Medien-Sport-Politik, 16.02.2010

Das närrischen Treiben liegt fast hinter dem Rheinland. Ich durfte zum ersten Mal sowas wie Karnevalsluft schnuppern und war gestern beim Rosenmontagsumzug in Köln. Unabhängig mal davon, dass es die Deutsche Bahn nicht schafft an einem solchen Festtag mehr Züge einzusetzen und man auf der ganzen Fahrt von Düsseldorf nach Köln kaum Luft zum Atmen hatte, war es eigentlich ein schöner Tag. So ganz langsam erschließt sich mir auch der Sinn von Karneval beziehungsweise hat das gestern das ZDF für mich erledigt. Als ich abends wieder in Düsseldorf war, wollte ich Heute-Journal schauen und hatte mich auf ein Bilder von den Rosenmontagsumzügen im Nachrichtenblock gefreut. Aber nein, zu meinem Erstaunen waren die Umzüge in Düsseldorf, Köln, Bonn und Mainz das zweite Topthema in der Sendung. Die Anmoderation ließ dann auch erahnen warum: Karneval hat eine politische Botschaft, durch die Mottowagen wird eine politische Meinung geäußert. Und das hat dann auch das ZDF für seinen Beitrag gemacht. Mal schön mit dem Mikro durch die Massen und gefragt, was man von der aktuellen politischen Lage halte. Alles durchweg negativ. Und damit dürfte dann endlich auch der Stellenwert des Karnevals für Gesamtdeutschland gegeben sein. Volkes Stimme wird gehört und auch noch schön visualisiert. Und für das ZDF, deren boulevardeske Grundtendenz vor allem im Heute-Journal ich schon häufiger festgestellt habe, ein willkommener Anlass. Für mich war es ein lustiger Tag mit netten Leuten, Musikkapellen, Süßigkeiten und ausreichend Alkohol. Habe nicht einmal an Politik gedacht. Selbst Rousseau hat die politische Relevanz  von Festumzügen als direktdemokratisches Element nicht erkannt. Wir sind mal wieder schlauer, danke liebes ZDF.

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Heute Abend startet die KO-Phase der Champions League mit dem Aufeinandertreffen von David Beckham im Trikot des AC Mailand und seinem Ex-Klub Manchester United, zudem reist Real Madrid an die Rhone zu Olympique Lyon. Kevin McCarra vom Guardian mit einem Plädoyer für den Wettbewerb Champions League.

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Seit dem Wochenende laufen nun auch endlich die Olympischen Spiele, habe bis auf das Skispringen und den Biathlon-Sprint der Frauen noch eher wenig gesehen, von daher kann ich bisher wenig zu den Übertragungen sagen. Generell bin ich bei solchen Events kein Freund von ARD und ZDF, wobei es gerade auf den hinteren Optionen und bei den weniger populären Wettbewerben ungeahnte Qualität gibt. Erinnert sei an Carsten Sostmeier bei den Reitwettbewerben und der Dressur 2008 in Peking. Das war für die ÖR ja fast schon eine kleine Sternstunde. “Hinni, behalt die Nerven, mach da jetzt keine Scheiß-Distanz rein.” Mal schauen, wie sich ARD und ZDF machen. Und am Duo Faßnacht/Leinauer beim Eishockey und Siegmund/Thiele führt sowieso kein Weg vorbei, von daher haben es ARD/ZDF bei mir da schon mal schwer.

Jens Weinreich, der selbst mal wieder hervorragend aus Vancouver bloggt, war heute beim DRadio Wissen im Interview: Blogging Regeln für Olympioniken.

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Heute Abend werden die Brit Awards 2010 vergeben. Es entsteht ja immer wieder die Diskussion, ob der Musikpreis nicht langsam an Stellenwert verliert, weil er immer weniger die musikalischen Leistungen berücksichtigt, sondern vielmehr zu einer Auszeichnung von kommerziellem Erfolg geworden ist. Was auch nur bedingt stimmt, denn Coldplay gewannen letztes Jahr zum Beispiel trotz mehrfacher Nominierungen keinen Brit Award. Das ganze findet wieder im Londoner Earls Court statt. Live-Blog durch den ganzen Abend beim Guardian. Zum ersten Mal gibt es eine Kategorie, von der sich die Veranstalter eine Menge versprochen hatten: Brits Album of 30 Years mit Musikgrößen wie Oasis, Dire  Straits, Travis und Coldplay. Doch die drei letztgenannten Bands haben ihr Teilnahme schon mal abgesagt, genauso Dido, Keane und Duffy. Coldplay wollen sich lieber auf ihre Lateinamerika-Tour vorbereiten, die in einigen Tagen startet. Ob da noch ein bisschen Ärger drinsteckt wegen der Erfolgslosigkeit des letzten Jahres, sei dahingestellt. Und nun hat diese Kategorie nur noch einen Stellenwert, nämlich für Oasis. Sollten sie die gewinnen. Bei den Buchmachern gelten sie neben Coldplay als Favorit. Wer nimmt den Preis aber entgegen? Liam und Noel haben sich ja zerstritten und auch keinen Kontakt mehr zueinander. Es wäre ein Wunder, wenn beide auf die Bühne kommen sollten. So ein ganz bisschen ist diese Kategorie aus dem Ruder gelaufen. Es gibt dann noch das Pendant, Brits Hits of 30 Years. Aber der Album-Preis hat schon das höchste Ansehen, doch kaum eine Bands interessiert sich für die mögliche Trophäe. Die besten Chancen mit je drei Nominierungen haben Lily Allen, Lady Gaga und Pixie Lott. Live-Performances am Abend gibt es von Jay-Z, Kasabian, Florence and the Machine, JLS und Robbie Williams. Moderieren wird der britische Komiker Peter Kay, der aber wirklich lustig ist. Die Liste der Nominierten gibt es hier.

Und wie mache ich das heute Abend? Champions League und Olympia im TV, Brit Awards im Live-Blog (es sei denn, ich finde einen brauchbaren Stream) und die Scorpions spielen gegen Straubing. Schwere Entscheidung.

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Autor: medispolis
Datum: Dienstag, 16. Februar 2010 17:36
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