Beiträge vom Februar, 2010

Champions League 2009/2010 Achtelfinale Hinspiel, FC Porto – FC Arsenal 2:1

Mittwoch, 17. Februar 2010 22:41

Während der Großteil der deutschen Fernsehzuschauer sich heute wohl auf die Partie zwischen den Bayern und dem AC Florenz konzentriert hat, habe ich mir ganz in Ruhe 90 Minuten lang den Auftritt vom FC Arsenal beim FC Porto angeschaut. Nachfolgend einige Eindrücke und Erkenntnisse des Spiels.

Vor dem Spiel:

Was macht Arsene Wenger, wenn mal wieder ein wichtiges Spiel für seine Gunners auf dem Programm steht? In beständiger Regelmäßigkeit erklärt er den Auftritt seines jungen Teams als Reifeprüfung, als mögliche Demonstration der Weiterentwicklung seiner Mannschaft, als das Umgehen mit Druck, als das Zeigen von hinzugewonnener Erfahrung über die letzten Jahre. Wenger hatte das bereits letztes Jahr vor jedem K.o.-Spiel in der Champions League gemacht, zuletzt vor den drei wichtigen Ligaspielen des FC Arsenal. Und nun wieder vor dem Auftritt der Gunners im Estádio do Dragao. Nun scheint für Wenger  wieder der nächste Schritt gekommen zu sein. Und in gewisser Hinsicht ist er das auch. Arsenal muss heute Abend mit zahlreichen Verletzten umgehen und gleichzeitig zeigen, dass sie auf europäischer Bühne mithalten können und die Leistungen aus dem Vorjahr bestätigen. Nicht ganz umsonst erwähnte Wenger, dass man wieder den Spirit of 2006, als man ins Finale einzog, wiederbeleben müsse. “Ich glaube, wir haben die Spieler, die aufs Feld kommen können und eine gute Leistung zeigen, weil sie die Erfahrung haben. Sie haben alle bereits Champions League gespielt, wir können uns darüber nicht beschweren. Es ist der Teil eines erfolgreichen Teams – große Spiele zu bestreiten ohne die Top-Elf und trotzdem erfolgreich zu sein. Der kleine Spagat von Wenger zwischen dem Starkreden seines Teams und der Herausstellung einer stets neuen Prüfung, die Erfahrung unter Beweis zu stellen. Arsenal muss mit Arshavin, Eduardo, Song, Almunia und Gallas auf fünf Stammspieler verzichten. Und auch deswegen ist es eine kleine erneute Reifeprüfung.

Der FC Porto liegt in der heimischen Liga schon neun Punkte zurück hinter Tabellenführer Benfica und kam am Wochenende beim Vorletzten Leixoes nur zu einem 0:0. Porto hat in der Liga zuhause noch nicht verloren, hat diese Spielzeit in der Champions League aber nur durchschnittliche Leistungen erbracht. Zwar gab es einen souveränen Heimsieg gegen Atletico Madrid, aber nur mit Mühe besiegte man Apoel Nikosia, gegen Chelsea verlor man im Drachenstadion. Letzte Saison schied man im Viertelfinale aus – dank einer Heimniederlage gegen Manchester United. Die englischen Teams scheinen also nicht so wirklich zu liegen.

Das Spiel:

Arsenal muss auf alle Fälle, wenn man dieses Spiel erfolgreich gestalten will, defensiv besser stehen und sich nicht wieder auskontern lassen. Porto hat letzte Saison im Viertelfinale bei Manchester United gezeigt, dass sie auch auswärts Tore schießen können, wenngleich Arsenal im Emirates gegen Porto immer hervorragend ausgesehen hat. Wenger wünscht sich auf alle Fälle eine stabile Defensive und vielleicht ein Auswärtstor. Arsenal musste also einige Spieler ersetzen. Fabianski rutschte ins Tor, Sol Campbell rückte in die Innenverteidigung und macht sein erstes Spiel in der Champions League seit seinem Finaltor 2006 für Arsenal in Paris. Denilson übernimmt die Rolle von Song, Bendtner ist einzige Spitze, umrahmt von Rosicky und Nasri in der Offensive. Bei Porto kehrt der in der Liga gesperrte Hulk in die Startelf und soll im Sturm für Tore sorgen. Raul Meireles, Varela und Falcao sollen ihn offensiv dabei unterstützen.

Beste äußere Bedingungen herrschten im Drachenstadion, über 10 Grad, trocken, großartige Atmosphäre voller Vorfreude auf ein hoffentlich tolles Spiel. Arsenal hatte Anstoß und spielte in weiß-rot von links nach rechts in der ersten Hälfte. Und nach zwei Minuten erstmals Gefahr vor dem Tor des FC Arsenal, Porto gelang ein Blitzstart. Campbell verliert das Laufduell mit Falcao, kann dann aber mit einer tollen Grätsche noch den Ball klären. Den Nachschuss von Micael blockt dann Vermaelen für den schon geschlagenen Fabianski. Eine Minute später nächster Aussetzer von Campbell im Strafraum, Hulk nimmt den Abpraller direkt, aber ganz knapp am Tor vorbei. Und Arsenal hätte sich über einen Rückstand nicht beklagen dürfen. Es war ein schnelles, temporeiches Spiel in den ersten Minuten, Arsenal versteckte sich nach der anfänglichen Schockstarre nicht mehr. Aber Porto ging in Führung in der 11. Minute mit tatkräftiger Mithilfe von Fabianski. Varela mit der Flanke von rechts, der Pole spekuliert auf eine Flanke, steht dann schon ungünstig, kann der Ball aber ganz bequem aufnehmen, lässt ihn aber dann unter seinem Körper durchrutschen. An die Almunia-Kritiker, habt ihr das gesehen? Porto belohnt sich für die starke Anfangsphase, Arsenal machte die Flügel nicht dicht, Clichy lässt sich wieder von Varela überlaufen, die Gunners mit zu vielen Schnitzern in der Defensive. Arsenal danach in totaler Schockstarre. Es dauerte fast zehn Minuten, bis Bendtner mit einem abgefälschten Schuss den Pfosten berühte und Arsenal wieder zu atmen begann. Die anschließende Ecke brachte dann den Ausgleich. Vermaelen und Rosicky verlängern wunderbar, Sol Campbell muss nur noch einköpfen. Und plötzlich bekam Arsenal Oberwasser, tolle Einzelleistung von Rosicky, dessen Rechtsschuss von Helton zur Ecke geklärt wird. Im Gegenzug gefährlicher Freistoß für Porto, weil Vermalen zu langsam agiert und sich nur mit einem Foul helfen kann. So toll beide Offensivreihen agierten, so schlecht spielten die Defensiven, vor allem bei den Gunners. Aber man holte sich über die offensive Grundausrichtung im Laufe der ersten Hälfte Sicherheit und ein Chancenplus. Fabregas bringt einen Freistoß in der 37. Minute in die Mitte, Bendtner mit dem Kopfball aus 10 Metern, Helton kann den Ball über die Latte lenken. Insgesamt nur noch wenig klare Torchancen nach den beiden Treffern, Arsenal wurde mit zunehmender Dauer in diesem Spiel souveräner, spielte offensiv variabler und stand defensiv näher am Mann und gewann die wichtigen Zweikämpfe. Ein tolles, temporeiches Fußballspiel ging mit einem verdienten 1:1 in die Pause.

Arsenal kam richtig gut in diese Partie und dann überschlugen sich ab der 50. Minute die Ereignisse. Zunächst foult Meireles Rosicky im Strafraum, von ersten Sehen ein klarer Elfer, gab leider keine Zeitlupe. Der schwedische Schiedsrichter Hansson verweigerte aber den Pfiff. Dann sind sich im Gegenzug Campbell und Fabianski nicht einig, wer zum Ball gehen soll. Letzlich entscheiden sie sich für die schlechteste aller Varianten. Campbell tickt den Ball noch leicht an, Fabianski nimmt ihn auf. Klarer Rückpass, und Porto führt schnell aus, Arsenal weiß noch gar nicht, was passiert ist und da ist der Ball durch Falcao im Tor. Sehr viel blöder kann man sich nicht anstellen, von den Regularien ein völlig korrekter Treffer, auch wenn Wenger an der Seitenlinie außer sich ist. Und zumindest einigermaßen kann ich das verstehen: Denn der schwedische Schiedsrichter gibt dem Porto-Spieler den Ball pfannenfertig zur Ausführung in die Hand. Das habe ich auch noch nicht gesehen. Keine Ahnung, wem man da von Arsenal die Schuld geben soll, wahrscheinlich eher Campbell. Wieso tickt er denn den Ball noch an? Fabianski war doch fast da und der Gegenspieler noch ein gutes Stück weg. Im Spiel von Arsenal danach erstmal ein Bruch, man spielte nicht mehr so souverän, Porto spielte jetzt wieder zielstrebiger nach vorne. Viele Chancen gab es aber nicht. Gut 20 Minuten vor Schlusspfiff brachte Wenger Walcott für Rosicky. Die Gleichung Investition in dieses Spiel gleich Torchancen ging bei Arsenal im zweiten Durchgang überhaupt nicht mehr auf. Und dabei blieb es trotz temporeichen spiel auch in der zweiten Hälfte. Für den neutralen Betrachter ein richtig gutes Champions League Spiel. Vela kam acht Minuten vor Schluss für Bendtner, aber offensiv blieb Arsenal eine Enttäuschung in der zweiten Hälfte, man spielte die Angriffe nicht gut aus, agierte schlampig in den Zuspielen, war zu umständlich im Abschluss. Porto war bei Kontern stets gefährlich, aber Fabianski machte zumindest einen ruhigeren Eindruck gegen Ende des Spiels. Es passierte in den letzten Minuten nicht mehr viel. Am Ende gewinnt der FC Porto gegen die Gunners insgesamt verdient mit 2:1, vor allem dank einer stärkeren zweiten Hälfte und purer offensiver Harmlosigkeit der Londoner nach der Halbzeit.

Die Lehren aus diesem Spiel:

Was mir bei Arsenal in der ersten Hälfte insgesamt richtig gut gefallen hat, war die offensive Grundausrichtung, das frühe Angreifen und das Pressing schon in Höhe der Mittellinie. Diese Taktik ist insgesamt richtig gut aufgegangen. Porto spielte in der ersten Hälfte offensiv gut mit, machte defensiv ein paar Fehler. Sehr gut gefallen hatte mir Varela, der das Duell auf dem rechten Flügel klar gegen Clichy für sich entschied. Ruben Micael war bemüht, von Hulk war wenig zu sehen. Den hatten Vermaelen und Campbell gut im Griff.

Apropos Sol Campbell: Nicht nur wegen seines Treffers eine gute Leistung. Nachdem er das erste Laufduell verloren hatte, bekam ich schon Schweißperlen auf der Stirn. Aber dann glänzte er durch gutes Zweikampfverhalten und exzellentes Stellungsspiel. Nur ein wenig langsam war er. Langsam leider auch in der 50. Minute. Am einfachsten wäre gewesen, er hätte den Ball in den Atlantik befördert. Da merkte man auch die fehlende Spielpraxis. Als Alternative zu Gallas nur bedingt einsetzbar.

Niklas Bendtner hatte von Arsene Wenger stets viel Vertrauen entgegenbekommen. Der Franzose forderte vom dänischen Stürmer dies jetzt nach und nach zurückzuzahlen. Und zumindest in der ersten Hälfte gelang das gut. Wirkte stets präsent, war immer anspielbereit und hatte zwei gute Torchancen. In der zweiten Halbzeit tauchte der Däne dann unter, weil aber auch zu wenig Impulse aus dem Mittelfeld kamen.

Das große Problem bei Arsenal bleibt weiterhin die Defensive, insbesondere, wenn Gallas nicht dabei ist. Und Fabianski hat zumindest heute gezeigt, dass er auch für einen hin und wieder schwächeren Almunia keine Alternative ist. Almunia bekam die letzten Wochen von vielen Arsenal-Fans sein Fett ab, vielleicht lernt man ihn ja jetzt wieder mehr schätzen. Aber immerhin konnte man die Schwierigkeiten in der Verteidigung durch eine gute Offensive in der ersten Hälfte kompensieren. Das war in der zweiten Halbzeit nicht mehr gegeben. Das war in den letzten 45 Minuten richtig schlecht. Keine Ahnung warum. Aber da war dann letzlich auch mehr drin als nur ein Tor. Insgesamt kein schlechtes Auswärtsspiel, da war viel mehr drin.

In den Schlüsselduellen eigentlich ein ausgeglichenes Spiel. Bruno Alves bekam Bendtner in der zweiten Hälfte sehr viel besser in den Griff, Vermaelen machte gegen Falcao ein tolles Spiel. Der Toptorjäger der Portugiesen war abgemeldet in der ersten Hälfte. Fabregas spielte aufopferungsvoll, wurde häufig gefoult. Insgesamt Punktsieger gegen Meireles.

Zum Schiedsrichter sage ich nichts. Sagen wir es mal so: Das Verhalten vor dem 2:1 war schon komisch. Aber egal, daran hat es nicht gelegen. Für Arsenal eine brauchbare Ausgangsposition. Ein 1:0 reicht im Emirates, ist aber auch gefährlich, weil Porto gut kontern kann. Arsenal muss diese defensiven Schlurigkeiten abstellen. Und wenn man dann offensiv schnell ins Spiel findet, ist ein Weiterkommen in greifbarer Nähe.

Thema: Champions League | Kommentare (4) | Autor: medispolis

Champions League 2009/2010 Achtelfinale Hinspiel, AC Mailand – Manchester United 2:3

Dienstag, 16. Februar 2010 22:40

Ich habe es selten erlebt, dass man ein Achtelfinale in der Champions League so sehr auf eine Person reduzieren kann. Aber die englischen Medien konnten es. Milan gegen Manchester United stand ganz im Zeichen vom Aufeinandertreffen von David Beckham mit seinen alten Teamkollegen und seinem ehemaligen Trainer, Sir Alex Ferguson. Von 1992 bis 2003 kickte der blonde Engländer bei den Red Devils und hatte seine beste Zeit im Old Trafford. Seitdem konnte er nur noch selten an seine herausragenden Leistungen anknüpfen. Dass er immer noch zu einem der besten Spieler Europas gehört, könnte man dann am ehesten ja auf der europäischen Fußballbühne, der Champions League, zeigen. Wenn man es denn noch kann.

AC Mailand gegen Manchester United ist das Duell der Teams, die in ihren Ligen in Lauerposition sind. Manchester United liegt einen Punkt hinter dem FC Chelsea, Milan schon neun Punkte hinter dem Stadtrivalen Inter, aber auch noch mit einem Spiel weniger. In allen vier Aufeinandertreffen in der K.O.-Runde konnten die Italiener die Engländer schlagen, vor allem aufgrund der starken Heimleistungen. Ein gutes Ergebnis für Manchester United könnte hier also schon Basis für den Einzug ins Viertelfinale sein. Zu allem Überfluss stand David Beckham auch in der Startelf. Milan unter Trainer Leonardo ging offensiv in diese Partie mit einem 4-3-3. Ronaldinho, Huntelaar und der junge Pato bildeten das Sturm-Trio, wobei Ronaldinho eher als hängende Spitze agierte. Durch das 4-3-3 spielt Beckham im zentralen Mittelfeld und nicht wie sonst auf dem rechten Flügel, geht also einem Duell mit dem schnellen Evra aus dem Weg. Bei Manchester United stand Rio Ferdinand mal wieder in der Startelf, erst sein 10. Einsatz für die Red Devils in dieser Saison. Nani spielte ebenso wie Ji-Sung Park, der den verletzten Ryan Giggs ersetzte. Rafael erhielt auf der Rechtsverteidigerposition den Vorzug vor Wes Brown.

Ungemütlich kalter Abend in Mailand, knapp über null Grad, tagsüber hatte es geregnet. Stadion richtig gut gefüllt, traumhafte Atmosphäre. Wenn man Ronaldinho schon vor dem Anpfiff die Hände reiben sah und Fritz von Thurn und Taxis schon in seinen Ausführungen zu Beginn schon erwähnte, dass hier zwei der größten Fußballklubs Europas aufeinandertreffen, dann war eigentlich klar, dass es ein großartiges Fußballspiel werden musste. Ging doch gar nicht anders. Doch große Namen gleich großes Spiel? Nur Stars auf dem Platz. Man Utd in den weißen Trikots von links nach rechts, Milan in schwarz-rot.

Großartiges Spiel, zumindest der Anfang war es schon einmal. Milan ging nach drei Minuten durch Ronaldinho in Führung. Beckham tritt einen Freistoß von rechts in den Strafraum, Park verlängert unglücklich weiter, Ronaldinho nimmt den Ball volley, wird noch leicht abgefälscht von Carrick, sodass Van der Sar keine Abwehrchance hatte. Schöner Auftakt in dieser Partie, der nur dadurch ein wenig getrübt wird, dass auf Tonoption 2 Italiener sprechen. Müssen ich und mein Gerät im Salon halt mit Thurn und Taxis leben. Die ersten Minuten gehörten ausschließlich den Gastgebern, insbesondere Ronaldinho, der hauptsächlich über links kam, spielte Wes Brown ein ums andere Mal schwindelig. Thiago konnte wunderbar Antonini bedienen, der aber knapp verzog. Das Mittelfeld von Manchester United war praktisch nicht präsent. Aus dem Spiel ging bei Man Utd wenig, einzig Unsicherheiten von Dida nach Eckbällen brachten etwas Gefahr. Und die ganzen Stars bei den Gästen konnten nur wenig zeigen, richtig schlechte Teamperformance von United in den ersten 20 Minuten. Der AC stand defensiv erstaunlich sicher, kompakt, eng am Mann und gewann alle wichtigen Zweikämpfe. Mitte der ersten Hälfte verlor das Spiel dann ein bisschen an Unterhaltungswert, Man Utd stellte sich besser auf die Angriffe der Rossoneri ein, konnte offensiv aber weiter kaum Akzente setzen. Und defensiv blieb man anfällig für schnelle Spielzüge des AC, insbesondere weil auch Ferdinand nach seiner Rückkehr nicht den besten Tag erwischte. Die beste Chance zum 2:0 hattte Huntelaar in der 34. Minute, als nach einem Fehlpass von Evans Ambrossini den Holländer schickt, der aber knapp am Tor vorbeizielt. Van der Sar ist außer sich wegen der Leistung seiner Vorderleute. Ich habe Man Utd selten so schwimmen gesehen wie heute, unerklärlich viele kleine Fehler. Und mit dem ersten guten Angriff gelingt den Gästen aus dem Nichts dann der Ausgleich. Fletcher läuft sich auf rechts gut frei, bekommt das Zuspiel von Park, butterweiche Flanke in die Mitte, wo Scholes den Ball gar nicht richtig trifft, er aber unerreichbar für Dida über die Linie rollt. Mit einem doch glücklichen 1:1 ging es dann für United in die Pause. Sir Alex hat bereits an der Seitenlinie alle Energien für die Halbzeitansprache gesammelt.

Auch wenn Sir Alex in der Halbzeit davon sprach, dass man jetzt hier mehr wolle, hatten wieder die Gastgeber den besseren Start. Pato versiebt nach Wiederanpfiff eine gute Chance, einen Freistoß von Pirlo kann Van der Sar gerade noch so über die Querlatte lenken. Man Utd schaffte es auch weiterhin nicht Ballbesitz auch nur ansatzweise in Torgefahr umzumünzen. Und bei Van der Sar konnte man sich nach 60 Minuten bedanken, dass man überhaupt noch einen Fuß im Spiel hatte. Ferguson brachte Valencia für die rechte Seite um mehr offensive Impulse zu erhalten, Nani ging nach schwacher Leistung vom Platz. Und fast wie in der ersten Hälfte kommt United einmal gefährlich vor das Tor – und trifft. Rooney – wer sonst, möchte man fragen – macht in der 67. Minute das 2:1, weil er eine wunderschöne Flanke von Valencia ins Tor köpft, nachdem er das Kopfballduell gegen Bonera für sich entscheidet, keine Chance für Dida. Danach hatte es überhaupt nicht ausgesehen. Beckham ging nach 70 Minuten vom Platz. Ein starker Beginn mit gefährlichen Standards, ein schwache zweite Hälfte, hatte aber eben auch starke Mitspieler um sich herum. Nach der Führung war Man Utd besser im Spiel, kontrollierte das Geschehen und ließ sehr viel weniger Torchancen zu – und belohnte sich mit dem 3:1, weil die Hintermannschaft von Milan auch nicht so sicher wirkte wie in den ersten 30 Minuten. Rooney in der 74. mit dem Ausbau der Führung. Nach Flanke von Fletcher toller Kopfball des Stürmers, der momentan wohl der beste Fußballspieler der Welt ist. Gegenspieler im näheren Umkreis von Rooney gab es keine.

Und wenn man nicht mehr weiter weiß, bringt man Inzahgi, so geschehen in der 76. Minute. Ein letzter Rettungsanker für die Rossoneri. 36 Jahre alt. Womöglich ausgeschieden im Achtelfinale, Milan hat scheinbar seinen Zenit endgültig erreicht. United schien alles im Griff zu haben, da schlägt Milan noch einmal zu. Das 2:3 in der 85. Minute durch den kurz zuvor eingewechselten Seedorf nach tollem Zuspiel von Ronaldino, die Abwehr von Man Utd wieder zu weit von den Gegenspielern entfernt. Es blieb nach einer turbulenten Schlussphase und eines Platzverweises für Michael Carrick wegen Zeitspiels beim knappen Sieg für Man Utd, die über 90 Minuten gesehen nicht das bessere Team waren. Hatten viel Glück in der ersten Hälfte, gute Phase in der zweiten Hälfte, wo man dann auch seine Chancen nutzte und defensiv sicherer wirkte. Milan hatte den besseren Start, verpasste es aber die vielen Chancen zu nutzen und die Unsicherheiten von United konsequenter auszunutzen. So gehen die Red Devils mit einer hervorragenden Ausgangsposition ins Rückspiel am 11. März.

Und über David Beckham wird morgen nicht viel in der Zeitung stehen. Die Schlagzeilen gehören Wayne Rooney.

Thema: Champions League | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Medien-Sport-Politik, 16.02.2010

Dienstag, 16. Februar 2010 17:36

Das närrischen Treiben liegt fast hinter dem Rheinland. Ich durfte zum ersten Mal sowas wie Karnevalsluft schnuppern und war gestern beim Rosenmontagsumzug in Köln. Unabhängig mal davon, dass es die Deutsche Bahn nicht schafft an einem solchen Festtag mehr Züge einzusetzen und man auf der ganzen Fahrt von Düsseldorf nach Köln kaum Luft zum Atmen hatte, war es eigentlich ein schöner Tag. So ganz langsam erschließt sich mir auch der Sinn von Karneval beziehungsweise hat das gestern das ZDF für mich erledigt. Als ich abends wieder in Düsseldorf war, wollte ich Heute-Journal schauen und hatte mich auf ein Bilder von den Rosenmontagsumzügen im Nachrichtenblock gefreut. Aber nein, zu meinem Erstaunen waren die Umzüge in Düsseldorf, Köln, Bonn und Mainz das zweite Topthema in der Sendung. Die Anmoderation ließ dann auch erahnen warum: Karneval hat eine politische Botschaft, durch die Mottowagen wird eine politische Meinung geäußert. Und das hat dann auch das ZDF für seinen Beitrag gemacht. Mal schön mit dem Mikro durch die Massen und gefragt, was man von der aktuellen politischen Lage halte. Alles durchweg negativ. Und damit dürfte dann endlich auch der Stellenwert des Karnevals für Gesamtdeutschland gegeben sein. Volkes Stimme wird gehört und auch noch schön visualisiert. Und für das ZDF, deren boulevardeske Grundtendenz vor allem im Heute-Journal ich schon häufiger festgestellt habe, ein willkommener Anlass. Für mich war es ein lustiger Tag mit netten Leuten, Musikkapellen, Süßigkeiten und ausreichend Alkohol. Habe nicht einmal an Politik gedacht. Selbst Rousseau hat die politische Relevanz  von Festumzügen als direktdemokratisches Element nicht erkannt. Wir sind mal wieder schlauer, danke liebes ZDF.

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Heute Abend startet die KO-Phase der Champions League mit dem Aufeinandertreffen von David Beckham im Trikot des AC Mailand und seinem Ex-Klub Manchester United, zudem reist Real Madrid an die Rhone zu Olympique Lyon. Kevin McCarra vom Guardian mit einem Plädoyer für den Wettbewerb Champions League.

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Seit dem Wochenende laufen nun auch endlich die Olympischen Spiele, habe bis auf das Skispringen und den Biathlon-Sprint der Frauen noch eher wenig gesehen, von daher kann ich bisher wenig zu den Übertragungen sagen. Generell bin ich bei solchen Events kein Freund von ARD und ZDF, wobei es gerade auf den hinteren Optionen und bei den weniger populären Wettbewerben ungeahnte Qualität gibt. Erinnert sei an Carsten Sostmeier bei den Reitwettbewerben und der Dressur 2008 in Peking. Das war für die ÖR ja fast schon eine kleine Sternstunde. “Hinni, behalt die Nerven, mach da jetzt keine Scheiß-Distanz rein.” Mal schauen, wie sich ARD und ZDF machen. Und am Duo Faßnacht/Leinauer beim Eishockey und Siegmund/Thiele führt sowieso kein Weg vorbei, von daher haben es ARD/ZDF bei mir da schon mal schwer.

Jens Weinreich, der selbst mal wieder hervorragend aus Vancouver bloggt, war heute beim DRadio Wissen im Interview: Blogging Regeln für Olympioniken.

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Heute Abend werden die Brit Awards 2010 vergeben. Es entsteht ja immer wieder die Diskussion, ob der Musikpreis nicht langsam an Stellenwert verliert, weil er immer weniger die musikalischen Leistungen berücksichtigt, sondern vielmehr zu einer Auszeichnung von kommerziellem Erfolg geworden ist. Was auch nur bedingt stimmt, denn Coldplay gewannen letztes Jahr zum Beispiel trotz mehrfacher Nominierungen keinen Brit Award. Das ganze findet wieder im Londoner Earls Court statt. Live-Blog durch den ganzen Abend beim Guardian. Zum ersten Mal gibt es eine Kategorie, von der sich die Veranstalter eine Menge versprochen hatten: Brits Album of 30 Years mit Musikgrößen wie Oasis, Dire  Straits, Travis und Coldplay. Doch die drei letztgenannten Bands haben ihr Teilnahme schon mal abgesagt, genauso Dido, Keane und Duffy. Coldplay wollen sich lieber auf ihre Lateinamerika-Tour vorbereiten, die in einigen Tagen startet. Ob da noch ein bisschen Ärger drinsteckt wegen der Erfolgslosigkeit des letzten Jahres, sei dahingestellt. Und nun hat diese Kategorie nur noch einen Stellenwert, nämlich für Oasis. Sollten sie die gewinnen. Bei den Buchmachern gelten sie neben Coldplay als Favorit. Wer nimmt den Preis aber entgegen? Liam und Noel haben sich ja zerstritten und auch keinen Kontakt mehr zueinander. Es wäre ein Wunder, wenn beide auf die Bühne kommen sollten. So ein ganz bisschen ist diese Kategorie aus dem Ruder gelaufen. Es gibt dann noch das Pendant, Brits Hits of 30 Years. Aber der Album-Preis hat schon das höchste Ansehen, doch kaum eine Bands interessiert sich für die mögliche Trophäe. Die besten Chancen mit je drei Nominierungen haben Lily Allen, Lady Gaga und Pixie Lott. Live-Performances am Abend gibt es von Jay-Z, Kasabian, Florence and the Machine, JLS und Robbie Williams. Moderieren wird der britische Komiker Peter Kay, der aber wirklich lustig ist. Die Liste der Nominierten gibt es hier.

Und wie mache ich das heute Abend? Champions League und Olympia im TV, Brit Awards im Live-Blog (es sei denn, ich finde einen brauchbaren Stream) und die Scorpions spielen gegen Straubing. Schwere Entscheidung.

Thema: Medien-Sport-Politik | Kommentare (0) | Autor: medispolis

“Armageddon” für West Ham United oder “too good to go down”?

Mittwoch, 10. Februar 2010 7:44

Keine einfachen Zeiten für West Ham United und die Fans der Hammers in diesen Tagen. Der Verein kämpft ums sportliche und wirtschaftliche Überleben. Einer der neuen Besitzer des Vereins, David Sullivan, sprach gestern sogar von einem “Armageddon”, sollte West Ham absteigen müssen. Gleichzeitig kündigte er einen Sparkurs samt drastischer Gehaltskürzungen für die nächste Saison an. Jede Position im Verein sei überbezahlt. West Ham steht kurz vor dem finanziellen Kollaps. Nach Berichten der Sun steht der Verein bei anderen Mannschaften mit 15 Millionen Pfund in der Kreide.

Für West Ham beginnen mit dem heutigen Heimspiel gegen Birmingham City entscheidene Wochen, die vielleicht die ganze Saison definieren könnten. Anlass genug um genauer auf die Lage bei dem Traditionsklub aus dem Osten Londons zu schauen. Und wer könnte das besser tun als ein Hammers-Fan. Mit Wolfgang/Rapidhammer sprach ich über die sportliche und finanzielle Krise von West Ham und die derzeitige Stimmungslage bei den Anhängern der Hammers. Wolfgang wohnt in Wien und bloggt über West Ham United auf Rapidhammer Footballunited und ist via Twitter unter @rapidhammer zu erreichen.

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Vielen Dank für deine Zeit. Für alle, die dein Blog nicht kennen, erzähl doch mal ganz kurz, wie es dazu gekommen ist, dass du Fan von West Ham United geworden bist.

Ich glaube, der Beginn der Begeisterung für einen Verein kann oft nicht richtig erläutert werden. Das hat auch was Mystisches, Unerklärliches. Nick Hornby meinte einmal: “I fell in love with football as I would later fall in love with women suddenly, uncritically, giving no thought to pain it would bring”. Bei uns gab es schon im Gymnasium eine starke Fraktion von Fans des englischen Fußballs. Wir freuten uns damals vor allem über die im Sonntag-Abendsport gezeigten besten Torszenen aus der “First Division”, und da fielen mir auch die “Hammers” mit ihren für das kontinentale Auge ungewohnten “claret and blue”-Trikots auf. Bobby Moore, die Academy, die Liebe zu London und mehrfache Aufenthalte dort taten ein Übriges. Es gibt auch Parallelen zu meinem heimatlichen Klub Rapid Wien (da bin ich wirklich ein “lifelong supporter”): Rapid wurde als “1. Wiener Arbeiter Fußballklub” gegründet, West Ham als “Thames Ironworkers” – beide also richtige Arbeiterklubs! Und schließlich ist da vielleicht noch “die moralische Autorität des Außenseiters”, die Nick Hornby den West Ham-Fans einmal zugebilligt hat – ein Klub für “glory hunters” ist das jedenfalls nicht.

Momentan ist es ja nicht gerade einfach Anhänger der Hammers zu sein. Seit dem sechsten Spieltag steckt man im Tabellenkeller, nach der Niederlage in Burnley ist man weiterhin auf einem Abstiegsplatz. Was sind die Hauptgründe für die sportliche Krise im Osten Londons?

Die gesamte Saison war geprägt von ökonomischer Unsicherheit. Nachdem die Gläubiger von Björgulfur Gudmundsson – der isländische Eigentümer war im Zuge der Wirtschaftskrise bankrott gegangen – über eine “CB Holding” den Klub übernommen hatten, wusste man nie so richtig, wie es weitergehen sollte. Die Kaderzusammenstellung im Sommer war – vor allem aus finanziellen Gründen – nicht optimal, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung hatte man zuwenig “cover” für verletzte Spieler. Junge Spieler, die letzte Saison erfolgreich in die Mannschaft eingebaut wurden, spielten im Herbst nicht konstant. Und wenn es auch blöd klingt, viele Spiele gingen wirklich knapp verloren, da war sicher auch Pech dabei, das sich im Verlauf dieser bisherigen Saison noch nicht “ausgeglichen” hat. Mit dem Eigentümerwechsel sollte nun Ruhe eingekehrt sein.

Gibt es denn noch Hoffnung für West Ham? In der Wintertransferperiode konnten immerhin Mido von Middlesbrough, Benny McCarthy aus Blackburn und der Brasilianer Ilan aus St. Etienne geholt werden. Wie können die drei den Hammers weiterhelfen?

Natürlich gibt’s Hoffnung: man erinnere sich nur an den “greatest escape” 2007, als West Ham noch neun Runden vor Schluss auf dem letzten Platz lag. Ein Carlos Tévez ist zwar diesmal nicht im Kader, aber an sich haben die Hammers genug Qualität, um nicht abzusteigen. Mido wurde von Middlesbrough ausgeliehen, spielte aber zuletzt bei einem Klub in seiner Heimat Ägypten. Wie fit er ist, wird sich weisen. Er spielt aber um eine minimale Gage und möchte echt nochmal beweisen, was in ihm steckt. Der Brasilianer Ilan muss sich an das Spiel in der Premier League wohl erst gewöhnen, er hat aber Torinstinkt und gleich bei seinem Debüt getroffen. Am meisten halte ich von Benedict McCarthy, auch wenn er bei seinem ersten Spiel am Wochenende gegen Burnley noch nicht voll überzeugen konnte.

Leistungsträger bei West Ham insbesondere im Sturm ist Carlton Cole, schon sieben Saisontreffer in 16 Einsätzen, aber auch immer wieder verletzt. Überhaupt ist die Offensive mit 30 Treffern, darunter fast ¾ Stürmertore, nicht das größte Problem. Warum dann aber kaum Verstärkungen für die Defensive im Winter?

Ich hätte zwar auch noch einen Verteidiger geholt, aber die drei neuen Stürmer sollten dem bisherigen Alleinunterhalter im Angriff, Carlton Cole, helfen und für die entscheidenden Siege sorgen können. Seit sich Cole und dann auch Guillermo Franco verletzt hatten, sah’s im Angriff müde aus: nur 7 Tore in den 11 Spielen seit Anfang Dezember!

Es sah im Angriff doch müde aus, weil inbesondere das Mittelfeld extrem ungefährlich ist. Nur neun Mittelfeldtore von vier verschiedenen Spielern. Das war letzte Saison ähnlich. Warum schafft es West Ham nicht gerade bei der doch offensiv ausgerichteten Spielweise ein torgefährliches Mittelfeld zu erzeugen? Das würde doch auch den Sturm entlasten.

Da liegt wohl ein echtes Problem: die Stürmer hängen oft in der Luft, weil aus dem Mittelfeld zu wenig Brauchbares kommt. Grund: einerseits sind frühere Leistungsträger nicht in Form. Vor allem Mark Noble (bis zum Erreichen der Altersgrenze Kapitän des englischen U21-Teams) und der junge Jack Collison lassen heuer ziemlich aus. Dann war Behrami länger verletzt und sein Ersatz Radoslav Kovac ist einfach nicht gut genug. Scott Parker, eigentlich der Star im Mittelfeld, hatte auch mit Verletzungen zu kämpfen; bei ihm fehlt mir die Konstanz. Andererseits war die Einkaufspolitik bei den midfielders alles andere als glücklich. Da haben wir Alessandro Diamanti: bei ihm wechseln Licht und Schatten – ein neuer Paolo di Canio wird der nicht mehr. Und der zweite Neue für’s offensive Mittelfeld, Jimenez, kam in London nie richtig an – er hat im Jänner zurück nach Italien gewechselt. Savio detto, er ging schon im August zurück nach Italien.
Alles in allem: es fehlt ein echter Kreativer, ein “flair player”, Assistgeber und Heckenschütze, wie es zum Beispiel bis vor zwei Saisons Yossi Benayoun war. Oder auch ein Kieron Dyer sein könnte, wenn er fit wäre. Lee Bowyer hat man abgegeben, der spielt jetzt eine super Saison bei Birmingham. Matty Etherington hat man abgegeben – eine super Saison bei Stoke. Gegen Burnley hat Junior Stanislas in der zweiten Halbzeit recht gut gespielt. Wenn Scott Parker und Valon Behrami fit bleiben und sich Noble wieder fängt, wären die vier mein Wunsch-Mittelfeld. Bei Diamanti bin ich mir nicht so sicher, ob der noch einschlägt…

Gleichzeitig las man in den Tageszeitungen, dass West Ham gerne Van Nistelrooy, Robbie Keane aus Tottenham und Mateja Kezman von Paris St. Germain holen wollte – alle wieder Stürmer. Alle sind trotz lukrativer Angebote nicht nach London gewechselt. Belastet die finanzielle Ungewissheit des Vereins den Wechsel von Neuzugängen, einfach, weil man sich nicht sicher sein kann, ob in einem Jahr noch das Gehalt gezahlt wird?

Ein Abstiegskampf in der Premier League ist wohl auch nicht so attraktiv wie mit HSV in der Europa League zu spielen. Und die neuen Eigentümer haben ein schonungsloses Bild vom hohen Schuldenstand bei den Hammers gezeichnet, da überlegt man sich’s als Spieler, ob man dorthin wechseln möchte. Robbie Keane war den Hammers aber, glaube ich, definitiv zu teuer.

Wie groß findest du denn die Auswirkungen der finanziellen Krise des Vereins auf die sportlichen Leistungen des Teams?

Das ständige Gerede von einem bevorstehenden Eigentümerwechsel und hohen Schulden hat sich sicher ausgewirkt. Und wenn’s einmal nicht gut läuft, dann kommt auch Pech und mangelndes Selbstvertrauen hinzu. “In football it’s all about confidence”, heißt es nicht zu unrecht.

Eine Serie zu starten ist ja auch nicht einfach. Ich kann mich an die gute Leistung von West Ham gegen Portsmouth Ende Dezember erinnern. Anschließend sah ich dann eine richtig schlechte Performance bei den Spurs. Nach den wenigen Siegen diese Saison folgte in der nächsten Partie sofort ein Rückschlag. Komischerweise zeigte man vor allem gegen die großen Teams der Liga gute Leistungen. Ist der Abstiegskampf bei den Spielern schon angekommen?

Das frage ich mich auch. Vor allem die ewigen netten Interviews von Gianfranco Zola nach Niederlagen lassen mich daran zweifeln, dass man den Ernst der Lage schon erkannt hat. “Too good to go down” – das sollte man rasch aus den Hirnen rauskriegen.

Die neuen Besitzer des Vereins, David Sullivan und David Gold, haben nach ihrer Übernahme sehr schnell mitgeteilt, dass den Verein Schulden in Höhe von 110 Millionen Pfund plagen, für einen kleinen Premier League Klub eine enorme Summe. Gleichzeitig sagte Sullivan, es mache ökonomisch überhaupt keinen Sinn in den Verein zu investieren, er mache das nur, weil er Fan der Hammers sei. Einerseits rettet jemand den Klub, sagt aber auch, dass die Zukunft sehr schwierig wird. Wie kommt sowas bei den Anhängern an?

Ich denke, da will jemand bewusst ganz anders antreten als vor gut drei Jahren die Isländer, die damals den Klub übernommen haben. Wahrscheinlich sollen diese Hinweise auf den Schuldenstand und vor allem die hohen laufenden Kosten eine Vorbereitung auf kommende Umbrüche sein. Man wird sich im Sommer wohl noch von dem einen oder anderen besonders gut verdienenden Spieler trennen. Vor allem aber dürfte es auch um das Senken von anderen Personalkosten gehen. In einem aktuellen Interview teilte Sullivan mit, man habe  höherrangigen Klubmitarbeitern bereits den Vorschlag gemacht, auf 25 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie ihren Job behalten möchten. Im Sommer könnte man sich von “zwanzig bis dreißig” Mitarbeiten trennen. Indem Sullivan die hohen Einkünfte in dem Interview auch zahlenmäßig benennt, versucht er – glaube ich – öffentlichen Druck aufzubauen und Verständnis bei den Anhängern zu erwecken. Für die Anhänger geht’s jetzt mal um’s Überleben in der Premier League. Auch wenn sich viele den dynamischen Unternehmer Tony Fernandes als neuen Eigentümer gewünscht haben anstatt der beiden alten Eastender mit schlüpfriger Vergangenheit – jeder ist nun froh, dass die Eigentümerfrage endlich gelöst wurde und man sich wieder auf’s Sportliche konzentrieren kann. Bis zum Saisonende jedenfalls…

…wenn dann Spieler, wie zum Beispiel Carton Cole, Scott Parker oder Alessandro Diamanti, verkauft werden müssen. Wird die nächste Saison nach einem möglichen Klassenerhalt nicht noch viel schwieriger und würden die Fans Verkäufe von Leistungsträgern einfach so akzeptieren?

Matthew Upson wird schon derzeit als möglicher Kandidat für einen Transfer genannt. Bei Cole und Parker habe ich eher das Gefühl, dass sie nicht abgegeben werden. Auch Tormann Robert Green könnte gehen. Dass es zu einem Ausverkauf kommt, glaube ich aber nicht.

Schweißt die schwierige Situation die Fans eigentlich zusammen? Du bist da vielleicht näher dran als ich. Gib doch mal einen kurzen aktuellen Stimmungseinblick in die Seele eines Hammers-Fan.

Im Augenblick macht sich bei mir ein gewisser Fatalismus breit. “Never a dull moment with West Ham United”, heißt es so schön – aber leider wird’s vor allem deshalb nicht langweilig, weil in den letzten Jahren was schiefgehen konnte, auch schiefging: 2006 das FA-Cup-Finale durch einen Fernschuss von Steven Gerrard praktisch Sekunden vor dem Schlusspfiff verloren, bei der Carlos Tévez-Affäre 8,5 Millionen Pfund Strafe und bis zu 20 Mio Pfund Schadenersatz an Sheffield Utd bezahlt, der letzte Eigentümer gerade aus dem Land, das von der Finanzkrise am härtesten getroffen wurde, unser Stürmer-Star bei seinem ersten Einsatz im Nationalteam schwer verletzt und mittlerweile in “Frühpension”. Fehlt nur noch, dass man heuer in die Championship absteigt! Aber das wird nicht passieren, denn auch wir Anhänger sind der Meinung: “too good to go down”!

West Ham steht schon seit knapp zwei Jahren immer wieder negativ in den Schlagzeilen wegen der finanziellen Situation des Vereins. Wie geht man als Fan damit um und ändert man seine Haltung gegenüber dem Verein?

Die ärgsten negativen Schlagzeilen machte wohl zunächst die Carlos-Tévez-Affäre, als der Klub im Frühjahr 2007 wegen unzulässiger Vertragsklauseln bei der Verpflichtung des Argentiniers und seines Landsmannes Javier Mascherano fürchten musste, Punkte abgezogen zu bekommen. Man kam dann zwar mit einer horrenden Geldbuße davon, aber der Ruf des Klubs war ramponiert. Und gegen Absteiger Sheffield United war West Ham in einen jahrelangen Rechtsstreit verwickelt, der schließlich mit einem Vergleich endete. Aufgrund dessen muss West Ham einen zig-Millionen-Betrag als Schadenersatz an Sheffield Utd zahlen. Gleichzeitig kam die Wirtschaftskrise, die Island besonders getroffen hat – und West Ham hatte das Pech, einen isländischen Eigentümer zu haben. Man bleibt natürlich ein Fan des Klubs, aber man betrachtet vieles kritischer.

Nun hatte man letzte Saison und dem 9. Platz als Abschluss eine tolle Spielzeit unter Trainer Gianfranco Zola gespielt. 2009/2010 läuft es bisher nicht zufriedenstellend. Wie viel Kredit hat denn Zola noch bei den Fans?

Als im Zuge der Übernahme durch Sullivan/Gold das Gerücht auftauchte, dass diese den Trainer auswechseln würden, wurde gleich eine Petition “pro Zola” gestartet, und die beiden Neuen bestätigten unverzüglich, dass “GZ” Trainer bleiben werde. Die Zahl der Kritiker unter den Fans nimmt aber natürlich mit jedem enttäuschenden Resultat zu, wobei Zola vor allem eine gewisse taktische Ahnungslosigkeit vorgeworfen wird. Der italienische Manager hat aber zweifellos noch viel Kredit bei den Fans, vor allem weil er sein Team seit jeher den tradionellen “West Ham Way” spielen lässt (gepflegtes Kombinationsspiel statt “kick and rush” mit hohen Flanken in den Strafraum, und dazu baut Zola, dem West Ham-Selbstverständnis entsprechend, immer wieder Eigenbauspieler aus der vereinseigenen Academy in die Mannschaft ein). Ich hoffe nur, dass man heuer nicht “in Schönheit stirbt”, zumal die Zola-Philosphie nicht gegen jeden Gegner und in jedem Spiel umgesetzt werden kann.

Wenn das System Zola nicht flexibel genug ist, erklärt das vor allem, dass man gegen Chelsea und Arsenal, wo man Raum zum Kombinieren hatte, gute Leistungen zeigte. Gegen Burnley oder Stoke sind aber andere Elemente von Nöten. Haben die Fans der Hammers zu hohe qualitative Ansprüche an den gespielten Fußball?

Der West Ham-Fan wird sich nie mit einer langweiligen statischen Spielweise zufrieden geben. Als man bemerkte, dass “GZ” ganz anders spielen ließ als sein Vorgänger Alan Curbishley, löste das eine echte Euphorie aus. Und in der ersten Saison des Italieners lief es ja auch prächtig: ein “top ten”-Finish und beinah die Qualifikation für einen Europa League-Startplatz. Aber für den “relegation dog fight” könnte Zolas bevorzugte Spielweise schön langsam zum Bumerang werden. Wobei man dazusagen muss, dass Zola ohnehin immer wieder herum experimentiert. Am Anfang trat er mit einem dezitierten 4-3-3 an und ließ auch in der Reserve und in den Jugendteams auf diese Taktik umstellen, dann wurde oft Carlton Cole als Solostürmer eingesetzt, und jetzt mit den Stürmer-Neuerwerbungen wird man wahrscheinlich meistens 4-4-2 spielen, wie zuletzt gegen Burnley. Da hatten die Hammers übrigens beachtliche “11 attempts on target” zu verzeichnen, so schlecht war das nicht, nachdem man – leider viel zu spät nach einem allzu defensiven Beginn – in die Partie hineingefunden hatte. Es wird aber Zeit, dass “GZ” und sein Co-Trainer Steve Clarke das Team so einstellen, dass Angriffsspiel, Mittelfeld und solide Verteidigung wieder so ineinander greifen, wie das in der letzten Saison der Fall war.

Noch einmal Thema Verletzungen: Kieron Dyer kam 2007 als großer Hoffnungsträger von Newcastle nach West Ham. Seitdem hat er nur 18 Pflichtspiele absolviert. Sullivan legt ihm den Rücktritt vom Profisport nahe – damit West Ham auch hier Kosten sparen kann. Ein richtiger Schritt?

Ich kann nicht beurteilen, wie Dyer wirklich gesundheitlich beisammen ist. Aber die Situation erinnert an Stürmer Dean Ashton, der nach seiner schweren Knöchelverletzung im Sommer 2006 – das war eigentlich der Beginn der großen Pechsträhne bei West Ham – nicht mehr ganz gesund geworden ist und seinen Abschied vom Fußball bekannt geben musste. Wenn die Situation bei Dyer ähnlich ist, dann muss man einen Schlussstrich ziehen.

Ein kurzer Ausblick auf die nächsten Spiele. West Ham hat drei schwere Auswärtsspiele demnächst, bei Manchester United, Chelsea und Arsenal. Die nächsten Heimspielgegner heißen nach der heutigen Partie gegen Birmingham unter anderem Hull City, Wolverhampton, Bolton und Stoke. Wo steht West Ham Ende März in der Tabelle?

Die nächsten Spiele werden entscheidend sein. Mittwoch gegen Birmingham (zu Hause) und dann nochmals zu Hause gegen Hull müssen zwei Siege her – was gegen Brum alles andere als leicht werden wird. Entscheidend werden die direkten Duelle gegen die “fellow strugglers” im unteren Tabellendrittel sein, und da haben die Hammers viele Heimspiele. Ende März muss schon ein Respektabstand zum “Strich” da sein, egal wie die drei Auswärtsspiele gegen die Großen ausgehen!

Sollte es mit den Siegen im Februar nicht klappen, wäre dann ein Rücktritt von Zola denkbar?

Ja. Wenn man keine neuen Spieler mehr holen kann, holt man einen neuen Trainer. Diesem Gesetz würden sich wahrscheinlich auch Sullivan/Gold nicht entziehen können. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommen wird…

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Ich bedanke mich recht herzlich beim Rapidhammer, dass er für das Interview zur Verfügung stand.

Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #26 – Wortmassage für Dirk Kuyt

Dienstag, 9. Februar 2010 7:30

Der FC Liverpool steht nach dem 1:0-Sieg im Derby gegen den FC Everton wieder auf dem so wichtigen vierten Platz in der Premier League. Auch wenn Manchester City, derzeit noch drei Punkte hinter den Reds und zwei Spiele weniger absolviert, noch gute Chancen hat das Team von Benitez vom vierten Platz zu verdrängen. Dennoch beginnen auf der Insel wieder die Diskussionen über die langweilige Premier League, die immer dieselben vier Mannschaften vorne sieht. Das kann doch gar nicht sein diese Saison, in der Liverpool so schlecht und unkonstant spielt. Ist aber so. Die Diskussion will ich gar nicht ausführen, sondern kurz die Aufmerksamkeit auf Dirk Kuyt legen. Der niederländische Stürmer der Reds erzielte das Siegtor am Samstag im Derby, es war sein 50. Tor für den FC Liverpool, in den letzten vier Spielen erzielte er vier Tore und hat maßgeblichen Anteil daran, dass Liverpool seit sieben Spielen ungeschlagen ist. Es ist Kuyt’s Verdienst, dass momentan kaum einer von Fernando Torres spricht. Grund genug für Rafael Benitez Kuyt mal so richtig ausführlich zu loben:

“Mittlerweile sollte nun jeder erkannt haben, wie wichtig Dirk Kuyt für uns ist. Er hat Qualität und spielt fantastisch in jedem Spiel, gibt alles für das Team. Zu Beginn war Stürmen seine kleine Schwäche, aber jetzt schießt er mehr Tore denn je. Spieler und Fans wissen jetzt, wie gut Dirk Kuyt wirklich ist. 50 Tore für einen Spieler sind eine tolle Leistung, vor allem in der Premier League. Er hat auf dem rechten und linken Flügel gespielt, als einzige Spitze oder im Sturmduo. Er ist so wichtig für uns.”

Spieler des Monats Januar wurde Wayne Rooney, der schlicht noch ein bisschen besser war. Aber Kuyt’s Leistung und Einsatz sind gar nicht hoch genug zu bewerten.

Die Premier League absolviert einen kompletten Spieltag unter der Woche. Vier Spiele finden am Dienstag statt, sechs am Mittwoch. Am kommenden Woche ist FA-Cup, nächste Woche gibt es parallel zur Champions League zwei Nachholspiele. Der reguläre Spielbetrieb in der Premier League geht dann am Samstag, 20. Februar, weiter.

Manchester City – Bolton Wanderers

Sky Sport 1 live, Dienstag ab 20:40 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Die verdiente Niederlage der Citizens bei Hull City stand ganz sicher nicht auf dem Menüplan von Roberto Mancini. Man hat dank des Remis von Villa und Tottenham eine sehr gute Chance verpasst näher an den vierten Platz ranzurücken. Das will man jetzt nachholen, zwingend notwendig ist dafür ein Sieg gegen die Bolton Wanderers, die zu einem 0:0 gegen Fulham kamen. Und Owen Coyle wird sehr schnell erkennen müssen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Man bleibt nur einen Punkt und einen Rang von den Abstiegsplätzen entfernt. Zu allem Überfluss kam jetzt auch noch die Verletzung von Verteidiger Gary Cahill, Kandidat für die englische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. Cahill meldete sich am Freitagmittag krank und konnte entsprechend auch am Samstag nicht spielen. Am Samstag wurde er dann ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sein Arm stark angeschwollen war. Die Ärzte stellten darafhin ein Blutgerinnsel im Arm fest. Cahill wird wohl bis Saisonende ausfallen. Das Gerinnsel wurde entfernt, Cahill wird aber noch mehrere Wochen mit Medikamenten behandelt. Das Krankenhaus hatte er Montagnachmittag aber verlassen dürfen. Bei City steht Craig Bellamy nicht zur Verfügung, Patrick Viera und Adam Johnson könnten ihr Startdebüt geben.

Wigan Athletic – Stoke City

Wigan kommt auch nicht wirklich von der Stelle, immerhin reichte es zuletzt für ein 1:1 in Sunderland. Trainer Martinez war dementsprechend unzufrieden: “Wenn wir das zweite Tor gemacht hätten, würde sich im Spiel vieles ändern und es uns leichter machen. Aber so werden wir für sehr wenig bestraft und wir brauchen einfach zu viele Chancen.” Nächste Gelegenheit zur Verbesserung gibt es am Dienstagabend gegen Stoke, die sich mit einem klaren 3:0 gegen Blackburn von allen Abstiegssorgen entledigten.

FC Fulham – FC Burnley

Burnley kommt nach einem überlebenswichtigen Sieg über West Ham mit viel Selbstvertrauen ins Cravan Cottage und will jetzt endlich auch wieder auswärts punkten. Fulham spielt sich so ein wenig mühsam durch die Liga und hat weiterhin alle Aufmerksamkeit auf die Europa League.

FC Portsmouth – FC Sunderland

Für Portsmouth könnte es mal wieder ein entscheidener Mittwoch werden – natürlich nicht auf dem Platz. Nach dem 0:5 bei Manchester United dürften nur noch die kühnsten Optimisten Hoffnung auf den Klassenerhalt haben. Die Abschiedstour von Pompey bekommt ihre zweite Episode. Die erste war ein Offenbarungseid im Old Trafford, die zweite kann eigentlich nur besser werden. Aber das Spiel gegen Sunderland dürfte erstmal nur eine Randnotiz sein. Vor Gericht wird morgen über die Zwangsauflösung des Vereins verhandelt. Nachdem man derzeit nicht mal mehr die Stromrechnung zahlen kann, wäre man nicht überrascht, wenn man am Mittwoch endgültig die Stecker zieht. Die erneute Verunsicherung kann der FC Sunderland nutzen, die endlich mal wieder drei Punkte brauchen.

Aston Villa – Manchester United

Das könnte ein ganz interessantes Spiel werden. Die gute, kompakte Defensive von Villa, die auch am Samstag bei den Spurs aber sowas von glücklich gehalten hat, gegen den Powersturm von Manchester United, allen voran mit Wayne Rooney. Für beide ist es zudem ein sehr wichtiges Spiel. Manchester United darf im Fernduell mit dem FC Chelsea keine Punkte liegen lassen, Villa droht bei weiterer Niederlage endgültig den Anschluss an Platz 4 zu verlieren. Überhaupt ist die momentane Form vom Team von Martin O’Neill ein wenig besorgniserregend. Fünf Punkte aus den letzten vier Ligaspielen reichen nicht aus um ernsthaft Ansprüche auf den vierten Platz anzumelden. Und man darf nicht vergessen, dass man mit viel Glück an einer Niederlage bei den Spurs vorbeigeschrammt ist. Ich würde jetzt noch nicht soweit gehen, dass Villa wie letzten Spielzeit in der zweiten Saisonhälfte einbricht, aber wirklich überzeugend sind die Villens nicht. Woran liegt es? Basierend auf den letzten Spielen, die ich gesehen habe, fehlt mir ein wenig das Spiel über die Flügel und der schnelle, direkte Pass in die Spitze. Gerade die Vorwärtsbewegung wirkt ein wenig wie ein stottender Motor. Man Utd hat nach der Heimniederlage gegen Villa noch eine Rechnung offen.

FC Arsenal – FC Liverpool

Sky Sport 1 live, Mittwoch ab 20:40 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Auch wenn sich der FC Arsenal nach der Niederlage an der Stamford Bridge erstmal vorzeitig aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet hat, ist die Partie am Mittwochabend im Emirates von enormer Wichtigkeit. Denn Arsenal muss langsam auch wieder den Blick in den Rückspiegel werfen, Liverpool liegt auf Rang vier nur fünf Punkte hinter den Wenger-Boys. Und Liverpool braucht sowieso jeden Sieg im Kampf um die Qualifikation für die Champions League. Interessant dürfte zu beobachten sein, wie Wenger sein Team nach den beiden schmerzhaften, aber verdienten Niederlagen gegen Chelsea und Man Utd wieder aufbauen kann. Beide Spiele haben eindrucksvoll gezeigt, wo die Grenzen der Gunners liegen und welche Schwächen das aktuelle Team hat. Sehr schön nachzulesen bei der BBC. Insbesondere das naive Verhalten von Wenger in einem Spitzenspiel mit acht Mann nach vorne zu stürmen und dann per Konter Tore zu kassieren, wird ihm nun vermehrt auch von den Fans angehängt. Wiedergutmachung im begrenzten Maße kann nur ein Sieg gegen Liverpool sein. Die Reds ihrerseits bleiben dem Status einer Top-Mannschaft der Premier League schon längere Zeit schuldig. Man hat zwar seit sieben Spielen nicht verloren, aber der große Gegner war mit Ausnahme von Aston Villa und Tottenham nicht dabei. Ein Sieg gegen eines der Big Four Teams würde sicherlich auch die Position von Rafael Benitez nachhaltig stärken.

Wolverhampton Wanderers – Tottenham Hotspur

Als ich Sonntagnachmittag in den DEL-Drittelpausen mal kurz zum Spiel von Wolverhampton bei Birmingham schaltete, war ich schon überrascht, dass die Wolves solange in Führung lagen. Als ich dann das Endergebnis las, war es aber wieder Business as usual. Zwei späte Gegentore in den letzten 10 Minuten stürzten die Wolves, die einfach nicht mehr gewinnen können, in ein Tal der Tränen. Jetzt steht das schwierige Heimspiel gegen die Spurs auf dem Programm – gefolgt von Spielen gegen Chelsea und Manchester United. Tottenham will zeigen,dass sie nicht 40 Torschüsse für ein Tor brauchen, sondern auch mal ganz abgeklärt und souverän gewinnen können. Mal sehen, ob Eidur Gudjohnsen seinen ersten Einsatz bei den Spurs bekommt.

FC Everton – FC Chelsea

Es ist sicherlich eine der schwierigeren Auswärtsaufgaben für den FC Chelsea. Auch wenn Everton am Samstag im Derby gegen Liverpool fürchterlich schlecht spielte, haben die letzten Wochen gezeigt, dass die Blues mit Ausnahme des Spiels bei Hull City sehr gut in Form sind. Verglichen mit dem Fernduell mit Manchester United dürfte Everton an diesem Abend die leichtere Hürde sein. Dennoch ist der Battle of the Blues für Everton eine gute Chance zu zeigen, dass sie besser spielen können als Samstag und fähig sind Rückschläge hinter sich zu lassen und aus den Fehlern der vergangenen Partie zu lernen. Und mehr zu diesem Spiel findet sich in einer schönen Vorschau auf der Homepage des FC Everton. Dave und Carrie aus meiner Lieblings-Breakfast-Show der BBC, der Chris Moyles Show auf BBC Radio 1, sind leidenschaftliche Fußballfans. Dave, Assistent von Moyles, unterstützt Everton, Carrie, zuständig für den Sport in der Sendung, hält es mit Chelsea. Beide zusammen im Interview.

West Ham United – Birmingham City

Für die Hammers ist es das erste von fünf Heimspielen in den nächsten Wochen, die im Bereich des Möglichen liegen gewonnen zu werden. Und das ist dringend erforderlich. Nach dem 1:2 in Burnley gehen auch langsam im Osten Londons die alarmglocken auf Dauerbetrieb. Trainer Gianfranco Zola war dennoch nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams: “Ich denke, dass niemand was dagegen sagen würde, wenn wir hier einen Punkt mitgenommen hätten. Ich war enttäuscht über unseren Start ins Spiel, die ersten 20 Minuten, aber ansonsten war ich sehr zufrieden und wir hätten es verdient gehabt mehr aus dem Spiel mitzunehmen.” So schön, so gut. Nur nützt das eben wenig im Abstiegskampf. Birmingham City schwebt weiter auf der Erfolgswelle für einen Premier League Aufsteiger und kann ganz befreit dieses Auswärtsspiel angehen. Mehr zu Situation bei West Ham United am Mittwoch an dieser Stelle.

Blackburn Rovers – Hull City

Da lag ich mit meiner Vermutung gar nicht so verkehrt, dass Hull City aus dem guten Spiel gegen Chelsea genug Mut und Vertrauen mitgenommen hat für einen Sieg gegen Manchester City. Und wer Phil Brown vor diesen beiden Spielen erklärt hätte, er stünde danach mit vier Punkten mehr auf dem Konto fünf Plätze weiter oben in der Tabelle, wäre völlig verständlich für nicht verrückt erklärt worden. Denn der Trainer der Tigers ist seit dem ersten Spieltag von seinem Team überzeugt, nur selten konnte er es aber auch mal anschaulich beweisen, warum das angebracht sein kann. Mit drei Punkten in Blackburn kann man sich noch weiter von den Abstiegsplätzen entfernen und sogar Blackburn in der Tabelle naherücken. Die Rovers müssen eine Antwort auf die dürftige Leistung bei Stoke City geben. Oder wie Big Sam Allardyce ausführt: “Solange wir nicht 40 Punkte haben, sind wir akut abstiegsgefährdet.”

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zitat des Tages: Montag, 8. Februar 2010 – Erkennbar nur Wahlkampf

Montag, 8. Februar 2010 19:20

“Da tut man doch gut daran, das im Juni zu entscheiden. Das April-Datum – wenn jemand Steuersenkungen versprechen will – ist erkennbar nur Wahlkampf.”

Günther Oettinger (CDU) zu den Steuersenkungsplänen der FDP, die bereits im April ein Konzept vorstellen möchte. Erkennbar nur Wahlkampf – was die CDU indirekt ja auch macht. Nämlich bloß keine konkreten Vorstellungen nennen – es ist ja Wahlkampf in NRW.

They’re all sitting in one boat.

Thema: Politik National | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Den Ernst der Lage noch nicht erkannt

Sonntag, 7. Februar 2010 17:39

Hannover verliert mit 1:2 bei Hoffenheim. Mirko Slomka kommt nach dem Spiel zum Interview bei Sky und sagt Folgendes: “Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen.” Auch Präsident Martin Kind meldet sich am Samstagabend noch zu Wort: “Die Mannschaft kämpft, lebt und will. Das hat sie deutlich gezeigt.”

Da frage ich mich schon ein bisschen, welche zweite Hälfte Slomka und Kind in Sinsheim gesehen haben. Gut, es waren im Vergleich zu den ersten beiden Spielen in der Ära Slomka erste Ansätze einer Verbesserung zu sehen, wobei das auch nicht wirklich schwierig zu bewerkstelligen war. Trotzdem ist das von der Performance immer noch nicht so, als dass ich sagen würde, es gebe Anzeichen von Hoffnung auf eine baldige Leistungssteigerung und die Möglichkeit auch mal wieder drei Punkte einzufahren. Ich habe immer noch nicht das Gefühl, als hätte man bei Hannover 96 den Ernst der Lage erkannt. Man steht nach 21 Spielen auf Platz 16 der Tabelle mit gerade mal 17 Punkten. Da sollte man sich beziehungsweise muss man sich auch schon mal mit dem Thema Abstieg auseinandersetzen. Das ist ja nun kein Schreckgespenst mehr an der Leine, sondern leider eine durchaus realistische Konsequenz der schwachen Saison. Die nächsten drei Partien sind gegen Werder Bremen, Dortmund und Wolfsburg. Da kann mich von vorneherein von Punktgewinnen ausgehen, die sind aber endlich nötig. Von den letzten sechs Spielen in der Rückrunde hat 96 vier Hammeraufgaben zu erledigen, in Hamburg, München und Leverkusen, zudem empfängt man in der AWD-Arena Schalke 04. Es wird also endlich Zeit, dass man endlich wieder Punkte sammelt.

Trotzdem kann ich immer noch nicht sehen, dass es sowas wie Hoffnung für 96 in den nächsten Wochen geben kann. Bei allen kleinen Verbesserungen gestern bei Hoffenheim. Insbesondere das Defensivverhalten in den letzten Minuten der ersten Hälfte und die pure Harmlosigkeit nach dem Anschlusstreffer in der zweiten Hälfte waren Ausdruck einer Verunsicherung und der mangelnden Qualität in vielen Mannschaftsbereichen. Warum für Hannover 96 die nächsten Wochen nicht wirklich einfacher werden, möchte ich in fünf Punkten kurz deutlich machen:

Neuzugänge: Ich glaube schon, dass Elson und Arouna Koné eine Verstärkung für 96 bedeuten, insbesondere Koné hat mit seinem Torerfolg gezeigt, dass er eine Bereicherung sein kann. So einen Torschuss habe ich von Hanke, Forsell und Stajner die letzten Jahre nicht einmal gesehen. Gleichzeitig sind es aber eben auch nur zwei Neuzugänge in einem Team mit 11 Spielern. Der Effekt dürfte also begrenzt sein. Überhaupt ist die Transferpolitik von 96 die letzten Jahre unter aller Kanone. Mir fallen wenige Transfers ein, die wirklich in Hannover eingeschlagen haben und dem Team über mehrere Spielzeiten hinweg qualitativ geholfen haben. Da fällt es dann natürlich auch schwer von Seiten der Fans irgendwie so etwas wie Vertrauen zur Transferpolitik der Roten aufzubauen. Aus meiner Sicht machen Sportdirektor und Präsident keinen guten Job, haben es nicht geschafft, die Mannschaft wirklich zu verstärken. Wenn man Erfolg haben will und vor der Saison teilweise Wünsche wie das Erreichen der internationalen Plätze ankündigt, muss man einfach finanziell mehr investieren.

Formkrise der Spieler: Was nützen zwei gute Neuzugänge, wenn sechs bis sieben andere Spieler seit Monaten in einer Formkrise stecken. Insbesondere aus dem Mittelfeld kommen von den etablierten Spielern wie Bruggink, Stajner, Rosenthal oder Baltisch kaum Impulse. Da ist es dann für Stürmer natürlich auch schwierig sich in Szene zu setzen. Gleichwohl kann man von Mike Hanke eben aber auch mal erwarten, dass er sich ein wenig mehr bewegt, vor allem, wenn er als einziger Stürmer aufgestellt ist. Die Probleme offensiv, die Probleme aber auch defensiv. 96 lässt viel zu viele Chancen zu, die Positionen der Außenverteidiger waren nie wirklich exzellent besetzt, da lässt man viel zu viele Gelegenheiten für die Fans zu. Fromlowitz spielt höchstens eine durchschnittliche Saison. Neben den Formkrisen kommt dann eben noch eine erhebliche Anzahl von Verletzten hinzu, seit Jahren sammeln sich die Wehwehchen in Hannover. Ob man sich damit vereinsintern mal näher beschäftigt hat, warum das so ist?

Erfahrung im Abstieg: 96 hat in den vergangenen Spielzeiten zwar nie wirklich Bäume ausgerissen, aber die fehlende Erfahrung im Abstiegskampf könnte ein weiterer negativer Faktor sein. So schlecht wie jetzt stand 96 noch nie in der Tabelle da. Weiß 96 und haben es die Spieler verinnerlicht, wie Abstiegskampf funktioniert, auf was es in solchen Spielen ankommt? Ohne jetzt anderen Vereinen zu nahe zu treten, habe ich den Eindruck, dass Bochum, Köln, Freiburg, Nürnberg und auch Hertha sehr viel wissen, wie man in solchen Spielen auftritt.

Identifikationsfigur auf dem Platz: Nach dem Schicksalsschlag durch den Tod von Robert Enke hat man den Eindruck, dass es auf dem Platz nicht wirklich einen Spieler gibt, der das Team mitzieht, der die Mannschaft nach Rückständen wach rüttelt, der die Mitspieler bei guten Situationen lobt, der sie pusht in den entscheidenen Phasen des Spiels. Jemand, der mal ein Zeichen setzt, der sich auch mal mit dem Schiedsrichter anlegt (im Rahmen der Regeln natürlich). Die gesamte Mannschaft wirkt zu brav auf dem Platz. Eine Mentalität, die im kräftetreibenden und nervenzehrenden Abstiegskampf nicht zielführend ist. Natürlich war der Tod von Robert Enke eine Zäsur und eine extreme Belastung für das Team, aber so ein Ereignis muss man auch mal hinter sich lassen, so schwer es fällt. Das darf ich von solchen Menschen erwarten. Man muss dazu eben nur bereit sein.

Stimmung in Hannover: Die Fans sind enttäuscht von der Mannschaft, die hohen Erwartungen in Hannover sind mal wieder nicht erfüllt worden. Gegen Nürnberg kamen gerade mal 26.000 Zuschauer in die AWD-Arena. So etwas wie ein klares Bekenntnis zum Verein, ein Unterstützen in schwierigen Zeiten, das permanente Anfeuern während des Spiels, der Stadionbesuch auch gegen vermeintlich kleine Mannschaften – all das findet nicht mehr statt. Aber es wäre gerade in dieser schwierigen Phase sowas von notwendig. Eine Verbindung von Fans und Vereinen, scheinbar ist es dazu jetzt schon zu spät, vor allem, wenn weiterhin die Erfolge ausbleiben. Auch das kann ein entscheidener negativer Faktor im Abstiegskampf sein. Wenn ich sehe, wie die Hertha zum Beispiel versucht ihre Fans im Abstiegskampf zu mobilisieren, wenn ich feststelle, wie die Fans des 1. FC Nürnberg ihr Team anfeuern und das mit der derzeitigen Stimmung in Hannover vergleiche, sind da riesengroße Unterschiede zu erkennen. Wo ist das Aufeinanderzugehen beider Gruppen, wo ist das Entgegenkommen des Vereins gegenüber den Fans. Wenn der Verein eine solch lethargische Außendarstellung abgibt, wie soll da irgendein Funke der Mobilisierung auf die Fans überspringen? Im Moment wirkt das alles so, als bereite man sich schon auf die eigene Beerdigung vor. Die hannoverschen Medien haben nach der Verpflichtung von Slomka zumindest ein, zwei Tage versucht sowas wie Aufbruchstimmung zu konstruieren. Da war sogar von “Slobama” zu lesen. Im Nachhinein hat das eher geschadet als genutzt, und die Aufbruchstimmung hat auch nicht lange angehalten. Mittlerweile gibt es auch in den Medien nur noch selten positive Artikel über 96.

All das sind nur einige von vielen Puzzleteilen, die das derzeitige Innenleben und Außenbild von Hannover 96 ausmachen. Es ist schlimm – und ich habe den Eindruck, dass viele das noch gar nicht begriffen haben. Momentan sehe ich den Abstieg als sehr viel wahrscheinlicher als den Klassenerhalt. Da sind Verbesserungen in Hoffenheim ein kleines positives Puzzleteil in einem Strom von vielen negativen. Noch möchte ich mir nicht ausmalen, was passiert, sollte 96 absteigen. Das wäre für die Stadt, den Verein und die ganze Region eine mittlere Katastrophe. Und das Positive ist ja, dass noch genug Zeit da ist um die Entwicklung umzukehren. Nur muss man damit jetzt langsam mal anfangen. Weg von den Durchhalteparolen – sondern auf die Spieler setzen, die sich wirklich dafür einsetzen den Klassenerhalt schaffen zu wollen. Und wenn dann eben nur 14 übrig bleiben, dann hat der Kader für ein Spiel eben nur so viele. Und dann reicht es eben von der sportlichen Führung auch nicht zu sagen, dass dann irgendwann auch mal ein Sieg rausspringen muss, wie Herr Slomka das zur Protokoll gab. Die Mannschaft will, wie Herr Kind ausführt, ist schlicht übertrieben. Da waren gestern mindestens die Hälfte, die nicht wollen oder eben nicht können. Wobei das im Endeffekt diegleichen Auswirkungen für die Mannschaft hat. Aber eben nicht für die sportliche Führung. Denn die hätte sehen müssen, dass das Team mehr Verstärkungen braucht, gerade auch aufgrund der Anfälligkeit von Verletzungen. Wenn Slomka meint, er könne seinem Team keinen Vorwurf machen, übersieht er weite Teile der zweiten Hälfte. Das ist schlicht realitätsfremd, wie so vieles gerade bei Hannover 96. Wenn man sich nicht endlich mit der Wirklichkeit anfreundet, dann gehen langsam aber sicher die Lichter aus.

Thema: Fußball | Kommentare (5) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 #25, Tottenham Hotspur – Aston Villa

Samstag, 6. Februar 2010 18:11

[20h24] Endstand Tottenham Hotspur – Aston Villa 0:0

Die Spurs können mit diesem Spiel nicht zufrieden sein, hatten genug Chancen hier ein Tor zu erzielen. Villa wird mit dem Unentschieden einigermaßen leben können. Viel Glück, wenig Aufwand, immerhin ein Punkt. Trotzdem für beide Teams im Kampf um den vierten Platz eine Enttäuschung. Tottenham verliert den vierten Platz an Liverpool, Aston Villa rangiert weiterhin auf Rang 7. Beide haben es aber versäumt insbesondere an Liverpool und Man City eine Kampfansage zu machen. Und wenn Harry Redknapp am Freitag noch durch die Pressekonferenz posaunte, dass man Arsenal noch überholen könnte, dann war das vom spielerischen Potential ansatzweise noch zu verstehen. Nur dann muss man das aber auch in Tore und drei Punkte umsetzen.

[20h22] Nochmal Schlussoffensive der Spurs, Villa schwimmt wieder. Zwölfte Ecke für die Gastgeber.

[20h21] Drei Minuten Nachspielzeit

[20h18] Kompliment an Schiedsrichter Foy, der eine Aktion im Strafraum an Defoe nicht als Elfmeter pfeift. Defoe hatte bereits vor dem Kontakt mit Petrov sich fallen lassen. Villa wechselt, Steve Sidwell für Stuart Downing.

[20h16] Tottenham hat wieder zwei Schippen zugelegt, aber das ist alles noch zu ungefährlich. Peter Crouch und seine Kopfbälle sehen immer sehr spektakulär aus, sind aber für Friedel keine Problem. Fünf Minuten noch.

[20h13] Schlussoffensive der Spurs, Aston Villa beginnt zu schwimmen.

[20h09] Disproportionalität bei den Ecken der Spurs. Je mehr sie bekommen (mittlerweile bei neun), desto schlechter und ungefährlicher werden sie. Minus-Bereich ist bald erreicht. Tottenham immerhin noch bemüht, aber kläglich im Abschluss.

[20h03] 20 Minuten noch zu absolvieren, kein gutes Spiel mehr, es tut sich nicht mehr viel. Kleinere Chancen wie zwei Aktionen durch Carew und einen Kopfball von Crouch verhindern immerhin, dass die Zuschauer nicht komplett einschlafen. Villa verteidigt jetzt sehr gut, gibt Tottenham weniger Raum als in den ersten 45 Minuten.

[19h49] Tottenham mit über 60 Prozent Ballbesitz in der zweiten Hälfte, also ähnlich wie im ersten Durchgang. Villa ist jetzt aber sehr viel präsenter und kann die Spurs sehr gut vom Tor fernhalten. Daher noch kaum eine gute Chance in den letzten 15 Minuten. Wenn sind es Einzelleistungen und Fernschüsse, diesmal Huddlestone, Friedel ist rechtzeitig unten. Halbe Stunde noch. Beide Teams müssen wieder stärker auf die Torchancen hinarbeiten, sonst läuft das hier zielstrebig auf ein 0:0 hinaus.

[19h40] Die ersten Minuten der zweiten Hälfte gehören ganz klar Aston Villa, die eine gute Freistoßposition 20 Meter vor dem Tor nach Foul von King an Agbonlahor bekommen. Downing setzt den Ball aber über den Querbalken. Tottenham scheint ein wenig überrascht, hat gar keine Ballsicherheit in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff.

[19h36] Beginn 2. Halbzeit

[19h19] Halbzeit Tottenham Hotspur – Aston Villa 0:0

Gutes Spiel, das Tottenham über weite Strecken bestimmt hat. Beide Teams kamen schwierig in diese Partie, die Spurs übernahmen dann das Kommando und hatten genug Chancen hier in Führung zu gehen. Von Villa kommt viel zu wenig, einzig eine gute Chance steht auf der Habenseite. Insbesondere das schnelle Spiel über die Flügel mit Ashley Young und Downing könnte sehr viel besser laufen. Für beide noch Spielraum nach oben.

[19h14] Beste Chance für Tottenham in diesem Spiel. Schöner Freistoß vors Tor von Villa, Ball wird gut auf Ledley King verlängert, der mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am überragenden Friedel scheitert, den Nachschuss setzt Defoe über das Tor. Trifft die Kugel nicht richtig, Ball landet auf dem Tornetz. Tottenham verpasst es erneut sich für eine gute einstudierte Standardsituation zu belohnen.

[19h11] Noch etwas mehr als fünf Minuten bis zur Halbzeit. Tottenham weiter spielbestimmend, in den letzten Minuten fehlen aber die großen Torchancen. Von Villa kommt weiter sehr wenig, bis auf die Doppelchance von Millner und Agbonlahor habe ich zumindest auf meinem Notizzettel nichts stehen.

[19h00] Und aus dem Nichts die große Chance für Villa zur Führung. Gomes hält zweimal glänzend, zunächst gegen einen Fernschuss von Milner, dann den Nachschuss von Agbonlahor. Da hat Tottenham zum ersten Mal richtig geschlafen in der Abwehr. Und Agbonlahor war blitzschnell da um den Abpraller aufzunehmen.

[18h56] Nächste mehr als passable Gelegenheit für Tottenham. Distanzschuss von Huddlestone, gute Parade von Friedel, auch der Nachschuss wird von Cuélla rechtzeitig zur Ecke abgewehrt. Führung wäre mehr als verdient.

[18h54] Emil Heskey kann mit seinen Schmerzen nicht weitermachen, O’Neill bringt John Carew, der von einigen sowieso schon in der Startelf erwartet wurde.

[18h50] Da hatte Peter Crouch schon das Lächeln des Torerfolges auf seinen Lippen. Toller Doppelpass vom Ex-Pompey mit Luka Modric, Crouch läuft sich prima frei, hat das ganze lange Eck frei, Richard Dunne blockt in allerletzter Sekunde den Schuss zur Ecke. Tolle Aktion des Innenverteidigers von Villa, aber erneute schaffen es die Spurs durch schnelles Direktspiel die Villa-Abwehr auszuhebeln. Wird Martin O’Neill nicht sonderlich schmecken.

[18h47] Tottenham übernimmt langsam aber sicher die Initiative, spielen den besseren Offensivfußball und strahlen mehr Torgefahr aus. Eckball Bentley, Kopfball Ledley King in die Arme von Brad Friedel. Villa findet offensiv noch kaum statt, ist auch ein wenig gehandicapt, weil Heskey nach einem Zusammenstoß mit Palacios Schmerzen an der Hüfte hat. Pluspunkt für die Spurs in den ersten Minuten: Luka Modric, zieht die Fäden im Mittelfeld. Auch Bentley knüpft auf rechts an seine guten Leistungen an.

[18h40] Noch nichts Erwähnenswertes passiert. Viele Fehler im Aufbau, beide Teams stehen kompakt im Mittelfeld. Entscheidend in diesem Spiel vielleicht die Duelle auf den Flügeln. Auf rechts Bentley gegen Downing, auf links Modric und Bale gegen Ashley Young und Cuéllar. Bis jetzt noch alles ausgeglichen.

[18h33] Beginn 1. Halbzeit

Stimmungsvolle White Hart Lane. Die Spurs in den weißen Trikots, Villa in den gewohnten lila-farbenen Shirts. Die Gäste mit Anstoß in dieser Partie, spielen von links nach rechts in der ersten Hälfte. Referee der Partie ist Chris Foy.

[18h25] Die Aufstellungen an der White Hart Lane

Tottenham Hotspur: Gomes – Corluka, Dawson, King, Bale – Bentley, Huddlestone, Palacios, Modric – Defoe, Crouch.

Aston Villa: Friedel – Cuellar, Collins, Dunne, Luke Young – Ashley Young, Milner, Petrov, Downing – Heskey, Agbonlahor

Beide Teams nahezu mit ihren Bestformationen heute Abend. Bei Tottenham ersetzt David Bentley den noch verletzten Aaron Lennon auf der rechten Seite. Hat das zuletzt außerordentlich gut erledigt. Nachdem Robbie Keane jetzt nach Glasgow ausgeliehen ist, lautet das Sturmduo der Spurs Crouch und Hattrick-Defoe. Bei Villa sitzt John Carew zumindest wieder auf der Bank.

[18h17] Die bisherigen Ergebnisse des 25. Spieltages

FC Liverpool – FC Everton 1:0 ; Manchester United – FC Portsmouth 5:0 ; Hull City – Manchester City 2:1 ; FC Burnley – West Ham 2:1 ; Stoke City – Blackburn Rovers 3:0 ; FC Sunderland – Wigan Athletic 1:1 ; Bolton Wanderers – FC Fulham 0:0

Ganz wichtige Siege für Burnley und Hull im Abstiegskampf, derweil verschärft sich die Krise bei West Ham nach der schwachen Vorstellung bei den Clarets. Sunderland und Wigan treten auf der Stelle, während Stoke mit dem Heimerfolg über Blackburn einen ganz großen Schritt Richtung Klassenerhalt macht. Liverpool meldet durch den hart erkämpften Sieg im Derby gegen Everton wieder Ansprüche auf den vierten Platz an, Everton verliert zum ersten Mal wieder seit Ende November. Man Utd übernimmt zumindest erstmal für 24 Stunden die Tabellenführung, während Portsmouth heute über 90 Minuten gezeigt hat, dass man nicht mehr die Qualität hat in der Premier League mitzuhalten. Es machte den Eindruck, als dass viele Spieler dazu auch gar keine Lust mehr hatten.

[18h11] Nachdem der FC Liverpool heute Mittag das Merseyside-Derby gegen den FC Everton gewinnen konnte, brauchen die Spurs jetzt einen Sieg um wieder auf den vierten Platz vorzurücken. Dank der Niederlage von Manchester City in Hull kann auch Aston Villa mit drei Punkten wieder Anschluss an den vierten Platz finden. Immens wichtiges Spiel also für beide Teams.

Thema: Live-Blog, Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Premier League 2009/2010 Preview #25 – Die wichtigen Dinge

Freitag, 5. Februar 2010 18:22

Ein sehr interessanter 25. Spieltag in der Premier League steht uns bevor.  Drei Stadtderbys stehen uns bevor, zudem gibt es ein Spitzenspiel im Verfolgerduell um den vierten Platz zwischen Spurs und Villa und viele direkten Duelle in der Abstiegszone. Das wird richtig spannend zu beobachten am Samstag und Sonntag.

Die Premier League hat seit einem Monat einen eigenen Podcast, quasi als eine Spieltagsvorschau. Ich habe jetzt den Podcast mehrfach gehört und finde ihn sehr hörenswert. Schwerpunkt liegt ganz klar auf den sachlichen Informationen. Wer großartige Interaktion und Humor erwartet, wird leider enttäuscht. Meist ist ein wechselnder Moderator mit einem Gast 30 Minuten dabei auf den kommenden Spieltag zu schauen, gelegentlich gibt es Interviews mit Trainern oder Spielern, die per Telefon zugeschaltet sind, und Audio-Einspieler. Mehr Infos gibt es hier.

Keine Woche derweil ohne neue Schlagzeilen aus Portsmouth. Seit dieser Woche hat der Verein mal wieder einen neuen Besitzer, den vierten in der laufenden Spielzeit. Damit hat Pompey diese Saison schon mehr Eigentümer im Verein gesehen als Siege auf dem Spielfeld, da stehen nämlich nur drei zur Buche. Der neue Mann an den kurzen Zügeln ist jetzt Balram Chainrai, ein Unternehmer aus Hongkong. Chainrai will seinen Anteil am Verein aber so schnell wie möglich wieder an einen “verantwortlichen und vertrauensvollen” Käufer weitergeben. Chainrai war bereits in die Übernahme von Portsmouth im Oktober verwickelt. Damals hatte er dem letzten Besitzer, dem Saudi Ali al-Faraj, 17 Millionen Pfund geliehen um Kredit zu begleichen. Al-Faraj war aber, wie sich später herausstellte, nun alles andere als reich oder bereit in den Verein zu investieren. Von daher hatte Chainrai Angst sein ganzes Geld, das er zur Verfügung gestellt hatte, zu verlieren und übernahm am Mittwoch kurzfristig den Verein. Und jetzt ist auf der Suche nach einem neuen Besitzer, aber mal ganz ehrlich – wer will Portsmouth in der Situation eigentlich noch haben?

FC Liverpool – FC Everton

Sky Sport 1 live, Samstag ab 13:40 Uhr, Kommentar: Andreas Renner

Der 25. Spieltag beginnt mit einem der attraktivsten Stadtderbys auf der Insel zwischen Rot un Blau. Liverpool empfängt Everton und beide Teams wollen ihre sehr gute Form weiterbehalten. Liverpool ist seit sechs Spielen ungeschlagen, darunter gab es vier Siege, Everton hat sein neun Begegnungen nicht mehr verloren. Liverpool kann mit einem Sieg vorübergehend auf den vierten Platz vorrücken, solange Tottenham am Abend nicht gewinnt. Es ist das 213. Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams, Everton hat in der Liga seit über 11 Jahren bei Liverpool nicht mehr gewonnen. Doch dieses Jahr scheint man mehr denn je bereit und fähig dem Lokalrivalen ein Bein zu stellen. Die Toffees bringen seit Wochen konstant gute Leistungen, Liverpool muss sich immer wieder zu Siegen mühen. Das sieht alles andere als leichtfüßig und überzeugend aus. Interessant wird zu sehen sein, wie Liverpool mit eher defensiv eingestellten Gästen zurecht kommt. Liverpools Vorteil zum Beispiel im Heimspiel gegen Tottenham war, dass die Spurs selbst nach vorne spielten. Doch das muss Everton nicht, die können abwarten und sich den Gegner ausschauen. Fabio Aurelio dürfte für Liverpool wieder fit sein, bei Everton kehren Yakubu und Joseph Yobo nach ihrer Afrika-Reise zurück.

FC Burnley – West Ham United

Mehr Abstiegskampf in einem direkten Duell geht dann nicht derzeit. Der Tabellenneuntzehnte empfängt die vier Plätze besser platzierten Hammers, beide Teams trennen aber nur einen Punkt. Die Clarets könnten mit einem Sieg also West Ham in der Tabelle überholen und die Abstiegsplätze verlassen. Wenn da nicht das fehlende Selbstvertrauen wäre. Bei beiden Mannschaften muss man sich ja schon fast fragen, ob die noch wissen, wie sich ein Sieg anfühlt. Burnley hat die letzten 12 Spiele nicht gewonnen, darunter vier Niederlagen in den letzten Partien. Die letzten drei Punkte gab es am 31. Oktober beim 2:0 über Hull City. West Ham gewann nur eines der letzten neun Spiele, gegen Schlusslicht Portsmouth. Augenmerk auf die neue Sturmformation der Hammers. Die Neuzugänge aus der Wintertransferperiode sollen für Tore sorgen, Benni McCarthy und Mido. Für Burnley spricht immerhin die einigermaßen gute Heimform, während West Ham zu einen der schlechtesten Auswärtsteams der Liga zählt.

FC Sunderland – Wigan Athletic

Ähnlich brisant geht es auch im anderen Tabellenkellerduell zwischen Sunderland und Wigan zu. Beide Teams spielen seit Wochen fürchterlich schlechten Fußball und Sunderlands Performance am Montag gegen Stoke war eine der schlechtesten der ganzen Saison bisher. Zum Glück war “nur” Stoke der Gegner. Die Black Cats warten seit zehn Spielen auf einen Sieg, zuletzt im November gegen den FC Arsenal. Mit einem Sieg könnte man sich endlich wieder ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschaffen. Da könnte Wigan Athletic gerade rechtzeitig kommen. Das Team von Roberto Martinez hat nur eines der letzten acht Spiele gewonnen, ist unter der Woche nach kläglicher Leistung zuhause im FA-Cup gegen den Viertligisten Notts County (ja, das Team, wohl Svennie mal war). Da sollte dann das letzte aller möglichen Alarmzeichen gewesen sein. Sunderland startet mit seinen Neuverpflichtungen Benjani (von Man City) und Alan Hutton (von den Spurs).

Bolton Wanderers – FC Fulham

Fulham darf die restlichen Saisonspiele einmal mehr versuchen zu zeigen, wie man spielen kann, wenn es nur noch um wenig geht. Man steht im gesicherten Mittelfeld, zu groß der Abstand nach oben und nach unten, das man nachträglich noch in Abstiegsgefahr kommen sollte. Da sind die Aufgaben in der Europa League gegen Donezk ja fasz schon die großen Highlights in den nächsten Wochen. Ganz andere Sorgen haben die Bolton Wanderers, punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz. Die Bilanz vom neuen Trainer Owen Coyle ist noch ein wenig verzerrt, waren die ersten Spiele doch unter anderem gegen Arsenal und Liverpool. Das wichtige Spiel gegen Burnley hat er gewonnen. Und genauso muss es auch diesmal laufen.

Stoke City – Blackburn Rovers

Das Duell der Tabellennachbarn, die beide gerade so am Rand zur bedrohten Zone in der Tabelle stehen. Stoke hat zudem zwei Spiele weniger als Blackburn ausgetragen, liegt zwei Punkte in der Tabelle hinter den Rovers. Mit einem Sieg und der stets großartigen Unterstützung im Britannia Stadium würde man einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Die Rovers kommen mit der Empfehlung von vier Punkten aus den letzten beiden Spielen.

Manchester United – FC Portsmouth

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Sir Alex Ferguson stapelt tief vor dem Heimspiel gegen den FC Portsmouth. Pompey sei zwar angenockt, aber dafür gerade umso gefährlicher. Bei aller Vorsicht von Sir Alex wäre ein Sieg von Man Utd in der derzeitigen Form nach dem tollen Spiel gegen Arsenal das Normalste der Welt. Ich kann hier kein Argument nennen, das Portsmouth auch nur in die Nähe eines Punktgewinnes bewegen würde. Portsmouth spielt die schlechteste Premier League Saison in der Vereingeschichte und hat nur eines der letzten 25 Auswärtsspiele saisonübergreifend gewonnen. Es gibt unter den Experten nur noch wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt, viele prophezeien sogar einen glatten Durchmarsch in die dritte Liga, quasi ein Leed United light. Mal sehen, ob Portsmouth auf seiner Abschiedstour durch die Premier League wenigstens ein wenig Unterhaltung in Old Trafford bietet.

Hull City – Manchester City

Ein Spiel, auf das ich nach dem Begutachten des Spiel vom Dienstag ungemein gespannt bin. Hull hat mir gegen den FC Chelsea richtig gut gefallen, fragt sich eben nur, ob man eine solche Leistung noch einmal wiederholen kann und gleichzeitig der Gegner nicht seinen besten Tag erwischt. Beides wäre nötig um auch gegen Manchester City etwas Zählbares mitzunehmen. Hull wartet seit 10 Spielen auf drei Punkte, aber das Remis gegen Chelsea war Hoffnungsschimmer genug, oder wie es Trainer Phil Brown formulierte: “Wir waren überlegen gegen Chelsea – warum sollen wir es dann nicht auch gegen Man City sein.” Zwei Hinweise auf Manchester City: Patrick Viera könnte sein Debüt für die Citizens geben, und Wayne Bridge könnte nach seiner Knieverletzung wieder im Kader stehen. “Alle anderen Dinge sind für mich nicht wichtig,” so Trainer Mancini. Für mich auch nicht.

Tottenham Hotspur – Aston Villa

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Für mich eines der reizvollsten Spiele des Wochenendes, vor allem aufgrund der Tabellenkonstellation. Der Tabellenvierte hat den siebten zu Gast, bei Anpfiff könnte Tottenham durch einen Sieg von Liverpool einen Platz zurückgefallen sein. Villa kann mit einem Auswärtssieg in der Tabelle an den Spurs vorbeiziehen. Villa kommt nach dem eher schwachen Jahresausklang jetzt wieder langsam in Fahrt, hat drei der letzten vier Auswärtsspiele gewonnen. Die Spurs treten auch ein wenig zu viel auf der Stelle. Nur ein Sieg im Jahr 2010 bisher, im Heimspiel gegen Fulham. Dazu die Punktverluste gegen Birmingham und Hull, die so zumindest gegen letztgenanntes Team sicherlich nicht so eingeplant waren. Jetzt können beide Teams in diesem Spiel zeigen, ob sie ihre Mini-Krise überwunden haben und erheblichen Anspruch auf den vierten Platz untermauern wollen. Mehr dazu morgen Abend in einem Live-Blogging ab 18:15 Uhr.

Birmingham City – Wolverhampton Wanderers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 14:25 Uhr, Kommentar: Sven Schröter

Das zweite Derby an diesem Spieltag steigt im Großraum Birmingham, wo die Blues die Wolves im St. Andrews Park empfangen. Die Gäste spielen derzeit auch in einer Phase jenseits von gut und böse, schieden unter der Woche im FA-Cup gegen den insolventen Zweitligisten Crystal Palace aus und haben in der Premier League die letzten fünf Spiele nicht gewonnen. Birmingham derweil hat sich im oberen Mittelfeld der Tabelle konsolidiert. Mit dem internationalen Geschäft wird es definitiv nichts, aber damit hat ehrlicherweise auch keiner gerechnet. Zum 12. Mal in Folge wird Alex McLeish sein Team unverändert aufs Feld schicken. Das könnte das große Plus im Duell der beiden Aufsteiger sein.

FC Chelsea – FC Arsenal

Sonntag ab 16:45 Uhr, Kommentar: Roland Evers

Und da im Leben bekanntlich aller guten Dinge drei sind, wartet die englische Hauptstadt am Sonntagnachmittag mit dem letzten Derby des Spieltages auf. Für Arsenal ist es die allerletzte Chance den Fuß noch einmal in die Meisterschaftstür zu stellen. Mit einem Sieg an der Stamford Bridge würde man den Rückstand auf Chelsea auf drei Punkte verkürzen. Was im Umkehrschluss heißt, dass Arsenal bei einer Niederlage sich in den nächsten Wochen wohl darauf konzentrieren kann, die Champions League zu gewinnen und den dritten Platz abzusichern. Personell ändert sich nicht viel bei den Gunners. Erst am Samstagabend wird entschieden, ob Abou Diaby in den Kader für das Spiel berufen wird. Ansonsten bleibt alles beim alten, Eduardo fehlt weiter verletzt. Wenger wird wohl mit derselben Elf starten wie gegen Man Utd. Es wird spannend zu sehen sein, wie das junge Team den Rückschlag vom letzten Wochenende verkraftet hat. Bei Chelsea wird man froh sein, dass sich Sonntag wohl alles auf das Spitzenspiel konzentrieren wird, es sei denn, wie heute von der News of the World bei Sky News angekündigt, dass man in den Wochenendausgaben der Zeitungen die Terry-Affäre weiter ausschlachten wird. Chelsea könnte sich am Sonntag erstmals seit langer Zeit nur auf Platz 2 sehen, die Blues brauchen bei hohem Sieg der Red Devils vielleicht sogar drei Punkte für die Rückeroberung der Tabellenführung. Ashley Cole ist wieder vollständig fit und wird hinten links in der Viererkette beginnen.

Thema: Premier League | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Das Bsirske-Lächeln

Mittwoch, 3. Februar 2010 16:59

Ist es Ihnen durch den Konsum der Nachrichtensendungen der letzten Tage auch schon aufgefallen, das sogenannte Bsirske-Lächeln? Frank Bsirske ist Chef der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, eine der größten Gewerkschafteb im DGB mit über zwei Millionen Mitglieder. Und als Chef von Verdi ist er derzeit an den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst beteiligt und vertritt die Interessen der Arbeitnehmer.

So weit so gut. Da derzeit nun gerade wieder Tarifverhandlungen stattfinden, genießen die Gewerkschaften mal wieder ein wenig mediale Präsenz, ganz vorne dabei natürlich ihr Chef. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt ist, was Bsirske macht, aber ich habe es jetzt schon so oft in Tageszeitungen oder in Berichten im Fernsehen gesehen, dass sein Verhalten wirklich ritualisiert scheint. Und es ist eine Szene, die mich derzeit immer wütender macht. Wenn ein TV-Beitrag gedreht wird, dann sitzen die Verhandlungsführer an einem runden Tisch, komischerweise sind die Kamerateams stets hinter Bsirske aufgebaut. Er muss sich also ein wenig drehen, um in die Kamera zu schauen. Und das macht er dann auch, immer wieder. Fährt den Stuhl ein wenig zurück, schiebt ihn ein wenig zur Seite und dreht sich leicht nach links rum. Nicht vollständig, sondern nur ein wenig seitlich. Nicht weiter erwähnenswert. Wenn da nicht dieses fast schon arrogant wirkende Lächeln wäre, was umso mehr auffällt, weil alle anderen Verhandlungspartner sich gerade so quälen überhaupt nur ein wenig Mimik in ihr Gesicht zu bekommen. Nicht so Frank Bsirske. Ein wenig zur Seite gedreht, gerade hingesetzt, und dann kommt dieses Lächeln in die Kamera. Mund bleibt zu, aber die Lippen zieht er ausdrücklich nach oben – so als würde er sich innerlich richtig freuen über seine Verhandlungsposition. Noch mehr nach innen, als er schon nach außen zeigt. Keine Spur von schwierigen Verhandlungen. Da sitzt jemand, dem es gut zu gehen scheint. Und jemand, der nicht ganz verstanden hat, dass er sich zumindest bei mir nicht gerade beliebt macht in diesen Tagen.

Am Donnerstag wird hier in Düsseldorf die Rheinbahn von Verdi bestreikt, den ganzen Tag lang. Alle U-Bahnen, Straßenbahnen und fast alle Busse. Man möchte durch die Warnstreiks seine Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes deutlich machen. Zunächst ist es einmal das gute demokratische Recht der Gewerkschaft zu Streiks aufzurufen und auch Streikmaßnahmen durchzuführen, gleichzeitig kann ich es auch ein wenig verstehen, wenn man als Gewerkschaft in Tarifverhandlungen mit maximalen Forderungen geht oder zumindest seine Position deutlich macht. Was ich aber gar nicht verstehen kann: Dass man wie vernebelt an Forderungen festhält, die schlicht nicht realistisch wirken und sich überhaupt kein Stück bewegt. Und so habe ich derzeit eher wenig Verständnis für die Politik der Gewerkschaften – und das Lächeln von Frank Bsirske macht meine Meinung nicht gerade förderlicher. Es kann bei einer Lohnerhöhung von fünf Prozent doch auch für Bsirske nicht gerade verwunderlich wirken, dass man sich nach zwei Verhandlungen nicht einig geworden ist. Und jetzt so zu tun, als wären Warnstreiks notwendig, halte ich für ein ziemlich unglaubwürdiges Verhalten. Hätte man nicht gleich Streiks ausrufen können? Und ganz ehrlich: Wie soll eine schnelle Verhandlungslösung aussehen, wenn Bsirske partout an der Forderung von fünf Prozent Lohnerhöhung festhält? Ich habe von der Gewerkschaft noch kein vernünftiges Argument gehört, warum man es rechtfertigen könnte in Zeiten von fast bankrotten Kommunen, hochverschuldeten Ländern und einem Staat, der insgesamt an seiner Neuverschuldung zu ersticken droht, dass die Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn bekommen sollten. Wäre da nicht etwas mehr Vernunft auf Seiten der Gewerkschaften angebracht? Und bereits jetzt nach zwei Verhandlungsrunden zu einem Streik zu greifen, ist aus Sicht von vielen Menschen, die dadurch betroffen sein werden, fast schon blanker Hohn.

Eigentlich stehe ich immer auf Seiten der Beschäftigten, wenn es um mögliche Lohnerhöhungen geht. Aber dieses Mal muss ich auch dank des irgendwie sehr angeberhaften Verhalten von Bsirske sagen, dass ich wenig Verständnis für Verdi habe. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn in Düsseldorf noch Schnee gelegen hätte und viele Menschen auf Öffis angewiesen wären? Ich wette, Bsirske wäre persönlich nach Düsseldorf gekommen und hätte sich lächelnd an eine Haltestelle gestellt. Ob ihm das Lachen noch vergeht? Schwierig zu sagen. Letzlich ist das ja keine unkomfortable Situation, in der die Gewerkschaft derzeit ist. Jetzt kommt es darauf an, ob eher die Gewerkschaften oder die Arbeitgeber vernünftig agieren. Kann mir das bei dem in sich hinein lächelnden Bsirske nur schwer vorstellen, dass der nicht als Letzter auch noch lachen will.

Thema: Politik National, Wirtschaft | Kommentare (5) | Autor: medispolis