Beiträge vom 2. April 2010

Premier League 2009/2010 Preview #33

Freitag, 2. April 2010 22:16

Der Kampf um die Meisterschaft

Ein ganz wichtiges Wochenende im Titelrennen steht uns bevor. Der Spieltag eröffnet mit dem Gipfetreffen im Old Trafford. Manchester United empfängt den FC Chelsea (Sky live, Samstag 13:30, Moderation: Jan Henkel, Kommentar: Markus Gaupp), der Tabellenführer hat seinen ärgsten Verfolger zu Gast. Manchester United hat diese Saison erstmal einmal zuhause verloren, beim 0:1 gegen Aston Villa. Chelsea hngegen hat vor allem auswärts nicht immer die besten Leistungen abgerufen. Erinnert sei an die Remis unter anderem in Wigan, Blackburn und Hull. Dafür kommen die Blues mit ganz viel Rückenwind nach dem 7:1 gegen Aston Villa. Die Red Devils müssen ohne Wayne Rooney auskommen, Berbatov wird ihn ersetzen. Der Bulgare zuletzt in bestechender Form, erzielte fünf Tore in seinen letzten sieben Ligaeinsätzen. Bei Chelsea kehrt Drogba ins Team zurück. Interessant wird das Aufeinandertreffen mit Vidic und Ferdinand in der Innenverteidigung werden. Chelsea hat übrigens 24 Tore geschossen in den sechs Spielen, wo Drogba nicht eingesetzt wurde. Jetzt müssen sie zeigen, dass es auch mit dem Ivorer klappt. Schlüssel für einen Sieg könnte auch Frank Lampard sein, der sich zuletzt in Torlaune präsentierte und mit seinen Treffern vom Wochenende nunmehr dritterfolgreichster Torschütze in der Historie des FC Chelsea ist.

Eine Statistik hatte ich unter der Woche in einem längeren Artikel über den Titelkampf in der Premier League gelesen, blöderweise in mein Notizbuch vergessen zu schreiben, wo ich es genau gefunden habe. Demnach beträgt die durchschnittliche Punktezahl pro Spiel im Monat April seit der Saison 2004/2005 für den FC Chelsea 2.36, für den FC Arsenal 2.00 und für Man Utd 1.81. Nimmt man den Zeitraum seit der Saison 2006/2007 für den Monat April, dann sind es 2.33 für die Blues aus London und jeweils 2.00 für Arsenal und Manchester United. Mit den verletzungsbedingen Ausfällen einiger Schlüsselspieler und der Statistik im Rücken biegen die Blues als Favorit in die letzten Spieltage ein. Das Ergebnis im Old Trafford hat auch großen Einfluss auf die Partie im Emirates, wo der FC Arsenal die Wolverhampton Wanderers empfängt (Sky live, Samstag 15:55, Kommentar: Andreas Renner). Die Wolves sind seit vier Spielen ohne Niederlage. Bei den Gunners fehlen Gallas, Arshavin und Fabregas. Nasri wird wohl die Position des Spaniers einnehmen, Walcott über die rechte Seite kommen. Rosicky könnte Arshavin ersetzen. Ein Pflichtsieg für das Team von Arsene Wenger, aber es könnte unter diesen Voraussetzungen ein ganz hartes Stück Arbeit werden. Große Enttäuschung nicht ausgeschlossen.

Der Kampf um den vierten Tabellenplatz

Es bleibt weiter spannend. Zwischen Tottenham auf Platz 4 und Aston Villa drei Ränge dahinter liegen nur sieben Punkte, alle Anwärter haben 31 Spiele absolviert, nur Liverpool als Tabellensechster hat schon ein Spiel mehr auf dem Konto. Beste Chancen auf den vierten Platz haben derzeit die Tottenham Hotspur, die jetzt aber vor der Auswärtshürde FC Sunderland stehen. Die Black Cats sind im Kalenderjahr 2010 im Stadium of Light noch ungeschlagen. Tottenham kommt aber mit dem Empfehlung von fünf Ligasiegen in Folge und hat im Sturm durch die Rückkehr von Jermain Defoe wieder größere Auswahl. Sunderland-Trainer Steve Bruce ließ auf der Pressekonferenz vorrechnen, dass er sich erst gerettet fühle, wenn sein Team 40 Punkte erreicht habe, fehlen also noch fünf Zähler. Die vemeintlichst leichteste Aufgabe hat Manchester City, die zum FC Burnley reisen (Sky live, Samstag 18:25, Kommentar: Sascha Roos). Die Clarets haben nur ein Sieg in den letzten 21 Spielen feiern können, und Manchester City kommt mit einem wiedererstarketen Carlos Tevez. Alles andere als ein komfortabler Sieg für City wäre eine Überraschung. Laut Burnley-Trainer Brian Laws braucht sein Team noch drei bis vier Siege für den Klassenrhalt. Die Gegner bis Saisonsende heißen eben Man City, zudem noch Hull, Sunderland, Liverpool, Birmingham und Tottenham. Dann müsste man eigentlich schon Man City schlagen, um die Rechnung zu erfüllen. Verkehrt wäre es nicht, zumal der Abstand aufs rettende Ufer schon drei Punkte beträgt. Alle Spiele gewinnen, das gilt auch für den FC Liverpool, der am Sonntagnachmittag bei Birmingham City gastiert (Sky live, Sonntag 15:55, Kommentar: Markus Gaupp). Das Team von Alex Mc Leish hat erst zwei Heimniederlagen diese Saison kassiert, gegen Arsenal, Chelsea und Man Utd hat man im St. Andrews Park nicht verloren. Es braucht also eine weitere Topleistung von Fernando Torres, zuletzt fünf Tore in den vergangenen drei Ligaspielen. Mal sehen, ob Benitez ähnlich wie gegen Sunderland nur mit einer defensiven Absicherung spielt. Das hat den Reds verdammt gut getan. Auswärtsaufgabe auch für den letzten Kandidaten. Aston Villa muss zu den Bolton Wanderers reisen und will die Schmach aus dem 1:7 bei Chelsea vergessen machen. Trainer Martin O’Neill bezeichnete den vergangenen Samstag als einen der schlimmsten Momente in seiner Trainerkarriere. Jetzt heißt es Wiedergutmachung. Unter der Woche tauchten Gerüchte auf, wonach sich O’Neill mit Klubbesitzer Randy Lerner heftigst überworfen hat und vor dem Rücktritt stand. Diese Meldungen haben sich aber nicht bestätigt, Fakt ist aber wohl, dass das Verhältnis zu Lerner merklich abgekühlt ist. Sorgen auf und neben dem Platz für Aston Villa.

Der Abstiegskampf

Der FC Portsmouth kann an diesem Wochenende auch ganz offiziell als erster Absteiger feststehen. Sollte Pompey nicht gegen die Blackburn Rovers gewinnen und gleichzeitig Hull City oder West Ham drei Punkte holen, würde der Rückstand auf das rettende Ufer bei noch fünf Saisonspielen mehr als 15 Punkte betragen. Und das wäre mathematisch gesehen nicht mehr einholbar. Natürlich müssten dafür Hull oder West Ham erstmal gewinnen, aber wenn nicht und Portsmouth selbst drei Zähler holt, kann der Abstieg nur um einen Spieltag nach hinten verschoben werden. Denn beide Teams haben schwere Auswärtsaufgaben vor sich. Hull City, gegenwärtig auf Platz 18 mit 27 Punkten nach 31 Spielen, fährt zu Stoke City. Die Tigers haben diese Saison noch keinen Auswärtssieg geholt und müssen ausgerechnet jetzt zu den heimstarken Potters. Vielleicht gibt der Sieg gegen Fulham ja ein bisschen Selbstvertrauen für das Team von Publikumsliebling Jimmy Bullard, der zuletzt in sieben Ligaspielen vier Mal traf. Mammutaufgabe auch für West Ham United, die im Goodison Park beim FC Everton antreten. Gianfranco Zola hat sich nach seinem Kurzurlaub in Italien dazu entschlossen, doch weiter an der Seitenlinie der Hammers Kommandos zu geben. West Ham verlor die letzten sechs Spiele, diese Saison gab es bisher nur einen Auswärtssieg. Everton hat die letzten sieben Heimspiele gewonnen. Noch Fragen, wer als Favorit in dieses Spiel geht? Ebenfalls am Sonntag besteitet der FC Fulham sein 53. (!) Pflichtspiel in dieser Saison. Im Cravan Cottage empfängt man Wigan Athletic, die vier Punkte vor den Abstiegsplätzen stehen. Trainer Roberto Martinez hofft für die Gäste, dass sich die durchaus guten spielerischen Leistungen irgendwann auch mal in Zählbares ummüntzen. Bei den Latics fehlt Gary Caldwell nach seinem Platzverweis auf dem Spiel gegen Man City.

Ein schönes Wochenende. Nachbericht zum Spieltag im Laufe der Osterfeiertage. Schönes Wochenende.

Thema: Premier League | Kommentare (0) | Autor: medispolis