Vor Brüssel

Sagen Ihnen die Namen Herman Van Rompuy und Catherine Ashton etwas? (*Keine Sorge, wenn nicht, ist das kein Weltuntergang. Sie können ruhig weiterlesen, die Auflösung gibt es am Ende dieses Beitrages). Ich fahre morgen früh für drei Tage nach Brüssel, um die Arbeit der Europäischen Union näher kennenzulernen und zu schauen, wie politische Kommunikation auf EU-Ebene funktioniert und sich gestaltet. Zudem gibt es auch noch eine Stadtführung und ich freue mich – nebenbei bemerkt – schon auf ein schönes belgisches Bier und eine Tüte Pommes.

Jedenfalls hoffe ich viele Eindrücke, Impressionen und Hintergründe mitzunehmen und werde dann hier einige Storys und Erlebnisse bloggen, wenn ich wieder zurück bin. Ich interessiere mich durchaus für EU-Politik, eben weil die Entscheidungen doch einen erheblichen Einfluss auf unser alltägliches Leben haben und ich es durchaus interessant finde, wie europaweit Politik gemacht wird. Scheinbar stelle ich damit aber doch eine Minderheit dar. Dem überwiegenden Teil der Bevölkerung in Deutschland ist die EU so ziemlich egal, ein bürokratisches Monster, das alle fünf Jahre auch noch zu einer Abstimmung einlädt, an der sich ein Drittel der Bevölkerung erfreut und mutwillig ihre Stimme abgibt. Dabei ist die Politik auf europäischer Ebene wohl noch nie so wichtig und bedeutend gewesen wie in den vergangenen Monaten in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Warum nimmt aber keiner die Entscheidungen auf europäischer Ebene wahr beziehungsweise themenspezifisch immerhin ein kleiner Teil? Wahrscheinlich sind es drei Gründe kurz zusammengefasst: Die Entscheidungen auf europäischer Ebene sind zu undurchsichtig, die Bürger wissen einfach nicht, wer was entscheidet, wer wen kontrolliert, zumal sich das in den letzten Jahren ja auch stetig geändert hat. Mit dem Vertrag von Lissabon hat man zumindest in diesen beiden Punkten immerhin jetzt eine geltende Rechtsgrundlage, die den wenigsten aber bekannt sein wird. Die Motivation sich darüber zu informieren ist nach dem EU-Chaos der letzten Jahre scheinbar gegen null gesunken. Verständlich. Zweiter Grund: Die nationale Politik in Deutschland informiert nur selten über die Vorgaben und Richtlinien, die aus Europa vorgegeben werden. Die werden dann irgendwann nachts durch den Bundesrat gewinkt, wo kein Journalist mehr anwesend ist und wohl auch noch kaum ein Politiker. Ein Vermitteln von europäischer Politik auf nationaler Ebene ist bisher nie wirklich umgesetzt worden. Hilfe könnte zum Beispiel ein Europaministerium sein, die die EU-Politik Deutschlands koordiniert und die EU-Entscheidungen auf nationaler Ebene erklärt. Dritter Grund: In den nationalen Medien wird eher wenig über die EU berichtet, und wenn dann nur negativ, wenn mal wieder Krisen anstehen. Ein Teufelskreis, der scheinbar nicht zu lösen ist.

Mal sehen, ob ich auf diesen Teufelskreis eine Antwort bekomme. Auch versuche ich mal zu ergründen, wie das ganze Thema Internet und Web 2.0 den Alltag der Politiker auf EU-Ebene prägt. Und nächste Sache, die mich noch interessiert. Wie läuft eigentlich Lobbying genau ab? Laut Programm stehen einige interessante Gesprächspartner dafür zur Verfügung. Auflösung, wie das gelingt, dann hier in den nächsten Tagen. Wenn ich denn eine Antwort auf den Teufelskreis überhaupt bekomme.

Und zur Frage von oben: Herman von Rompuy und Catherine Ashton sind seit Dezember 2009 die beiden wichtigsten Personen der EU. Von Rompuy ist ständiger EU-Ratspräsident, für zweieinhalb Jahre gewählt. Und Catherine Ashton hat den Posten des hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik inne. Beide Positionen wurden durch den Vertrag von Lissabon geschaffen. Und haben Sie diese beiden Namen schon mal häufiger in Ihrer Tageszeitung oder im Fernsehen gesehen?

DEL 2009/2010: Noch drei Wochen bis zu den Playoffs

Noch etwas mehr als drei Wochen sind es, bevor am 24. März das erste Spiel der Pre-Playoffs absolviert wird und damit die ganz heiße Phase im Kampf um die deutsche Eishockeymeisterschaft 2010 beginnt. Am Dienstag nimmt die DEL nach der Olympiapause wieder ihren Spielbetrieb auf. Dann heißt es für alle Mannschaften noch acht bis zehn Spiele zu absolvieren. Nach dem letzten Spieltag am 21. März steht dann fest, welche sechs Teams sich direkt für die Playoffs qualifiziert haben und welche vier Klubs um die letzten zwei verbliebenen Plätze kämpfen.

Und insbesondere der Kampf um die direkten Playoff-Plätze ist diese Saison so spannend wie lange nicht mehr. Die bisherige Spielzeit hat gezeigt, dass mit Ausnahme der Eisbären Berlin es keine Übermannschaft in der DEL gibt und jedes Team jeden schlagen kann. Zwischen Platz 2 und Platz 7 liegen gerade einmal 11 Punkte. Acht Teams haben noch gute Chancen sich für die direkte Teilnahme an den Playoffs zu qualifizieren. Fünf Plätze sind noch zu vergeben. Und auch der Kampf um die Pre-Playoff-Plätze bleibt interessant. Lediglich die Kassel Huskies und die Straubing Tigers sind davon völlig außen vor. Wohl auch die Hamburg Freezers, die gestern zwar in einem Nachholspiel mit 3:1 gegen Kassel gewannen. Das dürfte aber trotzdem nicht reichen um noch einmal in den Kampf um die Pre-Playoffs einzusteigen. Aber ansonsten tobt der Kampf um die Playoffs. Dienstag geht es wieder los, Anlass genug mal einen genaueren Blick auf die aktuelle Lage in der DEL zu werfen.

Ganz oben in der Tabelle stehen souverän die Eisbären Berlin, die als einziges Team auch schon für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert sind. Und man braucht kein großer Prophet sein um zu sagen, dass der Klub aus der Hauptstadt auch der Topfavorit auf die Meisterschaft ist. Der ausgeglichenste Kader, die besten Spieler und die mit Abstand beste Heimbilanz in der Liga. Und stets mit Heimrecht in den Playoffs augestattet. Wer soll die Eisbären also stoppen? Zu Beginn des Jahres gab es mal eine kleine Schwächephase, wo man drei Spiele in Folge verloren hatte. Da wollten einige Journalisten den Berlinern schon eine Krise andichten. Davon war dann in den folgenden Wochen wenig zu spüren. Ganz still und heimlich haben sich die Grizzly Adams Wolfsburg auf Platz 2 geschoben. In der Abschiedssaison von Trainer Toni Krinner – er wird im Sommer Nachfolger von Hans Zach in Hannover – wollen sich die Spieler wohl noch einmal von ihrer besten Seite zeigen. Die Grizzlys legten eine tolle Serie hin, gewannen acht der letzten neun Spiele. Und dass das Team offensiv nicht schlecht aufgestellt ist, dürfte nach der letzten Saison bekannt sein. Mit Kai Hospelt und Ken Magowan hat man zwei treffsichere Spieler in den Reihen, und über all den steht noch John Laliberte, Topscorer der Wolfsburger mit schon 25 Toren und 26 Vorbereitungen. Für Platz 1 wird es nicht mehr reichen, aber man muss das Team auf der Rechnung haben, wenn es um den Finaleinzug geht. Diesen Status als Finalgegner für die Eisbären hatten bis zuletzt eigentlich die DEG Metro Stars, die über weite Strecken der Saison den zweiten Platz belegten, zuletzt aber zu schwächeln begannen. Zuletzt gab es fünf Niederlagen in Folge, unter anderem gegen Krefeld und Augsburg, aber vor allem auch gegen direkte Konkurrenten wie Frankfurt und Nürnberg – eigentlich gewann man bisher solche Spiele. Düsseldorf kommt auch diese Saison wieder nur mit drei kompletten Reihen aus. Da ist die Belastung natürlich besonders hoch, gerade bei der Dichte der Spiele vor der Olympiapause. Von daher ist so eine Schwächephase zwar ärgerlich, aber durchaus nachvollziehbar. Trotzdem hat man mit Kreutzer, Collins und Reimer immer noch Stürmer in den Reihen, die ein Spiel nahezu alleine entscheiden können. Spannend wird zu sehen sein, wie die Metro Stars aus der Pause herauskommen. Die ersten Gegner heißen Köln, Berlin und Mannheim. Mit Ausnahme des Rhein-Derbys zwei richtig schwierige Aufgaben.

Auf Platz 4 liegen derzeit die Nürnberg Ice Tigers mit 81 Punkten. Niederlagen wechselten sich in letzter Zeit mit Siegen ab, man spielte also nicht völlig konstant. Aber das geht für alle Teams, die zwischen dem vierten und siebten Platz stehen. Zusammen mit den Nürnbergern kämpfen die Frankfurt Lions, die Hannover Scorpions und der ERC Ingolstadt um die direkte Qualifikation für die Playoffs, getrennt nur durch sechs Punkte, wobei Nürnberg und Frankfurt sogar noch ein Spiel mehr absolviert haben als die Konkurrenz. Alle vier Teams spielen eine gute Saison, die Hannover Scorpions kamen nach ganz schwachem Saisonstart in die obere Tabellenhälfte. Prognosen fallen schwer, wer sich direkt für die Playoffs qualifiziert. Wahrscheinlich ist es das Team, das die konstantesten Leistungen in den nächsten drei Wochen bringt und vielleicht auch eine kleine Serie starten kann. Dass dazu alle Teams fähig sind, haben sie schon unter Beweis gestellt. Aber eben auch das Gegenteil. Vielleicht bekommen wir ja schon am Dienstag einen ersten Eindruck, wenn es in der Tui-Arena zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Hannover und Frankfurt kommt. Allgemein ist es für die Scorpions kein leichter Start nach der Pause. Dienstag empfängt man die Lions, Donnerstag muss man zum Tabellenführer nach Berlin reisen und nächste Woche Sonntag empfängt man die Hamburg Freezers. Die Scorpions müssen weiterhin noch ein paar Wochen auf Stürmer Chris Herperger verzichten, der seinen Mittelfußbruch noch auskurieren muss. Aber auch die direkte Konkurrenz von Hannover hat keine leichten Aufgaben, Ingolstadt muss unter anderem nach Wolfsburg, Nürnberg empfängt unter anderem Mannheim und reist zu den stark formverbesserten Straubing Tigers. Was eben auch erkennbar ist: Es gibt noch zahlreiche direkte Duelle der Mannschaften, die um die direkte Teilnahme an den Playoffs kämpfen. Gerade solche Spiele sind doppelt wert. Vielleicht sind es dann auch die Mannschaften, die sich qualifizieren, die solche Big Points landen und dann vielleicht auch Selbstvertrauen für die vermeintlich leichteren Spiele mitnehmen.

Sechs Teams sind also erstmal in der näheren Auswahl für die letzten fünf Playoff-Plätze. Vier Teams muss man auf alle Fälle noch für die Pre-Playoffs auf der Rechnung haben: Die derzeit aussichtsreichsten Kandidaten sind die Augsburg Panther, die Adler Mannheim und die Kölner Haie. Außenseiterchancen wenn überhaupt noch für die Iserlohn Roosters und die Krefeld Pinguine. Aber aus den sechs Teams im Kampf für die direkte Qualifikation fällt ja noch ein Team raus, von daher haben Iserlohn und Krefeld nur bedingt gute Aussichten. Beide Teams spielen auch nicht das Eishockey, wo man sagen könnte, es ist aussichtsreich, das man mal eine Serie von vier bis fünf Siegen in Folge zeigt. Das ist im Moment vielleicht noch den Adler aus Mannheim zuzutrauen. Fraglich, ob es noch bis zur direkten Qualifikation reicht, aber die letzten Leistungen (vier Siege in Folge, unter anderem gegen Düsseldorf und Ingolstadt) geben zumindest Anlass zur Hoffnung, dass die verkorkste Saison mit den ganzen Undiszipliniertheiten zu Beginn der Spielzeit noch ein gutes Ende nimmt. Defensiv steht man jetzt wieder sicherer, offensiv hat der Schuh ja wirklich nie so richtig gedrückt. Aber was nützt die gute Offensive mit Scott King, Justin Papineau und auch Nathan Robinson, wenn man hinten häufig offen wie ein Scheunentor stand? Das war zuletzt besser und wenn man diese Grundausrichtung konservieren kann, hat man vielleicht auch noch eine klitzekleine Chance auf Platz 6, hängt eben auch davon ab, ob die Konkurrenz aus Frankfurt, Hannover und Ingolstadt patzt. In ähnlich guter Form wie Mannheim ist auch Augsburg, zuletzt gab es sieben Siege aus neun Spielen. Man hat mit der Partie in Mannheim und gegen Augsburg aber ein schwieriges Auftaktprogramm. Heißt aber auch: Mit zwei Siegen ist man ganz dick im Geschäft drin.

Richtig dick im Geschäft scheinen auch die Kölner Haie zu sein, zumindest was den Fortbestand des Vereins betrifft. Die Mannschaft aus der Domstadt macht derzeit eher Schlagzeilen in den Wirtschaftsteilen der Zeitung. Den Verein drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 1, 5 Millionen Euro. Die Liquidität ist bedroht, kurzfristig müssen eine halbe Million Euro aufgebracht werden. Sonst droht die Insolvenz. Am Freitag gab es nun ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung des Verein und dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters. Die Stadt hat sich scheinbar bereit erklärt für den finanziell angeschlagenen Klub einzuspringen. Zurückgehende Zuschauerzahlen sind ein Grund, warum die Haie weniger Geld in den Kassen haben. Interessant wird jetzt zu sehen sein, wie die wirtschaftliche Misere sih auf den sportlichen Erfolg auswirkt. Momentan ist man auf Platz 10, den letzten Pre-Playoff-Platz. Für die Haie wird es entscheidend sein, auch mal auswärts dreifach zu punkten. Man ist eines der besten Heimteams in der Liga, aber auswärts läuft nur selten etwas zusammen. Erste Gelegenheit die Auswärtsschwäche abzustellen ist am Dientag bei den Eisbären Berlin. Und dass man zu besten Heimteams der Liga gehört, kann man am Freitag im Derby gegen Düsseldorf unter Beweis stellen. Keine einfachen, aber aufregende Tage bei den Kölner Haien. In jeglicher Hinsicht.

Premier League 2009/2010 #28, FC Chelsea – Manchester City

[15h43] Endstand FC Chelsea – Manchester City 2:4

Dann wurde das ja in der zweiten Halbzeit noch eine richtig tolle Partie. Chelsea verspielte wieder mal eine Führung und offenbarte in der Defensive große Schwächen, die City eiskalt ausnutzte. Für die Gäste lief dann alles nach Plan, man konnte sich den Gegner zurecht legen und dann per Konter den Sack zuschnüren. Chelsea versuchte offensiv viel, es fehlte aber am Quäntchen Glück und Genauigkeit – oder man scheiterte wie Anelka am sehr guten Shay Given. Chelsea holt damit Man Utd und eventuell auch Arsenal wieder ganz dick ins Titelrennen zurück, City belegt jetzt Platz 4, aber Tottenham und Liverpool spielen ja erst morgen.

[15h38] 2:4, Frank Lampard, 90. Minute +1 (FE)

Barry mit dem Foul an Anelka im Strafraum, den Elfmeter muss man nicht unbedingt geben, aber sei es drum. Lampard verwandelt im Gegensatz zum Hinspiel, wo er noch an Given scheiterte, diesmal lässig und souverän.

[15h38] Elfmeter FC Chelsea

[15h37] So, die Chelsea-Fans dürfen noch mal richtig kräftig pfeifen. Tevez geht vom Platz, Silvinho kommt für die letzten Sekunden.

Fünf Minuten Nachspielzeit

[15h34] 1:4, Craig Bellamy, 87. Minute

Wird dann doch eine ziemliche Klatsche für die Blues. Toller Konter der Citizens, fünf gegen drei. Wright-Philips legt quer für den mitgelaufenen Bellamy, der nur noch einschieben braucht.

[15h33] Fünf Minuten noch regulär. Anelka scheiterte gerade eben am klasse reagierenden Shay Given. Das wäre noch einmal Pfeffer für die letzten Minuten gewesen. So bleibt es bei der komfortablen Führung für die Gäste, die das Spiel über die Zeit schaukeln wollen. Chelsea versucht alles.

[15h28] Platzverweis Michael Ballack/FC Chelsea

Mist, jetzt ist Ballack ja doch wieder in allen Zeitungsartikeln, aber negativ, denn nach 80 Minuten darf er völlig zurecht unter die Dusche. Hatte vorhin schon gelb wegen Meckerns bekommen, jetzt Frustfoul von hinten in Höhe der Mittellinie an Tevez. Chelsea nur noch zu neunt. Ballack und Beletti fehlen Chelsea damit im nächsten Ligaspiel am 13. März gegen West Ham United. Oder schon im FA-Cup am 7. März gegen Stoke. Das weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf, wie da die Regel genau ist. Wer es weiß, darf sich gerne in den Kommentaren melden.

[15h26] Du meine Güte, was ist mit Mancini los? Führt 3:1 an der Bridge und bringt Stürmer für Linksverteidiger. Bridge darf Feierabend machen, Santa Cruz kommt aufs Feld. Wenn da nichts mehr passiert, hat das morgen jeder vergessen. Aber wäre mal sehr interessant zu erfahren, was er sich dabei gedacht hat.

[15h23] 1:3, Carlos Tevez, 76. Minute (FE)

Ist das die Entscheidung in diesem Spiel? Gareth Barry setzt sich wieder auf der linken Seite durch, ähnlich wie vorhin Bellamy, diesmal ist Belletti zu langsam und kann sich nur noch mit einem Foul helfen. Elfmeter geht völlig okay. Und Mike Dean ist knallhart und schickt Belletti wegen Notbremse auch noch vom Platz. Tevez verwandelt den Elfmeter sicher, keine Chance für Hilario. Und City mit der zweiten guten Szene in der zweiten Hälfte und dem zweiten Tor. Da ist ein Spiel ganz nach Wunsch verlaufen.

[15h22] Elfmeter Manchester City und Platzverweis Belletti/FC Chelsea

[15h20] Shaun Wright-Philipps hat seiner Einwechselung von vor zehn Minuten – er kam für Adam Johnson – auf rechts auch noch nicht viel bewegt. Überhaupt bleibt es jetzt zwar ein temporeiches, durchaus ansehnliches Spiel, aber es gibt wenige Torchancen. Chelsea macht Druck, aber City verteidigt gut. Beste Szene von Ballack so far. Schuss aus 20 Metern, aber Given auf dem Posten. Bei den Gastgebern fehlt der letzte Feinschliff.

[15h17] City wird noch mehr Platz bekommen, weil Chelsea zum letzten Mal wechselt. Kalou kommt für Carvalho, Stürmer für Innenverteidiger.

[15h11] Terry und Tevez geraten nach einem Zweikampf aneinander, können sich aber beide noch kontrollieren und schlagen nicht aufeinander ein. Referee Dean bittet beide zum Gespräch und belässt es bei einer Ermahnung. Und am Ende vertragen sich die beiden sogar.

[15h08] Ancelotti lässt wechseln, bringt Sturridge für den starken Joe Cole. Verstehe ich jetzt nicht. Aber ich bin auch nicht Trainer. Zudem kommt Belletti für Obi Mikel.

[15h04] City kommt dieser Spielstand natürlich jetzt sehr entgegen. Bellamy und Adam Johnson haben gezeigt, dass sie die Räume, die Chelsea jetzt anbietet, sehr gut nutzen können. City tut auch gut daran sich nicht völlig hinten einzuigeln. Die Blues versuchen derweil wieder mehr für das eigene Spiel nach vorne zu tun, wirkt aber alles zwar durchdacht und strukturiert, scheitert aber häufig an der Ausführung. Für alle deutschen Medien hier mal zum Mitschreiben: Ballack total unauffällig. Man muss ihn also nicht erwähnen.

[14h58] 1:2, Craig Bellamy, 51. Minute

Großes Tor von Bellamy, setzt sich auf links gegen Mikel durch, hat Tempo drauf und schafft es trotzdem einen präzisen Linksschuss ins lange Eck zu setzen. Hilario zu langsam unten. Und City hat dieses Spiel gedreht. Wieder keine gute defensive Leistung der Blues, zu offen auf den Außenbahnen und Bellamy hat das wunderbar ausgenutzt.

[14h56] John Terry sieht gelb nach Foul an dem quirligen Adam Johnson. Fans des FC Chelsea laufen aufs Spielfeld und wollen Wayne Bridge dafür verantwortlich machen, fordern Handschlag. Bridge schießt den Freistoß in die Mauer.

[14h53] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel auf beiden Seiten

[14h36] Halbzeit FC Chelsea – Manchester City 1:1

Dann war das ja doch noch ein wenig Spektakel in der ersten Hälfte nach ganz schwachen 30 Minuten. Chelsea tat dann mehr für die Offensive und ging verdient in Führung. City in der Defensive mit ordentlicher Leistung, im Angriff aber zu einfallslos. Höchstens Adam Johnson macht da einen ordentlichen Eindruck. Nichts desto trotz kam man glücklich zum Ausgleich, dank tatkräftiger Hilfe der Chelsea-Verteidigung. Verspricht also Spannung für den zweiten Durchgang.

[14h33] 1:1, Carlos Tevez, 45. Minute +1

Knappe vier Minuten hat die Führung für die Blues gehalten. Und dann macht Man City aus dem Nichts den Ausgleich. Und das war eigentlich gar keine Torchance. Unglückliche Kopfballverlängerung von Mikel auf Tevez, der hat keinen Mitspieler um sich herum, zieht aber trotzdem aufs Tor. Setzt sich gegen Terry und Carvalho durch und schießt fast schon im Liegen den Ball an Hilario, der wahrlich auch keine gute Figur macht, vorbei ins Tor. Tolle Einzelleistung von Tevez und fürchterliches Verteidigen bei Chelsea.

[14h32] Drei Minuten Nachspielzeit

[14h29] 1:0, Frank Lampard, 42. Minute

Chelsea hat in den letzten Minuten mehr für die Offensive getan und belohnt sich kurz vor Halbzeitpfiff mit der durchaus verdienten Führung. Lampard mit seinem 11. Saisontor. Schöner Pass von Joe Cole in die Schnittstelle der Abwehr, riesen Lücken in der City-Abwehr, Lampard mit dem Schuss an Given vorbei ins lange Eck, nimmt den Innenpfosten fast noch mit. Hat genau gepasst.

[14h24] Das war doch mal wenigstens etwas Aufregung – rein zufällig. Flanke von Ivanovic, City klärt den Ball zu kurz, Lampard will den Ball eigentlich aufs Tor schießen, produziert aber einen Querschläger, den Drogba aus der Drehung aufnimmt, aber über das Tor. An guten Tagen macht der Ivorer solche Gelegenheiten auch schon mal rein.

[14h18] Kein wirklich gutes Spiel, für die Ansprüche beider Teams schlicht zu wenig. Einen Hauch von Torgefahr gibt es nach Fernschüssen oder durch Zufallsprodukte Marke unglükliches Klären in der Abwehr. Passiert ganz wenig. Einzig die taktische Einstellung und das durchaus gute Defensivverhalten dürfte beide Trainer ein wenig zufrieden stellen.

[14h05] So langsam könnten sich die Spieler mal um mehr Torchancen kümmern, sonst ist dieser nicht vorhandene Handschlag das einzige Highlight in der ersten Hälfte. 17 Minuten gespielt, Freistoß von Adam Johnson, direkt ins Torwarteck auf Hilario. Null Gefahr.

[13h59] Erste kleine Chance in diesem Spiel. Distanzschuss von Malouda, aber über das Tor von Shay Given. Ansonsten ein sehr mäßiger Auftakt in den ersten 12 Minuten.

[13h53] Bin mal gespannt, wie weit sich Florent Malouda als Linksverteidiger nach vorne wagt. Ob das so offensiv wird wie bei Ashley Cole wage ich mal zu bezweifeln, weil die Rückwärtsbewegung des Franzosen sicherlich nicht so gut ist. Und Man City einen unbesetzte Außenbahn zu geben, dürfte nicht unbedingt das Ziel sein. Sonst schon was passiert? Nö, außer Szenenapplaus für John Terry nach einem erfolgreichen Tackling. Chelsea sucht den Weg nach vorne, die Citizens kompakt und eng am Gegenspieler.

[13h48] Beginn 1. Halbzeit

Dann man an den Sport. Chelsea mit Anstoß und ganz in blau von rechts nach links in den ersten 45. Minuten. Here we go.

[13h45] So, und Wayne Bridge hat John Terry nicht die Hand geschüttelt. Terry war bereit dazu, Bridge verweigerte. Hätten wir das auch abgehandelt.

[13h40] Die Aufstellungen an der Stamford Bridge

FC Chelsea: Hilario – Ivanovic, Carvalho, Terry, Malouda – Ballack, Mikel, Lampard – Anelka, Drogba, Joe Cole

Manchester City: Given – Richards, Kompany, Lescott, Bridge – Zabaleta, De Jong, Barry -  Bellamy, Tevez, Johnson

Beide Mannschaften plagen ein paar Personalsorgen. Chelsea muss Peter Cech ersetzen, Hilario tut das. Problem die Linksverteidigerposition. Ashley Cole und Zhirkov sind beide verletzt, also muss Malouda nach hinten links in die Viererkette. Insgesamt offensive Ausrichtung beider Mannschaften. Bei Man City kehrt Tevez ins Team zurück, Adam Johnson ersetzt den gesperrten Emmanuel Adebayor.

[13h33] Tach zusammen, bin gerade so fertig geworden mit Arbeit, Telefonaten und Mittag, von daher jetzt volle Konzentration auf den Auftakt zum 28. Spieltag der Premier League an diesem Wochenende. Und zum Glück bietet diese Partie genug sportliche Brisanz – Chelsea will die Tabellenführung ausbauen und Man City darf nicht den Anschluss an Platz 4 verpassen – sodass die Medien nicht vollends an der Saga Terry-Bridge ersticken.

Premier League 2009/2010 Preview #28 – Going into administration

Es ist ein 28. Spieltag der Premier League 2009/2010 in der etwas abgespeckten Variante mit nur acht Spielen. Manchester United hatte ja bereits am Dienstagabend im vorgezogenen Spiel West Ham United mit 3:0 besiegt und damit weiter Ansprüche auf die Meisterschaft angemeldet. Da am Sonntag auch das Carling Cup Finale stattfindet, ist die Partie von Aston Villa gegen Hull CityAufbau verlegt worden. Einen Termin für das Nachholspiel gibt es noch nicht. Nichts desto trotz ist es ein sehr interessanter Spieltag mit zwei wichtigen direkten Duellen im Abstiegskampf und schwierigen Aufgaben der Titelkandidaten. Chelsea empfängt Manchester City und Arsenal muss zum heimstarken Stoke City reisen.

Aber zunächst der Blick an die Südküste, wie so häufig in den letzten Wochen und Monaten. Aber zumindest heute kann unter die Saga des FC Portsmouth ein erster kleiner Schlussstrich gezogen werden. Nachdem man in den letzten Tagen noch vermehrt und intensiv nach einem neuen Besitzer geschaut hat – der derzeitige Balram Chainrai war nur eine Übergangslösung -, gab es dann gestern die Bestätigung vom Verein, dass man nicht fündig geworden ist und Insolvenz anmelden muss. Alle nötigen Formalia dafür sollen heute abgeschlossen werden. Mit einer Entscheidung am High Court in London wird am Vormittag gerechnet. Portsmouth ist der erste Klub der Premier League, der einen solchen Schritt vollziehen muss.  Den Verein drücken Schulden in Höhe von 60 Millionen Pfund, zudem standen Steuernachzahlungen in Höhe von fast 12 Millionen Pfund aus, die umgehend geleistet werden mussten. Dem konnte Pompey aber nicht nachkommen. Nachdem die Premier League in den letzten Wochen schon den Stecker zog und TV-Einnahmen dem Verein verweigerte, macht Portsmouth jetzt selbst die Lichter aus.

Was sind die Folgen für den FC Portsmouth? Langfrisitig kann man das nur schwer abschätzen. Zunächst wird es einen Abzug von neun Punkten geben, was soviel bedeutet, dass der Abstieg schon jetzt in Stein gemeißelt ist. Man wird nächste Saison also in der Championship spielen. Ob man ein zweites Leeds United wird, kann heute niemand sagen. Neben den Punktabzügen wird auch über Gehaltskürzungen diskutiert. Wie paradox: Jetzt diskutiert man in Portsmouth über Gehaltskürzungen, dabei konnte man zuletzt überhaupt froh sein, dass man Geld auf seinem Konto vorfand. Aber wenn der Verein weniger überweisen muss, geht es vielleicht zügiger. Trainer Avram Grant hat heute Morgen seine Spieler zu einem Treffen eingeladen, bei dem ein solcher Schritt diskutiert wurde. Nach Berichten des Guardian sollen zwei Spieler mit diesem Vorschlag auf Grant zugekommen sein. Über die Zukunft des Trainer kann nur spekuliert werden. Ich tippe darauf, dass er nach der Saison den Verein verlassen wird. Schaut man sich seine gestrigen Ausführungen im Interview bei Sky Sports News an, dürfte klar sein, dass Grant mit der Situation bei Pompey alles andere als zufrieden ist und seine Wut über die Situation nur schwer verbergen kann.

Welche Konsequenzen hat die Insolvenz des FC Portsmouth nun für die Premier League? Zunächst einmal steht damit ein Absteiger fest, was für die anderen Konkurrenten heißt, dass die Chancen für den Klassenerhalt wieder ein wenig größer geworden sind. Natürlich wird es jetzt auch wieder eine Diskussion über den Zustand der Premier League mit der Eigentümerstruktur und den hohen Schulden der Vereine geben. So eine Debatte kann der Premier League aber nur helfen. Und bei aller Kritik an der mit Geld aufgeblähten Liga darf eben auch nicht übersehen werden, dass die Situation des FC Portsmouth nur bedingt auf andere Premier League Klubs anwendbar ist. Über die Hintergründe und die spezielle Situation des Vereins hatte ich einen längeren Beitrag bereits im September letzten Jahres geschrieben.

FC Chelsea – Manchester City

Sky Sport 1 live, Samstag ab 13:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Natürlich kommt man bei diesem Duell nicht um das direkte Aufeinandertreffen von John Terry und Wayne Bridge herum. Terry hatte eine Affäre mit der Ex von Bridge. Seitdem hetzt der Boulevard eine exklusive Story nach der anderen durch den Blätterwald, wohl nicht nur deswegen hat Bridge gestern bekannt gegeben, dass er nicht mehr für die englische Nationalmannschaft zur Verfügung steht und damit nicht mit John Terry zusammenspielen möchte. Aber das ist dann am Samstagmittag hoffentlich nur eine Randnotiz, es bleibt zu hoffen, dass das Spiel vor allem sportliche Schlagzeilen schreibt. City schied am Mittwoch im FA-Cup bei Stoke City aus und muss Wiedergutmachung leisten, auch damit man im spannenden Kampf um den vierten Platz nicht zurückfällt. Chelsea will den Abstand auf Man Utd wieder auf vier Punkte aufbauen und die Niederlage bei Inter Mailand wieder vergessen machen. Verzichten müssen die Blues auf Peter Cech, der mit einer Wadenverletzung vier Wochen ausfallen wird. Vertreten wird er von Hilario. Bei City könnte Craig Bellamy wieder in der Startelf stehen.

FC Burnley – FC Portsmouth

Wenn der Tabellenvorletzte das Schlusslicht der Liga empfängt, kann man auf alle Fälle von einem Kellerduell sprechen. Blöd nur, dass Portsmouth schon fast außer Reichweite für den Klassenerhalt ist. Heißt konkret, dass es ausschließlich das Spiel des Jahres für den FC Burnley ist. Den Clarets fehlt ein Punkt auf das rettende Ufer – und wenn nicht gegen Pompey gewinnen, wann dann? Hoffnung für Burnley gibt es vor allem durch die Rückkehr von Verteidiger Graham Alexander, der nach vier Wochen Verletzungspause in den Überlegungen von Trainer Brian Laws wieder eine Rolle spielt. Interessant dürfte sein, wie Burnley den Schock aus der letzten Woche verkraftet hat, wo man in 12 Minuten vier Gegentore kassiert hatte. Wie gut, dass da ein Verteidiger wieder zurück ins Team kehrt.

Bolton Wanderers – Wolverhampton Wanderers

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Nicht weniger interessant und dramatisch ist das Duell von Bolton gegen Wolverhampton, für das sich Sky in der Nachmittagsübertragung entschieden hat. Bolton belegt derzeit den ersten Abstiegsplatz und hat zwei Punkte Rückstand auf die Wolves, die derzeit den 16. Platz belegen. Mit einem Sieg könnten die Wanderers also an Wolverhampton vorbeiziehen. Bolton kommt mit einem negativen Erlebnis aus der Woche in den Spieltag, als man im FA-Cup Wiederholungsspiel mit 0:4 bei Tottenham unterging. Auch wenn die Wolves letzte Woche zuhause gegen Chelsea verloren haben, zeigt die Formkurve doch langsam nach oben. Vor allem die Leistungen auf dem Platz stimmen, die Ergebnisse fehlen noch. Bei den Gästen kommt Stürmer Andy Keogh zurück ins Team. Der irische Nationalspieler hat drei Monate gefehlt.

Birmingham City – Wigan Athletic

Birmingham City steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und kann ganz ruhig und befreit in diesen Spieltag gehen. Der Druck in dieser Partie liegt vor allem auf Wigan Athletic, die zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz stehen, aber eine der schlechtesten Tordifferenzen im Tabellenkeller haben. Wigan hatte zuletzt zwei Unentschieden erzielt, doch kann man sich dafür auf Dauer nicht so viel kaufen. Es bräuchte mal wieder einen Sieg. In den Schlagzeilen war der Verein unter der Woche, weil Trainer Roberto Martinez nach der Niederlage gegen Tottenham vom Wochenende in seiner Pressekonferenz für das Spiel in Birmingham eine Schiri-Schelte par excellance auslegte. Zum Verständnis: Das Führungstor der Spurs letzten Sonntag zählte trotz klarer Abseitsposition von Jermain Defoe. Martinez redete sich also in Rage: “Ich glaube, das wertet die Premier League ab, wenn man solche Aktionen sieht. Das war noch nicht mal knapp und das verwundert mich. Da war ein Spieler zwei Meter im Abseits. Ich kann nicht erklären, wie die beste Liga der Welt Leute beschäftigt, die solche Entscheidungen nicht richtig machen können. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich über eine gesamte Saison schon so viele Ungerechtigkeiten erlebt habe. Normalerweise gleicht sich das ja immer aus.”

Stoke City – FC Arsenal

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Stoke, Burnley, Hull, West Ham und Birmingham sind die nächsten fünf Gegner für den FC Arsenal. Das klingt nach vielen machbaren Aufgaben für die Gunners im Titelrennen und die Experten sind sich einig, dass bei erfolgreichem Abschneiden in diesen Begegnungen Arsenal beide Füße vehement im Titelrennen haben wird. Und da ist die Partie am Samstagabend in Stoke der ganz schwierige Auftakt und ein erneute Bewährungsprobe für das Team von Wenger. Alle Meisterschaftsträume könnten bei einer Niederlage bei den heimstarken Potters schon beendet sein, gleichzeitig könnte man bei einem Sieg aber mit richtig viel Selbstvertrauen in die nächsten einfacheren Aufgaben gehen. Wenger spricht nicht nur wegen der Niederlage im Januar im FA-Cup bei Stoke von einem Schlüsselspiel für sein Team: “Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen, das aber nicht notwendigerweise mit den Ereignissen aus dem Januar verbunden ist. Wir müssen verhindern, dass Stoke seine Stärken ausspielen kann und wir selbst müssen stark und geschlossen auftreten.” Wenger muss dabei weiterhin auf Arshavin, Gallas und Diaby verzichten, noch unklar ist, ob Eduardo ins Team zurückkehrt, wenn ja aber noch nicht in die Startelf. Also wird Bendtner wieder einzige Spitze sein, flankiert von Walcott und Nasri auf den Außenbahnen.

Das wird eine ganz harte Nuss für den FC Arsenal zu knacken. Stoke ist extrem heimstark und kommt mit viel Selbstvertrauen in die Partie, unter der Woche besiegte man Manchester City nach Verlängerung im FA-Cup. Was aber auch heißt, dass Arsenal deutlich ausgeruhter in die Partie geht. Mal sehen, wie man damit umging zum ersten Mal seit Monaten eine komplett freie Woche zu haben. Arsenal muss vor allem verhindern, dass Stoke zu Standards kommt. 15 Tore hat City schon nach Standards erzielt, 14 davon zuhause, vor allem dank der langen Einwürfe von Roy Delap. Den wollte Arsene Wenger ja mal verbieten. Augenmerk auch auf den wieder erstarkten Stürmer der Potters, Dave Kitson.

Tottenham Hotspur – FC Everton

Wenn der FC Everton noch eine kleine Chance haben möchte im Kampf um die internationalen Plätze, dann muss ein Sieg bei den Spurs her, wass bedeuten würde, dass man den Rückstand auf Tottenham auf vier Punkte verkürzt. Aber nach der deutlichen Niederlage in Lissabon in der Europa League am Donnerstagabend dürfte das eher fraglich sein. Aber Everton hat schon mehrmals gezeigt, dass sie nach solchen Rückschlägen zurückkommen können. Auf der anderen Seite heißt es aber auch, dass Tottenham gewinnen muss um klare Ansprüche auf den vierten Platz anzumelden. Um Raphael Honigstein aus dem Guardian Football Weekly Extra zu zitieren: “Das sind diese Spiele, die Tottenham gewinnen muss, um den vierten Platz zu erreichen. Und sie werden es nicht machen, weil sie Spurs sind.”

FC Sunderland – FC Fulham

Respekt an den FC Fulham für die Leistungen auch in dieser Saison. Ähnlich wie Birmingham City hat man eigentlich nicht mehr viel zu verlieren in der Premier League. Trotzdem bringt man Woche für Woche gute Leistungen und kann schon für die neue Saison planen. Umso erfreulicher sind die Spiele für Fulham in der Europa League. In der Zwischenrunde mal schnell den Titelverteidiger ausgeschaltet. Da macht es sich, wenn man so einen alten Trainerfuchs wie Roy Hodgson an der Seitenlinie hat. Da hat der Gegner aus Sunderland schon ganz andere Probleme. Die Black Cats warten seit dem 21. November (damals 2:0 gegen den FC Arsenal) auf einen Sieg in der Liga. Man ist im freien Fall und die Zeit für Trainer Steve Bruce läuft langsam aber sicher ab.

FC Liverpool – Blackburn Rovers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Der Spieltag schließt am Sonntagnachmittag mit der Partie zwischen den Reds und den Rovers ab. Kein Spiel, das mich jetzt wirklich vom Hocker haut. Es bekommt seine Brisanz höchstens dadurch, dass Liverpool weiter gewinnen muss, um im Kampf für den vierten Platz mitreden zu können. Was so viel heißt: Um Benitez auch nach der Saison eine Jobgarantie zu geben. Immerhin konnte man jetzt das Achtelfinale in der Europa League erreichen. Blackburn geht als 12. mit großen Ruhepolster auf die Abstiegsplätze in diese Partie und kann Liverpool mal so richtig ärgern.

Wenn ich Zeit finde, gibt es am Wochenende ein Live-Blogging. Tippe mal auf Chelsea gegen Manchester City am Samstagmittag.

Europa League 2009/2010 Zwischenrunde, Werder Bremen – Twente Enschede

[23h02] Gute Nacht aus Düsseldorf. Morgen der nächste spannende Fußballtag, wenn der FC Portsmouth aller Voraussicht nach Insolvenz anmelden wird. Mehr dazu dann morgen.

[23h00] In Valencia gibt es noch Verlängerung. Hier die Partien des Achtelfinals. Gespielt wird am 11.03., die Rückspiele finden eine Woche später am 18. März statt.

  • Hamburger SV – RSC Anderlecht
  • Rubin Kazan – VfL Wolfsburg
  • Atletico Madrid – Sporting Lissabon
  • Benfica Lissabon – Olympique Marseille
  • Panathinaikos Athen – Standard Lüttich
  • OSC Lille – FC Liverpool
  • Juventus Turin – FC Fulham
  • Brügge/FC Valencia – Werder Bremen

[22h56] Endstand Werder Bremen – Twente Enschede 4:1

Mit ein paar kleinen Ausnahmen, insbesondere zwischen der 30. und 40. Minute und zu Beginn der zweiten Hälfte, ein guter Auftritt von Werder. Offensiv überzeugend wie immer, defensiv weiter ein wenig instabil. Zum Glück wurde man nicht allzu oft gefordert. Trotzdem eine Leistung, welche die Mannschaft weiterbringen wird, auch für das Selbstvertrauen in der Liga.

[22h49] Lille macht das 1:1 bei Fenerbahce Istanbul und wäre damit im Achtelfinale. Torschütze Adil Rami in der 85. Minute

[22h47] Meine Güte, ist das unansehnlich in Turin. Del Piero geht vier Minuten vor dem Spiel in die Kabine, Juve mit gefühlt 11 Defensivspielern jetzt. Ajax fällt nicht ein, eher macht Trezeguet das 1:0, scheitert mit seinem Kopfball aber an Stekelenburg.

[22h45] In Bremen plätschert die Partie dem Schlusspfiff entgegen. Noch acht Minuten, Enschede hat sich aufgegeben. Werder tut nur noch das Nötigste.

Borowski kommt für Mezut Özil.

[22h40] Sporting Lissabon – FC Everton 2:0, Pedro Mendes, 76. Minute

Damit verabschieden sich die Toffees wohl aus der Europa League. Brauchen ein Tor für die Verlängerung, haben aber bisher nur defensiv agiert. Offensiv ging wenig.

[22h38] Martin Jol spielt seine letzte Trumpfkarte aus, bringt Rommedahl für den ganz schwachen Enoh. Ajax Amsterdam braucht weiterhin ein Tor, aber Juve denkt gar nicht daran, irgendwas zu tun, was die Defensive gefährden könnte.

[22h36] Toller Konter von Werder. Özil und Almeida im Doppelpass, der Portugiese nach Flanke von Özil mit tollem Kopfball, aber exzellent gehalten von Boschker.

Wechsel Werder: Marin geht, Ayik kommt.

[22h33] 20 Minuten noch in Bremen zu absolvieren, Werder macht wieder zu wenig. Zum Glück fällt Enschede momentan auch nicht so viel ein. Aber man hat, wenn Werder defensiv gefordert wird, immer das Gefühl, das könnte sofort schiefgehen.

[22h29] Sporting Lissabon – FC Everton 1:0, Miguel Veloso, 64. Minute

[22h28] Ich dachte, ich könnte es jetzt mir mal wieder leisten bei Juve gegen Ajax vorbeizuschauen. In den fünf Minuten, in den ich zuschaue, kein wirklich ansehnliches Spiel. Juve zwar optisch überlegen, Ajax steht immer noch hinten drin und traut sich gar nicht nach vorne. Juve könnte den Sack fast zumachen, zumal defensiv die Italiener kaum was zulassen. Und ein 0:0 reicht Juve ja.

[22h25] Deckel endgültig drauf in Wolfsburg. Grafite mit dem 4:1, 64. Minute

[22h22] Werder – Enschede 4:1, Claudio Pizarro, 59. Minute

Und im Gegenzug dann der Ausbau der Führung für Werder. Ganz entscheidene Minuten in diesem Spiel mit glücklicherem Ausgang für Werder. Özil mit schöner Vorbereitung, Pizarro mit dem Flachschuss ins Tor. Boschker war noch dran.

Bargfrede kam bei Werder für Niemeyer.

[22h20] Wenn durch Düsseldorf-Pempelfort eben ein lautes, langgezogenes “Neeeiiiiiiiin” ging, dann war das mein Schrei, bevor Parker geschossen hat. Werder wieder mit der Abseitsfalle, gelingt nicht, Parker völlig frei, nur noch Vander vor sich, knallt den Ball an den Innenpfosten. Und dann kam ein kurzes, aber sehr leises Yes von mir.

[22h18] Erst in vier Spielen des Abends sind Tore gefallen. Werder und Wolfsburg liegen vorne, Fenerbahce wäre momentan weiter, Valencia gegen Brügge ginge in die Verlängerung. Und noch keine Tore in der zweiten Halbzeit europaweit.

[22h17] Immerhin, Werder spielt jetzt wieder häufiger nach vorne, beschäftigen die Niederländer in ihren eigenen Reihen. Also nur mit Hoffen und viel Zuversicht gelingt das Weiterkommen nicht. Und Twente hat gezeigt, dass sie, wenn man sie beschäftigt und unter Druck setzt, verwundbar sind. Nur muss Werder dann mehr eigene Akzente setzen.

[22h13] Werder wartet darauf, dass Enschede mehr und mehr Risiko geht und sich dann Räume zum Kontern ergeben. Enschede scheut noch das allerletzte Risiko – und von daher ist es ein eher lahmer Auftakt in die zweite Hälfte. Werder im Mittelfeld ein wenig sehr passiv. Böse formuliert: Wenn man weiter so spielt, hat man Enschede hier bald wieder voll im Spiel.

[22h08] Beginn 2. Halbzeit

[22h06] Sollte Werder das Achtelfinale erreichen, dann ginge es gegen den Sieger aus Brügge gegen Valencia. Hätte ja mal wieder Lust auf ein Duell gegen die Spanier im Mestalla. Da gab es ja mal eine große Leistung in der Champions League.

[21h52] Halbzeit Werder Bremen – Twente Enschede 3:1

Werder ist auf einem guten Wege. Man hat nach holprigem, aber bemühten Start die Fehler von Enschede hervorragend in Tore umgemünzt. Als man 3:0 vorne lag, schlich sich dann wieder die Fahrlässigkeit ein. Völlig unnötiges Gegentor, wieder über außen, wieder durch einen langen Pass. Wie immer. Danach kam Enschede besser ins Spiel, gegen Ende der ersten Hälfte Werder aber wieder zielstrebiger nach vorne. Noch alles offen, aber ein gute Basis ist schon einmal gelegt.

[21h50] Freistöße von Marcus Senna sind stets gefährlich, Villarreal hat also noch einen Fuß in diesem Spiel. Muss über Standards den Anschluss herstellen. Gelingt aber noch nicht. Halbzeit in Wolfsburg. Die Wölfe führen verdient mit 3:1 gegen das Yellow Submarine.

[21h45] Wolfsburg – Villarreal 3:1, Christian Gentner, 41. Minute

[21h45] Das Anschlusstor hat Twente richtig gut getan, machen die Räume jetzt enger, stehen näher am Mann, gewinnen Zweikämpfe und lassen vor allem nur noch wenig zu. Keine Fehler mehr im Spielaufbau. Werder tut sich schwer in den letzten Minuten, man hat sich vielleicht auch schon ein wenig zu sicher gefühlt. Gibt aber weiterhin Räume zum Kontern, doch Werder rückt nur behäbig nach.

[21h41] Fenerbahce Istanbul geht mit 1:0 gegen den OSC Lille in Führung. Torschütze Emre in der 35. Minute. Fener bei dem Spielstand im Achtelfinale aufgrund des Auswärtstores.

[21h38] Werder-Enschede 3:1, Luuk De Jong, 33. Minute

Da war ich mal gerade für ein paar Minuten auf der Option von Juve gegen Ajax um zu schauen, was Diego macht – und dann Werder mit der ersten defensiven Nachlässigkeit. Und wieder über die Außen, diesmal über links, wo Janssen einen langen Pass mustergültig mitnimmt, super Flanke in der Mitte, Mertesacker zu weit weg von De Jong, und gegen den präzisen Kopfball hat Vander keine Chance. Und ich schalte nicht mehr um.

[21h34] Derweil hat Villarreal den Anschluss gemacht, nur noch 1:2 durch Capdevila in der 30. Spielminute.

[21h32] Werder – Enschede 3:0, Naldo, 27. Minute

Kann man das sagen, dass das erste Auflösungserscheinungen bei Twente sind. Werder wieder mit schnellem Spiel, Enschede zu passiv im Zweikampfverhalten, zwei Pässe hebeln die ganze Abwehr aus. Almeida scheitert zunächst, Naldo kann dann mit geschickter Körpertäuschung den schon am Boden liegenden Boschker überwinden. Kaum Gegenwehr. Es läuft.

[21h31] Werder hat verständlicherweise erstmal den Fuß vom Gas genommen und lässt Enschede jetzt machen. Viel kommt dabei nicht herum, wirken ziemlich geschockt. Werder greift trotzdem früh an und versucht dann hin und wieder schnelle Konter zu setzen.

[21h28] Und Twente Enschede völlig von der Rolle. Özil scheitert an Boschker, den Abpraller setzt Almeida an den Pfosten. Um ein Haar das 3:0. Twente kaum noch mit Entlastung.

[21h26] Werder – Enschede 2:0, Claudio Pizarro, 21. Minute

Das läuft bisher richtig gut für Werder. Dritte gute Chance, zweites Tor. Und wieder schön herausgespielt. Enschede mit kapitalem Fehler im Spiel nach vorne, Marin schaltet am schnellsten, bedient Özil, der sich wunderbar durchdribbelt, Pizarro völlig frei, muss das klare Zuspiel nur noch locker einschieben. Klasse gespielt.

[21h20] Werder – Enschede 1:0, Claudio Pizarro, 15. Minute

Sehr viel besser hätte man sich das aus deutscher Sicht heute Abend nicht vorstellen können. Wolfsburg schon mit einem Bein im Achtelfinale – und dann zieht Werder nach. Toller Spielzug über Özil, der auf Almeida rauslegt. Präzise Flanke in die Mitte, wo Pizarro als erster am Ball ist und zum 1:0 aus kurzer Distanz einnetzt.

[21h19] VfL Wolfsburg – Villarreal 2:0, Eigentor Angel, 15. Minute

Wolfsburg belohnt sich für ein richtig gutes Spiel. Grafite mit der Hereingabe von rechts, der Ball springt dann Platzfehler unglücklich ab gegen das Knie von Angel, der den Ball dann ganz unglücklich ins eigene Tor abfälscht. Keine Chance für Lopez.

[21h17] Und Wolfsburg könnte hier auch schon 3:0 führen, wenn Grafite nicht zwei richtig gute Chancen vergeben hat. Einmal scheitert er an Torwart Diego Lopez und dann köpft Grafite aus bester Position daneben.

[21h15] VfL Wolfsburg-Villarreal 1:0, Dzeko, 10. Minute

Wolfsburg auf gutem Weg ins Achtelfinale. Frühe Führung für die Niedersachsen, die Spanier bräuchten für ein Weiterkommen bereits zwei Tore. Und wenn Dzeko jetzt schon trifft und dann in der Art und Weise, fangen spätestens jetzt auch in Hannover die Fans ihre Meinung für das Spiel am Sonntag zu ändern.

[21h14] Und sobald Twente mal schnell umschaltet und Werder ein wenig langsam in der Rückwärtsbewegung ist, beginnen bei mir alle Alarmglocken. Pasanen kann in letzter Minute den Angriff stoppen, Enschede war fast in Überzahl, Spieler hatten sich bereits gut in Position gelaufen.

[21h11] Werder ist ganz gut in die Partie gekommen, spielen mutig, aber kontrolliert nach vorne. Nicht zu hastig und die Außen sind was Offensivdrang angeht noch sehr vorsichtig. Abdennour bleibt fast immer in der eigenen Hälfte, Pasanen traute sich einmal in die gegnerische Hälfte. Sieht so aus, als würden Frings und Niemeyer auch erstmal den defensiveren Part übernehmen. Heißt viele Freiheiten für Marin und Özil, Pizarro lässt sich ein wenig zurückfallen.

[21h08] Erstes Tor in den Spätspielen. Der FC Valencia geht mit 1:0 gegen Brügge in Führung (1′ durch Mata) und egalisiert damit das Ergebnis aus dem Hinspiel.

[21h05] Beginn 1. Halbzeit

So, Daumen drücken. Werder in grün-weiß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten. Enschede ganz in rot.

[21h04] Hätte ja gerne N’Kufo gesehen, auch so ein Spieler, den Hannover 96 abgegeben hat und der dann richtig gut wurde. Aber egal.

[21h04] Die Aufstellungen im Weserstadion

Werder Bremen: Vander – Pasanen, Mertesacker, Naldo, Abdennour – Frings, Niemeyer – Marin, Özil – Pizarro, Almeida

Twente Enschede: Boschker – Stam, Wisgerhof, Douglas, Tiendalli – Brama, Perez, Janssen – Parker, De Jong, Ruiz

[21h00] Damit stehen folgende Partien für das Achtelfinale schon mal fest:

  • Hamburger SV – RSC Anderlecht
  • Benfica Lissabon – Olympique Marseille

Alle anderen Partien ergeben sich dann heute Abend, wenn den Qualifizierten der zweite Gegner zugespielt wird.

[20h57] Also bisher qualifiziert für das Achtelfinale: Benfica Lissabon, der Hamburger SV, RSC Anderlecht, Olympique Marseille, Panathinaikos Athen, FC Liverpool, FC Fulham und Atletico Madrid.

[20h51] Diego Forlan in der 90. Minute mit dem 2:1 für Atletico Madrid bei Galatasaray Istanbul. Damit wären die Spanier im Achtelfinale.

[20h47] Der PSV Eindhoven macht eine Minute vor Schluss das 3:2, Torschütze Koevermans. Und es gibt fünf Minuten Nachspielzeit.

[20h46] Vergessen zu erwähnen vorhin: Christian Vander spielt im Tor. Wiese fällt mit Adduktorenverletzung knapp zwei Wochen aus.

[20h45] Kurz vor Schluss führt der RSC Anderlecht mit 4:0 gegen Athletic Bilbao und würde damit im Achtelfinale auf den Hamburger SV treffen. Auch Panathinaikos Athen, der FC Liverpool (3:1 bei Unirea) und Olympique Marseille (3:0 gegen den FC Kopenhagen) sind klar auf Kurs Achtelfinale. Bei den anderen Partien ist es noch spannend.

[20h38] Werder muss verletzungsbedingt auf Clemens Fritz verzichten, Pasanen geht dafür wieder auf die rechte Seite, Abdennour spielt auf links. Diesmal 2er-Sturm mit Pizarro und Almeida, im Mittelfeld Marin, Özil, Frings und Niemeyer. Hunt fehlt ebenfalls mit Verletzung. Markus Rosenberg darf immerhin wieder auf der Bank Platz nehmen.

[20h36] Piotr Trochowski gleicht in der 79. Minute zum 2:2 per Foulelfmeter für den HSV aus. Damit müssten die Niederländer jetzt zwei Tore fürs Achtelfinale erzielen.

[20h34] Ich will ja noch gar nicht von einem “Wunder von der Weser” sprechen, aber ich halte die Partie heute für eines der schwierigsten Spiele der letzten Jahre für Werder. Natürlich kann und muss man optimistisch in diese Begegnung gegen – und Werder tut das ja auch – trotzdem wird das heute Abend eine ganz harte Nuss, die es zu knacken gilt. Zumal Werder immer für einen defensiven Aussetzter bekannt ist. Ist für Werder eine blöde Ausgangslage. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wäre es erstmal defensive Stabilität. Mir reicht ein 1:0 in der 87. Minute und ein Weiterkommen nach Verlängerung. Ich hoffe, ich werde erhört.

[20h33] Guy Demel darf dann auch schon mal unter die heiße Dusche und beten, dass Eindhoven kein weiteres Tor erzielt. Wobei, so richtig geholfen hat dem HSV die Überzahl ja auch nicht.

[20h30] Der HSV versucht derweil in Eindhoven mit einem Mann mehr kein weiteres Tor zu kassieren. Stimmung ist aufgeheizt, der englische Referee hat nach und nach dieses Spiel nicht mehr in den Griff bekommen. Und die Torrichter machen einen auf Profilieren. Braucht kein Fan.

[20h27] Guten Abend, mal wieder ein wenig live bloggen. Auf dem Programm stehen die Spätspiele in der Europa League Zwischenrunde, mein Schwerpunkt wird zunächst mal Werder gegen Enschede sein, hin und wieder Wolfsburg gegen Villarreal, und dann schauen wir mal, wie sich der Abend entwickelt und wie die Stream-Verfügbarkeit ausschaut. Hereinspaziert.

Zitat des Tages: Donnerstag, 25. Februar 2010 – APPsolut überflüssig

Ich verstehe bis heute die Aufregung um die Tagesschau-App nicht. Die BBC hatte vor ein paar Tagen angekündigt, dass es im Frühjahr zwei Applikationen für News und Sport geben sollte. Begeisterung überall, vor allem bei den Nutzern. Kaum Kritik. Anders in Deutschland, wo die App-Sau schon seit Wochen durchs Land gejagt wird. Nächste Etappe: Ein Brief von Silvana-Koch Mehrin (das ist die Person, die sonst meist durch Abwesenheit glänzt, falls sich niemand mehr an den Namen erinnert) an die EU-Kommission:

“[Die] ARD kann einen solchen Dienst offensichtlich nur deswegen kostenlos bereitstellen, weil sie durch obligatorische Rundfunkgebühren finanziert wird. Dagegen müssten private Anbieter ein solches Angebot kostenpflichtig machen.Die ARD [nutze] ihr staatlich garantiertes Recht auf ein hohes Gebührenaufkommen aus, um sich gegenüber privaten Konkurrenten einen nicht gerechtfertigten Vorteil zu verschaffen.”

Das dürfte alle privaten Medienanbieter und Zeitungen freuen. Endlich mal wieder, der sich auf ihre Seite schlägt. Und untereinander tun sich die WAZ-Mediengruppe und Grunner+Jahr auch zusammen: Der Kampf gegen die Tagesschau-App, die dafür sorgt, dass Qualitätsjournalismus im Netz gratis sei. Und das könne ja nicht die Zukunft sein!

Blöd nur – finde ich – dass man von den privaten Medienanbietern nicht einen qualitativen Beitrag in dieser Debatte bekommt. Eine Entwicklung verhindern – statt selbst ein vernünftiges, qualitativ hochwertiges Angebot zu machen. Selten war ich so auf Seite der ÖR-Befürworter. Komme mir schon ganz komisch vor.

[via Sat+Kabel]

Schwarz-Grünes Experiment an Rhein und Ruhr

Ich hatte ja insgeheim schon befürchtet, dass in den Wahlkampf zur NRW-Landtagswahl 2010 gar kein Dynamik mehr reinkommt. Seit den letzten Tagen wissen wir, dass zumindest etwas Bewegung nicht schaden kann, damit sich die Parteien zu ihren Wahlprogrammen äußern und die Unterschiede in ihren Programmatiken deutlich machen. Und für die Bewegung hat ausgerechnet die CDU gesorgt, die – so meine Meinung – bei einem souverän geführten Wahlkampf eigentlich nicht viel an Macht verlieren  und auch nach dem 9. Mai 2010 weiter stärkste Kraft im Düsseldorfer Landtag bleiben würde. Wenn man natürlich Fehler macht beziehungsweise der ein oder andere kleine Skandal ans Licht der Öffentlichkeit rückt, kann sich Rüttgers für seine soziale Ausrichtung und den Amtsbonus vielleicht doch nur wenig kaufen. Insgesamt halte ich den Vorfall über mögliche Angebote an Wirtschaftsunternehmen für exklusive Gespräche mit dem Ministerpräsidenten für einen schlimme Entwicklung, bezweifele aber, ob das ein Turning Point für die Opposition und insbesondere die SPD sein kann. Aber das werden die nächsten Wochen zeigen.

Durch die Ereignisse der vergangenen Tage in der CDU ist die eigentlich sehr viel interessantere Frage in den Hintergrund gerückt, nämlich die zukünftiger Koalitionen an Rhein und Ruhr. So viele machbare Optionen stehen gar nicht zur Verfügung. Da sowohl Sozialdemokraten als auch die Grünen ein Bündnis mit der Linkspartei kategorisch ausgeschlossen haben, steht für das linke Parteienspektrum eigentlich nur Rot-Grün zur Debatte. Danach sieht es nach den derzeitigen Umfragen aber nicht aus, vor allem die SPD müsste dann noch zahlreiche Prozentpunkte aufholen und der CDU abknabbern. Sollte es aber am 9. Mai eine Mehrheit für Rot-Grün geben, dann wäre das die Koalition, die nahe liegt. Gleiches gilt für einen Fortbestand der jetzigen Koalition aus CDU und FDP, die aber zumindest gefühlt auf wackligen Beinen steht, nicht nur wegen der Streitigkeiten auf Bundesebene. Sollten CDU und FDP keine Mehrheit bei der Landtagswahl bekommen, wäre auch für Schwarz-Gelb auf Bundesebene ein zusätzlicher Blockierer installiert, nämlich die fehlende Mehrheit im Bundesrat. Vor fünf Jahren hatte Gerhard Schröder deswegen Neuwahlen ausgerufen. Nun wäre es vermessen zu glauben, dass Angela Merkel ebenso reagieren würde, es zeigt aber, dass CDU und FDP schon gehörig unter Druck stehen, vor allem nach den Querelen der vergangenen Tage. Die Tendenz sich klarer zu positionieren und abzugrenzen wird eher zunehmen. Und ob dann die soziale Ausrichtung der NRW-CDU noch mit den Vorstellungen der FDP für weitere fünf Jahre korrespondiert, darf in Frage gestellt werden. Und Jamaika wird kategorisch von den Grünen ausgeschlossen. Da ist sie wieder, diese Ausschließeritis.

Eröffnet sich also eine weitere, noch unbekannte Koalitionsoption, nämlich ein Bündnis aus CDU und Grünen (eine Große Koalition schließe ich einfach mal aus, kann mir nicht vorstellen, dass beide großen Parteien das machen werden. Insbesondere die SPD würde unter einem Ministerpräsidenten Rüttgers doch ziemlich ausbluten). Aber zurück zu Schwarz-Grün. Warum eigentlich nicht? Auf kommunaler Ebene arbeitet man schon länger zusammen, seit zwei Jahren gibt es im Stadtstaat Hamburg erstmals ein Bündnis auf Landesbene. Die Koalition in einem Flächenland wäre der nächste Schritt. Beide halten sich die Option offen. Letzte Umfragen sehen eine Zustimmung von über 40 Prozent für ein solches Bündnis auf Bundesebene wohlgemerkt, auf Landesebene sind es über 70 Prozent der Grünen-Anhänger.  “Schwarz-Grün steht für eine neue politische Kultur der Verständigung, die vor allem in Vergleich zu dem Gezänk der Bundesregierung angenehm auffällt”, hört man aus dem Landesvorstand der Grünen in Hamburg.

Die Voraussetzungen sind also so gut wie lange nicht mehr, schwarz-grün könnte nach der Wahl die einzige Regierungsoption für beide Pateien sein. Was spricht also dagegen? In erster Linie sind es natürlich immer noch inhaltliche Unterschiede, vor allem in der Bildungspolitik, der Umwelt, aber auch der Innenpolitik. Beispiele gefällig: Studiengebühren, dreigliedriges Schulsystem versus längeres gemeinsames Lernen, neue Kohlekraftwerke, Atomausstieg, Videoüberwachung öffentlicher Plätze. Sollte es also wirklich zu einer Koalition zwischen CDU und Grünen kommen, bahnen sich zahlreiche Deals an nach dem Motto der Vertretbarkeit. Die Grünen stimmen zähneknirschen der Beibehaltung der Studiengebühren zu, dafür gibt es keine neuen Kohlekraftwerke mehr. Und dass dann etliche Stammwähler enttäuscht sein dürften, steht auch außer Frage. Inwieweit sind also beide Parteien bereit um jeden Preis die Stammwähler zu verschrecken? Wenn beide eine reale Machtposition haben und die Grünen vielleicht drei Ministerien für sich beanspruchen können, dürfte bei allen inhaltlichen Unterschieden eine Koalition zu stande kommen.

Bleibt also spannend. Schwarz-Grün ist längst kein Schreckgespenst mehr, sondern eine realistische Alternative. Aber trotzdem immer noch ein Experiment. Aber irgendwann muss man ja mal anfangen und neue Sachen ausprobieren. Und ich kann bem besten Willen nicht erkennen, dass eine der großen Parteien sich in eine Große Koalition schieben lässt. Und ein Bündnis Rot-Rot-Grün ist noch abwegiger. So oft schwarz-grün auch noch dementiert wird und nicht als Wunschkoalition angestrebt wird. Es dürfte ziemlich klar sein, dass wenn es möglich ist auch gemacht wird. Wie erfolgreich es sein wird, hängt auch von den “Deals” ab und wie gut und harmonisch sich beide Parteien auf inhaltlcher Ebene ergänzen können.

Premier League 2009/2010 Review #27 – In Stein gemeißelt?

Es war jetzt nicht unbedingt der Spieltag, der aufgrund der dramatischen Spiele und der vielen Highlights in Erinnerung bleibt. Trotzdem war es ein richtungsweisender Spieltag für die weitere Saison. Denn immer mehr lassen sich jetzt die Tendenzen für das schon begonnene letzte Saisondrittel erkennen.

Es wird wohl einen Dreikampf um den Titel in der Premier League geben. Chelsea, Man Utd und Arsenal haben alle noch Chancen, die Trophäe zu holen. Die beste Ausgangslage haben die Blues aus London. Um den vierten Platz wird es einen Vierkampf geben. Von Platz 4 bis Platz 7 liegt nur ein Punkt Differenz nach dem mäßigen 0:0 von Liverpool und Manchester City. Tottenham und Aston Villa, beide mit souveränen Siegen, sind die anderen beiden Kontrahenten. Everton, Fulham, Birmingham, Stoke und Blackburn spielen um die goldene Ananas, platzieren sich im gesicherten Mittelfeld. Ab Platz 13 mit West Ham United beginnt dann die Abstiegsgefahr. Zwischen den Hammers und Burnley auf Platz 19 liegen nur vier Punkte. Portsmouth steht nicht nur vor einem finanziellen Scherbenhaufen, sondern scheint auch sportlich keine Perspektive mehr auf den Klassenerhalt zu haben. Wie gesagt, alles nur mehr oder weniger vorsichtige Tendenzen, die sich immer mehr in Stein meißeln lassen. Aber wer weiß, ob das am nächsten Spieltag sich nicht schon wieder ändert?

Die Zitate des Premier League Spieltags fassen das noch einmal gut zusammen.diesmal von Sir Alex Ferguson, Arsene Wenger, Gianfranco Zola, Avram Grant und Rafael Benitez:

Sir Alex Ferguson:

“Our second-half performance was very poor and when you are going for the championship you expect Manchester United to respond to the importance of the game. This is a bad result and at this time of the year we can’t afford results like that.”

Arsene Wenger:

“The only thing we can do is win our games and hope the others drop points. The top two will drop points because they play against each other. Everton have beaten them both and there are plenty of other teams where you can drop points.”

Avram Grant:

“Everything is going wrong.”

Gianfranco Zola:

“The whole team is getting better; the more confidence you get, the more the players can give.”

Rafael Benitez:

“It was difficult. We were working very hard, we had control. I thought we could win, we could lose. Very close. At the end maybe a draw is fair. As a manager you have to see your team as strong in defence, in attack we have to be a little bit better. Both teams were working hard trying to stop the other.”

Spieltag 28 am nächsten Wochenende, unter anderem mit Chelsea gegen Manchester City, Arsenal muss zu Stoke reisen, Liverpool emfängt Blackburn und Tottenham muss sich gegen Everton beweisen. Bereits morgen empfängt Manchester United in einem vorgezogenen Spiel West Ham United. Am kommenden Wochenende steht nämlich auch das Carling Cup Finale zwischen den Red Devils und Aston Villa auf dem Programm.

Zitat des Tages: Donnerstag, 18. Februar 2010 – Konzentration auf den Abstiegskampf

Eine kurze persönliche Anmerkung: Ich bin ab heute Nachmittag über das Wochenende auf einem Workshop in Dortmund und weiß daher noch nicht, ob ich es schaffe eine Vorschau auf den Premier League Spieltag zu schreiben. Wenn nicht, gibt es aber auf alle Fälle eine Rückschau.

Derweilt teilt Darren Bent vom FC Sunderland mit:

“I had a good chat with the manager recently and I just thought with the run we’re on at the moment, I needed to get rid of the distractions. I have to solely focus on getting Sunderland out of the relegation battle and I have shut the Twitter down. I don’t even go on it any more to look at what other people are posting.”

Also volle Konzentration auf den Abstiegskampf. Da ist Twitter nur störend.

[ via Sunderland Echo]

Olympia-Berichterstattung: Manchmal ist weniger eben mehr

Man stelle sich mal folgende Szene vor. Die Tagesthemen sind vorbei, es kommt das Wetter im Ersten, Jörg Kachelmann meldet sich für das Wetter natürlich live aus Vancouver und beginnt seinen Monolog:

“Guten Abend meine Damen und Herren, herzlich willkommen live hier zum Wetter im Ersten. Bevor wir gleich ganz kurz auf das Wetter in Deutschland schauen – darf Ihnen sagen, dass sich da nicht so viel tun wird, ist alles eine eher zähe Angelegenheit – schauen wir natürlich auf das Wetter hier. Und das bleibt spannend, hier ist richtig was los. Schauen Sie auf unseren Tagesthemen-Strömungsfilm! Wir haben hier das steuernde Hoch über Zentralkanada, das im Uhrzeigersinn die kalte, trockene Luft förmlich ansaugt. Aber das ist alles nicht so stabil, von Süden, aus den USA, schwappt immer wieder diese feuchte, mildere Suppe ins Land. Gleichzeitig nimmt der Wind ein wenig zu. Gucken Sie auf unsere Pfeile, die immer enger aneinanderkommen. Also, unter diesen Bedingungen möchte ich für den Biathlon-Wettbewerb nicht garantieren, und auch Ski Alpin wird schwierig, denn die feuchte Luft aus Süden drückt gegen die Berge, es wird dann länger anhaltend richtig schiffen. Schnee wird tauen, aber kann Ihnen versprechen, das lässt schon morgen nach, dann übernimmt das Hoch wieder die Kontrolle – und einem Capuccino auf der Plaza in Vancouver bei Sonnenschein steht nichts im Wege. Zu Ihnen nach Deutschland. Die Milderung setzt sich jetzt im ganzen Land durch, 2 bis 8 Grad. Michael Antwerpes übernimmt jetzt hier. Na Michael,  schon einen Ausflug für übermorgen an deinem freien Tag geplant? Wetter wird ja gut.”

So schlimm ist es dann nun doch noch nicht ganz gekommen in der Olympia-Berichterstattung der ARD. Viel fehlt aber nicht mehr, aber scheinbar trauen sich die Öffentlich-Rechtlichen nicht jede Hemmschwelle zu übertreten. Ich hatte die letzten Tage Home Office, wie es so schon heißt, und habe entsprechend häufig Olympia im Fernsehen laufen gehabt, und natürlich auch mal durch die Programme gezappt um zu schauen, was die Sender an Berichterstattung anbieten. In den Foren und Blogs tobt ja schon wieder die Diskussion über ARD und ZDF, ob es zu vertreten sei, dass ARD und ZDF mit viel mehr Mitarbeitern nach Vancouver fahren als zum Beispiel die BBC und dafür weniger Sendestunden verbrauchen. Und ob ARD und ZDF nicht zu verschwenderisch mit unseren Gebühren umgehen, wenn zum Beispiel auch Jörg Kachelmann und Franziska van Almsick nach Vancouver reisen. Zwei Personen, die man bei Olympischen Winterspielen nicht zwingend sehen muss und will. Ich will hier gar nicht in das durchaus berechtigte ÖR-Bashing einsteigen, sondern vielleicht mal meine Sicht und meinen Wunsch an eine gute Sportübertragung darlegen und dann nebenbei auch zeigen, warum ARD/ZDF dies eben nicht so gut können und vielleicht auch wollen, und dass Eurosport zumindest bei vielen Punkten die bessere Anlaufstelle ist.

Was steht bei Olympia im Vordergrund? Sport, Sport, Sport, fairer Wettkampf und wenn man so will ein wenig die Kultur und Präsentation der Gastgeberstadt. Heißt für mich: Ich möchte in erster Linie Sport sehen, bei den wichtigen Entscheidungen live dabei sein, möchte Emotionen erleben. Und ich möchte ein halbwegs verlässliches Programm. Ich will wissen, ob ich ein Eishockeyspiel in Gänze irgendwo sehen kann und nicht, dass ich irgendwann einen anderen Wettbewerb sehe. Verlässlichkeit im Programm und die Konzentration auf das Wesentliche – Sport! – das erwarte ich von einer guten Olympia-Berichterstattung. Das ist die eine Seite, die Voraussetzung, die andere Medaille ist dann die Umsetzung. Ich möchte ein gutes Fernsehbild und ich möchte einen kompetenten Kommentator, der – das wäre das höchste der Gefühle – noch einen guten, erfahrenen Experten neben sich hat. Eigentlich keine hohen Ansprüche an Sender, die von mir jährlich über 200 Euro bekommen und jährlich mit ein paar Milliarden ziemlich willkürlich umgehen können.

Doch ARD und ZDF können meine niedrigen Ansprüche nicht erfüllen, wie sollen sie auch? Generell laufen bei den ÖR massenkompatible Sportarten, jetzt muss man alle vier Jahre sich dem Eishockey widmen, einer Sportart, die sonst unter jedem Radar verschwindet. Dass dann da keine hochwertige Übertragung rauskommt, dürfte erstmal klar sein. Aber was ich eben erwarten kann, ist, dass sich ein Kommentator informiert vor jedem Spiel, die lokale Presse liest, im Internet sich die wichtigsten Statistiken raussucht und auch sonst vielleicht ein gewisses Interesse und eine Begeisterung für die Sportart vermittelt. Sonst kann man es auch gleich sein lassen. Und von ARD und ZDF, die wirklich jeden Clown nach Kanada geschickt haben, darf ich dann als zahlender Zuschauer auch erwarten, dass die Kommentatoren sich umfassend vorbereiten. Liebe ÖR, schaut euch doch bitte zum Beispiel beim Eishockey das Duo Faßnacht/Leinauer an. Oliver Faßnacht kommentiert vielleicht drei Eishockeyspiele pro Jahr auf Eurosport, Gerd Leinauer hat ja schon jahrelang Eishockey als Experte begleitet, nichts desto trotz merkt man, dass sich vor allem ein Faßnacht hervorragend vorbereitet hat. Er kennt die kleinen Geschichten hinter den Spielern, er kann ein Spiel einordnen, Leinauer es fast schon lesen, eine Spieltendenz ablesen. Und das bekommt man durch vieles Schauen einer Sportart. Ich weiß ja nicht, was die Olympia-Kommentatoren von ARD und ZDF so zwischen den Jahren machen, aber wenn ich weiß, dass ich Eishockey bei Olympia kommentiere, wäre es sicherlich nicht verkehrt, auch mal zwischendurch DEL und NHL zu verfolgen und ein Gefühl für diese Sportart zu bekommen. Gleiches gilt für Skispringen. Liebe ARD, gebt dem Tom Bartels doch endlich mal einen Co-Kommentator, das wäre dann sehr viel unterhaltsamer. Wieso darf Dieter Thoma zum Beispiel nicht ans Mirko während des Springens? Auch hier wieder der Verweis an Eurosport zum Duo Dirk Thiele und Gerd Siegmund.

Es braucht also gar nicht viel für eine gute Übertragung, zwei fähige Leute und ein guter Wettkampf. Stattdessen verschleudern ARD und ZDF ihre Ressourcen für teure Studios, zig Gäste und eine Wetterfee – und schaffen nur selten, Begeisterung für den Sport rüberzubringen, was an der fachlichen Ermangelung von Kommentatoren und Experten liegt. Was man aber erlernen kann, wie ich finde. Natürlich ist es einfach auf ARD und ZDF einzuhauen, aber gerade die Olympia-Berichterstattung zeigt mal wieder, wie realitätsfern die ÖR agieren. Sie wollen es vielleicht einfach zu gut machen. Aber das braucht es doch gar nicht, die meisten Zuschauer schalten wegen der sportlichen Wettkämpfe ein und nicht wegen der Schneefallwahrscheinlichkeit in Whistler. Das kann man in fünf Sekunden abhaken. Und es dürfte ebenso nachvollziehbar sein, dass vor allem nachts nur die Freaks noch eingeschaltet haben. Da braucht es dann also wirklich kein überflüssiges Gelaber mehr, sondern lediglich Sport. Ganz einfach.

Um hier nicht völlig mit Kritik rumzuwerfen, seien zumindest die Online-Aktivitäten der ARD, das Olympia-Radio und der ständig aktualisierte TV-Guide auf zdf.de positiv erwähnt. Wundert mich eigentlich, dass da noch gar nicht die Privaten gemeckert haben, wie umfangreich online bei den ÖR berichtet wird. Überhaupt wundert es mich, wie wenig die Berichterstattung von ARD und ZDF und die Rahmenbedingungen der Übertragungen aus Vancouver hinterfragt werden, auch von den privaten Medienakteuren. Da wird wegen einer kleinen App eine Sau durch die deutsche Medienwelt gejagt, aber wenn man überflüssige Gebühren verpulvert und noch nicht mal eine gute Berichterstattung hinlegt, interessiert das hier in Deutschland nur die interessierten Sportfans. Wenn ich sehe, für was sich die BBC in den letzten Wochen schon wieder rechtfertigen musste und wie sehr der Druck von Sun, The Times und Guardian auf die Anstalt ausgeübt wird, muss man sich eigentlich auch nicht groß wundern, wenn ARD und ZDF so handeln, wie sie es tun. Interessiert ja ehe nur die Sportfreaks. Eigentlich schade. Wenn ich lese, dass ARD und ZDF sich gemeinsam drei Jahre für die Übertragung vorbereitet haben, kommt da am Ende ernüchternd wenig rüber. Technisch vielleicht sehr positiv, aber redaktionell bin ich eher enttäuscht.

Manchmal kann weniger eben auch mehr sein. Ein gutes Bild, eine gut vorbereiteter Kommentator und ein kompetenter Experte. Und schon bin zumindest ich zufrieden. Mal sehen, ob ARD und ZDF irgendwann diesen Weg gehen werden. Freiwillig sicher nicht.