Champions League 2009/2010 Viertelfinale Hinspiel, FC Arsenal – FC Barcelona

[22h35] Endstand FC Arsenal – FC Barcelona 2:2

Was soll man jetzt aus dieser Partie mitnehmen? Kompliment an Arsenal, die mit letzter Kraft und diversen Rückschlägen über 90 Minuten sich noch zurückgekämpft haben. Insgesamt hatten sie aber ganz viel Glück und den Gunners wurden über 70 Minuten sämtliche Grenzen aufgezeigt. Für das Rückspiel mag das vom Ergebnis noch einigermaßen offen sein, aber ich kann mir das nicht vorstellen, wie Arsenal ohne Fabregas im Camp Nou mit mehr Mut als heute spielen kann. Insgesamt war das offensiv zu fehlerhaft und von der Körpersprache zu sehr von Respekt geprägt. Kann man das innerhalb von einer Woche ablegen? Barca hat eindrucksvoll gezeigt, dass sie die beste Fußballmannschaft der Welt haben und wissen wohl selbst nicht, warum sie hier nur mit einem Remis rausgehen. Im Rückspiel fehlt die Innenverteidigung – das könnte nochmal interessant werden.

Arsenal braucht selbst eine perfekte Leistung, einen perfekten Abend – und irgendwann muss es doch einfach mal passieren. Irgendwann.

[22h32] Drei Minuten Nachspielzeit

[22h27] 2:2, Cesc Fabregas, 85. Minute

Puyol mit dem Foul an Fabregas im Strafraum. Verhindert eine klare Torchance, von daher kam man den Platzverweis geben. Fabregas knallt den Ball zum Ausgleich ins Tor. Und wieder bricht die alte Verletzung auf. Wenn man den Ball auch so hämmert, sind wieder die Knieschmerzen da. Aber Cesc kann weitermachen. Ausgleich. Ich sag ja: Ein komisches Spiel.

[22h25] Elfmeter Arsenal und Platzverweis Puyol/Barcelona

[22h24] Da läuft bei Arsenal nicht mehr viel zusammen. So gut Barcelona hier heute gespielt hat, man hätte selbst eine perfekte Leistung erbringen müssen. Aber davon war man weit entfernt. Bitter: Wie so oft in den großen Spielen zuletzt.

[22h18] Xavi mit einem Pass auf Messi, wo man nur mit der Zunge schnalzen kann. Hebelt wieder die ganze Arsenal-Defensive aus. Messi auf dem Weg zum 3:1 – aber Almunia macht die kurze Ecke gut zu. Henry wird für Ibrahimovic eingewechselt und das ganze Emirates erhebt sich. Hat Arsenal wirklich noch einen Fuß in diesem Spiel? Im Moment nicht. Barca kontrolliert wieder. Arsenals Druck ist verschwunden. Noch gut 10 Minuten zu absolvieren.

[22h13] Arsenal jetzt mit gutem Offensivspiel, endlich mal Kombinationen über drei, vier Stationen. Piqué sieht gelb nach Foul an Fabregas, ist ebenfalls im Rückspiel gesperrt. Fabregas mit dem Freistoß über das Tor.

[22h11] 1:2, Theo Walcott, 70. Minute

Und sie können doch so schön Fußball spielen, wenn man sie lässt und sie wollen. Schöner Spielzug der Gunners über Nasri und Bendtner, der Walcott bedient. Der kommt mit Geschwindigkeit von der Außenbahn und lässt mit seinem durchaus haltbaren Flachschuss wenigstens ein wenig Hoffnung keimen. Valdez fällt da wie eine kleine Bahnschranke.

[22h09] Es ist nicht mal mehr eine Trumpfkarte, die Wenger spielen kann. Walcott kommt für Sagna. Heißt mehr Platz für Barca. Ich mag gar nicht dran denken. Und mal sehen, wann die ersten Fans kommen und Verstärkungen für den Sommer fordern.

[22h04] Bin gespannt, wann Arsenal einfach mal beginnt die weiße Fahne zu schwenken. Da sind jetzt alle Grenzen aufgezeigt worden. Im Prinzip ist dieses Viertelfinale hier und heute zu dieser Minute beendet. Arsnenal hat ganz andere Sorgen. Samstag kommt Wolverhampton ins Stadion und dann geht es um die Meisterschaft, die jetzt wohl Priorität genießt. 1:1 am Samstag in Birmingham in letzter Sekunde kassiert, jetzt diese teilweise Demütigung. Das kostet Kraft und Nerven für Arsenal sein Team wieder aufzurichten.

[22h00] 0:2, Zlatan Ibrahimovic, 59. Minute

Arsenal geht körperlich am Krückstock, und den nimmt ihn Barcelona jetzt noch weg inklusive eines gehörigen Tritts vors Schienbein. Ein Pass hebelt die ganze Abwehr der Gunners aus, Song rückt zu spät raus, Ibrahimovic hat alle Zeit der Welt und knallt den Ball unters Dach. Pure class von Barca gegen Arsenal, das völlig in sich zusammenfällt. Kapitulation on all accounts.

[21h58] Barca mit enormer Laufbereitschaft, da wird Denilson mit zwei Mann in der eigenen Hälfte attackiert. Arsenal wirkt im Vergleich dazu müde. Unfassbare Teamperformance der Katalanen.

[21h55] Endlich mal ein guter, schneller und flüssiger Angriff der Gunners. Toll gespielt, über links mit Clichy, präzise Flanke in die Mitte, wo Bendtner in der Luft steht und einen wuchtigen Kopfball produziert. Toller Reflex von Valdez. Arsenal mit einem Hauch von Drangphase. Sie müssen sich ja auch langsam mal was überlegen.

[21h52] Dieses Spiel ist komisch. Da spielt Barca Arsenal fast 20 Minuten mit schnellem Spiel gegen die Wand und dann ist es doch der lange Hafer, der zum Erfolg führt. Und Arsenal ist geschockt. Wer kann da jetzt nochmal einen neuen Impuls geben? Fabregas scheint es nicht zu sein. Und Schiedsrichter Busacca geht mir langsam auch gehörig auf die Nerven.

[21h48] 0:1, Zlatan Ibrahimovic, 46. Minute

Wenger sitzt bedient in seinem roten Sessel. Was ein Auftakt für Barca nach 22 Sekunden in der zweiten Hälfte – und das war eigentlich noch nicht mal eine richtige Chance. Arsenal noch im Tiefschlaf, langer Ball auf den Schweden, der Song abschüttelt, Almunia steht im luftleeren Raum und ist zuweit vor seinem Tor und der Barca-Stürmer luft den Ball wunderschön ins Tor. Denkbar ungünstig für Arsenal und damit ist eine Frage auch schon beantwortet. Und jetzt Arsenal, wenn überhaupt, noch eine große Mammutaufgabe. Aber so richtig waren sie ja auch noch nie in diesem Viertelfinale.

[21h47] Beginn 2. Halbzeit

Keine Wechsel. Mal sehen, was passiert im zweiten Durchgang. Schafft Barca 80 Prozent Ballbesitz? Trifft Ibrahimovic mal gegen ein englisches Team? Kann Arsenal zurückschlagen?

[21h41] Barcelona mit 70 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte. Als Auswärtsteam. Beeindruckend.

[21h32] Halbzeit FC Arsenal – FC Barcelona 0:0

Es steht noch 0:0, was angesichts der vielen Chancen von Barca und der überforderten Leistung von Arsenal in den ersten 15 Minuten fast schon an ein Wunder grenzt. Arsenal kam danach besser in Spiel, spielte offensiv aber zu fehleranfällig und hatte nur durch Nasri eine richtig gute Chance. Ansonsten steht Barca auch defensiv sehr sicher. Mit der Einwechselung von Eboue bekamen die Gastgeber mehr Ordnung ins Spiel. Gallas verletzt, Arshavin humpelt und Fabregas scheint nicht wirklich fit. Wenger hat vieles zu besprechen in der Kabine. Dass es noch 0:0 steht dürfte der positive Aspekt aus Gunner-Sicht sein.

[21h29] Fabregas sieht gelb für ein Tackling von hinten, wo er auch ganz klar den Ball spielt. Der Kapitän der Gunners fehlt also im Rückspiel. Wenger will das defensive Mittelfeld stärken, bringt Denilson für Gallas, Song geht neben Vermaelen in die Innenverteidigung.

[21h26] William Gallas war scheinbar doch nicht richtig fit, muss den Platz verlassen, wird sogar sitzend auf einer Trage vom Platz gebracht. Meine Güte, es läuft überhaupt nicht für Arsenal, aber es steht noch 0:0.

[21h23] Wenn man sich mal länger die Laufwege und die Pässe von Fabregas anschaut, dann kann der nicht richtig fit sein. Tut sich schwer in seinen Bewegungen, fehlt die Flüssigkeit und Spritzigkeit. Spiel hat sich jetzt beruht. Eboue’s Anwesenheit hat Arsenal geholfen, den ganz großen Druck vom Tor fernzuhalten. Vorerst. Wenn man offensiv jetzt noch an der Präzision und Genauigkeit feilen könnten, hätten wir ein richtig gutes Fußballspiel.

[21h20] Zaghafter Offensivversuch von den Gunners. Bendtner setzt sich auf dem rechten Flügel energisch durch, seine Flanke kann Diaby in Anwesenheit von zwei Gegenspielern nicht gut verwerten. Keine Gefahr für Valdez. Solche Szenen sind und bleiben die Ausnahme.

[21h16] Was die Überlegenheit von Barca ausdrückt: Die größeren Optionen in der Offensive. Dani Alves, Xavi, Messi, Busquets, Keita und Pedro strahlen alle Torgefahr aus, wechseln häufig die Seiten und können eben verdammt stark mit dem Ball umgehen. Das fehlt Arsenal ein bisschen, entsprechend sind die Gunners fast schon gezwungen, hinten erstmal sicher zu stehen. Da bleibt gar nichts anderes übrig, es sei denn, man möchte postwendend ein Gegentor kassieren. Barca schlicht besser.

[21h11] Arshavin muss verletzt raus, humpelte sich durch die letzten Minuten. Eboue kommt für ihn. Vielleicht gar keine schlechte Auswechselung angesichts der Überlegenheit von Barca. Es bleibt dabei: Wenn Arsenal mal den Ball hat, geben sie ihn zu schnell wieder ab. Mit Ausnahme der fünf Minuten vorhin. Fabregas noch ein Fremdkörper in diesem Spiel. Für mich wirkt der nicht vollständig fit. Und in der Defensive Arsenal immer noch zu weit von den Gegenspielern entfernt.

[21h07] Drangphase von Arsenal. Barca muss verteidigen, Zuspiele kommen bei den Gunners an. Es wird kombiniert. Nasri mit der ersten guten Chance. Schöne Einzelleistung, zieht von links nach innen, Schuss geht ganz knapp am langen Pfosten vorbei. Ein Hauch von Befreiung für ein paar Augenblicke.

[21h05] Nach 20 Minuten kommt die erste Flanke in den Strafraum von Valdez. Arshavin hat die Schnauze jetzt gestichen voll und kassiert die gelbe Karte. Ein Zeichen setzen, wie man so schön zeigt.

[21h02] Es bräuchte mal eine Pause, das sich Arsenal für eine Minute mal sammeln könnte. Spiel läuft in eine Richtung – und Arsenal, wenn sie mal den Ball haben, hauen die Kugel nach vorne, bloß um mal für ein paar Sekunden verschnaufen zu können.

[20h59] Almunia-Kritiker, schaut euch dieses Spiel an. Zwei weltklasse Paraden hintereinander, erst brilliant den Winkel gegen Ibrahimovic verkürzt, dann einmal klasse in den Schuss von Xavi geworfen, die Nachschüsse von Barca in persona Messi und Dani Alves werden zweimal fast auf der Linie von Arsenal geklärt. Da stimmt gar nichts. Ich will das noch nicht mal an der Einstellung festmachen, das ist einfach brilliant von Barca gespielt. Arsenal schlicht ohne Chance.

[20h56] Wäre nicht verkehrt, wenn Arsenal etwas energischer in die Zweikämpfe gehen könnte. Da ist ganz viel Respekt bei den Londonern im Spiel. Respekt, der das Arsenal-Spiel lähmt. Das ist ganz dominant und Arsenal völlig ohne Chance. Solange kein Tor fällt, geht das zumindest vom Ergebnis noch gut.

[20h53] Nach acht Minuten noch kein Tor – und das ist schmeichelhaft für Arsenal, die ihrerseits im Angriff zu viele Fehler machen. Diaby mit Fehlpass, der einen Konter einleitet. Ibrahimovic auf und davon, Winkel aber zu spitz. Außennetz.

[20h50] Arsenal steht völlig neben sich. Messi kann durch das Mittelfeld spazieren, Almunia wieder gut gehalten. Und dann die Jackpot-Chance für Barca. Flanke Dani Alves, in der Mitte Ibrahimovic völlig frei, aus drei Metern aber über das Tor. Den muss der Schwede machen! Ibrahimovic bleibt weiterhin ohne Tor gegen eine englische Mannschaft.

[20h48] Kai Dittmann: “Das ist einfach nur schön und direkt” zu zwei Pässen, die bei Barca-Spielern ankommen. Sehr guter Auftakt für die Gäste, Arsenal hat Probleme überhaupt an den Ball zu kommen und wenn sie ihn haben, geben sie ihn wieder ganz schnell ab.

[20h46] Erste gefährliche Situation in diesem Spiel nach knapp einer Minute. Scharfe Hereingabe von Ibrahimovic, die Vermaelen gerade noch so zur Ecke klären kann. Aus dem anschließenden Eckball folgt ein Schuss von Busquets. Almunia reagiert glänzend, Barca macht das Spiel und beschäftigt Arsenal erstmal in der eigenen Hälfte.

[20h45] Beginn 1. Halbzeit

Und Abfahrt! Arsenal in rot-weiß mit Anstoß von links nach rechts in der ersten Hälfte, Barca in den gelben Trikots.

[20h43] Arsenal hat in den letzten 10 Spielen im Europapokal acht Mal zu null gespielt im Emirates, die letzten sechs Duelle daheim gegen spanische Teams hat man ohne Gegentor bestritten.

[20h40] “The Wonder of you” schallt durch das Emirates. Dann dürfte es auch gleich losgehen.

[20h38] Die Aufstellungen im Emirates Stadium

FC Arsenal: Almunia – Sagna, Gallas, Vermaelen, Clichy – Fabregas, Song, Diaby – Nasri, Arshavin – Bendtner

FC Barcelona: Valdes – Dani Alves, Pique, Puyol, Maxwell – Keita, Busquets, Xavi – Messi, Pedro – Ibrahimovic

Also Fabregas von Beginn an, sieht alles danach aus. Bei der BBC ist man nicht so erfreut über diese Entscheidung. Man glaubt, dass Wenger ein insgesamt zu hohes Risiko geht. Schauen wir mal. Bei Arsenal die Top-Elf auf dem Platz, auch die Ersatzbank ist außerordentlich gut besetzt. Bei Barca fehlt Iniesta, ansonsten ist das auch die beste Elf, die zur Verfügung steht. Henry auf der Bank.

[20h33] Nachdem es eben noch einen kräftigen Hagelschauer gegeben hat, haben Wasserziehr und Lehmann ihre Regenschirme wieder abgelegt. Trotzdem fechter und kalter Abend in der englischen Hauptstadt.

[20h28] Gelb vorbelastet in diese Partie gehen auf Seiten von Arsenal Clichy und Fabregas, bei Barca Pique und Puyol.

[20h24] Gibt es irgendwelche Schwächen beim FC Barcelona? Wenn ja, nicht viele. Wenn überhaupt die Defensive – und ein wenig die Leistungen in der Fremde. Die Katalanen haben mich – zumindest was die Auswärtsleistungen angeht – länger nicht mehr überzeugt. Das begann schon letzte Saison im Halbfinale bei Chelsea, diese Saison zum Beispiel in Stuttgart. Gut, das sind vielleicht nur Kleinigkeiten und die Leistungen in der Liga sprechen für sich. Und es wird ja auch häufig argumentiert, dass Barca diese Saison nicht mehr so stark ist wie in den vergangenen Spielzeiten. Alles kleine Puzzleteile, die zusammen genommen vielleicht die Chance für die Gunners ein wenig erhöht. Aber für mich bleibt Barca Favorit.

[20h15] Es war wie so oft vor wichtigen Spielen des FC Arsenal. Wenger möchte Geschichte schreiben und schreibt seinem jungen Team die Rolle zu, auf den Punkt hin konzentriert und fokussiert zu sein und jedes Team schlagen zu können. Eine weitere Bewährungsprobe also für die Young Gunners. Als Wenger dies zuletzt so deutlich ausdrückte, verlor Arsenal seine Heimspiele gegen Chelsea und Man Utd sang- und klanglos in der Premier League. Vielleicht gehen die Spieler mit der Situation als Außenseiter besser um. Niemand wird jetzt in großes Erstaunen ausbrechen, sollte Arsenal gegen den FC Barcelona ausscheiden. Bisher hat es Wenger noch nicht geschafft, seinen Worten dann auch mal ganz große Taten folgen zu lassen. Vielleicht in diesem Viertelfinale. Irgendwann muss auch mal die letzte Treppe auf der Leiter zu erklimmen sein. Hängt natürlich auch vom Gegner ab.

[20h10] Neue Nachrichten via BBC Five Live: Fabregas wird sich dem Fitnesstest unterziehen und ein Einsatz kann auch noch scheitern. Der Verein hat von Barcelona die Genehmigung bekommen, noch kurz vor dem Spiel die offizielle Aufstellung zu ändern, sollte Fabregas nicht spielen können.

[20h07] Arsene Wenger:

“I believe that when you do something, whether it be writing, dancing, or playing football, if you do it at the best level it becomes art. Because what is art – it is something that is always good to watch.”

[20h05] So viele Geschichten im Umfeld dieses Spiels. Thierry Henry kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, Fabregas spielt gegen seinen alten Verein, den er als Jugendlicher verlassen hat. Und dabei darf nicht übersehen werden, dass es hier heute um den ersten Schritt für den Einzug ins Halbfinale geht.

[20h02] Team-News: Fabregas wird von Beginn an spielen, so sind derzeit die Meldungen von der Insel. Unklar ist, ob er sich beim Aufwärmen trotzdem noch einmal einem Fitnesstest unterzieht. In den Innenverteidigung kehrt Gallas an die Seite von Vermaelen zurück. Bei den Katalanen Henry zunächst auf der Bank, Iniesta fehlt verletzt.

[20h00] Energisch geführte Zweikämpfe, enorme Laufbereitschaft, lange Bälle nach vorne, Gefährlichkeit nach Standardsituationen – all das kann ein gutes Fußballspiel ausmachen. Aber sind es nicht die Hackentricks, die Doppelpässe, das Solo durch die Abwehr, der Torschuss in den Winkel, die uns so häufig von The Beautiful Game sprechen lassen? Und wenn das zwei Teams nahezu in Perfektion ausüben, dann sind es Arsenal und Barcelona. Vorhang auf für das Viertelfinale Hinspiel, dazu einen wunderschönen guten Abend. Und langen Hafer suchen wir heute vergeblich.

Zitat des Tages: Mittwoch, 31. März 2010 – Not happy

“I don’t like it and it doesn’t like me. I am very happy at Inter but not in Italian football. I always speak with my heart but if I spoke with my heart now about Serie A I would be suspended.”

Jose Mourinho auf der Pressekonferenz vor dem Champions League Viertelfinale gegen ZSKA Moskau über seine Beziehung zur Serie A.

Heute steht der nächste Champions League Abend bevor. Arsenal trifft auf den FC Barcelona. Ab 20:00 Uhr hier im Live-Blog.

Der Traum von der Meisterschaft: Vorschau DEL-Playoffs 2010

Morgen beginnt sie wieder – die für Eishockeyfans wohl spannendeste Zeit des Jahres. Die Playoffs in der DEL starten in ihre heiße Phase. Nachdem sich in den letzten Tagen noch zwei Teams qualifizieren mussten, ist seit Sonntag das Viertelfinale komplett und geht heute in den ersten Spieltag. Gespielt wird sowohl im Viertelfinale als auch in der Runde der letzten Vier und im Finale im Modus Best-of-Five, es sind also drei Siege fürs Weiterkommen nötig. Das Viertelfinale wird im 2-Tages-Rhythmus gespielt. Im Halbfinale werden die Spiele dann nur noch am ersten Spieltag parallel ausgetragen, am 2. Spieltag zeitversetzt und dann immer ein Spiel pro Wochentag. Die Finalserie startet am Mittwoch, den 21. April. Im Viertelfinale treffen jetzt die besten sechs Teams der Hauptrunde plus die beiden Qualifikanten aufeinander. Die Top Vier aus der regulären Spielzeit haben Heimrecht. Im Halbfinale spielt dann die aus der Vorrunde am besten platzierte Mannschaft gegen die am schlechtesten platzierte und so weiter und so fort. Sky überträgt im Viertelfinale pro Spieltag eine Partie, ab dem Halbfinale werden alle Spiele live gezeigt. Dieses Jahr nur eingeschränkt in HD, weil die meisten Ansetzungen mit Fußballspielen kollidieren. Die Übertragungen beginnen am Dienstag mit der Partie Wolfsburg gegen Düsseldorf, Donnerstag ist man bei Nürnberg gegen Hannover in der Arena. Übertragungsbeginn ist jeweils 19:15 Uhr.

#1 Eisbären Berlin – #8 Augsburger Panther

Die Augsburger Panther sollen jetzt also das erste Opfer der Eisbären sein. Für die Berliner ist das Viertelfinale nach einer tollen Vorrunde nur Durchgangsstation für das große Ziel: Den Titel-Hattrick in die Hauptstadt holen. Und die Eisbären sind die Topfavoriten. Außer Hans Zach haben alles Trainer der Playoff-Teams die Berliner als Meistertipp abgegeben. Und das Team ist auf allen Positionen exzellent besetzt. Torhüter Rob Zepp steht hinter der drittbesten Abwehr der Liga und hat schon fünf Mal zu null gespielt. Richie Regehr ist einer der besten Abwehrspieler der Liga, und im Sturm hat man mit André Rankel hat man einen Berliner Jungen, der noch nie so treffsicher war wie in dieser Saison. Und wenn schon nicht alles für die Eisbären auf dem Platz spricht, dann immerhin durch das Umfeld. Stets eine ausverkaufte Arena, begeisterte Fans. Da ist es für jedes Team verdammt schwer zu bestehen. Und zu allem Überfluss aus Sicht der Panther wird Denis Pederson, der nach dieser Saison seine sportliche Karriere beendet, noch mal alles versuchen, mit den Eisbären seinen fünften Meistertitel zu feiern. Aber Vorsicht vor Augsburg! Die Panther sollte man nicht unterschätzen. Sie gewannen die letzten sechs Spiele in der Vorrunde und besiegten dann mal eben im Vorbeigehen Rekordmeister Adler Mannheim. Die Bilanz zwischen Berlin und Augsburg aus der Hauptrunde ist ausgeglichen. Beide gewannen ihre zwei Heimspiele. Spätestens dort sollte zu erkennen sein, dass das kein Spaziergang für Berlin wird. Was macht Augsburg so stark? Einsatz bis zur letzten Sekunde, ein unglaubliche Moral im Team und eine sehr homogene und geschlossene Mannschaftsperformance. Bei den Panther wird Uli Maurer nach seinem Jochbeinbruch noch zusehen müssen, dank der Beschränkung für Ausländer im Aufgebot werden wohl auch Matt Ryan und Junior Lessard nicht spielen.

Mein Tipp: Es werden knappe Spiele, aber Berlin wird nach drei Spielen weiterkommen.

#2 Frankfurt Lions – #7 ERC Ingolstadt

Die heimstarken Lions empfangen die heimstarken Panther aus Ingolstadt. Könnte also eine Serie werden, die sich dadurch entscheidet, ob ein Team auch auswärts mal gewinnen kann. Frankfurt sicherte sich erst am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Wolfsburg den zweiten Tabellenplatz, Ingolstadt musste in den Pre-Playoffs über die volle Distanz gegen die Kölner Haie gehen, nachdem man auch in Spiel 1 den leichten Abwärtstrend vor allem vor heimischem Publikum (man verlor drei der letzten vier Heimspiele) fortsetzte, sich dann aber rechzeitig fing und Köln problemlos ausschaltete. Mit Frankfurt kommt nun ein anderes Kaliber auf den ERC zu. Beflügelt durch den tollen Saisonabschluss und mit der Vertragsverlängerung vom Top-Scorer der DEL, Jeff Ulmer, immerhin 74 Scorerpunkte, empfängt man im ersten Spiel den Gast aus Ingolstadt. Lions-Trainer Rich Chernomaz kann dabei auch wieder auf Verteidiger John Slaney zurückgreifen. Wenn es einen Schwachpunkt bei den Lions gibt, dann ist es das Überzahlspiel, mit dem sie nur im hinteren Drittel der Liga sind. Ein ganz besonderes Spiel dürfte es für Christoph Gawlik in Trikot der Lions werden, spielt er doch ab nächster Saison in Ingolstadt und kann sich nochmal wärmstens empfehlen. Die Ingolstädter wollen es hingegen der DEL insgesamt zeigen. Deren Geschäftsführer Tripcke hätte sehr gerne die Kölner Haie im Viertelfinale gesehen, quasi als einleitenden Prozess der Genesung. Jetzt darf der ERC beweisen, dass es die sportlich bessere Mannschaft in die Runde der letzten Acht geschaffen hat. Augenmerk bei den Gästen vor allem auf zwei Spieler. Thomas Greilinger ist nach Jeff Ulmer zweitbester Scorer der Liga. Und Jakub Ficenec hat mit drei Toren in den Pre-Playoffs zur richtigen Zeit die passende Form gefunden.

Mein Tipp: Wird eine enge Serie, am Ende sollten sich die Lions dank ihrer Heimstärke und mit den zahlreichen zurückgekehrten gesunden Spielern durchsetzen. Also Frankfurt macht es in vier Spielen.

#3 Grizzly Adams Wolfsburg – #6 DEG Metro Stars

Es ist die Abschiedsrunde für Wolfsburg-Trainer Toni Krinner, der ab dem Sommer an der Bande der Hannover Scorpions steht. Und wie könnte man sich besser verabschieden als mit erfolgreichen Playoffs? Wolfsburg hat über die gesamte Saison sehr gutes Eishockey gespielt, war immer vorne dabei und hat sich heimlich still und leise bis auf den zweiten Tabellenplatz nach oben bewegt. Und dass die Grizzlys Playoff-Eishockey spielen können, haben sie schon letzte Saison eindrucksvoll gezeigt. Die Niedersachsen spielen nicht unbedingt das spektakuläre Eishockey, aber sehr effektiv und zielstrebig nach vorne. Dafür haben sie eine der besten Sturmreihen der Liga mit John Laliberte, Norm Milley, Jason Ulmer, Ken Magowan, Kai Hospelt und Sebastian Furchner.  Und insbesondere auf Laliberte sollte man ein Auge haben. Vor der Saison kannte in Eishockey-Deutschland noch niemand der feilschnellen US-Amerikaner, der damals in Dänemark spielte. Jetzt gehört er zu Neuentdeckung der Saison und ist einer der Leistungsträger bei den Niedersachsen. Interessant dürfte vor allem sein, ob die Wolfsburger ihre Arena mal voll bekommen. Die Grizzlys haben den schlechtesten Zuschauerschnitt mit noch unter 3.000 Fans pro Partie. Und ein paar Zahlen verdeutlichen, dass Wolfsburg eine ganz harte Nuss zum Knacken sein wird. Das Team hat den viertbesten Angriff der Liga, stellt die zweitbeste Defensive, hat in 22 seiner 28 Heimspiele gepunktet (davon 18 Siege) und ist das fairste Team der Liga. Das dürfte insbesondere für die DEG, die das drittbeste Power-Play der Liga haben, schwer zu bearbeiten sein. Augenmerk bei Wolfsburg auf das 22-jährige Talent Christopher Fischer.

Die DEG muss sich also überlegen, wie sie die Wolfsburger mal auf die Strafbank bekommt. Aber das ist derzeit das geringste Problem bei den Metro Stars. In den Köpfen dürfte die Enttäuschung über das Verspielen einer Top-Ausgangslage für die Playoffs immer noch groß sein. Im März verspielte eines der heimstärksten Teams der Liga das Heimrecht. Anfang März schlug man die Eisbären Berlin in Overtime und lag auf dem zweiten Tabellenplatz. Anschließend verlor man fünf der letzten sechs Saisonspiele. Nebebei wurde bekannt, dass Trainer Harold Kreis für die neue Saison bereits bei den Adler Mannheim unterschrieben hatte. Dass das übrigens kein Grund für sportlichen Misserfolg sein muss, sieht man derzeit in Wolfsburg. Trotzdem flog Kreis zwei Spieltage vor Schluss raus. Dann gab es Flaschmeldungen im Düsseldorfer Express über einen möglichen Nachfolger von Kreis. Es war alles andere als ruhig in der entscheidenen Saisonphase. Interimstrainer ist vorerst Manager Lance Nethery, der die Ziele auch erstmal nach unten korrigierte. Am Rhein spreche man jetzt nicht mehr von der Meisterschaft, sondern erstmal nur vom Erreichen des Viertelfinals. Immerhin scheint man sich jetzt voll auf das Sportliche zu konzentrieren. Mit Patrick Reimer, Rob Collins, Adam Courchaine, Daniel Kreutzer und Brandon Reid hat man immer noch zahlreiche schlagkräftige Stürmer in den eigenen Reihen. Die Serie gegen Wolfsburg könnte also zu einem Offensivspektakel werden. Nachteil für Düsseldorf, dass man weiterhin nur drei komplette Reihen aufbieten kann. Immerhin ist Adam Courchaine nach seiner Verletzung rechtzeitig zu den Playoffs fit.

Mein Tipp: Für die DEG spricht die Erfahrung, für Wolfsburg die aktuelle Form sowie die glänzende Offensivreihe. Die Grizzlys sind ausgeglichener besetzt, haben weniger Druck im Umfeld. Wolfsburg steht nach fünf Spielen im Halbfinale.

#4 Hannover Scorpions – #5 Thomas Sabo Ice Tigers

Es wird ein emotionaler Dienstagabend in der Tui-Arena, wenn man nochmal die letzten Monate im Leben der Hannover Scorpions Revue passieren lässt. Vor der Saison war der Spielbetrieb gefährdet, die Spieler nahmen erhebliche Gehaltskürzungen in Kauf, im November standen die Skorpione am Tabellenkeller, Hans Zach drohte mit Rücktritt. Doch der Transfer von Torhüter Travis Scott, der in Hannover zu einem der besten Torhüter dieser DEL-Saison wurde, leitete die Wende ein. Im Dezember startete Hannover eine unglaubliche Siegesserie, gewann sieben Spiele in Folge mit voller Punktzahl und hat sich dann bis zum Saisonende in der Tabelle oben festgesetzt. Eine Schwächephase im Februar folgte ein toller Saisonendspurt mit Siegen gegen Düsseldorf, Mannheim und Ingolstadt. Am Ende einer emotionalen Vorrunde steht Platz 4 und das Heimrecht in den Playoffs. Wer hätte das im November gedacht. Wobei das Heimrecht den Scorpions gar nicht so gelegen kommt, sind sie doch eine der auswärtsstärksten Mannschaften der Liga. Wenn die Scorpions das Spiel aber vor eigener Kulisse selbst gestalten müssen, tun sie sich gelegentlich schwer. Nicht immer, aber im Playoffs gibt es wenig Raum für Ausreden.

Und so emotional die Vorrunde war, umso stimmungsvoller wird der Dienstagabend in Hannover. Hans Zach feiert seinen 61. Geburtstag und würde sich natürlich gerne einen Heimsieg wünschen, in seiner letzten Saison als Trainer in der DEL. Beide Trainer schieben die Favoritenrolle partout dem Gegner zu. Hans Zach meinte vor dieser Partie, dass seine Mannschaft in der regulären Saison nur zwei von 12 Punkten gegen die Ice Tigers holten. Da kann man aus Sicht von Hannover nicht von einem Favoritenstatus sprechen. Nürnberg-Coach Andreas Brockmann will davon gar nichts wissen und sucht eine Begründung in den Schwächen seines Teams. Die Ice Tigers sind offensiv eines der ungefährlichsten Teams und haben das schlechteste Powerplay der Liga. Blöd nur, dass man mit den Scorpions auf das zweitbeste Überzahlspiel der Liga trifft. Weiterer Vorteil für Hannover: Man hat keine Verletzten und vier komplette ausgeglichene Sturmreihen. Insbesondere die vierte Reihe war maßgeblich für die Siege gegen Mannheim und in Düsseldorf verantwortlich. Wenn Hannover defensiv gut steht, ist das die halbe Miete. Schwächen bei Hannover zuletzt vor allem im Spiel nach vorne, die Offensive ist gut besetzt, die Scorpions brauchen aber häufig zu viele Chancen für den Torerfolg. Beim überragenden Nürnberger Torhüter Patrick Ehelechner wird die Chancenverwertung umso entscheidener sein. Beide Teams gehen optimistisch in diese Serie. Ganz besonders motiviert dürften auch Petr Fical und Florian Ondruschka in ihrer Abschiedssaison bei den Ice Tigers sein.

Hannover also mit vollem Kader, aber auch Nürnberg wird mit vier Sturmreihen auflaufen können. Allerdings müssen sie schon länger unter anderem auf Morten Ask und Florian Keller verzichten, zudem fehlt Simon Fischhaber mit einer Knieverletzung. Die Scorpions haben derweil noch eine Rechnung mit Nürnberg offen. Vor drei Jahren bestritten beide Teams die Viertelfinalserie. Die Scorpions gingen 2:0 in Führung, verloren dann aber die nächsten drei Spiele. Spiel 5 und 6 jeweils mit 2:3 nach Verlängerung. Ich weiß noch, dass ich damals Tränen in den Augen hatte. Also Scorpions, Revanche bitte. Dafür ist es nie zu spät.

Mein Tipp: Ich wünsche mir sportlich gesehen dieser Tage nichts sehnlicher als den Halbfinaleinzug der Scorpions. Wird sehr schwierig. Das wird sicherlich eine Serie über fünf Spiele. Und wer dann noch mehr Power und Hunger hat, kommt ins Halbfinale. Ich hoffe auf die Scorpions.

In den Playoffs zählen Kleinigkeiten, alles eine Kopfsache. Es geht alles und für alle wieder bei null los. Und wer weniger Fehler macht, der wird weiterkommen. Wenn solche Phrasen von Spielern und Trainern bemüht werden, dann wissen wir: It’s Playoff-Time. Lasset sie beginnen!

Die Lüge von besseren Studienbedingungen ohne Studiengebühren

Ich finde es mittlerweile eine leidige Debatte über Studiengebühren zu diskutieren, aber das ständige Fordern vieler Parteien nach Abschaffung dieser, hat mich dann doch dazu veranlasst, ein paar Zeilen zur Verteidigung der Studiengebühren zu schreiben. Vor der Landtagswahl an Rhein und Ruhr bringen sich ja jetzt wieder alle Parteien in Position. Im Wahlprogramm der SPD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist zum Beispiel zu lesen:

” Wir meinen es mit der Förderung der Chancengleichheit Ernst. Darum werden wir den gebührenfreien Zugang zu allen Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten bis zum Hochschulstudium – garantieren.”

Man möchte verhindern, dass Bildung eine Ware wird, die sich keiner mehr leisten kann. Auch die Grünen sind gegen die Studiengebühren und machen das in ihrem Wahlprogramm auch sehr deutlich. Und dann sind da noch folgende Forderungen in der Hochschulpolitik zu lesen:

“Wir Grünen wollen diesen Trend umkehren und wieder Verantwortung übernehmen: für die bauliche, sachliche und personelle Ausstattung der Hochschulen, für zusätzliche Studienplätze und für die notwendige Kurskorrektur im Rahmen der Umstellung auf Bachelor und Master. Wir Grünen wollen eine soziale Öffnung unserer Hochschulen und deutlich mehr jungen Menschen ein Studium ermöglichen.”

Das klingt ja alles ganz toll, ist vielleicht auch nett gemeint von den Grünen. Nur muss mir noch mal einer erklären, wie man das finanzieren möchte und gleichzeitig auf Studiengebühren verzichtet. Und so ziehen viele Politiker dieser Tage mit der populären Forderung durchs Land die Studiengebühren abzuschaffen – ohne auch nur einen Schritt weiter zu denken, was das konkret für die Hochschulen und damit auch für die Studienbedingungen bedeutet. Es scheint dieser Tage schon zu viel verlangt, von Politikern weiter als bis zur ersten Straßenecke zu denken. Denn eines ist klar: Hochschulen brauchen Geld.

Ab dem Sommersemester 2010 gibt es nur noch fünf Bundesländer, die zusätzlich zu den Semesterbeiträgen Studiengebühren erheben, nämlich Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das Saarland hat unter der Jamaika-Koalition die Gebühren wieder abgeschafft – ab diesem Sommersemester gibt es keine Gebühren mehr. Jetzt hat man einen Flickenteppich in Deutschland, der keinem weiterhilft. Nicht wirklich von Vorteil: Gut, man könnte meinen, die Mehrheit hat schon keine mehr – also ganz abschaffen. Umgekehrt wäre es richtiger: alle wieder nachziehen oder überhaupt mal einführen.

Studiengebühren sind wichtige Einnahmen für die Hochschulen und Universitäten, wenn sie diesen vollständig überlassen werden. Hochschulen und Universitäten brauchen Geld, sei es für die Lehre, für technische Ausstattung, für Tutorenstellen und lange Öffnungszeiten der Bibliotheken. Alle, die Studiengebühren abschaffen wollen, sollen mir mal sagen, wie sie die fehlenden Einnahmen für die Bildungseinrichtungen aufbringen wollen – gerade auch in Zeiten klammer, hoch verschuldeter Haushalte von Bundesländern und Bund. Da habe ich bisher noch keine vernünftige Antwort gehört. Ich habe die sehr gute Erfahrung mit Bremen und Düsseldorf an zwei Universitäten studiert zu haben bzw. zu studieren – und wenn mir jetzt noch einer sagt, dass Studiengebühren keine positiven Auswirkungen auf die Studiensituation haben, dann ist das aus meinen Erfahrungen schlicht falsch. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, kann das aber gerne nachholen, wenn gewünscht.

Das beste Beispiel, was das Fehlen von Studiengebühren anrichtet, sieht man dieser Tage in Hessen. Im Juni 2008 hat die linke Mehrheit im hessischen Landtag die Studiengebühren wieder abgeschafft. Am dem Wintersemester 2008/2009 wurde das Portmonee der Studierenden wieder geschont. Nach einer Initiative diverser Hochschulpräsidenten wurde erreicht, dass es als Ausgleich für die fehlenden Studiengebühren rund 96 Millionen Euro pro Jahr vom Land Hessen geben soll. Geld, das dringend gebraucht wird und auch nicht weniger werden darf, zumal in den nächsten Jahren noch mehr Studenten an die Universitäten kommen. Und jetzt bekommt Hessen die Quittung: Die Landesregierung hat am Wochenende angekündigt, im Jahr 2011 den Hochschulen 30 Millionen Euro weniger Geld zur Verfügung zu stellen. Die Kürzung wird mit der schwierigen Finanzlage des Landes Hessen von der Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann (CDU) begründet. Hätte man jetzt doch Studiengebühren als Ausgleich und verlässliche Einnahmequelle. Die Uni-Präsidenten der hessischen Hochschulen reagieren verärgert. Allein die TU Darmstadt müsse 2011 fast neun Millionen Euro einsparen.

30 Millionen Einsparungen, obwohl man jährliche Ausgleichzahlungen zugesagt hat. Wie soll das bitte zusammengehen? Und wie soll das passen mit Deutschlands Anspruch einen Spitzensplatz in Bildung und Forschung zu erreichen? Bildung darf keine Ware sein, behauptet die SPD, aber es gibt einen globalen Wettbewerb um hoch qualifizierte Menschen. Und das ist auch ein Standortfaktor für Deutschland, den man eben nicht umsonst bekommt. Und will man einen Spitzenplatz, indem man mit der Gießkanne durchs Land zieht und ein paar Exzellenzinitiativen gründet? No way, please!

Studiengebühren bleiben ein richtiges und notwendiges Instrument um den Finanzbedarf der Hochschulen zu decken. Wir können da gerne mal über die soziale Verträglichkeit solcher Gebühren diskutieren, nur wie soll das möglich sein, wenn Politiker partout solche Gebühren ausschließen, ohne mal einen Schritt über die Konsequenzen eines solchen Planes nachzudenken. Es wäre wünschenswert, wenn den Vorteil solcher Studiengebühren auch einige mehr in der Politik sehen würden und die Abschaffung dieser nicht immer gleich mit einer Erhöhung der Chancengerechtigkeit gleichsetzen (als würde die in der Universität erstmals anfangen) und mal ein dauerhaftes, nachhaltiges Konzept für die Hochschulfinanzierung entwickeln anstatt mit populären, zur kurz gedachten Forderungen über die Marktplätze der Republik zu ziehen. Bis dahin bleibt die Gleichung bessere Studienbedingungen ohne Studiengebühren eine Lüge. Irgendwann fliegt uns der Boomerang fehlender Studiengebühren und Einnahmen für die Universitäten noch um die Ohren. Vielleicht nicht jetzt, aber spätestens in ein paar Jahren. Damit verspielen wir Zukunft und Chancengerechtigkeit.

“Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist”: Ein Samstag im Abstiegskampf

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.” Bertolt Brecht

Nachfolgend aus Erinnerung und Notizen mein Fußball-Samstag in Hannover. Oder kurz formuliert. Ein Tag zwischen Abstiegskampf, schlimmen Befürchtungen, Enttäuschungen und der großen Hoffnung, dass sich alles irgendwan zum Besseren ändert oder vielleicht auch nur ein schlechter Traum gewesen ist. Aber lest selbst:

08h17: Frühstück, Blick in die Hannoversche Allgemeine. Erste Analyse der Aufstellung, die meistens stimmt, wenn sie in der HAZ steht. Durica in der Abwehr, lese ich da, erstes Erschrecken. Gehe mit der Nase die Zeitungsseite hoch, durchs Mittelfeld. Erstes Alarmzeichen. Sehe kein Bruggink. Dafür Schlaudraff (hey, jeder hat eine zweite Chance im Abstiegskampf verdient) und vorne Stajner und Ya Konan. Erste Verzweifelung. Stajner von Beginn an. Wieso denn das? Schnell die Auswechselungsbank angeschaut. Dort steht der Name Bruggink, unser Kapitän. Gut, wird sich Slomka schon was gedacht haben. Zeitung durchlesen, über Gott und die Welt reden, Einkaufen, Hausarbeit korrigieren. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen später.

13h15: Bereit machen für den Stadionbesuch. Ich entscheide mich trotz 10 Grad für die Winterjacke, im Abstiegskampf weht ja ein kühler Wind. Schal um, ab zum Bus, wo die bekannten Gesichter schon sitzen. Man kennt sich vom Sehen, wünscht sich einen schönen Nachmittag. Fahrt in die Innenstadt, die Sonne versucht sich gegen die Wolken durchzusetzen.

13h50: Ankunft an der U-Bahn Station Aegidientorplatz. Erste Fans pilgern zum Stadion, wir gehen auf ein erstes Kölsch in die Ständige Vertretung. Hat sowas wie eine Tradition. Normalerweise ist es dort auch um diese Zeit angenehm leer. Nur heute nicht. Fast drei Viertel der Gäste sind Fans aus Köln. Man fühlt sich heimisch. Gute Stimmung, man kommt ins Gespräch. Komischerweise wissen die meisten schon, dass Podolski wohl nicht spielen wird. “Dann gewinnen wir heute auch”, sagt ein FC-Fan aus Porz, der mit seiner ganzen Bürogemeinschaft angereist ist. Der Barkeeper, im 96- Trikot, spielt die 96-Hymne “Alte Liebe”. Ungefähr zehn Leute halten ihren Schal hoch und singen mit. Nach zwei Kölsch geht es weiter zum Stadion.

14h30: Nächste Bierpause, diesmal im Courtyard Hotel am Maschsee. Sonne scheint, Vorfreude bei vielen Fans. Wenn man nach dem Ergebnis fragt, kommt immer ein egal. Aber es wird ein Heimsieg. Bitte nicht falsch verstehen, dass wir uns schon vor dem Spiel so betrinken, dass wir die 90 Minuten nicht mehr intensiv erleben werden. Dafür trinken wir nichts im Stadion. Ich habe keine Lust in der Pause mich anzustellen, sondern diskutiere lieber oder schaue mir die anderen Zwischenstände an. Was zu trinken gibt es dann erst wieder nach dem Spiel. Nur gestern nicht. Da bot sich die zweite Hälfte wunderbar fürs Getränkeholen an. Freigetränke wäre ein Argument gewesen, dass die Leute vielleicht länger geblieben wären. Trinke zum ersten Mal im Stadion Cola. Nüchtern verkrafte ich den Abend wohl besser.

14h50: Es funktioniert alles einwandfrei. Ticketkontrollen geht in fünf Minuten über die Bühne. Trotzdem kommt ein Security-Mitarbeiter zu den Ordnern und sagt: “Noch schneller kontrollieren. Macht mal die Methode ‘Gas’, meine Herren.” Ohne das Ergebnis dieser Methode zu kennen: Vielleicht könnte sich dieser Mitarbeiter auch mal häufiger an die Seitenlinie von 96 stellen. Scheint keine schlechte Methode zu sein.

15h06: Plätze sind eingenommen. Westtribüne, gute Sicht. Mache einen kurzen Eintrag auf meinem Facebook-Profil. Schreibe, dass es ein perfekter Nachmittag wäre, wenn 96, Werder und Arsenal gewinnen würden. Trotzdem haben plötzlich alle ein bisschen Angst und Nervenflattern vor dem Anpfiff. Und das spielt die Stimmung in Hannover dieser Tage ganz gut wieder. Man hatte den Eindruck, dass fast die gesamte Stadt hinter der Mannschaft steht, es kommen 43.000 ins Stadion. Wohl zum letzten Mal. Optimismus und Vorfreude, aber im Hinterkopf, im Unterbewusstsein ist es immer noch dieses Gefühl, diese Angst des Abstiegs, der Hannover sportlich wie finanziell erheblich zurückwerfen würde. Die Stadt und den Verein.

15h18: Ich stelle die diversen Live-Ticker auf dem iPhone ein. “Wieso gehst du eigentlich noch ins Stadion,wenn du ehe die Hälfte der Zeit an diesem Gerät hängst?” schallt es von links. Kann man doch parallel machen, sage ich. Und mache ich doch nur, wenn hier mal Pause ist oder das Spiel langweilig wird. Abends muss ich den Akku neu aufladen. 70 Minuten Dauerbetrieb. Man hatte ja nichts besseres zu tun, denke ich mir später.

15h24: Stimmung ist toll. Der Fanblock rollt ein großes Banner auf. Die Leute stehen und klatschen sich warm. Die Aufstellungen werden durchgegeben. Eggimann spielt für Durica, und natürlich Stajner. Vorfreude ist trotzdem riesengroß. 96-Alte Liebe ertönt durch die AWD-Arena.

15h30: Die Mannschaften kommen auf Spielfeld. Fantastischer Empfang, habe ich selten so erlebt in Hannover. Die Mannschaft läuft wie immer zum Fanblock und bedankt sich für die Unterstützung. Alles ist vorbereitet für einen spannenden Fußballnachmittag.

15h33: Anpfiff zur ersten Hälfte. Erstmal in Ruhe sitzen. Nach 30 Sekunden der erste Torruf, Werder mit der frühen Führung gegen Nürnberg. Das Stadion bebt. Ich schaue via Twitter nach dem Torschützen. Mertesacker – da hat wohl jemand noch seinen alten Verein im Hinterkopf.

15h35: Etwas mehr als zwei Minuten gespielt, Stajner mit den ersten beiden Fehlpässen. Nichts Neues eigentlich bei ihm. Deswegen frage ich mich ja auch, warum er spielt. Erste Unmutsbekundung von einem Fan drei Reihen vor uns.

15h42: Stajner hatte zwar eine gute Chance, fällt dann aber wieder durch fürchterliche Szenen auf. Dem Tschechen misslingen zwei Hackentricks. Es sind knapp 10 Minuten gespielt und Stajner will mit Hacke spitze 1,2,3 hier die Offensive beleben. Gnadenfrist, mehr nicht.

15h46: Köln geht 1:0 in Führung durch ein wunderschönes Tor von Tosic. 96 mit blödem Fehler im Spielaufbau und dann geschlossen zu weit weg vom Gegner. Mit so einer Einstellung wird es schwierig.

15h51: Das 2:0 für Werder flimmert über die Anzeigetafel. Es könnte ein Nachmittag für 96 werden. Torschütze wieder Mertesacker. Der gute Junge.

15h54: Köln macht das mehr als verdiente 2:0. Petit der Torschütze, nachdem Cherundolo auf der rechten Seite viel zu langsam ist. Und in der Innenverteidigung herrscht Sicherheitsabstand. Unfassbar. So kann man im Abstiegkampf nicht auftreten. Pfiffe für das Team nach über 20 Minuten.

16h01: Bei 96 geht gar nichts mehr zusammen. Spielrisch sowieso nicht heute, aber es wird nicht gekämpft, keine Laufbereitschaft, kein Einsatz, keine Leidenschaft. Man fügt sich in einem Endspiel um den Klassenerhalt nach 30 Minuten seinem Schicksal. Slomkas Aufstellung geht überhaupt nicht auf. Es fehlt das kreative im Mittelfeld. Bruggink fehlt. Stajner völlig von der Rolle, Ya Konan hängt in der Luft, Schlaudraff ist wenigstens bemüht und läuft ein wenig mehr als seine Gegner.

16h02: Es gibt einen Pfiff und Elfmeter für Köln. Für mich zunächst völlig unverständlich, weil Schiedsrichter Drees weiterspielen lässt. Aber der Linienrichter hatte sich gemeldet. Als ich im Ticker schaue und sehe, dass es ein klares und dummes Handspiel war, gebe ich mich zufrieden. Novakovic trifft im zweiten Versuch locker und lässig zum 3:0. Die ersten Fans gehen zu den Getränkeständen. Pfeifkonzert.

16h06: Slomka bringt Rausch für Pinto. Damit Christian Schulz ins Mittelfeld. Slomka wechselt Schadensbegrenzung sein, anstatt sich nochmal mit allen Kräften gegen die Niederlage zu stemmen.

16h16: Es geht gar nicht mehr. Hannover will und kann nicht. Riesengroße Enttäuschung. Da scheinen einige den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Nur die Kölner Fans feiern und statt ein Karnevalslied nach dem anderen.

16h18: Balitsch fliegt mit gelb-rot vom Platz. Von weiter oben schwer zu sehen, ob berechtigt. Aber wenn schon, dann aus Dummheit. Gelb vorbelastet in Höhe der Mittellinie auf der Außenbahn so in den Gegenspieler zu gehen, ist schlicht der pure Frust. Sprechchöre von Balitsch aus dem Fanblock. Dem ist mittlerweile auch alles egal.

16h20: Halbzeit. Irgendwas zwischen wütend, sprachlos, traurig und enttäucht. Aber wer in dieser Art und Weise ein Spiel angeht und so wenig Begeisterung zeigt, hat es auch nicht verdient.

16h30: In vier Stunden ist Earth Hour. Man hat das Gefühl, dass bei 96 heute schon alle Lichter ausgegangen sind. Noch ist gar nichts entschieden im Abstiegkampf, aber das Restprogramm und die Leistung der Manschaft machen wenig Hoffnung.

16h32: Das Team von Slomka, der in der Halbzeit nicht gewechselt hat, kommt drei Minuten von Anpfiff wieder aufs Spielfeld und wird wieder mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen.

16h55: Von 96 kommt nichts mehr. Kein Aufbäumen, gar nichts. Köln schaukelt diese Partie locker über die Zeit. Hin und wieder mal ein Blick auf den Live-Ticker. Die meisten besprechen, ab wann sie eher gehen sollen. Ansonsten ist das fast schon eine Geisteratmosphäre.

17h00: Köln mit dem 4:0. Wie im Trainingsspiel marschieren sie durch die desorientierte 96-Abwehr. Spätestens jetzt wird das Stadion leer. Pfiffe, und Stajner spielt immer noch. Kein Zeichen von Bruggink. Slmoka macht sich unbeliebt bei mir.

17h11: Hannover beginnt die Aufholjagd. Cherundolo mit einem schönen direkt verwandelten Freistoß. Ein Tor fürs persönliche Poesiealbum, für einen Rückblick auf bessere Zeiten.

17h16: Mittlerweile ist Berlin der Führung nahe und Nürnberg in Bremen dem Remis. Wenn 96 schon nicht für sich spielt, dann sollten wenigstens die anderen für Hannover spielen. Das klappt am Ende. Als 96-Fan muss man schon lange nach positiven Aspekten suchen.

17h20: Abpfiff. Das Stadion ist längst nicht mehr gut gefüllt. Die Fans gehen enttäuscht nach Hause. Ich kann Spiele verlieren, es kommt dann aber eher auf die Art und Weise an. Und die macht einen wütend und fassungslos. Es gibt da in Hannover eine Eishockeymannschaft, die bei weitem nicht zu den spielstärksten gehört, die nicht die guten Einzelspieler hat. Die aber als ein Team zusammensteht, die sich in jedem Spiel voll reinhängt. Deren Spieler vor der Saison auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet haben. Die im November abgeschlagen Tabellenletzter waren und die jetzt am Dienstag im Playoff-Viertelfinale spielen. Vielleicht sollte sich 96 mal ein Beispiel an den Scorpions nehmen. Denke ich mir so nebenbei.

17h35: Die Stimmung ist am völligen Abgrund. Enttäuschte Fans. Und die wenigsten haben noch die Hoffnung auf den Klassenerhalt. “Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist”, sagt ein Fan, der auf der Bank am Maschsee sitzt. Recht hat er, nur muss eben auch was dafür tun, dass man überhaupt die Bereitschaft zeigen, dass es irgendwann nicht vorbei ist. 90 Minuten reichen um festzustellen, dass die Stadt scheinbar nicht mehr hinter der Mannschaft steht.

18h13: Wir sind wieder in der Ständigen Vertretung, die mittlerweile fast komplett in Kölner Hand ist. Viva Colonia wird gespielt, die Vereinshymne des FC erklingt. Köln war auswärts fast 300 Minuten ohne Auswärtstor. Für den emotionalen Kölner Fan, der seine Mannschaft durch die Republik begleitet, war dieser Samstag wie eine Befreiung. Hannover sperrt sich derweil selbst im Abstiegskampf ein.

18h24: Die Kommentare auf haz.de lassen zum Großteil jegliche Sachlichkeit vermissen. Es entleert sich der pure Frust und die Enttäuschung. Die HAZ fragt die User, wie es wäre, wenn Hannover 96 nicht mehr in der 1. Liga spielt. Da scheinen auch die Medien langsam die Hoffnung aufzugeben. Und es gibt ja auch kein Argument derzeit, das für Hanover spräche. Der optimistische Fan sucht derweil verzweifelt nach Durchhalteparolen. Rechnerisch ist noch alles möglich.

18h37: Mirko Slomka spricht von einer brutal schlechten Leistung. So erging es auch vielen der 43.000 Fans. Es wird aber keine Trainerdiskussion in Hannover geben. Bleiben ja ehe nur noch Hans Meyer und Peter Neururer als Feuerwehrmänner. “Das Handspiel war nicht meine Absicht. Wenn es absichtlich gewesen wäre, hätte ich den Ball gefangen, zur Seite abgeworfen und einen Konter eingeleitet”, meint Balitsch. Allein für so einen Spruch würde ich ihn für ein Spiel auf die Tribüne schicken. Nur wer soll dann spielen?

Alte Liebe rostet nicht. Nur muss man sie dann auch pflegen. Wir Fans haben das getan. Die Mannschaft nicht. Es fehlt scheinbar nicht mehr viel, bis diese Liebe endgültig zerfällt.

Zitat des Tages: Samstag 27. März 2010 – Leave me alone with that, for fuck’s sake

Pressekonferenz von Arsene Wenger nach dem 1:1 in Birmingham. Für die Gunners ein Rückschlag im Titelrennen. Zu allem Überfluss hat sich Cesc Fabregas nach einem erneut sehr hartem Foul verletzt. Einsatz in der Champions League ist fraglich. Es kommt die provokante Frage eines Journalisten, ob er mehr als dieses eine schlimme Tackle während des Spiels gesehen habe. Wenger außer sich wegen der Frage:

“How is Fabregas? I don’t know. We will have to assess him tomorrow. But it was a bad tackle, one more. He got tackled at the knee, kicked just under the knee. We tried to take him off but he said he was all right. Am I suggesting there were a lot of bad tackles? Leave me alone with that, for fuck’s sake. You are always looking for controversy, you do not need me to tell you what happened on the pitch. I can give you my opinion about our game but you always create this controversy.”

Eine weitere Runde in der Kontroverse zwischen Wenger und einigen Journalisten. Auch der Titelkampf in der Premier League ist nichts für schwache Nerven.

[via ESPN Soccernet]

Premier League 2009/2010 Preview #32 – Drei Punkte um jeden Preis

Sieben Spieltage sind noch zu absolvieren. Machbare Aufgaben für die Titelkandidaten, schon schwierigere Herausforderungen für die Mannschaften im Abstiegskampf. Spieltag 32 wartet mit sieben Spielen am Samstag auf, dazu zwei am Sonntag und es gibt wieder ein Monday Night Game. Fünf Live-Spiele bei Sky – also alles wie gehabt.

FC Chelsea – Aston Villa

Sky Sport 1 live, Samstag ab 15:55 Uhr, Kommentar: Markus Gaupp

Die Schocknachricht für die Fans der Blues kam gestern Mittag über die englischen Nachrichtenticker. Ricardo Carvalho wird mindestens vier Wochen wegen einer Knöchelverletzung nicht zur Verfügung stehen. Für die ehe schon dezimierte Abwehr der Blues – Bosingwa, Ashley Cole und Ivanovic fehlen ebenfalls mit Verletzungen – ein weiterer Rückschlag im Titelkampf. Und wenn es so etwas wie eine Schwachstelle bei Chelsea diese Saison gibt, dann ist es eben die Abwehr. Und diese Probleme werden garantiert nicht kleiner. Kann das Aton Villa mit dem schnellen Gabriel Agbonlahor und dem durchschlagskräftigen John Carew am Samstagnachmittag ausnutzen? Vor vier Wochen hätte ich diese Frage noch mit “Ja” beantwortet, doch Villa wirkt seit ein paar Spielen müde und kraftlos. Es wirkt so, als gehe den Villens in der entscheidenen Saisonphase wieder die Puste aus. Seit Jahreswechsel hat man nur drei von 10 Spielen gewonnen.  Zuletzt gab es nur zwei Unentschieden – gegen Wolverhampton und Sunderland. Teams, die man eigentlich schlagen sollte, wenn man sich für die Champions League qualifizieren will. Zu allem Überfluss fallen jetzt auch noch Heskey und Milner mit Verletzungen voraussichtlich aus.

Birmingham City – FC Arsenal

Im Fernduell mit dem FC Chelsea muss der FC Arsenal zu Birmingham City reisen, ein Spiel, das schon vor Anstoß genug Geschichten schreibt. Zum ersten Mal kehrt Eduardo nach seiner schweren Verletzung aus dem Jahr 2008 zurück in den St. Andrews Park. Das Spiel vor zwei Jahren war der Turning Point für Arsenal aus dem Meisterschaftsrennen auszuscheiden. Arsene Wenger hat dies gestern auf der Pressekonferenz verneint: “Das war sicherlich nicht der maßgebende Anlass. Hinzu kam, dass einige Spieler nicht fokussiert waren und mit ihren Gedanken schon bei ihrem neuen Verein im Sommer.” Aus diesem Grund hat Wenger vorerst alle Vertragsgespräche auf Eis gelegt um sich auf das Saisonfinale zu konzentrieren. Die Gunners reisen mit Personalsorgen nach Birmingham. Vermaelen ist nach seiner Notbremse aus dem West Ham Spiel gesperrt, Gallas fehlt noch eine Woche verletzt. Wahrscheinlich wird Alex Song in die Innenverteidigung rücken, alternativ können auch Silvestre und Campbell die Innenverteidigung bestreiten. City verlor die letzten beiden Auswärtsspiele, hat aber eine außerordentlich gute Heimbilanz. Aber das dürfte aus Arsenal Sicht ehe egal sein. Die Gunners müssten perfekt sein in den letzten Spielen, so Wenger. Was soviel heißt: drei Punkte um jeden Preis.

Tottenham Hotspur – FC Portsmouth

Es war eine Woche wie gemalt für die Spurs. Man besiegte im Wiederholungsspiel des FA-Cup an der White Hart Lane den FC Fulham mit 3:1 und profitierte in der Liga von den dem Remis von Villa und der Niederlage von Manchester City und geht nun auf der Pole Position in die letzten Spieltage bezüglich des Kampfes um den vierten Platz. Und die sollte man behalten im Aufeinandertreffen mit Pompey. Man darf also schon mal üben für die Auflage in Wembley in zwei Wochen, wenn man sich im Halbfinale des FA-Cup trifft. Alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung. Verlassen kann man sich weiterhin auf die Sturmreihen. Nach der Verletzung von Jermain Defoe treffen jetzt eben Roman Pavlyuchenko (neun Tore in den letzten acht Spielen) und Winter-Neuzugang Eidur Gudjohnson, den Harry Redknapp laut diversen Medienberichten gerne länger im Norden Londons behalten würde.

West Ham United – Stoke City

Im Osten Londons brennt mehr als nur ein Baum. Enttäuschende Leistung und Heimniederlage unter der Woche gegen Wolverhampton, am Tag darauf wurde Gianfranco Zola von den Zeitungen schon als Trainer bei den Hammers begraben. Die Besitzer des Vereins meldeten sich aber und gaben Zola eine Gnadenfrist. Fragt sich nur, wie lange die halten soll. Ein Ultimatum für das Spiel am Samstag gegen Stoke scheint es nicht zu geben. Aber Zola und West Ham helfen sowieso nur Siege. Und auch wenn Stoke neun Punkte und fünf Plätze besser dasteht in der Tabelle – es ist ein Spiel, das West Ham gewinnen muss. Nicht unbedingt um den Klassenerhalt zu sichern, sondern Ruhe in den Verein zu bekommen. Und wie würde es denn aussehen, wenn die beiden Besitzer Gold und Sullivan Zola am Sonntag feuern müssten?

Hull City – FC Fulham

Den Starteffekt eines neuen Trainers hat man sich in Hull sicherlich auch anders vorgestellt. Die Tigers verloren in Portsmouth und stehen jetzt vor der Partie gegen Fulham mit dem Rücken zur Wand. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. In den letzten drei Spielen kassierte man 10 Gegentore. Also sicherlich keine Bilanz, die mit viel Selbstvertrauen ausstattet. Und jetzt heißen die nächsten Gegner Fulham, Stoke und Burnley oder anders ausgedrückt: Zwei Siege aus diesen drei Spielen sind zwingend notwendig um die Klasse zu halten. Samstag darf man gegen Fulham anfangen. Die Cottagers sind dank ihrer festgefahrenen Tabellenposition so ein bisschen die Wundertüte. Vielleicht kann man die Tüte ja einfach mal aufmachen und das Wunder weiter an die Tigers reichen.

Wolverhampton Wanderers – FC Everton

Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, darunter zwei Auswärtssiege bei West Ham und in Burnley. So spielt man im Abstiegskampf, wie die Wolves es derzeit tun. So konnte man immerhin sieben Punkte zwischen sich und den Abstiegsplätzen legen. Jetzt noch ein Heimsieg gegen Everton und man hätte die halbe Miete für den Klassenerhalt.

Bolton Wanderers – Manchester United

Sky Sport 1 live, Samstag ab 18:25 Uhr, Kommentar: Sascha Roos

Vor dem Champions League Spiel bei Bayern München hat der Spielplangestalter für die Red Devils das Auswärtsspiel bei den Bolton Wanderers gesetzt. Und das dürfte eine machbare Aufgabe werden. Bolton hat drei der letzten fünf Spiele gewonnen, aber vor allem gegen direkte Gegner im Abstiegskampf. Interessant sind wenigstens zwei Aspekte in dieser Begegnung. Gary Cahill kehrt bei Bolton zurück ins Team. Und man darf gespannt abwarten, ob Sir Alex Ferguson einige Spieler schonen wird vor dem Champions League Viertelfinale. Von offizieller Seite lies man verlautbaren, dass es Wechsel geben wird. Berbatov könnte Rooney ersetzen, Giggs und Scholes könnten in die Startelf rücken.

FC Burnley – Blackburn Rovers

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 12:55 Uhr, Kommentar: Toni Tomic

Mit dem Aufstieg vom FC Burnley hat die Premier League seit dieser Saison ein weiteres brisantes Derby bekommen, das East Lancashire Derby zwischen Blackburn und Burnley, beide Stadien nur durch wenige Kilometer getrennt. Rund 20 Kilometer liegen zwischen beiden Städten, einmal die M65 gen Osten für die Fans der Rovers – und dann hat man Burnley erreicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für diese Partie sind enorm hoch, Ausschreitungen werden für möglich gehalten. Die Polizei hat an alle Fans appelliert, sich friedlich zu verhalten. Mit Bussen werden die Fans von Blackburn zum Stadion gebracht, die Fans der Clarets werden gebeten früh und rechtzeitig ins Stadion zu kommen – um eine Konfrontation beider Fangruppen zu verhindern. Wollen wir hoffen, dass es neben dem Platz ruhig bleibt und dafür auf dem Spielfeld umso dramatischer zugeht. Zumindest für die Gastgeber ist es ja ein enorm wichtiges Spiel. Man liegt drei Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz und kommt von einer Niederlage gegen Wigan zurück – kassiert in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Dazwischen gab es verstärkt Gerüchte, dass Trainer Brian Laws vor dem Rauswurf steht. Was sich nicht bestätigt hat. Aber alles keine guten Vorzeichen vor der Partie gegen Blackburn. Die Rovers können sowieso völlig befreit in diese Partie gehen. Und von der Heimstärke Burnleys ist auch nichts mehr geblieben. Letzter Heimsieg am 6. Februar gegen West Ham – der nächste müsste folgen.

FC Liverpool – FC Sunderland

Sky Sport 1 live, Sonntag ab 16:55 Uhr, Kommentar: Marcel Meinert

Und dann gibt es an jedem Spieltag ein Spiel, in dem ich nur bedingt Spannung reinschreiben kann. Heute ist es mal die Partie der Reds gegen Sunderland. Weil die Ausgangslage eben so klar wie schwierig ist. Liverpool liegt bei einem Spiel mehr vier Punkte zurück hinter Tottenham. Es heißt also gewinnen um jeden Preis. Und das scheint auch das Problem zu sein. Dieser Druck für die Reds jedes Spiel gewinnen zu müssen geht vermehrt auf die spielerische Qualität. Ich habe lange kein überzeugendes und erfrischendes Offensivspiel der Reds mehr gesehen. Man mach eher mit Schlagzeilen neben dem Platz aufmerksam. Albert Riera hat spätestens jetzt alle Chancen auf weitere Einsätze vergeben und dürfte demnächst in Russland zu finden sein. Und das war es auch schon zu dieser Partie. Vielleicht überzeugen mich die Reds dieses Wochenende ja mal wieder eine größere Lobeshymne auf die spielerischen Leistungen zu schreiben.

Manchester City – Wigan Athletic

Sky Sport 1 live, Montag ab 20:55 Uhr, Kommentar: Marco Hagemann

Immer wieder Rückschläge für Manchester City im Kampf um die Qualifikation für die Champions League. Nächstes Kapitel war die garantiert nicht eingeplante Heimniederlage am Mittwoch gegen den FC Everton. Nur ein Sieg aus den letzten drei Spielen ist schlicht zu wenig. Bei gleicher Spielzahl liegt man jetzt zwei Punkte hinter den Spurs. Und es gibt noch das direkte Duell beider Teams in einem Nachholspiel am 5. Mai (live bei Sky ab 20:55 Uhr), also vier Tage vor dem letzten Saisonspiel. Für City zählt jetzt am Montag erstmal nur ein Sieg gegen Wigan. Die Latics gewann letzte Woche das imminent wichtige Spiel gegen Burnley und könnten mit einem Punktgewinn einen guten Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Premier League 2009/2010: No more room for errors im Titelkampf

Nachdem der FC Chelsea gestern Tabellenschlusslicht FC Portsmouth mit 5:0 endgültig gen Championship geschickt hat, liegen zwischen den drei Titelkandidaten bei gleicher Spielanzahl gerade einmal zwei Punkte. Sieben Spieltage vor Schluss ist es also an der Zeit auf das Restprogramm der Titelanwärter zu schauen und eine vorsichtige Prognose abzugeben. Wobei das eigentlich unmöglich erscheint. Diese Premier League Saison hat schon so viele Turning Points erlebt, Mannschaften wurden vom Meisterschaftskampf abgeschrieben und sind acht Wochen später plötzlich wieder Geheimfavorit. Einem spannenden Saisonfinale steht also nichts im Weg. Keinen Spielraum mehr für Fehler, meinte Arsene Wenger nach der Partie gegen West Ham. Aber sie werden kommen – bei allen drei Teams.

Manchester United (1. Platz, 69 Pkt., +47 Tore)

Ausgangslage
Sieben Spieltage vor Schluss führen die Red Devils die Tabelle an. Haben einen Punkt Vorsprung vor Chelsea und wiederum einen vor dem FC Arsenal. Man ist gut in Form, man hat die letzten vier Ligaspiele in Folge gewonnen. Im Sturm ist die Abhängigkeit von Wayne Rooney weiterhin wahnsinnig groß. Sollte er sich nicht verletzen und weiter so beständig treffen, muss sich United keine Sorge machen. Zumal Spieler wie Nani und Park zum Ende der Saison ansteigende Form zeigen.

Restprogramm
27.03. A Bolton Wanderers
03.04. H FC Chelsea
11.04. A Blackburn Rovers
17.04. A Manchester City
24.04. H Tottenham Hotspur
01.05. A FC Sunderland
09.05. H Stoke City

Prognose
Ich sehe, wenn überhaupt, vier potentielle Stolperfallen für die Red Devils. Das Auswärtsspiel in Bolton sollte kein Problem sein, schwieriger sind dann die nächsten vier Wochen. Zuhause gegen Chelsea und Tottenham sind noch lange nicht gewonnen, insbesondere wenn beide Teams wieder zu ihrer Form zurückfinden. Blackburn spielt zwar nur eine höchstens durchschnittliche Saison, ist aber sehr heimstark. Und ein Derby gegen Man City ist praktisch nicht vorherzusagen. Wenngleich ich die Partie ist Eastlands für den kleinsten Stolperstein halte. Sollte Man Utd nach der Partie gegen Tottenham Tabellenführer sein, werden sie auch Meister. Und das dann auch verdient. Das ist aber besonders im April kein leichtes Programm, hinzu kommt die Belastung aus der Champions League.
Für Manchester United kalkuliere ich eine Niederlage und ein Unentschieden ein. Der Rest der Spiele wird gewonnen. Man Utd holt in den verbleibenden Spielen demnach noch 16 Punkte und würde am Ende der Saison bei 85 Punkten stehen.

FC Chelsea London (2. Platz, 68 Pkt., +47 Tore)

Ausgangslage
Chelsea hat durch den Sieg im Nachholspiel gegen Portsmouth wieder beide Füße im Titelrennen, liegen einen Punkt hinter Man Utd und einen vor dem FC Chelsea FC Arsenal. Die Probleme liegen zum Großteil eher neben dem Platz. Nach der Niederlage gegen Inter und dem Remis in Blackburn brauste ein Orkan durch die Bridge und wollte von null auf hundert alles auf den Kopf stellen. Panikreaktionen kann man überhaupt nicht im Titelkampf gebrauchen. Was macht man denn, wenn man gegen Aston Villa im FA-Cup ausscheidet? Schwachpunkt bei Chelsea immer wieder die Defensive in dieser Saison.

Restprogramm
27.03. H Aston Villa
03.04. A Manchester United
13.04. H Bolton Wanderers
17.04. A Tottenham Hotspur
25.04. H Stoke City
01.05. A FC Liverpool
09.05. H Wigan Athletic

Prognose
Chelsea mag vielleicht den Vorteil haben, dass sie aus der Champions League ausgeschieden sind. Dafür spielen sie im Gegensatz zu Man Utd und Arsenal noch im FA-Cup. Chelsea wird fünf der restlichen sieben Partien gewinnen. Ich denke, dass die beiden Auswärtsspiele bei Man Utd und in Liverpool verloren gehen. Die Blues würden also noch 15 Punkte einholen und am Ender der Saison bei 83 Zählern angekommen sein.

FC Arsenal London (3. Platz, 67 Pkt., +40 Tore)

Ausgangslage
“Wir müssen unsere Spiele gewinnen, auf uns fokussieren – und dann schauen wir uns am Ende der Saison die Tabelle an. Ja, wir brauchen ein wenig Hilfe von der Konkurrenz, aber die können wir ja auch nur wahrnehmen, wenn wir unsere Leistung bringen und die Spiele gewinnen”, sprach Arsene Wenger heute Mittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Birmingham. Arsenal war schon dreimal aus diesem Titelrennen ausgeschieden, gelten aber dank des eher einfachen Restprogramms als Geheimfavorit. Interessant wird sein, wie die Gunners mit der Doppelbelastung aus Premier League und Champions League. Die Partien gegen Barcelona werden physische wie psychische Herausforderung. Schwachpunkt bei Arsenal auch die Defensive. Gallas wird noch längere Zeit verletzt fehlen, Vermaelen ist erstmal ein Spiel gesperrt, Silvestre und Campbell sind nur bedingt brauchbare Alternativen. Und dann muss natürlich Cesc Fabregas verletzungsfrei bis zum Ende der Saison spielen. Große Hoffnungen könnte man vielleicht auch noch auf Robin van Persie setzen, der Mitte bis Ende April wieder spielen werden kann, so die derzeitigen Prognosen.

Restprogramm
27.03. A Birmingham City
03.04. H Wolverhampton Wanderers
14.04. A Tottenham Hotspur
18.04. A Wigan Athletic
24.04. H Manchester City
01.05. A Blackburn Rovers
09.05. H FC Fulham

Prognose
Ich denke, dass Arsenal, wenn sie ihre Form behalten, ohne weitere Niederlage die Saison beenden können. Es ist – gemessen an dem Tabellenstand der Gegner – das leichteste Restprogramm der Titelkandidaten. Trotzdem würde ich zwei Remis in die letzten Spiele einrechen wollen, bei Tottenham und in Blackburn. Arsenal würde also 17 Punkte holen und damit am Ende auf 84 Punkte kommen.

Nach meiner vorsichtigen Prognose würde Manchester United also den Titel verteidigen mit 85 Punkten, einen Punkt dahinter der FC Arsenal und wiederum einen Zähler der FC Chelsea. Heißt auch soviel, dass alle Teams am letzten Spieltag noch die Chance haben Meister zu werden. Das wäre doch was.

Zitat des Tages: Donnerstag, 25. März 2010 – Stuhlkreisatmosphäre

“Die Obama-Masche soll helfen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Doch das ist schwerer als gedacht. Die Sponsoring-Affäre und das schwarz-gelbe Hickhack auf Bundesebene setzen Rüttgers zu. Wo er auch hinkommt, allerorten muss er sich kritischen Fragen stellen. Rüttgers gibt sich dann erstaunlich defensiv, fast zerknirscht. Großer Ministerpräsident ganz klein [...] Oder das Thema Straffreiheit für Steuersünder? Prüfen, ob man etwas besser machen kann, müsse man immer, so Rüttgers. Er versenkt beide Hände in seinen Hosentaschen, nickt zweifach und sagt betont ruhig: ‘Aber ich glaube, dass das vernünftig geregelt ist.’ Der Ministerpräsident hat viel verbales Valium parat. Es herrscht zweitweise Stuhlkreisatmosphäre.”

Lars Geiges/Spiegel Online über die “Zuhör-Tour” von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

DFB-Pokal 2009/2010 Halbfinale, Werder Bremen – FC Augsburg 2:0

Das Finale vor dem Finale, wenn man Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs glaubt. Und dann noch groß gegen klein, 1. Liga gegen 2. Liga und es war unumgänglich, dass die Medien wieder den Vergleich David gegen Goliath hervorgekramt haben. Werder Bremen und der FC Augsburg standen sich am Dienstagabend im Halbfinale des DFB-Pokal gegenüber. Für die Hanseaten eine gute Chance über diesen Weg in die Europa League zu kommen – und Augsburg darf schon einmal die große Fußballluft schnuppern, sollte es im Mai mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappen.

Glaubt man den Aussagen der Vereinsoberen, dann war die Ausgangslage eigentlich geklärt. Werder will unbedingt ins Finale um nächste Saison international zu spielen, Augsburg-Trainer Luhukay nimmt das Halbfinale gerne mit, Priorität habe aber der Aufstieg in die Bundesliga. Tja, so eine anfällige Werder-Abwehr nimmt man schon einmal gerne mit. Natürlich rechnet sich Augsburg eine gute Chance aus, die haben die defensiven Leistungen von Werder zuletzt ja auch gesehen. 54 Tore in 27 Spielen in der 2. Liga dürfte als Zahlenbeispiel genug sein um zu zeigen, dass dort eine hocheffektive und erfolgreiche Offensive spielt. 21 Tore davon gelangen Michael Thurk, der im 11-Freunde-Interview sagte, dass er sich gerne von Joachim Löw beobachten lasse. Dann geht es ja doch noch um was für den FCA. Am Wochenende gab es einen ungefährdeten Sieg gegen den LR Ahlen Rot-Weiss Ahlen,  man steht auf Platz 2 in der Liga und hat schon sieben Punkte Vorsprung auf den vierten Rang. Zumindest auch in der Liga läuft es für Werder ganz gut. Man ist seit sieben Spielen ungeschlagen, darunter fünf Siege. Wenn da eben nicht die Defensive wäre, die wieder zum permanenten Problemfeld geworden ist. Hier im Halbfinale wäre es egal. Da nimmt man dann auch ein 5:3 nach 90 Minuten mit. Nur wirklich förderlich sollte das nicht sein.

Drei Zweitligisten hat Werder schon aus dem Pokal geworfen, warum also nicht den vierten? Im Viertelfinale setzten sich die Hanseaten gegen die TSG Hoffenheim durch. Gleichzeitig haben die Augsburger mit Freiburg und Köln schon zwei Bundesligisten nach Hause geschickt, zudem gab es Siege gegen Duisburg und Ingolstadt. Trotz alledem ist Werder natürlich Favorit. Werder ging mit fast der Stammelf in die Partie. Wiese im Tor, Fritz und Pasanen wieder auf den Außen, im Mittelfeld Bargfrede und Frings wieder für den defensiven Part, für die Offensive wie immer das Trio Özil, Marin und Hunt und einzige Spitze war Pizarro. Rosenberg und Jensen waren aus dem Kader für das Pokalspiel gestrichen worden. Auch Jos Luhukay schickte seine beste Elf aus Feld, Reinhardt und Sinkala sind nach ihren Gelbsperren aus der Liga wieder zurück im Team. Prämisse für Jos Luhukay war zunächst die Defensive,  wenn man aber den ein oder anderen Konter setzen kann, wäre er sehr zufrieden. Thomas Schaaf wünschte sich vor dem Spiel einen selbstbewussten Auftritt seines Teams, die Dinge, die sich das Team vorgenommen hatte, solle es umsetzen und schnell ins Spiel finden.

Werder eröffnete diese Partie mit Anstoß, ganz in weiß, von links nach rechts in der ersten Hälfte. Augsburg gewann die Platzwahl und entschied sich für Seitenwahl. Werder mit der ersten guten Torchance nach drei Minuten, als ein Fernschuss von Özil knapp am Tor vorbeiging. Und praktisch im Gegenzug wieder eine anfällige Abwehr der Hanseaten, als Thurk auf Brinkmann passt und Naldo und Wiese sich in den Schuss werfen, sodass letzlich effektiv gestört werden kann und es nur Abstoß gibt. Aber da mehr drin für Augsburg. Trotzdem blieb Werder die spielbestimmendere und gefährlichere Mannschaft. In der neunten Minute schloss Fritz eine schöne Einzelleistung mit einem sehenswerten Linksschuss ab. Tor wieder knapp verfehlt. Auch zehn Minuten später, als Özil einen Abpraller aus der FCA-Abwehr auf Fritz legt, der aus kurzer Distanz über das Tor schießt. Werder nicht bedingungslosem Druck in den ersten 20 Minuten, Augsburg stand defensiv mehr als passabel. Trotzdem ließ sich ein klares Chancenplus konstatieren. Was bei Werder noch fehlte, war das letzte entscheidene Zuspiel, der finale genaue Pass, die kopfballgerechte Flanke. Fritz hatte auf der rechten Seite viel Platz, die Flanken ließen aber zu wünschen übrig. Daran änderte sich lange nichts, bis Werder nach einer halben Stunde in Führung. Marin brachte Werder nach schönem Doppelpass mit Özil mit 1:0 in Führung, schob den Ball genau an Torwart Jentzsch vorbei. Wunderschön gespielt, da ging es schnell und Augsburg kam mit diesem Tempo nicht mit. Von Augsburg kam wenig. Was sie immerhin schafften, war die Räume vor dem eigenen Tor eng zu machen. So blieb es bei der knappen Führung. Augsburgs beste Chance in der 42. Minute. Wie so häufig hebelt ein Pass die Werder-Abwehr aus, Abseitsfalle geht überhaupt nicht auf, Thurk ist frei durch, Wiese geschlagen und der Ball geht an den Innenpfosten. Glück gehabt. Werder überstand die starken fünf Minuten des FCA und gingen insgesamt verdient mit dem 1:0 in die Halbzeit.

Ohne Wechsel ging es dann weiter in der zweiten Halbzeit. Augsburg blieb gefährlich, bereits nach zwei Minuten die nächste große Chance. Werder wieder zu passiv nach einer Flanke, Thurk verpasst, letzlich sind es die Haarspitzen von Verteidiger Hegeler, die Wiese zu einer Parade zwingen. Werder wirkte ein wenig lethargisch und unzufrieden mit sich. Augsburg spielte munter mit. 52 Minute, Abseitsstellung wird nicht gegeben, bei Werder fehlt wieder die Zuordnung und Thurk trifft völlig freistehend aus sieben Metern das Tor nicht. Wiese außer sich – und mir schwant ein unbequemer Restabend, wenn das so weitergeht. Schaaf brachte nach etwas mehr als einer Stunde Borowski für Hunt. Aber auch das brachte kaum Impulse. Werder hatte die spielersiche Qualität komplett in der Kabine gelassen. Die ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte hatte man komplett verschlafen. Einmal blitzte das Können und das schnelle Spiel von Werder auf, als Marin in der 70. Minute Özil bediente, der aber aus spitzem Winkel nicht das Tor traf. Aber das war es dann auch erstmal. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Almeida für Özil, der in der zweiten Halbzeit auch völlig untergegangen ist – nach einer sehr guten ersten Hälfte. Spiel stand in der Schwebe, Augsburg machte mehr nach vorn, kam aber auch kaum zu gefährlichen Torchancen – außer in der 82. Minute – als nach einem Eckball des FCA alle Spieler verpassen und der Ball fast ins Tor ging. Werder konnte die Freiräume in der Hälfte der Augsburger nicht nutzen und blieb in Halbzeit 2 fast alles schuldig. Einfach nur Grütze. Aber wie gut, dass es Pizarro gibt. In der 83. Minute schnell ausfgeführter Freistoß von Frings, langer Ball auf Pizarro, der Jentzsch keine Chance lässt. Immerhin ein brillianter Moment in diesem Spiel. Zum Glück heiß der Gegner nur Augsburg.

Am Ende blieb es dann beim 2:0. Kein großes Spiel, aber am Ende steht für Werder der Einzug ins Pokalfinale und in die Europa League für nächste Saison. Und das ist doch immerhin was. Trotzdem gibt die Phase zwischen der 40. und der 80. Minute mir ein wenig zu denken. Das war mit das Schlechteste von Werder, was ich seit langem gesehen habe. Da ging ja gar nichts zusammen. Da war das Glück auf Seiten von Werder. Aber das braucht man ja bekanntlich auch. Nur sollte man es nicht überstrapazieren.