ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt. Und nun müssen die Blues auch noch auf eine Reihe Stammspieler wegen des Afrika-Cup verzichten. Drogba, Essien, Obi Mikel und Salomon Kalou sind alle auf einem anderen Kontinent. Dafür kehrt Anelka nach seiner Oberschenkelverletzung wieder zurück und wird gegen Hull wohl auch einzige Spitze sein. Bosingwa und Deco fehlen weiter verletzt, jetzt müssen also Lampard, Ballack und Malouda mal wieder Verantwortung übernehmen. Hull City, derzeit Tabellenvorletzter, steckt wie so viele Teams in akuter Abstiegsgefahr. Drei Punkte aus den letzten sechs Spielen stehen auf der Habenseite, letzte Woche gab es eine Klatsche im FA-Cup gegen Ligakonkurrent Wigan, wenngleich Phil Brown dort nur mit einer B-Elf auflief. Von daher kommen für die Partie gegen Chelsea wieder alle Stammspieler ins Team zurück. Geovanni bekommt mal wieder eine Chance von Beginn an, der Einsatz von Dean Marney ist fraglich. Gerüchte gab es unter der Woche bezüglich eines möglichen Verkaufs von Stephen Hunt, damit Hull die Gehaltszahlungen ein wenig einschränken kann und Geld einnimmt. Phil Brown hat das gegenüber Sky Sports aber dementiert.

    FC Arsenal – FC Everton

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Samstag 15h55, Kommentar: Andreas Renner

    So ganz langsam lichtet sich das Lazarett an Verletzten bei den Gunners. Laut Angaben von Arsene Wenger wird Cesc Fabregas in einer Woche beim Auswärtsspiel gegen Bolton wieder zurückkehren, Gael Clichy und Niklas Bendtner sollen kommende Woche wieder ins Training einsteigen. Thomas Rosicky ist bereits für das Spiel am Samstag wieder fit. Wenger hat seine Aktivitäten auf dem Transfermarkt immer auch vom Fortschritt der Genesung des Dänen abhängig gemacht. Digger Matt Scott berichtet heute, dass Arsenal genug Frischgeld auf dem Konto für umfangreiche Transfertätigkeiten hat. Mal sehen, was Wenger aus dem Hut zaubert. Zunächst steht erstmal das Heimspiel gegen Everton an, die ihrerseits diese Saison auch von Verletzungen gebeutelt waren. Augenmerk auf das Leihgeschäft der Toffees. US-Boy Landon Donovan könnte sein Debüt geben. Dafür ist die Offensivabteilung ein wenig dezimiert. Yakubu ist in Afrika, Jo fehlt gesperrt, der Einsatz von Saha ist fraglich.

    Wigan Athletic – Aston Villa (abgesagt!)

    Ist Aston Villa wirklich ein Kandidat für die Top Four? Nach der deutlichen Niederlage beim FC Arsenal setzte es dann auch gegen den direkten Konkurrenten Liverpool die 0:1-Heimniederlage. Villa damit nur noch auf dem sechsten Platz. Liverpool, Tottenham und Manchester City streiten kräftig mit. Von daher wird es interessant zu sehen sein, wie Martin O’Neill sein Team nach den Niederlagen wieder aufgebaut hat. Ein Sieg ist eigentlich zwingend erforderlich, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Drei Punkte braucht aber auch Wigan, die nur einem Punkt vom ersten Abstiegsplatz entfernt sind. Beide Teams stehen in Bestbesetzung, bei den Latics kommt Vladimir Stojkovic als Neuzugang gleich zu seinem ersten Einsatz im Tor. Der Serbe kam von Sporting Lissabon.

    Birmingham City – Manchester United

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Samstag 18h25, Kommentar: Markus Gaupp

    Es ist ja schon fast ein kleines Wintermärchen in Birmingham. City könnte bei einem Punktgewinn gegen den englischen Meister zum zwölften Mal in Folge ungeschlagen bleiben und damit einen neuen Vereinsrekord aufstellen. Bei den Blues fehlen Lee Carsley und Stuart Parnaby. Trotzdem kann Trainer Alex McLeish zum neunten Mal in Folge mit derselben Startelf spielen. Und das dürfte auch schon das Hauptkriterium für den Erfolg der vergangenen Wochen sein. Ganz anders die Situation bei Manchester United. Man verlor drei der letzten sechs Pflichtspiele wettbewerbsübergreifend. Raphael Honigstein unternimmt bei Spox schon mal den Abgesang auf die Red Devils für die nächsten Jahre. Ganz klar ist: Trotz zweitem Platz hat man immer so ein bisschen das Gefühl und den Eindruck, dass Man Utd ein wenig auf dem absteigenden Ast ist. Eine solch blamable Vorstellung wie zuletzt beim 0:3 in Fulham hätte es vor ein, zwei Jahren nicht gegeben. Und wenn McLeish sein Team gut vorbereitet hat, dürfte das Video von der Niederlage der Red Devils im Südwesten Londons öfter angeschaut worden. Bei den Gästen fehlt Nemanja Vidic wegen eines eingeklemmten Nervs kurzfristig aus.

    West Ham United – Wolverhampton Wanderers (abgesagt!)

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Sonntag 14h25, Kommentar: Marcel Meinert

    Der Sonntagnachmittag eröffnet mit einem echten Duell im Tabellenkeller. Platz 17 mit 18 Punkten empfängt im Upton Park Platz 15 mit 19 Punkten. Insbesondere für die Hammers also ein imminent wichtiges Spiel, möchte man vor allem auch die dürftige Leistung gegen die Spurs im letzten Premier League Spiel vergessen machen. Das man zumindest spielerisch und kämpferisch zwei Klassen besser agieren kann, hat man im FA-Cup gegen Arsenal gezeigt, auch wenn es am Ende wieder eine Niederlage setzte. Bei West Ham kehren Marc Noble und Scott Parker, der beim Spiel gegen die Spurs frühzeitig den Platz verlassen musste, wiede zurück in den Kader. Bei den Wolves ist Stürmer Kevin Doyle wieder fit.

    FC Liverpool – Tottenham Hotspur (abgesagt!)

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Sonntag 16h55, Kommentar: Oliver Faßnacht

    Und aus dem Abstiegskeller geht es dann wieder in die obere Tabellenhälfte. Liverpool liegt nach dem nicht besonders schönen, aber effektiven 1:0 bei Aston Villa wieder voll im Plan. Mit einem Sieg gegen die Spurs am Sonntag würde man auf einen Punkt an Tottenham ranrücken. Und die Welt an der Anfield Road würde schon wieder ganz anders aussehen. Sechs Punkte aus den Duellen gegen Villa und die Spurs wäre zumindest vorübergehend eine klare Ansage an die Konkurrenz um den vierten Platz. Einer weg, einer neu da. Andrea Dossena wechselt in die Serie A zu Napoli, dafür steht der Transfer von Maxi Rodriguez von Atletico Madrid an die Anfield Road kurz vor der Vollendung. Beide Teams haben einen schmerzhaften Ausfall zu verzeichnen. Bei den Reds ist die größte Baustelle weiterhin die Rechtsverteidigerposition. Nach der schweren Verletzung von Glen Johnson, der bis Mitte März fehlen wird, dürfte Stephen Darby sein Premier League Debüt von Beginn an geben. Bei den Spurs fehlt Aaron Lennon.

    Manchester City – Blackburn Rovers

    Sky Sport 1/Sky Sport HD, Montag 20:55 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

    Sagen wir es mal so: Der Start von Roberto Mancini bei City hätte sehr viel schlimmer verlaufen können. Drei Pflichtspiele, drei Siege, darunter bei Middlesbrough im FA Cup. Spielerisch nicht besonders überzeugend, aber immerhin erfolgreich. Und man hat ja noch ein Spiel weniger als die Konkurrenz. Mit einem Sieg gegen die Rovers würde man also einen ersten Schritt machen, sich dauerhaft auf dem vierten Platz einzurichten. Fast täglich werden ja neue Transfergerüchte in Eastlands gestreut. Jetzt konnte Mancini seinen ersten Transfer in trockene Tücher bringen. Patrick Viera kehrt nach seiner erfolgreichen Zeit beim FC Arsenal zurück in die Premier League. Der 33-jährige Franzose unterschreibt zunächst einen Vertrag für sechs Monate mit der Möglichkeit den Kontrakt um ein weiteres Jahr zu verlängern. Viera soll 100.000 Pfund pro Woche verdienen und könnte bereits am Montag in der Startelf stehen. Blackburn mit nur vier Punkten aus den letzten sechs Ligaspielen steht unter Druck. Mit einer Niederlage würde man wieder ganz nah an die bedrohte Zone rutschen. Entsprechend heikel sieht Manager Sam Allardyce die Situation: “Der Schlüssel liegt in einem positiven Ergebnis für uns gegen Manchester City und dann einem Sieg gegen Aston Villa. Dies wird der Anfang sein, der uns zeigt, wie gut oder schwierig die kommenden Wochen werden.” Während bei den Rovers nur El Hadj-Diouf gesperrt fehlt, muss City auf acht Stammspieler verzichten. Kolo Toure und Adebayor sind beim Afrika-Cup, zudem fehlen unter anderem Stephen Ireland, Joleon Lescott, Shaun Wright-Philipps und Wayne Bridge. Aber man hat ja Viera.

    Genaue Termine für die Nachholspiele gibt es noch nicht. Auch die Mittwoch ausgefallene Partie von Arsenal gegen Bolton ist noch nicht neu terminiert. Nächsten Donnerstag, 14. Januar, spielen Aston Villa und Blackburn erstmal das Carling Cup Hinspiel. Die Premier League geht dann weiter am kommenden Wochenende. Solange das Wetter mitspielt.

    Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

    Das Bahn-Wort zum Donnerstag

    Donnerstag, 7. Januar 2010 13:33

    Die Deutsche Bahn AG steht mal wieder von allen Seiten kräftig unter Beschuss. Erst die großen Verspätungen und zahlreichen Ausfälle aufgrund des Winterwetters und jetzt ist seit Tagen wegen zwei Güterzugunfällen mit erheblichen Einschränkungen und Verspätungen auf der Verbindung Ruhrgebiet-Hannover-Berlin zu rechnen.

    Auch ich war von der Sperrung der Strecke in Westfalen am Dienstag auf meiner Rückreise von Hannover nach Düsseldorf betroffen. Am Ende war ich über zwei Stunden später an meinem Ziel. Ich habe überhaupt nichts dagegen und finde es auch überhaupt nicht schlimm, wenn die Bahn aufgrund der extremen Witterung mit Kälte und Schnee nicht pünktlich fahren kann. Und dass dann wegen der hohen Taktdichte und der vielen Züge im Streckennetz einiges aus dem Ruder läuft, finde ich völlig okay. Das ist eben höhere Gewalt bei der sensiblen Technik. Und da habe ich dann auch vollstes Verständnis, wenn man nur schwer die Fahrgäste darüber informieren kann, wie die Reise weitergeht.

    Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, was mich seit Tagen immer noch verärgert und wo die Bahn bei mir immer mehr Kredit und Glaubwürdigkeit verspielt, ist der schlichte Servicegedanken und das Umgehen mit dem Kunden, was scheinbar hinter wirtschaftlichen Gewinnprognosen immer weiter zurückgedrängt wird. Wenn ein vollbesetzter Regionalexpress mit fünf Doppelstockwagen aufgrund einer Streckensperrung seine Fahrt nicht fortsetzen kann und ein Ersatzverkehr mit Bussen notwendig ist, dann kann ich da nicht nur zwei kleine Linienbusse für über 300 Fahrgäste hinstellen. Das begreife ich einfach nicht. Und wohlgemerkt bestand die Streckensperrung bereits seit über 10 Stunden. Man hätte also genug Zeit gehabt, Busse und Personal zu besorgen, wenn man denn will.

    Ich habe das komische Gefühl, dass bei der Deutschen Bahn AG sich, was Service und Kundenzufriedenheit angeht, langsam totgespart wird, nur um möglichst viel Gewinn und später Rendite mitzunehmen. Das fängt damit an, dass man an Endstationen der Nahverkehrszüge nur noch selten die Mülleimer im Wagen leert. Und dass endet eben bei so selbstverständlichen Dingen wie einer guten Betreuung der Fahrgäste, sollte es zu Sperrungen und Ausfällen kommen. Das darf ich bei einem Unternehmen, das im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro Gewinn machen wird, aber wohl erwarten!

    Überhaupt scheint mir das Unternehmen auf Krisen, Zwischenfälle und unvorhergesehene Ereignisse nur unzureichend vorbereitet. Da sollte es doch sowas wie Krisenpläne geben mit konkreten Schritten, die zum Beispiel bei längeren Streckensperrungen sofort einzuleiten sind. Aber dafür braucht man natürlich Personal, das nur unnötig kostet. Als kurz vor Weihnachten eine Computerpanne in einem Stellwerk den Zugverkehr in und um Hannover einen halben Tag lahm legte, war die Bahn mit der Situation schlicht überfordert und wusste nicht mehr weiter.

    Auch wenn das ein extremes Beispiel ist, soll es aber deutlich machen, dass sicherlich viele Fahrgäste – auch wie ich – für Störungen und Verspätungen vollstes Verständnis haben, gerade bei schwierigen Witterungsverhältnisse. Was mir aber insbesondere immer mehr gegen den Strich geht bei der Bahn AG, ist diese Dreistigkeit, wie mit Fahrgästen servicemäßig bei größeren Störungen umgegangen wird. Da hat die Bahn dringend Nachholbedarf – und den gibt es eben nur mit einer neuen Kundenphilosophie und mit Geld, welches aber vorhanden ist. Und was nützt es mir, wenn die Bahn irgendwann mal an der Börse ist, und für 300 Fahrgäste zwei kleine Linienbusse bereitgestellt werden. Wird Zeit, dass das Verhalten der Bahn auch mal wieder auf die politische Agenda gebracht wird. Herr Ramsauer, es reicht leider nicht, nur einmal medienwirksam bei dieser Sache den Mund aufzumachen. Taten müssen folgen, bei der Bahn und in der Verkehrspolitik. Im Sinne der zahlenden Fahrgäste.

    Thema: Wirtschaft | Kommentare (1) | Autor: medispolis

    Premier League 2009/2010 #17, Stoke City – FC Fulham

    Dienstag, 5. Januar 2010 20:20

    [22h40] Endstand Stoke City – FC Fulham 3:2

    Richtig spannendes Spiel, wenn auch gerade Mitte der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht immer hochklassig. Die erste Hälfte gehörte zu großen Teilen Stoke, Fulham wachte erst ab der 60. Minute wieder richtig auf. Das reichte aber nicht für den Sieg. Die Gastgeber verschaffen sich Luft im Abstiegskampf, Fulham bleibt im Mittelfeld der Tabelle.

    Wenn Arsenal gegen Bolton morgen stattfindet, werde ich die Partie aller Voraussicht nach hier wieder live mitbloggen. Gute Nacht aus Düsseldorf.

    [22h38] Auch Innenverteidiger Smalling jetzt mit vorne. Sein Schuss geht knapp am Tor vorbei und wird aber wieder abgefälscht. Stoke wirft sich mit Mann und Maus in die Angriffe von Fulham. Eine Minute noch zu überstehen.

    [22h35] Damien Duff mit dem Schuss aus dem Hinterhalt, Eckball für Fulham. Mit vereinten Kräften schlagen die Potters den Ball über die Mittellinie.

    [22h34] Fünf Minuten Nachspielzeit. Love you, Premier League.

    [22h34] Wechsel Stoke City: Salif Diao für Liam Lawrecne

    [22h29] 3:2, Clint Dampsey, 85. Minute

    Eigentlich aus dem Nichts! Aus dem Nichts! Und jetzt haben wir hier fünf Minuten eine richtig spannende Schlussphase. Traumtor vom US-Boy, sechster Saisontreffer. Dampsey hämmert den Ball aus 25 Metern unter die Latte, hatte gesehen, dass Simonsen etwas zu weit vor seinem Tor stand. Aber wie gesagt: Aus dem Nichts!

    Und plötzlich hat Fulham wieder zwei Schippen draufgelegt.

    [22h26] Wechsel FC Fulham: Erik Nevland für Andy Johnson

    [22h24] 10 Minuten noch zu absolvieren. Wenn Fulham hier noch irgendwas mitnehmen will, wird es jetzt langsam Zeit zu handeln.

    [22h18] Gute Chance für Stoke den Sack zuzumachen. Fuller dringt von rechts in den Strafraum ein, Fulham wieder mit Sicherheitsabstand. Fuller zieht mit links aufs kurze Eck ab, Schuss wird noch abgefälscht und prallt vom Bein von Schwarzer zur Ecke. Im Moment kein Aufbümen von Fulham mehr, es scheint so, als finde Stoke die zweite Kraft nach der kurzen Verschnaufspause.

    [22h14] Packendes Spiel jetzt wieder, nachdem die ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte doch recht unspektakulär über die Bühne gingen. Fulham ist zwar einen Tick besser im Moment, mit mehr Zug nach vorne. Es fehlen aber weiterhin die großen und klaren Torchancen. Konchesky mit langem Ball auf Dampsey, doch schießt nach ansprechender Ballannahme deutlich über das Tor. Stoke lässt dieses Spiel nur noch über sich ergehen und sendet wahrscheinlich schon Stoßgebete aus bezüglich eines baldigen Schlusspfiffes. Aber solange Fulham keine klaren Chancen bekommt, bleibt das zwar ein wenig spannend und beunruhigend für die Potters-Fans, aber wirklich gefährlich für Simonsen im Tor nicht.

    [22h11] Sky Sports meldet, dass Zamora sofort nach seiner verletzungsbedingten Auswechselung ins Krankenhaus für weitere Untersuchungen gebracht wurde. Keine schöne Nachrichten für Roy Hodgson, vor allem aufgrund des dichten Terminkalenders ab Februar.

    [22h10] Wechsel Stoke City: Glen Whelan für Rory Delap

    [22h05] 3:1, Damien Duff, 61. Minute

    Ist das jetzt die große Aufholjagd? Mal abwarten. Stoke wird die Passivität der letzten Minuten jedenfalls erstmal bestraft. Duff mit seinem fünften Premier League Treffer in dieser Saison. Der Ire mit einem Schuss aus 20 Metern, von Showcross unhaltbar abgefälscht. Ich sag ja: Es kann erstmal nur ein abgefälschter Schuss sein.

    Fulham mit zwei Drittel Ballbesitz in der zweiten Hälfte.

    [22h03] Fulham bekommt jetzt immer mehr Zeit und Raum zu kombinieren, viel kommt dabei aber noch nicht heraus. Stoke zieht sich weit zurück, lässt Fulham machen – doch viel fällt denen nicht ein. Gefährliche Aktionen sind Zufallsprodukte Marke abgefälschter Schuss oder Ungenauigkeiten bei Stoke. Die Potters wollen das Spiel wohl schön nach Hause schaukeln. Und so wie Fulham sich bis jetzt präsentiert, dürfte das auch klappen.

    [21h58] Wechsel FC Fulham: Clint Dampsey für Bobby Zamora

    [21h57] Kaum kritisiert man Zamora einmal, packt er seinen unvergleichlichen Antritt aus, setzt sich klasse gegen Faye durch, der sich nur mit einem ziemlich üblen Foul wehren kann. Erste gelbe Karte in dieser Partie, knapp vor der Strafraumgrenze. Zamora fällt nach dem Foul auch noch unglücklich und kann nicht weitermachen. Es passt zu diesem Abend. Zamora fällt ganz blöde auf die rechte Schulter.

    Duff mit gutem Freistoß, aber dann doch ein Meter über das Tor.

    [21h56] Eine Statistik führt Fulham an, die Eckenbilanz. Eben die siebte Ecke für die Cottagers. Ungefährlich wie die sechs anderen davor.

    [21h54] Bobby Zamora spielt übrigens auch mit, war glaube ich eben zum zweiten Mal am Ball.

    [21h50] Beginn 2. Halbzeit

    [21h34] Halbzeit Stoke City – FC Fulham 3:0

    Ein Abend wie gemalt bisher für Stoke City. Man ist bei weitem nicht gut in diese Partie bekommen, Fulham war in den ersten 15 Minuten das technisch und spielerisch bessere Team. Stoke profitierte von der Führung mit der ersten Torchance. Danach ließ man Fulham kommen. Und als die Cottagers offenbarten, dass sie nicht so richtig wollen und können, schlug Stoke zum zweiten Mal an diesem Winterabend eiskalt zu. Und danach war nur noch Stoke. Könnte durchaus 4:0 oder 5:0 stehen. Fulham zerfiel vor allem in der Defensive in alle Einzelteile, keine Abstimmung untereinander und viel zu weit vom Gegenspieler weg. Eigentlich eine klare Sache zur Halbzeit. Mal sehen, ob Stoke das so selbtbewusst über die Zeit bringt.

    [21h31] Drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte, für jedes Tor eine, so wie es sich gehört. Und Fulham verhindert dreimal nach einer Ecke das 0:4. Erst wird auf der Linie geklärt, dann hält Schwarzer den Nachschuss glänzend und zu guter letzt wird sich energisch in einen weiteren Schuss geschmissen. 4:0 wäre aber auch zwei Tore zu hoch gewesen. Perfekte Chancenauswertung.

    Und Stoke macht auch in der dritten Minute noch Druck. Sidibe und Fuller in Koproduktion, letzlich ist noch ein Bein dazwischen, das zur Ecke klären kann. Die Cottagers völlig von der Rolle in der Defensive. Und mich würde es wundern, wenn Hangeland noch die zweiten 45 Minuten sieht.

    [21h27] Wechsel Stoke City: Ricardo Fuller für Tuncay

    [21h22] 3:0, Sidibe, 37. Minute

    Meine Güte, Stoke spielt sich in einen kleinen Rausch. Vom Ergebnis zumindest eine der besten Saisonleistungen. Und wieder steht Fulham aufmerksam daneben. Hatten nach dem 0:2 schnell versucht den Anschluss zu schaffen, aber nach vorne geht da gar nichts mehr. Stoke startet den nächsten Angriff mit einem langen Ball. Hangeland mit einem ganz rabenschwarzen Abend. Sidibe hat viel zu viel Platz und kann nach Zuspiel von Delap den Ball per Seitfaltzieher ins Tor pfeffern. Schwarzer wieder ohne Chance. Unfassbar, wie Fulham sich nach den guten ersten 15 Minuten hier die Butter vom Brot hat nehmen lassen.

    [21h19] 2:0, Abdoulaye Faye , 34. Minute

    Das ist ja fast schon unverschämt von Stoke. Zweite gute Chance und das zweite Tor. Britannia steht Kopf. Insgesamt schlecht verteidigt und nicht gut aufgepasst von Fulham. Scharf reingetretener Freistoß von Etherington, in der Mitte hält Faye den Schuh hin. Steht völlig blank zwischen zwei Fulham-Spielern. Keine Chance für Schwarzer.

    Läuft natürlich optimal für Stoke.

    [21h16] Halbe Stunde gespielt in einer doch recht ansehnlichen Partie. Mit Ausnahme von ein paar Aktionen von Fulham zwar nicht der große spielerische Glanz, dafür aber viel Einsatz, Kampf und gerade bei Stoke extreme Leidenschaft. Lässt sich gut ansehen.

    Stoke hat es in den letzten fünf Minuten wieder besser verstanden, Fulham vom eigenen Tor fernzuhalten. Die ganz großen Chancen hatte Fulham sowieso nicht, aber auch der Druck auf die Abwehr der Potters hat nachgelassen. Nach vorne geht noch nicht wirklich viel. Fulham hat es verpasst das Übergewicht und den häufigeren Ballbesitz in den ersten 20 Minuten in klare Torchancen umzumünzen. Jetzt spielt sich viel im Mittelfeld ab, wo Stoke kompakt steht, nah am Mann ist und somit das Aufbauspiel von Fulham extrem schnell unterbindet.

    Viel passiert deshalb im Mittelfeld. Trotzdem interessant anzuschauen.

    [21h07] Fulham weiter spielbestimmend, langsam häufen sich auch die Chancen, wenngleich die ganz gefährliche Aktion noch nicht dabei ist. Bei Stoke häufen sich die Fehler. Seit der Führung in der 12. Minute ist man nur mit Defensivaufgaben beschäftigt.

    [21h02] Fantastische Atmosphäre übrigens im Britannia – und Stoke legt sich kämpferisch richtig ins Zeug. Fulham aber weiterhin mit den gefährlicheren Aktionen. Andy Johnson kommt ganz knapp nicht an einen Kopfball, weil Simonsen gut aufpasst. Stoke kann dann den Schuss von Murphy blocken.

    [20h58] 1:0, Tuncay, 12. Minute

    Da hat jemand seinen Einsatz in der Startelf schon einmal gerechtfertigt. Stoke macht das 1:0 in der 12. Minute. Für einen Moment sind die Stürmerprobleme vergessen. Scharf reingezogene Ecke von links, Huth verlängert mustergültig, Tuncay muss am langen Pfosten nur noch Einnicken. Stoke macht die Führung, als Fulham sukzessive das Spiel in die Hälfte der Potters verlagerten.

    [20h56] Erste gute Chance für Fulham in dieser Partie nach 10 Minuten. Freistoß von Danny Murphy aus 20 Metern zentrale Position. Ball geht durch die Mauer – aber eben auch ganz knapp am Tor vorbei. Die Cottagers kommen besser ins Spiel, mehr Qualität beim Kombinieren und im Spielaufbau. Stoke zieht sich erstmal weit zurück und setzt den ein oder anderen Nadelstich durch frühes Angreifen. Von Zeit zu Zeit.

    [20h50] Der ganz besondere Freund von Arsene Wenger, Rory Delap, mit dem ersten noch nicht gefährlichen Einwurf. Zuvor wurde der Ball 15 Sekunden mit einem Handtuch schön trocken gerubbelt.

    [20h48] Ball zum ersten mal im Tor. Stoke kombiniert sich wunderbar durch die kompakte Defensive von Fulham, aber Etherington steht nach feinem Zuspiel von Sidibe dann auf links doch recht deutlich im Abseits, von daher richtig auf keinen Treffer entschieden. Aber so könnte es für die Potters gehen. Wenn es ein kleine Schwachstelle gibt bei Fulham, dann die rechte Abwehrseite mit Kelly.

    [20h46] Beginn 1. Halbzeit

    Fulham in den dunklen Trikots von links nach rechts, Stoke traditionell in rot-weiß.

    [20h43] Trotz Schneefall und viel Wind findet die Partie statt. Platz ist wunderbar freigeräumt und erstrahlt im winterlichen Grün. Kann also gleich losgehen.

    [20h41] Schiedsrichter der Partie ist Mark Clattenburg.

    [20h39] Die Aufstellungen im Britannia Stadium

    Stoke City: Simonsen – Huth, Abdoulaye Faye, Shawcross, Higginbotham – Lawrence, Delap, Whitehead, Etherington – Tuncay, Sidibe

    FC Fulham: Schwarzer – Kelly, Hangeland, Hughes, Konchesky – Baird, Gera, Murphy, Duff – Johnson, Zamora

    Fulham hatte am Wochenende im FA-Cup einige Stammspieler geschont, in der Premier League laufen jetzt wieder die etablierten Kräfte auf. Damien Duff bekommt wieder seine Chance im offensiven Mittelfeld. Stoke tauscht im Vergleich zum Erfolg im FA-Cup gegen York seine Sturmreihe aus. Beatie und Fuller auf die Bank, Chance für Tuncay und Sidibe. Zudem spielt wieder das etablierte Innenverteidigerduo Faye und Shawcross.

    [20h34] Laut Wetterbericht soll es auch noch einige Stunden in Stoke schneien, der Schneefall soll aber schon demnächst schwächer werden.

    [20h31] Und zu allem Überfluss fehlt den Potters heute Abend auch noch ihr Stammtorwart. Thomas Sorensen wurde nicht rechtzeitig fit und musste nach dem Aufwärmen passen. Steve Simonsen ersetzt den Dänen im Tor bei Stoke.

    [20h29] Versucht man die eher schwierige Situation bei Stoke City zu erklären, fällt der erste Blick sofort auf den Angriff. Nur 15 Tore in 19 Spielen, der schwächste Wert in der Premier League. Mittelfeldspieler Mathew Etherington hat mit vier Toren mehr Treffer als die etatmäßigen Stürmer Beatie, Tuncay und Fuller. Da nützt dann auch der gute Saisonstart mit der positiven Heimbilanz nichts mehr. Die letzten drei Spiele gingen verloren – und natürlich wurde kein Tor geschossen. Da schaut man neidisch zum Gegner, wo Bobby Zamora eine seiner besten Saisons spielt und bereits bei 11 Pflichtspieltoren steht.

    [20h24] Vor allem für die Gastgeber aus Stoke eine wichtige Partie, steht man doch nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Ein Sieg würde die Situation also erheblich verbessern. Fulham kann die Sache doch schon etwas gelassener angehen. Man steht im gesicherten Mittelfeld, zu groß aber der Punktabstand nach vorne. Trotzdem wird man aber sicherlich gerne jeden weiteren Punkt mitnehmen.

    [20h21] Es wird doch noch gespielt heute Abend auf der Insel. Nachdem wegen kräftiger Schneefälle (im Südosten von England werden über 40 Zentimeter Schnee erwartet) bereits beide Halbfinals im Carling Cup abgesagt wurden, stand auch das Nachholspiel der Premier League vom 17. Spieltag zwischen Stoke und Fulham auf der Kippe. Aber es scheint angestoßen zu werden – trotz heftiger Schneefälle im Britannia Stadium. Mal sehen, was für ein Spiel wir sehen werden. Freue mich auf einen interessanten Abend. Hereinspaziert.

    Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

    Wie die Tageszeitung aus meinem Leben verschwand

    Montag, 4. Januar 2010 12:44

    Ich war einmal ein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser. Jeden Morgen vor der Schule bin ich extra eher aufgestanden als notwendig um genug Zeit für die ausführliche Zeitungslektüre zu haben, während und nach dem Frühstück. Meine Eltern hatten zwei Tageszeitungen abonniert und die beide auch morgens spätestens pünktlich um 06:00 Uhr im Briefkasten waren. Zuerst immer der Sportteil der Neuen Presse, dann meist der Politikteil der HAZ, wenn dann noch Zeit blieb ein kurzer Blick in den Lokalteil. Das Lesen der Tageszeitung war mein Start in den Tag, ich fühlte mich gut informiert und sah die Tageszeitung als festen Bestandteil in meinem Leben. Standen längere Zugfahrten auf dem Programm, kaufte ich mir ein, zwei verschiedene Ausgaben, im Urlaub war ich morgens der erste, der sich entweder Süddeutsche, FAZ oder die Welt holte, je nachdem, was es gerade im europäischen Ausland gab.

    Doch so ganz allmählich verschwand die Tageszeitung immer mehr aus meiner Alltagsroutine. Ich zog von zuhause aus, und mittlerweile habe ich seit fünf Jahren keine Tageszeitung mehr abonniert. Hin und wieder lese ich zum Zeitvertreib mal eine im Zug oder im Urlaub, aber nie mehr wirklich ein bewusster und geplanter Kauf, wenn überhaupt spontan und ich keinen anderen Lesestoff mehr habe. Das Internet hat die Tageszeitung als Informationsmedium bei mir vollständig abgelöst, nicht von einen Tag auf den anderen, sondern allmählich in einem schleichenden Prozess. Nun musste ich vorgestern für ein Uni-Projekt einiges recherchieren und war fast ein wenig gezwungen, mir diverse Zeitungen zu kaufen. Also habe ich acht Tageszeitungen geholt, drei regionale und fünf überregionale und war dann damit bei der Lektüre am Wochenende damit konkfrontiert, warum es für mich überhaupt keinen Sinn mehr macht, Tageszeitungen zu lesen geschweige denn zu abonnieren.

    Damit das hier nicht falsch verstanden wird. Ich möchte gar nicht die Diskussion um die toten Printmedien zu sehr neu aufleben lassen, weil ich glaube, dass es immer noch hervorragende journalistische Leistungen bei diversen Zeitungen in Deutschland gibt. Aber für mich reicht das eben längst nicht mehr als Argument zum Kauf aus, eben weil mein Mediennutzungsverhalten sich rapide verändert hat und Tageszeitungen mir kaum noch einen Mehrwert an Informationen und Hintergründen geben. Dabei lese ich liebend gerne das Streiflicht in der Süddeutschen. Die Seite 3 der SZ hielt ich mal für das Beste, was im deutschen Printjournalismus gibt und für Artikel von Raphael Honigstein über den englischen Fußball in der SZ würde ich sogar seperat bezahlen. Wirklich gut geschrieben sind immer wieder auch die Artikel des Medienjournalisten Imre Grimm in der HAZ.  Aber das alles reicht eben nicht mehr aus mich zum Kauf einer Tageszeitung zu bewegen.

    Dabei scheine ich als Student, Mitte 20, mit erstem akademischen Abschluss eigentlich wie gemacht für den Tageszeitungsleser, vor allem mit meinen Studienfächern Politik, Medien und Kommunikation. Ich bin auch einer der wenigen, der bei uns im Studiengang keine Tageszeitung liest oder abonniert hat, morgens in der Bahn Richtung Uni ist die Zeitungsleserdichte extrem hoch. Doch die Lektüre am Wochenende hat mir mal wieder gezeigt, dass Zeitungen mir überhaupt keinen Mehrwert bieten.

    Kurzer Einschub zu meinem Medienverhalten, wie ich Informationen und Nachrichten aufnehme. Ich schmeiße morgens meinen Feedreader an, lese mich durch die abonnierten Feeds von 20 Nachrichtenportalen, und schaue dann bei der BBC, dem Guardian und der New York Time vorbei. Wenn ich tagsüber zuhause bin, lasse ich meistens Twitter laufen, wo die wichtigsten Nachrichten sowieso recht schnell aufschlagen. Abends schaue ich meistens Nachrichten im TV, entweder Tagesschau, BBC World, CNN oder Sky News und bevor ich ins Bett gehe, gehe ich einmal über die Internetseiten der HAZ, des Weser-Kurier und der Rheinischen Post und schaue noch kurz bei den Medienseiten der großen überregioalen Tageszeitungen vorbei. Damit habe ich mein Informationsbedürfnis abgedeckt, merken kann ich mir da sowieso alles nicht, aber meine Interessen sind damit bedient und alles Wichtige bekomme ich auch schnell, unkompliziert und direkt mit (ja, und bisher ist auch noch alles kostenlos). Und ich bekomme eben einigermaßen auch noch das mit, was vor meiner Haustür in Düsseldorf stattfindet und in meinen Heimatstädten Hannover und Bremen.

    Wenn es also überhaupt noch einen Grund gibt eine Zeitung zu abonnieren, dann aus meiner Sicht nur für die lokale Berichterstattung, ansonsten musste ich bei der Lektüre der Zeitungen am Wochenende feststellen, dass ich kaum Informationen bekam, die ich am Vortag nicht schon im Feedreader hatte oder irgendwo anders gelesen hatte. Ich war erstaunt, wie viel Agenturmaterial gerade in den regionalen, aber auch in den überregionalen Zeitungen übernommen wird. dpa- und ap-Meldungen im Überfluss sind natürlich das Kaufargument für eine Zeitung, dann kann ich doch gleich den Newsticker laufen lassen, um mal ein Beispiel zu nennen. Sportberichte bekomme ich heute in zahlreichen Blogs viel ausführlicher und besser als in der regionalen Tageszeitung. Ergebnisse und Tabellen bekomme ich aktuell im Internet schon am Vortrag. Zeitungen müssen mir etwas bieten, dass mir noch nicht bekannt ist oder dass von solch guter journalistischer Qualität ist, dass ich am Kauf gar nicht vorbeikomme. Streiflicht, Seite 3 und die umfassenden Artikel im Sportteil wären ein Argument für die SZ. Nur wird dadurch die Zeitungskrise, wenn es sie denn gibt, nicht gerade kleiner, weil die Süddeutsche sowieso schon viele Menschen lesen. Aber es muss wohl ein Wunder passieren, dass ich nochmal eine regionale Tageszeitung kaufe oder abonniere.

    Nun liegt das ganz offensichtlich vollkommen an mir, dass ich kein leidenschaftlicher Tageszeitungsleser mehr bin wie vor Jahren noch, weil sich mein Mediennutzungsverhalten so verändert hat, dass ich Informationen schneller und einfach anderswo wahrnehmen kann. Die Theoretiker der “Print ist tot”-Diskussion würden jetzt sagen, dass sich die traditonellen Medien, wie Tageszeitungen, viel zu lange dieses neue Mediennutzungsverhalten ignoriert haben und jetzt nur schwer die Kurve bekommen, gerade jüngere Abonnenten zu gewinnen. Natürlich ist für mein halbwegs umfassendes Meinugsbild nicht nur Information, sondern auch Hintergrund notwendig. Und da sind Printprodukte immer noch hervorragend geeignet, zum Beispiel durch die Wochenzeitung die ZEIT, die ich seit Jahren abonniert habe, und ja immer auch noch stark nachgefragt, trotz jährlicher Preiserhöhung und auch hier einem verstärkten Drang zur Boulevardisierung, wie beim SPIEGEL.

    Wie sollten die Tageszeitungen also mit dem neuen Mediennutzungsverhalten, für das ich ja nur exemplarisch stehe, das aber einen Großteil der Gesellschaft erfasst hat, umgehen? Es wird sicherlich schwierig, solche Leute überhaupt als Abonnenten einer Zeitung zurückzugewinnen, vielmehr würde ich mir wünschen, dass die Verlage es endlich schaffen, mehr in Qualität und und Hintergrundberichterstattung investieren – und dafür dann eben auch Geld verlagen. Ich habe keine Probleme damit, für gute journalistische Leistungen Geld zu bezahlen, zum Beispiel das Streiflicht oder einen Hintergrundartikel zur NBA oder Premier League in der FAZ. Nur das ganze müsste einfach und schnell gehen, sonst schaue ich eben da, wo es immer noch kostenlos ist. Für die Internetseite des Guardian würde ich sogar ein Jahresabo abschließen. Und vielleicht schaffen die Verlage gerade durch solche Bezahlangebote eben auch den Kontakt und das Bewusstsein für das Zeitungslesen, gerade jetzt auch bei den 14-19-Jährigen, wieder herzustellen.

    Es muss langfristig einiges geschehen, dass ich morgens wieder mit Freude zum Briefkasten renne. Aber ausgeschlossen ist das nicht. Mein Mediennutzungsverhalten ist scheinbar flexibler als die strategischen Überlegungen vieler Verlage.

    Thema: Alltägliches, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (4) | Autor: medispolis

    Die Neujahrsansprache als Brainstorming der politischen Sünden

    Sonntag, 3. Januar 2010 19:24

    Ich kann ja nicht in die Zukunft blicken, aber trotzdem glaube ich, dass am 30.12.2010 folgende Meldung über den DPA-Ticker in die Redaktionen der Zeitungen und Fernsehanstalten flattert.

    Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Angela Merkel: 2010 war ein schwieriges Jahr, aber wir haben das so gut es geht gemeistert.

    Ganz ehrlich. Können Sie sich drei Tage nach der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin noch an irgendeine prägende Passage, an ein treffsicheres Zitat und eine klare Botschaft erinnern? Oder muss ich sogar anders fragen? Haben Sie die Neujahrsansprache überhaupt gesehen? Geht das politische Berlin bereits Mitte Dezember in die Weihnachtsferien, gibt es zum Ende des Jahres noch ein kleines Aufflammen, die – wie ich finde – durchaus wichtige Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers, kann der Regierungschef doch auf das politische Jahr zurückblicken und gleichzeitig einen ungefähren Ausblick auf das neue politische Jahr geben.

    Ich hatte mir vorgenommen, solange ich noch studiere, in irgendeiner wissenschaftlichen Abhandlung mal Neujahrsansprachen zu untersuchen, vor allem, welche inhaltlichen Schwerpunkte gelegt werden, wie konkret Ziele genannt werden und ob überhaupt noch was für die Bürger Brauchbares dabei rauskommt. 2009 war nach 1949 und 1989 sicherlich  eines der prägendensten politischen Jahre der BRD. Merkel konnte mit einer Regierung aus CDU/FDP zwar wieder politische Führung übernehmen, vielmehr hat der Staat und die politischen Akteure durch die dramatische Wirtschafts- und Finanzkrise neue Handlungsbefugnisse- und Spielräume bekommen und müsste eigentlich so dringend und umfassend wie noch nie konkrete politische Aktionen und Programme erklären. Und das wird im nächsten Jahr 2010 sicherlich nicht weniger, angesichts von Rekordschulden und sinkenden Steuereinnahmen. Um eine stark steigende Arbeitslosigkeit werden wir glücklicherweise ja vielleicht vorbeikommen.

    Und dann ist der Hinweis und die zentale Botschaft von Angela Merkel in ihrer Ansprache, dass 2010 ein schwieriges Jahr wird schon alles? Dazu noch eine Portion neue Regeln für die Finanzmärkte, Hoffen auf Fortschritte in der Klimapolitik und ein bisschen Krieg in Afghanistan. Alles mal ein wenig kurz vor Augen geführt, weiter konkretisiert oder ausgeführt wurde nichts. Die Neujahrsansprache als Brainstorming der politischen Sünden der letzten 12 Monate. Mehr nicht. Und als Beweis dafür, dass es auch anders gehen könnte. Dass Politik erfolgreich sein kann. Vor 20 Jahren mit der deutschen Einheit. Als wenn das unser dringendstes Problem wäre. Null Wörter zu Generationengerechtigkeit, zum Thema Forschung und Bildung. Aber wir hatten vor 20 Jahren deutsche Einheit. Da sind die Schwerpunkte völlig falsch gesetzt. Entweder richtig oder gar nicht. Aber so sind Neujahrsansprachen verschwendete Sendezeit, ein Symbol der Nullerjahre.

    Unabhängig mal davon, dass die Art und Weise der Ansprache eigentlich schon jeden dazu zwingt, nach 20 Sekunden abzuschalten. Ist das eigentich zu viel verlangt, da ein wenig Dynamik, Frische und Esprit reinzubekommen. Man könnte sonst sehr schnell auf den Gedanken kommen, die sieben Minuten könnten ein Abbild unserer politischen Führungselite sein. Und das wollen wir doch nicht. Warum kann Merkel ihre Neujahrsansprache nicht mit einem Stadtrundgang durch Berlin verbinden oder zumindest die Ansprache an unterschiedlichen Orten halten? Damit es wenigstens etwas Abwechselung gibt.

    Ich bin immer noch am überlegen, ob ich eine Neujahrsansprache für zu wichtig empfinde und zu große Erwartungen an diese knüpfe, oder ob die Politik schlicht nicht in der Lage ist, da mehr rein zu investieren. So wie die Ansprache dieses Jahr abgelaufen ist, muss man sich fragen, ob es nicht besser wäre, sie komplett wegzulassen. Wenn sie ein Ziel hat, wird dieses scheinbar nicht erreicht, denn konkrete Bestimmungen zum politischen Handeln finden sich keine, mit denen der Zuschauer sich ein Bild der nächsten 12 Monate machen kann. Es ist völlig überraschungsfrei.

    Immerhin gibt es die Neujahrsansprache auch als Podcast. Vielleicht wird dann ab nächstes Jahr dann einfach jeder Bundesbürger, der Interesse hat sich das anzuhören, zum Download des Podcats aufgefordert. Und in der ARD beginnt der Silvesterstadl schon um 20h08. 2010 wird schwierig.

    In diesem Sinne euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2010 mit vielen tollen Momenten und ganz viel Gesundheit.

    Thema: Politik National | Kommentare (2) | Autor: medispolis