Premier League 2009/2010 Preview #37

Aus Zeitgründen nur ein paar einleitende Worte zum vorletzten Spieltag in der Premier League, der von Samstag bis Montag gespielt wird. Ausführliche Betrachtung in diversen Live-Blogs über das Wochenende hinweg.

Der Fokus der letzten beiden Spieltage liegt sowieso nur noch auf dem Meisterschaftskampf und der Qualifikation für den Europapokal. Die Frage des Abstiegs ist geklärt. Der FC Portsmouth und der FC Burnley sind definitiv abgestiegen, Hull City hat noch theoretische Chancen, muss in zwei Spielen gegenüber West Ham aber sechs Punkte und 23 Tore aufholen. Man ist also kein Hellseher, wenn man auch die Tigers bereits in die Championship verordnet. Sportlich ist bei Hull City also nicht mehr viel zu erwarten, der Verein könnte in den nächsten Wochen aber noch mal in den Wirtschaftsressorts der Zeitungen auftauchen. 35 Millionen Pfund Schulden, es kursieren schon seit Wochen Gerüchte, dass der Verein Insolvenz anmelden muss. Die Spekulationen haben in den letzten Tagen noch einmal zugenommen.

Von daher gibt es dieses Wochenende eigentlich nur noch vier Spiele, die unsere Aufmerksamkeit bekommen sollten. Na gut, Herr Moyes, ich nehme ihre Partie auch noch hinzu. Im Kampf um den vierten Platz haben die Tottenham Hotspur die beste Ausgangsposition. Man liegt derzeit auf Platz 4 mit 64 Punkten, mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz von Aston Villa und Liverpool und hat am Samstagnachmittag die Bolton Wanderers an der White Hart Lane zu Gast. Sollten die Spurs gewinnen, gehen sie definitiv als Vierter in die wichtige Nachholpartie gegen Manchester City am kommenden Mittwoch. Apropos Manchester City, die im Topspiel des Spieltages Aston Villa empfangen. Da spielt der Fünfte gegen den Sechsten, beide getrennt durch einen Punkt, City mit einem Spiel weniger. Das Team von Martin O’Neill aus Birmingham war eigentlich schon abgeschrieben im Kampf um den CL-Quali-Platz, hat aber zuletzt 13 von möglichen 15 Punkten geholt, just nach dem 7:1-Demontage beim FC Chelsea. Da scheint der Trainer die richtigen Worte gefunden zu haben. Zum sechsten Mal könnte O’Neill an diesem Samstag dieselbe Startelf auf den Rasen schicken. Villa ging letzte Saison immer die Puste aus, diesmal scheint es anders zu sein. Außenseiterchancen auf den siebten Platz, der zur Qualifikation für die Europa League berechtigt, hat auch noch der FC Everton, der zu Stoke City reisen muss. Everton muss selbst gewinnen und auf einen Ausrutscher der Stadtnachbarn von der Anfield Road hoffen.

Und das scheint zumindest nicht völlig ausgeschlossen, womit wir beim nächsten Themenschwerpunkt dieses Spieltages wären: dem Kampf um die Meisterschaft. Der FC Liverpool empfängt am Sonntagnachmittag um 14:30 Uhr den FC Chelsea an der Anfield Road. Es ist die letzte große Hürde für die Blues aus der englischen Hauptstadt, die mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Titel machen können. Liverpool muss weiterhin auf Torres und Ngog verzichten, von daher wird Ryan Babel wieder über die linke Seite kommen. Das Spiel in der Europa League hat gezeigt, wo derzeit der Schuh drückt beim FC Liverpool, in der Offensive nämlich. In Abwesenheit von Torres und mit einem formschwachen Steven Gerrard fehlen die Alternativen, die Variabilität und der Überraschungsmoment im Spiel nach vorne bei den Reds. Das reicht dann vielleicht für vier Tore bei Burnley, aber Chelsea ist ganz offensichtlich ein ganz anderes Kaliber. Ich sehe derzeit wenig Gründe, die gegen einen komfortablen Sieg der Blues in Liverpool sprechen. Aber Chelsea hat diese Saison schon häufiger spontane und nicht zu erklärende Aussetzer gehabt. Und wie verhält sich der FC Liverpool? Bloß nicht gewinnen, damit man Chelsea zum Meister macht und ja nicht Manchester United zum alleinigen Rekordhalter im englischen Fußball? Das wurde in den letzten Tagen häufiger diskutiert in den englischen Medien. Ich verstehe es nicht. Angesichts der Tabellensituation darf es sich Liverpool gar nicht leisten zu verlieren, will man zumindest den siebten Platz halten und vielleicht von Stolperern der Konkurrenz profitieren. Und da ist dann noch der Faktor Rafael Benitez, über den italienische Medien heute Morgen schrieben, dass er bereits einen Vertrag bei Juventus Turin unterschrieben haben soll.

Von all diesen Geschichten sollte sich Manchester United nicht verrückt machen. Die Red Devils können bereits auf das Ergebnis von der Anfield Road reagieren, spielen direkt im Anschluss beim heimstarken FC Sunderland, der diese Saison im Stadium of Light schon Arsenal und Liverpool besiegt hat. Und Black Cats Trainer Steve Bruce hat schon mal vollen Einsatz seines Teams angekündigt. Gleichzeitig hofft Sir Alex darauf, dass sich Liverpool leidenschaftlich in ihr Spiel einbringen. Alle sind mehr oder weniger voneinander abhängig – und das macht den Reiz der letzten beiden Spieltage aus.

Mehr dann am morgigen Samstag ab 13:00 Uhr im Live-Blog, zusammen mit dem Endspurt in der Bundesliga. Schönen Start ins Wochenende.

Zitat des Tages: Freitag, 30. April 2010 – A Dream so far away

“With scant seconds running off the clock, Dirk Nowitzki glanced at the scoreboard and saw that the Mavericks were hopelessly behind. His eyes drifted a few feet away to the four championship banners hanging at one end of AT&T Center. How far away they must seem to him now.”

Eddie Sefko/Dallas Morning News über das Ausscheiden der Dallas Mavericks im Conference Quarterfinal nach sechs Spielen gegen die San Antonio Spurs.

Stimmen zum Playoff-Aus der Mavs inklusive Analyse, was falsch gelaufen ist, auch von Tim MacMahon/ESPN.

Zitat des Tages: Donnerstag, 29. April 2010 – We’re coming back

“I’m not big on death, but I was in a casket. And when they bounced me up, I fell up out of the casket and said ‘we’re not done yet. We’re going to have to do that again. No question. We’re coming back. We have to. It’s our mission. Our job is to go down there and get this win and come on back.”

Jason Terry, Shooting Guard der Dallas Mavericks, vor dem wichtigen Spiel 6 heute Nacht bei den San Antonio Spurs. Die Mavs liegen im Conference Quarterfinal mit 2:3 hinten, müssen also unbedingt Spiel 6 gewinnen um die Serie am Leben zu halten.

[via Dallas Morning News]

Erste Gastvorlesung von Joschka Fischer: “Kennen wir unsere eigenen Interessen nicht?”

..oder was die Haltung der Bundesregierung in der Griechenland-Frage mit einem Feuerwehreinsatz gemeinsam hat.

An einem sonnigen und fast 25 Grad warmen Mittwochnachmittag bleibt man nicht unbedingt länger als nötig in der Heinrich-Heine-Universität und geht normalerweise eilig um kurz vor Vier nach dem letzten Seminar des Tages nach Hause – nur an diesem Mittwoch nicht, denn es hat sich hoher Besuch an der Hochschule angesagt. Joschka Fischer, ehemaliger Bundesaußenminister und Vize-Kanzler in der Rot-Grünen Koalition von 1998 bis 2005, hält als Gastprofessor seine erste von drei Vorlesungen zum Thema “Europas Rolle in der Welt” von fast 1000 Studenten. Und die sollten am Ende begeistert und beeindruckt den Hörsaal verlassen. Denn Joschka Fischer scheint immer noch perfekt zu wissen, wie man eine gute Rede aufbaut. Zu Beginn noch ein wenig vorsichtig und sehr stark orientiert am Manuskript wird er im Verlauf der fast einstündigen Ausführungen lockerer, souveräner und noch direkter in seinen Aussagen. Ein sehr guter, interessanter, sachlicher und unterhaltsamer Vortrag.

Nach einleitenden Worten von Rektor Pieper (“ein besonderer Tag, ein besonderes Geschenk für die Heinrich-Heine-Universität”) geht Fischer ans Redepult. Langsam, zunächst noch den Journalisten zugewandt, mit dem Fischer-Lächeln im Gesicht. Er ist ein wenig molliger geworden, gefühlt zumindest. Die Heinrich-Heine-Gastprofessur ist ein Geschenk des Landes Nordrhein-Westfalen an die Universität zu ihrer Namensgebung im Jahre 1988. Seitdem hatten neben Literaten wie Siegfried Lenz, Robert Gernhardt, Durs Grünbein oder Juli Zeh auch Politiker wie Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt, Avi Primor und Antje Vollmer das Amt inne. Fischer spricht zu Beginn ruhig, bedacht, länger überlegend, die Stimme immer wieder hebend, um wichtige Aussagen zu unterstreichen. Was er fast exzellent schafft, ist das Einstreuen von Pausen, sodass man über das Gesagte einfach auch mal einen Moment nachdenken kann. Zu Beginn beschäftigt sich Fischer einleitend mit wichtigen historischen Etappen und Ereignissen in der europäischen Geschichte, immer wieder deutlich machend, dass die Bedeutung über die Erfolge Europas – im Vergleich zu den kriegerischen Auseinandersetzungen bis vor knapp 60 Jahren – gerade bei der jungen Generation verloren gegangen sind. Dabei sei die Rolle Europas in der Welt eine der entscheidenen Zukunftsfragen. Also durchläuft Fischer innerhalb von gut 15 Minuten die Meilensteine europäischer Geschichte, spricht vom Staatensystem nach dem Westfälischen Frieden, geht auf die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Deutschland im 19. Jahrhundert ein und geht auch auf die “fast gelungene Selbstzerstörung Europas im Zweiten Weltkrieg” ein. Die Frage, wer Europa dominiere und den Anspruch auf Hegemonie erhebt, war die kennzeichnende Frage seit dem Westfälischen Frieden. Europa war auch in dieser Zeit keine homogene Kultur, keine Staatsnation, es gab kein eigenes Gemeinwesen und der Kontinent mit all seinen heutigen politischen Institutionen sei auch weiterhin “eine widersprüchliche Angelegenheit” – aber heute herrsche eben Frieden auf dem Kontinent. Das sei Europas Erfolg.

Und wenn sich diese Erfolgsgeschichte fortsetzen soll, sei, so Fischer, in den nächsten Wochen und Monaten eine enorm wichtige und große Herausforderung zu meistern, nämlich eine Lösung für den Staatsbankrott in Griechenland und eine gemeinsames Vorgehen und Überlegungen der EU für die überschuldeten Länder Spanien, Portugel und Italien. Fischer versprüht in seinen Ausführungen zur aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage der EU wenig Optimismus (“Ich neige zum Pessimismus”). Fischer sieht in der derzeitigen Phase die schwerste Krise der EU seit ihrem Bestehen und sieht Potential für eine “europäische Tragödie”. Die zweite Hälfte des Vortrages drehen sich fast ausschließlich um die Griechenland-Krise und deren wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen für die Europäische Union. Fischer wacht auf nach dem eher sachlichen Beginn, tritt als ein überzeugter Europäer auf und hält ein Plädoyer für eine Unterstützung der Griechen, weil es die richtige Entscheidung für die EU und für die Interessen Deutschlands sei. Dabei sollte aber nicht übersehen werden, dass Fischer das Verhalten der Griechen scharf kritisiert: “Es gibt keine Rechtfertigung für das Verhalten von Griechenland.” Nur müsse man jetzt das Beste aus der Situation machen. Das sagt Fischer zwar nicht, aber als Unterton klingt es immer wieder durch. Fischer bezeichnet die EU als Transferunion, nennt als Beispiel die Agrarsubventionen, und kann es deshalb auch überhaupt nicht verstehen, wieso dies monetäre Transfers zur Rettung eines Staates ausschließen sollte. 50 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Europa, gar 70% davon in die EG, Deutschland sei der große Gewinner der Einführung des Euro und des Binnenmarktes. “Kennen wir unsere eigenen Interessen nicht mehr?”, fragt Fischer und will deutlich machen, dass er es überhaupt nicht versteht, dass die Bundesregierung bei Hilfen für Griechenland so lange zögert.

Deutschland würde in jetziger Situation mit der D-Mark sehr viel schlechter fahren, der Euro habe bisher glänzend funktioniert. Natürlich müsse man vorsichtig sein mit Transfers, aber sie seien zwigend notwendig, auch damit nicht länger Spekulanten an den Börsen Futter für Zockerei und Gewinnemachen bekommen. Ein Ignorieren der Hilfe hätte auch erhebliche Konsequenzen für die europäische Sicherheit. Griechenland sei ein “Stabilitätsanker” in Südosteuropa und dürfe deshalb nicht alleine gelassen werden. In der Griechenland-Frage stehen auch elementare Interessen europäischer Sicherheit auf der Tagesordnung. Dramatischer seien aber die Konsequenzen für den Euro. Fischer verstehe die Haltung der Bundesregierung nicht. Es gebe doch nur die Alternativen: Gibt die Regierung den Euro auf oder nicht? Und wenn sie es nicht macht, sei doch eigentlich die Feuerwehr da. Doch statt die Pumpen zu bedienen, krazt man sich am Kopf und aus einem Dachstuhlbrand sei jetzt ein Zimmer- und wird in eigenen Tagen der Hausbrand kommen. “Man ist nicht in der Regierung um eine schöne Zeit zu haben. Die Krise ist so schwer. Es muss jetzt sofort gehandelt werden”, so Joschka Fischer. Er fordere für die Zukunft eine verstärkte Koordinierung der Haushaltskontrolle und Budgetierung, unter dem Dach des Europäischen Rates des Staats- und Regierungschefs. Warum nun dort, hat er nicht gesagt. Wenn ich spekulieren würde, hält er die Kompetenzansiedlung bei der Europäischen Kommission für gescheitert. Wer in diesen Tagen in Europa still stehe, der fahre rückwärts. Fischer kritisierte die BILD-Berichterstattung über die möglichen Hilfen für Griechenland scharf, sprach von “Nachwuchsjournalisten beim großen deutschen Massenblatt”. Wenn er das täglich lese, vergehe ihm das Lachen.

Die derzeitige Krise in Europa sei natürlich kein Musterbeispiel für die Erfolge Europas. Europa sei zerbrechlich und nicht auf Dauer gestellt. Die junge Generation sei Europa gewöhnt, aber die Nachwuchsgeneration unter den Politikern sei – im Gegensatz zum ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl – nicht mehr zu investieren. Europa bedarf der europäischen Investition, nur konsumieren ginge nicht. Er wünsche sich ein neues Europabewusstsein aus der Krise. “Wir hängen von Europa ab, ihr jungen Leute müsst Europa in eure Hände nehmen.

Auch wenn es noch nicht genug gäbe um sich in Europa zuhause zu fühlen, hatte Fischer in seinen Ausführungen auch ein paar positive, optimistisch stimmende Aspekte zu erwähnen. Er war aufgrund des Vulkans auf Island in Kiew gestrandet und ist dann per Auto nach Deutschland zurückgefahren (“eine tolle Erfahrung”). Und dann habe er auf diese Reise wieder gesehen, wie richtig Europa ist und welche Erfolge die Osterweiterung insbesondere für Polen gehabt habe. Er könne eine solche Reise nur empfehlen.

Also, liebe Europa-Skeptiker, Kiew wartet auf euch.

Viel Applaus und Beifall für die erste Vorlesung von Joschka Fischer. Weitere Gelegenheit zuzuhören und Fragen zu stellen, gibt es am Dienstag, 01. Juni, und dann drei Wochen später am 22.06. Beginn ist jeweils um exakt 16:00 Uhr. Rechtzeitiges Erscheinen ist dringend empfohlen.

Stimmungsbericht, 27.04.2010

So, da bin ich wieder. Entschuldigung für die erneute Auszeit, aber ein Ereignis folgte dem nächsten in den letzten Tagen, sodass leider wenig Zeit zum Bloggen blieb. Wie eigentlich schon seit Anfang Februar. Der Euphemismus Semesterferien – bei Studenten besser bekannt als vorlesungsfreie Zeit – hatte bei mir leider wenig mit Ferien zu tun. Die Monate Februar, März und April waren vollbepackt, unter anderem wegen der Nachwuchstagung, dem Düsseldorfer Forum Politische Kommunikation, die ich mit acht weiteren Kommilitonen organisiert habe, wegen meiner Mitgliedschaft in der Jugendredaktion des Wahl-O-Mat für die NRW-Wahl und dann nebenbei die verschiedensten anderen Aktivitäten, damit am Monatsende ausreichend Geld auf dem Konto ist.

Irgendwie sind diese Wochen wie im Flug an mir vorbeigerauscht, gestern hatten wir eine kleine, aber lange Abschlussfeier des DFPK-Organisationsteams, und damit ist dann dieses Projekt erstmal auch fast abgeschlossen und ich kann mich seit Wochen mal wieder auf den simplen, aber in Düsseldorf stets abwechselungsreichen Alltag konzentrieren. Und umso besser, dass die kalten, dunklen Wintermonate mit Arbeit zugeschüttet waren und dafür Mai, Juni und Anfang Juli eher überschaubar sind. Glücklicherweise konnte ich alle Prüfungsleistungen auf die Zeit vor und nach der WM legen, das heißt, ich kann die WM doch recht umfangreich verfolgen. Und dann nimmt man die Anstrengungen der letzten Wochen auch gerne in Kauf. Was dabei aber völlig liegen geblieben ist, sind viel zu viele unbeantwortete Mails, meine Beteiligung in diversen Netzwerken. Ich habe mal vorhin eine Liste gemacht mit Leuten, bei denen ich mich mal wieder unbedingt melden müsste. Sind nach Rausstreichen erstmal 15 liebe Menschen, die in letzter Zeit viel zu wenig von mir gehört haben.

Und da war ja dann noch ein Ereignis, das meine volle Aufmerksamkeit bekommen hat und das ja letzlich viel länger dauerte als jemals von mir erhofft. Die Playoffs der Hannover Scorpions. Sonntag machte man dann den Meistertitel perfekt. Ich war live dabei in der Tui-Arena und habe die mit Abstand emotionalsten 180 Minuten von Sport ever mitbekommen. Von der Stimmung einfach nur großartig, dazu eines der besten Eishockeyspiele, das ich seit Jahren in der DEL gesehen habe, ein Wechselbad der Gefühle für die Scorpions-Fans – und dann ein Comeback der Scorpions, an das ich nicht mehr geglaubt hatte. Großer Sport. Viele Emotionen. Kann das immer noch gar nicht begreifen, dass die Scorpions wirklich Meister geworden sind. Ein kleines Sportmärchen und das perfekte Ende für Hans Zach. Manchmal passt eben doch alles im Leben, in einem kleinen Moment scheint alles vorgezeichnet, alles vorbereitet, alles möglich. Man muss nur dran glauben, alles dafür tun und alles um einen herum vergessen und hinten anstellen.

So, dann jetzt einfach mal wieder aufs Sofa an einem Dienstagabend, Champions League weiter schauen und dann nachher einfach mal ganz in Ruhe einschlafen ohne schon wieder daran zu denken, was ich morgen früh noch erledigen muss. Nur ausschlafen kann ich diese Woche noch nicht, das wird dann am Wochenende nachgeholt. Und zum Einschlafen nachher noch Brian Eno. Hach, schön waren die ersten Monate dieses Jahres. Anstrengend, aber abwechselungsreich. Manchmal geht Zeit einfach zu schnell vorbei.

Viva la Vida

Zitat des Tages: Freitag, 23. April 2010 – Looking more and more like the past

“We now know for certain that the leaders’ debates have enriched the general election. Still, I do have doubts about the way debate and indeed the whole campaign falls into a hush between the TV events, as parties digest the results of one debate and plan for next [...] As to the three men, Gordon Brown’s performance did not pick up from his outing last week: he began to look more and more like the past. He had little that was new to say and appeared uncomfortable when David Cameron challenged him to withdraw the leaflets that Cameron alleged lied about Conservative policy. The prime minister looked tired and occasionally I found my finger twitching on the remote, as it does when I want to avoid an embarrassing scene on TV.”

Henry Porter, englischer Journalist, der regelmäßig für den Observer schreibt, zur gestrigen TV-Debatte auf der Insel. Weitere Stimmen und Analysen beim Guardian zusammengefasst.

Premier League 2009/2010 #35, FC Liverpool – West Ham United

[22h54] Endstand FC Liverpool – West Ham United 3:0

Mit Ausnahme des Treffers nicht ein Highlight in der zweiten Hälfte. West Ham sowas von mit einer unterirdischen Leistung, da fällt mir nicht mehr viel zu ein. Bedrohlich nahe rückt die Championship, wenn man so weiterspielt. Liverpool springt auf Platz 6 und hält noch leichten Kontakt zum vierten Platz.

[22h50] Herr Walton, Sie sind raus. Drei Minuten Nachspielzeit. Noch mal runterzählen.

[22h49] Noch eine Minute

[22h48] Noch zwei Minuten

[22h47] Noch drei Minuten

[22h46] Noch vier Minuten

[22h42] Newcastle United nach dem 2:0 gegen Plymouth jetzt definitiv Meister der Championship.

[22h41] Zumindest ansatzweise hat David Ngog gezeigt, dass er Fernando Torres vertreten kann. Ob das für den Saisonendspurt reicht, bleibt abzuwarten. Auch der Franzose jetzt in der Kabine, Ryan Babel darf sich warm laufen für Donnerstagabend.

[22h37] Benayoun geht, Degen kommt. Auf dem Platz passiert leider gar nichts mehr. Liverpool macht schon Auslaufen, West Ham läuft überhaupt nicht. 12 Minuten noch und wer hier Nachspielzeit gibt, meint es nicht gut mit den Fans. Übrigens nur 37.000 Zuschauer an der Anfield Road.

[22h31] Steven Gerrard hat Feierabend, Javier Mascherano für ihn in der Partie. Benitez denkt an Donnerstag. Auch West Ham wechselt. Carlton Cole geht, Benny McCarthy jetzt im Sturm. Ändert aber auch nicht viel.

[22h27] Liverpool für einen Moment nachlässig, da schnappt sich Carlton Cole die Kugel, setzt sich gut durch, aber Reina hat den Winkel exezellent verkürzt. Keine Probleme für den Spanier im Tor. Sowas wie die beste Torchance für die Hammers. Geht da etwa noch was?

[22h25] Zola mit einem Gesichtsausdruck nicht von dieser Welt. Sieht so aus, als müssten seine Spieler zu Fuß nach London gehen. Oder warten, bis wieder ein Flieger geht. Ohne Hotel.

[22h22] Und Liverpool drängt jetzt vehement auf ein weiteres Tor, toller Spielzug, Gerrards Schuss wird von Da Costa im letzten Moment geblockt. West Ham kurz davor komplett auseinander zu fallen.

[22h19] 3:0, Eigentor Robert Green, 59. Minute

Viel viel Pech für den Goalie der Hammers, aber das darf er auch mal wieder der Unfähigkeit seiner Abwehr zuschreiben. Liverpool macht den Sack hier zu, wieder nach einer Standardsituation. Freistoß von Gerrard von links, scharf vors Tor getreten, Kyrgiakos setzt sich in der Mitte gegen zwei (!) Gegenspieler durch, trifft nur den Pfosten, von wo der Ball an Robert Greens Wade prallt und dann ins Tor.

[22h18] Die West Ham Fans beschäftigen sich derweil im Gästebllock mit ihren Seifenblasen-Fläschen. Gehört zu jeder guten Auswährtsfahrt dazu.

[22h12] Wäre Robert Green nicht anwesend, es könnte 3:0 oder 4:0 stehen. Es hat sich gar nicht geändert. Liverpool macht das Spiel, kontrolliert, nicht blind nach vorne spielend. Von West Ham kommt nichts – gar nichts. Dieses spiel kann nur noch mal erwachen, wenn Liverpool à la Arsenal gestern komplett den Stecker bei sich zieht. Ansonsten ein Spiel, bei dem sich die Fans gut und gerne auch mal 10 Minuten über den Arbeitskollegen, die Kochkünste der Freundin oder Wahlumfragen unterhalten könnten – sie verpassen nichts.

[22h05] Beginn 2. Halbzeit

[22h02] Gianfraco Zola regiert. Guillermo Franco kommt für Junior Stanislas. Ein kleines Zeichen, bei West Ham kann es nur besser werden. Damit dann sowas wie drei Stürmer bei den Hammers. Ist das engagiert.

[21h48] Halbzeit FC Liverpool – West Ham United 2:0

Absolut verdiente Führung zur Pause für den FC Liverpool, die bei mehr Engagement auch hätten höher führen könnten. West Ham zu Beginn noch ein wenig Einsatz für dieses Spiel, danach war das aber ein einziger Offenbarungseid. Liverpool schont sich schon für Madrid. Und sie können das ganz beruhigt tun.

[21h46] Liverpool mit fast 70% Ballbesitz in den letzten Minuten. Dafür ist das 2:0 eigentlich noch zu wenig. West Ham erinnert mich fatal an Hannover 96. Gibt eine Minute Nachspielzeit.

[21h45] West Ham fällt in den letzten Minuten nur noch durch Befreiungsschläge auf. Keine Ahnung warum die das machen. Sieht nach Lauffaulheit auf. Liverpool hatte derweil ne weitere gute Torchance. Kuyt’s Distanzschuss wurde von Rober Green aber um den Pfosten zur Ecke gelenkt.

[21h42] Ohne Liverpool hier mit Kritik belegen zu wollen, aber zwei Schippen drauf, ein paar Kohlen mehr und West Ham hätte zur Pause schon wieder die Heimfahrt antreten können. Oder den Fans für die lange Reise ein Essen spendieren können. Man sagt dann immer, ein Team spiele wie ein Absteiger. West Ham heute ja, dabei waren die letzten Wochen von der Form und den Ergebnissen so vielversprechend.

[21h41] Der Hinweis, dass Liverpool noch nicht ganz untätig ist, kommt durch den Freistoß von Gerrard aus aussichtsreicher Position, aber doch deutlich über das Tor. Ansonsten lassen die Reds das Tempo aber merklich schleifen. Fünf Minuten noch bis zum Pausentee.

[21h39] West Ham hat nächstes Wochenende Kellerduell gegen Wigan, die seit gestern sowieso auf Asche sieben schweben nach dem Sieg gegen Arsenal. Zudem dürfen die Hammers noch zu Fulham reisen und erwarten Man City. Das ist alle keine Laufkundschaft. Und dann so eine Arbeitsverweigerung heute. Fand man sich wohl zu gut in den ersten 10 Minuten, als man zumindest noch in die Zweikämpfe ging und wenigstens eng am Mann stand.

[21h35] Wir notieren den zweiten Torschuss von West Ham United nach 34 Minuten. Ist es denn die Möglichkeit. Carlton Cole mit seinem schwächeren linken Fuß, gut zwei Meter daneben. Reina muss nicht eingreifen. Zolas Team braucht scheinbar mal einen Tritt in den Allerwertesten oder in der Halbzeit die Tabelle an der Kabinentür.

[21h30] 2:0, David Ngog, 29. Minute

West Ham war wieder mal nicht da. Liverpool kann sich da lässig durch die Abwehr spielen, Pass nach rechts raus zu Maxi Rodriguez, super Zuspiel in die Mitte, wo Ngog mit ansprechender Technik den Ball direkt nimmt. Wieder keine Chance für Green, der verzweifelt seine Abwehr sucht. Verdiente Führung. Könnte ein extrem unspannender Abend werden.

[21h28] Meine Güte, Kyrgiakos wird heute Nacht schlecht schlafen. Der Grieche mit der fantastischen Chance zum 2:0. Ecke Gerrard, in der Mitte Kyrgiakos sowas von blank, doch trifft den Kopfball nicht richtig, Ball geht über das Tor. West Ham könnte eigentlich auch vom Platz verschwinden, bei den Standardsituationen würde man es nicht merken. Wie kann man so weit von den Gegenspielern entfernt sein?

[21h26] Marco Hagemann hat es eben gerade auch nochmal bestätigt. Portsmouth bewirbt sich um Teilnahme an der Europa League. Sollte das gelingen, würde der siebte Platz nicht für die Qualifikation reichen. Ausgang offen.

[21h23] Auf der Gegenseite der erste Schuss aufs Tor des FC Liverpool. Carlton Cole setzt sich schön gegen Carragher durch, Winkel ist aber zu spitz, sodass Reina keine Probleme hat den Ball sogar zu fangen. Aber erste vielversprechende Aktion. Überhaupt sollte West Ham sich mehr trauen nach vorne zu spielen, insbesondere Agger auf der ungewohnten Linksverteidigerposition macht einen nervösen Eindruck.

[21h20] 1:0, Yossi Benayoun, 19. Minute

Führung für die Reds nach einer Standardsituation. Wenn es schon aus dem Spiel nicht klappt. Freistoß von der rechten Seite von Gerrard, in der Mitte schaltet Benayoun am schnellsten und drückt den Ball mit dem Bauch (!) punktgenau an den Innenpfosten, und von dort trudelt der Ball ins Netz.

[21h18] Sinnbildlich für dieses Spiel. Beide Teams mit aussichtsreichen Konterchancen, spielen aber zu ungenau, wenn es schnell gehen soll. Beide Abwehrreihen können sich dann sortieren. Wieder viel mehr drin.

[21h16] Die Partie plätschert so vor sich hin, Liverpool konnte das hohe Tempo aus den Anfangsminuten nicht halten. Und West Ham tut fast gar nichts für die Offensive. Wenn dann geschieht das meistens nach Fehlern im Aufbauspiel der Reds. Viertelstunde durch – von beiden Teams muss wieder mehr kommen.

[21h09] Nächste gute Gelegenheit für den FC Liverpool. Freistoß auf der rechten Seite, Gerrard führt diesen schnell aus, in der Mitte segelt Robert Green vorbei, aber auch Kuyt, Ngog und Kyrgiakos. Übergewicht für die Reds in den ersten Minuten, West Ham zunächst darauf bedacht defensiv kompakt zu stehen. Und nicht mal das gelingt einwandfrei bisher.

[21h05] Liverpool mit Schwung in dieser Partie, Begegnung in den ersten Minuten nur in der Hälfte der Hammers. Eine gute Chance für die Reds. Kuyt dribbelt sich in der Mitte schön durch, gibt nach rechts raus auf Maxi Rodriguez, dessen Schuss aber kein Problem für Robert Green ist.

[21h02] Beginn 1. Halbzeit

Liverpool mit Anstoß von rechts nach links in den ersten 45 Minuten, spielen in den roten Trikots. Die Gäste aus London in den dunklen Jerseys. Peter Walton ist der Referee.

[20h59] Und da kann die sportliche Lage noch so schlimm sein, die Saison überhaupt nicht den Erwartungen entsprechen – You never walk alone wird so leidenschaftlich wie immer gesungen. Traum-Atmosphäre in Liverpool, die untergehende Sonne scheint mit den letzten Strahlen in das Stadion hinein.

[20h54] Die Aufstellungen an der Anfield Road

FC Liverpool: Reina – Johnson, Carragher, Kyrgiakos, Agger – Maxi Rodriguez, Gerrard, Lucas, Benayoun – Kuyt – Ngog

West Ham United: Green – Faubert, da Costa, Upson, Spector – Behrami, Kovac, Noble, Stanislas – Cole, Ilan

Drei Wechsel beim FC Liverpool.  Kuyt spielt für Babel, Lucas ersetzt im defensiven Mittelfeld Mascherano. Zudem bekommt Benayoun den Vorzug vor Aquilani. Ngog ersetzt Fernando Torres. West Ham mit der Startelf der letzten Wochen, allerdings muss man auf den gesperrten Scott Parker verzichten, was ein schmerzlicher Ausfall ist.

[20h48] Fernando Torres spielt diese Saison nicht mehr für den FC Liverpool, es gibt immer wieder unklare Meldungen über den neuen Besitzer oder einen Verkauf der jetzigen Eigentümer. Man kann noch nicht mal davon ausgehen, dass Liverpool nächste Saison überhaupt international spielt. Keine einfache Situation.

[20h44] Statistik des Tages: West Ham United hat seit 37 Spielen nicht mehr an der Anfield Road gewinnen können. Das ist die drittlängste Serie, die ein Team  an nicht verlorenen Spielen gegen einen Kontrahenten hält. Folgt heute Episode 38?

[20h41] Auch wenn es von der Tabellenkonstellation jetzt nicht unbedingt das Spitzenspiel des Spieltages ist, steht an der Anfield Road eine enorm wichtige Partie für beide Teams an. Liverpool liegt jetzt bei gleicher Spielzahl zwei Punkte hinter Platz 6, den Aston Villa nach dem 2:1 bei Portsmouth einnimmt. Ein Sieg ist also Pflicht um sich überhaupt für die Europa League zu qualifizieren. Zudem lauert Everton auf Platz 8. Und von Champions League Qualifikation will ich im Moment gar nicht sprechen. Der Gegner aus London braucht hingegen alle Punkte im Abstiegskampf. Die Hammers liegen derzeit drei Punkte vor Hull City. Mit einem Punktgewinn kann man zumindest etwas Luft schaffen, ein Sieg wäre natürlich schon fast wie Weihnachten. Also verlieren verboten für beide Mannschaften – zumindest von der Ausgangslage extrem spannend.

[20h35] Schönen guten Abend zusammen.

Vorschau DEL-Finale 2010: Hannover Scorpions vs Augsburg Panther

Ganz Eishockey-Deutschland, mit Ausnahme der Region Hannover, steht scheinbar geschlossen hinter den Augsburger Panthern, die morgen zum ersten Finalspiel in die Tui-Arena zu den Hannover Scorpions reisen. Es ist ja auch das Sportmärchen in diesem Frühjahr. Der AEV, häufig als “Armenhaus der DEL” beschrieben – wobei man da gar nicht weiß, ob der Terminus sowas wie Bedauern oder eher Bewunderung ausdrücken soll – träumt nach einem achten Tabellenplatz in der Hauptrunde 2009/2010 ( nach Siegen in den letzten sechs Vorrundenspielen) vom ganz großen Coup: dem ersten Meistertitel. Und der neutrale Fan kann gar nicht anders mehr als seine Sympathien dem AEV zuzuwerfen, jener Mannschaft, die als Underdog durch die Playoffs zog und mit Mannheim und Berlin die reichen Vereine aus dem Wettbewerb kegelte. Und schließlich mussten im Halbfinale auch die Grizzlys Adams Wolfsburg dran glauben, gerade mal mit etwas mehr Geld ausgestattet als die Augsburger, trotz potentiellem Großsponsor im Hintergrund. Augsburg lebt seinen Traum, die Stadt versinkt in einer Welle der Euphorie, und der AEV mausert sich zum Favoritenschreck. Doch nachdem man Mannheim, Berlin und Wolfsburg in den vorzeitigen Urlaub geschickt hat, muss man eigentlich bei weitem nicht mehr von einem Außenseiter sprechen, auch nicht vor dem Finale gegen die Hannover Scorpions. Ein Kapitel fehlt den Augsburg Panthern noch im Frühjahrsmärchen – jetzt aber in anderer Ausgangslage. Denn Außenseiter ist der AEV jetzt vielleicht noch auf dem Papier und wenn man sich den ein oder anderen spielerischen Aspekt näher begutachtet – letztendlich spürt der AEV jetzt auch den Druck und vielleicht die Last den finalen Schritt zu gehen, mit der großen deutschen Eishockey-Fangemeinde als stille Unterstützer. Die Augsburg Panther als Underdog – das lasse ich nicht mehr gelten.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Story der  Hannover Scorpions in dieser Saison genauso spektakulär verlaufen ist wie beim Gegner aus Bayern. Im November noch Tabellenletzter, der Trainer droht mit Rücktritt, steht man sechs Monate später jetzt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im DEL-Finale. Wie eine kleine Maschine an Effizienz und Effektivität zog man durch die Playoffs, vor allem die ersten beiden Spiele in der Halbfinalserie gegen Ingolstadt waren beeindruckendes Eishockey. Wenig Chancen, aber viele Tore und defensive Disziplin. Mittlerweile hat sich dann auch in der gesamten Stadt rumgesprochen, dass die Scorpions schon jetzt ihren größten Vereinserfolg geschafft haben. In der Abschiedssaison von Hans Zach soll jetzt das i-Tüpfelchen folgen. Scorpions-Verteidiger Thomas Dolak formuliert es so: “Wir wollen Hans Zach noch einmal einen ganz großen Abgang verschaffen.” Doch der Trainer aus Bad Tölz, seit vier Jahren an der Bande der Hannover Scorpions, will von all dem Trubel nichts wissen, zumindest gibt er sich so nach außen: “Krönung interessiert mich nicht.” Wobei selbst ein sonst so ruhiger Hans Zach einen Meisterschaftstitel zum Abschluss seiner Karriere sicherlich gerne mitnehmen würde. Die Euphorie in Hannover mag ein wenig kleiner sein als in Augsburg, aber trotzdem ist man sich auch an der Leine bewusst, was die Scorpions diese Saison erreicht haben und ja vielleicht noch erreichen. Und das wird von vielen endlich auch honoriert.

Schaut man sich beide Teams genauer an, dann fällt auf, dass beide Mannschaften in diesen Playoffs ihre Stärken vollends ausgespielt haben. Vor allem deswegen stehen sie im Finale. Blickt man auf die Hannover Scorpions, dann ist das an erster Stelle vor allem die Ausgeglichenheit im Team. Hans Zach lässt konsequent mit vier Reihen spielen, alle diese können Tore schießen. Erinnert sei an die Treffer von Blank und David Wolf in der Serie gegen Nürnberg. Zweites großen Plus der Hannoveraner: das Powerplay, zweitbestes in der Hauptrunde und in den Playoffs nochmal zu neuer Stärke erwachsen. Was daran liegt, dass auch die Reihe um Adam Mitchell, Matt Dzieduszycki und Chris Herperger – also die Formation, die das Überzahlspiel grundsätzlich hinter dem Tor spielen lässt – endlich wieder trifft. Das entlastet natürlich auch die Reihe um Dolak, Kathan und Vikingstad, die mit Sascha Goc den torgefährlichsten Verteidiger der DEL an ihrer Seite haben. Und auch Youngstar Ben Cottreau mit seinem gefährlichen Schlagschuss hat in den Playoffs das ein oder andere Mal getroffen. Wenn es nach der Hauptrunde so etwas wie ein Sorgenkind in Hannover gab, dann die Offensive. Das hat sich vorerst erledigt. Zudem hat Hannover eine Menge Erfahrung im Team, auf dem Eis wie neben dem Eis. Hans Zach weiß, wie man ein Team einstellen muss, dass um den Titel spielt. Drei Meisterschaften mit der Düsseldorfer EG sowie zwei weitere Finaleinzüge – einmal mit den Düsseldorfern und 2003 mit den Kölner Haien – sprechen für ganz viel Erfahrung, zudem hat Kapitän Tino Boos 2002 mit den Kölnern den Titel geholt. Vikingstad und Torhüter Travis Scott wissen ebenfalls, was es heißt eine Finalserie zu gewinnen. Größtes Manko der Hannover Scorpions sind die vielen Nachlässigkeiten und Formschwankungen während der Spiele, in der Serie gegen Nürnberg noch sichtbarer als bei den drei Partien gegen den ERC Ingolstadt. Die Scorpions schaffen es selten konstant über 60 Minuten konzentriert und engagiert zu spielen. Große Vorsprünge wurden häufig beinahe verspielt, dafür ist die Moral bei Rückständen umso größer. Herzstück eines jeden Zach-Teams ist die Defensive. Doch auch die ist zu knacken. Hannover hat Probleme, wenn man zu weit aufgerückt ist und dem Gegner die neutrale Zone als Start zum Kontern überlässt. Insbesondere in der Nürnberg-Serie ist aufgefallen, dass die Scorpions Schwierigkeiten haben, wenn die Gegner schnell hinter dem Tor spielen und dann den präzisen Pass in den Slot vor das Tor von Scott spielt. Das könnte eine Möglichkeit sein die Scorpions zu knacken. In den Playoffs haben es die Scorpions bisher nahezu gut verstanden, von der Strafbank fernzubleiben. Disziplin und die Geduld stimmen, war aber diese Saison auch schon mal anders.

Der große Rückhalt der Augsburg Panther steht im Tor. Nationaltorhüter Dennis Endras spielt überragende Playoffs und seine Fangquote von über 94 Prozent ist nur ein Merkmal dieser Stärke. Endras hält das Team defensiv zusammen, feuert sein Team an und scheint auch ein ganz wichtiger Faktor in der Verbindung Mannschaft und Fans zu sein, eben weil Endras seinen Vertrag im Gegensatz zu vielen anderen Leistungsträgern in Augsburg verlängern wird. Ich hatte ja nun häufiger die Gelegenheit einige Spiele der Panther in diesen Playoffs zu schauen. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, wie das Team insgesamt seine Struktur auch bei Rückstand beibehält, fast schon Zach-ähnlich. Es wird nichts überstürzt, alles wirkt durchdacht, jeder hält seine Position und erfüllt seine Aufgabe. Und das sieht dann häufig mit der offensiven Ausrichtung auch attraktiv aus. Überhaupt ist die Offensive exzellent besetzt. Der deutsch-kanadier Darin Olver bekommt in den Playoffs durch Chris Collins (sieben Treffer in 11 Partien) fantastische Unterstützung, Brett Engelhardt hat gezeigt, dass er die wichtigen spielentscheidenen Tore erzielen kann und auch Tyler Beechey und Connor James sind brandgefährlich. Weiterer Pluspunkt für die Panther ist der Zusammehalt im Team, viele Leistungsträger verlassen den Verein nach Saisonende. Was bietet sich da besser als mit einem Meisterschaftstitel zu gehen? Und so tritt die Mannschaft auch nach außen auf. Sie wirkt extrem gefestigt. Und damit sind dann eben Schwächen gegenüber dem Gegner auch auszugleichen. Und wenn man die Stärke nicht schon in der eigenen Mannschaft findet, dann wenigstens im Umfeld, genauer gesagt beim altehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion, eine Spielstätte, die für viele Gegner, die an geschlossene Mehrzweckarenen gewöhnt sind schwierig zu spielen sind. Zum Glück ist es im April nicht mehr so kalt, ist das Stadion doch nach drei Seiten offen, hat steile Stehplatztribünen, bei Sonnenschein reflektiert das Abendrot im Eis. Ein Hexenkessel und mit Sicherheit ein Faktor in dieser Finalserie. Schwächen muss man beim AEV schon etwas genauer suchen. Die Defensive könnte es sein. Zumindest in der Hauptrunde dieser Saison kassierte man die meisten Gegentreffer der Playoff-Teams, wenngleich die Defensive in der Serie gegen Wolfsburg überwiegend sattelfest verstand. Zumindest was die Gegentore angeht, aber insgesamt lässt Augsburg viel zu viele Torschüsse zu. Wenn Endras dann mal nicht seinen besten Tag erwischt hat, endet das wie in Spiel 3 in Wolfsburg. Ziel für die Hannover Scorpions muss es sein, möglichst viele Scheiben auf das Tor zu bringen, schnell und variabel zu spielen. Dann dürften die jungen Verteidiger der Panther ins Schwimmen kommen. Vom Gefühl her hatte Augsburg insbesondere in der Serie gegen Wolfsburg ein paar zu viele Strafen kassiert. Das wäre gegen das Powerplay der Scorpions von Nachteil, gleichzeitig haben die Panther die meisten Torschüsse in Unterzahl zugelassen. Augsburg sollte es also vermeiden, unnötig Strafen zu kassieren.

Das Finale – das Highlight der DEL-Saison und die Krönung einer einzigartigen Saison für beide Mannschaften und Fangruppen. Mit Tipps halte ich mich zurück, ich halte die Serie wie alles zuvor für völlig offen. Würde mir aber natürlich einen Titel für die Scorpions wünschen. Ansonsten ist es einfach nur toll eine Finalserie als Fan mitzuerleben. Ich bin am Sonntag in der Tui-Arena und freue mich jetzt schon unabhängig von den ersten beiden Spielen riesig darauf.

Die Finalspiele finden am 20., 23., 25., 28. und 30 April statt. Sky übeträgt alle Partien live.

Ankündigung: Absolute Dynamite

Gute und lesenswerte deutschsprachige Literatur über englischen Fußball und die Premier League ist eher selten. Das ändert sich jetzt zumindest ein wenig. Carsten Germann, freier Sportjournalist unter anderem für Spox, die WELT und ZEIT online sowie ehemaliger Interviewgast in unserem Blogmagazin Spielmacher, hat nach seinem ersten Buch über englischen Fußball (“Football’s Home“) einen Nachfolger geschrieben. Das Buch heißt Abosolute Dynamite – Fußballgeschichten aus Großbritannien. Erscheinungsdatum ist der 30. April. Eine Leseprobe und Möglichkeiten zur Vorbestellung gibt es hier.

Premier League 2009/2010 #35, Wigan Athletic – FC Arsenal

[16h23] Endstand Wigan Athletic – FC Arsenal 3:2

Die Gunners werden für passive letzte 30 Minuten bestraft. Was bei einer 2:0-Führung zunächst nicht sonderlich schlimm ist. Solange man nicht den Anschlusstreffer kassiert. Das tat man dann. doch stattdessen wieder eine Schippe draufzulegen, brach man völlig in sich zusammen und wurde von Wigan überrollt. Damit die Londoner aus dem Titelrennen raus und Wigan so gut wie gerettet. Ein Spiel, in dem die dramatische Schlussphase für die eher langweiligen 75 Minuten zuvor entschädigt hat. Unbegreiflich, wie Arsenal das weggeworfen hat. Das ist richtig bitter.

[16h19] Vier Minuten Nachspielzeit

[16h18] 3:2, Charles N’Zogbia, 90. Minute +1

Wahnsinn. Wigan dreht dieses Spiel. Wenger hatte zuvor Van Persie gebracht, aber dieses Spiel geht seit 10 Minuten nur in eine Richtung. Wigan überrollt die Gunners. Schöne Einzelaktion von N’Zogbia, der sich gut um seinen Gegenspieler dreht und dann per schönem Linksschuss aus 16 Metern ins Tor trifft. Ball geht noch an den Innenpfosten.

Und damit darf sich Arsenal endgültig aus dem Titelrennen verabschieden. Selten dämlich. Kompliment an Wigan. Wobei die wo selber nicht wissen, wie sie zu den drei Toren gekommen sind.

[16h16] 2:2, Titus Bramble, 89. Minute

Unglaublich, aber Arsenal schmeißt innerhalb von 10 Minuten jegliche Titelchancen weg. Das darf eigentlich gar nicht wahr sein – und das ist unerklärbar. Und das darf nicht passieren. Ecke Wigan, Fabianski lässt den Ball fallen, will ihn fangen, vor ihm ist viel Betrieb und Bramble staubt zum 2:2 ab. Zuvor Arsenal völlig von der Rolle in der Defensive.

[16h14] Wigan mit den letzten Kräften in diesen Spielen, Arsenal in der Defensive gefordert. Und Nasri klärt auf der Linie nach einem Eckball. Das war die fantastische Ausgleichschance, die Gunners schwimmen. Stadion tobt.

[16h11] Nur zur Erinnerung. Arsenal hatte zuletzt eine knappe Führung bei Birmingham noch weggeschmissen, gewann aber auch schon viele Spiele in den letzten Minuten.

[16h09] Doppelwechsel bei Arsenal. Eboue kommt für Walcott und Merida ersetzt Rosicky.

[16h07] 1:2, Ben Watson, 80. Minute

Und ich war nicht der einzige, der im kollektiven Tiefschlaf war die letzten Minuten. Arsenal auch. Typisch. Moses setzt sich auf links wunderbar durch, da hätte man aus Arsenal-Sicht schon längst klären können. Man lässt das Zuspiel aber gewähren und in der Mitte Watson völlig frei. Keine Chance für Fabianski aus kurzer Distanz.

[16h05] 10 Minuten noch. Es passiert nichts mehr.

[15h55] Unfassbar ist es immer noch zu sehen, wie nervös, unaufmerksam und unkonzentriert die halbe Mannschaft beim FC Arsenal ist. Man kann von Glück reden, dass man hier 2:0 führt und Wigan die personifizierte Ungefährlichkeit ist. So ist das vom Verlauf her ein halbwegs entspannter Nachmittag. Besonders schön anzusehen ist es aber nicht.

[15h49] Roberto Martinez bringt Victor Moses für den schwachen Marcelo Moreno.

[15h46] Knappe Viertelstunde gespielt im zweiten Durchgang. Wigan versucht noch einmal einen Fuß in diese Partie zu bekommen, aber Arsenal steht jetzt mit der sicheren Führung im Rücken defensiv besser und hält den Ball auch besser in den eigenen Reihen. Und insgesamt – das muss man leider auch feststellen – ist das von den Latics nicht wirklich gefährlich. Wigan kann mit dem Raum, den Arsenal jetzt überlässt, nicht wirklich viel anfangen. Spiel war sowieso schon nicht toll, jetzt ist es noch unansehnlicher geworden als Mitte der ersten Hälfte.

[15h37] Im Gegenzug die riesengroße Möglichkeit für Wigan in diesem Spiel wieder ranzukommen. Schöner Doppelpass von N’Zogbia mit Watson, Arsenal noch im Glücksgefühl des Treffers, Wigan spielt sich da leicht und locker durch, N’Zogbia dann gute 10 Meter vor Fabianski, schließt aber per Innenseite ab statt den Ball ins Tor zu hämmern. Fabianski spekuliert hervorragend und ist rechzeitig unten und kann den Schuss festhalten. Eigentlich muss das ein Tor sein.

[15h35] 0:2, Mikael Silvestre, 48. Minute

Sehr viel besser kann man sich einen Start in die zweite Hälfte nicht vorstellen aus Sicht der Gäste. Ecke Nasri, in der Mitte Silvestre völlig frei und kann zum Ausbau der Führung einköpfen. Da hat Wigan gleich mehrmals geschlafen.

[15h35] Das geht doch schon mal zügiger los als in der ersten Hälfte. Wigan bekommt zurecht keinen Elfmeter, als Nasri Watson im Strafraum kurz festhält. Mm Gegenzug hat Diaby die Chance auf 2:0 zu erhöhen, doch Wigan bekommt seine Unordnung noch rechtzeitig geregelt und kann zur Ecke klären.

[15h33] Beginn 2. Halbzeit

[15h17] Halbzeit Wigan Athletic – FC Arsenal 0:1

Kein besonders schön anzusehendes Spiel. Arsenal die ersten 25 Minuten pomadig und ohne Durchschlagskraft. Wenn Wigan da mehr Leidenschaft und Mut gezeigt hätte, wäre eine Führung möglich gewesen, zumal Arsenal extrem unsouverän in der Defensive agiert. Das wurde dann mit Verlauf der ersten Hälfte besser – und dann begann auch das offensive Rad sich schneller zu drehen. Entsprechend verdient dann die Führung zur Halbzeit, wenngleich da ganz viel Steigerungspotential noch vorhanden ist. Außer Diaby und Walcott spielt da keiner in Normalform. Wigan hat hier nichts mehr zu verlieren und sollte an die ersten 10 Minuten wieder anknüpfen. Denn das war vielversprechend.

[15h15] Die Gunners jetzt mit Oberwasser. Wieder ein dynamischer Sololauf von Walcott über rechts, diesmal macht es der Engländer alleine. Toller Schuss, geht ganz knapp am langen Pfosten vorbei. Hätte einen Treffer verdient, wäre dann wahrscheinlich genau im Knick eingeschlagen.

[15h12] 0:1, Theo Walcott, 42. Minute

Und für einen einzigen Moment blitzt die Klasse dieser Mannschaft auf. Toller Pass von Bendtner auf Walcott, in die Schnittstelle der Wigan-Abwehr, die etwas zu weit aufgerückt wird. Walcott schüttelt Bramble und Figueroa ab und hat auch keine Probleme Kirkland zu überwinden. Glückliche Führung, weil sie sich nicht völlig angebahnt hat. Aber insgesamt doch okay, wenn man Arsenals stärkere Bemühungen in den letzten 15 Minuten honorieren will.

[15h10] Fünf Minuten noch bis zur Pause. Die letzten Augenblicke waren die bisher beste Phase vom FC Arsenal. Ist dann aber auch schnell wieder verflogen. Es hakt derweil wieder an allen Ecken und Enden und auch Wigan hat seine offensiven Bemühungen derzeit komplett eingestellt. Nicht mehr schön anzuschauen. Dabei ist die Partie gerade für Arsenal nicht völlig unwichtig.

[15h03] Arsenal mit einer kleinen Drangphase. Endlich mal. Aber was letzlich an Torchancen kreiert wird, ist zu wenig. Toller Pass von Diaby in die Schnittstelle der Wigan-Abwehr. Walcott ist frei durch. Doch statt das Tor zu schießen, gibt er noch mal einen unerklärlichen Pass in die Mitte, wo kein Abnehmer steht. Unbegreiflich. Im Gegenzug gewinnt Campbell ein Laufduell gegen Rodallega. Ich nehme vorerst alles zurück.

[14h53] Wigan in den letzten Minuten das bessere Team. Mehr Ballbesitz, zudem eine kleine Eckenstaffette, aber alles nicht so gefährlich. Brenzlig sieht es trotzdem immer aus, weil Arsenal extrem anfällig und verunsichert wirkt. Offensiv kommt von den Gunners überhaupt nichts mehr. Diaby gefällt mir ganz gut, zumindest was die Balleroberung angeht. Was dann letzlich bei der Weiterverarbeitung rauskommt, ist auch noch sehr ausbaufähig.

[14h47] Walcott verzieht einen Schuss, geht am langen Pfosten vorbei. Bemühen ist da, aber da fehlt noch viel um von gefährlichen Torchancen zu reden. Zusammenspiel in der Offensive klappt noch gar nicht. Walcott auf rechts zwar dynamisch, aber Nasri und Rosicky finden überhaupt noch nicht zueinander. Nasri als Fabregas-Gestalter überfordert, teilt sich mit Rosicky auch nicht wirklich gut den Raum auf. Der Franzose häufig auch über links, zieht dann in die Mitte, weil Rosicky den linken Flügel besetzt. Bendtner spielt sehr weit zurückhängend – und dann wird das alles ein wenig eng. Zudem traut sich Clichy überhaupt noch nicht auf Reisen zu gehen. Flanken sind Fehlanzeige.

[14h43] Die Partie nimmt endlich ein wenig Fahrt auf. Ecke Arsenal von rechts durch Nasri, in der Mitte Bendtner völlig frei, bekommt hinter seinen Schuss aber nicht den nötigen Druck, Kirkland ist rechtzeitig unten in der Ecke. Man nährt sich langsam an.

[14h41] 10 Minuten gespielt. Erster Torschuss vom FC Arsenal. Freistoß von Clichy, schwach geschossen, aber die Mauer springt hoch. Von daher immerhin ein Eingreifen von Kirkland nötig. Im Gegenzug bester Angriff von Wigan so far. Rodallega und Moreno behindern sich erst gegenseitig, aus dem Hintergrund Schuss von N’Zogbia, geht aber doch deutlich daneben.

[14h38] Was schon in den ersten Minuten auffällt. Sobald Arsenal in Wigans-Hälfte beginnt zu kombinieren, bringen die Gastgeber fast alle Spieler hinter den Ball. Einzig Rodallega und Moreno stehen an der Mittellinie. Arsenal fällt gegen die Beton-Abwehr noch gar nichts ein. Was man den Latics aber zugute halten muss, ist, dass sie auch prima und gewillt nach vorne agieren. Und wenn ich mir die Kombi Silvestre und Campbell anschaue, ist das auch kein schlechter Schachzug. Souverän sieht anders aus. Sonst bisher wenig passiert an Torchancen.

[14h33] Hugo Rodallega gegen Sol Campbell im Laufduell, könnte für Wigan ein Schlüssel zum Erfolg sein. Campbell zwar immer noch mit hervorragendem Stellungsspiel, aber schlicht zu langsam für den schnellen Kolumbianer.

[14h31] Beginn 1. Halbzeit

Lee Mason ist der Referee. Arsenal mit Anstoß in der ersten Hälfte in rot-weiß von links nach rechts, Wigan spielt in den blauen Trikots.

[14h27] Die Aufstellungen im DW Stadium

Wigan Athletic: Kirkland – Melchiot, Gohouri, Bramble, Figueroa – Rodallega, Diame – Watson, McCarthy, N’Zogbia – Moreno

FC Arsenal: Fabianski – Sagna, Campbell, Silvestre, Clichy – Eastmond, Diaby – Walcott, Nasri, Rosicky – Bendtner

Sol Campbell ist heute Kapitän beim FC Arsenal. Die Gunners haben eine lange Verletztenliste. Almunia fehlt mit einer Handgelenksverletzung, Fabianski kommt dafür ins Tor. Nachwuchstalent Eastmond ersetzt Denilson im defensiven Mittelfeld, Silvestre Vermaelen in der Innenverteidigung. Walcott bekommt im rechten Mittelfeld den Vorzug vor Eboue. Bendtner einzige Spitze. Robin van Persie wieder auf der Bank. Bei Wigan ersetzt Marcelo Moreno Jason Scotland im Angriff der Latics.

[14h22] Und wenn man die derzeitigen Rückstand des FC Arsenal gegenüber den anderen Meisterschaftskandidaten erklären will, lohnt vor allem ein Blick auf eine aussagekräftige Statistik. In den letzten 12 Premier League Spielen hat Arsenal nur 1,4 Tore pro Spiel erzielt, verglichen zu 2,7 Toren in den 22 Saisonspielen davor. Und bei der anfälligen Abwehr reichen 1,4 Tore eben nicht mehr aus um dringend benötigte Siege zu holen.

[14h20] Es ist eine verrückte Premier League Saison. Arsenal war gefühlt zehn Mal aus dem Titelrennen draußen, jedes Mal bekamen sie wieder einen Fuß in den Meisterschaftskampf. Nach der Niederlage am Mittwoch bei den Tottenham Hotspur hat selbst Arsene Wenger die Segel fast gestrichen. Dank der Niederlage des FC Chelsea an der White Hart Lane könnte Arsenal heute bei eigenem Sieg wieder näher an die Tabellenspitze ranrücken und Man Utd und die Blues unter Druck setzen. Nötig sind aber drei Punkte und auch mal wieder ein überzeugender Sieg. Wigan könnte mit drei Punkten den Abstand auf die Abstiegsplätze auf sieben Punkte ausbauen und damit schon fast den Klassenerhalt sichern. Spannung also garantiert in dieser Partie, zumindest von der Ausgangslage.

[14h15] Schönen Sonntagnachmittag zusammen.